Einleitung
Der LG M2794D folgt einem Trend, der nur logisch erscheint und daher eigentlich zu mehr Geräten seiner Art führen sollte: Er vereint Wohnzimmerfunktionalität mit den Eigenschaften herkömmlicher PC-Bildschirme. Das heißt konkret, dass er die für die PC-Nutzung obligatorischen Anschlüsse mitbringt, auf eine Auflösung setzt, mit der man auch arbeiten kann – wenngleich sich die meisten heutigen Full-HD-Fernseher auch für den Einsatz am PC empfehlen – und dabei sowohl im Wohnraum wie auch im Arbeitszimmer nicht deplatziert wirkt. Nicht nur Film- sondern auch Grafikfreunde könnte das Wide-Color-Gamut-Display des 27"-Monitors erfreuen, das eine höhere Farbraumabdeckung als gewöhnliche Bildschirme bietet. Zum Einsatz kommt ferner ein reaktionsschnelles TN-Panel, das auch Spieler zufriedenstellen könnte, allerdings Einbußen in der Bildqualität erwarten lässt.
Ein Gerät, das so viel können will, könnte letztendlich aber auch am eigenen Anspruch scheitern. Nicht Fernseher und nicht Monitor, was bliebe da noch, wenn LGs 27"-TFT weder im einen noch im anderen Metier wirklich überzeugt? Die folgenden Seiten sollen genau diese Fragen klären.
Ausstattung
Technische Daten
LGs M2794D ist vergleichsweise umfangreich bestückt, was vor allem daran liegt, dass man nicht nur typische PC-Konnektivität bietet, sondern auch im Wohnzimmer nicht deplatziert wirken will. Die Früchte dieses Anspruchs sind vor allem die zahlreichen Video-Eingänge sowie der Hybrid-Tuner. Nicht gänzlich auf den Einsatz im Wohnzimmer zurückzuführen ist die Auflösung, die mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten für einen 27"-TV zwar nicht unüblich hoch ausfällt, aber eher den hybriden Wurzeln des TV-Monitor-Segments geschuldet ist. Mit dieser Auflösung lässt es sich nämlich auch am Schreibtisch noch sehr komfortabel arbeiten, was bei HD-ready-Fernsehgeräten nicht unbedingt der Fall wäre.
| LG M2794D | NEC 24WMGX³ | Dell UltraSharp 2408WFP |
|
|---|---|---|---|
| Display-Größe | 27 Zoll | 24 Zoll | 24 Zoll |
| Paneltyp | TN | A-MVA | S-PVA |
| Auflösung (nativ) | 1.920 x 1.080 | 1.920 x 1.200 Pixel | 1.920 x 1.200 Pixel |
| Blickwinkel | 170° (horizontal) 170° (vertikal) |
178° (horizontal) 178° (vertikal) |
178° (horizontal) 178° (vertikal) |
| Kontrastverhältnis | 1.000:1 (statisch) 20.000:1 (dynamisch) |
1.000:1 (statisch) 2.000:1 (dynamisch) |
1.300:1 (statisch) 3.000:1 (dynamisch) |
| maximale Helligkeit | 400 cd/m² | 500 cd/m² | 400 cd/m² |
| Reaktionszeit (Grau zu Grau) |
5 Millisekunden | 6 Millisekunden | 6 Millisekunden |
| Anschlussmöglichkeiten | 2x HDMI 1x DVI 1x VGA 1x Component-Video 2x Scart 1x S-Video 1x Composite-Video 1x TV-Eingang (analog, DVB-T) 1x Cinch-Audio-Eingang 1x 3,5-mm-Klinkeneingang 1x optischer Audioausgang 1x Kopfhörerausgang |
2x HDMI 1x DVI 1x VGA 1x Composite-Video 1x S-Video 1x Component-Video 1x 3,5-mm-Klinkeneingang 1x 3,5-mm-Klinkenausgang 1x optischer Audioausgang |
1x DisplayPort 1x HDMI 2x DVI 1x VGA 1x Composite-Video 1x S-Video 1x Component-Video |
| Ergonomie | neigbar | um je 45° schwenkbar höhenverstellbar neigbar |
um je 45° schwenkbar höhenverstellbar neigbar |
| Besondere Eigenschaften | Fernbedienung Hybrid-TV-Tuner |
Fernbedienung Bild-in-Bild-Funktion optischer Audio-Ausgang Kopfhörerausgang |
Pivotfunktion Bild-in-Bild-Funktion 4x USB-Anschlüsse 9-in-2-Kartenleser |
Optik und Mechanik
Optisch erinnert der LG M2794D sehr stark an ein Fernsehgerät, was natürlich auch nicht verwundert. Das gesamte Gehäuse ist dabei entweder mit schwarzem Klavierlack überzogen – auch auf der Rückseite – oder besteht aus ebenfalls schwarz verspiegeltem Plexiglas. Das kann gefallen und wirkt ohne Zweifel weniger plastikhaft, ist aber mit quasi omnipräsentem Staub sowie sichtbaren Fingeräbdrücken auf der Geräteoberfläche verbunden. Fernsehtypisch ist der ovale Standfuß, der dem LG-TFT einen soliden Stand ermöglicht, allerdings nicht übermäßig stabil wirkt. Ebenfalls aus dem Bereich Wohnzimmer entstammen die Steuerelemente an der Seite des Bildschirms, die nicht nur für die Steuerung des Onscreen-Displays sowie der Wahl der Eingänge genutzt werden können, sondern auch die Lautstärke- sowie Programmumschaltung direkt am Gerät erlauben. Für alle Funktionen steht überdies eine Fernbedienung bereit, die sowohl für die TV- als auch die Monitorsteuerung zuständig ist.
Etwas mehr hätte sich der LG M2794D bei den PC-Monitoren abgucken können. So ist das Gerät zwar minimal nach hinten neigbar, kann jedoch nicht in der Höhe verstellt werden. Auch die Rahmenbreite ist zwar für einen Fernseher nicht unüblich, im PC-Betrieb mindern seitlich beinahe zwei Zentimeter aber die Nutzbarkeit in Multi-Monitor-Systemen. Zudem ist der LG-Monitor nur mittels eines Drehtellers, der in den Standfuß eingelassen ist, drehbar. Das klappt nicht wirklich gut, da der gesamte Standfuß mitgedreht wird und das Plastik teilweise auf der Tischoberfläche aufliegt und dort beim Drehen entlang schabt. Hier wäre eine vom Fuß entkoppelte Drehlösung besser gewesen. Auf einen Kartenleser oder USB-Ein- und Ausgänge wurde ebenfalls verzichtet – wer also wirklich alles erdenkbare mit dem LG-Monitor machen will, wird in dieser Hinsicht enttäuscht.











Auf der Rückseite des Bildschirms befinden sich keinerlei Montagevorrichtungen für eine Monitorhalterung, was nicht gerade einleuchtet, ist dies doch sowohl bei PC-Monitoren als auch bei Fernsehgeräten nicht unüblich. Dies hätte im Zweifelsfalle zudem die Möglichkeit eröffnet, die offensichtlich fehlenden ergonomischen Funktionen durch einen dedizierten Monitorarm oder eine Wandhalterung auszugleichen. Auch auf Kabelmanagement wird verzichtet. Für die richtige Temperatur sorgen breite Lüftungsschlitze an der Oberseite des Gerätes. Während des Betriebes bleibt der Monitor insgesamt recht kühl, einzig an diesen Schlitzen ist der Austritt von Wärme spürbar. Diesen direkt gegenüber befinden sich Öffnungen für die verbauten Lautsprecher, denen gegenüber konventionellen Monitoren eine höhere Bedeutung zukommt, da das Gerät auch als Fernseher eingesetzt werden kann. Sollten die internen Lautsprecher nicht genügen, kann der Ton analog (Kopfhörerausgang) oder digital (Toslink) ausgegeben werden.
Bildqualität
Die Messung, Kalibrierung und Profilierung des Monitors erfolgt mit dem Colorimeter i1 Display 2 von Pantone sowie der Profilierungssoftware Match 3.6.2. Die Zielvorgaben für Konfiguration lehnen sich an dem sRGB-Farbraum an, der eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin und einen Gamma-Wert von rund 2,2 fordert. Die Helligkeit sollte bei einem LCD in normal beleuchteter Umgebung bei 140 cd/m² liegen, kann je nach Umgebungslicht aber auch darüber oder darunter ideal sein. Für die hiesigen Tests wurde dieser Wert jedoch als Maßstab genutzt. Der Schwarzpunkt liegt idealerweise bei 0,0 cd/m², also keiner messbaren Helligkeit.
Werkseinstellungen
Der LG M2794D bietet mehrere Farbmodi, darunter ein Standard- sowie ein sRGB-Profil, bereits zur Vorauswahl. Bereits bei der Nutzung des Standardprofils ergibt sich ein recht ordentliches Ergebnis, da die anvisierte Farbtemperatur nur knapp verfehlt wird. Auch die Helligkeit fällt bei unserem Testgerät in der Grundeinstellung (50 Prozent) nicht übermäßig hell aus. Für eine ideale Betrachtung auch bei gemäßigtem Licht sind die gemessenen 190 cd/m² zwar zu viel, andere Geräte strahlen jedoch mit dem doppeltem Wert. Der Gamma-Wert wird leicht verfehlt, hier muss aber bedacht werden, dass die Profilierungssoftware nur einen gerundeten Wert ausgibt und der Abstand zum Gamma von 2.2 nicht exakt abgelesen werden kann. Gleiches gilt für den Schwarzpunkt, der nur recht großzügig als im Bereich um 0,3 cd/m² liegend ausgewiesen wird. Das ist allerdings recht ordentlich und lässt hoffen, dass nach erfolgter Kalibration noch etwas mehr – beziehungsweise weniger – drin ist.
Die Messung im sRGB-Profil entspricht erfreulicherweise ziemlich gut den anvisierten Werten, vor allem im Gamma-Bereich und bezüglich der Farbtemperatur. Diese wird nunmehr exakt getroffen (die Software rundet allerdings bei der Ausgabe auf 100er Kelvin-Werte, sodass auch hier Spiel vermutet werden muss). Die angestrebte Luminanz von 140 cd/m² wird unterschritten und dürfte für die meisten mit gut 93 cd/m² zu gering ausfallen. Da hier aber ohnehin nicht der ideale Wert vorgegeben werden kann – die optimale Luminanz des Bildschirms hängt auch von der Art und Intensität der Umgebungsbeleuchtung ab – kann man das Verfehlen dieser Vorgabe verschmerzen. Der Schwarzwert verbessert sich bei Nutzung des sRGB-Profils etwas und liegt nun bei guten 0,2 cd/m².
Sowohl im sRGB- als auch im Standard-Modus zeigen sich deutliche Abweichungen bei der Farbdarstellung, die im ICC-Profil, das die Kalibrationssoftware anlegt, korrigiert würden. Die größte Abweichungen zum sRGB-Farbraum liegen dabei bei Grün und Blau vor. Hier empfiehlt es sich, so farbkritische Anwendungen auf dem LG M2794D dargestellt werden sollen, in jedem Fall eine Kalibrierung und Profilierung vorzunehmen.
Kalibrierung
Mittels der Kalibrations- und Profilierungssoftware Match 3.6.2 und dem Colorimeter Eye One Display 2 wird der LG M2794D dem sRGB-Farbraum so dicht wie möglich angenähert. Dabei zeigt sich, dass die Farbabweichungen nicht gänzlich minimiert werden können. Vor allem der Grün- und Blau-Ausschlag lässt sich jedoch eingrenzen. Farbtemperatur, Gamma-Wert sowie Helligkeit und Schwarzpunkt lassen sich insgesamt recht gut erreichen. Vor allem die Korrekturkurven im ICC-Profil fallen nach der Kalibration wesentlich glatter und entlang der idealen 45°-Achse aus.
Messung nach Kalibration. Es müssen deutlich weniger Abweichungen im ICC-Profil korrigiert werden.
Zielfarbtemperatur, Gamma-Wert und Helligkeit werden (annähernd) erreicht.
Eine nachträgliche Messung der Farbabweichungen im Lab-System (Abweichungen hinsichtlich Luminanz sowie a- und b-Koordinate im Farbkreis vom Zielfarbwert) offenbart jedoch weiterhin deutliche Schwächen bei der Farbwiedergabe: So ergibt sich nach deltaE2000-Berechnung eine maximale Abweichung von der Zielfarbe von über 6 dE im Rot-Bereich. Dieser Wert ist deutlich wahrnehmbar und hat nicht mehr viel mit dem Zielfarbwert gemein. Im Grün- sowie Blau-Bereich ergeben sich auch nach Kalibration und Profilierung noch dE-Werte von etwa drei, was vertretbar, für farbkritische Anwendungen aber kaum mehr verwendbar ist. Insgesamt ergibt sich eine durchschnittliche dE2000-Abweichung von 2,61, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass Graustufen mit relativ geringer Abweichung vom Zielwert dargestellt werden.
Zu sehen sind die maximalen dE-Abweichungen von den Zielfarben (rechte Tabellenspalte, absteigend sortiert).
Ein deltaE-Wert von 1 und weniger gilt als sehr gut.
Dies schafft der LG M2794D einzig in einigen Graustufen.
Ideal wäre ein delta E von 0 – also keine Abweichung der Ist-Farbe von der Zielvorgabe. Bis zu einem Wert von 1 gilt die Abweichung als nicht wahrnehmbar, wobei ein delta E von 1 als mit geschultem Auge erkennbare Abweichung interpretiert wird. Je nach Anwendungsgebiet sind delta E von drei vertretbar, vor allem im Heimeinsatz zwischen Arbeitsplatz und Wohnzimmer, wo der M2794D ganz klar hingehört. Weshalb der LG-Monitor aber unbedingt einen erweiterten Farbraum spendiert bekam, wenn er doch kaum den „Basisfarbraum“ sRGB adäquat wiedergeben kann, wird nicht ganz klar. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass die knalligeren Farben, die sich bei ungenügender Kalibration und nicht farbmanagementfähiger Software ergeben, über den Einsatz eines vergleichsweise farbschwachen TN-Panels hinwegtäuschen sollten.
Interpolation
Die Interpolation gelingt dem LG M2794D recht gut. Wird eine niedrigere als die native Auflösung des Bildschirms gewählt, die jedoch dem korrekten Seitenverhältnis von 16:9 entspricht, wirkt die Darstellung recht scharf. Lediglich bei einem falschen Seitenverhältnis wirkt vor allem Schrift verwaschen. Insgesamt leistet der Monitor jedoch eine gute Arbeit.





Zu sehen ist die Interpolation bei verschiedenen Auflösungen.
Der Rotstich ist auf die schlechten Blickwinkel (später mehr) des Bildschirms zurückzuführen.
Blickwinkel und Helligkeit
Die Helligkeitsverteilung ist subjektiv sehr gut, mit bloßem Auge wirkt die Ausleuchtung gleichmäßig, was für ein TN-Panel nicht selbstverständlich ist. Messtechnisch ergeben sich – wie so oft – Helligkeitsabfälle am unteren Rand und in den Ecken. Den gröbsten Ausreißer erlaubt sich dabei die untere linke Ecke, die vom anvisierten Zielwert von 140 cd/m² am weitesten entfernt ist. Insgesamt ist die Ausleuchtung durchaus akzeptabel und keinesfalls das größte Problem des LG-Monitors.
Angaben in cd/m². Der Zielwert liegt bei 140 cd/m², die in der Mitte des Bildschirms vorkonfiguriert wurden.
Jede Abweichung davon ist unerwünscht, in Maßen aber nicht störend.
Bei den Blickwinkeln ergibt sich allerdings ein besonders ärgerliches Problem auf dem 27"-Gerät: Da das verbaute TN-Panel relativ blickwinkelinstabil ist, ergeben sich nicht nur bei seitlicher Ansicht starke Farbverfälschungen. Schon bei direkter Draufsicht fällt der Kontrast am Bildrand deutlich ab. Speziell Grautöne verfließen so in hellem Weiß oder Gelb. Ein Blick von unten färbt das Bild hingegen deutlich rötlich ein – und das nicht etwa nur bei sehr spitzem Winkel, sondern auch von einer nur geringen Abweichung der Ansicht von der senkrechten Achse.
Der LG M2794D säuft deutlich ins Rot ab. Besonders kritisch ist aber,
dass dies bereits bei frontaler Draufsicht, etwa bei der Betrachtung von weißen Dokumenten, auffällt.
Da der LG M2794D auch als Fernseher dienen kann, ist das gleich doppelt ärgerlich, da mehrere Nutzer so nur schwer ein im Rahmen seiner Möglichkeiten farbechtes Bild zu sehen bekommen.
Farbverläufe und Lichthöfe
LGs M2794 bietet bereits in den Werkseinstellungen kein überzeugendes Graustufenbild. Es zeigt sich deutliches Banding, was aber nicht das einzige Problem des Bildschirms ist. Durch die instabilen Blickwinkel zeigt sich auch auf dem abfotografierten Farbverlauf bereits ein Kontrastabfall, der sich insbesondere durch eine Wölbung im dunklen Bereich auszeichnet. Eigentlich sollte der Farbverlauf perfekt waagerecht (mit senkrecht nebeneinander angeordneten Graufstufen) abgebildet sein. Dass dunkle Töne sich in den mittleren Graubereich herein zu drehen scheinen, liegt an den schlechten Blickwinkeln.
Lichthöfe sind mit bloßem Auge nicht auf dem Bildschirm auszumachen. Das TN-Panel wirkt subjektiv gleichmäßig beleuchtet und keinesfalls an den Ecken oder Seiten überstrahlt.
Alltagstest
Onscreen-Display
Das Onscreen-Menü des LG M2794D entspricht mehr dem eines Fernsehers, was auch nicht verwunderlich ist, handelt es sich bei dem Gerät doch um ein Hybrid-TV-Modell. Alle Einstellungen im Menü können daher auch bequem aus der Entfernung mittels der Infrarotfernbedienung vorgenommen werden, die dafür ebenso notwendigen Anzeigen werden quasi formatfüllend dargestellt.














Reaktionszeit und Inputlag
Bei der Messung des Inputlags wird der LG M2794D mit dem Samsung SyncMaster 226BW verglichen. Bei dem Samsung-Monitor handelt es sich ebenfalls um einen TFT, der jedoch quasi lagfrei ist und nur selten auch nur die geringste Abweichung zu einem CRT zeigt. Für den Test werden beide Monitore im Klon-Modus betrieben, die Differenz der Hundertstel- und Tausendstelsekunden der gezeigten digitalen Stoppuhr offenbart dann die Verzögerung des LG M2794D (links im Bild). Es zeigt sich, dass dieser durchschnittlich um etwa 30 ms verzögert, was bei einer Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde etwa 2 Bildern entspricht. Selten lassen sich auch Verzögerungen von knapp 40 Millisekunden mit der Kamera einfangen.



Der LG M2794D (rechts) im Vergleich mit dem Samsung SyncMaster 226BW (links).
Durchschnittlich beträgt der Inputlag etwa 30 Millisekunden.
Die Reaktionszeit des LG M2794D wird mit fünf Millisekunden angegeben, wobei die Messmethode verschwiegen wird. In der Praxis zeigen sich in der Tat relativ geringe Schlieren. Stattdessen dominieren allerdings Geisterbilder und Corona-Effekte. In Pro Evolution Soccer 2009 zieht der Ball etwa stets sein dunkles Ich hinter sich her, was auf Dauer sehr störend wirkt. Auch hinter einigen Spielern ist ein ums andere Mal ein Schatten ihrer selbst, also ihr dunkles Geisterbild, zu sehen, was aber verschmerzbar wäre. In der Summe stören diese immer wieder sichtbaren Farbfehler aber die Wiedergabe schneller Spieler sehr.
In Pro Evolution Soccer 2009 zieht der Ball einen dunklen Farbfleck seiner selbst hinter sich her (rechts neben dem Ball zu sehen)
Die hier zu sehende Unschärfe ist hingegen das direkte Produkt der Schaltgeschwindigkeit des LG M2794D und in Bewegung kaum störend.
Film- und TV-Test
Der LG M2794D wurde sowohl am PC per DVI als auch an dem Blu-ray-Player BDP-1400 per HDMI getestet. Auch die TV-Wiedergabe wurde getestet. Szenarioübergreifend liefert der Monitor dabei ein zufriedenstellendes Ergebnis ab. Positiv fallen hierbei die homogene Ausleuchtung sowie der relativ gute Schwarzpunkt auf, was das Kontrastempfinden angenehm beeinflusst. Der TV-Empfang über DVB-T und analogem Kabel gestaltete sich Problemlos. Die Wiedergabequalität beider Signalquellen hängt dabei jedoch nur sekundär von dem Monitor und primär von der relativ begrenzten Qualität der Formate zusammen. So entsprechen Auflösung und Schärfe nicht den Möglichkeiten des Bildschirms; beide Details werden aber gut abgebildet. Beim DVB-T-Empfang zeigen sich bei Bewegungen leichte Artefakte, was aber zu erwarten ist und nicht sehr stört.



Einwandfrei funktioniert beim digitalen Fernsehempfang auch der elektronische Programmführer (EPG). Bei der Wiedergabe von DVDs und Blu-rays zeigt sich ein im Vergleich zum Fernsehbetrieb deutlich schärferes und artefaktfreies Bild, eben so, wie man es erwartet. Ungünstig machen sich aber auch hier wieder die geringen Blickwinkel bemerkbar, die die Betrachtung von vorne quasi erzwingen.
Fazit
LG hat sich mit dem M2794D viel vorgenommen. Der Monitor bietet neben einem Hybrid-TV-Tuner mehrere, auch für den Heimkinoeinsatz taugliche Eingänge, eine Bildfläche, die sich sowohl für den Einsatz am PC als auch im kompakteren Wohnzimmer durchaus eignet und Full-HD-Auflösung. Auch das Design gefällt – so man denn mittlerweile nicht von Klavierlackgeräten abgeschreckt ist – in beinahe jedem Ambiente.
Abseits dieser sehr theoretischen Eckpunkte verpasst der TV-Monitor aber beinahe jede Chance, die er sich auf dem Papier hat herausspielen können. Als PC-Monitor taugt er aufgrund der schlechten Blickwinkel und der vollständigen Abstinenz jeglicher Ergonomiefunktionen nur eingeschränkt. Nur hartgesottene Käufer, die über Farbverfälschungen am Rand bei frontaler Draufsicht hinwegsehen können und denen es wohl eher auf viel Bildfläche für vergleichsweise wenig Geld geht, könnten hier einen Anreiz verspüren. In den Belangen der Bildqualität anspruchsvolle Anwender dürften mit dem TN-Panel – trotz oder gerade wegen des Wide-Color-Gamuts – jedoch nicht warm werden. Die Blickwinkelstabilität ist viel zu gering, um einen professionellen Nutzen aus dem erhöhten Farbraum ziehen zu können. Auch die Farbabweichungen der deltaE-Messung bescheinigen dem LG M2794D keine guten Ergebnisse, weshalb der Monitor für farbkritische Anwendungen praktisch untauglich ist.
Das alles wäre vielleicht noch zu verschmerzen, könnte der LG-Monitor wenigstens im TV-Betrieb vollends überzeugen. Tatsächlich tut er dies aber nicht. Zwar wissen etwa die komfortable Wahl der Bildeingänge, die gute Empfangsqualität sowie die im TV-Modus insgesamt brauchbare Leistung zu gefallen, weshalb LG aber vollständig auf Bohrungen auf der Rückseite des Gerätes verzichtete, die die Wandmontage ermöglichen könnten, ist unverständlich. Auch stören abermals die geringen Blickwinkel, die es nur unzureichend gestatten, dass mehrere Betrachter aus verschiedenen Winkeln das Bild betrachten.
Insgesamt bleibt der LG M2794D damit – bis auf die durchaus umfangreiche Anschlussvielfalt, die trotz allem gleichmäßige Ausleuchtung und das bedienerfreundliche OSD – Mittelmaß in allen (restlichen) Belangen. Das kann genügen, überzeugend ist es aber nicht.
Tagesaktuelle Preise und Verfügbarkeit:
- LG M2794D [1]













