Einleitung
Nach mehreren Verschiebungen und unzähligen Hiobsbotschaften startet Sonys PlayStation 3 nun auch in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Australasien in den Kampf gegen die Xbox 360 als schärfster High-Definition-Next-Generation-Konkurrent, welche bereits Ende 2005 auf den Markt kam, und die Ende 2006 außerordentlich erfolgreich in den Markt gestartete Nintendo Wii, welche HD-Fähigkeiten jedoch gänzlich vermissen lässt.
Doch vergessen wir an dieser Stelle alle bisherigen Meldungen. Sehen wir uns an, was die PlayStation 3 wirklich im Stande ist zu leisten, ob die Kunden in Europa von dem verspäteten Verkaufsstart eventuell sogar profitieren und wie sich einer der günstigsten Blu-ray-Player auf dem Markt schlägt.
Laut Sony beginnt die Nächste Generation erst, wenn man selbst mit der PlayStation 3 den Markt betritt. Doch kann dieses Versprechen gehalten werden? Der Kampf um die Käufer hat endgültig begonnen. Doch wird es einen Sieger geben?
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Zwei Systeme, keine Wahl
Ähnlich wie es Microsoft mit der Xbox 360 handhabt, wird auch die PlayStation 3 von Sony in zwei Varianten angeboten. Während sich die Modelle der Xbox 360 darin unterscheiden, dass der Core-Version eine Festplatte, eine Xbox Live Headset und ein Ethernet-Kabel fehlen, ihr statt eines kabellosen lediglich ein kabelgebundener Controller und statt eines YUV-Kabels nur ein Composite-Kabel beiliegt, besteht der Unterschied der beiden PlayStation 3 Modelle nunmehr lediglich in der Größe der Festplatte, der WLAN-Unterstützung nach IEEE 802.11 b/g und einem Speicherkarten-Lesegerät, über welches lediglich das Modell mit einer 60 GB großen Festplatte verfügt. Eine Kommunikation mit der PlayStation Portable über WLAN ist aus diesem Grund nur mit der größeren PlayStation 3 möglich. Die Pläne, das 20-GB-Modell ohne HDMI auszuliefern, hat Sony ebenso längst verworfen wie das Vorhaben, dem größeren Modell zwei HDMI-Ausgänge und drei Netzwerkanschlüsse zu spendieren. Trotz dieses marginalen Unterschiedes verkauft sich in Japan und den USA vor allem das größere Modell, was eventuell der Grund dafür gewesen ist, dass Sony dieses in Europa zunächst gar nicht erst anbieten wird. Offiziell wird das 20-GB-Modell jedoch nachgereicht, sofern und sobald der Markt es verlangt. Ob es somit überhaupt auf den europäischen Markt kommen wird, ist fraglich. Anfänglich kann der Kunde deshalb lediglich zum 600 Euro teuren Modell mit 60 GB Festplatte, WLAN und Kartenlesegerät greifen.
| PlayStation 3 20-GB-Modell |
PlayStation 3 60-GB-Modell |
|
|---|---|---|
| Prozessor | Cell | Cell |
| Grafikchip | RSX | RSX |
| Sound | Dolby 5.1, DTS, LPCM etc. (Cell-basierte Verarbeitung) |
Dolby 5.1, DTS, LPCM etc. (Cell-basierte Verarbeitung) |
| Speicher | 256 MB XDR-Main-RAM, 256 MB GDDR3-VRAM |
256 MB XDR-Main-RAM, 256 MB GDDR3-VRAM |
| Festplatte | 2.5" Serial ATA (20GB) | 2.5" Serial ATA (60GB) |
| Ein-/Ausgänge | 4x USB2.0 | 4x USB2.0, MemoryStick, SD-Karte, CompactFlash |
| Netzwerkanschlüsse | 1x Ethernet (10BASE-T, 100BASE-TX, 1000BASE-T), Bluetooth 2.0 (EDR) |
1x Ethernet (10BASE-T, 100BASE-TX, 1000BASE-T), IEEE 802.11 b/g, Bluetooth 2.0 (EDR) |
| AV-Ausgang | 1x HDMI, 1x AV-Multi-Ausgang, ein optischer Ausgang |
1x HDMI, 1x AV-Multi-Ausgang, ein optischer Ausgang |
| Laufwerk | Blu-ray, DVD, CD und SACD | Blu-ray, DVD, CD und SACD |
| Größe | 325 x 98 x 274 mm (BxHxT) | 325 x 98 x 274 mm (BxHxT) |
| Gewicht | ca. 4,8 Kg | ca. 5,0 Kg |
| Preis | 499,- Euro | 599,- Euro |
Darüber hinaus hat Sony an den europäischen Modellen eine grundsätzliche Hardware-Änderung im Vergleich mit den bereits in den USA und Japan erschienenen Konsolen vorgenommen, welche die Abwärtskompatibilität zu PlayStation-2- und PlayStation-1-Spielen betrifft. Bei den europäischen Modellen kommt es aus Kostengründen zu einer Einsparung der so genannten Emotion-Engine-Hardware der PS2, die in einer angepassten Form in die japanischen und amerikanischen PlayStation-3-Konsolen integriert worden war. Es handelte sich hierbei um den Prozessor sowie den Grafikchip der Slim-Version der PlayStation 2. Beide Komponenten zeichneten sich in der PlayStation 3 für die Darstellung älterer Spiele verantwortlich. Der Verzicht auf diese Hardware führt zu einer geringeren Abwärtskompatibilität, da nunmehr eine Software-Emulation für die Kompatibilität mit älteren Spielen zuständig ist – wie es übrigens auch bei Microsofts Xbox 360 der Fall ist. Sony hatte den Kunden in dieser Hinsicht jedoch anders als Microsoft stets eine 100%ige Abwärtskompatibilität zu früheren Konsolen in Aussicht gestellt – ein Ziel, welches man zumindest in Europa wohl nicht mehr erreichen wird, doch dazu später mehr. Für Japan und die USA wurde bislang übrigens noch keine neue Version der PlayStation 3 ohne Emotion-Engine-Hardware angekündigt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Sony auf lange Sicht nicht mehrere Versionen der PlayStation 3 fertigen und so auch in den USA und Japan auf das geänderte Modell umsteigen wird.
Lieferumfang
Neben der PlayStation-3-Konsole liegt dem 600 Euro teuren Paket eine Anleitung, ein Support-Handbuch, ein Hinweis auf die eingeschränkte Abwärtskompatibilität des soeben erworbenen Produkts, ein Sixaxis Wireless Controller, ein 1,5 Meter langes USB-Kabel (Typ A an Mini-B) für das Aufladen des Sixaxis Wireless Controllers, ein Kaltgeräte-Stromkabel, ein Netzwerkkabel, ein AV-Composite-Kabel und ein passender Euro-AV-Scart-Adapter bei.
Auf ein HDMI- oder YUV-Komponenten-Kabel für den Anschluss an einen HD-Bildschirm muss der Käufer ebenso verzichten wie auf eine separat angebotene Fernbedienung zur Steuerung von Video-Inhalten.
Design
Das Design war bisher nie das Sorgenkind einer Sony-Konsole und so weiß auch die PlayStation 3, auch wenn sie aufgrund ihrer Form immer wieder mit einem aufklappbaren Elektro-Grill verglichen wird, zu gefallen. Sie wird anfänglich lediglich in Hochglanz-Schwarz erhältlich sein, wobei das 60-GB-Modell zusätzlich durch Chrom-Verzierungen an der Front auffällt. Nachteil eines derartigen Hochglanz-Looks ist andererseits, dass die PlayStation 3 Staub geradezu magisch anzieht. Individualisierbar wie die Xbox 360 mit ihren „Faceplates“ wird das Gehäuse der PlayStation 3 nicht sein.
Obligatorisch ist hingegen auch bei der PlayStation 3 die Möglichkeit, die Konsole nicht nur horizontal sondern auch vertikal aufzustellen, was aufgrund des asymmetrischen Aufbaus der Konsole allerdings nicht ganz so gefällig wirkt wie bei der Xbox 360 und Wii. Liebe zum Detail weist das PlayStation-Logo unter dem Slot-In-Blu-ray-Laufwerk auf, welches je nach Positionierung der Konsole gedreht werden kann. An der Vorderseite finden sich neben dem Blu-ray-Slot-In Laufwerk vier unverdeckte USB2.0-Ports und der Kartenleser für MemoryStick, SD- und CompactFlash-Karten wieder. Auf der Rückseite befinden sich ein Anschluss für das Stromkabel, ein Ein-/Ausschalter, der AV-Multi-, HDMI- und optische Audio-Ausgang sowie der Netzwerkanschluss.
Mit Abmessungen von 325 x 98 x 274 mm (BxHxT) ist sie im Vergleich zur Xbox 360, welche 295 x 84 x 258 mm misst, zwar etwas größer, hat dafür jedoch ein integriertes Netzteil. Ungeschlagen in Sachen Größe ist auch weiterhin Nintendos Wii mit 21,5 x 15,7 x 4,4 Zentimetern. Das Gewicht der PlayStation 3 (60-GB-Modell) liegt mit 5 Kg stattliche zwei Kilogramm über dem Gewicht der Xbox 360, welches 3010 Gramm beträgt.
Blick ins Innere
Der Blick ins Innenleben der PlayStation 3 zeigt einen sehr aufgeräumten und durchdachten Aufbau, der auf den ersten Blick vom Blu-ray-Laufwerk auf der rechten Seite und dem Netzteil auf der linken Seite beherrscht wird. Das Kartenlesegerät des 60-GB-Modells ist an der Gehäuseoberseite befestigt und lediglich mit einem Flachbandkabel mit der Hauptplatine verbunden. Entfernt man das Universal-Netzteil und Blu-ray-Laufwerk stößt man zunächst auf eine die darunter liegende Platine fast komplett verdeckende Metallplatte. Ist auch diese entfernt und die Unterseite des Gehäuses gelöst, offenbart sich, dass die Hauptplatine der PlayStation 3 kopfüber im Gehäuse hängt und von einem einzigen 160 mm großen Radial-Lüfter gekühlt wird. Damit so nicht nur eine ausreichende Kühlung der daneben liegenden Festplatte erzielt wird, wird die Abwärme des Cell-Prozessors und des RSX-Grafikprozessors, welcher sich direkt unterhalb des Lüfters befindet, über fünf Heatpipes an den um den Lüfter angeordneten, großen Lamellenkühlkörper aus Aluminium geleitet. Dies sorgt, wie sich auch im Dauerbetrieb zeigt, für eine ausreichende Kühlung des gesamten Systems. Hat man diesen Kühlkörper vollständig gelöst, offenbart sich die Hauptplatine der PlayStation 3, welche in der europäischen Version im Vergleich zu den bereits in den USA und Japan erhältlichen Modellen einige Neuerungen aufweist.
So befindet sich auf der linken Seite der Platine nicht mehr der „EE+GS“-Chip, welcher sowohl die „Emotion Engine“ als auch den „Graphics Synthesizer“ der PlayStation 2 in leicht veränderte Form beinhaltete und für eine Abwärtskompatibilität von 97,5 Prozent sorgte, sondern ein neuer Chip mit der Bezeichnung „CXD2972GB”. Dieser Chip, über den Sony bislang keine offiziellen Angaben macht, scheint jedoch nicht für die nunmehr per Software vorgenommene Emulation von PlayStation-2- und PS-one-Spielen zuständig zu sein, sondern könnte als Videosignalprozessor fungieren, der etwa für eine Skalierung und das Deinterlacing von alten Spielen und Blu-ray-Filmen zuständig sein könnte. Diese Vermutung wird durch den Umstand bekräftigt, dass der CXD2972GB-Chip zwischen dem RSX-Grafikchip und dem HDMI-Transmitter von Silicon Image sowie dem CXM4042R-Chip von Sony platziert ist, während der RSX-Chip bei den us-amerikanischen und japanischen Modellen noch direkt mit diesen beiden Chips verbunden war. In der dem Test zugrunde liegenden Firmware 1.60 scheint dieser Chip, sofern er die Aufgabe einer Skalierung und des Deinterlacings wahrnehmen wird, noch nicht genutzt zu werden. Durch zukünftige Updates könnten jedoch PlayStation-2-Spiele ebenso wie Video-DVDs auf eine höhere Auflösung wie 720p oder 1080p skaliert werden. Auch die Wiedergabe von Blu-ray-Filmen in 720p könnte so möglich werden. Unterstützt ein Bildschirm maximal 1280 x 720 Bildpunkte, wird die Wiedergabe von Blu-ray-Filmen derzeit auf 480p statt optimalen 720p reduziert. Da alle Geräte, die das „HD ready“-Logo tragen, mindestens Quellen mit 1080i unterstützen müssen, kommt diese Einschränkung aber ohnehin nur bei der Benutzung der PlayStation 3 an einigen wenigen PC-Monitoren zum Tragen und führt bei der Benutzung an „HD ready“-Fernsehgeräten zu keinerlei Problemen.
Doch spekulieren wir noch etwas weiter: Ist die in Europa auf den Markt gekommene Version eventuell die von Sony ursprünglich geplante Variante der PlayStation 3, die lediglich aus Zeitgründen so nicht in Japan und den USA auf den Markt gekommen ist? Wirft man einen genaueren Blick auf die Bezeichnung der Chips, so zeigt sich nämlich, dass der neue Videosignalprozessor mit der Bezeichnung „CXD2972GB” perfekt in die Reihe der anderen Chips einfügt. So trägt die Southbridge für die Ein- und Ausgabe von Toshiba die Bezeichnung „CXD2973GB“, während der Cell-Prozessor von IBM die Bezeichnung „CXD2964GB“ aufweist und der RSX-Grafikchip von nVidia die Kennzeichnung „CXD2971GB“ trägt. Dies legt nahe, dass der Videosignalprozessor zeitgleich mit den anderen Chips entwickelt wurde und nicht erst kurzfristig geplant wurde. Gegen diese Theorie, dass der „EE+GS“-Chip zur Hardware-Emulation von PS2- und PS1-Spielen lediglich als Ersatz für eine Software-Emulation seinen Weg in die us-amerikanischen und japanischen Modelle fand, spricht jedoch dessen eigene Bezeichnung „CXD2953AGB“, die bei fortlaufender Nummerierung noch vor den anderen Chips liegt. Die Bezeichnung des RSX-Grafikchip hat sich bei den europäischen Modellen von „CXD2971GB“ auf „CXD2971DGB“ verändert.
Auch die eben noch so schön in die Reihe passende Bezeichnung der Southbridge, welche für die Ein- und Ausgabe zuständig ist, hat sich bei den europäischen Modellen von „CXD2973GB“ auf „CXD2979GB“ verändert. Des Weiteren wurde ihre Position auf der Hauptplatine leicht nach unten korrigiert und der vorher links von ihr angesiedelte 1 Gbit NAND-Flash-Speicher ist nun rechts von ihr und in doppelter Ausführung zu finden, wobei jedoch lediglich ein NAND-Flash-Speicherchip von der Rückseite der Platine auf die Vorderseite gewandert ist und nicht hinzugekommen ist, wie in einigen Foren vermutet.
Der Hauptspeicher in Form von 4x Samsung 512 Mbit XDR-DRAM befindet sich neben dem Cell-Prozessor und ist mit 25,6 GB/s angebunden. Die 256 MB GDDR3-VRAM, welche dem RSX-Grafikchip von nVidia mit 22,4 GB/s zugeordnet sind, befinden sich zwar nicht direkt auf dem DIE des RSX, sind jedoch zusammen mit diesem unter einem gemeinsamen Heatspreader angeordnet, um ausreichend gekühlt zu werden.
Der 1-Gbit-Ethernet-Controller stammt ebenso wie der SATA-Controller und das WLAN-Modul von Marvell-Semiconductor. Bei dem SATA-Controller scheint es sich lediglich um einen „PATA auf SATA“-Adapterchip zu handeln, da der Ein-/Ausgabe-Controller, der Toshiba Super Companion Chip [5], einen PATA-Anschluss ermöglicht, auf den mittels Adapter-Chip zurückgegriffen wird.
Wer in vier kleinen Videos sehen möchte, wie die PlayStation 3 Schritt für Schritt auseinander genommen wird, sollte unserem Klapptext folgen:
Technische Grundlagen
Bevor wir näher auf die beiden wichtigsten Komponenten der PlayStation 3 – ihren Hauptprozessor und den Grafikchip – eingehen, soll folgende Tabellen einen Überblick über die technischen Daten der Sony PlayStation 3, Nintendo Wii und Microsoft Xbox 360 geben. Anders als Nintendo zeigt sich Sony etwas offener im Umgang mit den technischen Daten der Konsole, so dass diese größtenteils als offiziell bestätigt angesehen werden können.
| Nintendo Wii | Xbox 360 | PlayStation 3 | |
|---|---|---|---|
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|
| Prozessor | IBM Power-PC „Broadway“, 5 Execution Engines |
Custom IBM Power-PC, 3 Kerne mit je 2 Threads |
Cell Prozessor, 1 Power Processing Unit, 7 Synergistic Processing Units mit je einem Thread |
| Taktfrequenz | 729 MHz | 3,2 GHz | 3,2 GHz |
| L2 Cache | nicht bekannt | 1 MB | 512KB L2 Cache, 256KB pro SPE |
| Systemspeicher | 24 MB „interner“ 1T-SRAM + 64 MB „externer“ 1T-SRAM |
512 MB GDDR3-RAM, 700 MHz, geteilt mit GPU |
256 MB XDR-RAM, 8 x 400 MHz |
| Bandbreite des Systemspeichers | nicht bekannt | 22,4 GB/s | 25,6 GB/s |
| Grafikchip | ATi „Hollywood“ | Custom ATi Prozessor | nVidia RSX "Reality Synthesizer" |
| Taktrate des Grafikchips | 243 MHz | 500 MHz | 550 MHz |
| Grafikspeicher | 3 MB Texturspeicher | 512 MB GDDR3 RAM, 700 MHz, geteilt mit System, 10 MB eDRAM |
256MB GDDR3 RAM, 700MHz |
| Bandbreite des Grafikspeichers | nicht bekannt | 21,6 GB/s zum VRAM und 256 GB/s zum eDRAM |
22,4 GB/s |
| Unterstützte Auflösungen | 576i, 480i, 480p | 480i, 480p, 720p, 1080i, 1080p | 576i, 576p, 720p, 1080i, 1080p |
| Auswechselbare Festplatte | nein, aber 512 MB Flash-Speicher |
20 GB, optional oder im Premium System |
Ja, 20 GB oder 60 GB |
| max. Anzahl der Controller | 4 bei Wii-Spielen, theoretisch bis zu 8 bei Virtual Console |
Vier | Sieben |
| Unterstützte Medien | Wii DVD, GameCube Mini-DVD | Xbox DVD, DVD-Video, DVD-ROM, DVD-R/RW, DVD+R/RW, CD-DA, CD-ROM, CD-R, CD-RW, WMA CD, MP3 CD, JPEG Photo CD Optional*: HD-DVD |
BD-ROM, BD-R, BD-RE, CD, CD-DA, CD-R, CD-RW, DVD+R, DVD+RW, DVD-R, DVD-ROM, DVD-RW, AVCHD, PS2 DVD-ROM, PS3 BD-ROM, PS3 DVD-ROM, PS1 CD-ROM, PS2 CD-ROM, SACD HD, SACD Hybrid (CD-Layer) |
| Medium der Spiele | Dual-Layer DVD-ROM | Dual-Layer DVD-ROM | Blu-ray BD-ROM |
| Netzwerk | Optional über USB-LAN-Adapter |
1 Gigabit Ethernet | 1 Gigabit Ethernet |
| Kabelloses Netzwerk | 802.11 b/g WiFi | 802.11 a/b/g Wi-Fi optional | 802.11 b/g Wi-Fi (nur mit 60-GB-Version), Bluetooth 2.0 EDR |
| Surround Sound | Dolby Pro Logic 2 | Multi-Kanal, bis zu 256 diskrete Kanäle |
5.1 Dolby Digital, DTS 5.1, LPCM 7.1 (Dolby TrueHD, kein DTS-HD) |
| I/O-Anschlüsse | 2 USB 2.0, SD-Card Slot, 4 GCN-Controller, 2 GCN-MemoryCards |
3 USB 2.0, 2 Memory Slots, Ethernet Port (RJ45), Optischer Audioausgang |
4 USB 2.0, Ethernet (RJ45), Optischer Audioausgang Slots für CF (Type I, II)*, SD*, Memory Stick*, Memory Stick Duo* * nur 60-GB-Variante |
| Media Center Extender 2.0 | Nein | Ja | Nein |
| Inhalte von iPod und Co. | Nein | Ja | Ja, aber kein WMA |
| Audio-, Video- und Musik-Streams | Nein | Ja | Ja |
| Abwärtskompatibilität | GameCube | Eingeschränkt | Eingeschränkt |
| Online-Dienst | WiiConnect 24 | Xbox Live | PlayStation Network |
Blu-ray Discs liest die PlayStation 3 dabei mit maximal zweifacher Geschwindigkeit, während DVD-ROMs mit bis zu achtfacher und CD-ROMs mit bis zu 24facher Geschwindigkeit gelesen werden können. Durch die im Vergleich zum Konkurrenten von Microsoft, der Xbox 360, langsameren Drehgeschwindigkeiten der Medien kann die Geräuschentwicklung der PlayStation 3 deutlich reduziert werden, bei einigen Spielen ergeben sich durch die gerade einmal zweifache Lesegeschwindigkeit bei BD-ROM allerdings deutliche Ladezeiten, worauf wir bei den Tests zu den Spielen noch einmal eingehen werden.
Die Bandbreite zwischen Cell-Prozessor und Southbridge beträgt 5 GByte/s, zwischen Cell und RSX-Grafikchip 35 GByte/s, zwischen Cell und XDR-DRAM 25,6 GByte/s und zwischen RSX-Grafikchip und dem 700 MHz schnellen GDDR3-VRAM 22,4 GByte/s.
Cell-Prozessor
Als Hauptprozessor der PlayStation 3 dient der Cell-Prozessor, welchen Sony zusammen mit Toshiba und IBM entwickelt hat. Der Cell wird in 90 nm feinen Strukturen gefertigt, wobei IBM bereits die Umstellung auf den 65-nm-Prozess angekündigt hat, so dass auch der Cell-Prozessor der PlayStation 3 früher oder später auf diese Strukturbreite umgestellt werden wird, wodurch Sony Kosten senken kann. Beim Cell handelt es sich um einen 64-Bit-PowerPC, dem auch Simultaneous Multithreading (SMT) und eine Pipeline-Architektur nicht fremd sind.
Ebenso wie der Prozessor der Xbox 360 taktet er mit 3,2 GHz, setzt allerdings anders als die Xbox 360 nicht auf drei vollwertige 64-Bit-PowerPC-Kerne, sondern verfügt über eine asymmetrische Multi-Core-Architektur. Einer PowerPC-Steuereinheit, dem PowerPC Processing Element (PPE), stehen beim Cell-Prozessor sieben Synergistic Processing Elements (SPE) zur Seite. Eigentlich verfügt der Cell über acht SPEs, welche bei der PlayStation 3 jedoch auf sieben reduziert wurden, um die Ausbeute bei der Fertigung erhöhen zu können. Unter Linux und für Spiele stehen der PlayStation 3 gar nur sechs SPEs zur Verfügung, da eine SPE in einem speziellen Modus unter Kontrolle des Hypervisors läuft. Das PPE bietet Simultaneous Multithreading (SMT) und kann so zwei Aufgaben parallel abarbeiten. Statt auf Instruction-Level-Parallelism (ILP) zu setzen und damit die Komplexität und Kosten der Chips in die Höhe zu treiben, setzt IBM mit dem Cell massiv auf Thread-Level-Parallelism (TLP).
Jedes der sieben bei der PlayStation 3 zum Einsatz kommenden Synergistic Processing Elements (SPEs) besteht aus einer ALU mit vierfach SIMD (Single Instruction, Multiple Data). Diesen Kern bezeichnet man im Gegensatz zum Element (SPE) als Synergistic Processing Unit (SPU). Der Registersatz einer jeden SPU besteht aus 128 SIMD-Registern, die jeweils 128 Bit breit sind. Hier hat auch Intels SSE mit lediglich acht Registern unter 32 Bit und 16 Registern unter 64 Bit das Nachsehen, während der Prozessor der Xbox 360 mit ebenfalls 128 Registern kann mithalten. Eine SPE kennt fünf native Datentypen (16 x 8-Bit-Integer, 8 x 16-Bit-Integer, 4 x 32-Bit-Integer, 4 x 32-Bit-Gleitkomma und 2 x 64-Bit-Gleitkomma). Ein zu jeder SPE gehörender „Memory Flow Controller“ (MFC) steuert über den 96 Byte pro Takt breiten „Element Interconnect Bus“ (EIB) die DMA-Übertragungen zu anderen SPEs, dem PPE, dem „Memory Interface Controller“ (MIC), welcher über zwei 32 Bit breite Kanäle mit dem XDR-RAM verbunden ist, und den beiden „Bus Interface Controllern“, welche die Verbindung zum Bus-Interface „FlexIO“ von Rambus herstellen, worüber beispielsweise mit dem RSX-Grafikchip von nVidia kommuniziert wird. Der Cell erreicht dabei Dank zwölf 8-bittige Lanes, welche aus acht Signalpaaren bestehen, über das FlexIO-Interface eine maximale I/O-Bandbreite von 76,8 GByte pro Sekunde. Die Bandbreiten zum RSX-Grafikchip betragen 20 GByte/s beim Schreiben und 15 GByte/s beim Lesen, womit man das bei Grafikkarten aktuell eingesetzte PCIe x16, welches je Lane 250 MB/s in jede Richtung oder zusammengenommen 500 MB/s an Daten übertragen kann – 4 GB/s können somit hin- und zurückgeschubst werde – deutlich übertrifft.
Sowohl das FlexIO-Interface als auch der XDR-Hauptspeicher von Rambus verfügen über eine so genannte „FlexPhase“-Technologie, welche es Signalen erlaubt, zu unterschiedlichen Zeiten einzutreffen, so dass Signalleitungen nicht mehr exakt gleich lang sein müssen, was das Leben der Board-Entwickler vereinfacht. Beim „Element Interconnect Bus“ (EIB) haben sich IBM, Sony und Toshiba für einen Ringbus (4x128 Bit) entschieden, der mit halbem CPU-Takt arbeitet. Des Weiteren verfügt jede SPE über einen 256 KByte großen lokalen Speicher, der jedoch ohne Cache auskommen muss.
Dem PPE, welcher aus einer Integer Einheit XU, einer Gleitkomma-Einheit FPU (je 32 Register) und einer VMX-Einheit, wobei es sich um eine AltiVec-kompatible Recheneinheit handelt, besteht, stehen neben 512 KByte L2-Chache auch 2 x 32 KByte L1-Cache zur Seite. Insgesamt verfügt der ausgewachsene Cell-Prozessor, wenn man von einer PPE und acht SPEs ausgeht, über 2,5 MB Speicher, welcher sich in 512 kB L2-Cache für die Steuer-CPU und 8x256 kB für die 2,5 x 5,81 mm großen Synergistic Processor Units aufteilt.
| PlayStation 3 (Cell-CPU) |
Xbox 360 (CPU) |
Pentium 4 (500-Series) |
Pentium 4 (600-Series) |
Pentium D (800-Series) |
Core 2 Duo (Quad-Core) |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Entwicklung | IBM, Sony, Toshiba | IBM | Intel | Intel | Intel | Intel |
| Fertigung | 90 nm (SOI) | 90 nm (SOI) | 90 nm | 90 nm | 90 nm | 65 nm |
| Transistoren | 234 Mio. | 165 Mio. | 125 Mio. | 169 Mio. | 230 Mio. | 2 x 291 Mio. |
| Fläche | 221 mm² | 168 mm² | 112 mm² | 135 mm² | 206 mm² | 2 x 143 mm² |
| Prozessortakt | 3,2 GHz | 3,2 GHz | 2,8-3,8 GHz | 3,0-3,8 GHz | 2,8-3,2 GHz | 2,4-2,93 GHz |
| Kerne (Threads) | 1 PPE (2), 7 SPE | 3 (6) | 1 (2) | 1 (2) | 2 (2-4) | 4 (4) |
Die in der Tabelle genannte Fläche und die Transistorzahlen beziehen
sich auf den ausgewachsenen Cell-Prozessor mit vollen acht SPEs.
Die hohe Taktrate verdankt der Prozessor seiner Pipeline, welche IBM auch schon bei der Xbox 360 zum Einsatz kommen ließ. Statt der sonst üblichen dreifach-superskalaren und mittlerweile gar 4fach skalaren Out-Of-Order-Pipeline besitzt der Cell eine „nur“ zweifach-skalare In-Order-Pipeline, die einen wesentlich geringeren Grad an Komplexität aufweist, mit weniger Transistoren auskommt und bedeutend höher getaktet werden kann. Obwohl die Ausführungsreihenfolge von Befehlen somit nicht dynamisch angepasst werden kann, verfügt er über eine 23-stufige Pipeline. Zwölf Stufen (Frontend) dienen zum Holen, Dekodieren und Speichern der Instruktionen, während weitere vier bis elf Stufen (Backend) für das Ausführen und Speichern zuständig sind. Dies kann zwar zu höheren Wartezeiten führen – 18 Takte, bei falsch vorhergesagter Verzweigung – , aber nur so lässt sich die hohe Taktrate erreichen, wie man bereits beim Pentium 4 mit Prescott-Kern mit seiner 31-stufigen Pipeline gesehen hat. Da das PPE jedoch zwei Threads gleichzeitig abarbeiten kann, relativiert sich dieser Nachteil der In-Order-Pipeline, sofern Programme auf diese Multi-Threaded-Architektur ausgelegt wurden. Das Opfer ist jedoch eine geringere Performance bei Single-Threaded-Anwendungen. Die Idee der Out-of-Order-Execution ist simpel, die Umsetzung in Hardware jedoch kompliziert. Bei Out-of-Order (OoO) wird eine Abfolge von Instruktionen nicht wie bei In-Order stur hintereinander ausgeführt, sondern es wird durch komplizierte Hardware-Algorithmen versucht, voneinander weitgehend unabhängige Instruktionen auf die verschiedenen Verarbeitungseinheiten des Prozessors zu verteilen und so parallel – unabhängig von der eigenen Instruktionsreihenfolge – zu verarbeiten. Nach der Verarbeitung werden sie am Ende der Pipeline wieder in die richtige Reihenfolge gebracht. Dies trägt zur effektiven Ausnutzung der Hardware-Ressourcen bei und beschleunigt Programmcode, der nicht speziell für den Einsatz auf mehreren Prozessorkernen geschrieben wurde.
Dank dieser Architektur kann der Cell Berechnungen mit einfacher Genauigkeit, welche vor allem bei Spielen relevant sind, deutlich schneller verarbeiten als aktuelle Dual-Core-Prozessoren. So soll es der Cell bei 4 GHz und einfacher Genauigkeit auf über 256 Milliarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde bringen. Wird mit doppelter Genauigkeit gerechnet, sollen hiervon noch 25 GFlop/s erreicht werden.
RSX-Grafikchip
Sony setzt in Sachen Grafik auf einen Chip, den „Reality Synthesizer“ (RSX), aus dem Hause nVidia, der mit 550 MHz getaktet ist. Leider sind über den Grafikchip bislang nicht sonderlich viele Details bekannt gegeben worden, so dass man in einigen Bereichen lediglich spekulieren oder den spärlichen, offiziellen Angaben von nVidia trauen muss.
So soll der RSX im 90-nm-Prozess gefertigt werden und über knapp 300 Millionen Transistoren verfügen. Der Grafikchip soll offiziellen Angaben zufolge pro Takt 136 Shader-Oprationen ausführen. Unifed-Shader-Einheiten lässt der RSX jedoch vermissen. Ebenso wie der Grafikchip der Xbox 360 unterstützt der RSX das Shader-Model 3.0 und muss somit beispielsweise auf neue Geometrie-Shader verzichten. Eine 128 Bit Pixel-Precision sorgt für eine Präzision von 32 Bit pro RGBA-Kanal. Dass sich der RSX sehr an einem Grafikchip für den PC orientiert, wird auch deutlich, wenn man bedenkt, dass er auf den GeForce-Modellen der 7000er-Serie (G71) basiert. Anders als der G71 ist das Speicherinterface jedoch nicht 256 Bit breit, sondern lediglich 128, womit auf 256 MB GDDR3-Speicher, welche mit 700 MHz getaktet sind, zugegriffen wird. Die Transferrate zwischen Speicher und RSX beträgt somit 22,4 GB/s. Während die Speicheranbindung somit exakt der der GeForce 7600 GT (G73) entspricht, dürfte sich die Rechenleistung knapp oberhalb einer GeForce 7800 bewegen. Der RSX kann auch auf den 256 MB großen, 3,2 GHz schnellen XDR-Hauptspeicher zurückgreifen. Der Zugriff auf den lokalen Speicher profitiert jedoch von einer geringeren Latenz, als zunächst eine Anfrage an den Speichercontroller des Cell-Prozessors zu senden. Um diesen Umstand auszugleichen, müssten die Caches und Buffers des RSX im Vergleich zum G71 vergrößert worden sein – offizielle Angaben hierzu liegen uns jedoch nicht vor.
Eine unabhängige Pixel/Vertex-Shader-Architektur soll 24 parallele Pixel-Pipelines mit fünf Arithmetic Logical Units (ALUs) pro Pipeline für zwei Vektor (vec4)- und zwei Skalar- sowie eine eine Fog-Berechnung zur selben Zeit und acht parallele Vertex-Pipelines mit zwei Shader ALUs für die gleichzeitige Berechnung von einem Vektor (vec4) und einem Skalar beinhalten. Gleichzeitiges High-Dynamic-Range-Rendering mit einer Farbtiefe von 16 Bit pro Farbkanal und Antialiasing unterstützt der Reality Synthesizer im Gegensatz zum C1 der Xbox 360 hingegen nicht. Konstellationen wie Int10- oder Int16-HDRR sind dagegen mit Multi-Sampling-Anti-Aliasing kombinierbar. Beim Antialiasing macht sich in hohen Auflösungen ohnehin das langsame Speicherinterface bemerkbar, weshalb es, wenn auch theoretisch möglich, von den Spieleentwicklern nicht eingesetzt wird.
Unified Shader, Embedded RAM und gleichzeitiges HDR-Rendering und Antialiasing sprechen in der Theorie für den C1 (Xenos) der Xbox 360, auch wenn ein direkter Leistungsvergleich aufgrund mangelnder Daten seitens Sony und einer deutlich unterschiedlichen Architektur kaum möglich erscheint. Aus dem Bauch heraus würden wir jedoch dem C1 der Xbox 360 die etwas höhere Leistung und das bessere Zusammenspiel mit dem Hauptprozessor bescheinigen.
Inbetriebnahme
Die Inbetriebnahme der PlayStation 3 gestaltet sich wie für eine Konsole üblich recht einfach. Um das System erstmalig zu starten, muss lediglich das Stromkabel angeschlossen und wahlweise ein separat erhältliches HDMI-, S-Video- oder YUV-Komponenten-Kabel oder das beiliegende Composite-Kabel (mit oder ohne Scart-Adapter) mit dem Fernseher verbunden werden. Soll die PlayStation 3 über den SPDIF-Ausgang mit einem Receiver verbunden werden, empfiehlt sich dessen Anschluss ebenfalls bereits vorab ebenso wie der Anschluss eines Netzwerkkabels, falls keine drahtlose Netzwerkverbindung eingesetzt werden soll. Wechselt man das Verbindungskabel zum Fernsehgerät zu einem späteren Zeitpunkt, kann es je nach Ausgabeformat passieren, dass der Bildschirm trotz richtiger Verbindung schwarz bleibt. In diesem Fall muss die PlayStation 3 ausgeschaltet und wieder eingeschaltet werden, indem die Power-Taste an der Konsolenfront fünf Sekunden gedrückt wird, bis ein leiser Signalton zu hören ist, der signalisiert, dass das System mit der Standardauflösung gestartet wird.
Ist die PlayStation 3 mit Strom versorgt und an den Fernseher angeschlossen, muss zunächst der Fernseher und dann die PlayStation 3 eingeschaltet werden, wofür zunächst der Main-Power-Schalter an der Rückseite der Konsole eingeschaltet und daraufhin die Power-Taste an der Front berührt werden muss. Die Kontroll-Leuchte an der Vorderseite wechselt daraufhin von rot auf grün. Das Erste, was der Benutzer daraufhin auf dem Bildschirm zu sehen bekommt, ist ein Hinweis, dass er etwas vergessen hat. Um eine Kopplung zwischen Sixaxis Wireless Controller und PlayStation 3 herzustellen, muss dieser mittels USB-Kabel mit der PlayStation 3 verbunden und die PS-Taste des Controllers gedrückt werden. Ist dies vollzogen, kann mit der Erstinstallation begonnen werden. Zunächst muss man dabei die Systemsprache auswählen. Ist die PlayStation 3 via HDMI mit dem Fernseher verbunden, sollte das System dies im nächsten Schritt erkennen und es ist möglich, die optimalen Einstellungen vom System automatisch ermitteln zu lassen. Das System prüft dabei, welche Auflösung vom Fernsehgerät maximal unterstützt wird und wählt diese aus – in unserem Fall 1080p. Nachdem man diese Einstellung übernommen hat, muss die Zeitzone festgelegt und daraufhin das Datum und die Uhrzeit eingestellt werden.
Ähnlich wie bei Windows wählt man daraufhin einen Benutzernamen, mit dem man sich beim System anmelden möchte. Über die Benutzeroberfläche können später weitere Benutzer hinzugefügt werden. Sofern auf der PlayStation 3 noch nicht die Firmware 1.60 installiert ist, muss die Texteingabe noch über eine eingeschränkte Bildschirmtastatur vorgenommen werden, bei der die Felder mehrfach belegt sind. Erst mit Firmware 1.60 wird dem Benutzer zur Texteingabe via Controller eine komplette QWERTZ-Tastatur angezeigt. Nach der Eingabe des Benutzernamens werden die soeben getätigten Einstellungen noch einmal angezeigt und müssen bestätigt werden, ehe das System startet und die XrossMediaBar, die Benutzeroberfläche der PlayStation 3, angezeigt wird.
Schnittstellen
Die Anschlüsse der PS3
USB2.0:
An der Vorderseite der PlayStation 3 befinden sich unten links vier USB2.0-Anschlüsse, welche für den Anschluss und das Aufladen des Sixaxis Wireless Controllers oder die Verbindung von externen Festplatten, Tastatur und Mäusen benutzt werden können. Die ursprünglich versprochenen sechs USB2.0-Anschlüsse (zwei an der Rück-, vier an der Vorderseite) finden sich bei der Verkaufsversion der PlayStation 3 somit nicht wieder. Gerade wenn man dauerhaft eine externe Festplatte oder eine drahtlose Maus-Tastatur-Kombination mit USB-Empfänger mit der PlayStation 3 verbinden möchte, wären zwei rückseitige USB-Anschlüsse wünschenswert gewesen, da so die Front der Konsole nicht durch USB-Kabel verunziert worden wäre.
Kartenleser:
Oberhalb dieser USB-Anschlüsse befindet sich beim 60-GB-Modell links neben dem Blu-ray-Slot-In-Laufwerk eine Klappe, unter welcher der Kartenleser für MemoryStick-Duo, SD- und CompactFlash-Karten verborgen ist.
HDMI 1.3a:
Auf der Rückseite der Konsole hat Sony den HDMI-1.3-Anschluss platziert. Sony unterstützt somit den neuesten Standard dieses Interfaces, womit Datenübertragungsraten von bis zu 10,2 Gbit/s möglich sind. HDMI 1.2 bot bei den in der Unterhaltungselektronik üblichen Steckern des Typs A lediglich eine Datenübertragungsrate von 5 Gbit/s. Während HDMI 1.2 Audiodaten bis zu Frequenzen von 192 kHz bei 24 Bit auf bis zu acht Kanälen übertragen kann, unterstützt HDMI 1.3 nun auch Dolby Digital Plus und TrueHD. 7.1 DTS-HD wird von der PlayStation 3 nicht unterstützt – entsprechende Daten werden von der PlayStation 3 in 5.1 ausgegeben. Sofern ein angeschlossener A/V-Receiver die Bitstreams nicht unterstützt, wandelt die PlayStation 3 die Audiodaten in PCM-Ströme um.
Mit HDMI 1.3 stiegt auch die Pixelfrequenz für Videodaten von 165 MPixel/s auf 340 MPixel/s. Somit lassen sich über HDMI 1.3 nicht nur Bildformate mit einer Auflösung von 1080p bei 60 Vollbildern pro Sekunde übertragen sondern theoretisch auch höhere Auflösungen oder 1080p bei bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde.
Des Weiteren kam mit HDMI 1.3 auch die Unterstützung für höhere Farbtiefen hinzu. Waren bislang lediglich 24 Bit (RGB 4:4:4, YCbCr 4:4:4, YCbCr 4:2:2), 30 Bit und 36 Bit (YCbCr 4:2:2) möglich, werden durch die höhere Datenrate bei HDMI 1.3 Farbtiefen von 30 Bit, 36 Bit und 48 Bit mit 10/12/16 Bit je Farbkomponente (RGB 4:4:4, YCbCr 4:4:4) möglich. Neben den bisherigen Formaten SMPTE 170M/ITU-R BT.601 und ITU-R BT.709-5 wird zudem das neue Farbraummodell xvYCC unterstützt, das im Standard IEC 61966-2-4 definiert ist und durch die Übertragung von Farbraum-Metadaten einen größeren Farbraum ermöglicht.
Sollte kein HDMI-Anschluss am Bildschirm vorhanden sein oder ein PC-Monitor zum Einsatz kommen, kann mittels Adapter auch ein DVI-Eingang genutzt werden, der allerdings zwingend den Kopierschutz HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection) unterstützen muss. Da die PlayStation 3 sämtliche Videodaten über den HDMI-Ausgang lediglich mit HDCP-Verschlüsselung ausgibt, welche pixelweise vom Display entschlüsselt werden muss, kann kein DVI-Anschluss ohne HDCP eingesetzt werden. Unterstützt der DVI-Anschluss des Displays kein HDCP, bekommt der Benutzer lediglich ein Rauschen zu Gesicht.
LAN:
Bei der kabelgebundenen Netzwerkunterstützung lässt sich Sony nicht lumpen und stattet die PlayStation 3 mit einem Gigabit-Ethernet-Anschluss aus. Neben 10Base-T und 100Base-TX wird somit auch 1000Base-T unterstützt, was die multimedialen Fähigkeiten der PlayStation 3 optimal unterstützt, da ein ruckelfreies Streaming von HD-Inhalten so bei entsprechenden Komponenten in jedem Fall problemlos möglich wird.
Digitaler Audio-Ausgang:
Der optische Digitalausgang (SPDIF) an der Rückseite der PlayStation 3 ermöglicht die Audioausgabe in Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, AAC und Zweikanal-PCM-Strom. Die optimale Audio-Ausgabe der PlayStation 3 erfolgt somit mittels HDMI 1.3. Da dieser Standard allerdings noch von praktisch keinem derzeit verfügbaren A/V-Receiver unterstützt wird, bietet sich bislang der optische Digitalausgang zum Betrieb an 5.1-Surround-Anlagen an. Tonsignale von Super Audio CDs können über diesen Audioanschluss jedoch nicht ausgegeben werden.
AV-Multi-Out:
Sollte das Display, an welchem die PlayStation 3 betrieben wird, keinen HDMI-Eingang bieten, kann optional auf den analogen AV-Multi-Out zurückgegriffen werden, der über ein separat erhältliches Komponenten-AV-Kabel (siehe Abschnitt „Zubehör“) ebenfalls Auflösungen von bis zu 1080p unterstützt. Bei der Benutzung von S-Video- oder Scart-Kabeln am AV-Multi-Out beträgt die maximale Auflösung 576i (PAL). Kopiergeschützte Blu-ray-Filme lassen sich analog lediglich über ein YUV-Komponenten-Kabel mit einer Auflösung von 1080i (Halbbilder in 1920 x 1080) wiedergeben. 1080p (Vollbilder in 1920 x 1080) bleibt bei Blu-ray-Filmen dem digitalen HDMI-Anschluss vorbehalten.
Der AV-Multi-Out der PlayStation 3 ist kompatibel mit dem AV-Multi-Out der PlayStation 2, so dass sich Kabel, welche man bereits für die PlayStation 2 erworben hat, ebenfalls an der PlayStation 3 nutzen lassen. Ton kann über den AV-Multi-Out maximal in Stereo ausgegeben werden, während über den SPDIF-Ausgang neben Stereo-Ton auch eine 5.1-Ausgabe und via HDMI gar 7.1 möglich ist.
Stromansschluss:
Da die PlayStation 3 über ein integriertes Universal-Netzteil verfügt, darf auch der obligatorische Kaltgerätekabelanschluss nicht fehlen. Die PlayStation 3 akzeptiert dabei Wechselstrom (Alternating Current, AC) mit einer Frequenz von 50 oder 60 Hz und einer Spannung zwischen 100 und 240 Volt. Auch wenn sich Sony mit der PlayStation 3 sicher keinen Grünen Daumen verdient hat, verfügt das System an der Rückseite wenigstens über einen bei vielen Elektronikgeräten aktuell immer wieder gern weggelassenen Ein-/Ausschalter, welcher es ermöglicht, die PlayStation 3 komplett auszuschalten.
Bluetooth und WLAN
Mit Bluetooth 2.0 (EDR) und WLAN stehen dem Benutzer zwei drahtlose Übertragungstechnologien zur Verfügung. Über die Wireless-LAN-Schnittstelle, welche den 802.11 b/g Standard unterstützt, ist eine drahtlose Internetverbindung über einen Access Point möglich. Den noch nicht verabschiedeten aber bei vielen aktuellen Produkten in der Vorabversion zum Einsatz kommenden 802.11-n-Standard unterstützt die PlayStation 3 leider nicht – für ein derart aktuelles High-End-Multimedia-System aus unserer Sicht eigentlich Pflicht. Beim Einrichten der Verbindung kann man die SSID des Netzwerks entweder suchen und übernehmen oder, etwa wenn diese vom WLAN-Router nicht übertragen wird, manuell eingeben. Nach der manuellen Eingabe der SSID fragt die PlayStation 3 nach der Art der Verschlüsselung. Neben keiner Verschlüsselung und der unsicheren WEP-Verschlüsselung wird auch WPA-PSK (AES) und WPA-PSK (TKIP) unterstützt. Eine WPA-PSK2-Verschlüsselung kann der Benutzer nicht verwenden, da es von der PlayStation 3 nicht unterstützt wird. In dieser Hinsicht muss man der PlayStation 3 deshalb schlicht ein „mangelhaft“ attestieren, da eine Unterstützung von WPA-PSK2 mittlerweile Pflicht ist. Wer die PlayStation 3 in ein bestehendes WLAN-Netzwerk mit WPA-PSK2-Verschlüsselung einbinden möchte, muss aufgrund dieser Einschränkung der PlayStation 3 unter Umständen die gesamte Verschlüsselung des Netzwerks ändern.
Hat man sowohl die SSID als auch den WEP/WPA-Schlüssel eingegeben, können erweiterte Adresseinstellungen vorgenommen werden, bei denen man etwa einen Proxy-Server, den MTU-Wert oder einen primären und sekundären DNS eingeben kann. Daraufhin überprüft das System die Einstellungen, zeigt sie noch einmal an und bietet die Möglichkeit sie zu speichern. Anschließend folgt ein Verbindungstest, welcher die Verbindung zum Access Point und zum Internet prüft.
Ist die PlayStation 3 auf diese Art und Weise oder per Ethernet-Kabel mit dem Internet verbunden, kann die System-Aktualisierung („Menü/Einstellungen/System-Aktualisierung“) nicht mehr nur über einen externen Datenträger wie USB-Stick, Festplatte oder Spiele-Blu-ray Disc vorgenommen werden, sondern auch über das Internet. Das System sucht bei der Aktualisierung über das Internet automatisch nach einer neuen Version, zeigt diese gegebenenfalls an und lädt sie automatisch herunter. Dieser Vorgang dauerte im Test bei einer Anbindung mit 16 Mbit/s rund vier Minuten. Nach dem erfolgreichen Herunterladen muss der Benutzer die Aktualisierung des Systems bestätigen, den Sixaxis Wireless Controller erneut per USB-Kabel mit der PlayStation 3 verbinden und die PS-Taste zur Kopplung des Controllers mit dem System drücken. Startet man daraufhin die Aktualisierung auf die Firmware 1.60 muss man der Endbenutzer-Vereinbarung zustimmen und noch einmal einer Aktualisierung zustimmen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Daraufhin muss man zumindest beim Update auf die Firmware 1.60 noch einmal rund fünf Minuten warten, bis die Aktualisierung abgeschlossen ist. Ist auch dieser Vorgang erfolgreich beendet, muss das System neu gestartet werden.
Bluetooth dient bei der PlayStation 3 zur Kommunikation mit bis zu sieben drahtlosen Sixaxis Wireless Controllern und der Blu-ray-Fernbedienung (siehe hierzu den Abschnitt „Zubehör“). Des Weiteren kann Bluetooth auch zur interpersonellen Kommunikation mittels Bluetooth-Headset verwendet werden. Seit Firmware 1.60 können auch Tastaturen oder Mäuse direkt über die integrierte Bluetooth-Schnittstelle mit dem System verbunden werden, bei früheren Firmware-Versionen war hierfür noch ein zusätzliches USB-Bluetooth-Modul erforderlich.
Die Benutzeroberfläche
Die Benutzeroberfläche der PlayStation 3, die XrossMediaBar (XMB) erinnert an das Menü der PlayStation Portable. Dementsprechend wirkt es weniger verspielt als die Benutzeroberflächen der Xbox 360 und der Nintendo Wii. Nach dem Start der PlayStation 3, welcher angenehm schnell vollzogen ist, findet man sich im Home-Menü, dem Hauptbildschirm der XMB, wieder. Von hier aus kann man mit der Link- oder Rechts-Taste des Sixaxis Wireless Controllers (oder wahlweise Maus/Tastatur) durch die Kategorien schalten. Diese gliedern sich in die Menüpunkte „Benutzer“, zur Verwaltung und dem Anlegen eines Benutzers, „Einstellungen“, zur Vornahme sämtlicher System-Einstellungen wie der Aktualisierung, den BD/DVD-, Musik-, Chat-, Anzeige-, Sound-, Netzwerk-, Einstellungen, „Foto“, zum Organisieren und Betrachten von Bilddateien (siehe Artikelabschnitt „Multimedia/Fotos“), „Musik“, zur Wiedergabe und Verwaltung von Sounddateien (siehe Artikelabschnitt „Multimedia/Musik“), „Video“, zum Abspielen und Organisieren von Video-Inhalten (siehe Artikelabschnitt „Multimedia/Video“), „Spiel“, in dem sämtliche Spieldaten/-stände verwaltet sowie Demos und Spiele gestartet werden können, „Netzwerk“, worüber Funktionen wie Remote-Play (siehe Artikelabschnitt „Multimedia/Remote-Play“), der Internet-Browser (siehe Artikelabschnitt „PlayStation Store/Internet-Browser“), Download-Management, der PlayStation Store und Folding@Home aufgerufen werden können, und „Freunde“, der es beispielsweise ermöglicht, eine Freundes- sowie Blockierliste anzulegen, einen Chat zu starten, Nachrichten zu empfangen und zu versenden oder das eigene Network-Konto zu verwalten.
Mit der Oben- oder Unten-Taste des Steuerkreuzes kann man durch diese vielfältigen Optionen navigieren, von denen man sich trotz der Schlichtheit der Oberfläche zunächst erschlagen fühlt. So ist beispielsweise die Auswahlliste der Kategorie „Einstellungen“ aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten etwas lang geraten und lässt Übersichtlichkeit schnell vermissen. Mit der Kreuz-Taste wird eine Option ausgewählt, mit der Kreis-Taste ein Vorgang abgebrochen und mit der Dreieck-Taste lassen sich zusätzliche Optionen oder die Kontrollmenüs bei der Medienwiedergabe aufrufen. Über die neue PS-Taste des Controllers lässt sich etwa aus Spielen jederzeit zum Home-Menü zurückkehren, wobei das Spiel jedoch beendet wird.
Trotz des guten Ansatzes und der eigentlich übersichtlichen Gestaltung läuft die XMB gerade nach längerer Benutzung deshalb aus unserer Sicht Gefahr, unübersichtlich zu werden, da die Liste der gespeicherten Bilder, Videos und Demos mit der Zeit recht lang werden kann. Lässt man sich anfänglich so eventuell noch sämtliche Bilder auf einmal anzeigen, sollte man schnell auf eine Gruppierung nach Monaten oder Jahren umsteigen, um die Übersicht nicht zu verlieren. Hier ist in jedem Fall der Benutzer selbst gefragt, Ordnung auf dem System zu wahren. Etwas irreführend sind an einigen Stellen zudem die Anzeigen. So wird nach einer erfolgreich durchgeführten Aktion fast immer lediglich die Option „Zurück“ mittels Kreis-Taste angeboten, obwohl man hier als Benutzer logischerweise eigentlich ein „Weiter“ mittels Kreuz-Taste erwarten würde.
Dennoch wirkt die XMB erwachsen und weniger verspielt als die Benutzeroberflächen der beiden Konkurrenten. Und nach ein bisschen Eingewöhnungszeit findet man sich auch mit den Eigenheiten der XMB ab und zu Recht, so dass die Steuerung mit der Zeit deutlich einfacher von der Hand geht.
Sixaxis Wireless Controller
Der Sixaxis Controller der PlayStation 3 wurde äußerlich im Vergleich zum PlayStation-2-Modell kaum verändert. Lediglich die L2-Schultertaste erhielt eine Veränderung und ist einem druckempfindlichen Modell gewichen, wie es auch die Xbox 360 bietet. Da sich das Design des PlayStation-2-Controllers lange bewährt hat, kein Grund zur Sorge? Eigentlich nicht, hätte Sony nicht die ehemals digitalen R2/L2-Schultertasten gegen analoge Abzüge getauscht – was prinzipiell lobenswert ist – und so konzipiert, dass man bei ihrer Betätigung mitunter von ihnen abrutscht.
Sony ist aufgrund der starken Kritik wieder von dem Mitte Mai 2005 präsentierten Layout des Sixaxis-Controllers abgewichen, welches einen silbernen, halbrund geschwungenen Controller zeigte.
Insgesamt stehen dem Spieler folgende Tasten zur Verfügung:
- L2-Schultertaste
- R2-Schultertaste
- L1-Schultertaste
- R1-Schultertaste
- vier Richtungstasten
- Dreieck-Taste
- Kreis-Taste
- Kreuz-Taste
- Viereck-Taste
- Linker Stick/L3-Taste
- Rechter Stick/R3-Taste
- Select
- Start
- PS-Taste
Sony hat in den Sixaxis Wireless Controller, daher auch sein Name, einen Bewegungssensor integriert, welcher über sechs Achsen die Bewegungen des Controllers nachvollziehen kann. Eine externe Einheit, welche die Bewegung des Controllers im Raum kontrolliert, ist anders als bei Nintendos Wii jedoch nicht notwendig.
Der Name „Sixaxis“ rührt vom Einsatz eines Inertialen Navigationssystems (INS) bzw. der Trägheitsnavigation her, welche auf dem Prinzip der Integration von gemessener Beschleunigung und Drehung zur Berechnung von Lagewinkel, Geschwindigkeit und der Position im Raum beruht. Drei Beschleunigungssensoren in insgesamt drei Achsen registrieren dabei die Beschleunigungen in X-, Y- und Z-Richtung. Die Geschwindigkeit der Bewegung wird durch die Integration über die Zeit ermittelt. Eine weitere Integration liefert die während der Bewegung zurückgelegten Wegstrecken in allen drei Richtungen. Der Sixaxis Wireless Controller verzichtet jedoch auf drei zur Stabilisierung der Messplattform vorgesehene Laserkreisel (Laser-Gyroskope) und berechnet die Neigungswinkel des Controllers ebenfalls über die Beschleunigungssensoren mit Hilfe der Erdbeschleunigung. Hierbei kann es jedoch zu einer Verfälschung des Ergebnisses kommen, da die Erdbeschleunigung durch die Eigenbeschleunigung des Controllers überlagert werden kann. Ob dieser Umstand in den Spielen zum Tragen kommt, werden wir bei den Tests der jeweiligen Spieltitel klären.
Grundsätzlich lässt sich vorab jedoch feststellen, dass die Motion-Sensing-Technik des Sixaxis Wireless Controllers in aktuellen Spieletiteln noch nicht an Nintendos Wii herankommt, da die Umsetzung in den Spielen nur halbherzig ist und man so meistens auf herkömmlichen Weg einfacher, schneller und sicherer durch das Spielgeschehen navigiert.
Der Sixaxis Wireless Controller unterstützt jedoch im Gegensatz zu seinem PS2-Vorgänger kein DualShock 2 (Force-Feedback). Sony selbst sucht den Grund hierfür darin, dass Vibrationen bei der Steuerung über die Bewegungssensoren störend wirken. Vielleicht lag der wahre Grund jedoch auch in einem Patentstreit zwischen Sony und Immersion. Anfang März 2007 haben Sony und Immersion diesen andauernden Patentrechtsstreit um die Force-Feedback-Technologie jedoch beigelegt und eine Vereinbarung getroffen, welche es Sony erlaubt, die Technologie von Immersion in Produkten der PlayStation-Reihe zu verwenden. Der Rechtsstreit zwischen Immersion und Sony dauerte bereits fünf Jahre an, wobei Immersion Sony vorwarf durch die Force-Feedback-Technik der DualShock-Controller Patentrechte zu verletzen. Bereits im März 2005 wurde Sony zu 90 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt [6], ging jedoch in die Berufung und konnte so einen Verkaufsstop der PlayStation 1 und 2 verhindern. Theoretisch wird es Sony durch die Vereinbarung möglich, auch im Sixaxix-Controller der PlayStation 3 erneut eine Force-Feedback-Technik einzusetzen und diesen vibrieren zu lassen.
Kazuo Hirai, Präsident und Group Chief Operating Officer von Sony Computer Entertainment, gab lediglich bekannt, dass man mit Immersion an neuen Wegen arbeiten werde, um den Kunden das beste Gameplay zu ermöglichen. Satoshi Fukuoka, Sprecher von Sony Computer Entertainment Japan, fügt jedoch umgehend hinzu, dass es derzeit noch keinen Plan gibt, Force-Feedback in eine neue Version des Sixaxis-Controllers bzw. die PlayStation 3 generell zu implementieren, Untersuchungen hierzu jedoch auch nicht ausgeschlossen sind. Es scheint somit nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die DualShock-Technologie wieder Einzug in den offiziellen Controller der PlayStation 3 hält.
Die Verbindung zwischen PlayStation 3 und Sixaxis-Controller erfolgt mittels Bluetooth oder USB-Kabel, über welches auch das Laden des Akkus vorgenommen wird. Mit gerade einmal 1,5 Metern fällt dieses jedoch sehr kurz aus, so dass man bei leerem Akku nicht mehr bequem mit angeschlossenem Kabel vom Sofa aus spielen könnte – zumal jeder HDTV-Besitzer nicht 1,5 Meter vor dem Fernsehgerät sitzen möchte. Vor dem ersten Gebrauch, nach der Benutzung an einer anderen PlayStation 3 oder nach einem Firmware-Update muss ein Pairing zwischen Sixaxis-Controller und PlayStation 3 vorgenommen werden. Anders als bei der Xbox 360 ist der beiliegende Sixaxis Wireless Controller noch nicht mit der PlayStation 3 gekoppelt, so dass auch bei diesem das Pairing durchgeführt werden muss. Hierfür muss die PlayStation 3 eingeschaltet und der Controller per USB-Kabel, welches der PlayStation 3 beiliegt, an die Konsole angeschlossen werden. Das Pairing wird daraufhin automatisch vorgenommen und muss in Zukunft nicht mehr durchgeführt werden. Dem Controller wird von nun an bei eingeschaltetem System automatisch eine Nummer zugewiesen. Die PlayStation 3 kann dabei auch bequem über den PS-Knopf eines jeden der bis zu sieben Controller ein- oder ausgeschaltet werden. Da der Controller lediglich über vier Status-LEDs (Anschluss-Kontroll-Leuchten) verfügt, addieren sich bei mehr als vier Controllern die Leuchten zu den Controller-Nummern. Leuchtet beispielsweise die LED 1 und 4, ergibt sich für den Controller die Nummer 5. Bei separat erhältlichen Controllern liegt allerdings kein USB-Kabel bei, so dass man für das Pairing und Aufladen des Akkus immer wieder auf das mitgelieferte Kabel zurückgreifen muss. Während dieser Umstand beim Pairing unproblematisch ist, fehlt dem Käufer spätestens dann, wenn mehrere Controller gleichzeitig aufgeladen werden müssen, ein passendes USB-Kabel (Typ A an Mini-B) und er guckt sprichwörtlich in die Röhre, sofern er nicht selbst ein entsprechendes Kabel erwirbt oder bereits Dank einer Digitalkamera oder anderen Geräten besitzt.
Der fest eingebaute Lithium-Ionen-Akku mit 610 mAh ist für den Kunden nicht austauschbar, lässt sich theoretisch jedoch durch das Lösen der fünf rückseitigen Schrauben aus dem Gehäuse des Controllers entfernen, indem man daraufhin das Gehäuse auseinanderzieht und den Akku vom Anschluss löst. Da der Akku vom Kunden nicht selbst ausgetauscht werden soll, äußerste sich bereits im Vorfeld zu diesem Umstand und bestätigte, dass man einen speziellen Service anbieten wird, so dass im Falle eines Problems, Sony den Akku für den Kunden austauscht. Sony wies jedoch darauf hin, dass die Gefahr, dass der Akku an Leistungsfähigkeit verliert – beispielsweise aufgrund eines Memory Effektes –, bei aktuellen Lithium-Polymer-Akkus sehr gering ist, und ohnehin erst nach einigen Jahren auftreten würde.
| PlayStation 3 Sixaxis Wireless Controller |
Xbox 360 Wireless Controller mit Batterien |
Xbox 360 Wireless Controller ohne Batterien |
Xbox Controller S | |
|---|---|---|---|---|
| Gewicht in Gramm | 136 | 265 | 220 | 250 |
Mit gerade einmal 136 Gramm ist der Sixaxis-Controller deutlich leichter als der Xbox-360-Wireless-Controller mit 265 Gramm (inklusive Batterien), was zum Teil auch auf der fehlenden DualShock-Technologie beruht. Der eine Spieler mag den Sixaxis Wireless Controller zu leicht finden, der andere genau richtig angesichts geringerer Ermüdungserscheinungen. Da die persönlichen Präferenzen in diesem Bereich sehr unterschiedlich sind, bleibt uns an dieser Stelle nur eine subjektive Einschätzung. Rein von der Ergonomie würden wir deshalb dem Controller der Xbox 360 den Vorzug geben, da dieser unserem Empfinden nach etwas besser in der Hand liegt und die Analog-Sticks besser zu erreichen sind. Force-Feedback sollte zudem zum Standard gehören, wobei wir uns ziemlich sicher sind, dass der Sixaxis-Controller der PlayStation 3 dies auch bald wieder erhalten wird. Der Controller der Xbox 360 lässt hingegen ein Motion-Sensing gänzlich vermissen, welches bei der PlayStation 3 zwar auch noch nicht optimal genutzt wird, jedoch viel Potential für die Zukunft offen lässt.
Sixaxis am PC
Anders als Microsoft bietet Sony bislang keine spezielle Version des Sixaxis Wireless Controllers an, der am PC benutzt werden kann. Der Controller der Xbox 360 kann entweder in einer speziellen Version direkt als Controller für den PC erworben werden oder jeder Wireless-Controller der Xbox 360 kann mittels „Xbox 360 – Wireless Adapter für Windows“ ebenso wie anderes drahtloses Zubehör der Xbox 360 mit dem PC verbunden werden. Für Nintendos Wii-Fernbedienung gibt es ebenfalls seit geraumer Zeit mehr oder weniger funktionierende Möglichkeiten, um das neuartige Eingabegerät auch unter Windows zu nutzen.
Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Programmierer auch am Sixaxis Wireless Controller der PlayStation 3 versuchen würden. Ein erster inoffizieller Treiber [7] ermöglicht die Nutzung des Sixaxis Wireless Controllers zumindest in seinen Grundfunktionen auch unter Windows 2000/XP/Vista. Leider funktioniert der Controller bislang jedoch nur bei Anschluss über ein USB-Kabel – eine Verbindung über Bluetooth ist somit nicht möglich – und lässt die Steuerung mittels Motion-Sensing-Technologie am PC vermissen, welche ebenfalls noch nicht unterstützt wird. Aber auch dieser Umstand scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.
Nachdem man den entsprechenden Treiber heruntergeladen hat [6], muss man zunächst den Treiber (libusb-win32-filter-bin-0.1.10.1.exe) installieren. Daraufhin muss die Datei ps3sixaxis_en.exe entpackt werden, was für einen kurzen Augenblick eine Eingabeaufforderung erscheinen lässt. Nun muss der Sixaxis Wireless Controller mit dem PC mittels USB verbunden und die Datei „ps3sixaxis_en.exe“ erneut ausgeführt werden, um eine Verbindung zwischen Controller und PC aufzubauen. Sollte eine Verbindung nicht sofort zustande kommen, hilft an dieser Stelle ein einmaliger Druck auf den PS-Knopf des Controllers.
Solange jedoch keine offiziellen Treiber von Sony veröffentlicht oder die inoffiziellen Treiber stark verbessert werden, ist der Nutzen des Sixaxis Wireless Controllers am PC recht gering, da keine Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und die nicht auf den Sixaxis-Controller abgestimmte Belegung der Tasten in manchen Spielen nicht frei geändert werden kann.
Tastatur und Maus
Neben dem Sixaxis Wireless Controller kann auch eine Maus und Tastatur zur Navigation durch die Menüs der PlayStation 3, den PlayStation Store oder die Webseiten im Browser genutzt werden. Theoretisch kann hier jede beliebige Maus und Tastatur zum Einsatz kommen, die über einen USB-Anschluss verfügt oder über Bluetooth verbunden werden kann (Bluetooth ab Firmware 1.60). Auch Desktops, welche einen eigenen Funk-Empfänger besitzen, der über USB angeschlossen wird, können problemlos benutzt werden. Die Navigation mittels Maus und Tastatur durch die XrossMediaBar, so der offizielle Name der Benutzeroberfläche der PlayStation 3, ist zwar gewöhnungsbedürftig, da kein Mauszeiger angezeigt wird und das Wechseln der einzelnen Menüpunkte so direkt durch ein Bewegen der Maus hervorgerufen wird, stellt aber gerade beim integrierten Browser, welcher einen Mauszeiger zur Verfügung stellt, oder allgemein bei der Eingabe von Texten eine erhebliche Erleichterung dar. Programmieren scheint es zudem freigestellt, Maus und Tastatur auch in eigenen Spielen zu unterstützen. So hieß es im November 2006 beispielsweise, dass Unreal Tournament 2007 nicht nur mittels Sixaxis Wireless Controller sondern auch mit Maus und Tastatur spielbar sein wird, was viele PC-Spieler erfreuen dürfte, die sich gerade bei einem Shooter immer wieder eine Maus und Tastatur herbeisehnen. Ob eine derartige Unterstützung am Ende tatsächlich implementiert wird, bleibt abzuwarten.
Austausch der Festplatte
Sony ermöglicht es jedem Käufer der PlayStation 3 die eingebaute 2,5-Zoll-Serial-ATA Festplatte gegen ein größeres und schnelleres Modell auszutauschen. Sony bricht in dieser Hinsicht mit anderen Herstellern, welche auf proprietäre Anschlüsse setzen, um das hauseigene Zubehör zu überteuerten Preisen verkaufen zu können. Bevor man mit dem Austausch der Festplatte beginnt, sollte man jedoch unbedingt die Daten der eingebauten Festplatte über die hierfür bereitstehenden Funktionen der XrossMediaBar (XMB) sichern, was auf einem angeschlossenen USB-Stick oder einer externen Festplatte möglich ist. Ärgerlich ist hierbei lediglich, dass Sony kein NTFS sondern lediglich das FAT32-Dateisystem, welches den Benutzer auf Dateien mit einer maximalen Größe von vier Gigabyte beschränkt, unterstützt, so dass viele bereits in Verwendung befindliche USB-Sticks und Festplatten zunächst konvertiert werden müssen, um sie an der PlayStation 3 zu nutzen.
Ist die externe Festplatte, ein USB-Stick, eine SD Memory Card, eine CompactFlash-Karte oder ein Memory-Stick zur Sicherung der Daten mit der PlayStation 3 verbunden, muss man in der XMB in den „System-Einstellungen“ die Backup-Funktion (Datensicherungsprogramm) aufrufen. Nun können Speicherdaten von Spielen, Bilder, Fotos, Musik und heruntergeladenen Spiele und Trailer aus dem PlayStation Store auf der externen Festplatte gesichert werden. Beachten muss man jedoch, dass Benutzerinformationen, kopiergeschützte Filme und Systemeinstellungen nicht gesichert werden. Eine eventuell durch den Benutzer eingerichtete Linux-Partition geht beim Austausch der Festplatte ebenso verloren und kann nicht gesichert werden. Durch die Backup-Funktion werden die Daten auf der externen Festplatte im Verzeichnis „PS3/Export/Backup/“ nach Datum und Uhrzeit geordnet in Archiven gespeichert. Jedes Archiv ist dem FAT32-Dateisystem folgend maximal vier Gigabyte groß. Da die PlayStation-3-Partition selbst unter Linux nicht sichtbar ist, kann sie auf anderem Wege (offiziell) nicht gesichert werden.
Um die eingebaute Festplatte zu wechseln, muss zunächst die PlayStation 3 ausgeschaltet und vom Stromnetz getrennt werden. Daraufhin muss die Festplattensteckplatz-Abdeckung an der linken Seite der PlayStation 3 entfernt werden. Eine kleine Lücke erleichtert das Lösen, wobei auf Kraft und spitze Gegenstände verzichtet werden sollte, um die empfindliche Oberfläche der PlayStation 3 nicht zu beschädigen. Mit einem passenden Schraubendreher muss nun die blaue Schraube gelöst werden und der angeklappte Metallgriff angehoben werden. Nun kann man die Festplatte am Bügel ein kleines Stück nach rechts schieben und daraufhin aus dem Gehäuse ziehen.
Ehe eine neue S-ATA-Festplatte im 2,5-Zoll-Format eingesetzt werden kann, muss man den Metallrahmen von der alten Festplatte lösen und an der neuen Festplatte befestigen. Hierfür müssen die vier seitlichen Schrauben gelöst und die Festplatte aus dem Metallrahmen genommen werden, indem man sie an einer Seite leicht anhebt. Nun kann die neue Festplatte in den Rahmen eingesetzt und festgeschraubt werden. Nach einem Einsetzen der Festplatte in den Schacht der PlayStation 3, ein Schieben nach links und anschließendes Festschrauben der blauen Schraube steht die neue Festplatte dem System zur Verfügung. Wird die PlayStation 3 nach einem Festplattenwechsel gestartet, müssen wie bei der ersten Inbetriebnahme die Einstellungen des Systems erneut vorgenommen werden und die Festplatte im „System Setup“ formatiert werden. Über den Menüpunkt „Wiederherstellen“ im Datensicherungsprogramm können dann die zuvor gesicherten Daten der ursprünglichen Festplatte wiederhergestellt werden.
Derzeit setzt Sony 60 GByte große 2,5-Zoll-Festplatten der Seagate Momentus-Serie der zweiten Generation mit 5400 U/min in der PlayStation 3 ein. Auch wenn bislang keinerlei Probleme bekannt wurden, sollte man aus Sicherheitsgründen beim Austausch der Festplatte ebenfalls auf ein Modell mit 5400 Umdrehungen pro Minute setzen, da Modelle mit 7200 U/min mitunter deutlich wärmer werden und nicht sichergestellt ist, dass die PlayStation 3 dauerhaft auch diese Wärme abführen kann.
Die Festplatte der PlayStation 3 ist verschlüsselt und kann deshalb bislang nicht am PC ausgelesen werden. Unter Linux auf der PlayStation 3 wird lediglich die für das Betriebssystem abgekapselte Partition angezeigt, unter einem regulären Betriebssystem sind keine Partitionen sichtbar, da die Platte keine Partitionstabelle aufweist. Scannt man die Festplatte aber beispielsweise mit WinHex, werden die ext2/ext3/swap-Partitionen gefunden. Des Weiteren wird jede eingesetzte und partitionierte Festplatte von der PlayStation 3 durch eine jedem System eigene Signatur individualisiert, so dass sie nicht in einer anderen PlayStation 3 eingesetzt werden kann.
Linux auf der PlayStation 3
Während Konsolenhersteller eigentlich immer darum bemüht waren, ein geschlossenes System anzubieten, welches dem Benutzer den Zugriff verweigert, geht Sony mit der PlayStation 3 andere Wege und ermöglicht von Hause aus die Installation eines anderen Systems. Da Windows auf einem Cell-Prozessor nicht betrieben werden kann, betrifft diese Unterstützung bislang lediglich Linux. Mit Yellow Dog Linux 5.0 [8] (YDL) erschien kurz nach dem Start der PlayStation 3 so auch die erste speziell für die Konsole optimierte Distribution, welche auch wir zum Test der Installation und Nutzung von Linux auf der PlayStation 3 einsetzen werden. Gänzlich offen ist die Plattform der PlayStation 3, auch wenn Sony dem Konzept den Namen „Open Platform“ gegeben hat, jedoch nicht, da auch Linux ein direkter Zugriff auf die Hardware verwehrt wird, um das Sicherheitskonzept der PlayStation 3 nicht aushebeln zu können. Aus diesem Grund kann Linux nur über einen Hypervisor auf die System-Komponenten zugreifen. Während USB-, LAN- und Bluetooth-Schnittstellen ebenso problemlos genutzt werden können wie das Blu-ray-Laufwerk, fehlen bislang Treiber für das integrierte WLAN-Modul, so dass man für Netzwerkfunktionalität bislang auf ein Kabel zurückgreifen muss – Terra Soft Solutions arbeitet zusammen mit Sony jedoch bereits an passenden WLAN-Treibern. Auch die Festplatte steht unter Linux nur in dem Umfang bereit, der vorher in der System-Software der PlayStation 3 für ein anderes Betriebssystem abgegrenzt wurde. Eine hardwarebeschleunigte Grafikdarstellung – sowohl in 2D, 3D oder OpenGL – über den RSX-Chip von nVidia ist unter Linux ebenfalls nicht möglich, da das System lediglich in den Framebuffer schreiben darf.
Linux wird dabei parallel zum eigentlichen Software-System der PlayStation 3 auf der integrierten Festplatte installiert, wobei der Benutzer über die System-Einstellungen unter der Option „Standardsystem“ wählen kann, welches System beim Starten der Konsole ausgeführt werden soll. Da diese Funktion gegebenenfalls nur unter dem Software-System der PlayStation 3 bereitsteht, kann der Benutzer jederzeit das PS3-System starten, indem er die Power-Taste an der Vorderseite des Systems beim Einschalten mehr als fünf Sekunden bis zum Ertönen eines Signaltons gedrückt hält. Leider setzt das System hierbei jedoch die Display-Einstellungen zurück, welche somit jedes Mal wieder an das System angepasst werden müssen.
Ehe man Linux installieren kann, muss man jedoch erst einmal unter dem Standardsystem der PlayStation 3 die Festplatte in zwei Bereiche, einer für die PlayStation 3 und einer für Linux, aufteilen. Leider gehen bei diesem Vorgang vom Benutzer gespeicherte Inhalte und Spielstände verloren, so dass auch vor diesem Schritt wie beim Austausch der Festplatte dringen eine Sicherung der Daten vorgenommen werden sollte. Die Formatierung der Festplatte für Linux muss im Menüpunkt „Formatierungs-Dienstprogramm“ vorgenommen werden, welches sich in der Kategorie „Einstellungen“ unter der Option „System-Einstellungen“ findet. Bevor das System mit der Formatierung startet, muss der Nutzer in den „Einteilungs-Einstellungen“ die Option „Benutzerdefiniert“ auswählen und die Größen für die Partitionen festlegen. Völlige Freiheit hat der Benutzer dabei jedoch nicht, da er dem einen System 10 GB und dem anderen 50 GB zuweisen muss. Möchte man unter Linux keine umfassenden Datensammlungen anlegen und die PlayStation 3 vorwiegend in ihrer Grundfunktion als Spielekonsole nutzen, empfiehlt es sich, dem „Anderen System“ lediglich 10 GB zuzuweisen. Reicht der Speicherplatz unter einem der beiden Systeme doch einmal nicht aus, stehen dem Benutzer immer noch die vier USB-Anschlüsse oder der Kartenleser an der Front der PlayStation 3 für externe Speichermedien zur Verfügung. Wer Zeit sparen möchte, wählt im weiteren Partitionierungsvorgang in den Formatierungsmethoden die Option „Schnellformatierung“.
Mit der Partitionierung der Festplatte sind die Vorbereitungen zur Installation von Linux aber noch nicht abgeschlossen. Damit Linux installiert werden kann, muss zunächst der passende Bootloader installiert werden. Sofern man Firmware 1.60 oder später einsetzt, muss man hierfür den Bootloader des „Anderen Systems“ auf einem externen Medium wie USB-Stick, -Festplatte, CD oder Memory Card im Verzeichnisbaum „PS3\otheros“ mit Hilfe eines PCs speichern. Die Datei „otheros.bld“, der Bootloader von Linux, sollte sich somit im Ordner „otheros“ im Verzeichnis „PS3“ des externen Speichermediums befinden. Den Bootloader für Yellow Dog Linux bietet Terra Soft Solutions zum Download an [9]. Nun muss das am PC konfigurierte Speichermedium an die PlayStation 3 angeschlossen und in der Kategorie „Einstellungen“ unter der Option „System-Einstellungen“ der Menüpunkt „Anderes System installieren“ gewählt werden. Das System sucht daraufhin selbständig nach dem extern gespeicherten Bootloader. Nun muss man den Anweisungen folgen, um den Bootloader zu installieren. Ist dieser Schritt erfolgreich abgeschlossen, steht in den System-Einstellungen der Menüpunkt „Standardsystem“ zur Verfügung, über welchen man auswählen kann, welches System die PlayStation 3 beim Starten automatisch booten soll. Anders als beim PC wird dem Benutzer somit nicht bei jedem Start der Bootloader angezeigt, sondern muss zunächst unter dem System der PlayStation 3 aktiviert werden. Hat man in diesem Menüpunkt „Anderes System“ gewählt, ist es nun an der Zeit die Installations-DVD von Yellow Dog Linux in das Laufwerk der PlayStation 3 zu schieben und das System neu zu starten.
Beim Neustart fährt das System unter dem Bootloader Kboot hoch und durchläuft einige Initialisierungen, ehe es mit der Eingabeaufforderung „kboot:“ stehen bleibt. Von hier aus können nun beliebige Linux-Distributionen installiert werden, was jedoch nur Linux-Kennern zu empfehlen ist. Nach rund fünf Sekunden Inaktivität startet der Bootloader automatisch mit der grafischen Installation von Yellow Dog Linux. Wer nicht warten möchte, kann die grafische Installation mit dem Befehl „install“ starten, welche jedoch lediglich beim HD-Anschluss der PlayStation 3 via HDMI oder YUV-Komponenten-Kabel durchgeführt werden kann, oder auf eine Text-basierte Installation, welche von Besitzern älterer TV-Geräte gewählt werden muss, mit dem Befehl „installtext“ setzen. Wer das Wagnis doch nicht eingehen möchte, sollte den Befehl „boot-game-os“ eingeben, um wieder auf das Standardsystem der PlayStation 3 umzusteigen. Im folgenden Installationsprozess bietet es sich an, die Sprache auf Deutsch umzustellen. Dem Benutzer wird zudem nun die Möglichkeit gegeben, die vorher im System der PlayStation 3 abgespaltene Partition des Linux-System individueller zu partitionieren. Die folgende Warnmeldung, dass sämtliche Daten verloren gehen können, bezieht sich dabei lediglich auf die Linux-Partition, da man zu keiner Zeit auf die Partition, welche dem PlayStation-3-System zugeordnet ist, zugreifen kann und Linux auch diesen Bereich nicht partitionieren oder löschen kann. Hat man die Partitionen individuell gestaltet, wobei eine Swap-Partition entsprechender Größe berücksichtigt werden sollte, oder die Vorgaben des Systems übernommen, muss man das Passwort für das root-Konto festlegen. Abschließend muss der Benutzer lediglich nach einer kurzen Prüfung der Installation auf „Weiter“ klicken, ehe das System die Installation von Yellow Dog Linux startet. Für die nun folgende Installation des Betriebssystems und der beiliegenden Anwendungen muss man rund eine Stunde einplanen. Sind sämtliche Pakete installiert, startet die PlayStation 3 neu und bootet nun automatisch Linux, sofern man vorher eine grafische Installation durchgeführt hat. Wählte man im vorherigen Schritt jedoch die Textinstallation, muss man in der Kboot-Umgebung den Befehl „ydltext“ eingeben, um das System mit einer niedrigeren Auflösung im Textmodus zu starten. Im Folgenden sind jedoch einige manuelle Eingriffe nötig – beispielsweise um einen Benutzer anzulegen oder die grafische Oberfläche zu starten – die Linux-Anfänger auf Anhieb eventuell etwas überfordern, weshalb wir diesen die Installation von Linux lediglich an einem hochauflösenden Bildschirm mit HDMI- oder YUV-Komponenten-Anschluss empfehlen. Wer es dennoch wagen möchte, sollte einen Blick auf die HowTo-Artikel zu Yellow Dog Linux werfen [10]. Dort wird auch erläutert, wie man vom Text- in den Grafik-Modus wechselt [11].
Ist der Boot-Vorgang im grafischen Modus absolviert, wird automatisch ein Programm zur ersten Konfiguration des Systems gestartet. Hier muss man nicht nur die Yellow-Dog-Lizenz akzeptieren, sondern kann auch Datum und Uhrzeit einstellen und ein Benutzerkonto anlegen. Ist die Konfiguration abgeschlossen, bekommt der Benutzer nun den Anmeldebildschirm von Linux zu Gesicht und kann sich mit den soeben gewählten Benutzerdaten anmelden. Ist auch dies erledigt, hat man endlich den standardmäßig aktivierten Enlightenment-Desktop vor sich, welcher für die PlayStation 3 gewählt wurde, da er weniger Ressourcen verbraucht als etwa KDE oder Gnome, welche sich jedoch theoretisch installieren und ebenso nutzen lassen.
Yellow Dog Linux startet bei der grafischen Installation automatisch im Videomodus 3, was 720p mit 60 Hz entspricht. Wer die Auflösung optimal an seinen Fernseher anpassen möchte, sollte in der Kboot-Umgebung vor dem Starten von YDL den Befehl „ydltext“ eingeben, um YDL textbasiert zu starten. Bei der Abfrage des Benutzers meldet man sich als root an und startet dann das Programm ps3videomode mit dem Befehl „ps3videomode --help“. Dem Benutzer werden daraufhin die möglichen Videomodi in folgender Tabelle aufgeführt.
ZitatUsage: ps3videomode [options][parameters]
ps3videomode – show and modify video settings
OPTIONS
--help, -h
--video, -v
--rgb, -r RGB color space
--full, -f full screen mode
--dither,-d dither ON
video parameters:
0:auto mode
YUV
60Hz 1:480i 2:480p 3:720p 4:1080i 5:1080p
50Hz 6:576i 7:576p 8:720p 9:1080i 10:1080p
RGB
vesa 11:WXGA 12:SXGA 13WUXGA
60Hz 33:480i 34:480p 35:720p 36:1080i 37:1080p
50Hz 38:576i 39:576p 40:720p 41:1080i 42:1080p
If no arguments are given, ps3videomode displays the current mode
Bei einem PAL-Fernseher wählt man deshalb entweder den Videomodus 6 oder 38. Möchte man einen Videomodus testen, gibt man einfach „ps3videomode -v #“ in die Eingabeaufforderung ein, wobei # für eine der obigen Nummer der unterschiedlichen Modi steht. Besitzer eines LCD-Fernsehers wählen dementsprechend wahlweise den Modus 3, 4 oder 5. Dabei stellt man schnell fest, dass Linux leider einen schwarzen Rand anzeigt, der jedoch durch die Addition der Zahl 128 zur Videomodus-Nummer beseitigt werden kann. Möchte man so etwa 720p ohne schwarze Ränder genießen, gibt man „ps3videomode -v 131“ ein. Alternativ erledigt der Befehl „ps3videomode -v 3 -f“ dieselbe Funktion. Leider kann es dann jedoch dazu kommen, dass die Ränder des Bildes abgeschnitten werden und so nicht der gesamte Bildinhalt auf dem Display dargestellt wird. Wird ein vom Fernseher nicht unterstützter Videomodus gewählt, kann es passieren, dass das Bild schwarz bleibt. In diesem Fall kann man entweder blind einen neuen Modus eintippen oder die PlayStation 3 über die Power-Taste an der Konsolenfront einfach neustarten. Hat man den für sich optimalen Modus gefunden, startet man wieder in die grafische Benutzerumgebung und führt unter „run command“ den Befehl „gedit /etc/rc.local“ aus. Dies öffnet einen Editor mit der Datei „rc.local“, in welcher man den zuvor ermittelten, optimalen Befehl für den Videomodus in einer neuen Zeile einträgt.
Wir möchten an dieser Stelle darauf verzichten, die Funktionen und Möglichkeiten von Yellow Dog Linux und des Enlightenment-Desktops näher zu erläutern, da dies den Rahmen dieses Artikels gänzlich sprengen würde. Der Anwender wird sich bei der Benutzung von Linux auf der PlayStation 3 jedoch damit konfrontiert sehen, dass nicht sämtliche Anwendungen mit der Cell-Architektur der PlayStation 3 kompatibel sind, da sie lediglich mit x86-Systemen kompatibel sind. Prominenteste Vertreter sind hier sicher Flash von Macromedia und der Adobe Reader.
Grundsätzlich lässt sich jedoch nicht nur das auf Fedora Core 5 basierende Yellow Dog Linux 5.0 auf der PlayStation 3 installieren, sondern zum Beispiel auch Debian [12], Fedora Core [13], Gentoo [14] oder Ubuntu [15].
Spieleeinsatz
Die Launch-Titel
Zum Verkaufsstart der PlayStation 3 waren 23 Spieletitel erhältlich. Mittlerweile haben sich zwei Verspätungen hinzugesellt: „Tom Clancy’s Splinter Cell: Double Agent“ von Ubisoft und „NBA 2K7“ von Take 2. Dennoch sind nach wie vor nicht sämtliche ursprünglich für den Verkaufsstart angekündigten Spieletitel verfügbar. So fehlt weiterhin die Umsetzung von „The Elder Scrolls IV: Oblivion“, welche am 26. April 2007 in den Handel kommen wird. Einen Tag später folgt die Umsetzung von „F.E.A.R.“, ehe am 03. Mai dann auch endlich „Untold Legends: Dark Kingdom“ erhältlich sein soll.
Derzeit sind somit folgende Spiele für die PlayStation 3 im Handel erhältlich:
- Resistance: Fall of Man (Sony CEE)
- Motorstorm (Sony CEE)
- Genji: Days of the Blade (Sony CEE)
- Formula One Championship Edition (Sony CEE)
- Ridge Racer 7 (Sony CEE)
- Call of Duty 3 (Activision)
- Marvel: Ultimate Alliance (Activision)
- Tony Hawk Project 8 (Activision)
- Gundam – Target in Sight (Namco Bandai)
- Full Auto 2: Battle Lines (Sega)
- Sonic the Hedgehog (Sega)
- Virtua Fighter 5 (Sega)
- Virtua Tennis 3 (Sega)
- World Snooker Championship 2007 (Sega)
- NBA 2K7 (Take 2)
- NHL 2K7 (Take 2)
- Blazing Angels Squadrons of WWII (Ubisoft)
- Enchanted Arms (Ubisoft)
- Tom Clancys Splinter Cell: Double Agent (Ubisoft)
- Def Jam: Icon (Electronic Arts)
- Fight Night Round 3 (Electronic Arts)
- NBA Street 4 Homecourt 2007 (Electronic Arts)
- Need for Speed Carbon (Electronic Arts)
- The Godfather: The Dons Edition (Electronic Arts)
- Tiger Woods PGA Tour 2007 (Electronic Arts)
Da wir auf viele dieser Spiele in gesonderten Artikeln näher eingehen werden, verzichten wir auf eine ausführliche Besprechung an dieser Stelle. Die Liste der verfügbaren Titel offenbart jedoch bereits auf den ersten Blick ein großes Problem der PlayStation 3: Aufgrund ihres sehr späten Verkaufsstart im Vergleich zur Xbox 360 finden sich zum großen Teil lediglich Umsetzungen von dieser auf der Liste wieder und keine Eigenentwicklungen. Sony selbst sticht dabei natürlich aus der Aufzählung hervor, fast alle anderen Titel sind oder werden aber auch für die Xbox 360 erhältlich sein. Dies wird sich auch in naher Zukunft nicht schlagartig ändern und so stehen auf der Releaseliste von Ubisoft beispielsweise Titel wie „Tom Clancy’s Rainbow Six Vegas“ und „Tom Clancy’s Ghost Recon Advanced Warfighter 2“, welche beide bereits für die Xbox 360 erhältlich sind.
Das größte Manko der PlayStation 3 scheint somit in ihrem Spieleaufgebot zu liegen, welches bislang zwar gute aber keine herausragenden Titel offenbart, die in manchen Augen allein einen Kauf der PlayStation 3 rechtfertigen würden. Allerdings darf man Sony an dieser Stelle nicht unterschätzen, auch wenn sich in der Vergangenheit die Meldungen häuften, wonach ehemals exklusive Titel nicht mehr ausschließlich für die PlayStation 3 entwickelt werden. Aufgrund der insgesamt im Vergleich zur Xbox 360 geringeren installierten Hardware-Basis bei den Kunden, ist dieser Schritt für viele Publisher notwendig, um die Entwicklungskosten einzufahren und Geld in die eigenen Kassen zu spülen.
Die Marke „PlayStation“ ist allerdings ein echtes Schwergewicht und wird in Zukunft mit einer höheren Verbreitung der Konsole für einige exklusive Spiele sorgen. Derzeit erscheint einfach nicht die passende Zeit für derartige Ankündigungen zu sein, liegen die großen Spielemessen wie Electronic Entertainment Expo (E3), Games Convention und Tokyo Games Show in diesem Jahr doch erst noch vor uns.
Abwärtskompatibilität
Ende Februar gab Sony bekannt, dass man in Europa (CECHCxx) eine im Vergleich zu den Modellen der USA und Japan (CECHAxx) veränderte PlayStation 3 auf den Markt bringen wird, die nicht mehr den „EE+GS“-Chip beinhalten würde, welcher sowohl die „Emotion Engine“ als auch den „Graphics Synthesizer“ der PlayStation 2 in leicht veränderte Form beinhaltete und für eine Abwärtskompatibilität von 97,5 Prozent sorgte.
In Europa wird diese Aufgabe von einer Software-Emulation übernommen, welche neben dem erheblichen Nachteil, dass deutlich weniger alte Spiele problemlos wiedergegeben werden können, auch die Hoffnung für die Zukunft lässt, dass ältere Spiele auf Full-HD-Auflösung skaliert werden können – bislang laufen diese in 576p (Vollbilder mit 720 x 576 Bildpunkten) oder im PAL-Modus. Mit der Firmware 1.60 unterstützt Sony immerhin 1782 von 2541 PlayStation-2-Spielen, was immerhin einer Quote von 72,7 Prozent entspricht. Auch wenn dies auf den ersten Blick bedeutet, dass ein Großteil älterer Spiele auch auf der PlayStation 3 gespielt werden kann, zeigt sich bei einem Blick auf die von Sony veröffentlichte Kompatibilitätsliste [16], dass viele dieser Spiele nur mit sporadischen oder deutlichen Einschränkungen spielbar sind. Leider lässt Sony den Käufer bei den Titeln, welche nach eigenen Angaben nicht gänzlich fehlerfrei wiedergegeben werden können, völlig im Dunklen darüber, welche Einschränkungen die Titel genau aufweisen.
So soll etwa „Gran Turismo 3“ nur mit sporadischen Einschränkungen laufen, welche wir in eigenen Tests bislang jedoch nicht nachvollziehen konnten. Uns zeigte sich eine problemlose Wiedergabe. Devil May Cry 1, bei dem laut Sonys Kompatibilitätsliste bislang eigentlich keine Einschränkungen bekannt sein sollen, lief spielerisch zwar problemlos, wies jedoch erhebliche Soundfehler auf und „erfreute“ in den Menüs mit einem stark wackelnden, flimmernden Bild. Da „Tomb Raider III: Adventures Of Lara Croft“ für PlayStation 1 in der Kompatibilitätsliste zwar auftaucht und keine Einschränkungen aufweisen soll, allerdings einen anderen Produkt-Code aufweist (SLES-01649) als die uns zur Verfügung stehende Version des Spiels (Produkt-Code SLES-01683) gaben wir auch diesem Titel eine Chance und konnten auf den ersten Blick keine Einschränkungen feststellen. „Mortal Kombat – Deadly Alliance“ für die PlayStation 2, welches nicht in der Kompatibilitätsliste von Sony auftaucht, verweigerte auf der PlayStation 3 gänzlich seinen Dienst. Nach einem kurzen Versuch das Spiel zu starten, bricht die PlayStation 3 ab und teilt dem Benutzer mit, dass dieser Titel leider nicht kompatibel ist. „One Piece Mansion“ für die PlayStation 1 (Produkt-Code SLES-03723) soll auf der PlayStation 3 mit sporadischen Einschränkungen laufen, wovon wir in einem kurzen Test jedoch nichts merken konnten. Einschränkungen, auch sporadische, fanden sich zumindest in den ersten Levels nicht.
Neben einigen „Final Fantasy“-Teilen, die mitunter gar nicht, teilweise zumindest mit sporadischen, oder auch nur mit deutlichen Einschränkungen lauffähig sind, schafft auch „Singstar“ den Sprung auf die PlayStation 3 nicht so recht und läuft höchstens mit „deutlichen Einschränkungen“. Neben Gran Turismo 4 und Metal Gear Solid 2 werden so etwa auch die beiden Guitar-Hero-Teile nicht unterstützt. Einige Spiele haben vor allem mit den Videosequenzen ihre Mühen, welche beispielsweise in Final Fantasy XII nicht im Vollbild und mit Artefakten angezeigt werden.
Es lohnt sich übrigens durchaus auch Demo-CDs einzulegen. So konnten wir eine Demo-Disc von „Point Blank“ (PS1) von Namco ebenso problemlos abspielen wie Suikoden II (PS1), Final Fantasy VIII (PS1) und Ridge Racer (PS1).
Legt man erstmals einen PS2- oder PS1-Titel ein, wird man vom System aufgefordert eine interne Memory-Card zu erstellen und das Spiel neu zu starten. Der Spieler kann dabei wahlweise Memory-Cards für PlayStation 1 mit bis zu 15 Blöcken oder PlayStation 2 erzeugen und, sofern er mehrere erstellt hat, zwischen diesen auswählen.
Die Übersicht über die Spiele [15] ist derzeit noch nicht komplett; nicht aufgeführte Spiele werden durch die Emulation derzeit offiziell nicht unterstützt. Insgesamt ergibt sich auch mit der Kompatibilitätsliste ein eher düsteres Bild für die Abwärtskompatibilität der PlayStation 3. Denn selbst wenn bei einem Spiel bislang keine Einschränkungen bekannt sind, heißt dies wie wir selbst feststellen mussten nicht, dass es problemlos funktioniert. So scheint es unberechenbar, welche PlayStation-2- und PlayStation-1-Spiele unterstützt werden, so dass jeder, der seine alte Konsole frohen Mutes nicht mehr an den Fernseher anschließen möchte, zunächst genau prüfen sollte, ob die eigenen Titel wirklich problemlos wiedergegeben werden können. Da die Kompatibilitätsliste hierbei nur ein erster, nicht immer korrekter Anhaltspunkt ist, ist es an den Kunden, sich durch Erfahrungsberichte gegenseitig zu helfen.
Welchen Stellenwert die Abwärtskompatibilität einnimmt, muss jeder Spieler selbst entscheiden. Sony selbst, möchte sich nach eigenen Angaben statt auf die Abwärtskompatibilität in Zukunft lieber auf kommende Titel für die PlayStation 3 konzentrieren, so dass aus Sicht des Kunden nur gehofft werden kann, dass Sony auch in Zukunft die Arbeiten am Software-Emulator weiter vorantreibt und gerade Neuerscheinungen, die vielleicht auch für den Ein oder Anderen, der keine PlayStation 2 sein Eigen nennt, einen Blick wert sind, für die PlayStation 2 unterstützt werden.
Zubehör
Da die PlayStation 3 über vier USB-Anschlüsse und Bluetooth-Unterstützung verfügt, sind prinzipiell unzählige bereits verfügbar Peripheriegeräte zum Anschluss an das System geeignet. Tastaturen und Mäuse lassen sich wie bereits beschrieben problemlos verwenden und auch Bluetooth-Headsets verwehren der PlayStation 3 keine Zusammenarbeit. Neben diesen Möglichkeiten bietet Sony jedoch zusätzlich folgendes Zubehör zum Verkaufsstart der PlayStation 3 auf dem Markt an:
Sixaxis Wireless Controller:
Den der PlayStation 3 beiliegenden Sixaxis Wireless Controller bietet Sony natürlich auch einzeln zum Kauf an. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt derzeit 49,95 Euro und liegt somit leicht über dem Preis eines Xbox 360 Wireless Controllers (45,- Euro) jedoch unter dem offiziellen Preis der Nintendo-Wii-Fernbedienung (40,- Euro) in Verbindung mit einer Nunchuk-Erweiterung (20,- Euro). Das separat angebotene Modell ist ansonsten baugleich mit dem von uns bereits ausführlich besprochenen, der PlayStation 3 beiliegenden Sixaxis Wireless Controller.
Blu-ray Disc Fernbedienung:
Da man mit der PlayStation 3 nicht nur eine Spielekonsole sondern auch einen vollwertigen Blu-ray Player und eine Medien-Zentrale erwirbt, bietet Sony für all jene, die nicht ständig mit einem Spiele-Controller die Medienwiedergabe steuern möchten, eine Blu-ray Disc Fernbedienung für 29,95 Euro an. Auch diese Fernbedienung macht sich für die Steuerung nicht etwa Infrarot sondern Bluetooth zu Nutze, was den enormen Vorteil bietet, dass keinerlei Sichtkontakt zwischen PlayStation 3 und Fernbedienung bestehen muss, um eine reibungslose Steuerung zu gewährleisten. Ein Nachteil ergibt sich aus dieser Art der Datenübertragung allerdings für diejenigen Kunden, die zur Steuerung der Medienwiedergabe der PlayStation 3 gerne eine Universalfernbedienung einsetzen würden, mit welcher sie bereits andere technische Geräte steuern.

HDMI-Kabel:
Für einen optimalen Anschluss an den heimischen Fernseher sollte man das High Definition Multimedia Interface (HDMI) nutzen. Theoretisch kann jedes HDMI-Kabel verwendet werden, Sony bietet aber natürlich speziell für die PlayStation 3 ein drei Meter langes HDMI-Kabel für 24,95 Euro an. Hersteller dieses Kabels ist allerdings nicht Sony selbst sondern Belkin. Sony tritt lediglich als Distributor auf.

AV-Kabel:
Das AV-Kabel, welches der PlayStation 3 bereits beiliegt, kann für 16,95 Euro separat erworben werden. Das Kabel ermöglicht jedoch lediglich PAL-Auflösung (576i). Wie für ein Composite-Kabel üblich, lässt die Qualität aufgrund des Standards zu Wünschen übrig, so dass Besitzer einer PlayStation 3 nach Möglichkeit auf ein analoges S-Video-Kabel, Komponenten-AV-Kabel oder digitales HDMI-Kabel zurückgreifen sollten.

S-Video-Kabel:
Das separat erhältliche S-Video-Kabel für 16,95 Euro ist zwar immer noch weit von High Definition entfernt, bietet dafür aufgrund der getrennten Übertragung von Luminanz und Chrominanz allerdings eine bessere Bildqualität als das der PlayStation 3 beiliegende Composite-AV-Kabel. Besitzer eines nicht HD-fähigen Fernsehers, der keine Anschlüsse für HDMI oder Komponenten bietet, sollten nach Möglichkeit auf diese Anschlussmöglichkeit zurückgreifen, um die Bildqualität etwas zu erhöhen. Die Qualität von RGB- oder Komponenten-Video wird allerdings auch mit S-Video nicht erreicht. Da der AV-Multi-Out der PlayStation 3 mit dem AV-Multi-Out der PlayStation 2 identisch ist, können Besitzer einer PlayStation 2 zudem die bereits vorhandenen Kabel auch an der PlayStation 3 benutzen.

Komponenten-AV-Kabel:
Das Komponenten-AV-Kabel bietet die zweitbeste Lösung, um die PlayStation 3 mit einem HD-Fernsehgerät zu verbinden. Ebenso wie bei HDMI unterstützt dieser analoge Anschluss die volle HD-Auflösung 1080p. Sollte am heimischen Fernsehgerät kein HDMI-Anschluss mehr zur Verfügung stehen, kann dieses Kabel für 24,95 Euro erworben werden. Das Kabel ist dabei nicht nur für die PlayStation 3 sondern auch die PlayStation 2 geeignet. Beim Anschluss an eine PlayStation 2 wird dabei natürlich lediglich die Standardauflösung (SD) von 576p unterstützt. Beim YUV-Komponenten-AV-Kabel werden die Informationen für Luminanz und Chrominanz getrennt übertragen, wobei die Chrominanz wiederum aus den zwei Komponenten U und V besteht. Das Komponenten-AV-Kabel besitzt außerdem zwei Audiostecker für den Anschluss an Verstärker oder Stereoanlagen.

Memory Card Adapter:
Damit auch ältere Spielstände von Memory-Cards für PlayStation 2 und PSone an der PlayStation 3 genutzt werden können, wird Sony einen Memory Card Adapter auf den Markt bringen, der mittels USB-Anschluss mit der PlayStation 3 verbunden wird. Wann und zu welchem Preis dieser Adapter in Deutschland erhältlich sein wird, ist bislang noch nicht bekannt.

High-Definition-Webcam:
Zwar noch nicht erhältlich aber bereits für Herbst 2007 hat Sony eine HD-Webcam mit integriertem Mikrofon in Aussicht gestellt, welche für hochauflösenden Video-Chat und neue Spielkonzepte genutzt werden soll. Seit der Firmware 1.60 können allerdings auch herkömmliche, zur USB Video Class (UVC) kompatible USB-Webcams genutzt werden, um bereits jetzt die Video-Chat-Funktionalität nutzen zu können – wenn auch in niedrigerer Auflösung.
Zusätzlich zu diesem Zubehör von Sony hat beispielsweise Logitech bereits zwei Controller und eine Tastatur für die PlayStation 3 auf den Markt gebracht [17], welche zwar Bewegungssensoren vermissen lassen, dafür aber theoretisch Force-Feedback bieten, sofern es das Spiel unterstützt.
PlayStation Network
Auch wenn Sony bereits mit der PlayStation 2 erste Online-Erfahrungen gesammelt hat, kam für das Unternehmen erst mit der PlayStation 3 der richtige Einstieg in das Multiplayer-, Netzwerk- und Download-Portal mit stationären Konsolen. Während Microsoft bereits mit der ersten Xbox den hauseigenen Online-Service „Xbox Live“ startete und zahlreiche Erfahrungen sammeln konnte, musste Sony praktisch von Grund auf einen eigenen Service entwickeln. Umso gespannter durfte man auf das Ergebnis sein, welches unter dem Namen PlayStation Network startete. Das PlayStation Network ist ein Online-Netzwerk, das PlayStation-3-Besitzer sowohl mit einer Welt für Online-Spiele als auch herunterladbaren Inhalten verbindet.
Für den Benutzer liegt der offensichtlichste Unterschied zu Xbox Live, bei welchem die Benutzer zwischen einer kostenlosen Silber- oder kostenpflichtigen Gold-Mitgliedschaft wählen können, darin, dass das PlayStation Network und somit auch Online-Multiplayer-Partien komplett kostenlos sind. Für die Xbox-Live-Gold-Mitgliedschaft fallen hingegen 60,- Euro im Jahr an, wodurch man unbegrenzte Online-Partien bestreiten und Demos sofort zum Veröffentlichungsdatum erhält. Microsoft hat nämlich, um weitere Nutzer für die Gold-Mitgliedschaft gewinnen zu können, die Strategie geändert und bietet viele Demos anfänglich nur Gold-Mitgliedern an, während Silber-Mitglieder rund eine Woche warten müssen, ehe sie ebenfalls auf die Demos zugreifen können.
PlayStation Store
Das Pendant zum Marktplatz von Xbox Live stellt dabei der „PlayStation Store“ dar, in welchem Benutzer der PlayStation 3 Demos, Trailer, Videos, Spiele und zusätzliche Inhalte herunterladen können – der PlayStation Store ist somit die Download-Seite des PlayStation Network. Während man bei Microsoft durch Listen navigiert, fühlt man sich im PlayStation Store eher an eine herkömmliche Webseite erinnert, was durch eine Navigation mittels angeschlossener Maus verstärkt wird. Anders als bei Microsoft und Nintendo, bei denen man mit vorher gekauften Punkten Inhalte bezahlen kann und muss, wird im PlayStation Store mit der regulären Währung eines jeden Landes bezahlt, was das unnötige Umrechnen erspart. Ab Firmware-Version 1.60 ist es übrigens auch mit der PlayStation 3 möglich, Inhalte im Hintergrund herunterzuladen, während man Spiele spielt, Videos betrachtet oder anderen Aktivitäten nachgeht.
Einige vorab angekündigte Inhalte haben ihren Weg zum Start der PlayStation 3 in Deutschland dann jedoch nicht in den PlayStation Store gefunden, was nach Aussagen von Sony an geltenden Jugendschutz-Bestimmungen liegt, die Sony derzeit dazu verpflichten, keine Inhalte anzubieten, die eine USK/FSK-16/18-Einstufung aufweisen. Sony arbeitet jedoch bereits an einer Lösung und möchte diese schnellstmöglich umsetzen, um älteren Kunden entsprechende Inhalte auch in Deutschland anbieten zu können.
Folgende Inhalte sind derzeit im PlayStation Store erhältlich (Stand: 14.04.2007):
- Demos:
- Go! Sudoku-Startpaket
- MotorStorm
- Blast Factor
- Formula One Championship Edition
- Ridge Racer 7
- Spiele (Vollversionen):
- GoSudoku (max. 7,99 Euro)
- Gran Turismo HD Concept (kostenlos)
- Blast Factor (4,99 Euro)
- GripShift (7,99 Euro)
- flOw (4,99 Euro)
- Videos/Trailer:
- Casino Royale (Blu-ray Trailer)
- Ice Age 2: Jetzt taut’s (Blu-ray Trailer)
- X-Men 3: Der letzte Widerstand (Blu-ray Trailer)
- Formula One Championship Edition Trailer
- MotorStorm Trailer
- NBA 2k7 Trailer
- Gran Turismo HD Concept Trailer
- GripShift Trailer
- Ridge Racer 7 Trailer
- PS3-Spot: Granate
- PS3-Spot: Bubba
- PS3-Spot: Trailer
- PS3-Spot: Trailer 2
- PS3-Stories: Kontrolle
- PS3-Stories: Echtzeit
- PS3-Stories: High Def
- Extra-Inhalte für Spiele:
- Ridge Racer 7 (Fünf Decal-Sets)
Interessantester Download-Titel dürfte für viele Käufer derzeit „Gran Turismo HD Concept“ sein, der für PS3-Besitzer kostenlos ist. Ein spielbares Demo-Level in 1080p bietet einen kurzen Einblick in die nächste Entwicklungsstufe des zum Kult gewordenen Rennspiels, welches sich weltweit bereits über 47 Millionen Mal verkauft hat. Zum ersten Mal tritt dabei auch ein Ferrari in Gran Turismo in Erscheinung – der Ferrari 599. Ebenfalls erstmalig bietet „Gran Turismo HD Concept“ dem Spieler über das Zeitfahren ein Online-Ranglistensystem, bei dem Spieler verfolgen können, wer derzeit der schnellste Gran-Turismo-Fahrer ist. Die Spieler beginnen mit einem Wagen auf der Eiger-Nordwand-Strecke in den Schweizer Alpen. Wenn die Strecke innerhalb des Zeitlimits gefahren wurde, wird ein weiterer Wagen freigegeben. Auf diese Weise können neun weitere Fahrzeuge erspielt werden. Für jedes Fahrzeug ist zudem eine Tuning-Variante verfügbar. Wer gekonnte Drifts auf den Asphalt zaubert, erhält im Spielmodus „Drift-Trial“ die meisten Punkte und führt die Rangliste der Drift-Challenge an.
Dafür, dass Sony im Online-Service für eine Konsolen bisher kaum Erfahrungen gesammelt hat, kann man den Start des eigenen Service als sehr gelungen bezeichnen, auch wenn Xbox Live ausgereifter ist und man bei der Xbox 360 durch die enge Verzahnung des Services in die gesamte Benutzeroberfläche eher das Gefühl bekommt, ständig mit Freunden, Bekannten und Verwandten verbunden zu sein. Eine allgegenwärtige Freundesliste, die man bei der Xbox 360 jederzeit und überall durch den Home-Knopf erreicht, vermisst man als Xbox-Live-Spieler deshalb ebenso wie spieleunabhängige Voice-Chats. Ungewohnt für eine Konsole ist auch der Umstand, dass Demos nach dem Herunterladen zunächst installiert werden müssen. Positiv bemerkbar macht sich im PlayStation Network jedoch die integrierte Festplatte mit einer Größe von 60 Gigabyte, da man anders als bei der bisherigen Xbox 360 nicht so schnell an die Kapazitätsgrenzen stößt. Um diesen Umstand wieder umzukehren, wird Microsoft in wenigen Monaten jedoch auch in Deutschland eine 120 Gigabyte große Festplatte anbieten, die mit 180 Euro jedoch sehr teuer ist, dafür jedoch das Kopieren der Inhalte von der alten Festplatte ermöglicht, so dass diese bei einem Umstieg auf die größere Festplatte nicht verloren gehen.
Insgesamt ist jedoch festzustellen, dass sich die Online-Services von Nintendo, Microsoft und Sony im Laufe der Zeit immer mehr annähern. Herunterladbare Spiele gehören somit ebenso zum Pflichtprogramm wie Trailer, Demos, Videos, Freunde und ein Nachrichten-Service. Nintendo versucht sich durch ausgefallene Kanäle abzugrenzen, die bisher jedoch eher für kurzzeitigen Nutzen sorgen. Positiv ist dieser Wettkampf auch bei den Online-Diensten wieder einmal für den Kunden, da sich die Hersteller immer neue Funktionen einfallen lassen müssen, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Fraglich erscheint in diesem Zusammenhang auch, wie lange Microsoft noch an einem kostenpflichtigen „Xbox Live“-Service festhalten kann, den das Redmonder Unternehmen mit „Games for Windows Live“ auch auf den PC portiert und so Multiplayer-Spiele zwischen PC-Spielern und „Xbox 360“-Besitzern ermöglichen wird. Ob PC-Spieler, die größtenteils an kostenlose Multiplayer-Partien gewöhnt sind, jedoch bereit sein werden, für diesen Service zu zahlen, darf bezweifelt werden.
Alles in Allem hat Sony mit dem PlayStation Network und PlayStation Store einen sehr guten Einstand geschafft, der Lust auf mehr macht und vor allem durch seine kostenlose Mitgliedschaft ohne Einschränkungen eine weite Verbreitung finden könnte. An Microsofts Xbox Live reicht Sony derzeit zwar nicht heran, scheint jedoch auf dem richtigen Weg zu sein.
PlayStation Home
Mit „PlayStation Home“ arbeitet Sony jedoch bereits an einer umfangreichen Online-Community, bei der sich Besitzer einer PlayStation 3 zukünftig kostenlos in einer dreidimensionalen, virtuellen Welt mit anderen Nutzern treffen können. Bevor man an der Online-Community teilnehmen kann, muss man sich einen eigenen Avatar erschaffen, welchen man daraufhin – wie auch in „Die Sims“ von EA – durch die künstliche Welt navigieren kann. Der Benutzer kann sich dabei nicht nur mit anderen Teilnehmern unterhalten, sondern auch Inhalte austauschen, einkaufen oder einem Online-Spiel über „PlayStation Home“ beitreten. Neben der reinen textbasierten Unterhaltung werden auch Audio- und Video-Chats möglich sein. Andere Benutzer können jedoch jederzeit stumm geschaltet oder komplett ausgeblendet werden. Zusätzlich sollen Moderatoren für Ordnung sorgen. Emotionale Gesten werden ähnlich wie in „Die Sims“ unterstützt. Des Weiteren wird es jedem Benutzer möglich sein, seinem Avatar eine eigene Wohnung individuell einzurichten, in der man dann Freunde treffen kann. Der Benutzer kann bei der Gestaltung der Wohnung auch auf persönliche Inhalte von der Festplatte zurückgreifen und so beispielsweise eigene Bilder als Poster an der Wand befestigen oder seinen Gästen Musiktitel von der heimischen Festplatte vorspielen. Neben diesen privaten Bereichen kann der Benutzer auch öffentliche Orte wie Bowling-Bahnen, Billardtische und Kinos aufsuchen. In den Kinos werden dabei Trailer von aktuellen Kinofilmen vorgeführt. Zu einem späteren Zeitpunkt wäre es denkbar, dass Sony so auch ganze Kinofilme „vorführt“. Der Verkauf von Gegenständen zwischen den Benutzern selbst wird derzeit von Sony geprüft und könnte ebenso möglich sein. Zudem werden manche Aspekte von PlayStation Home vielleicht auch auf der PlayStation Portable (PSP) nutzbar sein.
Phil Harrison, Präsident von Sony Worldwide Studios, zeigte auf der diesjährigen GDC die Interaktion mit eigenen Inhalten in einer Demonstration, indem er einen virtuellen Fernseher, auf dem er einen lokal gespeicherten Casino-Royale-Trailer abspielen ließ, die Treppe hinunter warf und dieser weiterhin den Trailer abspielte. Der Fernseher ging dabei zwar nicht kaputt, zeigte ansonsten jedoch weitgehend physikalisch realistisches Verhalten.
In einer „Hall of Fame“ werden die Trophäen eines Spielers zur Schau gestellt, welche er in Spielen erlangt hat. Hierbei folgt Sony in gewisser Weise den für jeden Benutzer gespeicherten Erfolgen auf Xbox Live. Zwar ist die Nutzung von PlayStation Home für jeden Käufer einer PlayStation 3 kostenlos, dennoch möchte Sony sich natürlich eine weitere Einnahmequelle erschließen, weshalb man plant, beispielsweise weitere Kleidungsstücke, Gegenstände und Luxus-Immobilien kostenpflichtig anzubieten. Zusätzlich möchte Sony durch gezielte Werbung in der virtuellen Welt Einnahmen erzielen. Neben einfachen Werbeflächen sind dabei auch Werbe-Videos und die Platzierung von Markennamen auf den Produkten geplant. Drittanbietern soll die Möglichkeit gegeben werden, eigene Bereiche in PlayStation Home zu schaffen.
Da die Kapazitäten auch bei Sony nicht endlos sind, werden die Benutzer von PlayStation Home auf mehrere Server verteilt, sobald ein Server das gesetzte Limit erreicht. In der Main-Lobby gibt es deshalb ein Soft- und ein Hardlimit. Wird das Softlimit erreichen, wird eine neue Instanz geschaffen. Das Hardlimit wird in einem öffentlichen Raum wie der Lobby oder dem Games-Space 64 Leute betragen. In den privaten Räumen soll das Limit niedriger ausfallen, da lokale Inhalte wie Musik und Videos gleichzeitig an alle Besucher des Raumes gestreamt werden müssen. Freunde sollen trotz dieser Einschränkungen jedoch immer auf dem gleichen Server landen, so dass sie sich jederzeit problemlos treffen können. Des Weiteren sollen die Benutzer jedoch möglichst gleichmäßig verteilt werden, damit ein Benutzer bei seinem Besuch in PlayStation Home nie eine leere Lounge vorfindet. Ob dies stets problemlos von Statten geht, wird erst die finale Version von PlayStation Home zeigen.
Die Einführung von PlayStation Home ist weltweit zeitgleich für den Oktober 2007 geplant. Nach einem 500 Megabyte großen Download über den PlayStation Store wird PlayStation Home daraufhin direkt über die XrossMediaBar (XMB) verfügbar sein. Vorab soll zwischen April und August ein nicht öffentlicher Beta-Test [18] mit 15.000 Benutzern durchgeführt werden, ehe ab August ein öffentlicher Beta-Test mit maximal 50.000 Benutzern bis Oktober durchgeführt wird. Noch im Oktober soll dann die finale Version für jedermann erhältlich sein. Angesichts der Verschiebungen der PlayStation 3 rechnen aber nur die Wenigsten mit einem pünktlichen Start von PlayStation Home, auch wenn Sony nach eigenen Angaben bereits seit mehr als zwei Jahren mit der Entwicklung dieser virtuellen Welt beschäftigt ist.
Sämtliche Funktionen, die man als Besitzer einer PlayStation 3 in PlayStation Home nutzen können wird, werden allerdings auch ohne virtuelle Welt im PlayStation Network verfügbar sein, falls man keinen Wert auf eine 3D-Online-Community legt.
Internet-Browser
Ein in die XrossMediaBar integrierter Web-Browser erlaubt mit der PlayStation 3 bereits ab Werk ein Surfen im Internet. Durch die Firmware 1.60 wird die Funktionalität dieses Browser um zusätzliche Zoom-Varianten erweitert, welche die Betrachtung und Navigation erleichtern. Die Navigation durch die Webseiten erfolgt wahlweise mittels Sixaxis Wireless Controller, welcher den Mauszeiger bei Betätigen des Steuerkreuzes von einem Link zum nächsten springen lässt oder eine Steuerung des Zeigers mittels analoger Sticks ermöglicht. Sehr viel einfacher erfolgt die Navigation durch die gewählten Webseiten allerdings mit einer Tastatur und Maus, wodurch auch die Eingabe der URL deutlich erleichtert wird, da diese bequem über die Tastatur eingegeben werden kann und man sich nicht mehr des On-Screen-Keyboards bedienen muss.
Leider erstreckt sich die intuitive Navigation des Mauszeigers mit einer via USB oder Bluetooth angeschlossenen Maus derzeit nur auf die Homepage selbst und nicht auf das an der rechten Bildschirmseite verankerte, ausklappbare, transparente Menü des Browsers. Innerhalb des Menüs kann zwar ebenso mit einer Maus navigiert werden, allerdings werden ebenso wie bei der XrossMediaBar die Bewegungen der Maus direkt in eine Navigation durch die Menüstruktur umgesetzt, ohne einen Mauszeiger anzuzeigen. Dank einer Tab-Funktion kann der Benutzer mehrere Webseiten gleichzeitig öffnen. So stellt die PlayStation 3 ein kleines Internetterminal für das Wohnzimmer bereit, welches zwar nicht den gewohnten Funktionsumfang eines vollwertigen PCs liefert, für gelegentliches Surfen und den Empfang und das Versenden von Emails über Webdienste allerdings vollkommen ausreichend ist.
Multimedia
Video
In der Videosektion der XMB kann die PlayStation 3 viele, aber leider nicht alle gängigen Videoformate abspielen. So können von der Festplatte oder angeschlossenen Medien Motion JPEGs (Linear PCM und μ-Law), AVCHD (.m2ts), MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4 SP (AAC LC) und MPEG-4 AVC (H.264) wiedergegeben werden. Die maximale Auflösung beträgt standesgemäße 1080p. AVI-Formate beispielsweise in Form von DivX und Xvid werden jedoch nicht unterstützt, was bei einigen Kunden, die sich in Foren lautstark bemerkbar machen, auf Unverständnis stößt. Entsprechende Videos müssen derzeit in ein passendes Format konvertiert werden, wenn der Käufer sie auf der PlayStation 3 wiedergeben und nicht auf Linux setzen möchte. Die Xbox 360 bietet hier theoretisch mehr Spielraum, da man sie im Zusammenspiel mit Windows Media Center oder Windows Vista Ultimate als Media Extender nutzen und mit passenden Programmen wie Transcode jedes beliebige Format abspielen kann. Allerdings muss man hierfür den unliebsamen Weg über einen separat laufenden PC gehen. Mit dem im Mai erscheinenden Dashboard-Update wird die Xbox 360 jedoch auch in der Lage sein, H.264 und MPEG-4 wiederzugeben.
HD-Inhalte selbst in 1080p werden von der PlayStation 3 zwar ruckelfrei und problemlos angezeigt, doch leider wirkt auch das Video-Menü der XMB ohne eigenes Zutun zunächst etwas schmucklos. Während bei den Spielen selbst bei Speicherständen kleine Videos eingeblendet werden, die das Menü auflockern, zieren das Video-Menü anfänglich lediglich großflächige Standardicons. Der Benutzer kann bei der Wiedergabe eines Videos jedoch selbst ein „Icon“ für den Film über die Option „Icon ändern“ wählen, wobei 15 Sekunden des Videos als „Icon“ gespeichert werden. Man kann dabei selbst wählen, welche 15 Sekunden eines Videos die PlayStation 3 im Menü anzeigen soll, abhängig davon, wann der Nutzer die Option „Icon ändern“ bei der Wiedergabe drückt. Auch wenn der Benutzer so selbst Einfluss auf das Icon nehmen kann, wäre es aus unserer Sicht wünschenswert, wenn von vornherein zumindest ein Schnappschuss aus dem Video, ähnlich wie es Windows Vista vormacht, oder einige Sekunden aus dem Film zu sehen sein wären. Ein optischer Hingucker wird das Video-Menü so leider erst, wenn sich der Benutzer die Zeit nimmt, für alle Videos manuell ein Icon auszuwählen.
Lobenswert ist hingegen die Offenheit der PlayStation 3. So können Videos, die allerdings im korrekten Format vorliegen müssen, auch von externen Speichergeräten wiedergegeben und sogar von der Festplatte auf diese überspielt werden. So können beispielsweise Trailer aus dem PlayStation Store einfach auf einen USB-Stick kopiert und so nicht nur mobil gemacht sondern auch auf einem PC abgespielt werden.
Zusätzlich kann die PlayStation 3 als einfacher DVD-Player genutzt werden, unterstützt derzeit jedoch noch nicht das für neue Geräte obligatorische DVD-Upscaling über den HDMI-Ausgang, bei dem durch eine Interpolation die DVD-Auflösung auf HD-Auflösung transformiert wird, wodurch eine etwas bessere Bildqualität erreicht werden kann. Phil Harrison, Präsident der Sony Computer Entertainment Worldwide Studios, stellte diese Funktion in einem Interview jedoch bereits in Aussicht, so dass es schlussendlich nur eine Frage der Zeit sein dürfte, wann die PlayStation 3 auch dies beherrscht. Freunde von Import-Titeln sollten beachten, dass anders als bei Spielen bei DVD-Filmen der Regionalcode beschränkend eingreifen könnte.
Musik
Wer seine Musiksammlung über die PlayStation 3 wiedergeben möchte, muss hierzu das Musik-Menü der XrossMediaBar nutzen. Dabei können wahlweise CDs und SACDs oder aber externe Speichermedien mit digitalen Musikdateien zum Einsatz kommen. Unterstützt werden die Formate ATRAC, MP3, MP4 (AAC), WAV und WMA.
Legt man eine Audio-CD ein, fragt das PlayStation-3-System, ob man Audio-CD-Informationen für die Album- und Titelnamen abrufen möchte. Die PlayStation 3 greift dabei auf die All-Media-Guide-Datenbank zurück, weshalb man sich zunächst mit einer entsprechenden Endbenutzer-Vereinbarung einverstanden erklären muss. Ist dieser optionale Schritt vollzogen, kann die Audio-CD nicht nur wiedergegeben, sondern nach Wunsch auch komplett oder teilweise auf die Festplatte importiert werden. Als Codecs stehen AAC, MP3 und ATRAC zur Verfügung, wobei man über die Einstellungen der PlayStation 3 die Bitrate variieren kann. Die Musikstücke auf der Festplatte werden von Hause aus nach ihrem Albumtitel gruppiert. Diese Gruppierung kann vom Benutzer auch nach Interpret oder Genre vorgenommen werden. Stehen die entsprechenden Informationen bei einem Audiotrack nicht zur Verfügung, fällt er unter die Kategorie „Andere“. Während das Importieren von Musiktiteln und ganzen CDs keine Schwierigkeiten bereitet und das System die Titel von Alben sauber in korrekter Reihenfolge sortiert, ist die Wiedergabe von einem externen Medium leider etwas eingeschränkt. So werden Musikstücke, welche sich auf einem externen Medium im Ordner „Music“ befinden, zwar direkt erkannt, liegen sie jedoch in einem anderen Ordner, muss der Benutzer diese erst wieder umständlich durch die Option „Alle anzeigen“ sichtbar machen. Ist dies noch zu verkraften, werden die Stücke eines Albums, das sich beispielsweise auf einem USB-Stick befindet, jedoch nicht in ihrer korrekten Reihenfolge sortiert, sondern nach ihrem im ID3-Tag gespeicherten Titel. Selbst wenn der ID3-Tag die Titelnummer beinhaltet, ignoriert die PlayStation 3 diese Information ebenso wie den Dateinamen und sortiert die Titel nach alphabetischer Reihenfolge des ID3-Tag-Titels. Anders als bei auf der Festplatte gespeicherten Stücken ist es dem Benutzer nicht möglich, die Reihenfolge der Tracks zu verändern, so dass Musikfreunde auf die direkte Wiedergabe von Alben, bei denen man Wert auf die Reihenfolge der Titel legt, vom USB-Stick verzichten sollten.
Leider lädt die PlayStation 3 neben die CD-Informationen nicht auch noch passende CD-Cover herunter. Auch hier ist der Benutzer gefragt, der das angezeigte Miniaturbild ändern kann, indem er über die Dreieck-Taste die „Informationen“ auswählt und dort auf das Standard-Icon klickt und den Anweisungen folgt. Leider lassen sich aber auch hier nur Bilder verwenden, die vorab vom Benutzer selbst auf die Festplatte der PlayStation 3 kopiert wurden. So ist es nicht möglich, bei dieser Funktion auf einen USB-Stick zuzugreifen, um ein darauf gespeichertes Bild auszuwählen, welches das System selbständig auf die Festplatte kopieren könnte. Wer seine Musiksammlung optisch in Szene setzen möchte, muss somit viel Eigenleistung erbringen. Wird diese Funktion bei einem Ordner verwendet, bezieht sie sich gleichzeitig auf alle beinhalteten Dateien. Um jedoch die Wiedergabe der Musiktitel optisch aufzupeppen, verfügt die PlayStation 3 über einen von vielen Applikationen bekannten visuellen Effekt, der bei einem Verbrauch von 180 Watt passend zu den Rhythmen farbige Linien und Wellen auf den Bildschirm zaubert.
Bei der Musik-Wiedergabe legt die Xbox 360 das flexiblere Verhalten an den Tag. Während man auf Microsofts Konsole Musik auch beim Spielen und sämtlichen anderen Funktionen im Hintergrund wiedergeben kann, ist dies bei der PlayStation 3 lediglich im Menü, dem Internet-Browser und beim Betrachten von Fotos möglich. So können zwar Fotos und das Surfen musikalisch unterlegt oder Einstellungen vorgenommen werden, sobald man jedoch den PlayStation Store, Demos, Videos, Spiele oder andere Funktionen ausführt, wird die Musikwiedergabe unterbrochen. Hier wäre es wünschenswert, dass Sony dem Kunden die Wahl überlässt, ob er auf die Spielmusik oder eigene Titel zurückgreifen möchte.
Möchte man Dateien im ATRAC- oder WMA-Format wiedergeben, muss dies in den Einstellungen des Systems zunächst aktiviert werden. Ab Firmware 1.60 ist die PlayStation 3 in der Lage, auch DSD Discs (Direct Stream Digital) abzuspielen.
Fotos
Um Fotos auf dem heimischen Display über die PlayStation 3 betrachten zu können, müssen diese im JPEG-, TIFF, BMP, GIF, oder PNG-Format vorliegen, wobei neben den Laufwerken und Steckplätzen auch direkt über die USB-Anschlüsse auf Bilder auf einer Digitalkamera zugegriffen werden kann. Um die Betrachtung der Fotos etwas aufzuwerten, hat Sony verschiedene Slidemodi eingebaut. Neben einer normalen Ansicht, bei der die Bilder entweder manuell oder automatisch umspringen, und einer Porträt-Wiedergabe kann auch eine Diashow gewählt werden, bei der die Bilder wie bei einem Dia-Projektor von der einen Seite in das Bild gerutscht kommen und es auf der anderen Seite wieder verlassen. Möchte man Bilder, welche nicht dem Format des Bildschirms entsprechen, trotzdem bildschirmfüllend darstellen, kann man den Anzeigen-Modus von Normal auf Zoomen umstellen, wodurch jedoch rechts/links oder oben/unten Teile des Bildes nicht mehr angezeigt werden. Über das Kontroll-Menü ist es jedoch möglich, das Bild bei Bedarf zu verschieben, um auch diese Bereiche betrachten zu können.
Einen optischen Leckerbissen hält Sony jedoch mit der Funktion „Fotoalbum“ für den Käufer bereit. Wählt man diese Art der Darstellung, so werden die Bild-Dateien virtuell auf Fotopapier gedruckt und fallen langsam von oben herab, ehe sie wild verstreut neben-, über- und untereinander liegenbleiben. Mittels Analogstick kann man im Fotoalbum „blättern“ und etwas näher an die verstreut liegenden Bilder heranzoomen. Möchte man Bilder im Detail betrachten, eignet sich diese Funktion zwar weniger, ist dafür jedoch ein optisches Highlight.
Fotos können bei Bedarf lokal auf der PlayStation 3 gespeichert und in Ordnern verwaltet werden. In der Regel werden Bilder nach Monaten gruppiert, sie können aber auch nach anderen Optionen wie Aufnahmejahr sortiert werden. Über die XrossMediaBar können Bilder munter auf andere Speicherkarten kopiert werden, wobei die PlayStation 3 diese Fotos dann in einem Ordner „PICTURE“ speichert, der gegebenenfalls automatisch erstellt wird. Über das PlayStation Network lassen sie sich auch via Internet an Freunde schicken.
Leider gilt auch bei den Fotos, dass die PlayStation 3 nicht sämtliche Ordner und somit Bilder eines externen Mediums automatisch in der XMB anzeigt, sondern man Fotos, die nicht im von der PlayStation 3 einzig bevorzugten Ordner „PICTURE“ liegen, nur zu Gesicht bekommt, wenn man die Optionen mittels Dreieck-Taste aufruft und „Alle anzeigen“ auswählt. So können auf einem USB-Stick beispielsweise hunderte von Fotos gespeichert sein, solange sie jedoch nicht im Ordner „PICTURE“ gespeichert sind, meldet die PlayStation 3 zunächst, dass keine Bilder gefunden werden konnten.
Remote Play mit PSP
Besonders wichtig ist es in der heutigen Zeit, Geräte miteinander zu verbinden und Dienste systemübergreifend zu verschmelzen, um dem Benutzer einen Mehrwert zu ermöglichen, wenn er sich für mehrere Geräte aus einem Hause entscheidet. Sony hat dies ebenso wie Microsoft, welche in dem nächsten Dashboard-Update für die Xbox 360 den Windows Live Messenger in die Xbox 360 einfließen lassen werden, erkannt und der PlayStation 3 kurzerhand spezielle Funktionen für die PlayStation Portable spendiert. So kann die PlayStation 3 Filme und Musik an eine vorab beim System angemeldete PlayStation Portable (PSP) streamen. Sony nennt diese Funktion „Remote Play“ und bietet sie seit der Firmware 1.60 nicht mehr nur für eine per WLAN verbundene PSP an sondern auch für eine über das Internet verbundene PSP an, so dass man lokale Inhalte auch unterwegs genießen kann – sofern man die PlayStation 3 dauerhaft eingeschaltet lässt und bereit ist, circa 25 Euro zusätzliche Stromkosten im Monat zu tragen. Filme, welche sich auf der Festplatte der PlayStation 3 befinden, müssen für die Übertragung auf die PSP nicht manuell umgewandelt werden, sondern werden vom System in Echtzeit an die Auflösung der PSP angepasst und entsprechend transkodiert. Blu-ray- oder DVD-Filme sind von dieser Art der Übertragung jedoch ausgeschlossen. Während eine PSP per Remote Play auf die PlayStation 3 zugreift, kann diese selbst nicht mehr zum Spielen genutzt werden, da die Bildausgabe an die PSP umgeleitet wird.
Blu-ray-Wiedergabe
Die Blu-ray-Wiedergabe gibt auf den ersten Blick keinen Grund zur Kritik. Die Bildqualität überzeugte durch ein scharfes Bild und realistische Farben. Es sei jedoch gesagt, dass auch die PlayStation 3 wie fast alle anderen Blu-ray-Player noch mit dem bekannten Ruckeln bei der Wiedergabe zu kämpfen hat, welche durch die Umrechnung der Bildraten zustande kommt. Da PAL auf einer Wiedergabe von 25 Vollbildern pro Sekunde (Halbbildfrequenz von 50 Hz, so genanntes Zeilensprungverfahren) beruht, muss das PAL-Speedup bezeichnete Verfahren zum Einsatz kommen, wodurch der Film statt mit 24 mit 25 Vollbildern pro Sekunde abgespielt wird. Der Film läuft so rund vier Prozent schneller, wodurch auch der Ton schneller wiedergegeben wird, was ihn einen Halbton höher werden lässt. Während die schnellere Wiedergabe des Bildes kaum auffällt, sollte die Tonhöhe nachträglich angepasst werden, um nicht negativ aufzufallen.
Bei der Fernsehnorm NTSC aus den USA und Japan kommt hingegen das 3:2-Pulldown zum Einsatz. Nach einer Verlangsamung des Bildes von 24 auf 23,976 Bilder pro Sekunde werden die Vollbilder in unterschiedlich viele Halbbilder aufgeteilt, welche wiederum eine Ausgabe im Zeilensprungverfahren ermöglichen. Das erste Bild wird hierbei in drei Halbbilder aufgeteilt, das zweite in zwei, das dritte in drei, das vierte wiederum in zwei… Aus zwei Vollbildern werden so fünf Halbbilder. Auf diese Weise ergibt sich effektiv eine Bildfrequenz von 59,94 Halbbildern pro Sekunde, die der NTSC-Norm entspricht. Werden sie auf einem Gerät mit Progressive-Scan-Unterstützung abgespielt, fügt dieser sie wieder zu Vollbildern zusammen, die ebenfalls unterschiedlich häufig wiederholt werden. Dieser 3:2-Pulldown genannte Effekt fällt besonders bei langsamen Szenen negativ auf, könnte in Zukunft jedoch komplett umgangen werden, sobald die PlayStation 3 durch ein Firmware-Update in die Lage versetzt wird, eine Ausgabe mit korrekten 24 Vollbildern pro Sekunde zu unterstützen. Dann muss jedoch das angeschlossene Display eine Bildfrequenz von 48 oder 72 Hz unterstützen, um diesen Effekt nicht selbst wieder bei der Wandlung auf 60 Hz hervorzurufen. Leider unterstützen diese Frequenzen bislang jedoch nur die wenigstens Geräte.
Ein anderes Thema, welches in den letzten Wochen hohe Wellen schlug, dürfte jedoch auch viele Besitzer einer PlayStation 3 betreffen. So titelten viele Magazine Ende März beispielsweise „Heutige Blu-ray-Player bald unbrauchbar?“ oder „PlayStation 3 schon jetzt veraltet“. Richtig ist, dass sich am 31. Oktober 2007 die Spezifikationen für Blu-ray-Player ändern und alle ab dann verkauften Geräte in der Lage sein müssen, Picture-in-Picture-Video-Kommentare zu verarbeiten, wofür eine parallele Dekodierung von zwei Videoströmen notwendig ist. Während HD DVDs die Picture-in-Picture-Funktion von Hause aus besitzen, schiebt die Blu-ray Disc Association diese Funktion bei der Blu-ray Disc erst jetzt nach, wodurch Inkompatibilitäten auftreten können, da die derzeit weit verbreiteten Player diese Option nicht unterstützten. Allerdings macht sich im Gegensatz zur HD DVD auch noch keine Blu-ray Disc die BD-Java-Technik für Picture-in-Picture zu Nutze.
Ab 31. Oktober 2007 müssen Blu-ray Player zudem über einen Speicherpuffer in Höhe von mindestens 256 MB verfügen (Persistent Storage), bei Playern mit Internet-Anbindung soll dieser mindestens 1 GB umfassen, damit auch für Downloads entsprechende Kapazität vorhanden ist, um die In-Movie-Experience (IME) und U-Control, welche den Abruf zusätzlicher Informationen ermöglicht, zu verbessern. Beim Konkurrenzformat, der HD DVD, gehörte auch dieser nicht-flüchtige Speicher bereits von Beginn an zu den Spezifikationen.
Angeblich ist nicht einmal die PlayStation 3 bislang fit für die zukünftige Bild-in-Bild-Funktion. Im Gegensatz zu vielen Standalone-Playern sollte es für die PlayStation 3 jedoch recht einfach sein, die Anforderungen, welche ab 31. Oktober 2007 an einen Blu-ray-Player gestellt werden, mittels Firmware-Update zu erfüllen. Sichergestellt ist dies bislang jedoch nicht. Selbst wenn sie oder andere Blu-ray-Player die neuen Spezifikationen jedoch nicht erfüllen, sollen sämtliche Blu-ray-Filme zumindest in der Theorie problemlos wiedergegeben werden können, wobei dem Kunden lediglich die neuen Funktionen nicht zur Verfügung stehen.
Wer die PlayStation 3 als häufig genutzten Ersatz für einen Blu-ray-Player einsetzen möchte, sollte über die Anschaffung der separat erhältlichen Blu-ray-Fernbedienung nachdenken, um sich selbst die Steuerung der Filmwiedergabe zu erleichtern, welche ansonsten mittels Controller vorgenommen werden muss.
HDTV
Wie schon die Xbox 360 von Microsoft setzt auch die PlayStation 3 von Sony voll auf High Definition Television (HDTV). Alle veröffentlichten Spiele unterstützen so zumindest 720p (Vollbilder mit 1280 x 720 Bildpunkten), können optional aber auch 1080i (Halbbilder mit 1920 x 1080 Bildpunkten) oder gar 1080p (Vollbilder mit 1920 x 1080 Bildpunkten) unterstützen. Somit sind sich PlayStation 3 und Xbox 360, welche durch ein Firmware-Update mittlerweile ebenfalls 1080p unterstützt, ebenbürtig und nutzen theoretisch sämtliche aktuellen HD-Fernsehgeräte voll aus.
Während Sony allerdings mit der PlayStation 3 direkt auf eine digitale Übertragung an das Fernsehgerät via HDMI 1.3a setzt, verfügt Microsofts Xbox 360 derzeit lediglich über einen analogen YUV-Komponenten-Ausgang für die Wiedergabe an HD-Geräten und wird diese Unterlegenheit im Vergleich zur PlayStation 3 erst mit der für Ende April 2007 angekündigten Xbox 360 Elite [19] ausmerzen. Auch wenn kaum ein Benutzer den Unterschied zwischen analoger und digitaler Übertragung der Inhalte wahrnehmen wird, bietet die digitale Weitergabe mittels HDMI bei aktuellen LCD- und Plasma-Bildschirmen in jedem Fall die bessere Wahl, da so eine Mehrfachwandlung des Signals vermieden wird. Digitale Inhalte zunächst für die Ausgabe in ein analoges Signal umzuwandeln, um es im Fernsehgerät wieder in ein digitales umzukehren, ist in jedem Fall die schlechtere Wahl als eine rein digitale Übertragung ohne Umwandlung. Des Weiteren kommt es bei einer Übertragung mittels HDMI nicht zu den bekannten 50/60-Hz-Problemen, wie sie bei einem analogen YUV-Komponenten-Ausgang auftreten. Des Weiteren unterstützen viele LCD-Geräte über den YUV-Komponenten-Eingang gar kein 1080p sondern lediglich 1080i, so dass das Potential der Xbox 360 aufgrund eines analogen Ausgangs verschenkt werden muss.
Und so gilt auch bei der PlayStation 3, dass sie ihr wahres Können nur mit einem HDTV offenbart. Während ein normaler Fernseher mit PAL-Auflösung erst aus einer größeren Entfernung ein scharfes Bild bietet, ist das Bild bei einem HDTV schon aus einer sehr viel kürzeren Entfernung scharf – sofern man auf HD-Inhalte setzt. Da das menschliche Auge ab einer gewissen Entfernung nicht mehr in der Lage ist, die Bildpunkte zu unterscheiden, ist aus einer größeren Entfernung kaum ein Unterschied zu erkennen. Das Auflösungsvermögen des Auges beträgt unter guten Bedingungen etwa eine Winkelminute, das entspricht rund 1 mm auf 3,5 Meter.
Wir haben die PlayStation 3 während unseres Tests an einem Toshiba 42WLT68P [20] betrieben. Dieser LCD-TV mit einer Bildschirmdiagonale von 107 cm bietet mit 1366 x 768 Bildpunkten zwar keine Full-HD-Auflösung, überzeugt aber durch reichhaltige Anschlussmöglichkeiten, ein gutes PAL-Bild, integriertes DVB-T und viele weitere Extras. Die PlayStation 3 erkannte problemlos, dass sie per HDMI mit dem Gerät verbunden wurde und wählte die maximal unterstützte Auflösung von 1080p. Probleme mit der Bildwiedergabe oder dem Ton traten zu keiner Zeit auf.
Lautstärke
Auch die PlayStation 3 musste sich unserem Schallpegel-Test stellen. Dazu wird im Testraum jede weitere Geräuschquelle getilgt und der Test spät abends durchgeführt, wenn auch der Straßenlärm sich gelegt hat. Das verwendete Schallpegel-Messgerät, ein SL-100 von Voltcraft, wird dazu in einem Abstand von lediglich 30 cm zur Konsolenfront mittig aufgestellt. Wir wählten diesen geringen Abstand, um deutlichere Unterschiede zum Grundpegel und zwischen den einzelnen Modi ermitteln zu können. Anschließend wird neben dem Grundpegel die Lautstärke für verschiedene Szenarien ermittelt. Zuerst wird die Konsole gestartet und im Leerlauf, ohne eingelegtes Spiel, betrieben. Anschließend wird ein PlayStation-3-Spiel eingelegt und die Lautstärke notiert. Bei allen Szenarien werden die beiden möglichen Aufstellungspositionen der PlayStation 3, das heißt liegend und stehend, überprüft. Für Vergleichswerte wurde dieses Prozedere auch mit Nintendo Wii und Microsoft Xbox 360 wiederholt.
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Auch in Punkto Lautstärke weiß die PlayStation 3 zu überzeugen und ist durchweg deutlich leiser als die Xbox 360, welche vor allem aufgrund ihres schnell drehenden DVD-Laufwerks im Spielbetrieb unangenehm laut wird. Während die PlayStation 3 im Ruhezustand kaum hörbar ist, fällt sie auch beim Spielen oder der Wiedergabe von Filmen nicht negativ auf. Diesen subjektiven Eindruck bestätigen auch unsere Messungen, die den Ingenieuren bescheinigen, beim Kühlkonzept sehr gute Arbeit geleistet zu haben.
Die PlayStation 3 startet zunächst in der Lüfter-Stufe 1, in welcher der 160-mm-Lüfter mit niedrigster Drehzahl rotiert. In diesem Modus konnten wir 30,7 bzw. 30,8 dBA je nach Standposition ermitteln. Nach rund 10 – 20 Minuten, je nach Umgebungstemperatur und ausgewählter Kategorie im Menü, schaltet die Konsole in die Lüfter-Stufe 2, was den Schalldruckpegel auf 34,2 dBA (bzw. 34,9 dBA bei liegender Konsole) erhöht, womit man jedoch noch deutlich unter der Grundlautstärke der Xbox 360 liegt. In diesem Modus verharrte die PlayStation 3 – zumindest bei angenehmen Raumtemperaturen – daraufhin. Lediglich beim Spielen oder anderweitiger Belastung der Komponenten schaltet die PlayStation 3 in den Lüfter-Modus 3, welcher die Lautstärke auf rund 39,3 dBA ansteigen lässt. Allerdings geht auch in diesem Modus von der PlayStation 3 wie bei Nintendo Wii und Xbox 360 die meiste Lautstärke vom Blu-ray-Laufwerk (bzw. DVD-Laufwerk bei Xbox 360 und Wii) während der Ladesequenzen aus. Lädt die PlayStation 3 nicht nach, bewegt sich die rein vom Lüfter verursachte Lautstärke in etwa bei 38,5 dbA.
Allerdings zeigte auch unser Modell Probleme mit der Lüftersteuerung, bei denen der Lüfter nach Volllast von Stufe 3 nicht mehr auf Stufe 2 und 1 herunterschaltet, wie sie deutsche und amerikanische Kunden mitunter melden [21]. So verharrte unser Modell nach dem Spielen auch in der XMB konstant in Lüfter-Stufe 3. Schaltet man die Konsole in diesem Modus aus und sofort wieder ein, gibt sie sich jedoch mit Lüfter-Stufe 1 zufrieden. Welche Ursache dieser Fehler hat, konnte bislang nicht geklärt werden. Neben einem Hardware-Defekt ist auch ein Fehler in der Firmware nicht komplett auszuschließen. Dass unser Modell den Lüfter grundsätzlich aus einer höheren Stufe wieder herunterschalten kann, zeigt es beim Start des Systems. So dreht der Lüfter beim Starten kurz auf Stufe 3, fällt dann jedoch sofort auf Stufe 1.
Stromverbrauch
Bereits vor der Veröffentlichung der PlayStation 3 war bekannt, dass sie die derzeit stromhungrigste Konsole darstellen wird. Dies bestätigte sich nun auch nach ihrem Verkaufsstart, wobei die schlimmsten Befürchtungen bislang nicht eintraten. Bislang? Ja, bislang! Sony selbst spricht der PlayStation 3 offiziell nämlich weiterhin eine maximale Leistungsaufnahme von 380 Watt zu, die mit rund 200 Watt allerdings deutlich unterschritten wird. Wie oder ob die PlayStation 3, welche durch Folding@Home eigentlich gänzlich ausgelastet sein soll, diesen Wert je erreichen wird, bleibt nur abzuwarten.
Stromverbrauch
Angaben in Watt (W)
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Wie unsere Ergebnisse zeigen, ist die PlayStation 3 zwar die hungrigste aller Next-Gen-Konsolen, lässt die Xbox 360 allerdings nicht sonderlich weit hinter sich. Da selbst im Ruhezustand rund 180 Watt verbraucht werden, sollte man sich jedoch mehrfach überlegen, ob man die PlayStation 3 etwa für die Nutzung von Remote Play mittels PSP dauerhaft eingeschaltet oder an Projekten wie Folding@Home, wobei dies wenigstens einem guten Zweck dient, teilnehmen möchte. Rund 25 – 30 Euro zusätzliche Stromkosten im Monat sollte man jedoch einplanen, sofern man die PlayStation 3 nie ausschaltet. Während der Stromverbrauch direkt nach dem Einschalten bei rund 160 Watt liegt, pendelt sich die PlayStation 3 nach einer halben Stunde bei rund 179 Watt ein, wobei der Stromverbrauch auch abhängig von der gewählten Kategorie in der Benutzeroberfläche ist. Am höchsten ist der Stromverbrauch im Ruhezustand in der Kategorie „Spiel“, in der er durchaus 182 Watt erreicht. Selbst bei der Wiedergabe von MP4-Videos in 1080p ist der Stromverbrauch mit 176 Watt niedriger als im Ruhezustand auf der Benutzeroberfläche. Im Standby begnügt sich die PlayStation 3 jedoch mit 1,0 Watt und liegt zumindest in diesem Punkt leicht unter der Xbox 360. In Spielen schwankt der Stromverbrauch munter zwischen 160 Watt in den Menüs und bis zu 200 Watt bei Spielszenen. Allerdings scheint hier die Obergrenze noch nicht erreicht zu sein, so dass abzuwarten bleibt, was die PlayStation 3 bei gleichzeitiger Maximalbelastung von CPU und GPU in der Lage ist zu verbrauchen.
Unter Folding@Home verzeichneten wir einen Stromverbrauch von 203 Watt, wenn man sich die Grafik als „Kugel & Stab“ anzeigen lässt. Setzt man auf „Kalotten" oder "ISO-Oberfläche", beträgt der Stromverbrauch rund 195 Watt. Verzichtet man gänzlich auf eine grafische Darstellung der Proteine, kann man den Stromverbrauch unter Folding@Home auf 191 Watt reduzieren.
Instabilitäten und Überhitzung?
In unserem Test überzeugte die PlayStation 3 durchweg durch einen stabilen Betrieb. Mit einer Überhitzung und anderen Instabilitäten hatten wir nicht zu kämpfen, so dass das Kühlkonzept der PlayStation 3 mit nur einem 160-mm-Lüfter aufzugehen scheint.
Fazit
Allen Unkenrufen zum Trotz sind wir der Meinung, dass die PlayStation 3 gelungen und ihr Geld wert ist, sofern man sämtliche Funktionen zu nutzen weiß. Hat man einen HDTV zur Verfügung, erhält man nicht nur eine Next-Generation-Konsole, die die Xbox 360 grafisch zwar (noch) nicht übertreffen kann, sondern auch einen vollwertigen, stromhungrigen und gerade im Vergleich zur Xbox 360 mit HD-DVD-Laufwerk relativ leisen Blu-ray-Player, der das Fernsehgerät mit passendem Filmmaterial versorgen kann. Gerade durch die deutlich geringere Lautstärkeentwicklung im Vergleich zur Xbox 360 spielt sich die PlayStation 3 in die Herzen der Wohnzimmer. Rechnungen, wonach die Xbox 360 mit optionalem HD-DVD-Laufwerk die günstigere Variante wäre, gehen schon dann kaum noch auf, wenn man den offiziellen WLAN-Adapter für die Xbox 360 hinzurechnet, der bei der PlayStation 3 bereits integriert ist. Vom zusätzlichen Speicherplatz, der bei der Xbox 360 mit 20 GB und effektiven 14 GB für den Kunden recht begrenzt ist, ganz zu schweigen.
Wer jedoch nicht gewillt ist, die Funktionen der PlayStation 3 – vor allem den integrierten Blu-ray-Player – allumfassend zu nutzen, sondern mehr Wert auf eine reine Spielekonsole legt, ist derzeit mit der deutlich günstigeren Xbox 360 besser beraten, welche durch ihren mittlerweile fast 1,5 Jahre zurückliegenden Verkaufsstart bereits ein großes und überzeugendes Softwareangebot vorzuweisen hat. Kann man auf hochauflösende Grafik und tiefgehende multimediale Fähigkeiten verzichten, möchte jedoch ein innovatives Bedienkonzept sein Eigen nennen, sollte man zur Nintendo Wii greifen, sofern man sich mit den bislang erhältlichen Spieletiteln anfreunden kann.
Somit wären wir auch schon beim bislang größten Problem der PlayStation 3 angelangt: dem Softwareaufgebot. Auch wenn einige Starttitel durchaus zu gefallen wissen, fehlt zum Start ein absoluter Tophit, welcher die Verkäufe der Konsole ankurbelt. Viele veröffentlichte Spiele sind lediglich Umsetzungen der Xbox-360-Version und auf der Konkurrenz-Plattform bereits seit Monaten erhältlich. Angesichts der deutlichen Verspätung in Europa enttäuschen die zur Verfügung stehenden Spiele. Des Weiteren steht die PlayStation 3 vor dem Problem, dass die großen Spiele-Serien mittlerweile plattformübergreifend angekündigt wurden, so dass viele Käufer ob der langen Wartezeit auf die PlayStation 3 ebenso wie die Spieleentwickler zur Konkurrenz gegriffen haben. Mit Final Fantasy, Metal Gear Solid 4, Tekken 6, Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction, Little Big Planet und Gran Turismo hat man jedoch noch einige Hochkaräter im Programm, auf die sich die Kunden freuen dürfen. Von Nachteil für Sony ist trotz dieser Titel, dass viele noch immer kein Veröffentlichungsdatum besitzen und immer wieder Gerüchte um ihre Exklusivität aufflammen, was einige Käufer noch abwarten lassen dürfte.
Doch auch sonst finden sich beim PlayStation-3-System noch einige Baustellen. Die Multimedia-Fähigkeiten bleiben mitunter deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück und sind teilweise, wie im Artikel beschrieben, noch recht umständlich umgesetzt. Für europäische Kunden ist angesichts der in den USA und Japan verkauften Modelle die Abwärtskompatibilität zu PlayStation-2- und PlayStation-1-Spielen enttäuschend, im Vergleich zur Konkurrenz jedoch passabel. Auch der Stromverbrauch gibt angesichts aktueller Debatten Anlass zur Kritik. Er ist im Vergleich zu einem High-End-PC beim Spielen zwar akzeptabel, im Ruhezustand oder bei der Medienwiedergabe allerdings völlig indiskutabel. Möchte man sich eine DVD ansehen, sollte man schon allein aus diesem Grund auf einen bereits vorhandenen DVD-Player zurückgreifen. Gerade die bei den multimedialen Fähigkeiten kritisierten Punkte muss Sony angesichts der eigenen Zielsetzung, dem Kunden ein Media-Center-System zu liefern, ausmerzen, damit man gewillt ist, beispielsweise seine Musiksammlung auf die PlayStation 3 zu übertragen. Für viele Kunden kommt es nämlich schon lange nicht mehr allein auf den Klang der Musik an, sondern auch auf ihre Inszenierung, die etwa bei Apple TV elegant und stilvoll, wenn auch kostspielig, gelöst wurde. Die PlayStation 3 hat viele gute Ansätze, welche von Sony nun jedoch verbessert werden müssen. Dann könnte sich die PlayStation 3 auch tatsächlich komfortabel als stromhungrige Medienzentrale verwenden lassen.
Lobenswert ist im Gegenzug das halboffene System, welches die Installation und Nutzung von Linux erlaubt, auch wenn es der PlayStation 3 für einen vollwertigen Linux-PC an genügend Arbeitsspeicher mangelt. Umständlich ist jedoch der Wechsel zwischen Linux und dem PlayStation-3-System. Die Möglichkeit, den Festplattenspeicher bei Bedarf selbst durch handelsübliche 2,5-Zoll-Festplatten zu vergrößern, stellt ein schönes Geschenk an die Kunden dar. Auch die problemlose Benutzung von USB- und Bluetooth-Tastaturen und -Mäusen nicht nur zur Texteingabe ist ebenso erwähnenswert wie der integrierte Internet-Browser, der jedoch nur zum kurzen Surfen zwischendurch geeignet ist.
Microsofts Online-Service, Xbox Live, ist dem der PlayStation 3 zwar noch in vielen Punkten überlegen, allerdings auch nur dann, wenn man bereit ist, hierfür 60 Euro im Jahr zu bezahlen und den gebotenen Service dann auch mit all seinen Funktionen ausnutzt. Während man bei der Xbox 360 wirklich ständig das Gefühl hat mit der ganzen Welt verbunden sein zu können, lassen die PlayStation 3 und Wii, trotz Wii Connect 24, dies meist noch vermissen. Gerade durch das im Mai bevorstehende Dashboard-Update der Xbox 360 weiß Microsoft dieses „Always-On“-Gefühl noch zu verstärken, indem man den Windows Live Messenger in die Xbox 360 einfließen lässt.
Es liegt somit wieder einmal an den Bedürfnissen und Wünschen des Kunden, für welche Spielekonsole er sich entscheidet. Jedes System bietet seine Vor- und Nachteile, so dass sich kein eindeutiger Sieger küren lässt. Die Nächste Generation hat jedoch schon lange vor Sonys PlayStation 3 begonnen, so dass sich das japanische Unternehmen dieses Mal in der Rolle des Jägers und nicht mehr des Gejagten wiederfindet.










































































































































































































































