Vorwort
In Zeiten, in denen Design, Ausstattung und Handhabung wichtige, umsatzbeeinflußende Begriffe für die Sparte der „Consumer Electronics“ bedeuten, ist es ebenso wichtig, sich vor dem Kauf eines Produkts aus eben jener Sparte eingehend mit der Materie zu beschäftigen. Denn: Wo ein gutes Geschäft winkt, gibt es viele Angebote. Und: Viele Angebote bedeuten nicht viele gute Angebote. Entsprechend gestaltet sich dann auch die Qual der Wahl - falsche Entscheidungen können schnell im finanziellen und stimmungstechnischen Desaster enden.
Der Bereich der Consumer Electronics umfasst eine solche Vielzahl von Produkten. Fokussiert auf den kleiner gefassten Bereich der portablen Geräte, finden sich ebenfalls die oben genannten Unterschiede. Vorallem der Bereich der Features entscheidet hierbei selbstredend über die Höhe des Preises. Da gibt es portable MP3-Player, die „nur“ Songs abspielen und da gibt es PDA-ähnliche, kleine Supermaschinen, „Portable Media Player“ (PMP) genannt. Diese können Fotos, Videos und Musik transportieren und wiedergeben. Der PMP-120 von iriver gehört zu dieser Gattung und begleitete den Autor einige Wochen auf Schritt und Tritt - ein Praxistest eben. Egal ob in der Kneipe oder auf dem Fahrrad, bei der Arbeit oder bei der Geliebten, bei Freunden oder in der Badewanne - der kleine Allrounder war dabei, und, so viel sei bereits vorweg genommen, er versagte niemals seine Dienste. Was wir gemeinsam erlebten und wie der PMP im Praxistest letztlich abschloß, findet sich auf den kommenden Seiten näher beschrieben.
Design und Lieferumfang
Der PMP als solcher wirkt auf den ersten Blick klobig. Er ist im Prinzip wie ein Gamepad (oder der altertümliche Sega GameGear) dimensioniert, das in der Mitte ein 3,5“-LC-Display integriert hat. An den beiden Enden finden sich auf den schmalen Rändern die zur Bedienung notwendigen Knöpfe. Durch eine leichte Verdickung kann man das Gerät an diesen Stellen in beiden Händen halten und mit den Daumen die Steuerung übernehmen. Insgesamt kann sich das Äußere des PMP-120 sehen lassen.
Aufgrund der vielen Features, auf welche nachstehend noch näher eingegangen werden soll, ist die Größe im direkten Vergleich zu „MP3-Only-Playern“ allerdings auffällig. Mehr und vorallem aufwendigere Features wie das Abspielen von Filmen benötigen aber logischerweise auch ein Mehr an Platz und das große Display kann hier überzeugen - dadurch relativiert sich die Größe wieder. In einem Praxistest, in welchem das Testgerät permanent beansprucht wird, sticht die Größe allerdings immer wieder ins Auge. Denn wer mal eben mit dem PMP-120 das Haus verlassen will, wird schnell feststellen, dass er sich hierzu auf eine längere Prozedur einstellen muss. Ohne sehr große Hosen- oder Jackentaschen kommt man nicht umher, den PMP extern, beispielsweise in einem Rucksack, unterzubringen.



Dennoch muß sich der PMP-120 alles in allem designtechnisch nicht vor anderen Multitalenten verstecken. Ein schickes, schwarzes Etui betont einmal mehr den Anspruch auf edle Salonfähigkeit und sorgt zudem für Funktionalität: An der Kopfhörerbuchse ist selbstverständlich eine Aussparung zu finden. Ein kleines, aber feines Detaill, das zu einem erhöhten Komfortgefühl beiträgt. Die Kopfhörer sind indes nicht der Rede wert - man findet ähnliche auf nahezu jedem Grabbeltisch und angesichts des Preises verägert den Käufer eine solche Qualität dann schon.
Ausgeliefert wird der PMP-120 neben dem Basisgerät, dem Etui und den Kopfhörern ferner mit diversen Kabeln. So bekommt man obendrauf noch ein USB-Kabel, ein AC-Netzteil mit zugehörigem Akku, die Installations-CD, AV- und Line-In-Kable und schlussendlich natürlich ein kurzgehaltenes Handbuch. Die in diesem angepriesene „Remote-Controle“ lag unserem Testexemplar leider nicht bei und auch im Handel wird sie nicht zum Lieferumfang gehören.
Handhabung
Die Größe, die allerdings nicht charakteristisch für den PMP-120, sondern für alle seine Brüder und Schwestern ist, könnte für diesen Bereich die Kaufentscheidung negativ beeinflußen. Dieses Problem hätte man bei iriver allerdings relativ einfach aus der Welt schaffen können, indem man die im Handbuch noch angepriesene Fernsteuerung auch tatsächlich mit ausgeliefert hätte. Denn durch eben jene ist es möglich, das Gerät zu verstauen und dennoch weiterhin Funktionen wie „Skip“, „Play“ und „Pause“ zu benutzen. Was beispielsweise bei MiDi-Player schon zur Standardausrüstung gehörte, hätte für den PMP-120 die Leistung im Bereich „Design, Lieferumfang und Handling“ komplettiert. Denn so leidet die Note im Bereich des Handlings - wenn auch nur im Bezug auf den täglichen „Außer-Haus-Gebrauch“.


Features
Die Features gestalten sich als große Stärke des PMP-120, die es sogar vermögen, das kleine Defizit in Sachen Handhabung wieder wett zu machen. Denn: Der Proband bietet wahrlich viel.
Portable Festplatte
Der PMP-120 kann als eine Art großer USB-Stick genutzt werden. Per USB 2.0 (und natürlich auch USB 1.1) lässt sich der Proband innerhalb weniger Sekunden an jeden PC anstöppseln. Eine Softwareinstallation ist in der Regel nicht notwendig, bei älteren Betriebssystemen könnte es allerdings zu Problemen mit der automatischen Erkennung kommen. Über Drag&Drop können nun bis zu 20 Gigabyte auf das Gerät bewegt werden. Dabei spielt die Art der Dateien prinzipiell keine Rolle.
Ferner stellt der PMP aber auch einen kleinen tragbaren PC dar - zumindest in Bezug auf die Zwischenspeicher-Funktion. So kann man eine Digitalkamera oder einen USB-Stick anschließen, um dann über die Steuerung des PMP durch die Ordner beziehungsweise Dateien des angeschlossenen Gerätes zu surfen und gegebenenfalls auch etwas herunterzuladen. Hierzu bedarf es allerdings eines Kabels, das auf beiden Seiten einen kleinen USB-Stecker besitzt. Der PMP wartet nämlich nicht mit einem PC-USB-Slot auf, so dass dieses Feature wohl eher in den seltensten Fällen wirkliche Beachtung finden dürfte. Das Ganze funktioniert auch nur, wenn das verbundene Gerät genauso wie der PMP ohne die zusätzliche Installation von Software arbeiten kann.
Video
Das große Plus des PMPs ist seine Funktion als Quasi-Fernseher. In diesem Punkt hat der Proband den „Nur-MP3-Playern“ natürlich einiges voraus. Gerade im Urlaub ist es ein kleiner Traum auf einer Zugfahrt oder im Flugzeug ein paar Folgen „Futurama“ oder „Star Trek“ zu genießen. Und eben dies ermöglicht der PMP in einer - für seine Größe - ausgereiften Qualität. Filme und Videos erscheinen in angemessener Qualität auf dem 3,5 Zoll messenden Farb-TFT-LC-Display mit 320x240 Bildpunkten, welches die zunächst flachsenden Zweifler alsbald zu einem umfassenden und staunenden Schweigen verleitet. Unterstützung finden dabei allerdings nur in XviD und DivX enkodierte AVI- und ASF-Dateien. Das gängige Format MPEG wird nicht unterstützt, wodurch auch die Unterstützung für HDTV-Videos entfällt, da es diese nur im MPEG4 oder WMV-Format gibt. Die Hardwareanforderung dieser Formate ist schlichtweg zu hoch.


Besonders in Verbindung mit der Zwischenspeicher-Funktion erfährt der PMP in diesem Zusammenhang einen weiteren Nutzen. So kann man ihn zum Transportieren von Filmen und Videos, die im übrigen mit maximal rund 25 Bildern pro Sekunde und einer maximale Auflösung von 640x480 Bildpunkten laufen, benutzen. Wenn man beispielsweise einem Bekannten Aufnahmen, die auch ohne Probleme mehrere Gigabyte wiegen dürfen, aus dem Hawaii-Urlaub zeigen will, so muss man die Video-Datei nur via USB vom PC auf den PMP laden. Vor Ort lässt sich der Proband dann im Handumdrehen über das AV-Kabel und TV-Out an einen Fernseher stöpseln - die Show kann beginnen. Der Video-Bereich gestaltet sich somit als ein relativ solides Standbein des PMP-120. Unser Modell verfügte leider über einen Pixelfehler.
Foto
In Bezug auf die Rubrik „Foto“ erfüllt der PMP ebenfalls alle Ansprüche, die man an Geräte seiner Gattung stellen könnte. Sofern gewünscht, kann die gesamte Speicherkapazität von 20 beziehungsweise 40 Gigabyte zum Transportieren von Fotos (JPEG, BMP) verwendet werden. Auch ein direkter Uplink - mit Downloadoption zu moderneren Digitalkameras, die auch ohne zuvor installierte Software laufen - ist möglich. Ferner bietet der PMP die Möglichkeit der Vorführung über das LCD-TFT-Display mit bis zu 260.000 Farben. Dabei ist es auch hier möglich, noch mehr Komfort durch den Anschluss des Probanden an den Fernseher zu erreichen. Das natürliche Reinzoomen und Bewegen des Blickpunktes über die Cursortasten ist genau wie bei Digitalkameras auch mit dem PMP möglich. Einzig das Erstellen einer Sideshow scheint hier zu fehlen - zumindest ist, auch wenn es verwundert, weit und breit keine solche Option auffindbar.


Musik
Bisher konnte der iriver PMP-120 unterm Strich überzeugen. Einzig die Größe, eine fehlende Fernsteuerung und die scheinbar nicht vorhandene Option zum Erstellen einer Sideshow trüben - minimal - den Eindruck. Die nicht vorhandene MPEG-Unterstützung verschafft da schon eher einen faden Beigeschmack.
In der Rubrik „Musik“ leistet der Proband eigentlich alles, was auch ein normaler MP3-Player dem Benutzer bieten kann. Über die USB-Schnittstellen lassen sich schnell und problemlos die gewünschten Tracks herunterladen. Diese können dann in unterschiedliche Playlists verpackt werden. Genauso können sie aber auch in einer gemeinsamen Liste belassen werden, über welche später per Markierung entschieden werden kann, welche Tracks in der nächsten Zeit abgespielt werden sollen. Die Qualität ist, kurz gesagt, makellos. An eine Anlage angeschlossen, bemerkt man kaum den Klangunterschied - vorausgesetzt natürlich, der Track hat eine ordentliche Qualität. Die Klangqualität der Kopfhörer ist hingegen eher schlecht. Fünf vordefinierte Equalizer (Normal, Rock, Jazz, Classical und Ultra Bass) und die Option, einen eigenen zu erstellen, komplettieren das klangliche Angebot. Kleine, integrierte Boxen erlauben zwar das Abspielen ohne Kopfhörer - die Qualität ist hierbei allerdings weniger berauschend. Ansonsten bietet der PMP alle bekannten Features wie „Repeat“, „Shuffle“ und Co. Ferner finden die Musikformate MP3 (CBR & VBR bis zu 320 KBit), WMA und WAV Unterstützung.


Recording
Ein kleines, sehr schnell umrissenes und definitiv erwähnenswertes Feature ist die Möglichkeit, mit dem PMP-120 Ton aufzunehmen. Allerdings liegt dem PMP-120 kein separates Mikrofon bei, wenngleich selbstredend ein zugehöriger Line-In Anschluss existiert. Das intern vorhandene Mikrofon ist ein sehr nettes Gimmick, reicht aber für qualitativ hochwertige Aufnahmen nicht aus. Wer allerdings ein Interview aufnehmen will, das später eh zu Papier gebracht wird, oder mit seinen Freunden rumblödelt und das Ganze in einigen Jahrzehnten noch einmal hören möchte, der wird sich auch über dieses Feature freuen.
Radio
Man wird es kaum glauben, aber auch dies bietet der PMP. Wenn die eigene Musik einmal zu langweilig wird, kann man mit drei bis vier Fingerbewegungen einfach auf den Radioempfang wechseln. Über den Cursor wird dann entweder manuell oder aber automatisch (was sehr gut funktionierte) nach dem nächsten Sender gesucht. Allerdings müssen hierzu die Kopfhörer an die Buchse bewegt werden, da sie Antenne dienen. Die Empfangsqualität unterscheidet sich indes in keinster Weise von der eines herkömmlichen Radios.
Sonstiges
Die vorliegende 20-Gigabyte-Version des PMP-120 bietet Platz für unzählige Stunde Video und Musik. Hört man ausschließlich Musik, so hält der auswechselbare Lithium-Ionen-Akku Herstellerangaben zufolge voll aufgeladen ca. zehn Stunden durch. Genießt man Videos, so sind es immerhin noch fünf. (siehe dazu eigene Laufzeit-Benchmarks)
Über ein gut gelungenes, übersichtliches Setup lässt sich der PMP ferner auf einen jeden Benutzer individuell zuschneiden. In den Rubriken „Allgemein“, „Anzeige“, „Power“, „Mode“, „Sound“, „Uhr“, „System“ und „Aufnahme“ wird der PMP innerhalb von wenigen Minuten an die jeweiligen, unterschiedlichen Wünsche der Benutzer angepasst. Das komplette System läuft auf Linuxbasis.
Zusammenfassend sei nochmals bemerkt, dass die folgenden Formate unterstützt werden: JPEG, BMP, MP3 (CBR & VBR bis zu 320 KBit/s), WMA, ASF, WAV, AVI, ASF sowie DivX 3.11, 4.0, 5.x und XviD. Dem Paket ist ferner ein Handbuch beigelegt - dieses wird aber prinzipiell nicht benötigt. Über die Help-Taste lässt sich zu jeder Zeit ein Hilfe-Menü aufrufen, das anzeigt, mit welchem Tastendruck in dem jeweiligen Menü welche Aktion ausgeführt wird. Dadurch lernt der Benutzer in der Praxis und kann, wenn gewünscht, gleichzeitig auf die Theorie des Userguides zurückgreifen.
Benchmarks
Wenngleich Benchmarkergebnisse bei einer Kaufentscheidung im Bereich der MP3- und Multimediaplayer wohl eher eine weniger bedeutende Rolle einnehmen dürften, wollen wir dem Leser auch in diesem Bereich keinerlei Fakten vorenthalten. Im Folgenden finden sich einige Messungen, die des Spaßes halber nach Möglichkeit mit der 15 -GByte-Version des Apple-iPod (3. Generation) verglichen wurden. Dabei ist vollkommen klar, dass es sich beim iPod um einen „MP3-Only-Player“ handelt, während der PMP ein Multimedia-Player ist. Hierzu gilt es jedoch zu bemerken, dass derzeit keine wirkliche Referenz zum PMP größere Beachtung fand - entsprechend dünn gesät sind die Vergleichswerte.
Datentransferrate
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Mit Blick auf die Datentransferrate muss sich der PMP nicht verstecken. Im relativen Vergleich zum iPod schneidet er - wenn auch nur geringfügig - besser ab.
Durschnittl. Lesegeschwind.
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Durchschnittliche Zugriffszeit
Angaben in Millisekunden
|
Im Bereich der durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit und Zugriffszeit bewegt sich der PMP in annehmbaren Gefilden. Als Vergleich soll hierzu die relativ aktuelle Seagate 380021a mit 80 GB herhalten. Der Hersteller verspricht für das Produkt eine Lesegeschwindigkeit von 35 mbps (20,3 mbps PMP) und 12.9 Millisekunden Zugriffszeit (20,4 ms PMP). Da der PMP, wenn überhaupt, als portable Festplatte angesehen werden muss, seien hierzu auch noch die Vergleichswerte der Iomega 250GB USB 2.0 [1] genannt, die bei 27,8 mbps beziehungsweise 16,78 Millisekunden liegen. Beim Betrachten der Werte muss allerdings bedacht werden, dass die zum Vergleich herangezogenen Festplatten eben als solche konzipiert wurden und über keinerlei Multimediafunktionen verfügen. Aus diesem Grund lässt sich über die etwas schwächeren Werte leichter hinwegsehen.
Prozessor-Auslastung
Angaben in Prozent
|
Die Prozessorauslastung gestaltet sich sogar auf einem AMD XP 1900+ (1,6 Ghz) vergleichsweise gering. Im direkten Vergleich mit der portablen 250-Gigabyte-Festplatte von Iomega belegt der PMP rund 11 Prozent weniger.
Transferdauer 830 MByte
Angaben in Minuten, Sekunden
|
Im direkten Vergleich mit der 15-GB-Version des iPods schneidet der PMP in diesem Test etwas schlechter ab.
Laufzeiten
Wirklich ausschlaggebend dürften hingegen im Bereich der Benchmarks die Akkulaufzeiten sein. Hier erlebt man - im Vergleich zur Herstellerangabe - keine großen Überraschungen. Getestet wurde bei den Lautstärkenstufe 30 von 40 und mit Kopfhörern. Für die Videolaufzeit wurden die Standardanzeigesettings (Brightness 60) verwendet.
Akku-Laufzeiten
Angaben in Stunden, Minuten
|
Die Akku-Laufzeiten variieren in Hinsicht auf die Herstellerangaben nur geringfügig. So verspricht [2] iriver Laufzeiten von fünf Stunden bei der Video- beziehungsweise zehn Stunden unter Musiknutzung. Die Werte sind hierbei allerdings abhängig von der Lautstärke und der Nutzung von Kopfhörern oder den integrierten Boxen. Der Akku ist austauschbar.
Preis und Fazit
Abschließend gilt es, einen weiteren, wichtigen Faktor in Sachen Kaufentscheidung anzusprechen. Denn wie man bei der Aufzählung der Features hat erahnen können, ist der PMP-120 preislich nicht gerade im unteren Segment angesiedelt. Bei Mindfactory kostet die 20-GB-Version 436,98 Euro (zzgl. Versand: 10,61 Euro bei Vorkasse, 16,61 bei Nachnahme, inkl. Versicherung) - allerdings scheint das Gerät derzeit noch nicht lieferbar. Bei MediaMarkt zahlt man derzeit 459 Euro bei sofortiger Lieferbarkeit. Für den Preis erhält man insgesamt betrachtet ein Gros an Features. Um beim Kauf allerdings richtig zu entscheiden, bedarf es einer ganz individuellen Analyse der persönlichen Wünsche und Ansprüche.
Diesbezüglich sei gesagt, dass der PMP für all jene, die ein Allround-Multimedia Gerät suchen, die meisten Anforderungen erfüllen dürfte und somit eine gute Wahl sein sollte. Die Features gestalten sich insgesamt als eine Runde Sache. Der Lieferumfang ist, abgesehen von der fehlenden Fernsteuerung, ordentlich und gerade weil man die Fähigkeiten des PMP schätzt, lässt sich leicht über die größere Dimension hinwegsehen. Für Benutzer, die den PMP nicht „nur“ zum Musik hören einsetzen wollen und keinen allzu großen Wert auf Flexibilität und Mobilität legen und mehr AVI- als MPEG-Videos konsumieren, lohnt sich die Investition sicherlich.
Denjenigen, die in der Hauptsache nach einem MP3-Player suchen, sei in jedem Fall ein anderes Produkt angeraten. Sicher, die vielen Features klingen zur „Bei-Bedarf-Nutzung“ verlockend. Für ein Nicht-Ausreizen der vorhandenen Funktionen lohnt der Kauf aber nicht, da der Preis und insbesondere die Handlichkeit für diese Gruppe von Benutzern schnell zur Ernüchterung beziehungsweise Enttäuschung führen dürfte.
Alles in allem sind irivers erste Schritt auf dem Segment der Multimedia-Player durchaus gelungen. Wirklicher Euphorie oder eine 100-Prozent-Wertung stehen allerdings die von uns aufgeführten Kritikpunkte entgegen. Zusammenfassend fehlt dem iriver PMP zur absoluten Vollendung die MPEG-Unterstützung und eine Fernsteuerung. Dann würde sich über die kleineren Mankos wie die Größe und die analoge Lösung des Radiobetriebes (Kopfhörer an Buchse halten) leichter hinwegsehen lassen. Würde der Hersteller schlussendlich noch einen Flash-Kartenleser zum direkten Einspielen oder gar eine PCMCIA-Schnittstelle (um beispielsweise eine DVB-T TV-Karte nutzen zu können) integrieren, so wäre der PMP-120 ein wahrlich unschlagbarer Multimedia-Allrounder. So aber geht er „nur“ als Pionier mit angemessener Funktionalität in die Annalen der Geschichte ein.
Ein jeder muss sich also überlegen, wie multimedial er außerhalb der eigenen vier Wände denn sein will. In seiner Consumer-Electronics-Sparte als Allround-Gerät muss sich der PMP sicherlich vor keiner Konkurrenz verstecken. Somit läßt sich abschließend sagen: Der iriver PMP-120 ist für Interessenten, die an einem Allrounder interessiert sind und über das nötige Kleingeld verfügen, eine solide Wahl.





