Einleitung
Mit Logitechs MX510 [1] und MX518 [2], Razers Diamondback [3] und den kürzlich erschienenen Probanden Razer Copperhead [4], Logitech G5 [5], Microsoft Laser Mouse 6000 [4] und Raptor-Gaming M2 [4] haben wir uns bereits eingehend mit dem Handwerkszeug eines Spielers beschäftigt. Mit der Fragestellung, wie viele Stunden Dauerzocken die Ohren mit dem jeweiligen Headset so vertragen können, soll dieses Mal das nicht zu vernachlässigende Ohrwerkzeug im Vordergrund stehen.
Dabei geht es nicht darum, aus unserem First Person Shooter, dem Real Time Strategie- oder Rollenspiel ein Dolby-Digital-Kinoerlebnis zu machen, sondern wir stellen uns die Frage, ob mit dem jeweiligen Headset nach zwei Stunden spielen ein Pause eingelegt werden muss, weil vor Schmerzen die Ohren zu glühen begonnen haben. Jedes Headset wurde dabei ohne Unterbrechung benutzt und nach subjektiv erreichter Schmerzgrenze wieder abgesetzt, wobei die maximal mögliche Test-Tragedauer bei fünf Stunden festgesetzt wurde.
Die Headsets
Zu unserem Test haben sich insgesamt zwölf Headsets eingefunden, darunter Produkte namhafter Hersteller wie Logitech, Plantronics und Sennheiser. Insgesamt handelt es sich um folgende Modelle:
- Creative HS-600 [6]
- Genius HS-04A [7]
- Logitech Precision PC Gaming Headset [8]
- Logitech Premium Stereo Headset [9]
- Plantronics Audio 60 [10]
- Plantronics Gamecom Pro1 (USB) [11]
- Plantronics Gamecom 1 [12]
- Sennheiser PC 130 [13]
- Sennheiser PC 140 [14]
- Sennheiser PC 150 [15]
- Steel Sound 5H (USB) [16]
- Terratec Headset Master Pro [17]
Ohne weitere große Vorreden wollen wir gleich loslegen. Headset aufgesetzt, das Spiel gestartet und ab die Post!
Creative
Creative HS-600
Das Creative HS-600 kann mit einer sehr guten Abschirmung vor externen Geräuschen aufwarten. Das Mikrofon ist in alle Richtungen bewegbar. Leider kann es in der Praxis nicht wirklich überzeugen, denn schon nach 1 3/4 Stunden haben wir das Headset wieder abgesetzt, worauf auch schon der starke Druck beim Aufsetzen hindeutete.




Das Creative HS-600 kostet bei Alternate [18] 36 Euro.
Genius
Genius HS-04A
Das Genius HS-04A bietet aufgrund der abgeschlossenen Ohrmuscheln eine wirklich sehr gute Abschirmung vor äußeren Geräuschen sowie eine gute, weiche Polsterung des Bügels. Leider hat sich hier die ein oder andere Kinderkrankheit eingeschlichen: Ein inzwischen üblicher Schalter am Kabel zum schnellen Deaktivieren des Mikrofons und zum verstellen der Lautstärke fehlt.
Weiterhin ist es selbst in der größte Einstellung für größere Köpfe wohl zu klein und überhaupt nicht tragbar. Auch das Kabel ist ein wenig kurz geraten. Die maximale Tragedauer im Test betrug 3 Stunden.



Das Genius HS-04A Headset ist bei Caseking [19] für 15,90 Euro zu haben.
Logitech
Logitech Precision PC Gaming Headset
Das Logitech Precision PC Gaming Headset setzt sich von der Konkurrenz besonders durch die Art und Weise, in der es „aufgesetzt“ wird, ab, denn der Bügel befindet sich nicht wie üblich auf, sondern hinter dem Kopf, liegt allerdings nicht an. Die gesamte Konstruktion war für uns sehr gewöhnungsbedürftig. Auch dauerte es einige Zeit, bis wir die möglicherweise angestrebte Sitzposition des Headsets ausgemacht hatten, da die Ohrmuscheln in keiner Position richtig auf den Ohren anliegen, sodass von einer Isolierung vor äußeren Geräuschen keine Rede sein kann.
Das Headset hält seine Position durch konzentrierten Druck an einer Stelle kurz vor den Ohren und durch die oberen Weichteile am Ohr. Aufgrund der hohen Anpresskraft an der besagten Stelle war es für uns auch nicht verwunderlich, dass unsere Schmerzgrenze bereits nach 1 1/2 Stunden erreicht war.



Ansonsten befinden sich am Kabel wie üblich die Schalter für Mikrofon und Lautstärke, wobei man das Headset festhalten muss, wenn man das Mikrofon in seiner Position ändern will, da die Sitzkonstruktion des Headsets nicht gerade stabil ist, was sich auch beim Bewegen des Kopfes und insbesondere beim stärkeren Kopfnicken bemerkbar macht.
Der Preis des Logitech Precision PC Gaming Headset bei Caseking [20] beträgt 39,90 Euro.
Logitech Premium Stereo Headset
Das Logitech Premium Headset ist ein absolutes Standardheadset und kann demnach durch keine Besonderheiten aus der Masse hervorstechen. Wie bei der Konkurrenz wurde hier ein Schalter zum Deaktivieren des Mikrofons und ein Potentiometer zur Regulierung der Lautstärke am Kabel angebracht. Positiv ist noch anzumerken, dass man das Mikrofon in alle Richtungen frei bewegen kann. Die Abschottung gegen externe Geräusche und die Polsterung der Ohrmuscheln ist – wie bei anderen Headsets gleichen Typs – nicht besonders gut.
Leider macht das Logitech Premium Headset beim Aufsetzen einen recht engen Eindruck und übt einen starken Druck auf die Ohren aus. Vielleicht ist es wie auf der Verpackung angedeutet eher für kleinere (Frauen-)Köpfe gedacht. Jedenfalls war nach zwei Stunden die Schmerzgrenze unseres Testers erreicht.



Plantronics
Plantronics Audio 60
Das Plantronics Audio 60 ist wohl der Geheimtipp schlechthin. Im Vergleich zu anderen Vertretern im Test sieht es zwar ein wenig billig aus. Aber das Headset bietet im Prinzip alles, was man braucht. So fehlt ein Kabelschalter für Mikrofon und Sound schon einmal nicht.
Beim Aufsetzen spürt man kaum Druck und auch nach 5 Stunden Dauertragen waren noch keine Beschwerden vorhanden. Nach dem Absetzen gab es ebenfalls nichts zu beklagen. Der Preis des Plantronics Audio 60 beträgt 29,90 Euro. Als einziges Manko bleibt allerdings die schlechte bzw. nicht vorhandene Abschirmung vor äußeren Geräuschen.


Plantronics Gamecom Pro1 (USB)
Neben dem Plantronics Audio 60 Headset hat sich auch das Plantronics Gamecon Pro1 (USB) Headset bei uns eingefunden. Die USB-Variante unterscheidet sich dabei durch den Anschluss und die zusätzliche USB-Soundkarte zum Plantronics Gamecom 1. Durch die weiche Polsterung der Ohrmuscheln ist es recht bequem zu tragen. Als besonderes Schmankerl finden sich hier ein digitaler Kabelschalter zum Abstellen des Mikrofons und zum Verstellen der Lautstärke und nicht wie sonst üblich ein Potentiometer und ein Kippschalter in der Ausstattung wieder. Das Mikrofon ist zudem in alle Richtungen verstellbar.
Die Abschirmung gegen externe Geräuschquellen ist nicht all zu gut ausgefallen. Zum Nutzen des USB-Headsets ist keine eingebaute Soundkarte notwendig. Ein weiterer Nachteil am Plantronics Gamecon Pro1 (USB) ist, dass das Headset ausschließlich über den USB-Port angeschlossen werden kann, was in einigen Spielen beim Anschließen dazu führen kann, dass man das Spiel erst erneut starten muss, bevor man Sound hat. Wir werden später sehen, dass man das Problem auch besser lösen kann.




Die Anschaffungskosten des Plantronics Gamecom Pro1 (USB) bei Caseking [19] betragen 84,90 Euro.
Plantronics Gamecom 1
Das Plantronics Gamecom 1 Headset unterscheidet sich im Grundgerüst nicht vom Plantronics Gamecom Pro 1 (USB). Der einzige Unterschied neben der leicht abgeänderten Farbgestaltung ist, dass es nicht über den USB-Port an den Rechner angeschlossen wird und somit auch keine eigene Soundkarte besitzt.



Der Preis des Plantronics Gamecom 1 beträgt im Vergleich zum CameCom Pro 1 nur 38,90 Euro (Caseking [19]).
Sennheiser
Sennheiser PC 130
Das Sennheiser PC 130 weist große Ähnlichkeiten zum Terratec Headset Master Pro auf und könnte durchaus aus derselben Produktionsanlage kommen. Mikrofon-Stumm-Schalter sowie Lautstärkeregler am Kabel fehlen hier natürlich nicht. Die Abschirmung nach Außen ist Typen-bedingt nicht besonders gut. Obwohl der Tester beim Aufsetzen kaum Druck auf den Ohren verspürte, änderte er bereits nach zwei Stunden seine Meinung und setzt das Gerät lieber wieder ab.




Das Sennheiser PC 130 kostet 38,90 Euro.
Sennheiser PC 140
Das Sennheiser PC 140 kann in Bezug auf die Menge des verbauten Materials wohl zu den „Rudimentär-Headsets“ gezählt werden und genau das mussten wir im Test negativerweise auch feststellen. So kommen die ersten Probleme wie beim Logitech Precision PC Gaming Headset bei der Frage auf, wie man das gute Stück den nun aufsetzen solle. Man muss seine Ohren zwischen Ohrmuschel und „Bügel“ klemmen, was nicht nur unbequem, sondern auf die Dauer auch schmerzhaft ist. Für den Gamer-Alltag ist das Sennheiser PC 140 deshalb genau so wenig zu gebrauchen wie das Logitech Precision PC Gaming Headset - da können selbst die vorhandenen Schalter am Kabel nichts mehr retten.




Der Preis des Sennheiser PC 140 beträgt 38,90 Euro.
Sennheiser PC 150
Das Sennheiser PC 150 ist sozusagen das „Flaggschiff“, das von Sennheiser in unserem Test ins Rennen geschickt wurde. Dementsprechend zeichnet es sich neben dem Kabelschalter für das Mikrofon und dem Potentiometer am Kabel besonders durch die gute Polsterung des Bügels und der Ohrmuscheln aus.
Trotzdem sind Geräusche von Außen im Gegensatz zum Genius HS-04A noch ganz gut wahrnehmbar. Es ist bequem zu tragen, kommt aber mit der maximalen Tragedauer von 4 Stunden und 20 Minuten nicht ganz an die Zeiten der stärksten Konkurrenten in Form des Plantronics Audio 60- und des Steel Sound 5H USB Version-Headsets heran.




Das Sennheiser PC 150 kostet durchschnittlich 56,90 Euro.
Steel Series
Steel Sound 5H (USB)
Um schon einmal eines vorweg zu nehmen: Das Steel Sound 5H Professional Gaming Headset (USB) war schlechthin der Überflieger im Test, da offenbar alles von vorne bis hinten durchdacht wurde. So wurde beispielsweise das „USB-Problem“ perfekt gelöst, denn der User kann wählen, ob er das Headset mit oder ohne USB-Soundkarte nutzen will, indem er diese als Zwischenstation wahlweise dazu schaltet oder eben nicht. Auf diese Weise ist das Steel Sound 5H Professional Gaming Headset (USB) als normales Headset und als USB-Headset nutzbar. Allerdings besteht auch beim Steel Sound 5H Headset das Problem, dass man das jeweilige Spiel nach dem Anschließen des Headsets über USB neu starten muss, bevor man Sound hat.





Durch die „Kabelverlängerungen“ kann der Käufer das Kabelwirrwar in Grenzen halten, wenn das Headset zum Beispiel nur an die (Monitor-)Boxen oder an einen auf dem Tisch positionierten Barebone-PC angeschlossen werden soll. Für unseren Aufbau war das „Standardkabel“ leider ein paar Zentimeter zu kurz, um wirklich ohne Sorgen zu arbeiten.



Das Mikrofon ist in alle Richtungen bewegbar und kann bei Nichtbenutzung versteckt werden, was man nicht alle Tage vorfindet und insbesondere beim Transport eine tolle Sache ist. Wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären: Für den Transport ist das Headset in drei Einzelteile und die verschiedenen Kabelteile zerlegbar (siehe Foto), um beispielsweise Schäden durch Druck zu vermeiden. Selbstverständlich findet sich am Kabel auch ein Schalter zum Deaktivieren des Mikrofons und ein Potentiometer für die Lautstärke. Ein weiteres Highlight sind die drehbar gelagerten Ohrmuscheln, die sich so an den Kopf des jeweiligen Trägers anpassen.
Auch in der Praxis konnte uns das Steel Sound 5H Professional Gaming Headset überzeugen. Die Abschirmung vor äußeren Geräuschen war gut und Bügel und Ohrmuscheln sind gut gepolstert. Beim Aufsetzen spürt man kaum etwas und so bestand das Headset aus dem Hause Steel Sound den 5-stündigen Dauertest. Der Preis des Steel Sound 5H (USB) beträgt 119,00 Euro – als normales Headset ist das Steel Sound 5H für 99,00 Euro zu haben.
Terratec
Terratec Headset Master Pro
Das Terratec Headset Master Pro ähnelt rein äußerlich ein Wenig dem Plantronics Audio 60 und auch hier spürt man kaum Druck beim Aufsetzen. Kabelschalter zum Abstellen des Mikrofons und Potentiometer für die Lautstärke fehlen auch hier nicht. Die Abschirmung nach Außen hin ist allerdings nicht gerade überragend. Im Gegensatz zum Plantronics Audio 60 betrug die maximale Tragedauer lediglich drei Stunden.




Das Terratec Headset Master Pro kostet 29,00 Euro.
Kabellängen
Bevor wir zum Abschluss kommen, schauen wir uns noch einmal der Kabellängen der verschiedenen Headsets an.
Kabellänge
Angaben in Zentimeter (cm)
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Auch hier lässt sich Steel nicht lumpen und stattet die Headsets mit dem längsten, in mehrere Teile zerlegbaren Kabel aus. Danach folgt die Konkurrenz von Plantronics, Sennheiser und Terratec mit Kabellängen von etwas mehr als drei Metern, die damit auf jeden Fall auf der sicheren Seite liegen. Logitech und Creative belassen es bei 2,5 bzw. 2,7 Metern, was in fast allen Fällen sicher noch ausreichend ist. Das Genius HS-04A liegt hier mit einer Kabellänge von lediglich zwei Metern weit abgeschlagen hinter den Wettbewerber. Das bestätigt unsere bereits im Einsatz gemachten Erfahrungen, dass es beim Genius HS-04A mit dem Kabel sehr schnell ziemlich eng werden kann.
Maximale Tragedauer
Im folgenden Diagramm haben wir die von uns ermittelten, maximalen Tragedauern noch einmal aufgelistet.
Maximale Tragedauer
Angaben in Stunden, Minuten
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Von den getesteten zwölf Headtsets schafften es nur das Plantronics Audio 60 und das Steel Sound 5H USB ins „Ziel“. Dicht dahinter reiht sich Sennheiser mit dem C150 ganz vorne mit ein. Die etwas ausgefallenen Designs des Sennheiser PC 140 und des Logitech Precision PC Gaming Headset schlugen sich in drastisch reduzierten Tragezeiten nieder.
Fazit
Von den getesteten elf Headsets konnten uns letztendlich nur zwei vollkommen zufrieden stellen. Namentlich sind dies das Plantronics Audio 60 und das Steel Sound 5H USB. Das Plantronics Audio 60 überzeugte uns besonders mit der Einfachheit des gesamten Aufbaus. Hier erwies sich Weniger einmal mehr als Mehr und so erreichte das Headset ohne Probleme das Ziel in Form der Fünf-Stunden-Marke. Dies galt auch für das Steel Sound 5H USB, das uns nicht nur in Sachen Tragekomfort überzeugen konnte, sondern mit der vollkommenen Durchdachtheit des gesamten Produkts von zusammensteckbaren Kabeln über die zwischenschaltbaren USB-Soundkarte und das versteckbare Mikrofon bis hin zur Einzelteilzerlegung ein sehr gutes Gesamtbild abgab. Die beiden „extremsten“ Umsetzungen gehen also als Sieger aus unserem Test hervor und werden von uns ausgezeichnet.










