ComputerBase

Test: Sony PlayStation Portable

von Pierre Wisnia, Tobias Huber

Einleitung

Wenn man sich heutzutage eine Spielkonsole für unterwegs kaufen möchte, ist man beinahe ausschließlich auf Produkte von Nintendo angewiesen. Deren Game-Boy-Serie hat seinen Thron in den letzten eineinhalb Jahrzehnten erfolgreich gegen zahlreiche Mitbewerber wie Segas GameGear, Nokias N-Gage oder 3DOs Wonderswan verteidigen können – meist trotz technischer Unterlegenheit. Noch dazu hat der GameBoy kürzlich Unterstützung durch den „Nintendo DS“ erhalten, welcher mit weiteren spielerischen Raffinessen wie beispielsweise einem Touch-Screen als zweitem Bildschirm und WLAN-Unterstützung aufwartet.

PSP Vorderansicht
PSP Vorderansicht

Doch nun schickt sich Sony an, den Platzhirsch mit der Playstation Portable in die Schranken zu weisen und zu zeigen, dass man auch auf diesem Markt mehr als nur konkurrenzfähig ist. Dazu vertraut Sony nicht nur auf ein schickes Äußeres, sondern verpasst der PSP ein hochauflösendes Display, WiFi-Unterstützung und gute Multimedia-Fähigkeiten. Außerdem setzt man auf optische Datenträger statt auf Cartridges. Dass diese Rechnung aufgehen kann, hat Sony schon 1994 mit der ersten Playstation bewiesen. Doch kann die PSP den Erfolg von damals wiederholen und Nintendos Erfolgssysteme auf den zweiten Platz verbannen? ComputerBase hat sich das Technikwunder vorab aus Japan importiert, getestet und zeigt, zu welchen Fähigkeiten die PSP im Stande ist.

Äußeres

Sony hat sich beim Design der PSP viel Mühe gegeben, das Gerät ordentlich in Szene zu setzen. Und es lässt sich nicht leugnen, dass dies auch wirklich gelungen ist. Nichts an der kleinen Konsole sieht in irgendeiner Form billig aus. Die Vorder- und Rückseite des Gerätes sind in einem schicken Schwarz gehalten. Dazwischen verläuft ein silberner Streifen und verleiht dem Äußeren der PSP eine weitere besondere Note.

PSP Vorderansicht
PSP Vorderansicht
PSP Front
PSP Front
PSP quer
PSP quer

Den Hauptteil der Front ziert natürlich das sehr große und im 16:9-Format gehaltene Display. Rechts davon befinden sich die seit der ersten Playstation bekannten X-, Quadrat-, Dreieck- und Kreis-Tasten. Auf der linken Seite liegt das gewohnte Steuerkreuz. Außerdem ist hier noch eine Art Analog-Stick zu finden. Links unterhalb des Displays befinden sich die Home-Taste zur Rückkehr in das PSP-Hauptmenü und zwei Tasten zum Regeln der Lautstärke. Weiter rechts findet man Tasten zum Einstellen der Displayhelligkeit und zum Zuschalten eines Software-Equalizers, dessen Wirkung allerdings nur bei Nutzung von Kopfhörern wahrnehmbar ist. Außerdem befinden sich hier noch die Select- und Start-Taste. Mittlerweile üblich für alle Konsolen sind die linken und rechten Schultertasten, so dass diese auch hier – aus transparentem Plastik bestehend – wiederzufinden sind.

PSP Oben unten
PSP Oben unten
PSP Seite
PSP Seite
Stromanschluss
Stromanschluss
Profilansicht oben
Profilansicht oben
PSP Halteschlaufe
PSP Halteschlaufe

An der Unterseite der PSP sind die Anschlüsse für die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer (mit eingebauter Fernbedienung) und das Netzteil. Warum Sony den Netzteil-Anschluss allerdings in Gelb gehalten hat, statt wie den Rest der PSP in Schwarz, entzieht sich unserer Kenntnis. An der linken Seite der Playstation Portable befinden sich ein Schalter zum Aktivieren und Deaktivieren der WLAN-Funktion und der Schacht für den Memory Stick Duo (oder PRO Duo). Die rechte Seite enthält lediglich den Powerschalter der PSP. Zwischen den Schultertasten an der Oberseite hat Sony den USB2.0-Anschluss und die Infrarot-Schnittstelle platziert. Außerdem findet man hier den Schalter zum Öffnen des UMD-Laufwerks.

PSP Rückansicht
PSP Rückansicht
PSP mit UMD
PSP mit UMD

MemoryStick Einschub
MemoryStick Einschub
Schulterknöpfe der PSP
Schulterknöpfe der PSP

Während die komplette Front des Gerätes aufgrund einer glatten Oberfläche glänzt und spiegelt, hat die Rückseite eine raue und glanzlose Oberfläche. Sie wird von einem großen PSP-Logo geziert und enthält auf der linken Seite die Abdeckung für den austauschbaren Akku.

Technische Daten

Werfen wir einen Blick auf die inneren Werte der portablen Konsole. Unter der Haube der PSP verrichten im Grunde mehrere Prozessoreinheiten mit insgesamt vier MByte eDRAM auf einem Baustein ihren Dienst. Das Herzstück ist ein MIPS-R4000-32Bit-Prozessor, dessen Taktfrequenz frei von einem MHz bis hin zu 333 MHz gewählt werden kann und der auch die Fließkomma- und Vektoreinheit, welche Berechnungen mit bis zu 2,6 Gigaflops ermöglicht, beherbergt. Die von dem MIPS-R4000 gesteuerte 3D-Grafik-Engine ist mit zwei MByte Videospeicher ausgestattet und ist für die Verarbeitung von Spielen zuständig. Momentan ist der Prozessor jedoch noch auf 222 MHz gedrosselt – in mehr oder weniger naher Zukunft sollen dann Spiele auch die letzte Beschränkung aufheben und damit die vollen 333 MHz freigeben. Dies wird aber wohl erst dann Sinn ergeben, wenn stärkere Akkus seitens Sony verfügbar sind.

MIPS R4000
MIPS R4000

Dem Hauptprozessor steht ein separater Mediaprozessor, die so genannte Media Engine, zur Seite, welcher exklusiv für Sound, Filme und das I/O-Management zuständig ist. Wie die Haupt-CPU ist die Media Engine auch eine MIPS-R4000-CPU mit einer zusätzlichen, rekonfigurierbaren Virtual Mobile Engine für Audio- und Videodekodierung sowie einem Hardwarebeschleuniger für das Videokompressionsformat H.264. Der Takt der Media Engine ist ebenfalls von einem bis 333 MHz regelbar. Diese verfügt bei Bedarf über die restlichen zwei MByte eDRAM. Der Bus der Media Engine taktet mit der halben CPU-Frequenz, also maximal 166 MHz. Der Grafikprozessor kann neben Polygonen auch Curved Surface Primitives, Clipping, Morphing und Weiteres verarbeiten. Der verbaute Chip kann rein theoretisch 33 Millionen Polygone pro Sekunde berechnen.

Der gesamte Chip enthält sechs Millionen Transistoren und wird im 90-nm-Prozess in Sonys Fabrik in Nagasaki hergestellt, wobei sich der Chip mit einer Spannungsaufnahme von 0,8 bis 1,2 Volt begnügt. In der PSP sind insgesamt 32 MB Arbeitsspeicher verbaut – zu Beginn waren hier nur acht MB geplant, was sich jedoch sehr schnell als zu wenig erwiesen hat. Zu diesen 32 MByte gesellen sich dann noch die vier MB seitens der CPU.

Sony UMD
Sony UMD
UMD Vorder und Rückseite
UMD Vorder und Rückseite
PSP mit UMD und Speicher
PSP mit UMD und Speicher

Als verwendeter Datenspeicher setzt Sony auf die UMD (Universal Media Disc), eine doppelschichtige Mini-DVD mit sechs Zentimeter Durchmesser und einer Speicherkapazität von 1,8 GB. Als Transferrate werden bis zu elf MByte/s angegeben – also circa die doppelte Geschwindigkeit eines normalen DVD-Systems. Auch in Sachen Kopierschutz lässt Sony nichts unversucht, denn mit Hilfe von DiscID und AES sollen Raubkopien vermieden werden. Ebenso wird es keine UMD-Brenner oder ähnliche Geräte geben. Verwunderlich ist jedoch, warum Sony das Gehäuse der UMD nicht komplett geschlossen hält. Ein Schiebe-System zum Schutz der UMD wie zum Beispiel bei der MiniDisc gibt es nicht. Im Falle des Falles fasst man also direkt auf den Datenträger.

In unseren Augen ist dieses System noch verbesserungswürdig und -fähig. Einen weiteren kleinen Schatten auf das Medium UMD wirft die teilweise doch recht lange Ladezeit – bis zu 45 Sekunden sind keine Seltenheit, womit sich die PSP in einem gerade noch erträglichen Rahmen hält. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass Sony zu Gunsten der Ladezeiten mehr Gewichtung auf den deutlich schneller arbeitenden Flash-Speicher des Memory Sticks setzen wird – das Thema Kopierschutz lässt grüßen.

Lieferumfang

Sony liefert die Playstation Portable in Deutschland im so genannten „Value Pack“ aus, dessen offizieller Verkaufspreis bei 249 Euro liegt. Hierbei erhält der Kunde neben der eigentlichen PSP noch eine ganze Reihe an Zubehör. Im Set enthalten sind:

Außerdem gibt Sony in einer Pressemitteilung an, dass die ersten Käufer einer PSP, die ihr Gerät auf der offiziellen Website [1] registrieren, den UMD-Film „Spider Man 2“ kostenlos erhalten.

PSP Value Pack
PSP Value Pack
Tasche und Stick
Tasche und Stick

Spiele zum Deutschlandstart

Da eine Konsole alleine nicht viel bringt, auch mit Demo-Datenträger nicht, unterstützen beinahe zwei Dutzend Spiele den Deutschlandstart der Playstation Portable. Dabei ist so ziemlich jedes Genre vertreten, so dass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Preislich liegen die Spiele zwischen 20 und 50 Euro (Quelle: Geizhals.at [2]). Die folgenden Spiele betreten zusammen mit der PSP den deutschen Markt und buhlen um die Gunst des Käufers:

Darüber hinaus akzeptiert die PSP Importspiele auch ohne Mod-Chip, so dass sich die verfügbare Palette auf die in Japan und den USA erhältlichen Spiele erweitert. Wem das immer noch nicht genug ist, der kann sich außerdem auf verschiedene Musikalben beziehungsweise Filme im UMD-Format freuen, welche ebenfalls ab dem ersten September erhältlich sein werden. Hier hat Sony der Konsole allerdings einen Regionscode verpasst, so dass nur die Filme auf der PSP laufen, die für dieselbe Region gedacht sind.

Handling und Ergonomie

Die wichtigste Frage bei einer Spielkonsole (neben Grafik und Sound) ist die Spielbarkeit. Ohne einen guten Controller bringt die beste Grafik nichts, weil man das Spiel nicht optimal bedienen kann. Bei tragbaren Konsolen sind außerdem das Display und der Akku wichtig.

Haptik

Fangen wir also mit der Bedienbarkeit an. Im Großen und Ganzen kann die PSP auf diesem Gebiet überzeugen. Das Gerät liegt dank einer leichten Wölbung der Rückseite recht gut in der Hand, auch wenn sie mit einer Masse von 260 Gramm vergleichsweise schwer ist. Die raue Oberfläche an der Rückseite verhindert, dass die PSP im Eifer des Gefechts und z.B. durch schwitzige Hände aus den Fingern rutscht.

Auch die Tastenanordnung ist gelungen. Das Steuerkreuz und die vier Tasten auf der rechten Seite sind allesamt groß genug, stets erreichbar und haben einen guten Druckpunkt. Selbiges lässt sich auch über die beiden Schultertasten sagen, die mit den Zeigefingern problemlos zu erreichen sind. Beim längeren Spielen könnten allerdings vor allem große Hände schnell schmerzen, da sich unter anderem die Kreis-Taste sehr weit am Außenrand der PSP befindet und somit nur durch Verkrampfen des Daumens erreichbar ist.

Analog Stick der Steuerung
Analog Stick der Steuerung
WLAN Schalter
WLAN Schalter
PSP Front
PSP Front
PSP quer
PSP quer
Profilansicht oben
Profilansicht oben

Nicht ganz zufriedenstellend lässt sich in unseren Augen der Analogstick benutzen, welcher aufgrund des Steuerkreuzes ein wenig zu weit nach unten verlagert wurde. Außerdem erwies er sich als etwas träge, was seine Nutzung etwas gewöhnungsbedürftig macht. Ebenfalls als gewöhnungsbedürftig stellen sich die Tasten unter dem Display heraus, da sie während des Spielens eher schlecht als recht nutzbar sind. Will man beispielsweise mit der Start-Taste in das Pausenmenü schalten, kann es passieren, dass man erst einmal ein paar Sekunden nach ihr tastet, bevor man den Knopf drückt. Diese Sekunden können aber beispielsweise in Ridge Racer den Verlust der eigenen Position bedeuten.

Display

Um es vorwegzunehmen: Das Display der PSP stellt absolut alles in den Schatten, was es momentan auf dem Sektor des „portable Gaming“ gibt oder gab. Das liegt zum einen an der Größe des Displays, denn 4,3 Zoll bei einem Seitenverhältnis von 16:9 bieten mächtig viel Platz – in Zahlen bedeutet dies 480 x 272 Bildpunkte. Auf dem Display wirken alle Grafiken überaus detailliert und scharf. Die Helligkeit kann im Akku-Betrieb in drei Stufen angepasst werden. Zur Verfügung stehen 80 cd/m² (dunkel), 130 cd/m² (mittel) oder 180 cd/m² (hell). Hat man das Gerät direkt am Stromnetz angeschlossen, so sind sogar 200 cd/m² möglich. Wird der Helligkeits-Knopf gedrückt gehalten, so lässt sich die Hintergrundbeleuchtung komplett ausschalten. Positiv fällt auch der Blickwinkel des Displays auf. Auch wenn die Farben etwas blasser werden, lässt sich beim Betrachten von der Seite, von oben oder unten alles auf dem Bildschirm dargestellte klar und deutlich erkennen.

PSP Display
PSP Display
PSP in den Händen
PSP in den Händen

Doch das verspiegelte Display birgt auch ein paar Nachteile. So sind Fingerabdrücke und Kratzer sehr schnell sichtbar, und die PSP wirkt bei ungenügender Pflege doch etwas „abgegriffen“. Beim mobilen Spielvergnügen unter freiem Himmel sollte man sich auf jeden Fall einen schattigen Platz suchen, denn bei direkter Sonneneinstrahlung ist die PSP nur noch als Spiegel zu gebrauchen – an Spielen ist nicht mehr zu denken. Ebenso ist uns eine teilweise wahrnehmbare Schlierenbildung bei speziellen Farben wie etwa Rot aufgefallen. Dieses Manko dürfte erst in der nächsten Display-Generation aus dem Weg geräumt sein.

Doch auch bei der aktuellen PSP kann eins nicht gänzlich ausgeschlossen werden: Pixelfehler. Wie bei einem handelsüblichen TFT-Bildschirm muss man auch beim Kauf der PSP damit rechnen, dass einzelne Bildpunkte ganz oder teilweise defekt sind. So hat es bei unserem Testgerät gleich zwei Bildpunkte erwischt, die ständig weiß leuchten. Dies sollte allerdings nicht überbewertet werden, da diese Punkte tatsächlich nur dann auffallen, wenn man danach sucht. Während des Spielens stören sie nicht.

Akku

Der Akku der PSP ist mit seinen 1800 mAh (bei 3,6 V Stromaufnahme) etwas unterdimensioniert. Und genau aus diesem Grund bietet Sony zum Start in Europa auch gleich den passenden Zweit-Akku als Zubehör an.

Die Sony PSP hält bei der Wiedergabe von Musikdateien circa acht bis zehn Stunden durch. Anzumerken ist, dass sich bei der Musikwiedergabe das Display nach einer gewissen Zeit von selbst abschaltet. Beim mobilen Gaming macht der Akku schon nach drei bis fünf Stunden schlapp. Dies richtet sich sehr stark danach, wie oft auf die Spiele-UMD zugegriffen wird, um Daten nachzuladen. Bei Ridge Racer erreichten wir eine Spielzeit von knapp vier Stunden, bei Lumines etwa sechs Stunden. Beim WLAN-Gaming mit Ridge Racer kann man von einer Spielzeit von knapp drei Stunden ausgehen.

Sony PSP Akku
Sony PSP Akku

Da sich das UMD-Medium als der limitierende Faktor herauskristallisiert hat, ist es nicht verwunderlich, dass man bei der Wiedergabe von UMD-Videos nur auf knappe 2,5 Stunden mobilen Filmgenuss' kommt. Beim Abspielen von Videodateien über den MemoryStick Pro erreichten wir immerhin fast vier Stunden. Kurzum, die sinnvolle Investition in einen Ersatz-Akku (39,95 Euro) ist für jeden PSP-Besitzer das ideale Geburtstagsgeschenk oder kann ihm in ein paar Monaten unter den Weihnachtsbaum gelegt werden.

Konnektivität

USB

Möchte man Daten von PC oder Mac auf den Memory Stick (Duo) in der PSP übertragen, geht dies über zwei Wege: den USB-Anschluss am Gerät oder mit Hilfe eines Kartenlesers. Glücklicherweise hat Sony die PSP mit einem USB2.0-Anschluss versehen, dessen Geschwindigkeit nur von dem verwendeten Memory Stick in der PSP begrenzt wird. Der beiliegende Memory Stick Duo mit 32 MB erreicht im Test mit Simpli Softwares „HDTach 3.0.1“ beispielsweise einen durchschnittlichen Datendurchsatz von 4,1 MB/s. Ein Memory Stick PRO Duo (1 GB), welcher ebenfalls mit der PSP getestet wurde, konnte Daten im Durchschnitt mit 6,6 MB/s übertragen.

Um die Playstation Portable mit dem PC zu verbinden, muss man, nachdem das USB-Kabel am entsprechenden Port angeschlossen worden war, der PSP mitteilen, dass sie nun die Verbindung herstellen soll. Dazu muss im Menü der PSP der Punkt „USB-Verbindung“ aufgerufen und mit der Kreis-Taste aktiviert werden. Ist dies getan, melden Windows 2000 und XP einen neuen Wechseldatenträger und installieren die nötigen Treiber von selbst.

Massenspeicher
Massenspeicher

Nun kann frei nach Herzenslust kopiert, gelöscht, verschoben und verändert werden. Allerdings nutzt die PSP eine bestimmte Ordnerstruktur auf dem Datenträger, so dass sie beispielsweise MP3-Dateien nur aus dem „MUSIC“-Ordner lesen kann. Als sehr praktisch erweist sich der Anschluss an den PC auch, wenn man Spielstände archivieren oder mit Freunden tauschen möchte.

Memory Stick

Natürlich ist es genauso einfach, die Daten per Kartenleser auf den Memory Stick zu spielen. Allerdings muss auch hier auf die Ordnerstruktur geachtet werden. Vorsicht auch beim Formatieren: Die PSP kommt nur mit dem FAT-Dateisystem zurecht, FAT32 kann nicht genutzt werden.

Sollten die 32 MB des mitgelieferten Memory Sticks nicht ausreichen, etwa weil man seine Lieblings-Alben auf die Speicherkarte laden und mit der PSP hören möchte, ist es möglich, weitere und größere Speicherkarten zu kaufen. Die PSP unterstützt alle Memory Sticks im Duo-Format, einschließlich der PRO- und High-Speed-Serie. Nicht unterstützt werden hingegen Memory Sticks ohne „Duo“ – sie passen schlichtweg nicht in den Schacht der PSP. Auch in Bezug auf die Kapazität setzt Sony keine Grenzen. So hat beispielsweise SanDisk in seiner neuen und extra für die PSP auf den Markt gebrachten "Gaming"-Serie einen Memory Stick PRO Duo im Angebot, der mit einer Kapazität von zwei Gigabyte aufwartet. Damit sollte er mehr als genug Platz für Spielstände, MP3-Alben und Videos bieten.

MemoryStick 1GB
MemoryStick 1GB
MemoryStick 1GB und 2GB
MemoryStick 1GB und 2GB

Kabellose Verbindungen

Zur Kommunikation mit anderen ihrer Art besitzt die Playstation Portable neben einer Infrarot-Schnittstelle auch die Fähigkeit zu Wireless LAN nach dem IEEE 802.11b-Standard, mit dem bis zu 11 Megabit je Sekunde übertragen werden können. Die WLAN-Funktionalität kann mit dem Schalter an der linken Seite aktiviert und deaktiviert werden.

Bevor das Funknetz aufgebaut werden kann, müssen im Menü die wichtigsten Einstellungen vorgenommen werden. Die PSP unterscheidet dabei zwischen dem „Ad hoc“-Modus, bei dem die einzelnen PSPs direkt miteinander kommunizieren, und dem „Infrastructure“-Modus. Bei letzterem verbinden sich die Geräte über einen nahe gelegenen Access-Point, so dass sich das Netzwerk nicht nur auf die PSPs beschränkt, sondern auch PCs miteinschließt. Außerdem besteht so die Möglichkeit, mit dem PSP-eigenen Browser im Internet zu surfen und die Systemsoftware der PSP auf diesem Wege zu aktualisieren.

Im „Ad hoc“-Modus benötigt die Playstation Portable lediglich den Kanal, über den sie sich mit ihresgleichen unterhalten soll. Wird aber der Infrastructure-Modus ausgewählt, braucht die PSP sämtliche Zugangsdaten des Routers. Dazu zählen die SSID, die Form der Verschlüsselung (die PSP unterstützt WEP und WPA-PSK) und den Schlüssel, sowie die Adresseinstellungen. Verteilt der Router die IP-Adressen, kann der letzte Punkt auf automatisch gestellt werden, ansonsten lassen sich hier alle wichtigen Einstellungen wie IP-Adresse, Subnetz-Maske und Gateway vornehmen.

Sind alle Einstellungen vorgenommen, muss sich die PSP nur noch mit dem Netzwerk verbinden, sprich entweder der Mehrspieler-Modus in einem Spiel oder der Browser im PSP-Menü aktiviert werden. Eine nette Funktion ist darüber hinaus das "Game-Sharing". Dabei kann, ähnlich wie Nintendo es beim GameBoy Advance eingeführt hat, ein Spiel, das in einer PSP steckt, über das Netzwerk auch auf anderen PSPs gespielt werden. Dies ermöglicht einen Mehrspieler-Modus mit nur einer Spiel-UMD.

Software

Menü

Startet man die PSP, ohne eine UMD eingelegt zu haben oder drückt man während eines Spiels die Home-Taste, so gelangt man in das PSP-Menü. Von hier aus hat man Zugriff auf alle Funktionen und Optionen, die die Playstation Portable dem Benutzer bietet. Sony hat das Menü sehr intuitiv gestaltet. Unterschiedliche Anwendungsgebiete sind nebeneinander, deren einzelne Funktionen untereinander angeordnet. Navigiert wird über das Steuerkreuz, während mit der Kreis-Taste bestätigt und mit der X-Taste abgebrochen wird. Bei manchen Optionen dient die Dreieck-Taste dazu, ein Untermenü für weitere Einstellungen aufzurufen. Der Analog-Stick hat keine Funktion.

PSP_Februar
PSP_Februar
PSP_Mai
PSP_Mai
PSP_September
PSP_September

Kommt man zum Beispiel aus einem Spiel in das Menü, befindet man sich im „Bereich“ Spiel, auf der Funktion „UMD“. Drückt man das Steuerkreuz nun nach unten, kann man ein auf dem Memory Stick vorhandenes Spiel starten. Mit einem Druck nach oben hingegen kommt man auf die Verwaltung der Spielstände. Ein weiteres mal nach oben bringt den Benutzer auf die Game-Sharing-Funktion. Rechts vom Bereich „Spiele“ ist der „Netzwerk“-Bereich zu finden. Hier ist bis dato nur der Internet Browser der PSP aufrufbar. Links von „Spiele“ sind die Bereiche „Video“, „Musik“ und „Foto“ zu finden. Hier wird jeweils der Zugriff auf den Memory Stick angeboten, um die darauf enthaltenen Dateien zu öffnen.

Zu guter Letzt befinden sich am äußeren linken Rand die Einstellungen. Hier kann der Benutzer die PSP-interne Software über das Funknetz aktualisieren (unsere Version ist 2.0), den USB-Modus aktivieren und das System nach Belieben konfigurieren – etwa die Farbe des Menüs und ein eventuelles Hintergrundbild, Datum und Zeit, Energiespar-Funktionen, Video-, Foto-, Sound-, Sicherheits-, System- und Netzwerkeinstellungen festlegen. Auch eine Kindersicherung ist in den Sicherheits-Einstellungen vertreten.

Als besonders nützlich erweist sich darüber hinaus die Funktion, dass beim Ausschalten der PSP der letzte Stand, sei es im Menü oder in einem Spiel, gespeichert wird. Auf diese Weise kann man das Spiel unterbrechen und später an dieser Stelle weiterspielen, ohne die PSP in Betrieb halten und den Akku belasten zu müssen.

Browser

Hat man über Funk mit einem Access-Point Verbindung aufgenommen, der zudem noch über einen Internetzugang verfügt, kann man mit dem Browser der PSP online gehen. Die Oberfläche bietet alle vom Desktop gewohnten Schaltflächen, einschließlich „Vorwärts“, „Zurück“ und „Aktualisieren“. Diese sind übersichtlich am unteren Bildschirmrand in Dreiergruppen angeordnet. Neben den Standard-Schaltflächen sind auch diverse weitere Menüs aufrufbar. Hierzu zählen der Verlauf der besuchten Webseiten, welcher auf dem Memory-Stick gespeichert wird, die gesetzten Lesezeichen und das Werkzeuge-Menü, in welchem die Spuren der virtuellen Reise durch das Internet gelöscht werden können.

Der Analog-Stick dient im Browser als Ersatz für eine Maus. Mit ihm wird der bekannte Pfeil gesteuert. Mit dem Steuerkreuz kann zwischen den Funktionen der Benutzeroberfläche oder den Links auf den Webseiten gewechselt werden. Die X-Taste dient zum einen zum Abbrechen der Optionen und zum anderen zum Ausblenden der Oberfläche, so dass der Anwender den gesamten Bildschirm zum Anzeigen der aufgerufenen Webseite nutzen kann. Bei ausgeblendetem Menü kann mit ihr der Browser geschlossen und in das PSP-Menü zurückgekehrt werden. Mit der Kreis-Taste lassen sich Optionen bestätigen und Links auf den Webseiten „anklicken“. Hierbei ist anzumerken, dass der PSP-Browser Tabbed-Browsing unterstützt. Hält man die Kreis-Taste nach Betätigen eines Links gedrückt, so wird die gewünschte Seite in einem neuen Tab geöffnet. Hält man die Quadrat-Taste gedrückt und betätigt die linke oder rechte Schultertaste, kann man zwischen den einzelnen Tabs hin- und herschalten.

In Verbindung mit dem Steuerkreuz oder dem Analog-Stick ermöglicht die Quadrat-Taste das Scrollen auf der aktuell angezeigten Seite. Dies ist auch dringend nötig, da die physikalische Auflösung des Displays den sichtbaren Bereich stark einschränkt. Es ist zwar möglich, die Darstellung der Websites zu verändern, jedoch wirkt sich das Verändern negativ aus, wenn auf der darzustellenden Seite Bilder vorhanden sind, die die Auflösung des Bildschirms sprengen. Die Schultertasten selbst dienen als Ersatz für die Vor- und Zurück-Schaltflächen, während die Dreieck-Taste das Menü ein- und ausblendet. Über die Schaltfläche „Hilfe“ kann die Tastenbelegung aufgerufen werden, falls man sie vergisst.

PSP Browser Forum
PSP Browser Forum
PSP Browser Google
PSP Browser Google

Als sehr umständlich erweist sich das Eingeben von URLs. Dazu wird die Software-Tastatur der PSP aufgerufen, die an die Tasten eines Handys erinnert. Nun wird auf einer Schaltfläche mehrfach die Kreis-Taste gedrückt, um zwischen den darin enthaltenen Buchstaben zu wechseln. Um beispielsweise das "s" zu erreichen, geht man auf die Schaltfläche "pqrs7" und drückt viermal die Kreis-Taste. Anschließend wechselt man mit der rechten Schultertaste zum nächsten Buchstaben. So wird die Eingabe einer längeren Webadresse zu einem umständlichen Unterfangen. Dankenswerterweise hat Sony die gängigsten Kürzel wie etwa „www.“, „.htm“ oder „.de“ ebenfalls mit in diese Tastatur integriert, so dass zumindest dieser Teil vereinfacht wird. Ein weiteres Problem bei der Adress-Eingabe besteht in der Groß- und Kleinschreibung. Der PSP-Browser unterstützt nämlich nur kleine Buchstaben, wodurch die Eingabe eines Direktlinks, der auch Großbuchstaben enthält, unmöglich wird.

PSP Browser URL Eingabe
PSP Browser URL Eingabe
PSP Browser ComputerBase
PSP Browser ComputerBase
PSP Browser ComputerBase
PSP Browser ComputerBase

Ähnliche Probleme hat der Browser bei Flash-basierten Webseiten, da diese nicht dargestellt werden können. Keine Probleme gibt es hingegen mit Downloads. Diese werden in einem vorher festgelegten Ordner auf dem Memory Stick gespeichert. Beim Download stellt sich jedoch heraus, dass die PSP nicht die 11 Mbit/s des IEEE 802.11b-Standards nutzt. Trotz voller Signalstärke dauerte ein Test-Download von Microsofts 33 Megabyte großen „DirectX 9.0c“-Paket mehr als 20 Minuten. Zum Vergleich: Dieser Download dauert mit der vollen Geschwindigkeit eines DSL 1000 Anschlusses etwa fünf Minuten.

Multimedia

Audio

Eine immense Rolle im Bereich Multimedia spielt neben dem grandiosen Display das Thema Sound. Die eingebauten Mini-Lautsprecher erfüllen ihren Zweck, wenn man deren Größe und die gegebenen Platzverhältnisse berücksichtigt, doch sehr gut. Man kann zwar gerade den Mittel- und Tieftonbereich bemängeln, denn hier fehlt es eindeutig an Dynamik und die Lautsprecher klingen etwas blechern. Unterm Strich ist es für eine mobile Spielkonsole jedoch mehr als genügend.

Sony PSP Kopfhörer
Sony PSP Kopfhörer

Wer kräftigeren Sound möchte, sollte sowieso zu den beiliegenden Kopfhörern greifen, mit welchen die PSP ihre Klangqualitäten zur Geltung bringt. Der Sound über die Kopfhörer ist glasklar und sehr kräftig. Werden die Kopfhörer an der PSP angeschlossen, erhält man Zugriff auf einige vordefinierte Equalizer-Profile. Wie bereits erwähnt, kann man die PSP auch als mobilen MP3-Player zweckentfremden – und dies nicht mal schlecht, denn die Sound-Qualität mit den Kopfhörern kann man durchaus mit einem iPod aus dem Hause Apple vergleichen. Im Music-Player werden alle Songs aufgelistet und sogar, falls vorhanden, mit dem entsprechenden Album-Cover versehen. Man hat die Möglichkeit verschiedene Lieder zu einer Gruppe zusammenzufassen. Natürlich stehen auch die üblichen Funktionen wie Shuffle, Repeat etc. zur Verfügung.

Foto und Video

Auch als tragbarer Videoplayer ist die PSP sehr gut zu gebrauchen. Sei es ein Film von einer UMD oder ein Video vom Memory Stick, die PSP stellt es scharf dar. Leider besteht das Gerät jedoch auf ihr eigenes MPEG4-Format, so dass andere Formate nicht abgespielt werden können. Dies bedeutet, dass alles, was auf dem Gerät abgespielt werden soll, vorher neu codiert werden muss. Entsprechende Encoder hierfür sind das Freeware-Tool „PSP Video 9 [3]“ und Xilisofts „PSP Video Converter [4]“. Letzteres ist jedoch Shareware und ohne Registrierung können dabei nur die ersten fünf Minuten eines Filmes codiert werden. Außerdem ist noch ein zusätzliches Programm zum Überspielen der Videos auf die PSP notwendig, wohingegen PSP Video 9 eine solche Funktion bereits beherbergt.

Man kann das Video natürlich auch mit Hilfe des Windows-Explorers (oder eines anderen Dateiverwaltungs-Programmes) auf den Memory Stick übertragen, doch ist es mit einem passenden Programm erheblich einfacher. Die Filme werden nämlich im Gegensatz zu anderen Dateien nicht in einem entsprechenden "VIDEO"-Ordner, sondern im Order „MP_ROOT“ gespeichert. Auch die Dateinamen müssen PSP-konform sein. Während Fotos und MP3-Dateien ihren ursprünglichen Dateinamen behalten können, müssen Videos nach einem speziellen Schema benannt werden.

PSP Video 9 Screen1
PSP Video 9 Screen1
PSP Video 9 Screen2
PSP Video 9 Screen2
PSP Video 9 Screen3
PSP Video 9 Screen3

Sowohl bei PSP Video 9 als auch in Xilisofts Converter hat der Anwender Zugriff auf die wichtigsten Optionen, wie das Video am Ende codiert werden soll: darunter Auflösung, Bildwiederholrate und Bitrate. Bei einigen Punkten unterscheiden sich jedoch die Möglichkeiten beider Programme, so dass jeder selbst entscheiden muss, welches für ihn das richtige ist. Natürlich sind alle Einstellungen auf die Fähigkeiten der PSP beschränkt oder liegen leicht darunter. Die maximale Auflösung beträgt dabei 320 x 240 Pixel im Format 4:3 bzw. 368 x 208 Pixel bei 16:9 Format. Auch beim Ton gibt es Einschränkungen: maximal Stereo ist erlaubt, bei einer Sampling-Rate von 24000Hz.

Xili Converter
Xili Converter
Animatrix
Animatrix

Natürlich kann die PSP nicht nur bewegte Bilder abspielen, sondern auch als elektronisches Fotoalbum für unterwegs dienen. Dabei kann man die Bilder entweder einzeln auswählen und betrachten oder sie als Slideshow laufen lassen. Das Tempo dieser Slideshow kann in den Einstellungen verändert werden. Zusätzlich können die Bilder über das Funknetz mit anderen PSPs getauscht werden.

Zugelassen sind grundsätzlich JPEG-Bilder, speziell Fotos aus einer Digitalkamera. Mit der Firmware 2.0, welche auch auf allen europäischen PSPs vorhanden ist, sind auch Bitmaps, GIF- und PNG-Bilder darstellbar. Doch hierbei gibt es Einschränkungen. So können Bilder mit einer sehr großen Auflösung nicht angezeigt werden. Auch bei Bildern, die zwischenzeitlich am PC bearbeitet wurden, kann die PSP die Darstellung verweigern.

Games

Ridge Racer

Wenden wir uns nun dem eigentlichen Haupteinsatzgebiet der Playstation Portable zu: dem Spielen. Und was läge näher, um die flotte Grafik der PSP zu demonstrieren, als ein schnelles Rennspiel. Tatsächlich gehört „Ridge Racer“ bisher zu den grafisch opulentesten Spielen für Sonys Kleine. Startet man das Spiel zum ersten Mal, glaubt man dies allerdings nicht. Namco hat – wie übrigens auch bei anderen Titeln der Reihe – ein Minispiel namens „New Rally X“ eingebaut, welches nach der Anzeige des Firmenlogos startet und optisch und spielerisch eher an Spielkonsolen der 90er Jahre statt an eine moderne – wenn auch tragbare – High-Tech-Konsole erinnert. Gerade hier fällt die Trägheit des Displays auf, da die sich bewegenden Autos und Wände einen nicht zu übersehenden Schweif nach sich ziehen. Auch wenn dieses Minispiel Spaß macht, kann man es mit einem Druck auf die Select-Taste beenden und zum richtigen Ridge Racer übergehen.

Ein flottes Intro-Video entschädigt für den kleinen Schock von eben und leitet den Spieler in die Materie ein. Inhaltlich kann Ridge Racer als eine Art Zusammenfassung der bisherigen Serie angesehen werden. 24 größtenteils bekannte Strecken wollen mit 54 unterschiedlichen Fahrzeugen befahren werden. Natürlich sind nicht alle Strecken und Fahrzeuge von Anfang an verfügbar, sondern müssen nach und nach freigespielt werden.

Ridge Racer2
Ridge Racer2
Ridge Racer3
Ridge Racer3
Ridge Racer4
Ridge Racer4

Beim ersten Start muss zu aller erst ein Fahrerprofil erstellt werden. Dazu wird mittels der schon bemängelten Software-Tastatur ein Spielername vergeben und das Profil das erste Mal auf dem Memory Stick gesichert (Achtung: Es kann immer nur ein Profil auf einem Memory Stick gespeichert werden). Nun kann man sich entscheiden, ob man das automatische Speichern aktivieren möchte, was den Vorteil hat, dass man sich um seine Erfolge und Preise nicht zu sorgen braucht. Hat man diese Prozedur hinter sich, kommt man ins Hauptmenü des Spiels. Hier hat man die Wahl zwischen den Modi „Welt-Touren“, „Einzelrennen“, „Zeitrennen“, „Wireless-Kampf“, „Speichern/Laden“ und „Optionen“.

Die meiste Zeit wird der Spieler vermutlich im Welt-Touren-Modus verbringen. Hier geht es darum, in zahlreichen Rennen zu gewinnen und damit Preise wie neue Fahrzeuge, Strecken und weitere Touren freizuschalten. Während die Rennen der Basistour noch vergleichsweise einfach zu meistern sind, geht es in den höheren Klassen der Profitouren schon härter und vor allem schneller zur Sache. Hier ist wirklich fahrerisches Können gefragt, um die begehrten Preise zu erhalten. Den im Welt-Touren-Modus erspielten Fuhrpark kann der Spieler dann im Einzel- oder Zeitrennen bis zum Limit ausfahren oder in einem „Wireless Kampf“ einsetzen.

Das Einzelrennen ist eine Art Schnelleinstieg. Strecke, Klasse und Fahrzeug wählen, die Getriebeart einstellen und los geht das Rennen. Ähnlich ist es auch im Zeitrennen, nur dass man hier nicht gegen andere Fahrer antritt, sondern gegen die selbst vorgelegte Zeit. Es gilt, den Fahrstil zu perfektionieren und seine eigene Bestzeit zu schlagen. Der „Wireless Kampf“ ist der Mehrspieler-Modus des Spiels. Hier können bis zu acht Spieler ihren Kontrahenten beweisen, dass sie die besten Fahrer sind. Dazu richtet ein Spieler das Rennen aus, während sich die anderen Teilnehmer damit nur noch verbinden.

Aus spielerischer Sicht ist das Spiel ein waschechtes Ridge Racer. Wenn die Kurve einmal zu scharf ist, um sie normal zu durchfahren, wird gedriftet. Dazu geht man einfach kurz vom Gas, lenkt in die entsprechende Richtung und beschleunigt wieder. Anschließend bricht der Wagen aus und schleudert bei fast voller Geschwindigkeit durch die Kurve. Am Ende muss dann aber leicht gegengelenkt werden, um nicht gegen die Streckenbegrenzung zu rasen. Neu hingegen ist die Möglichkeit, Nitro zu verwenden, um den Gegner im letzten Moment doch noch zu überholen. Dieses Extra muss jedoch erst einmal erfahren werden. Bei jedem Drift füllt sich eine von drei Nitro-Ladungen – hier scheinen die Entwickler wohl einen Blick auf den Konkurrenten „Burnout“ geworfen zu haben. Will man eine weitere aufladen, muss vorher eine andere genutzt werden. Die Intelligenz der Computer-Fahrer ist aber noch immer auf dem Stand von vor zehn Jahren. Sie bewegen sich auf einer vorprogrammierten Bahn und weichen von selbst nicht von dieser ab. Etwas mehr Dynamik hätte dem Spiel durchaus gut getan.

Auf solche Einzelheiten achtet der Spieler allerdings weniger, da er eher damit beschäftigt ist, die schöne Grafik zu bewundern. Namco hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um das Spiel standesgemäß zu präsentieren, so dass es beinahe an die grafische Qualität der Playstation 2 heranreicht. Die Fahrzeuge sind sehr detailliert, die Texturen größtenteils scharf und überall bewegen sich einzelne Elemente im Hintergrund. Die Palette reicht dabei vom obligatorischen Hubschrauber, über Wasserfälle bis hin zu Tauben, die im Gebirge an der Strecke vorbeifliegen. Auch Sonnenuntergänge samt simulierten Spiegelungen im digitalen Asphalt oder auf den Fahrzeugen sind dabei. Und während man mit 200 Kilometer pro Stunde eine 90-Grad-Kurve nimmt, fällt nicht einmal das träge Display auf, da das Spiel ab einer gewissen Geschwindigkeit einen Unschärfe-Effekt aktiviert, der das Geschehen noch rasanter macht. Um die Geschwindigkeit richtig zu spüren, sollte man das Spiel nach Möglichkeit in der Cockpit-Perspektive spielen, da es bei der zweiten zur Verfügung stehenden Ansicht (Fahrzeug von hinten) deutlich langsamer wirkt.

Ridge Racer6
Ridge Racer6
Ridge Racer7
Ridge Racer7
Ridge Racer8
Ridge Racer8

Auch der Sound ist gelungen. Viele aus den Vorgängern bekannte Titel verleihen dem Spiel auch akustisch den Flair, der schon beim ersten Ridge Racer Lust auf mehr machte. Positiv fällt auch die Sprachausgabe auf, welche wie auch der Rest des Spiels komplett eingedeutscht wurde. Während man aber im Menü von einer netten Frauenstimme gesagt bekommt, auf welchem Menüpunkt man sich gerade befindet, hat man während eines Rennens einen virtuellen Beifahrer, der fast jede Aktion, sei es ein Drift, der Einsatz von Nitro oder ein Überholmanöver, kommentiert. Leider hat Namco dem Herrn jedoch nicht viele unterschiedliche Sprachsamples spendiert, so dass er sich häufig wiederholt, was auf Dauer recht nervend ist. Nach einiger Zeit neigt man als Spieler dann dazu, den Ton ganz abzudrehen.

Alles in allem ist Ridge Racer genau das, was die Serie schon immer ausgemacht hat. Eine sehr gute Spielbarkeit gesellt sich zu einer super Grafik und einem netten Soundtrack. Zudem ist Ridge Racer das Vorzeigespiel für die technischen Möglichkeiten der Playstation Portable. Wer Autorennen mag und mit dem Gedanken spielt, sich eine PSP zu leisten, wird um Ridge Racer nicht herumkommen – zumindest bis „Gran Turismo 4 Mobile“ erscheint. Allen, die sich selbst ein Bild von Grafik und Sound machen wollen, legen wir folgendes Video in Orginalgröße [5] ans Herz, das diese Aspekte des Spiels in aller Pracht zeigt.

Lumines

In eine gänzlich andere Sparte als Ridge Racer ist „Lumines“ einzuordnen. Optisch nicht ganz so spektakulär, aber dennoch nett anzusehen, geht es in Lumines darum, in bester Tetris-Manier Klötzchen auf- und wieder abzubauen. Dabei fallen von der oberen Bildschirmkante aus Quadrate auf das Spielfeld, welche wiederum aus vier einzelnen kleinen Quadraten bestehen. Diese kleinen Blöcke können zwei verschiedene Farben haben, so dass sich eine Menge Farbkombinationen in den großen Quadraten ergeben. Ziel ist es nun, durch Drehen der Quadrate diese Blöcke so anzuordnen, dass mindestens ein Quadrat mit vier gleichfarbigen Blöcken entsteht. Dieses kann durch Blöcke erweitert werden, bis es von einem Timer, dargestellt von einer Linie, die von links nach rechts über den Bildschirm wandert, effektvoll gesprengt wird. Dies geschieht, sobald die Linie die zusammenhängenden Blöcke passiert hat. Explosionsfähige Kombinationen werden von dem Spiel als solche hervorgehoben, so dass der Spieler weiß, wo er noch schnell weitere Blöcke anbauen kann, um mehr Punkte zu ergattern. Das Spiel ist beendet, sobald sich die Blöcke über den Rand des Spielfeldes hinaus gestapelt haben.

Lumines
Lumines
Lumines3
Lumines3

Klingt einfach und ist es auch. Dennoch hat dieses Spiel einen ähnlich hohen Suchtfaktor wie ihn auch Tetris heute noch hat. Bevor das Spiel aber losgeht, sollte man zuerst einen Blick in die Optionen werfen. Hier kann man sich einen Spielcharakter erstellen, indem man ihn mit einem Namen und einem Körper versieht. Zur Wahl stehen verschiedene Gestalten wie Ente, Hund oder Katze.

Das Spiel ist grob in vier verschiedene Spielarten aufgeteilt. Man hat die Wahl, ob man alleine spielen, gegen einen zweiten Spieler oder gegen den Computer antreten oder im Puzzle-Modus Köpfchen beweisen möchte. Im Einspieler-Modus steht der Spieler vor der Wahl, ob er den „Challenge Mode“, den „Single Skin Mode“ oder einen der vier „Time Attack“-Modi spielen möchte. Bei letzteren ist dem Spieler eine gewisse Zeit vorgegeben, in der er so viele Blöcke wie möglich abbauen muss. Der „Challenge Mode“ ist ein Endlosspiel, wobei die fallenden Klötze mit der Zeit schneller werden. Hat man hier eine bestimmt Punktzahl erreicht, steigt das Level und mit ihm die Geschwindigkeit. Erreicht man ein gewisses Level, erhält man einen neuen „Skin“. Dabei verändert sich der Hintergrund, die Musik und die Form und Farbe der Blöcke auf dem Feld. Selbst die Geräusche, die beim Drehen, Fallen und Explodieren der Blöcke ertönen, ändern sich passend zur Musik. Man hat das Gefühl, die einzelnen Titel selbst zu spielen. Bei manchen Skins lenkt aber der Hinter- und teilweise auch Vordergrund stark vom eigentlichen Spielen ab, so dass ein hohes Maß an Konzentration gefordert ist. Wenn die Runde beendet ist, listet das Spiel alle neuen Skins auf. Diese stehen dann im „Single Skin“-Modus einzeln für ein Endlosspiel zur Verfügung.

Lumines2
Lumines2
Psplumines2
Psplumines2

Psplumines3
Psplumines3
Psplumines4
Psplumines4

Bei den Zweikampf-Modi gegen einen zweiten menschlichen Spieler oder den Computer teilen sich die Kontrahenten das Spielfeld. Anfangs noch gerecht aufgeteilt, wandert die Trennlinie je nach Erfolg der Spieler immer weiter an einen Rand. Ziel ist es, dem Gegner so wenig Platz wie möglich zu lassen und ihn so dazu zu bringen, die Blöcke bis über den Rand hinaus zu stapeln. Während man beim Duell mit einem anderen Menschen die freie Wahl hat, welches Design das Spielfeld haben soll, tritt man beim Kampf gegen den Computer nacheinander gegen verschiedene Charaktere in ihrer jeweiligen Heimatwelt an. Nach dem Kampf sind die Welten der besiegten Charaktere ebenfalls im Skin-Modus anwählbar, während die Charaktere in den Optionen zur freien Auswahl stehen.

Zu guter Letzt bleibt dann noch der Puzzle-Modus, der sich spielerisch abermals von den anderen Modi unterscheidet. Die Aufgabe des Spielers ist es hier, verschiedene Figuren innerhalb eines gesteckten Zeitrahmens zu bauen. Was sehr leicht anfängt, artet schnell ist eine komplizierte Übung aus, die mit viel Planung verbunden ist. Spätestens, wenn es darum geht, die Figuren im selben zeitlichen Rahmen zweimal zu bauen, muss jeder Stein durchdacht gesetzt werden. Auch hier wird das Meistern aller Level mit neuen Skins belohnt. Schade, dass vergleichsweise wenig Puzzles in das Spiel integriert wurden, wenn nämlich erst einmal alle überwunden sind, verliert das Spiel ein wenig von seinem Reiz.

Psplumines1
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Psplumines5
Psplumines5
Psplumines6
Psplumines6

Dennoch handelt es sich bei Lumines um ein ausgeklügeltes Spiel mit hohem Suchtpotential, das immer wieder zu einer schnellen Runde einlädt. Selbst nach stundenlangem Spielen wird das Prinzip nicht langweilig und man erwischt sich selbst dabei, wie man schon wieder versucht, so schnell wie möglich eine ellenlange Kombination aus Blöcken zu bauen, nur um diese dann in das virtuelle Nirvana zu schicken. Ideal als Zeitvertreib geeignet, nicht zuletzt aufgrund eines länger haltenden Akkus, sollte sich jeder Puzzle-Freund Lumines einmal genauer ansehen, auch wenn es optisch keine neuen Maßstäbe setzt.

Fazit

Kommen wir nun also zur abschließenden Bewertung der Playstation Portable. Sie hat sich im Test als würdiger Vertreter der Playstation-Serie erwiesen. Rückblickend betrachtet fallen nur wenige Punkte schmerzhaft ins Auge. Die Akkulaufzeit beim Spielen oder Abspielen von Filmen muss sicherlich erwähnt werden, die mit maximal sechs Stunden etwas zu knapp ausfällt und zudem noch stark anwendungsabhängig ist. Im schlimmsten Fall macht der Akku nach zweieinhalb Stunden schlapp – deutlich zu wenig für eine tragbare Spielkonsole. Wer länger unterwegs ist, sollte sich daher mit einem weiteren Akku bewaffnen. Die Software-Tastatur der PSP ist ebenso noch verbesserungswürdig. Sei es nun im Browser, im Menü oder in Spielen, das Eingeben von Namen bzw. Adressen erweist sich als sehr kompliziert. Eine per Software realisierte Standard-Tastatur wäre angebracht. Als letztes Manko stellt sich der Analog-Stick heraus, der deutlich zu tief angesetzt wurde und genauso wie die Tasten in der Reihe darunter nicht sonderlich gut zu erreichen ist. In den Spielen und im Browser reagiert der Stick nur sehr träge, was seine Verwendung gewöhnungsbedürftig macht.

PSP Vorderansicht
PSP Vorderansicht

Auf der anderen Seite haben wir sehr viele Punkte, die für die Playstation Portable sprechen. Das sehr edel gestaltete Gehäuse wird schnell seine Liebhaber finden. Teils kantig, teils rund, entspricht es durch und durch dem „Sony Style“ und macht das Gerät zu einem echten Hingucker, der alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nicht unschuldig daran ist natürlich auch das riesige Display im 16:9-Format. Mit seiner im Bereich des „Mobile Gaming“ ungewöhnlich großen Auflösung von 480 x 272 Pixel übertrifft es alle anderen tragbaren Konsolen um Längen. Dank eines sehr hohen Blickwinkels kann man den Inhalt des Bildschirms auch von der Seite gut erkennen. Zu diesem Inhalt zählen die umfangreichen Multimedia-Funktionen. Auch wenn man sich hier und da die Unterstützung weiterer Datei-Formate wünschen würde, bietet die PSP doch auch so schon mehr als genug Möglichkeiten, um ihrem Besitzer die Zeit zu vertreiben.

Was die Playstation Portable aber so besonders macht, ist die Verwendung von optischen Datenträgern. Die zum Einsatz kommende Universal Media Disk kann stolze 1,8 Gigabyte Daten aufnehmen – von solchen Werten träumen die Cartridges von Nintendo und Co. Für Nintendo wiederholt sich das Debakel von 1994, als die erste Playstation Nintendos Konsolen auf den zweiten Platz verbannte, denn die UMDs ermöglichen Rendervideos, hochauflösende Texturen und umfangreichere virtuelle Welten für tragbare Konsolen. Zudem ist die Herstellung von optischen Datenträgern weitaus günstiger als die von Modulen auf Flash-Speicher-Basis. Dieser Vorteil sichert Sony die Unterstützung aller namhaften Hersteller, was sich auch in der Spielepalette bemerkbar macht. 23 Titel stehen ab sofort zum Kauf bereit. Darunter befinden sich auch solche Software-Perlen wie Ridge Racer oder WipeOut Pure, die die grafischen Fähigkeiten der PSP eindrucksvoll unter Beweis stellen. Dasselbe gilt für den Sound. Seien es die Effekte in Lumines oder die Hintergrundmusik bei Ridge Racer, alles klingt glasklar, auch wenn hier und da ein wenig Bass fehlt, was bei einer tragbaren Konsole leicht zu verzeihen und durch den Einsatz größerer Lautsprecher behebbar ist.

PSP mit UMD
PSP mit UMD

So bleibt uns nur noch zu sagen, dass sich die Playstation Portable unser Lob redlich verdient hat. Für 250 Euro erhält man neben der reinen Spielkonsole auch einen erstklassigen Video- und MP3-Player für unterwegs. Sony sagte, die PSP würde eher in Konkurrenz zu Apples iPod stehen als zum Nintendo DS. In Bezug auf die Multimediafunktionen geben wir ihnen da völlig Recht. Abseits davon ist die PSP weiterhin eine Spielkonsole, und zwar eine, die Nintendos Vorherrschaft im mobilen Bereich brechen könnte. Allerdings werden Nintendos Game Boy Advance und Game Boy Advance SP für unter 100 Euro und der Nintendo DS für unter 150 Euro derzeit deutlich günstiger im Handel angeboten als Sonys PSP.

URL-Liste:

  1. http://www.yourpsp.com
  2. http://www.geizhals.at/deutschland/?cat=pspg&sort=artikel
  3. http://www.computerbase.de/downloads/software/multimedia/psp_video_9/
  4. http://www.xilisoft.com/psp-video-converter.html
  5. http://www.playstation-presse.de/upload/pics/RidgeRacer_PSP.mpg
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