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Test: NEC Multisync 24WMGX³

von Jirko Alex

Einleitung

NEC hat mit dem 24WMGX³ einen ganz besonderen Monitor im Angebot: Das mindestens 598 Euro teure Gerät [1] vertraut auf ein A-MVA-Panel und soll so maximale Blickwinkel nicht nur auf dem Papier erreichen. Durch die Unterstützung der Overdrive-Technologie werden dennoch Reaktionszeiten von nur sechs Millisekunden erreicht, was das Gerät auch für Spieler attraktiv macht. Hinzu kommt eine sensationelle Anschlussvielfalt, die dem Film- und Konsolenfreund entgegen kommen dürfte und quasi keinen Wunsch unerfüllt lässt. Allein gemessen an diesen Eckpunkten besitzt der Monitor mehr Potenzial zum wahren Allrounder als ein Großteil vergleichbar teurer Geräte. Sollte er die Lösung für den anspruchsvolleren PC-Nutzer sein?

NEC 24WMGX³

Ganz so einfach ist das gewiss nicht. Ein Allrounder – oder ein Gerät, das diese Eigenschaft gerne auf sich verbuchen wollen würde – hat nämlich auch ein gewichtiges Problem. Nicht selten wird zwar Vieles geboten, aber nichts davon in der erhofften Qualität umgesetzt. Wer Spieler und Grafiker gleichzeitig zufrieden stellen will, schafft nicht selten keins von beidem. Zahlreiche Anschlüsse können zudem, so sie vereinzelt mit Schwächen behaftet sind, in der Summe für eine ungenügende Umsetzung getadelt werden. Wer also möglichst für jeden da sein will, der sollte auf Kritik von allen Seiten gefasst sein.

NECs 24"-Monitor hat also einiges vor sich und könnte dabei so ziemlich Alles hinter sich lassen. Die folgenden Seiten sollen zeigen, ob dies gelingt.

Ausstattung

Technische Daten

NECs 24"-Monitor ist üppig bestückt. Im Vergleich mit Dells 2408WFP fehlen ihm zwar der Displayport-Anschluss sowie ein weiterer DVI-Eingang, dafür bietet er aber die doppelte Zahl an HDMI-Ports und erlaubt mittels optischem Audioausgang zudem die bequemere Möglichkeit, externe Lautsprecher anzuschließen. Insgesamt reicht die Anschlussvielfalt aus, um neben dem PC und der Konsole auch noch weitere Zuspieler an den Monitor anschließen zu können ohne sich Sorgen um fehlende Verbindungsmöglichkeiten machen zu müssen.

Leider verzichtet NEC vollständig auf USB-Anschlüsse oder einen Kartenleser, was vor allem für PC-Nutzer sehr nützlich wäre. Hier hat nicht nur Dell gezeigt, dass man beides sehr gut in einen wertigen Monitor integrieren kann.

Technische Daten
NEC 24WMGX³ Dell UltraSharp
2408WFP
NEC 24WMGX³ Dell UltraSharp 2408WFP
Display-Größe 24 Zoll 24 Zoll
Paneltyp A-MVA S-PVA
Auflösung (nativ) 1.920 x 1.200 Pixel 1.920 x 1.200 Pixel
Blickwinkel 178° (horizontal)
178° (vertikal)
178° (horizontal)
178° (vertikal)
Kontrastverhältnis 1.000:1 (statisch)
2.000:1 (dynamisch)
1.300:1 (statisch)
3.000:1 (dynamisch)
maximale Helligkeit 500 cd/m² 400 cd/m²
Reaktionszeit
(Grau zu Grau)
6 Millisekunden 6 Millisekunden
Anschlussmöglichkeiten 2x HDMI
1x DVI
1x VGA
1x Composite-Video
1x S-Video
1x Component-Video
1x 3,5-mm-Klinkeneingang
1x 3,5-mm-Klinkenausgang
1x optischer Audioausgang
1x DisplayPort
1x HDMI
2x DVI
1x VGA
1x Composite-Video
1x S-Video
1x Component-Video
Ergonomie um je 45° schwenkbar
höhenverstellbar
neigbar
um je 45° schwenkbar
höhenverstellbar
neigbar
Besondere Eigenschaften Fernbedienung
Bild-in-Bild-Funktion
optischer Audio-Ausgang
Kopfhörerausgang
Pivotfunktion
Bild-in-Bild-Funktion
4x USB-Anschlüsse
9-in-2-Kartenleser

Optik und Mechanik

Der NEC 24WMGX³ kommt in einer sehr massiven Bauweise daher. Der Standfuß wie auch der Haltearm machen einen sehr robusten Eindruck und wirken keinesfalls unterdimensioniert. Diese Robustheit stört allerdings auch etwas bei der ergonomischen Feineinstellung. So wird die Höhenverstellung über Gelenke und nicht etwa über ausziehbare Schienen realisiert, was mit einigem Kraftaufwand verbunden ist. Ähnlich verhält es sich mit der Neigung, die am ehesten beidhändig verstellt werden sollte. Die maximale Neigfähigkeit nach vorne beträgt dabei etwa 10°; das Display kann zudem um etwa 25° nach hinten geneigt werden. Mit etwas Kraftaufwand lässt sich das Display auch noch weiter nach hinten neigen. Das ist aber nur möglich, um den Standfuß kompakt an den Bildschirm heran falten und das Display so besser transportieren zu können. Eine übermäßige Neigung nach hinten ist daher instabil und sollte keinesfalls für den alltäglichen Betrieb genutzt werden.

maximale Höheneinstellung minimale Höheneinstellung maximale Neigung nach hinten maximale Neigung nach vorne

Der Standfuß des NEC 24WMGX³ lässt sich gegenüber dem Display nicht drehen. Für die Schwenkbarkeit des Bildschirms sorgt daher ein Drehteller auf der Unterseite des Fußes, der sich um insgesamt 90° drehen lässt. Auf diese Weise kann das Display um 45° seitlich geschwenkt werden, wobei der komplette Fuß mitschwenkt.

Unterseite des Standfußes des NEC 24WMGX³

Die Front des Displays ist übersichtlich gehalten, wirkt durch die vielen sichtbaren Steuerelemente und die Aussparungen für die Lautsprecher aber nicht mehr dezent. Der Rahmen ist der Bildschirmgröße angemessen, allerdings mit 17 Millimetern an den Seiten und oben sowie beinahe doppelt so viel an der Unterseite alles andere als schmal. An der Vorderseite wurde der Bildschirm mit schwarzem Klavierlack versehen, der sich auch auf dem Fuß wiederfindet. Die Rückseite des Bildschirms ist matt.

Frontalansicht NEC 24WMGX³ Schrägansicht NEC 24WMGX³ Steuerelemente an der Front Lautsprecherverkleidung an der Monitorfront

Die hauptsächlichen Anschlüsse des Monitors befinden sich an der linken Seite. Einzig der VGA- sowie der DVI-Eingang befinden sich an der Rückseite des Displays in direkter Nachbarschaft zu jeweils einem Audio-Ein- sowie Audio-Ausgang. Der Standfuß kann für die Wandmontage abgenommen werden; ist dies nicht der Fall, wird die Rückseite mit einer Abdeckung versehen, die gleichzeitig auch die Kabel unter sich versteckt. Für diese befindet sich auch ein Loch im Standfuß, sodass diese geordnet vom Bildschirm abgeführt werden können. Auch die seitlichen Anschlüsse wurden dabei so angebracht, dass sie unsichtbar hinter dem Bildschirm entlang gezogen werden können. Für die Kühlung des Displays sorgen Lüftungsschlitze auf der Oberseite des Bildschirms, die sich über die gesamte Breite und beinahe auch die volle Tiefe des Gerätes ziehen. Diese Ausmaße scheinen aber auch notwendig zu sein, wir der Monitor im Betrieb doch deutlich warm.

Rückansicht NEC 24WMGX³ NEC 24WMGX³ von hinten ohne Abdeckung Standfuß NEC 24WMGX³ Kabelführung im Standfuß Lüftungsschlitze an der Oberseite

Befestigung des Standfußes Kabelführung im Standfuß (2) Seitliche Anschlüsse NEC 24WMGX³ Monitoreingänge an der Unterseite

Die Steuerung der vor allem der Eingänge sowie diverser Bildmodi übernimmt eine Fernbedienung, die dem Gerät beiliegt. Mit ihr lassen sich die verschiedenen Videoeingänge nicht nur direkt anwählen, auch das Onscreen-Display lässt sich so bequem von der Ferne steuern. Wirklich sinnvoll ist die Fernbedienung aber nur, wenn der Bildschirm mit mehreren Quellen verbunden wird und man etwa die Bild-in-Bild-Funktion häufiger nutzt. Andernfalls ist es eine nette Dreingabe ohne alltäglichen Nutzen.

Fernbedienung des NEC 24WMGX³

Bildqualität

Die Messung, Kalibrierung und Profilierung des Monitors erfolgt mit dem Colorimeter i1 Display 2 von Pantone sowie der Profilierungssoftware Match 3.6.2. Die Zielvorgaben für Konfiguration lehnen sich an den sRGB-Farbraum an, der eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin und einen Gamma-Wert von rund 2,2 fordert. Die Helligkeit sollte bei einem LCD in normal beleuchteter Umgebung bei 140 cd/m² liegen, kann je nach Umgebungslicht aber auch darüber oder darunter ideal sein. Für die hiesigen Tests wurde dieser Wert jedoch als Maßstab genutzt. Der Schwarzpunkt liegt idealerweise bei 0,0 cd/m², also keiner messbaren Helligkeit.

Werkseinstellungen

Angesichts der Versprechen des Herstellers, mittels des A-MVA-Panels gute Farben und hohe Blickwinkel zu ermöglichen, fallen die in diesem Test gestellten Ansprüche an die Bildqualität des NEC 24WMGX³ nicht gerade gering aus. Dabei muss vorweg angemerkt werden, dass der Bildschirm nicht über einen erweiterten Farbraum wie etwa Dells 24"-Monitor 2408WFP verfügt. Dies hat zur Folge, dass die Farben nicht so knallig wirken wie etwa auf dem Dell-Derivat vor Kalibrierung. Das allerdings ist kein Nachteil, sondern für den Normalverbraucher sogar sehr gut. Ein erweiterter Farbraum ist nämlich immer dann hinderlich, wenn die Darstellung eigentlich im weit verbreiteten sRGB-Farbraum erfolgen soll, wie er etwa von Windows vorausgesetzt wird, wenn Bilddatein nicht explizit einen anderen Farbraum ausweisen. Auf der anderen Seite eignet sich NECs Bildschirm durch den vergleichsweise begrenzten Farbraum nicht für die Bildbearbeitung etwa im AdobeRGB-Farbraum.

Mit der Werkseinstellung des Monitors ergab sich folgendes, messtechnisch erfasstes Bild:

Messung unkalibriert (Standardprofil)

Es zeigt sich, dass NECs 24WMGX³ bereits ab Werk sehr gut auf den sRGB-Farbraum getrimmt wurde. Die Farbtemperatur stimmt, der Gamma-Wert ebenso. Einzig die Helligkeit ist mit 320 cd/m² viel zu hoch für den alltäglichen Betrieb. Andererseits verwundert diese Messung, gibt der Hersteller die maximale Helligkeit des Gerätes doch mit 500 cd/m² an. Diesen Wert erreichte unser Testgerät auch nach stundenlanger Aufwärmphase nicht; bei nativem Weißpunkt und ohne jegliche Vorgaben durch das Messprogramm waren allerdings bis zu 440 cd/m² möglich. Für den augenfreundlichen Betrieb reicht aber auch deutlich weniger aus.

Messtechnisch ergibt sich ein Kontrastverhältnis von 640:1, was speziell an dem relativ schlechten Schwarzpunkt liegt, der zu einem großen Teil auf die zu hohe Helligkeit zurückzuführen ist. Zudem zeigen die Farbkorrekturkurven des erstellten ICC-Profils relativ starke Abweichung bei Blau- und Grüntönen. Ideal wäre ein Kurvenverlauf entlang der 45°-Achse.

Der NEC 24WMGX³ bietet auch ein spezielles sRGB-Profil, das für die angestrebte Kalibration ebenfalls durchgemessen wurde:

Messung unkalibriert (sRGB-Profil)

Das zur Verfügung gestellte sRGB-Profil tut erwartungsgemäß wenig. Die Helligkeit wird im Vergleich zum Standardprofil gesenkt, allerdings nicht besonders weit. Gleichwohl zeigt sich an den Farbkurven, dass die Blauabweichung vom Idealverlauf geringer wurde. Das lässt darauf hoffen, dass sich die Farben über das Onscreen-Display vollständig mit einer Hardware-Kalibration korrigieren lassen, womit das ICC-Profil kaum mehr nötig wäre.

Kalibrierung

Mittels der Kalibrierungs- und Profilierungssoftware sowie des Colorimeters kann NECs 24"-TFT dem sRGB-Farbraum sehr dicht angenähert werden. Die Helligkeit lässt sich problemlos auf die gewünschten 140 cd/m² herunter regeln, womit die halbe Miete bereits eingefahren wäre. Auch die Farbabweichungen lassen sich auf ein Minimum reduzieren, sodass im ICC-Profil kaum mehr Änderungen vorgenommen werden müssen.

Messung kalibriert

Auch der Schwarzpunkt sinkt auf vergleichsweise gute 0,3 cd/m². Mittels der Hardwarekalibrierung und anschließender Profilierung konnte die durchschnittliche deltaE-Abweichung, die Auskunft über die geometrische Abweichung der Farben im Lab-System von ihren Zielwerten gibt, auf unter 1 gesenkt werden. Gemessen wird dabei in Profilierungssoftware gemäß der deltaE-2000-Berechnungsmethode. Eine Abweichung von 1 wird dabei als mit geschultem Auge gerade noch wahrnehmbar empfunden. Insgesamt leistet der NEC-Monitor damit also eine hervorragende Arbeit, im Speziellen ergeben sich allerdings auch nach aller Konfiguration noch deltaE-Abweichungen von knapp 2, vor allem im Dunkelblau-, Dunkelrot- sowie im mittleren Graubereich. Auch das ist allerdings noch als durchaus gut zu werten.

maximale dE2000-Abweichungen

Die maximalen Farbabweichungen gemäß deltaE2000 nach Kalibrierung und Profilierung sind in der rechten Liste zu sehen (nur dE > 1).
Ein deltaE-Wert von 1 gilt als mit geschultem Auge erkennbar, eine Abweichung darunter ist quasi nicht sichtbar.
Die durchschnittliche Abweichung des NEC-Displays liegt nach der Konfiguration bei einem deltaE2000 von sehr guten 0,73.

Interpolation

Die Interpolation gelingt dem NEC 24WMGX³ tadellos. Jede noch so krasse Abweichung von der nativen Auflösung und dem korrekten Bildverhältnis meistert der Monitor ohne große Qualitätseinbußen. Das ist besonders dann äußerst praktisch, wenn beispielsweise ein Spiel nicht in der vollen Auflösung dargestellt werden soll oder kann.

1920 x 1200 (native Auflösung) 1920 x 1080 1680 x 1050 1280 x 1024 1024 x 768

Bildschärfe

Der NEC 24WMGX³ besitzt eine eigenartige Eigenheit. In der Grundeinstellung wirkt vor allem Schrift überschärft, was allerdings problemlos über die Schärferegelung im OSD korrigiert werden kann. Hier allerdings suggeriert der Hersteller eine deutlich höhere Schärfevariabilität, als sie eigentlich vorhanden ist. So lässt sich die Schärfe im Monitormenü in 0,4-Prozentschritten von 0 bis 100 verstellen. Tatsächlich tut sich aber nur in sehr groben Schritten etwas. So ist es etwa völlig unerheblich, ob ein Schärfegrad zwischen 46 oder 70 Prozent eingestellt wird: Jeder dieser Werte führt subjektiv zur gleichen Schärfe. Erst in einem Bereich von unter 45,4 Prozent ergibt sich ein sanfterer Eindruck, der wiederum erst bei weniger als 26 Prozent unterboten wird.

Schärfe Schärfe Schärfe Schärfe Schärfe

Zu sehen sind unterschiedliche Schärfeeinstellungen, die zu einem subjektiv identischen Schärfeeindruck führen.

Blickwinkel und Helligkeit

Die Helligkeitsverteilung ist subjektiv sehr gut, mit bloßem Auge wirkt die Ausleuchtung quasi ideal. Allerdings fällt die Helligkeit vor allem am unteren und rechten Rand ab, wie die Messung mit dem Colorimeter ergibt. Die Problemzonen des Displays liegen dabei in den unteren beiden Ecken, die um über 20 cd/m² von der Zielhelligkeit abweichen. Davon einmal abgesehen, ist die Abweichung allerdings durchaus akzeptabel.

Helligkeitsverteilung

Die Helligkeit des Bildschirms wurde im Zentrum auf 140 cd/m² kalibriert,
um dann in den gezeigten Messfeldern die Abweichung festzustellen.

Die Blickwinkel sollten das große Steckenpferd des NEC 24WMGX³ sein. Tatsächlich ergibt sich bei einer Betrachtung von der Seite oder von oben ein ganz vorzügliches Bild: Während bei horizontaler Abweichung von der frontalen Ansicht nur eine geringe Aufhellung sowie ein minimaler Kontrastverlust auszumachen sind, ist selbst diese kleine Schwäche bei einem Blick von unten nicht mehr auszumachen. Von oben betrachtet wirkt die Darstellung ebenfalls einen Tick heller, aber keinesfalls störend. Farbverfälschungen sind ohnehin nicht auszumachen – das Panel leistet also in dieser Hinsicht hervorragende Dienste. Da erstaunt es nicht, dass bei frontaler Betrachtung natürlich auch keine Farbverfälschungen in den Ecken oder an den Seiten auszumachen sind.

Blickwinkel

Der NEC 24WMGX³ zeigt nur sehr leichte Aufhellungen, speziell bei der Betrachtung von oben.
Von unten und von der Seite ist der Farbeindruck sehr gut,
wenngleich auch seitlich eine minimale Aufhellung zu beobachten ist.

Farbverläufe und Lichthöfe

NECs 24"-TFT bietet in der Werkseinstellung einen hervorragenden Farbverlauf, zumindest an den digitalen Anschlüssen. Die Ausgabequalität am D-Sub-Eingang war hingegen eher miserabel. Das Bild wirkt unscharf und flimmert bei Farbverläufen, weshalb sich hässliche Linien entlang der Farbgrenzen zeigen. Dass es besser geht – selbst analog – zeigt der Vergleich mit einem Full-HD-LCD-TV, der bei gleichem Zuspieler, gleichem Kabel und identischem Farbverlauf ein knackscharfes und flimmerfreies Bild liefert. In diesem Punkt ist jedoch zu vermuten, dass der D-Sub-Eingang des Testgerätes nicht mehr fehlerfrei arbeitet.

Farbverlauf am VGA-Eingang

Der Farbverlauf wird nur schlecht abgebildet, wenn der Monitor am VGA-Eingang angeschlossen ist.
Die sichtbaren Farbübergänge flimmern im Betrieb, was stört. Es ist ein Fehler des Testgerätes zu vermuten.
Bei digitalem Anschluss ergibt sich ein quasi perfekter Farbverlauf.

Lichthöfe sind auch bei maximaler Helligkeit nicht mit dem bloßen Auge auszumachen. Auch der Rand des Displays ist damit nicht fleckig, was abermals den guten Schwarzeindruck unterstreicht.

Alltagstest

Onscreen-Display

Das Onscreen-Display bietet zahllose Einstellungsmöglichkeiten für den NEC 24WMGX³. Neben der Veränderung von Kontrast, Helligkeit, Schärfe oder der einzelnen RGB-Farbkanäle finden sich auch verschiedene Farbmodi in den Basiseinstellungen. Hier kann auch der Sensor für das Umgebungslicht aktiviert und in drei Stufen (von schwach bis stark) geregelt werden. Die Optik für die Messung der Umgebungshelligkeit befindet sich dabei an der Vorderseite in der Nähe der Steuerelemente. Bei schwachem Umgebungslicht wird auch die Hintergrundbeleuchtung des Monitors zurückgefahren; bei heller Raumbeleuchtung strahlt das Display dementsprechend stärker. Hierdurch wird nicht nur die Bildqualität optimiert – diese hängt nämlich auch vom Umgebungslicht ab – es wird auch ganz automatisch Energie gespart, wenn diese nicht notwendig ist.

OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³

OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³

Da der NEC 24WMGX³ auch über eine Bild-in-Bild-Funktion verfügt, finden sich auch hierfür Steuerelemente im OSD. Es können allerdings nur je eine digitale und eine analoge Quelle kombiniert werden. Die Zuspielung etwa am HDMI-Eingang sowie dem DVI-Anschluss ist also nicht gleichzeitig darstellbar. Dafür lassen sich Größe und Position des Fensters für die zweite Darstellung sehr detailliert festlegen.

OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³ OSD NEC 24WMGX³

Reaktionszeit und Inputlag

Bei der Stoppuhrmessung im Vergleich mit einem Samsung SyncMaster 226BW zeigten sich keinerlei Unterschiede zwischen dem NEC 24WMGX³. Der Samsung-Monitor mit TN-Panel gilt dabei als quasi lagfrei; dass NECs TFT mit A-MVA-Panel hier mithalten kann, ist beeindruckend. Die Reaktionszeit des NEC-Bildschirms wird mit sechs Millisekunden angegeben. Um das zu erreichen, verfügt der Bildschirm über den Motion-Picture-Modus. Dieser greift auf Overdrive, Black Screen Insertion sowie Backlight Scanning zurück und verhindert so etwa das Nachziehen von Bildelementen, indem die Hintergrundbeleuchtung hochfrequent flackert und das eigentliche Bild daher nicht so lange angezeigt wird. Bei Standbildern – also immer dann, wenn kein Film oder Spiel läuft – stören die geringere Helligkeit sowie das wahrnehmbare Flackern des Bildes aber stark.

Im Spiel oder bei einem Film können die MP-Modi zu flüssigeren Bewegungen verhelfen. Hierfür stehen insgesamt drei Stufen zur Verfügung, die Bewegungsunschärfen unterschiedlich stark unterdrücken sollen. In den Bildmodi „Text“, „Foto“ oder „sRGB“ ist der MP-Modus prinzipiell nicht hinzuschaltbar, was allerdings nur logisch erscheint, handelt es sich doch um Presets für die statische Betrachtung. Auch ohne den MP-Modus ist NECs 24"-TFT aber durchaus zum Spielen geeignet. Tatsächlich zeigten sich keine Corona-Effekte – leuchtende Ränder – um Objekte im Spiel. Aus minimalem Abstand ist lediglich ein leichtes Ghosting zu beobachten. Das schwache Geisterbild ist mit zugeschaltetem MP-Modus je nach Stärke nur noch sehr schwach bis überhaupt nicht mehr zu sehen, stört aber auch bei normalem Sitzabstand nicht mehr.

Filmtest

Der NEC 24WMGX³ wurde sowohl am PC per DVI als auch an dem Blu-ray-Player BDP-1400 per HDMI getestet. Am PC ergeben sich erwartungsgemäß keine Probleme, der Monitor nimmt jedes zugespielte Material klaglos an und gibt es in kräftigen, kontrastreichen Bildern wieder. Interessanter als das ist jedoch auch die Bildqualität an einem BD-Player. Hier zeigt sich bereits im Hauptmenü, dass der Monitor leider keine 24p-Wiedergabe unterstützt. Davon einmal abgesehen ist das Gebotene aber vorzüglich: Auch per HDMI überzeugen Schwarzwert, Kontrast, Bildschärfe und die Farbdarstellung. Da hochauflösendes Filmmaterial im 16:9-Format vorliegt, freuen sich Nutzer des Monitors überdies darüber, die Skalierung sehr frei definieren zu können. Zur Auswahl stehen eine bildfüllende Darstellung (die bei 16:9-Inhalten leicht in der Höhe gestreckt wird, da es sich beim NEC 24WMGX³ um einen Breitbildmonitor im 16:10-Format handelt), eine pixelgenaue Darstellung sowie die Bildbeschneidung am rechten und linken Rand. Bei der pixelgenauen Darstellung werden am oberen und unteren Ende Balken zusätzlich eingezogen, die in der Standardeinstellung blau sind, sich aber farblich anpassen lassen.

BD-Wiedergabe

Filmausschnitt aus „The Dark Knight“ (Blu-ray). Guter Kontrast, exzellente Schärfe
(in Bewegung noch besser zu sehen) und flüssige Darstellung, trotz fehlendem 24p-Modus.

Die eingebauten Lautsprecher verrichten bei der Tonwiedergabe eine passable Arbeit. Sie erzeugen auch virtuellen Raumklang, was mitunter gut funktioniert. Allerdings entspricht die Tonqualität nicht der besserer Fernseher, welche ihrerseits schon kaum für eine adäquate akustische Untermalung sorgen können. Für den häufigeren Einsatz in der Multimediaecke, für die sich der Monitor anschluss- und bildtechnisch ja durchaus eignet, ist über den Einsatz externer Lautsprecher nachzudenken. Das sollte allerdings auch kein Problem darstellen, verfügt NECs 24WMGX³ doch über digitale und analoge Audioausgänge.

Fazit

Was erhält der Käufer eines NEC 24WMGX³ für sein Geld? Beinahe alles, was man sich für den Heimgebrauch nur wünschen kann. Der Monitor bietet ab Werk ein sehr gut abgestimmtes Bild, das einzig in der Helligkeit nach unten korrigiert werden sollte. Er bietet zudem exzellente Blickwinkel, eine sehr gute Anschlussvielfalt – bei der leider jedoch auf einen Kartenleser oder USB-Anschlüsse verzichtet wurde – sowie eine stets überaus solide Leistung in allen Gebieten. Dass der TFT mit A-MVA-Panel zudem durch eine sehr fixe Reaktionszeit sowie einen in diesem Test nicht feststellbaren Inputlag überzeugt, ist auch für Spieler eine gute Nachricht. Hinzu kommen Boni wie ein Helligkeitssensor, mit dessen Hilfe die Hintergrundbeleuchtung dem Umgebungslicht angepasst werden kann, sowie ein tadelloses Interpolationsverhalten und eine beim Testgerät nicht existente Geräuschkulisse.

Minuspunkte bekommt der Monitor durch ein unverständliches Flackern im VGA-Betrieb, das wohl aber dem Testgerät eigen war und nicht der Regel entsprechen sollte. Darüber hinaus wäre eine leichtgängigere Mechanik wünschenswert. Ein Tadel für die Höhenverstellbarkeit oder die Schwenkbarkeit des Displays stellt diese Einschränkung aber keinesfalls dar. Die Konkurrenz bietet hier jedoch einen Tick mehr.

NEC 24WMGX³

Insgesamt handelt es sich bei dem 24"-TFT um eine sehr gelungene Symbiose aus verschiedenen Welten. Grafiker wird die sehr gute Kompatibilität zum sRGB-Farbraum freuen. Für mehr mangelt es dem TFT allerdings an einem erweiterten Farbraum – Hobbyfotografen dürfte das allerdings nicht stören. Spieler erhalten ein mehr als konkurrenzfähiges Display, das nicht nur den Gelegenheitszocker zufriedenstellen dürfte. Um NECs 24WMGX³ mit Spielen aus der Contenance zu bringen, muss man schon mit der Nase auf dem Panel kleben. Zu guter Letzt freuen sich auch Filmfreunde über die Bildqualität und Anschlussvielfalt sowie die Fernbedienung, die das Stöbern im sehr umfangreichen OSD auch aus der Distanz erlaubt.

Empfehlung (02/09)

NECs TFT ist damit wahrlich eine eierlegende Wollmilchsau. Man sollte von ihr zwar nicht die reinste Wolle, die schmackhafteste Milch oder die größten Eier erwarten, aber im Kombinieren ist das Gerät ganz weit vorne und damit zu Recht der Chef auf dem Bauernhof.

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