Einleitung
Über den LG L227WTP ist eigentlich alles in wenigen Worten gesagt: Er ist einer der Monitore, die bei einer Bildschirmdiagonale von 22" auf ein schnelles TN-Panel vertrauen und sich damit an Spieler richten sollen. Der Bildschirm protzt dabei nicht durch sonderlich viele oder gar exotische Ein- und Ausgänge und er verzichtet auch darauf, durch ein extravagantes Design aufzufallen. Dass er sich in der typischen 200-Euro-Preisklasse [1] einsortiert, verwundert da nicht.
Dies alles wäre völlig ausreichend, wäre da nicht die Tatsache, dass der 22"-Monitor auf ein Wide-Color-Gamut setzt und damit mehr Farben darstellen kann als die meisten Geräte seiner Klasse. Und als wäre auch das nicht genug, gehörte der Vorgänger des LG L227WTP – der LG L227WT – in der Tat zur gehobenen Riege der Gamer-Monitore. Führt LG damit vielleicht doch mehr als simple Einheitskost im eigenen Portfolio?
Ausstattung
Technische Daten
Der LG Flatron L227WTP setzt auf ein günstiges, schnelles, aber auch blickwinkelkritisches TN-Panel. Dies ist in der Preisklasse des Monitors (rund 200 Euro) [2] üblich, ebenso wie der Verzicht an mehr als zwei Eingängen und jedwede Ergonomiefunktion ausgenommen der Neig- und Drehbarkeit. Im Vergleich mit anderen bereits von ComputerBase getesteten Bildschirmen zieht er damit auf dem Papier den Kürzeren, er ist jedoch auch um ein Vielfaches günstiger als so mancher Testvorgänger.
| LG Flatron L227WTP | NEC Multisync 24WMGX³ | Dell UltraSharp2408WFP | Lenovo L220x | |
|---|---|---|---|---|
| Display-Größe | 22 Zoll | 24 Zoll | 24 Zoll | 22 Zoll |
| Paneltyp | TN | A-MVA | S-PVA | S-PVA |
| Auflösung (nativ) | 1.680 x 1.050 Pixel | 1.920 x 1.200Pixel | 1.920 x 1.200 Pixel | 1.920 x 1.200 Pixel |
| Blickwinkel | 170° (horizontal) 170° (vertikal) |
178° (horizontal) 178° (vertikal) |
178° (horizontal) 178° (vertikal) |
178° (horizontal) 178° (vertikal) |
| Kontrastverhältnis | 1.000:1 (statisch) 30.000:1 (dynamisch) |
1.000:1 (statisch) 2.000:1 (dynamisch) |
1.300:1 (statisch) 3.000:1 (dynamisch) |
1.200:1 (statisch) |
| maximale Helligkeit | 300 cd/m² | 500 cd/m² | 400 cd/m² | 325 cd/m² |
| Reaktionszeit (Grey-to-Grey) |
2 Millisekunden | 6 Millisekunden | 6 Millisekunden | 6 Millisekunden |
| Ergonomie | neigbar | um je 45° schwenkbar höhenverstellbar neigbar |
um je 45° schwenkbar höhenverstellbar neigbar |
um je 45° schwenkbar höhenverstellbar neigbar |
| Besondere Eigenschaften | erweiterter Farbraum | Fernbedienung Bild-in-Bild-Funktion optischer Audio-Ausgang Kopfhörerausgang |
Pivotfunktion Bild-in-Bild-Funktion 4x USB-Anschlüsse 9-in-2-Kartenleser |
4x USB-Anschlüsse |
| Anschlussmöglichkeiten | 1x DVI 1x VGA |
2x HDMI 1x DVI 1x VGA 1x Composite-Video 1x S-Video 1x Component-Video 1x 3,5-mm-Klinkeneingang 1x 3,5-mm-Klinkenausgang 1x optischer Audioausgang |
1x DisplayPort 1x HDMI 2x DVI 1x VGA 1x Composite-Video 1x S-Video 1x Component-Video |
1x DVI 1x VGA |
Optik und Mechanik
LGs L227WTP wurde zur Gänze mit schwarzem Klavierlack überzogen. Der Monitor setzt auf einen vergleichsweise dünnen Rahmen sowie ein insgesamt schlichtes, aber elegantes Design. Hierzu zählen etwa die omnipräsenten Rundungen des Monitors, die das Gerät allerdings nicht überzeichnen, sowie der Einschaltknopf, der als einziges Steuerelement auf der Vorderseite sichtbar ist. Die weiteren Bedienelemente befinden sich auf der Unterseite des Rahmens und wurden so beschriftet, dass man sie von vorne ablesen kann.









Der Standfuß selbst ist fest mit dem Monitor verbunden, kann aber auf einem Drehteller selbst gedreht werden, sodass der LG-Monitor komplett schwenkbar ist. Auf eine Höhenverstellbarkeit wurde ebenso verzichtet wie auf den Pivot-Modus. Dafür ist der Monitor vergleichsweise weit nach hinten neigbar. Aufgrund der preislichen Platzierung kommen lediglich ein VGA- sowie ein DVI-Eingang zum Einsatz. Ein moderner HDMI-Anschluss wäre sicherlich wünschenswert gewesen, sein Fernbleiben ist aber durchaus vertretbar, handelt es sich beim LG L227WTP doch primär um einen Spielermonitor und nur sekundär – wenn überhaupt – um ein Multimediagerät. HDCP-geschütztes Filmmaterial kann auch über den DVI-Eingang zugespielt werden.




Auf der Rückseite des Standfußes befindet sich ein Kabelkanal, der die Anschlusskabel vom Steckplatz bis zum Fuß selbst versteckt. Vielmehr als das ovale Standbein sowie die Lüftungsschlitze des LG L227WTP sieht man daher auch nicht, wenn man sich den Monitor von hinten ansieht. Das Gerät wirkt damit rundum elegant, wenngleich im Detail keine Besonderheiten zu finden sind.



Insgesamt hinterlässt der Bildschirm einen tadellosen Eindruck. Er fügt sich unscheinbar, aber durchaus chic in so ziemlich jedes Ambiente ein, so man denn mit dem umfassenden Einsatz von Klavierlack zurecht kommt. Besonderheiten sind dem Monitor hingegen nicht eigen, was bereits bei Ergonomiefunktionen oder umfangreichen Anschlüssen zu sehen ist.
Bildqualität
Die Messung, Kalibrierung und Profilierung des Monitors erfolgt mit dem Colorimeter DTP94 von Quato sowie der Profilierungssoftware iColor Display 3.5. Die Zielvorgaben für Konfiguration lehnen sich an dem sRGB-Farbraum an, der eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin und einen Gamma-Wert von rund 2,2 fordert. Die Helligkeit sollte bei einem LCD in normal beleuchteter Umgebung bei 140 cd/m² liegen, kann je nach Umgebungslicht aber auch darüber oder darunter ideal sein. Für die hiesigen Tests wurde dieser Wert jedoch als Maßstab genutzt. Der Schwarzpunkt liegt idealerweise bei 0,0 cd/m², also keiner messbaren Helligkeit.
Werkseinstellungen
In der Werkseinstellung, in der der LG L227WTP laut Onscreen-Display auf eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin eingestellt ist, verfehlt der Monitor dieses Ziel deutlich. Mit etwas über 6000 Kelvin fällt das Bild zu warm aus. Auch die Helligkeit dürfte mit 282 cd/m² zu hell für die allermeisten Arbeitsumgebungen ausfallen. Das wirkt sich auch auf den verbesserungswürdigen Schwarzpunkt aus, der bei gemessenen 0,32 cd/m² liegt. Es ergibt sich allerdings ein durchaus ansehnliches Kontrastverhältnis von 881:1 ab Werk. Der Gamma-Wert sollte ebenfalls dem Zielwert angenähert werden.
| Werkseinstellungen | sRGB-Standard | |
|---|---|---|
| Weißpunkt in Kelvin | 6028 | 6500 |
| Schwarzpunkt in Kelvin | 0,32 | 0,0 |
| Helligkeit in cd/m² | 282 | 140 |
| Kontrastverhältnis | 881:1 | maximal |
| Gamma-Wert (durchschnittlich) | 1,97 | rund 2,2 |
Eine Messung der Farbabweichungen der Grautöne sowie der Primär- und Sekundärfarben fällt hingegen vergleichsweise positiv aus. Große Abweichungen ergeben sich demnach nur im mittleren Grautonbereich. Durchschnittlich liegt die deltaE-94-Abweichung bei 1,6, was durchaus gut ist. Ein Wert von 1 ist mit dem Auge gerade noch sichtbar, eine größere Abweichung ist entsprechend schlechter wobei selbst ein deltaE von 3 noch von vielen Menschen als korrekt empfunden wird.
Alles in allem lässt die erste Messung erhoffen, dass eine ziemlich gute Übereinkunft mit den sRGB-Vorgaben erzielt werden kann.
sRGB-Voreinstellungen
Der LG L227WTP verfügt über einen speziellen sRGB-Modus im OSD, der natürlich ebenfalls durch gemessen wurde, da die größtmögliche Übereinstimmung mit eben diesem Farbraum das Ziel der Kalibrierung ist. Zu erwarten ist idealerweise eine korrektere Farbtemperatur, ein höherer Gamma-Wert sowie eine im Vergleich zur Standardeinstellung verringerte Helligkeit. Beinahe all' das wird tatsächlich auch erreicht, es ergeben sich jedoch auch einige böse Überraschungen.
| sRGB-Modus | sRGB-Standard | |
|---|---|---|
| Weißpunkt in Kelvin | 6122 | 6500 |
| Schwarzpunkt in Kelvin | 0,21 | 0,0 |
| Helligkeit in cd/m² | 178 | 140 |
| Kontrastverhältnis | 847:1 | maximal |
| Gamma-Wert (durchschnittlich) | 1,82 | rund 2,2 |
Positiv fällt auf, dass die Helligkeit deutlich reduziert wurde und die Farbtemperatur dem anvisierten Weißpunkt nähergerückt ist. Auch der Schwarzpunkt wurde reduziert, weshalb das Kontrastverhältnis weiterhin bei guten 847:1 liegt. Reduziert statt erhöht wurde allerdings auch der Gamma-Wert, doch das ist nicht das größte Problem des Modus', wie die Messung der Farbabweichungen im Folgenden zeigt:
So hat sich der durchschnittliche deltaE-Wert dramatisch erhöht. Er liegt mit 6,4 selbst im Schnitt im deutlich sichtbaren Bereich. Speziell Gelb-, Grün- und Blautöne weichen besonders deutlich von den Zielfarbwerten ab und können keinesfalls mehr als farbecht bezeichnet werden. Der sRGB-Modus ist damit schlechter für die Darstellung des sRGB-Farbraums geeignet als die Werkseinstellung des Monitors – von der Helligkeit einmal abgesehen.
Kalibrierung
Nach der negativen Überraschung bei der Darstellung im dedizierten sRGB-Modus erscheint die manuelle Kalibrierung besonders interessant. Hauptziel ist es, die Farbabweichungen zu reduzieren sowie Helligkeit, Farbtemperatur und Gamma-Wert den Zielwerten anzunähern. Gerne mitgenommen werden dabei auch ein geringerer Schwarzpunkt sowie ein im Zuge dessen verbessertes Kontrastverhältnis. Viele dieser Vorgaben konnten tatsächlich erfüllt werden, wie die folgende Vergleichstabelle zeigt:
| nach Kalibrierung erreicht | sRGB-Standard | |
|---|---|---|
| Weißpunkt in Kelvin | 6428 | 6500 |
| Schwarzpunkt in Kelvin | 0,17 | 0,0 |
| Helligkeit in cd/m² | 138 | 140 |
| Kontrastverhältnis | 811:1 | maximal |
| Gamma-Wert (durchschnittlich) | 2,16 | rund 2,2 |
Die Werte verdeutlichen es: Der LG L227WTP kann sehr erfolgreich so kalibriert werden, dass die Zielvorgaben des sRGB-Modus nur mit geringer Abweichung erreicht werden. So kann sowohl die Farbtemperatur mit einer Abweichung von einem sowie die gewünschte Helligkeit mit einer Abweichung von zwei Prozent erreicht werden (wobei speziell die Luminanz nicht konstant ist und um einen gewissen Wert osziliert). Auch der Gamma-Wert entspricht weitgehend den Wünschen. Der Schwarzpunkt sinkt entsprechend den Erwartungen – die gesamte Helligkeit des Bildschirms wurde reduziert – ebenfalls etwas ab. Im Vergleich zu den Werkseinstellungen sowie dem sRGB-Modus sinkt jedoch das Kontrastverhältnis auf 811:1. Dieser Wert ist immer noch gut und sollte angesichts der besseren Annäherung an den sRGB-Farbraum hingenommen werden.
Gleichwohl positiv sticht die neuerliche Messung der deltaE-Abweichungen hervor. Die maximale Farbabweichung beträgt 1,2 im Dunkelgrau- sowie Blaubereich und ist damit sehr gut und quasi nicht sichtbar. Im Schnitt beträgt die geometrische Farbabweichung bei Grautönen sowie den Primär- und Sekundärfarben nur 0,6. Damit ist der Monitor auch für farbkritische Aufgaben geeignet!
Ein abschließender Vergleich der im ICC-Profil der Grafikkarte vorgenommenen Änderungen in den jeweiligen Einstellungen (Werkseinstellung, sRGB-Modus, nach Kalibrierung) verdeutlicht die erreichte Verbesserung noch einmal: Ein Verlauf der RGB-Farbkorrekturkurven entlang der 45°-Achse ist optimal, wird aber ab Werk ebenso wie im sRGB-Modus deutlich verfehlt. Nach erfolgreicher Kalibrierung sind hier kaum noch Änderungen durch die Grafikkarte vorzunehmen.



Interpolation
Der LG L227WTP liefert eine durchaus solide Leistung bei der Interpolation auf Vollbild ab. Je stärker die Auflösung dabei von der nativen Auflösung (1.680 x 1.050 Pixel) abweicht, desto schärfer wird die Darstellung. Auflösungen knapp unterhalb der nativen Auflösung wirken vergleichsweise unscharf, das aber nur im Vergleich zur ansonsten sehr guten Interpolation. Lesbar ist Text stets, was vor allem daran liegt, dass die Darstellung nie ausgewaschen aussieht. Der Schärfeverlust bei der Interpolation lässt sich zudem über die dedizierte Schärferegelung im OSD recht gut – aber nicht perfekt – ausgleichen.






Neben der Möglichkeit, auf Vollbild zu interpolieren, bietet LG auch eine seitengerechte Interpolation an. Hierbei werden 5:4- oder 4:3-Inhalte nicht auf die komplette Breite des Bildschirms gestreckt, sondern zentriert und mit dem korrekten Seitenverhältnis dargestellt. Eine Besonderheit stellt die Auflösung von 1.280 x 1.024 Pixel dar, die nicht interpoliert sondern pixelgenau dargestellt wird. Alle weiteren 5:4- oder 4:3-Auflösungen werden hingegen auf die volle Bildschirmhöhe gestreckt und entsprechend interpoliert. Das Ergebnis ist auch hier durchaus gut.


Blickwinkel und Helligkeit
Subjektiv ist die Helligkeitsverteilung auf dem LG-Monitor gut. Messtechnisch ergeben sich die bekannten Schwächen, die sich in einem Helligkeitsabfall an den Rändern und in den Ecken äußern. Im Fall des LG L227WTP wies unser Testgerät einen deutlichen Helligkeitsverlust von bis zu 25 cd/m² in der linken unteren Ecke auf. Hinzu kommt ein mäßiger Verlust an Luminanz am unteren und linken Bildschirmrand. Speziell das obere rechte Drittel des Monitors ist aber sehr gleichmäßig ausgeleuchtet, womit das durchschnittliche Ergebnis durchaus gut ist.
Helligkeitsverteilung des LG L227WTP. Als Zielwert wurden 140 cd/m² im Zentrum des Monitors konfiguriert.
Jede Abweichung davon ist unerwünscht, in Maßen aber nicht auszusehen.
Ein deutlicher Helligkeitsabfall ergibt sich am unteren und linken Rand sowie an der entsprechenden Ecke.
Die Blickwinkel sind gemeinhin nicht die Stärke von Monitoren mit TN-Panel. Der LG L227WTP verrichtet unter dieser Prämisse aber eine durchaus zufriedenstellende Arbeit. Bei seitlicher Betrachtung ergibt sich „lediglich“ eine Aufhellung sowie ein Kontrastabfall; Farbverfälschungen halten sich hingegen im Rahmen. Lediglich Blau säuft etwas ins Grünliche ab. Der Eindruck, der sich ergibt, liegt bei horizontaler Betrachtung aber durchaus über den Erwartungen.
Ansicht der Blickwinkel auf dem LG L227WTP. Die Farbdarstellung des zentralen Bildes sollte auch von der Seite
und bei vertikaler Abweichung beibehalten werden. Der LG-Monitor verrichtet dabei in der Horizontalen gute Dienste.
Von oben und unten betrachtet verfärbt der LG-Monitor deutlicher. Bei einer Untersuchung von oben fallen primär die kontrastarmen Lila-Töne, die stark untersättigt dargestellt werden, sowie das zu knallige Grün, das die dargestellten Tropfen umrandet, auf. Bei einem Blick von unten ergibt sich hingegen der Eindruck, teilweise das Negativ des dargestellten Bildes zu betrachten. Blautöne versaufen in einem grau-braunen Matsch, wohingegen Grün und Rot noch erkennbar bleiben.
Der Gesamteindruck bleibt damit aber – in Anbetracht anderer Bildschirme mit TN-Panel – noch positiv. Wunder sollte man von den Blickwinkeln nicht erwarten, bis auf die Betrachtung von unten ist das Ergebnis aber brauchbar.
Alltagstest
Onscreen-Display
Das Onscreen-Display des LG W227WTP fällt spartanisch aus und bietet lediglich bekannte Basisfunktionen wie die Möglichkeit, Helligkeit, Gamma und Kontrast zu regulieren sowie die Intensität einzelner Farbkanäle zu verändern. Einzig oberhalb dieser Standardfunktionen sind die Direktwahl der Farbtemperatur – inklusive dediziertem sRGB-Modus – sowie die f-Engine angesiedelt. LGs f-Engine-Technologie passt dabei Sättigung, Kontrast und Helligkeit dem eingestellten Modus (Normal, Benutzerdefiniert, Text oder Film) an – bietet also im Wesentlichen bekannte Features unter eigenem Namen.






Auf dem letzten Screenshot ist das Feature zu sehen, das eine seitengerechte Interpolation erlaubt. Auch Bildinhalte, die nicht dem 16:10-Format entsprechen, können so korrekt (teilweise aber weiterhin interpoliert) dargestellt werden. Zwar erlaubt die Einstellung nur eine Umstellung zwischen der Interpolation auf Vollbild (bei dem gegebenenfalls auch in die Breite gestreckt wird) und 4:3, tatsächlich werden aber auch 5:4-Inhalte mit dem korrekten Seitenverhältnis dargestellt.
Reaktionszeit und Inputlag
TN-Panel werden primär aus zwei Gründen verbaut: Sie sind schnell und sie sind günstig. Beides setzt LG mit dem L227WTP sehr gut um. So zeigt sich bei einem Vergleich des Flachmanns mit dem Samsung SyncMaster 226BW, der quasi keinen Inputlag aufweist, dass LGs 22"-TFT in der Regel ebenso wenig verzögert. Mitunter zeigt sich jedoch ein Lag von bis zu 30 Millisekunden – diesen Wert muss man in einer Fotostrecke von mehr als 100 Bildern aber durchaus suchen. Auch rund 20 Millisekunden Differenz zwischen den Bildschirmen können beobachtet werden – die Regel ist das aber nicht. Der Inputlag liegt im Schnitt bei deutlich unter 10 Millisekunden und in über der Hälfte der Fälle bei 0, ist also als sehr gut zu bezeichnen.




Messung des Inputlags mithilfe des Samsung SyncMaster 226BW (links).
Idealerweise sollte die Stoppuhr auf beiden Bildschirmen synchron laufen.
Gleiches gilt für das Reaktionsverhalten. Der Monitor schliert nicht und zeigt aus der üblichen Entfernung quasi kein Ghosting oder Corona-Effekte. Letztere kann man erahnen, wenn man Bewegungen mit der Nase auf der Mattscheibe verfolgt. Hieran dürften sich aber wirklich nur ganz empfindliche Naturen stören, spieletauglich ist der Monitor jedenfalls zu über 99 Prozent.
Stromverbrauch
Der Stromverbrauch wird bei heutigen Geräten immer wichtiger. Sowohl im Betrieb als auch im Standby-Modus sollten die Geräte möglichst wenig Leistung aus der Leitung ziehen, um sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel zu schonen.
Der LG L227WTP verbraucht dabei im Betrieb etwa 34 Watt (bei maximaler Helligkeit) und im Ruhemodus unter 1,5 Watt. Eine genaue Messung im Standby-Modus ist mit dem verwendeten Voltcraft Energy Check 3000 nicht möglich, da dieses bei unter 1,5 Watt keine genauen Messdaten mehr zur Verfügung stellt. Das Display des Strommessgerätes zeigt daher beim LG-Monitor einen Standby-Verbrauch von 0,0 Watt an.
Fazit
Der LG L227WTP besitzt einen ganz eigenen Charme, der schwer in konkrete Worte zu fassen ist. Auf der einen Seite handelt es sich um durchaus bekannte Kost: Der 22"-Bildschirm bietet weder eine hohe Auflösung – wie so viele aktuell aus dem Boden schießende Konkurrenten mit Full-HD-Auflösung – noch übermäßig viele Eingänge oder ein Ass, das ihn jeden seiner Gegenspieler ausstechen ließe. Auf der anderen Seite leistet sich das Gerät aber auch keine bedeutenden Macken. Das Panel ist schnell und produziert dabei weder Schlieren noch Nachteile, die sich aus der Overdrive-Technik ergeben könnten – etwa Ghosting oder Koronaeffekte. Darüber hinaus gefällt auch die Darstellungsqualität, was überraschenderweise auch an dem Wide-Color-Gamut liegt. Der erweiterte Farbraum sorgt genau für jene Knackigkeit in der Farbdarstellung, die einigen anderen Geräten mit TN-Panel fehlt. Natürlich wird der LG L227WTP dadurch noch nicht zum Foto-Profi, kalibriert genügt er in weiten Teilen jedoch auch für Hobbyfotografen.
Das größte Manko des Bildschirms ist eigentlich ein recht kleines und es ist zudem allen vergleichbaren Bildschirmen eigen: Die Blickwinkel. Sie sind nicht perfekt, aber auf der anderen Seite stabil genug, um Kontrast, Helligkeit und Farben am Bildschirmrand nicht sichtbar abfallen zu lassen. Darüber hinaus ist aber auch die Betrachtung von der Seite möglich, ohne sich gleich in die mystischen Sphären der Farbpalletendeutung vorwagen zu müssen. Von oben oder unten betrachtet leistet sich der Monitor zwar etwas mehr Farbausreißer, diese Art der versetzten Betrachtung ist aber unüblicher als eine seitliche Draufsicht auf den Monitor und damit insgesamt verschmerzbar.
Richtig störend wirkt dann auch nicht, dass nur die bekannte Kost an Bildeingängen geboten wird: Ein DVI- und ein VGA-Eingang genügen, selbst für die Zuspielung von HDCP-geschütztem Bildmaterial. Ein HDMI-Eingang wäre angesichts der Tatsache, dass der Monitor nicht über eingebaute Lautsprecher verfügt, wohl auch überflüssig. Durchaus angebracht wären hingegen etwa Möglichkeiten, um den Monitor in der Höhe zu verstellen oder in den Pivot-Modus zu drehen. Diese Tugend ist aber auch bei der Konkurrenz noch nicht übermäßig weit verbreitet und der Verzicht in dieser Preisklasse verschmerzbar.
Was insgesamt bleibt, ist ein optisch gefälliger und ohne großen Tadel arbeitender Bildschirm, der durchaus empfehlenswert ist. Der LG L227WTP setzt genau das um, was er verspricht – nicht mehr und nicht weniger.
Tagesaktuelle Preise und Verfügbarkeit
- LG L227WTP [3]











