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Test: Dell UltraSharp 2408WFP

von Jirko Alex

Einleitung

Dell bietet mit dem UltraSharp 2408WFP einen 24-Zoll-TFT zum vergleichsweise günstigen Preis. Der Monitor soll sich dabei dank des S-PVA-Panels und eines erhöhten Farbraums nicht nur für Grafiker eignen, sondern aufgrund vielfältiger Anschlüsse auch als Multimediatalent fungieren. Hinzu kommt eine – laut Hersteller – gute Reaktionszeit, die das Gerät auch für Spieler prädestinieren könnte. Die eierlegende Wollmilchsau also?

Um der berechtigten Frage nach dem Haken an dem Monitor nachgehen zu können, wird der erste dieser Berichte seit Jahren auf ComputerBase mit neuen Testkriterien aufwarten. So gesellen sich zu den üblichen Alltagstests, die die Spiele- und Multimediafähigkeit des Gerätes im Alltagsbetrieb anhand von subjektiven Tests beurteilen werden, auch Messungen mithilfe eines Colorimeters. Denn nicht nur das Panel verpflichtet zu einer guten Farbdarstellung. Mindestens ebenso interessant ist, inwieweit bereits die Vorkonfiguration durch den Hersteller für den Alltagsbetrieb taugt. Selten dürfte Ottonormalverbraucher nämlich ein teures Colorimeter zur Hand haben, um den zumeist privat genutzten Monitor korrekt zu kalibrieren. Und leider ebenso selten stellt sich heraus, dass die voreingestellte Darstellung Farben auch wirklich naturgetreu auf den Bildschirm zaubert. Zwar gehört der Dell-Monitor nicht zur Riege der Monitore mit TN-Panel, die mit allerlei Tricks über einen beschränkten Farbraum hinwegtäuschen müssen, ein Freischein für gute Farbdarstellung ist das S-PVA-Panel deswegen jedoch noch nicht.

Dell UltraSharp 2408WFP

Neben der Bildqualität zählen aber auch Ausstattung und Ergonomie sowie Optik und Haptik in die Bewertung ein. Eher moderne Schlagwörter wie Input-Lag und Banding sollen ebenfalls eine Untersuchung anstoßen. Es gibt also genug zu berichten über einen Monitor, der zumindest auf dem Papier mehr als genug zu bieten hat.

Ausstattung

Technische Daten

Der Dell UltraSharp 2408WFP brennt ein wahres Technikfeuerwerk ab. Ganze acht Eingänge für verschiedene Bildquellen bietet er – darunter auch den zukunftsorientierten Displayport. Hinzu kommen ein für die Preisklasse obligatorischer Kartenleser nebst USB-Anschlüssen; zwei davon an der Rückseite des Monitors, weitere zwei an der Seite des Bildschirms. Der Kartenleser kann insgesamt neun verschiedene Formate einlesen. Das Herz des Bildschirms ist jedoch das S-PVA-Panel, welches einen erhöhten Farbraum bieten soll (102 Prozent der NTSC-Skala). Erstmals wurde der Dell-Monitor auch mit einem dynamischen Kontrastverhältnis ausgestattet, weshalb er werbewirksam ebenfalls mit einem theoretischen Wert von 3000:1 punkten kann. Der dynamische Kontrast kommt jedoch – wie bei jedem Monitor mit dieser Angabe – nur unter optimalen Bedingungen bei einem Bildwechsel zustande, bei dem zwischen dem einen und dem anderen Bild die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung verändert wird, um auf der einen Seite ein helleres Bild, auf der anderen dunklere Schwarztöne zu erreichen. Bei ein und demselben Bild wirkt der dynamische Kontrast jedoch nicht.

Monitoranschlüsse

Um die Übersicht zu wahren, werden folgend die wichtigsten technischen Daten des Dell UltraSharp 2408WFP in einer Tabelle veranschaulicht und mit dem Vorgängermodell verglichen:

Technische Daten
Dell UltraSharp2408WFP Dell UltraSharp 2407WFP-HC
Dell UltraSharp 2408WFP Dell UltraSharp 2407WFP-HC
Display-Größe 24 Zoll 24 Zoll
Paneltyp S-PVA S-PVA
Auflösung (nativ) 1920 x 1200 Pixel 1920 x 1200 Pixel
Blickwinkel 178° (horizontal)
178° (vertikal)
178° (horizontal)
178° (vertikal)
Kontrastverhältnis 1300:1 (statisch)
3000:1 (dynamisch)
1000:1 (statisch)
maximale Helligkeit 400 cd/m² 400 cd/m²
Reaktionszeit
(Grey-to-Grey)
6 Millisekunden 6 Millisekunden
Abdeckung des
NTSC-Farbraums
102 Prozent* 92 Prozent
Besondere Eigenschaften Pivotfunktion
45° seitlich drehbar
Bild-in-Bild-Funktion
4x USB-Anschlüsse
9-in-2-Kartenleser
Pivotfunktion
45° seitlich drehbar
Bild-in-Bild-Funktion
4x USB-Anschlüsse
9-in-2-Kartenleser
Anschlussmöglichkeiten 1x DisplayPort
1x HDMI
2x DVI
1x VGA
1x Composite-Video
1x S-Video
1x Component-Video
1x DVI
1x VGA
1x Composite-Video
1x S-Video
1x Component-Video
* Die im Vergleich zum Vorgängermodell höhere Abdeckung des NTSC-Farbraums wird
durch eine neue Hintergrundbeleuchtung erreicht.

Optik und Mechanik

Der Dell UltraSharp 2408WFP kommt in einem schlicht, aber edel wirkenden Gehäuse daher. Der Rahmen des Bildschirms ist matt schwarz und wird am oberen und unteren Rand sowie auf der Rückseite durch eine silberne Einfassung abgerundet. Die Knöpfe zur Steuerung des Displays sind dezent in die untere Rahmenleiste eingelassen und stören damit den optischen Eindruck nicht; das gesamte Design wirkt solide und durchdacht und folgt stets – wie die hervorragend arbeitende Mechanik des Bildschirms beweist – einer Funktion, ohne dabei aufgesetzt zu wirken.

So folgt auch der Aufbau des Bildschirms einem von Dell bekannten und bewährtem Muster: Der zweiarmige Standfuß bietet einen sehr soliden und rutschfesten Halt auf jeder Oberfläche und erlaubt es, den Monitor in jede horizontale Richtung um 45° zu drehen. Der Bildschirm kann zudem um 21 Grad nach hinten und um 3 Grad nach vorne geneigt werden; in der Höhe sind stattliche 10 Zentimeter Variation möglich. Das ist auch nötig, kann man den Bildschirm doch auch um 90° um die Mittelachse drehen, sodass dieser im Pivot-Modus das Betrachten besonders hoher Dokumente ermöglicht. Erstaunlich ist in jedem Fall, wie leichtgängig die Mechanik zu bedienen ist. Die Höhenverstellung kann man quasi mit dem kleinen Finger tätigen, ohne dabei Angst um die Stabilität der Konstruktion haben zu müssen. Der Monitor reagiert sofort auf jeden Druck, der ihn in die möglichen Richtungen verschieben oder drehen will, kommt jedoch auch zur Ruhe, wenn die ideale Position gefunden wurde. Durch die vielfältigen Verstellmöglichkeiten kann man den Dell UltraSharp 2408WFP ergonomisch an fast jede Situation am Arbeitsplatz anpassen – vorbildlich durch und durch.

Standfuß Rückseite Monitorständer mit Kabelführung Gelenk höhenverstelltes Gelenk

Frontale mit erhöhtem Bildschirm Frontale mit abgesenktem Bildschirm Rückansicht Dell UltraSharp 2408WFP Seitenansicht Dell UltraSharp 2408WFP

Zur Steuerung des Onscreen-Displays hat Dell dem Monitor insgesamt sechs Knöpfe auf der Vorderseite des Bildschirms spendiert. Neben der Steuerung des Eingangs und des Menüs lässt sich mit diesen auch der Bild-in-Bild-Modus direkt anwählen. Auch die Helligkeit lässt sich ohne das Aufrufen des OSDs regeln. Eine LED-Anzeige, welcher der zur Verfügung stehenden Eingänge aktuelle ausgewählt ist, findet man jedoch nicht mehr am Bildschirm.

halbgedrehter Dell UltraSharp 2408WFP Pivot-Funktion des Dell UltraSharp 2408WFP seitlich gedrehter Monitor Steuerelemente Kartenleser

Der Kartenleser ist an der linken Seite des Bildschirms angebracht und liest folgende Formate: Compact Flash I/II, xD-Picture, Memory Stick (MS), High Speed Memory Stick (HSMS), Memory Stick Pro (MS PRO), Memory Stick Duo (mit Adapter), Secure Digital (SD), Mini Secure Digital (mit Adapter), TransFlash (mit Adapter), Multi Media Card (MMC), in Größe reduzierte MultiMedia-Karte (mit Adapter). Er wird, gemeinsam mit den USB-Steckplätzen, über den USB-Uplink am Monitor realisiert.

Der Monitor ist tiefer als die meisten Geräte mit günstigerem Panel. Die Tiefe ist auf das verwendete S-PVA-Panel zurückzuführen, das ebenfalls eine aufwendige Hintergrundbeleuchtung sowie genügend Luftzufuhr benötigt. Wie einen Bilderrahmen kann man den Monitor daher nicht wirklich an der Wand verstecken; aufhängen kann man ihn dort dank der VESA-Anschlüsse natürlich trotzdem. Den nötigen Platz sollte man dem 24-Zoll-Gerät dennoch einräumen.

Bildqualität

Die Bildqualität ist eines der Hauptkriterien bei einem Monitor mit S-PVA- oder einem anderem gehobenen Panel. Immerhin sollen Blickwinkel, Helligkeit, Schwarzwert und Farbtreue gerade für diese Klasse von Monitoren sprechen – was zählt, es eher das Bild denn die Geschwindigkeit, mit dem der Monitor selbiges aufbaut. Auf dem Papier schafft der Dell UltraSharp 2408WFP den Spagat aus allem, doch gelingt das wirklich? Eine Überprüfung der Farbwiedergabe mithilfe eines Colorimeters soll Auskunft geben – sowohl über das Gerät im Auslieferungszustand als auch über die Auswirkungen des dynamischen Kontrasts.

Alle Messungen wurden, so nicht anders angegeben, an Bildmaterial vorgenommen, das via DVI-D-Eingang eingespeist wurde.

Onscreen-Display

Das Onscreen-Display ist logisch aufgebaut und enthält alle Funktionen, die man sich von einem Monitor wünschen könnte – und wahrscheinlich noch mehr. Einige der Menüpunkte können auch ohne das OSD aufzurufen geändert werden. So befindet sich ein Knopf zur Auswahl des Monitoreingangs auf der Vorderseite des Bildschirmrahmens; Helligkeit und Kontrast können ebenfalls direkt angewählt werden. Für tiefergehende Änderungen ist das OSD aber unabdingbar. Will man den Monitor beispielsweise kalibrieren, so kommt man um die Profilübersicht nicht herum. Die vorkonfigurierten Profile sollten dabei jedoch nicht zu genau genommen werden; dass der Dell UltraSharp 2408WFP den sRGB-Standard mit dem entsprechenden Profil nämlich erfüllt, ist so nicht gegeben. Hierfür ist ein Eingriff in die manuelle RGB-Steuerung notwendig. Anders, als es den Anschein hat, lässt sich der Monitor hier feiner kalibrieren als nur in 100 Stufen (von 0 bis 100). Für jede Stufe muss der Plus- oder Minus-Knopf am Bildschirm nämlich mehrmals betätigt werden, was eine relativ feine Abstimmung erlaubt.

Helligkeit und Kontrast Auswahl des Monitoreingangs Profilauswahl Manuelle RGB-Kalibrierung

Anzeigeeinstellungen allgemeine Monitoreinstellungen PiP-Einstellungen

Für die Picture-in-Picture- oder Picture-by-Picture-Funktion befindet sich ebenfalls ein Umschaltknopf auf dem Monitorrahmen. Dieser erlaubt jedoch die Festlegung der Quelle für das zweite Monitorbild nicht. Dies ist nur im Onscreen-Display-Menü möglich. Leider können nicht alle Monitoreingänge beliebig kombiniert werden. Ist der Monitor über einen üblichen PC-Anschluss angeschlossen – also per DVI, VGA, DisplayPort und auch HDMI – können als Quelle für das zweite Bild nur der S-Video-, der Composite- oder der Component-Eingang ausgewählt werden. Umgekehrt gilt dasselbe: Das Bild eines beispielsweise per S-Video-Anschluss verbundenen DVD-Players kann nicht nebst einer per Composite-Zugang angeschlossenen Quelle angezeigt werden.

PiP-Modus (S-Video groß - DVI klein) PBP-Modus (S-Video links - DVI rechts)

Zwei parallel angeschlossene PCs, die beide via DVI mit dem Monitor verbunden sind, lassen sich also nicht via PBP-Modus nebeneinander anzeigen.

Kalibrierung

Beim ersten Einschalten des Monitors ergibt sich ein subjektiv sehr gutes Bild. Der Schwarzwert weiß sofort zu gefallen, es sind quasi keine Lichthöfe bei dunklen Tönen erkennbar und die Farben leuchten dennoch sehr kräftig, was auf einen hohen Kontrast (1300:1 – statisch – laut Hersteller) schließen lässt. Besonders intensiv wirken Rot- und Grün-Töne, letztere vielleicht eine Spur zu deutlich. Vor allem beim Bearbeiten von Dokumenten fällt zudem auf, dass weiße Hintergründe sehr hell wirken – auf Dauer und speziell bei dunkler Umgebung eindeutig zu hell. Dell liefert den UltraSharp 2408WFP dabei mit einer Vorkonfiguration von 50/50 bei Helligkeit und Kontrast aus – 100 ist der jeweilige Höchstwert. Es bietet sich nach oben und unten also genug Spielraum, den ersten Eindruck zu korrigieren – speziell die Luminanz des Bildschirms.

Dies geschieht zudem mit messtechnischer Unterstützung in Form eines Pantone/Gretagmacbeth Eye-One Display 2 und der Kalibrierungssoftware iMatch v3.62. Als Zielwerte dienen eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin, ein Gamma-Wert von 2.2 sowie eine Luminanz von 140 cd/m². Das Gerät misst bei dieser Konfiguartion neben den Ist-Werten für diese Eigenschaften auch die geringste Helligkeit des Bildschirms aus und erlaubt eine Feinjustierung der RGB-Farbwerte, des Kontrasts und der Helligkeit. Beim ersten Testlauf wurden diese Einstellungen jedoch nicht verändert und der Monitor mit der Werkskonfiguration getestet (erstes Bild der Mouse-Over-Animation), um sich ein Bild von der Ausgangslage machen zu können. Danach wurde der Monitor entsprechend den Vorschlägen des Colorimeters justiert (zweites Bild der Animation).

Monitortest mit unkalibrierten Dell UltraSharp 2408WFP

Der Unterschied ergibt sich vor allem in Hinblick auf die Korrektur, die die Kalibrierungssoftware in das Monitorprofil schreibt, um die Farbdarstellung zu optimieren (Diagramm links) sowie der ermittelten Helligkeit. Zeigt sich der Dell-Bildschirm im unkalibrierten Zustand noch grünstichig (der Grünwert wird – wie durch den Verlauf im Diagramm ersichtlich – nach unten korrigiert) und wesentlich zu hell, kann dies durch die Änderung im OSD korrigiert werden. Der Kontrast des Displays ist schon ab Werk ziemlich optimal, eine Helligkeit von beinahe 300 cd/m² ist aber viel zu hell für ein entspanntes Arbeiten. Hier konnte erst durch eine Reduktion auf 0 bis maximal 1 Prozent (!) der möglichen Helligkeit der Zielwert von 140 cd/m² erreicht werden. Unter diesen Wert kann man den Dell UltraSharp 2408WFP quasi nicht bringen – die Messung fluktuiert zwar je nach Betriebszeit leicht, für deutlich weniger Luminanz muss man jedoch den dynamischen Kontrast bemühen, der jedoch später noch einmal genauer beleuchtet werden soll.

Der Schwarzpunkt des Bildschirms (die minimale Luminanz) ist vor der Kalibrierung passabel, in Anbetracht der voreingestellten Helligkeit war dies zu erwarten. Nach der Justierung des Bildschirms entsprechend der Anweisung des Eye-One Display 2 sinkt die gemessene minimale Helligkeit jedoch auf sehr gute 0,1 cd/m². Bei einer gleichzeitig maximalen Helligkeit (bei weißem Bild) von gemessenen 137,8 cd/m² ergäbe sich ein Kontrast von fast 1400:1. Allerdings muss festgehalten werden, dass die Messwerte nur auf eine Nachkommastelle ausgegeben werden. Es lässt sich jedoch vermuten, dass die Herstellerangaben bezüglich des statischen Kontrasts eingehalten werden können. Gleichwohl zeigt sich, dass in der Vorkonfiguration der Kontrast deutlich niedriger ausfällt (etwa 570:1 unter Annahme relativ genau ermittelter minimaler und maximaler Luminanzen).

Der Native Weißpunkt des Monitors liegt laut Messung bei 6900 Kelvin, was ein leicht kälteres Bild ergibt. Eine Konfiguration ist für eine natürlichere Farbwiedergabe daher empfehlenswert.

Dynamischer Kontrast

Mit dem dynamischen Kontrast soll der Dell-Bildschirm, wie andere Monitore auch, höhere Helligkeitsunterschiede bei einem Bildwechsel erreichen. Dies geschieht dadurch, dass die Hintergrundbeleuchtung entsprechend der durchschnittlichen Farbdarstellung des Bildes verringert oder erhöht wird, um so hellere Bilder noch heller und dunklere Szenen noch bedeckter wirken zu lassen. Theoretisch soll der Dell UltraSharp 2408WFP dabei auf einen Wert von 3000:1 kommen – wohlgemerkt aber nur bei einem Bildwechsel. Bei ein und derselben Darstellung greift der dynamische Kontrast nicht oder beeinflusst das Bild gar negativ.

So richtet sich die Hintergrundbeleuchtung nach dem Großteil des Bildes. Soll beispielsweise zu zwei Dritteln reines Schwarz dargestellt werden, auf einem Teil des Bildschirms jedoch ein heller Ausschnitt, so dimmt sich die komplette Hintergrundbeleuchtung, um das Gesamtbild zu verdunkeln. Der kleinere Bildausschnitt wird dabei ebenfalls verdunkelt, was der Darstellung in dem Fall nicht zu Gute kommt. Ohnehin fällt auf, dass der Gewinn in dunklen Szenen durch den dynamischen Kontrast quasi nicht auszumachen ist. Der Schwarzpunkt des Monitors – besonders nach der Kalibrierung – ist ohnehin so gut, dass dunkle Töne stets satt wirken. Der dynamische Kontrast sorgt also eher dafür, dass im ungünstigen Fall helle Bildausschnitte in dunkler Umgebung getrübt werden. In die andere Richtung funktioniert das Konzept jedoch: Soll das Bild sehr hell strahlen, leidet der Schwarzwert subjektiv so gut wie gar nicht – bleibt also exzellent – die Szene wirkt dank der erhöhten Hintergrundbeleuchtung jedoch kontrastreicher.

Ein anderes Problem ergibt sich bei der Kalibrierung des Monitors mit zugeschaltetem dynamischen Kontrast: Der Bildschirm ist quasi nicht kalibrierbar. Der statische Kontrast bleibt auch mit Zuschaltung der dynamischen Funktion noch konfigurierbar, die minimale Helligkeit sinkt jedoch rapide ab. So wurde der Dell-Monitor zuerst komplett kalibriert – ohne dynamischen Kontrast – um die Werte dann mit zugeschaltetem Feature anzupassen, wenn nötig. Die Helligkeit des Displays lag bei der zweiten Messung nur noch bei 60 cd/m². Dies kann jedoch an dem Umstand festgemacht werden, dass die Kalibrierungssoftware nur in einem kleinen Bereich des Bildschirms die zu messende Farbe für das Colorimeter einblendet und den restlichen Bildschirm verdunkelt. Dank des dynamischen Kontrasts ist das ganze Bild dann sehr dunkel; die Helligkeit muss wieder erhöht werden. Wie an dem Ergebnis der Messung zu sehen ist, gelingt dies jedoch nicht. Zwar kann man ein einzelnes Bild auf einen Helligkeitswert einstellen, der Sinn des dynamischen Kontrasts ist es aber, die Hintergrundbeleuchtung variabel anzupassen, weshalb die in der Justierungsphase korrekt eingestellte Helligkeit von 140 cd/m² in der Überprüfung auch nicht mehr erreicht wurde.

Messung mit dynamischem Kontrast

Noch schwieriger wird das Anpassen der Grundfarben. Das Bild ist quasi immer für eine der Farben stichig, einen linearen Level erreicht man so nicht. Die Korrekturen im Profildiagramm fallen dementsprechend auch sehr deutlich aus – und bewirken letztendlich wohl doch nicht viel, da die Farben an die Hintergrundbeleuchtung gebunden sind und diese variiert.

Messtechnisch kann das Zwischenfazit zum dynamischen Kontrast eigentlich nur schlecht ausfallen. Andererseits sollte klar sein, dass eine Funktion, die Bildverbesserung bei Bildwechseln verspricht, zumindest zu keiner Verbesserung bei statischer Betrachtung führen kann. Für Arbeiten an Fotos oder ähnlichen Projekten, die eine korrekte Farbdarstellung benötigen, ist daher im Zusammenhang mit dem dynamischen Kontrast nicht zu denken. In Spielen oder Filmen kann der Eindruck jedoch durchaus positiv sein. So etwas lässt sich jedoch nicht messen, hier entscheidet der persönliche Eindruck eines jeden.

Interpolation

Die Interpolation des Bildes wird immer wichtiger, je größer der Bildschirm ist, den es anzusteuern gilt. Denn nicht immer kann auch die native Auflösung des Displays genutzt werden. Denkbar wäre beispielsweise, die Auflösung zugunsten höherer Bildwiederholraten zu minimieren. Gleichwohl wäre denkbar, dass das Bildsignal erst gar nicht in 1920 x 1200 Pixeln ausgegeben werden kann, da beispielsweise eine ältere Konsole oder ein DVD-Player – vielleicht sogar analog – mit dem Monitor verbunden wurden. In diesen Fällen ist eine gute Interpolation äußerst wichtig und entscheidet über die Nutzbarkeit in den entsprechenden Situationen.

1024x768 1360x768 1680x1050 1920x1200

Umso erfreulicher ist, dass sich der Dell UltraSharp 2408WFP quasi keine Schwächen leistet. Das Bild erreicht natürlich nie den Grad an Schärfe, der mit der nativen Auflösung möglich ist, aber selbst bei einer sehr niedrigen Auflösung von 1024 x 768 – die zudem ein für den Monitor unpassendes Bildverhältnis von 4:3 fordert – bleibt die Darstellung angenehm scharf. Die Schrift ist problemlos zu lesen und franzt nicht aus. Bei Bewegtbildern fällt das Ergebnis beinahe noch besser aus – vor allem bei korrektem Bildverhältnis leistet der Dell-Bildschirm sehr gute Arbeit; einzig die Auflösung von 1680 x 1050 wirkt im Vergleich zu den anderen Interpolationen recht grob, ist aber immer noch als gut zu bezeichnen. Bildschirmauflösungen, die noch weit darunter liegen, werden wieder schärfer dargestellt, wie auch auf den Bildern zu erkennen ist.

Blickwinkel und Helligkeit

Der Blickwinkel des Monitors wird mit 178° in jede Richtung angegeben und ist damit – laut Hersteller – maximal. Tatsächlich sind jedoch leichte Veränderungen im Farbverlauf erkennbar, wenn man von der frontalen Draufsicht auf den Bildschirm abweicht. Speziell weiße Töne driften ins Gelbliche ab – vor allem bei einer Sicht von oben oder unten auf das Display. Allgemein wirken Farben von einem besonders schrägen Blickwinkel aus etwas blasser.

Blickwinkel

Das Display ist damit blickwinkelstabiler als TN-Panel, von einem angegebenen Betrachtungswinkel von 178° in jede Richtung ist der Monitor jedoch noch ein Stück entfernt.

Die Helligkeitsverteilung des Dell-Monitors ist subjektiv sehr gut. An verschiedenen Messpunkten ergibt sich, bei einer vorkonfigurierten Helligkeit von 140 cd/m² im Zentrum des Monitors, folgendes Bild:

Helligkeitsmessungen des Dell UltraSharp 2408WFP

Ersichtlich ist, dass die Abweichung der gemessenen Helligkeit – erreicht werden sollen an jeder Stelle 140 cd/m² – auf einem Großteil des Monitors gering ist. Einzig am unteren und rechten Rand ist das Bild etwas dunkler; speziell die untere rechte Ecke ist jedoch erheblich zu dunkel. Knapp 30 cd/m² Abweichung vom Soll-Wert – das ist eine Differenz von über 20 Prozent – trübt das sonst solide Gesamtbild. Ohne Messung fällt der Helligkeitsverlust in der Ecke jedoch kaum auf.

Farbverläufe und Lichthöfe

Noch bevor der Dell UltraSharp 2408WFP richtig Fahrt aufgenommen hatte, kursierten bereits Meldungen im Internet, das Display würde Farbverläufe gerastert wiedergeben, also zum sogenannten Banding neigen. Bei diesem Mangel handelt es sich um eine Eigenschaft des Panels, in Farbverläufen deutliche Übergänge zwischen den verschiedenen Farbtönen anzuzeigen. Dies resultiert aus der Unfähigkeit des Displays, die entsprechenden Farbtöne korrekt darstellen zu können, womit ein weicherer Übergang ermöglicht würde.

Das Problem tritt tatsächlich auf dem Dell-Monitor auf, jedoch in einem vertretbaren Umfang und auch nur bei Schwarz-Weiß-Verläufen. In kalibriertem Zustand ergibt sich bei genauer Betrachtung das folgende Bild, wobei es sich bereits um eine Nahaufnahme handelt, die den Eindruck deutlich verstärkt. Subjektiv ist das Banding nur sehr dezent vorhanden; den Otto Normalverbraucher dürfte es eigentlich nicht stören. Da die Ausstattung sowie der Preis jedoch nicht unbedingt den Durchschnittskäufer eines PC-Monitors ansprechen, könnte dieser Punkt relativ schwer in der Kritik wiegen.

Nahaufnahme des Farbverlaufs auf dem Dell UltraSharp 2408WFP

Ein weiteres potenzielles Problem können deutliche Lichthöfe bei der Bildwiedergabe sein. Speziell günstige Panel neigen dazu, am Rand des sichtbaren Bildes helle Flecken abzubilden, bei denen die Hintergrundbeleuchtung durchschimmert. Bei der Filmwiedergabe, bei der am oberen oder unteren Rand oftmals schwarze Balken eingefügt werden, sowie anderen dunklen Bildszenen, kann diese Schwäche sehr stören.

Lichthöfe bei dunklem Bildschirm Weißer Bildschirm

Beim aktuellen 24-Zoll-Dell-Monitor sind ebenfalls sehr schwache Lichthöfe zu erkennen. Diese befinden sich zumeist in den Ecken des Bildschirms und entlang des linken Randes. Sie sind auch aus normaler Distanz zum PC-Bildschirm noch zu erkennen, obwohl der Helligkeitsunterschied subjektiv sehr gering ist. Sollten diese auf dem Bild nicht zu erkennen sein – was primär auf Bildschirmen mit mittelmäßiger Grauabstufung der Fall sein kann – hilft unter Umständen eine Aufhellung des Fotos. Auf guten Bildschirmen werden die leichten Helligkeitspole relativ realistisch wiedergegeben.

Die Darstellung eines rein weißen Hintergrundes wirkt auf dem Dell-Monitor ohne Messvorgang noch gut. Zum Rand hin scheint die Helligkeit nachzulassen, was in einigen Ecken auch durch die Messungen bestätigt wurde. Es sind jedoch keine Wellen bei der Darstellung zu erkennen. Die Fotoaufnahme kann den Eindruck, der sich in natura ergibt, nicht wirklich abbilden; die Ränder des weißen Hintergrundes wirken auf dem Bild dunkler, als sie eigentlich sind.

Alltagstest

Im Alltagstest sollen typische Fragen bezüglich der Tauglichkeit eines Displays geklärt werden, die weniger mit der Bildqualität denn mehr mit dem Bildaufbau zu tun haben. Nicht zuletzt dadurch wird nämlich das Einsatzgebiet des Monitors festgelegt.

Reaktionszeit und Inputlag

Fotoprofi und Gamer – ist der Dell UltraSharp 2408WFP beides? Die Reaktionszeit des Monitors ist mit 6 ms grey-to-grey (laut Hersteller) ziemlich gut für das verwendete Panel, reicht es jedoch auch für ein schlierenfreis Bild? Und ist auch dieser Flachbildschirm von dem Problem betroffen, das als Unwort „Inputlag“ Käufer abzuschrecken vermag? Einen eigenen Reaktionstest können wir nicht simulieren, lediglich einen subjektiven Schlierentest. Der Inputlag ist allerdings relativ leicht selbst reproduzierbar, indem die Bildausgabe auf dem Dell-Monitor mit der auf einem anderen Monitor abgeglichen wird. Zusätzlich wird dieser Vorgang auch noch auf einem Samsung SyncMaster 226BW wiederholt, da dieser TFT mit TN-Panel als einer der schnellsten – speziell bei der Verarbeitung und Umsetzung der Eingangssignale – gilt.

Beim Reaktionstest fällt recht wenig auf. Es sind leichte Schlieren zu sehen, wenn schnelle Bewegungen dargestellt werden sollen, der Farbnachzug ist aber durchaus noch als gering zu betrachten. Allein deswegen fällt der Dell-Monitor also nicht durch das Raster, das PC-Spieler aufstellen würden. Im Gegenteil: Der Monitor ist für ein S-PVA-Panel erstaunlich fix.

Anderes muss man beim Inputlag konstantieren. Nicht sofort, aber mit der Zeit ergibt sich der Eindruck, dass bereits unter Windows die Maussteuerung hinterherzieht und nicht direkt auf die Eingabe reagiert. Dieser Eindruck ist gewiss höchst subjektiv. Tatsächlich ist man auch geneigt, die Impression der für den Redakteur ungewohnten Bildschirmgröße zuzuschreiben. Auch nach mehreren Wochen des Testens ergab sich jedoch kein anderes Empfinden, weshalb die Zähigkeit der Maus wohl dem Inputlag zuzuschreiben ist.

Messung Input-Lag (links: Samsung SyncMaster 226BW, rechts: Dell UltraSharp 2408WFP)

Dritte Messung Inputlag Zweite Messung Inputlag

Ein Zeitabgleich bei geklonter Bildausgabe bestätigt den subjektiven Eindruck überdies: Der Dell UltraSharp 2408WFP reagiert mit einer Verzögerung von bis zu (keinesfalls konstant!) 60 ms auf das Eingangssignal, was durchaus über dem üblichen Wert von Flachbildschirmen liegt. Selbst Tests des Vorgängers bescheinigen dem UltraSharp 2407WFP-HC nur etwa einen Inputlag von halbem Ausmaße. Der ebenfalls so getestete Samsung SyncMaster 226BW verzögert gar nur um maximal 2 ms. Aus diesem Grunde ist auf dem oberen Bild auch der Samsung-TFT als Vergleich zum Dell-Monitor herangezogen worden – der SyncMaster 226BW besitzt quasi keinen Inputlag. Zwei weitere Bilder zeigen, dass der Dell-Monitor durchaus auch geringer verzögern kann. Man sollte die 60 ms daher tatsächlich als Worst-Case-Szenario verstehen, keinesfalls als stets anzunehmende Verzögerung!

Überhaupt: Messungen können täuschen. Die klaren und absoluten Zahlen der Stoppuhr sind Momentaufnahmen. Nicht immer fällt überhaupt auf, dass der Dell-Monitor verzögert reagiert. Um eine konkretere Vorstellung davon zu bekommen, was es heißt, an einem Monitor mit Inputlag zu spielen, sollen die folgenden Videos den Vergleich zwischen dem Dell UltraSharp 2408WFP und dem Samsung SyncMaster 226BW anhand mehrerer Szenarios demonstrieren.

Bei den drei Videos handelt es sich um einen Vergleich mithilfe von Spielszenen. Eines soll die Unterschiede in der Wiedergabe – und damit die Verzögerung des Dell-Monitors – anhand des Rennspieles Trackmania zeigen. Ein weiterer Clip zeigt Spielszenen aus Unreal Tournament 3 und ein letzter die gleichzeitige Wiedergabe eines HD-Trailers.

Deutlich wird, dass nicht in jeder denkbaren Situation der Inputlag von Bedeutung ist. Speziell bei UT3 fällt er jedoch vor allem am Anfang des Videos auf, als sich der Spielcharakter vor dem Beginn des Matches umsieht. Das wiederum impliziert aber nicht unbedingt, dass der Inputlag selbst in diesem schnellen Shooter jeden potenziellen Käufer auch stört. In Trackmania und bei der Filmwiedergabe sind nur minimale Unterschiede auszumachen, die sich kaum nachteilig auf den Dell-Monitor auswirken. Gleiche Resultate lieferte auch Crysis sowie das Hack'n Slay Titan Quest, wobei diese beiden Spiele quasi keine deutliche Verzögerung zeigten und damit nicht in weiteren Videos angeführt werden müssen.

Filmtest

Ein 24-Zoll-Monitor bietet einen besonderen Reiz für Filmfreunde: Er stellt in der nativen Auflösung auch Full-HD-Material unkomprimiert dar. Man sollte also davon ausgehen, dass Bildschirme in dieser Größe nicht zuletzt auch wegen dieser Fähigkeit gekauft werden. Zudem bietet der Dell-Monitor genug Anschlüsse, um quasi alle Bildquellen eines Haushalts dort anzuschließen. Grund genug, die cineastischen Qualitäten des Dell UltraSharp 2408WFP zu überprüfen.

Dabei muss zuerst einmal festgestellt werden, dass die Qualität der Ausgabe natürlich vom Zuspieler, dem Quellmaterial und dem Übertragungsweg abhängen wird. Zudem stören etwaige Probleme nicht jeden. Der hier vermittelte Eindruck kann also nicht komplett sein und schon gar nicht die eigene Meinungsfindung ersetzen. Nichtsdestotrotz ergibt sich bereits beim ersten Test – der Wiedergabe eines Full-HD-Trailers via DVI-Eingang – ein sehr positiver Eindruck. Die Farben wirken sehr kräftig, die Bewegungen flüssig und es sind quasi keine Schlieren erkennbar. Aufgrund des festgestellten Inputlags könnte man erwarten, bei genauer Betrachtung eine Lippenasynchronität festzustellen. Dies gelingt jedoch bei dem getesteten Material nicht.

gute und flüssige Darstellung bei der Filmwiedergabe
Bei den Reflexionen auf dem Bild handelt es sich nicht
um ein Backlight-Bleeding des Bildschirms!

Da der HD-Trailer erwartungsgemäß auf einem Full-HD-fähigen Gerät gut aussieht, steht nun auch noch ein Blick auf geringer aufgelöstes Material an, das zudem von einem DVD-Player per S-Video-Verbindung zugespielt wird. Herbei gibt sich der Dell UltraSharp 2408WFP auch keine Blöße und stellt das Bild in kräftigen Farben schlierenfrei und ohne Ruckler dar. Durch das Quellmaterial bedingt, fallen auf dem hochauflösenden Bildschirm bei normaler PC-Monitordistanz Artefakte auf, die bei größerem Abstand jedoch nicht mehr stören. Eine qualitativ beschränkte Quelle – und das ist die DVD ohne Upscaler auf einem Full-HD-Panel – kann eben nicht viel besser gemacht werden, als sie ist.

House of the flying Daggers per S-Video-Zuspieler

Alles in allem kann der Dell-Monitor durchaus als filmtauglich bezeichnet werden. Vielmehr noch prädestiniert der gesunde Mix aus großer Bildfläche und hoher Auflösung bei gleichzeitig umfangreicher Anschlussvielfalt das Display geradezu für dieses Einsatzgebiet.

Fazit

Der Dell UltraSharp 2408WFP setzt sich hohe Ziele. Auf der technischen Seite bietet er einen Ansatz für jedes erdenkliche Einsatzgebiet – von der Fotobearbeitung über das Multimediatalent bis hin zum Spielemonitor. Eine Umsetzung der Ansprüche gelingt jedoch nicht in jedem Bereich. Während die Fotoqualitäten – leider erst nach Kalibrierung – noch recht gut sind, Farben, Kontrast und Blickwinkel den semiprofessionellen Fotografen also durchaus entzücken können, kommt spätestens bei Spielern eine anders gerichtete Bewegung ins Spiel. Der Inputlag nämlich scheidet hier die Geister.

Dabei ist die Verzögerung kein KO-Kriterium für den Bildschirm. Sie wird mitnichten von allen Anwendern wahrgenommen, je nach Gewohnheit und bevorzugter Anwendung ist es aber der Punkt, der vor allem den regelmäßigen Spielspaß trübt. Bis zu 60 ms sind in einem schnellen Egoshooter viel Zeit; in einem Strategie- oder Rollenspiel fällt es hingegen fast gar nicht auf. Ein Rennspiel ist mit dem Inputlag ebenfalls noch spielbar; wer jedoch schon unter Windows eine Zähigkeit bei der Steuerung feststellt, der wird auf Dauer mit dem Dell-Monitor nicht froh.

Dell UltraSharp 2408WFP

Das allerdings ist sehr schade, denn die meisten anderen Qualitäten sprechen durchaus für das Display, vor allem in Hinblick auf den Preis. Eine derartige Anschlussvielfalt gepaart mit exzellenter Bedienbarkeit sucht man in der Preis- und Größenklasse beinahe vergeblich. Das Design ist gefällig, das Bild stimmt und der Monitor scheitert nicht einmal an der Reaktionszeit. Er wäre eine umwerfende Empfehlung an diejenigen, die gerne alles in einer soliden Qualität hätten. Er ist eine umwerfende Empfehlung, wenn – und leider nur wenn – jeder potenzielle Kunde mit dem Bildschirm gearbeitet und die Problematik des Inputlags selbst erfahren und für sich als nichtig ausgemacht hat.

Besserung sollte Dell allerdings auch bei der Vorkonfiguration des Bildschirms geloben. Der Dell-Monitor ist ab Werk viel zu hell eingestellt und überzeichnet einige Farbtöne. Das Bild sieht dadurch zwar sehr satt aus, kommt der Realität jedoch bereits subjektiv nicht besonders nahe. Es wäre ein leichtes, ein entsprechendes korrektes Profil im Monitor zu hinterlegen. Davon gibt es immerhin einige, keines davon genügt jedoch einer natürlichen Darstellung. Ohnehin ist die Ernsthaftigkeit der Profile fraglich: Das als sRGB ausgewiesene Profil wird dem Standard nicht annähernd gerecht. Hier täte mehr Qualität statt Quantität gut.

Leider nicht perfekt sind auch die Farbverläufe, die ein leichtes Banding zeigen, und die Hintergrundbeleuchtung des Displays. Zum einen zeigen sich bei genauer Betrachtung leichte Lichthöfe, zum anderen fällt die Luminanz am Bildschirmrand teilweise deutlich ab, was der Ausleuchtung schadet. Subjektiv ergibt sich in beiden Fällen dennoch ein sehr gutes Bild, insbesondere beim Schwarzwert. Einmal entdeckt, fallen die beschriebenen Schwächen dennoch mit bloßem (kritischen) Auge auf.

Kurzum: Eine allgemeingültige Empfehlung kann bei der aktuellen Leistung nicht ausgesprochen werden. Der Monitor ist jedoch auch zu gut, um davon abzuraten. Dell will in einer neueren Revisionen jedoch Verbesserungen einpflegen [2], die vor allem den Inputlag betreffen und minimieren sollen. Die neue Revision könnte also auch die letzten Makel von der Fassade des UltraSharp 2408WFP polieren. Bis dahin bringt der Dell-Monitor das Zeug zum Alleskönner mit; er steht zudem in der Tradition guter Monitore. Tradition scheint es aber leider auch zu sein, die technischen Rahmenbedingungen erst durch neue Revisionen auszuschöpfen.

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Da der hiesige Bericht eine Art Neustart der Monitortests auf ComputerBase ist, dient das Lesezeichen weniger der Verlinkung älterer Artikel – wie sonst üblich. Vielmehr soll an dieser Stelle auf Leserartikel verwiesen werden, die sich ebenfalls engagiert mit dem Dell UltraSharp 2408WFP beschäftigen.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/downloads/software/benchmarks/videobeispiele_inputlag/
  2. http://www.computerbase.de/news/hardware/monitore_displays/2008/juni/dell_ultrasharp_2408wfp_firmware/
  3. http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=415636
  4. http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=396500
  5. http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=396051
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