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Test: Teufel Concept F

von Jirko Alex

Einleitung

„Never touch a running system“ lautet eine wohlbekannte Devise im PC-Sektor, die dazu ermahnt, Gutes und als funktionstüchtig Bekanntes nicht für kritische Experimente zu opfern. Ähnliches könnte man auch im langlebigen Multimediasektor festsetzen – oder warum sollte der gewohnte Allround-Tipp, quasi das Rundumsorglospaket der Boxensysteme, plötzlich nicht mehr Klassenprimus sein? Wieso sollte ein Concept E Magnum in der Power Edition [1] nicht mehr in der Lage sein, in Preisregionen von etwa 150 Euro – und darüber – den Boxenmarkt zu dominieren?

Wieso macht sich Teufel überhaupt selbst Konkurrenz und drängt mit einem weiteren, je nach Blickwinkel deutlich bis unwesentlich teureren 5.1-Soundsystem auf den Markt? Einem System, das sich bis auf eine veränderte Optik und dem schwer zu vermittelnden Vorteil von Bandpassfiltern kaum von den bekannten Instanzen aus demselben Haus abheben kann, und heute hier zum Test antritt?

Concept F
Concept F

Diese – und weitere Fragen – muss sich das Concept F durchaus gefallen lassen. Es reicht nämlich nicht einfach nur so gut zu sein wie das nach mehrmaligen Preisstürzen bei nunmehr 150 Euro angelangte Concept E Magnum. Für einen Mehrpreis von etwa 70 Euro sollte auch ein realer Mehrwert geboten werden. Doch wo liegt der? Nur in der Optik? In der Haptik? Bringen die Bandpassfilter, die theoretisch dafür sorgen, dass das Frequenzspektrum der Satelliten von ungewünschten Mitschwingern befreit wird, wirklich so viel? Wurden bekannte Fehler wieder begangen, oder ist eine allgemeine Weiterentwicklung gegenüber den bekannten, übrigen Einsteigersystemen aus dem Hause Teufel zu erkennen?

Das Concept F hat es jedenfalls nicht leicht, Fuß am Markt zu fassen; trotz (oder gerade wegen) der starken Wurzeln im Hause Teufel. Was nach dem Vergleich mit bereits getesteten Boxensystemen dennoch im Idealfall ausstehen könnte, ist die Ernennung eines neuen Klassenprimus' im PC-Lautsprechersegment. Was droht, ist die Kategorisierung unter der wesentlich uninteressanteren Überschrift „ferner liefen...“. Wir werden es sehen.

Lesezeichen

Vorbetrachtung

Testsystem

Getestet wurden die Lautsprecher an dem folgenden Computersystem:

Technische Daten

Der Vollständigkeit halber seien ein weiteres Mal die technischen Eckdaten des Testprobanden angeführt. Es ist zu beachten, dass diese zumeist sehr dehnbar sind und per se nicht viel über den Klangeindruck aussagen. Der persönliche Klangeindruck sollte stets entscheiden, nicht die größte Wunschzahl der Werbemaschinerie.

Technische Daten
Teufel Concept F Logitech G51 Logitech Z-5450
Digital
Teufel CEM
Power Edition
Concept F
Concept F
Logitech G51
Logitech G51
Logitech Z5450 Digital
Logitech Z5450 Digital
Teufel Concept E Magnum PE
Teufel Concept E Magnum PE
Ausgangsleistung 300 Watt Sinus 155 Watt Sinus 315 Watt Sinus 300 Watt Sinus
Kanäle 5.1 5.1 5.1 5.1
Leistung
Satelliten
40 Watt Sinus 20 Watt Sinus 38 Watt Sinus (Front)
40,5 Watt Sinus (Rear)
40 Watt Sinus
Leistung
Center
40 Watt Sinus 19 Watt Sinus 42 Watt Sinus 40 Watt Sinus
Leistung
Subwoofer
100 Watt Sinus 56Watt Sinus 116 Watt Sinus 100 Watt Sinus
Eingänge 6-Kanal (Klinke)
1x Stereo-Chinch
1x 3,5-mm-Klinke
6-Kanal (Klinke)
1x Stereo-Chinch
6-Kanal (Klinke)
2x optisch via SPDIF
1x koaxial via SPDIF
6-Kanal (Klinke)
Pegelsteuerung Software
Fernbedienung
via Subwoofer
Kabelfernbedienung
Software
Software
Fernbedienung
Control-Panel
Software
Fernbedienung
via Subwoofer
Besonderheiten Fernbedienung Design veränderbar
Kabelfernbedienung
Control-Panel
Fernbedienung
Fernbedienung
Listenpreis 229,- Euro [10] ab rund 137,- Euro [11] ab rund 269,- Euro [12] 159,- Euro [13]

Bei einem Vergleich der technischen Daten des Concept F mit denen des Concept E Magnum in der Power Edition fällt grundsätzlich nicht viel auf: Sie gleichen sich erheblich. Jedem Satellit – inklusive dem Centerspeaker – sollen bis zu 40 Watt bereit stehen und der Subwoofer für sich dann immer noch 100 Watt Sinus übrig haben. Tatsächlich gleichen sich die Systeme auch optisch: Die Satelliten des Concept F unterscheiden sich quasi nur durch die Stoffbespannung, die auch den Bandpassfilter enthält; beim Subwoofer ist der Bassreflexkanal etwas nach unten gewandert und die Kontroll-LEDs dafür nach oben.

Nichtsdestotrotz gibt es auch Unterschiede, vor allem in der Handhabung und Ausstattung, die sich auch schon aus dem Datenblatt herleiten lassen: Das Concept F besitzt neben den sechs Chinch-Eingängen für den Mehrkanalbetrieb auch einen Stereo-Chinch-Eingang sowie einen Anschluss für einen 3,5-mm-Klinkenstecker. Damit können im Vergleich zum Concept E Magnum zwei zusätzliche Stereoquellen angeschlossen werden; das Wechseln zwischen den Quellen ist bequem per Fernbedienung möglich. Digitale Eingänge besitzt aber auch das Concept F nicht, hierfür wäre ein dedizierter Decoder nötig, über den das Lautsprechersystem ebenfalls nicht verfügt.

Tonträger

Bei dem Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung einer 5.1-Lautsprecherkombination vorgenommen. Der Subwoofer fand dabei rechts vom Hörer seinen Platz und besaß zu jeder Wand mindestens einen Meter Abstand. Die Satelliten wurden auf den Hörer ausgerichtet.

Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz:

Film-DVDs
Film-DVDs


Spiele-DVDs
Spiele-DVDs


Musik-DVDs
Musik-DVDs


Detailbetrachtung

Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt. Auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen optische Reize beistehen. Die getesteten Soundsysteme müssen sich daher einer eingehenden Prüfung unterziehen.

Teufel Concept F

Der erste optische Eindruck des Concept F ist besser, als man erwarten könnte. Nach dem Concept E Magnum – das akustisch durchaus zu überzeugen weiß, optisch aber bieder daher kommt – und dem Motiv 2, das schon beinahe zu eigenwillig wirkt, weiß das anthrazit-silberne Concept F durchaus zu gefallen. Vor allem der Subwoofer wirkt sehr edel und muss nicht mehr zwangsweise irgendwo versteckt werden. Die Satelliten wirken in der neuen Farbe und durch die Stoffbespannung ebenfalls etwas wertiger und müssen einen Vergleich zu anderen Systemen durchaus nicht scheuen. Die Verarbeitungsqualität ist für diese Preisklasse gut und das getestete System wies zumeist gleichmäßige Spaltmaße auf. Lediglich an einigen Ecken ist die Einpassung nicht ganz perfekt. Leider wurde das Tieftonchassis nicht in den Korpus des Subwoofers versenkt; bei einem regulären Aufbau ist dies jedoch optisch wie akustisch nebensächlich.

Anders als mitunter vermutet, handelt es sich bei dem Tieftonchassis des Concept F übrigens um exakt jenes, das auch im Concept E Magnum PE verwendet wird. Lediglich der Innenaufbau des Subwoofers unterscheidet sich damit leicht.

Einpassung des Tiefton-Chassis des Subwoofers
Einpassung des Tiefton-Chassis des Subwoofers
Kantenverarbeitung am Subwoofer
Kantenverarbeitung am Subwoofer
Kantenverarbeitung am Subwoofer (2)
Kantenverarbeitung am Subwoofer (2)
Kantenverarbeitung Satelliten
Kantenverarbeitung Satelliten
Stoffbespannung Satellit
Stoffbespannung Satellit

Wie das Conecpt E Magnum kann auch das Concept F bei den Anschlüssen nicht vollends überzeugen. So sind sowohl am Subwoofer als auch an den Satelliten nur Klemmverschlüsse für die Lautsprecherkabel vorhanden, was den möglichen Kabelquerschnitt einschränkt. Maximal 2,5 mm² sind zwar gerade noch so möglich, komfortabler geht es aber mit Schraubverschlüssen, wie sie beispielsweise die Satelliten des Motiv 2 bieten. Für die für das Concept F empfohlenen Kabel reichen die vorhanden Anschlüsse aber aus.

Subwoofer des Concept F
Subwoofer des Concept F
Tieftonchassis des Subwoofers
Tieftonchassis des Subwoofers
massive Spikes für den Subwoofer
massive Spikes für den Subwoofer
LEDs am Subwoofer
LEDs am Subwoofer
Anschlüsse am Subwoofer
Anschlüsse am Subwoofer
Kühlkörper am Subwoofer
Kühlkörper am Subwoofer

Geht man vom Concept E Magnum als Basis aus, so sind die primären Unterschiede, die das Concept F abheben, die zusätzlichen Stereoeingänge am Subwoofer (ein Mal Stereo-Chinch, ein Mal 3,5-mm-Klinke) sowie die Konstruktion der Satelliten in einem neuen Bandpassgehäuse. Hierbei handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Teufel, da diese Technik eigentlich vornehmlich bei speziellen Bassreflex-Subwoofern zu finden ist (siehe auch [15]).

Bandpass Detailansicht
Bandpass Detailansicht

Das neue Trapez vor dem Mitteltöner sowie die großflächige Abdeckung der Vorderseite der Concept-F-Satelliten sorgen dafür, dass das Gehäuse formal in zwei Kammern aufgeteilt wird. Der Ton, den ein Mitteltöner abgibt, wird auf diese Weise nicht mehr direkt abgestrahlt, sondern durch speziell definierte Öffnungen im Gehäuse ausgegeben. Die Frequenzen, die dabei hörbar abgestrahlt werden, werden durch das Volumen der Gehäusekammer hinter dem Treiber sowie dem Teil des Gehäuses vor dem Treiber definiert. Auf diese Weise soll der gesamte Übertragungsbereich der Frequenzen annähernd linear bleiben und zudem das Klirrverhalten der Satelliten verringert werden, da die Membran für einen ähnlichen Pegel wie bei konventioneller Bauweise eine geringere Auslenkung benötigt. Folglich steigt auch der Maximalpegel, da prinzipiell die gleichen Chassis wie auch im Concept E Magnum verwendet werden, die natürlich weiterhin pegelstark sind.

Satellit des Concept F
Satellit des Concept F
Detailansicht Satellit
Detailansicht Satellit
Teufel-Emblem auf den Satelliten
Teufel-Emblem auf den Satelliten
Klemmanschlüsse an den Satelliten
Klemmanschlüsse an den Satelliten
Centerspeaker
Centerspeaker
Unterseite Centerspeaker
Unterseite Centerspeaker
Anschlussklemmen am Centerspeaker
Anschlussklemmen am Centerspeaker
Center des Concept F ohne Abdeckung
Center des Concept F ohne Abdeckung

In der Summe sollen diese Änderungen Kosten sparen und den Wirkungsgrad der Satelliten erhöhen, die nun bei gleicher anliegender Leistung lauter aufspielen können.

Eine andere Neuerung gegenüber den bekannten Systemen aus dem Hause Teufel ist auch die Fernbedienung. Diese fällt deutlich umfangreicher aus und erlaubt nun endlich eine umfassende Kalibrierung der Lautsprecher. So kann nunmehr nicht nur die Lautstärke des gesamten Systems verändert werden, sondern auch der Pegel jedes einzelnen Kanals. Zusätzlich lässt sich bei einem Stereosignal festlegen, ob das System dieses über zwei Kanäle (mit Subwoofer-Unterstützung) wiedergeben, oder den internen Upmix bemühen soll, um das Signal auf 5.1-Kanäle hochzurechnen.

Fernbedienung des Concept F
Fernbedienung des Concept F

Ein insgeheim sicher bei Besitzern diverser Teufelsysteme stets in irgendeiner Fußnote zum System angemerkter Nachteil wurde ebenfalls mit der neuen Fernbedienung beseitigt: Die Einschaltautomatik. So lässt sich das Concept F endlich per Fernbedienung aus- und einschalten. Was sich trivial anhört, wurde bei vergleichbaren Systemen des Berliner Herstellers bisher jedoch meist anders gelöst. So kommt üblicherweise eine Einschaltautomatik zum Einsatz, die das Boxensystem beim Anliegen eines Signals ein- und beim Ausbleiben eines Signals ausschalten kann (soll). Dies geschieht jedoch meist mit einer deutlichen Verzögerung von mehreren Sekunden und manchmal können sich Teufels Lautsprechersysteme auch während der Wiedergabe ausschalten, weil der Eingangspegel zu gering ist. Mit der neuen Fernbedienung sind diese Nachteile also passé – sofern der Subwoofer stets in Reichweite steht.

Die weiteren technischen Eckdaten unterscheiden das Concept F kaum vom Concept E Magnum: Ein mit einem 25-cm-Chassis bestückter Downfire-Subwoofer (allerdings mit verändertem Bassreflexsystem und ebenfalls leicht verändertem Innenaufbau) sorgt für das Bassfundament und neben den vier Satelliten in bekannter Form und Größe sorgt ein querliegender Center-Lautsprecher mit doppeltem Tiefmitteltöner für eine bessere Dialogwiedergabe.

Das Teufel Concept F sollte in der Summe also ähnliche Ansprüche erfüllen können, wie man sie auch an das Concept E Magnum richten kann. Die Bandpassfilter sowie die sich daraus ergebenden Unterschiede könnten sich jedoch auch auf den Klang auswirken. Genau wie der veränderte Aufbau des Subwoofers.

Das Concept F wird von Teufel, anders als andere Einsteigersysteme des Herstellers, ohne Kabel ausgeliefert. Für die Verbindung der Audioquelle mit dem Subwoofer (3 Mal Klinke-auf-Chinch-Kabel) sowie für die des Subwoofers mit den Satelliten (5 Audio-Kabel) steht ein optionaler Kabelsatz zur Verfügung, der allerdings noch einmal mit 20 Euro bei Teufel zu Buche schlägt. Die benötigten Kabel gibt es aber auch in jedem Fachgeschäft oder Baumarkt.

Klangeindrücke

Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter des getesteten Soundsystems vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Er sollte nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.

Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen, allen voran dem Teufel Concept E Magnum und dem Motiv 2, gezogen werden. Speziell das Concept E Magnum, auf Basis dessen das Concept F entwickelt worden ist, stellt hierbei eine besondere Basis für einen Vergleich dar.

Musik

Um das Concept F vom Start weg zu strapazieren und klangliche Vor- und auch Nachteile besonders schnell herauszuhören, beginnt der akustische Testparcours einmal mehr mit Musik-DVDs. Immerhin trennen die teils sehr anspruchsvollen Konzertmitschnitte oder Studioaufnahmen die Spreu besonders schnell vom Weizen. Und so fällt auch recht flott auf: Das Concept F vollbringt im Vergleich zum Concept E Magnum PE keine Wunder, weist aber durchaus klangliche Unterschiede auf. So wirkt beispielsweise der Bass des CF-Subwoofers im üblichen Musikeinstieg – dem „Hell freezes over“-Konzert der Eagles – eine Nuance konturierter und beherrschter als noch beim CEM. Der klangliche Unterschied ist hier aber relativ fein und fällt fast nur bei einem direkten Vergleich auf; ein Mal herausgehört, gefällt der Subwoofer des Concept F aber durchweg durch eine leicht verbesserte Wiedergabe, die sich in einem sauberer gestaffelten Bass äußert.

An die Feinauflösung des Motiv-2-Subwoofers kommt aber auch ein Concept F nicht heran, was wohl an den unterschiedlichen Bauweisen der Subwoofer festzumachen ist. So schlägt sich das Downfire-Prinzip des Concept F-Subwoofers negativ auf das Auflösungsvermögen nieder, verbessert im Gegenzug aber den fühlbaren Anteil des Basses. In dieser Preisklasse ist eine solche Funktionsweise jedoch zu erwarten und keinesfalls besonders kritikwürdig. Zumal das Lautsprechersystem durch diese Eigenschaft in explosiven Filmszenen durchaus an Nachdruck gewinnen kann. Bei Musik dominiert im tieftonalen Bereich aber deutlich das besagte Motiv 2.

Der Tiefgang des Systems ist, ähnlich wie beim Concept E Magnum, in Anbetracht der Größe des Bassboliden ziemlich gut. Immerhin zählt der aktive Subwoofer noch zu den kleinen im Bunde der Heimkino-Subwoofer; im PC-Bereich markiert er hingegen schon fast die Obergrenze.

Ebenfalls recht schnell fällt auf, dass die Satelliten des Concept F erstaunlich stressfrei aufspielen. Bei normalen wie auch gehobenen Pegeln wirkt die Wiedergabe nicht überspitzt; erst wenige Knopfdrücke vom Maximalpegel entfernt beginnen die Höhen der Satelliten deutlich spitzer zu werden, was der Wiedergabe insgesamt einen deutlich schärferen Ton gibt, der schnell lästig wird. Wohlgemerkt gilt dies bei eingestelltem Maximalpegel – einer Einstellung, die nur die Wenigsten ausfahren können, da sie „fernab von Gut und Böse“ liegt. Für die für das Concept F empfohlenen Raumgrößen von 20 bis maximal 25 Quadratmeter (letzteres eher im Verbund mit einem AV-Receiver) ist eine sehr hohe Kinolautstärke jedenfalls stets drin. Hier übertrumpft das Concept F gefühlt auch ein Concept E Magnum, wahrscheinlich aufgrund des erhöhten Wirkungsgrades der Satelliten bei gleicher Leistungsaufnahme.

Da sich die Chassis der Satelliten im Vergleich zum CEM nicht geändert haben, fällt speziell bei Musik einmal mehr auf, dass der Grundtonbereich etwas kraftlos wirkt. Es fehlt der nötige Nachdruck bei männlichem Gesang. Speziell bei Saiteninstrumenten fällt zudem oft ein Loch in der Wiedergabe auf, da hochfrequente Töne noch relativ glaubwürdig und strukturiert wiedergegeben werden können, bei einem Abstieg der Tonleiter aber Saite um Saite Volumen verloren zu gehen scheint, bis irgendwann der Subwoofer recht fix an die Wiedergabe angekoppelt wird. Der Übergang zwischen Satelliten und Subwoofer ist hier deutlich hörbar. Abhängig von der Musikauswahl stört dies mal mehr und mal weniger. Abba und mit einigen Einschränkungen auch Queen sind hier noch relativ passabel anzuhören, da die Feinauflösung im oberen Mittel- und im Hochtonbereich sowie der kraftvolle Bass einiges wett machen können. Speziell bei Apocalyptica (Sateininstrumente en masse) oder auch Deep Purple fällt das Loch im Grundtonbereich aber auf.

Allgemein ist zu sagen, dass dem Concept F Mehrkanalmusik besser steht als es Stereotitel tun. Der zusätzliche Surroundeffekt schafft schlicht mehr Spaß am Hören und verbessert den Klangeindurck etwas. So erzeugt das Teufelsystem eine ziemlich dichte Klangkulisse, bei der kaum Übergänge festzustellen sind – weder zwischen den vorderen und hinteren Kanälen, noch von der linken zur rechten Seite.

Nichtsdestotrotz: Bezogen auf die Größe der Satelliten leistet das Concept F Erstaunliches. Ab und an Musik zu hören ist hier kein Problem. Und will man dies hauptsächlich tun, ist die Investition in solch eine Satelliten-Subwoofer-Kombination prinzipiell fragwürdig. Ein Credo, an dem auch das Concept F nicht zu rütteln vermag.

Filme und Spiele

Bei der Filmtonwiedergabe brilliert das Concept F, das schon einmal vorweg. Ob nun Mission Impossible III, Herr der Ringe oder Master und Commander: Der Surroundeindruck ist, gemessen an den Erwartungen an die kleinen Satelliten, überragend. Der Subwoofer leistet genügend Wumms um hohen Ansprüchen an das Bassfundament zu genügen und Dialoge werden dank des doppelt mit Mitteltönern bestückten Centers glaubwürdg wiedergegeben. Sicher, ein um's andere Mal mag auch in Filmen das letzte Quäntchen Faszination nicht eintreten, weil der Soundtrack gefühlt noch ausgewogener klingen sollte, oder der Subwoofer dann eben doch nicht groß genug ist, um bei einem akustischen Kanonenschuss in Master und Commander auch das Tragwerk des Dachgeschosses einzureißen. Aber für die Preisklasse, für die Größe der Satelliten und gemessen an dem, was manches Konkurrenzprodukt freisetzt, überzeugt das Concept F.

Da überrascht dann auch das Ergebnis im Spieletest nicht mehr. Ob nun Crysis, Supreme Commander oder ein Spiel einer anderen Coleur: Das Concept F ist für so ziemlich alles, was von PC-Boxen verlangt wird, mehr als gerüstet. Mehr noch: So viel Bass und so viel Pegel kann man beim Spielen eigentlich kaum ausreizen, es sei denn, man möchte wirklich, dass einem der Granateneinschlag in virtuellen Welten real das Trommelfell zerreißt. Natürlich ist auch hier der Surroundeindruck sehr gut.

Der Fehlerteufel

Teufels Einsteigersysteme besitzen einige Eigenschaften, die der eine noch als ungünstig, der andere als echtes Problem bezeichnet. Einige davon finden sich auch beim Concept F wieder, andere Unzulänglichkeiten sind hinzugekommen und wieder andere Macken wurden ausgebügelt. In diesem Test soll auch diese Seite der Medaille beleuchtet werden.

Eines der bekanntesten Probleme der Teufel-Systeme (nach unseren Tests zutreffend auf das Concept E Magnum, Concept E, Concept G, Motiv 2 und Concept F) ist die hohe Leistungsaufnahme im Standby-Modus. Bis auf das Concept F besitzen alle genannten Systeme eine Einschaltautomatik, die das Lautsprechersystem ausschaltet, wenn es über einen gewissen Zeitraum nicht mit Klang versorgt wurde. So weit, so gut. Die Leistungsaufnahme aller Systeme liegt allerdings auch dann noch im deutlichen zweistelligen Watt-Bereich. Eine weiterhin vorhandene Aufnahme von Leistung ist zwar logisch und bei jedem Gerät mit Standby-Funktion unabdingbar, in der Höhe fallen die Teufel-Systeme jedoch deutlich negativ aus dem Rahmen. Das Stereosystem Motiv 2 beispielsweise verbraucht im Standby-Zustand gut 15 Watt. Auch das nun getestete Concept F, das sich mit Fernbedienung aus- und einschalten lässt, genehmigt sich gute 20 Watt im Standby. Das Problem an der Sache: Schaltet man die Teufel-Systeme Concept E Magnum, Concept E, Concept G und Motiv 2 über den Netzschalter oder per Steckdosenleiste aus um so Strom zu sparen, verlieren sie ihre Einstellungen für Gesamtlautstärke, Kanallautstärke etc..

Bei jedem Einschalten nach dem Kappen der Stromzufuhr muss das System also neu konfiguriert werden! Die stromsparende Alternative steht de facto nicht zur Verfügung.

Zumindest der Gedächtnisverlust wurde beim Concept F (teilweise) korrigiert: Das System speichert nun die Einstellungen für die Gesamtlautstärke und den Bass, auch dann, wenn es von der Stromzufuhr komplett getrennt wird. Nicht gespeichert werden hingegen Lautstärkeänderungen, die nur einzelne Kanäle betreffen (Verschiebung der Lautstärke auf die linken oder rechten Kanäle). Im Allgemeinen genügt dies, im Speziellen ist aber auch dieses Feature nicht als komplett zu bezeichnen.

Auf Nachfrage teilte Teufel ComputerBase mit, dass man aktuell damit beschäftigt sei, alle Produkte mit einem stromsparenden Netztrafo auszurüsten. Bei einigen Geräten wären die Neuentwicklungen bereits serienreif, bei anderen nicht. Es kann damit für die Zukunft Besserung versprochen werden. Wann konkret diese eintreffen wird, steht jedoch noch nicht fest.

Mit dem hier getesteten Lautsprechersystem tritt, so diverse Internetforen (Thread im ComputerBase-Forum [16]), zudem ein weiteres Problem auf: Der Subwoofer des Systems soll sich nach einiger Betriebszeit in einem Dauerknacksen verlieren. Das Problem ist Teufel bekannt und betreffe nur frühere Chargen des Concept F, so der Hersteller gegenüber ComputerBase. Inzwischen seien die Ursachen des Defekts – laut Hersteller gab es Probleme mit einem Operationsverstärker und einer Diode – aber behoben worden.

Fazit

Wie schlägt sich nun also das Concept F? Diese Frage ist für sich allein genommen recht leicht zu beantworten, denn das Concept F ist für diese Preisklasse in fast allen Belangen sehr gut. Viel bohrender ist aber die Frage nach dem wirklichen Mehrwert gegenüber dem Concept E Magnum, welches in der Vergangenheit die Spitzenpostion im ComputerBase-Vergleichstest [17] ergatterte. Teufel selbst muss jedenfalls einen Mehrwert in dem Concept F sehen, kommt doch der Preisunterschied von 70 Euro nicht einfach so und das schiere Vorhandensein zweier so ähnlicher Systeme nicht aus Jux zu Stande. Und tatsächlich: Das Concept F bietet zwei zusätzliche Stereoeingänge, eine deutlich umfangreichere Fernbedienung, einen höheren Maximalpegel, einen überarbeiteten Subwoofer mit neuem Innenaufbau (zu sehen an dem veränderten Bassreflex-Kanal) sowie ein eleganteres Äußeres mit sehr guter Verarbeitung (für die anvisierte Preisklasse).

Und der Klang? Der ist dem des CEM natürlich mindestens ebenbürtig, mitunter sogar überlegen. Das Concept F ist eben doch das bessere Concept E Magnum, hat es aber als Quasi-CEM² schwer, sich deutlich vom Kassenschlager abzusetzen. Es fehlt bei einem direkten Vergleich das KO-Kriterium, das gänzlich für das Concept F spricht. Es gibt keinen deutlichen Vorteil, aber eben auch keine Nachteile.

Concept F
Concept F

Schlussendlich ist das Concept F ein Kompromiss, eine Fusion aus CEM Digital und dem normalen Concept E Magnum mit durchaus gefälligem Ergebnis: Wer mehr Anschlüsse braucht, als ein normales Concept E Magnum bieten kann, wer die anthrazite Optik des Concept F besser in den Wohnraum zu integrieren vermag, oder wer einfach nur bequemer auf die verschiedenen Funktionen per Fernbedienung zugreifen will, der ist mit dem Concept F womöglich besser bedient. Was zählt, ist, wie viele der zahlreichen kleinen Vorteile für den Kunden relevant sind und ob sie in der Summe 70 Euro (90 Euro, zählt man die ebenfalls noch zu kaufenden Kabel hinzu) wert sind.

Nicht vergessen sollte man bei der Entscheidung aber auch die kleinen Unzulänglichkeiten wie den hohen Standby-Verbrauch und den – unter Vorbehalt – möglichen Ausfall des Subwoofers beim Concept F, sofern es sich noch um ein Exemplar der ersten Stunde handelt. Das etablierte Concept E Magnum in der Power Edition ist mittlerweile größtenteils fehlerfrei und für Käufer, die gerne auf der sicheren Seite stehen, womöglich auch deswegen die bessere Empfehlung. Empfehlenswert ist das Teufel Concept F schlussendlich dennoch. Für wen, das lässt sich pauschal aber nicht sagen.

Empfehlung (02/08)
Empfehlung (02/08)

Schlussbemerkung

Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem Freund gehobener Audiowiedergabe am PC dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprechersystem zu finden und dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_cem_pe_logitech_z-5450_digital/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_logitech_g51/
  3. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_motiv_2/
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_cem_pe_logitech_z-5450_digital/1/
  5. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2006/test_creative_sound_blaster_x-fi/
  6. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2005/test_12_gamer-headsets_alltagstest/
  7. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2005/test_sieben_soundsysteme_21_71/
  8. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2004/test_kopfhoerer_soundcheck/
  9. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2004/test_speaker_soundcheck_bass_ende/
  10. http://www.teufel.de/de/PC-Systeme/Concept-F.cfm?show=text
  11. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a274838.html
  12. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a161230.html
  13. http://teufel.de/de/Multimedia/s_1322.cfm?lcom=8
  14. http://animusic.com/downloads.html
  15. http://www.fairaudio.de/lexikon-b.html#Bandpass-Lautsprecher
  16. http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=318623
  17. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_cem_pe_logitech_z-5450_digital/
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