Einleitung
Creative hat in den letzten Jahren das hauseigene Portfolio an Stereolautsprechersystemen stark ausgebaut, während im gleichen Zeitraum am Platzhirsch im Mehrkanalbereich, dem GigaWorks S750, nicht gedreht wurde. Das mag verwundern, stellen Mehrkanalsysteme doch scheinbar die Trendsetter unter den PC-Boxen dar. Tatsächlich sprechen aber auch viele gute Gründe für eine überschaubare Zahl an Lautsprechern. So fällt etwa das Preis/Leistungs-Verhältnis pro Lautsprecher zu Gunsten einfacher Stereosysteme aus. Weniger Platz benötigen sie ebenfalls und Kabelgewirr sieht man bei 2.0- und 2.1-Systemen auch eher selten. Aus diesen Gründen ist es gerade dieser Bereich, der von den meisten PC-Nutzern dann eben doch bevorzugt wird – und Creative zu einer weiten Produktvielfalt nötigt.
Im aktuellen Portfolio finden sich deshalb große und kleine Systeme, die jeden Anspruch und Geschmack bedienen können sollten, so könnte man meinen. Den höchsten Ansprüchen genügen wollen dabei – zumindest dem Namen nach – die für diesen Test untersuchten GigaWorks-Systeme. Namentlich geben sich die zwei 2.0-Systeme GigaWorks T20 Series II und GigaWorks T40 Series II sowie das 2.1-Lautsprechersystem GigaWorks T3 die Klinke in die Hand. Wie viel diese mit den Qualitäten gemein haben, die der Name GigaWorks einmal definierte?
Der Variantenreichtum provoziert auch eine Prinzipienfrage: Was eignet sich besser für den PC – ein Subwoofer-unterstütztes Lautsprechersystem, das effektvollen Bass garantiert, oder ausgewachsene Stereolautsprecher, die sich die zusätzlichen Kosten für einen Tieftonexperten sparen und in nur zwei Boxen investieren, die dafür erwachsener ausfallen? Ist der Vergleich überhaupt auf diesen simplen Gedankengang reduzierbar? Der Test soll zeigen, wie viel Gigantomanie auf kleinem Raum unterzubringen ist.
Vorbetrachtung
Testsystem
Alle getesteten Lautsprecher werden an eine Creative X-Fi Platinum angeschlossen; als Betriebssystem kommt Windows Vista zum Einsatz. Aufgrund der höheren Stabilität werden Youp-Pax-Treiber für die Soundkarte verwendet. Als Abspielsoftware wird auf PowerDVD 7 sowie den Windows Media Player zurückgegriffen. Equalizer-Einstellungen oder Upmix-Modi werden gänzlich deaktiviert, so nicht anders beschrieben!
Bisher getestete Lautsprechersysteme:
- Logitech Z Cinéma Advanced [1]
- Teufel Motiv 5 [2]
- Razer Mako [3]
- Teufel Concept F [4]*
- Logitech G51 [5]
- Teufel Motiv 2 [6]*
- Logitech Z-5450 Digital [7]
- Teufel Concept E Magnum Power Edition [8]*
* Die markierten Lautsprecher standen auch für den aktuellen Test noch zur Verfügung. Auf einen direkten Vergleich mit den anderen aufgelisteten (und nicht mit einem * markierten) Lautsprechersystemen muss verzichtet werden.
Testumgebung
Beim Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung einer 2.0– beziehungsweise 2.1-Lautsprecherkombination vorgenommen. Der Subwoofer fand dabei rechts vom Hörer seinen Platz und besaß zu jeder Wand mindestens einen Meter Abstand. Die Satelliten wurden auf den Hörer ausgerichtet.
Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz. Einen Stammplatz in dieser Liste genießen die folgenden Tonträger:
- Film-DVDs
- Krieg der Welten
- Master and Commander
- Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
- Last Samurai
- House of the Flying Daggers
- Mission Impossible 3
- Matrix
- PC-Spiele
- World in Conflict
- Call of Duty 2
- Battlefield 2
- Overlord
- Half Life 2
- Command & Conquer 3: Tiberium Wars
- Crysis
- Supreme Commander: Forged Alliance
- Musik-DVDs
- Queen – Greatest Video Hits 1 (dts 5.1, Stereo)
- Queen – Greatest Video Hits 2 (dts 5.1, Stereo)
- Eagles – hell freezes over (dts-5.1, DolbyDigital 5.1, Stereo)
- Abba – 16 Hits (Dolby Digital-Tonspur – 2 Kanäle!)
- Animusic 2 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- Animusic-Beispiele können in voller Länge und in HD-Qualität von der offiziellen Internetseite [9] heruntergeladen werden!
- Pink Floyd – Pulse (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- In Extremo – live 2002 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- HIM – Love Metal Archives Vol. 1 (Stereo)
- Apocalyptica – The Life Burns Tour (Dolby Digital 5.1, dts 5.1, Stereo)
Technische Daten
Der Vollständigkeit halber seien ein weiteres Mal die technischen Eckdaten des Testprobanden angeführt. Es ist zu beachten, dass diese zumeist sehr dehnbar sind und per se nicht viel über den Klangeindruck aussagen. Der persönliche Klangeindruck sollte stets entscheiden, nicht die größte Wunschzahl der Werbemaschinerie.
| Gigaworks T3 | Gigaworks T40 Series II |
Gigaworks T20 Series II |
|
|---|---|---|---|
| Gesamtleistung | 80 Watt Sinus | 32 Watt Sinus | 28 Watt Sinus |
| Kanäle | 2.1 | 2.0 | 2.0 |
| Belastbarkeit Satelliten |
15 Watt Sinus pro Kanal | 16 Watt Sinus pro Kanal | 14 Watt Sinus pro Kanal |
| Belastbarkeit Subwoofer |
50 Watt Sinus | nicht vorhanden | nicht vorhanden |
| Eingänge | 1x Klinke 1x Stereo-Cinch |
2x Klinke | 2x Klinke |
| Pegelsteuerung | Kabelfernbedienung Software |
Steuereinheit an Lautsprecher Software |
Steuereinheit an Lautsprecher Software |
| Besonderheiten | Design Kabelfernbedienung SLAM-Design des Subwoofers |
Design 2.0-System |
Design 2.0-System |
| Listenpreis | ab rund 153 Euro [10] | ab rund 107 Euro [11] | ab rund 64 Euro [12] |
Ein Vergleich der Leistungsaufnahme offenbart, dass das GigaWorks T3 eine deutlich höhere Belastbarkeit aufweist als die beiden 2.0-Systeme. Ein Großteil davon geht jedoch direkt auf den Subwoofer zurück, sodass die Satelliten aller Systeme beinahe gleich stark belastet werden können.
Detailbetrachtung
Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt, auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen die optischen Reize beistehen. Auch die drei hier getesteten Creative-Systeme müssen sich einer genaueren optischen Überprüfung hingeben.
Gigaworks T3
Das Creative GigaWorks T3 besteht aus zwei relativ kleinen Satelliten, einem Subwoofer sowie einer Kabelfernbedienung. Die zwei Satelliten beherbergen einzig einen Breitbandlautsprecher, der für die Wiedergabe von Hoch-, Mittel- und Mitteltiefton zuständig ist. Der Subwoofer setzt hingegen auf gleich drei sichtbare Treiber, die für das notwendige Bassfundament sorgen sollen. Creative nennt diese Konstellation SLAM-Design. Das Gehäuse des T3-Subwoofers fällt dabei erstaunlich klein aus. Der Anschluss an das System ist über zwei Cinch-Eingänge an der Gehäuserückseite des Subwoofers sowie einen Aux-In möglich, der sich an der Kabelfernbedienung befindet. Direkt daneben hat Creative auch einen Kopfhörerausgang verbaut, sodass diese bequem mit dem Boxensystem verbunden werden können. Aufwendiges Umstöpseln entfällt.




Die Satelliten des Creative GigaWorks T3 stehen auf einem dünnen Plastikfuß mit breiter Sohle, die an der Unterseite gummiert ist, sodass die Konstruktion nicht verrutscht und sicher steht. Auf der Rückseite des Standfußes befindet sich eine Kabelführung. Der eigentliche Korpus kann nicht von dem Standfuß getrennt werden, was einer Wandmontage im Wege steht – diese ist schlicht nicht vorgesehen. Die Stoffbespannung auf der Vorderseite ist leicht demontierbar und wird mittels Gummistopfen am Gehäuse befestigt. Dies geschieht sicher und akkurat – hier zeigt sich, wie auch am gesamten Gehäuse, dass alles perfekt eingepasst und ausgeformt wurde. An der Verarbeitung gibt es weder im Ganzen noch im Detail etwas auszusetzen. Ebenfalls positiv ist, dass die Satelliten mit einem einfachen Mono-Cinch-Kabel mit dem Subwoofer verbunden werden. Die Kabel können somit einfach verlängert werden. Ein Kabelbruch der fest in den Satelliten verankerten Adern wäre dennoch ärgerlich.



Dem Subwoofer ist äußerlich kein Tadel anzusehen: Sein Holzgehäuse ist an den Ecken abgerundet und weist drei sauber aufgesetzte Abdeckungen für die verbauten Treiber auf. Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich eine Aluminiumplatte für alle Ein- und Ausgänge des Systems, die ebenfalls an den Ecken abgerundet wurde und passgenau auf dem Korpus des Subwoofers sitzt. Der Tieftonexperte ist unter den Gesichtspunkten von Creatives SLAM-Design konstruiert worden. Ausgesprochen steht diese Abkürzung für ein „Symmetrically Loaded Acoustic Module“. Der Begriff ist auch im Hause Creative relativ dehnbar, wobei stets ein System aus aktiven und passiven Treibern dahinter steht. So setzte bereits das Creative Inspire Digital 5700 – das schon lange nicht mehr beim Hersteller geführt wird – auf das SLAM-Design, allerdings ein anderes als das heutige.
Beim SLAM-Prinzip des Inspire Digital 5700 [13] handelt es sich um einen Doppelkammersubwoofer mit einem Haupttreiber, der in der Mitte des Subwoofer-Gehäuses platziert wird. Dieser „sieht“ zu beiden Seiten nur die jeweilige Kammer des Subwoofers. Auf seiner Vorderseite befindet sich ein weiterer, passiver Treiber, der von der Luftverdrängung des aktiven Treibers aus der Gehäusemitte angetrieben wird. Das Prinzip ähnelt dem eines Bandpassgehäuses, das ebenfalls auf einen eingeschlossenen Treiber und einen vorgesetztes Bass-Reflex-Kanal setzt. Dieser Bass-Reflex-Kanal wurde durch das passive Chassis ersetzt. Das Ergebnis ist aber ähnlich: Dadurch, dass in einem definierten Frequenzbereich zwei Treiber schwingen, wird die Basscharakteristik verändert. Der Frequenzbereich, der von dem Subwoofer abgedeckt werden kann, wird erweitert – allerdings nur über ein begrenztes Frequenzband hinweg. Bei einem Bass-Reflex-System wird das Frequenzband über das Gehäusevolumen, die dadurch eingeschlossene Luftmasse sowie Länge und Querschnitt des Bass-Reflex-Kanals bestimmt. Bei einem System aus Master- und Slave-Treiber erfolgt die Konfiguration über die Größe und Masse des passiven Treibers. Prinzipiell verfolgen beide Bauarten das gleiche Ziel.
Das Creative Gigaworks T3 ist hingegen anders aufgebaut. Auch hier kommt ein aktiver Haupttreiber zum Einsatz. Dieser wird von zwei passiven Chassis ergänzt, die sich an der Gehäuseseite befinden. Jeder dieser Treiber misst 16,5 cm im Durchmesser. Die passiven Treiber werden durch die Luftschwingung im Gehäuseinneren angetrieben und ergänzen den aktiven Treiber ebenfalls in einem definierten Frequenzbereich. Der Zweck dieser Konstruktion ist es, den zackigen Antritt kleiner Treiber mit dem Tiefgang großer Chassis zu vereinen – zumindest in der Theorie. Praktisch ist ein definiertes Frequenzband das Ergebnis, in dem alle drei Treiber für einen besseren Basseindruck sorgen, als dies das aktive Tieftonchassis allein vermag. Außerhalb dieses Frequenzbandes – speziell auf dem Weg in den Frequenzkeller – fällt der erzielbare Basseindruck bei kleinen Treibern jedoch ab.
Die Kabelfernbedienung des Creative GigaWorks T3 erlaubt die Steuerung der Gesamtlautstärke sowie – über den gleichen Drehregler – das Ein- und Ausschalten des Systems. Über sie kann auch eine weitere Quelle mit den Lautsprechern verbunden werden, etwa ein MP3-Player. Der Aux-In kann jedoch nicht als Mikrofon-Eingang genutzt werden. Ein Kopfhörerausgang befindet sich ebenfalls an der halbrunden Steuereinheit. Wird das System über die Kabelfernbedienung auf die niedrigste Lautstärke geregelt, schaltet es sich binnen weniger Sekunden aus, was effektiv Strom spart. Das ist – vor allem in Hinblick auf viele Teufel-Systeme, die sich selbst für den Standby Zeit lassen – sehr gut.
GigaWorks T40 Series II
Das Creative GigaWorks T40 Series II fällt deutlich größer aus, als dies die Fotos vermuten lassen. Mit einer Höhe von über 30 Zentimetern machen die beiden Lautsprecher selbst einer mittelgroßen Schreibtischlampe Konkurrenz und sind damit definitiv ein Blickfang am Arbeitsplatz. Glücklicherweise ein wertiger, denn die Front wird durch schwarzen Klavierlack verziert und von einem akurat eingepassten Stoffgitter bedeckt, das alternativ aber auch abgenommen werden kann. Unter der Blende kommen dann zwei Mitteltöner sowie ein zentral angeordneter Hochtöner zum Vorschein. Der Konus der Mitteltontreiber besteht aus auffallend eingefärbter Glasfaser. Am rechten Lautsprecher befinden sich sämtliche Steuerelemente in Form von Drehreglern. Derjenige für die Lautstärkesteuerung schaltet das System zugleich auch an und aus. Darüber hinaus verfügt das GigaWorks T40 Series II über einen Drehregler für den Bass sowie die Höhen.




Ebenfalls auf der Vorderseite des rechten Lautsprechers befinden sich die Anschlüsse für den Aux-In sowie den Kopfhörerausgang. Eine alternative Quelle kann über den 3,5-mm-Klinkenanschluss direkt mit dem Creative-System verbunden werden, wobei dann stets der Ton wiedergegeben wird, der über den Aux-In eingespeist wird. Der Hauptanschluss, der sich auf der Rückseite des rechten Lautsprechers befindet, wird stumm geschaltet. Gleiches gilt für die Wiedergabe der Lautsprecher bei angeschlossenem Kopfhörer.



Auf der Oberseite beider Lautsprechergehäuse befindet sich eine Bass-Reflex-Öffnung, die den Wiedergabebereich des Creative GigaWorks T40 Series II erweitert. Die beiden Lautsprecher sollen so, auch dank des vergleichsweise großen Gehäusevolumens, einen soliden Bassbereich abdecken. An den Einsatz eines Subwoofers wollen und können die eher musikalisch angehauchten Boxen allerdings nicht heran reichen.
GigaWorks T20 Series II
Das Creative GigaWorks T20 Series II ähnelt dem größeren T40 sehr, was auch nicht verwundert, besteht der einzige Unterschied zwischen den beiden Systemen doch in der abweichenden Auswahl und Anzahl der Treiber und dem sich daraus ergebenden unterschiedlichen Gehäusevolumen. Die Art- und Größe der Treiber bleibt hingegen gleich: Als Mitteltöner kommt ein Treiber aus Glasfasergewebe zum Einsatz, der gelb eingefärbt wurde, und eine Gewebekalotte sorgt für den Hochton. An der Oberseite befindet sich auch hier die von Creative BasX-Port genannte Bass-Reflex-Öffnung, die den Tieftonbereich aufzudicken helfen soll.




Die Steuerelemente und Eingänge stimmen mit denen des GigaWorks T40 Series II überein, weshalb ein normaler Line-In and der Rückseite durch einen Aux-In an der Front unterstützt wird. Überdies findet sich am rechten Lautsprecher auch ein Kopfhörerausgang wieder, der unterhalb der ebenfalls bekannten Steuerknöpfe für den Hochton sowie den Bass und die Lautstärke ausgeführt wurde. Die Füße des GigaWorks T20 Series II sind gummiert, allerdings nicht ganz so breit wie beim GigaWorks T40 Series II, was auf die unterschiedliche Höhe der Lautsprecher zurückzuführen ist. Einen sicheren Stand ermöglichen natürlich beide Systeme.




Insgesamt überzeugt die Verarbeitungsqualität auch hier. Der Lack der Gehäusevorderseite wurde gleichmäßig aufgetragen und entspricht aktuellem Multimedia-Design. Die Stoffabdeckung wirkt robust, wird aber nur durch Plastikfüße in Gummidübeln gehalten. Instabilität konnten wir bei dieser Konstruktion allerdings nicht feststellen.
Klangeindrücke
Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter des getesteten Soundsystems vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Er sollte nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.
Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen, allen voran dem Teufel Motiv 2, gezogen werden.
Musik
Musik ist nicht gleich Musik, wie man anhand der drei Testprobanden relativ schnell feststellen kann. Da gibt es auf der einen Seite die sehr vokale oder vor allem instrumentale Musik, die auch auf dem GigaWorks T40 und dem T20 nicht sofort einen Subwoofer vermissen lässt. Und dann gibt es die neuere Popmusik sowie Electro oder House, wo ohne Subwoofer nicht viel Freude aufkommt. Zwar schlagen sich beide 2.0-Systeme hierbei nicht schlecht – bei Zimmerlautstärke, bei der die Boxen übrigens am authentischsten klingen, ist das Klangbild sogar recht überzeugend. Es fehlt in diesen Genres allerdings der Nachdruck im Tiefton.
Auf der anderen Seite sollte das Creative GigaWorks T3 hier auftrumpfen können – das tut es tatsächlich allerdings nur begrenzt. Der Subwoofer ist so abgestimmt, dass er relativ viel Bass in einem relativ kleinen Frequenzspektrum abgibt, er ist also oberbassbetont. Soll er tiefer in den Frequenzkeller hinabsteigen, geht ihm schnell die Puste aus. Das merkt man etwa bei Kanye Wests „Love Lockdown“, bei der die eingängige Bass-Unterstützung aus zwei hohen und einem tiefen Punch zu zwei überbetont lauten Schlägen verkommt. Vom dritten Bassanschlag hört man beinahe nichts mehr. Zugegeben: der sehr tiefe Ton bringt sogar das Motiv 2 aus der Contenance, hier hört man allerdings wenigstens einen Ansatz und es geht keine derart grobe Oberbassbetonung voran.
Überhaupt ist es das Zusammenspiel der relativ kleinen Breitbänder sowie des teils zum Dröhnen neigenden Subwoofers, die beim GigaWorks T3 nicht recht zu überzeugen weiß. Will man den Bass zügeln, merkt man schnell, wo der etwas untersetzte Mittelton herkommt – nicht aus den Satelliten. Gänzlich ohne Subwoofer spielen diese nämlich sehr schwachbrüstig und spitz auf. Was sollte man auch anderes bei der geringen Gehäusegröße und den kleinen Chassis erwarten? Mit Subwoofer geht's allerdings auch nicht in allen Lebenslagen. Basslastige Musik ist so zwar noch zu ertragen, überall dort, wo der Bass allerdings im Hintergrund spielen sollte, tut er dies nicht. Hier muss ein Equalizer bemüht werden, um das Frequenzkellerkind zu belehren.
Gäbe es die universale Musik, die musikalischer ausgelegten GigaWorks-T40- und GigaWorks-T20-Systeme würden diese wohl besser umsetzen als das GigaWorks T3. Sie sind letzterem zwar bei der Bass-Wiedergabe unterlegen, erzeugen insgesamt allerdings einen harmonischeren Gesamteindruck. Auf Bass kann man jedenfalls verzichten, wenn man ihn kaum zügeln kann – und völlig dünn ist die Wiedergabe der 2.0-Systeme beileibe auch nicht. Hier gelingt dem GigaWorks T40 ein Hauch mehr Wärme, was sich aus dem zusätzlichen Mitteltontreiber ergeben dürfte. Das GigaWorks T20 hat hier vor allem bei höheren Lautstärken das Nachsehen, da es viel früher zu einer spitzeren Wiedergabe neigt, die sich das größere 2.0-System bis zu einem gewissen Grad verkneift.
Bei Zimmerlautstärke ist beiden Systemen ein relativ gut aufgelöster Hochtonbereich bei insgesamt aber zu schwachen Mitten gemein. Musik klingt hörbar mechanisch und nicht frei, angesichts der Preisklasse ist die Leistung aber noch okay und keinesfalls deutlich anders als bei der Konkurrenz. Den Größenvorteil kann das GigaWorks T40 insgesamt nicht richtig ausnutzen. Es klingt zwar an jeder Ecke etwas harmonischer und kraftvoller als das GigaWorks T20, einen KO-Sieg erlangt es so aber nicht.
Filme und Spiele
Bei Filmen und Spielen setzt sich der Eindruck, der sich schon beim Musikhören ergab, größtenteils fort. Allerdings kann hier das GigaWorks T3 eher überzeugen, da der Subwoofer vor allem in brachialen Actiontiteln für den nötigen Bumms sorgt. Nüchtern betrachtet ist der Bass immer noch überbetont und damit unrealistisch laut, rein situationsbezogen kann das aber für Spaß sorgen. Wer will, dass virtuelle Kriege immer und überall bollern wie Knaller von jenseits der Oder zu Silvester, der hat sein Vergnügen mit Creatives 2.1-System. In fast allen Situationen, die den Subwoofer weniger effektvoll anspringen lassen, fällt dann aber wieder das Nasale am Klangbild des GigaWorks T3 auf.
Stress- und nervfreier kommt man da mit dem GigaWorks T40 und dem GigaWorks T20 durchs (virtuelle) Leben. Beide Systeme fallen auch bei Filmen und Spielen durch eine zwar weniger effektvolle, dafür aber insgesamt ausgeglichenere Darstellung auf. Stimmen wirken etwas natürlicher, wenngleich auch noch nicht übermäßig glaubwürdig.
Fazit
GigaWorks, der Name lässt große Taten vermuten. Es bleibt aber größtenteils bei deren Ankündigung, wirklich überwältigt wird man von keinem der Systeme. Zwar gibt sich keines der 2.0- oder 2.1-Systeme die Blöße, ganz vorne mitspielen möchten sie aber auch nicht. Während es beim GigaWorks T3 vor allem das Zusammenspiel zwischen dem Subwoofer und den Satelliten ist, das nicht recht zu überzeugen weiß, so gibt es beim GigaWorks T20 und dem GigaWorks T40 zwar nichts, was wirklich stört, aber eben auch nichts, was besonders hervor sticht. Zu vielen kleineren Schwächen – wie der Tendenz zu einer überspitzten Wiedergabe und einem dünnen Mitteltonbereich – stehen keine hervorhebenswerten Eigenschaften entgegen.
Zugute halten muss man allen Systeme allerdings eine tadellose Verarbeitung, auch wenn das Gros der Lautsprecher nur aus Plastik besteht. Die Oberflächenqualität ist, vor allem auf den lackierten Vorderseiten, gut und Steuerelemente oder Anschlüsse sind sauber eingepasst und sitzen fest. Besonders gefallen hat in diesem Zusammenhang die Kabelfernbedienung des GigaWorks T3, die das System tatsächlich direkt in den Standby-Modus versetzt, wenn es per Drehregler ausgeschaltet wird. Ebenfalls löblich sind die gebotenen Anschlüsse inklusive zweitem Klinkeneingang und einem Kopfhörerausgang.
Den insgesamt besten Eindruck hinterlässt das GigaWorks T20 Series II, was jedoch aus dem Zusammenspiel aus Preis und Leistung resultiert. So ist der klangliche Abstand zum GigaWorks T40 verschmerzbar, spart man dadurch doch bare Münze. Für etwas anspruchsvollere Ohren empfiehlt sich dennoch das GigaWorks T40 Series II, auch weil es im Grenzbereich noch etwas beherrschter zu Werke geht. Wunder sollte man von beiden Systemen allerdings nicht erwarten. Der Verzicht auf einen Subwoofer fällt ins Gewicht und wird vor allem jene stören, die basslastige Musik mögen.
Das GigaWorks T3 ist hingegen ein reines Spielersystem, das schon bei der Filmwiedergabe etwas außerhalb des eigenen Metiers betrieben wird. Musik ist im Allgemeinen nicht der Freund des 2.1-Systems, so man denn noch etwas anderes als den Subwoofer hören will.
Schlussbemerkung
Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.











