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Test: Teufel Motiv 5

von Jirko Alex

Einleitung

Teufel hat das vergangene Jahr genutzt und einen ordentlichen Hausputz durchgeführt. Bei den PC-Lautsprechern des Hersteller blieben in Folge dessen nur fünf Soundsysteme übrig. Zwei davon gehören der Motiv-Serie an und bilden zweifelsohne die Speerspitze im Multimediasegment des Berliner Direktversenders. Das zeigt sich nicht nur am Preis, der bei mindestens 299 Euro für das Motiv 2 bis hinauf auf 499 Euro für das Motiv 5 (ohne Kabel und optionale Decoderbox) liegt, sondern auch an unserem Testergebnis des letzten Jahres. Bereits damals konnte das neue weiße 2.1-System [1] bis dato unerreichte Bestnoten einheimsen. Bis heute wurde dieser Maßstab nicht erschüttert, wenngleich das zwischenzeitlich getestete Razer Mako [2] durchaus ein harter Konkurrent ist.

Teufel Motiv 5
Teufel Motiv 5

Obwohl das heute getestete Motiv 5 in seinen Grundzügen eng mit dem Motiv 2 verwandt ist, bietet es doch dezente, aber sinnvolle Änderungen und muss sich zudem in einem neuen Kontext schlagen. Der Grundpreis von beinahe 500 Euro dürfte es dem Set nämlich nicht gerade leichter machen, jede denkbare Konkurrenz an die Wand zu spielen. Für einen ähnlichen Preis erhält man bereits ausgewachsene Standboxen samt Verstärker, für deutlich weniger geht gar die PC-Konkurrenz von Creative und Logitech und auch Teufel selbst ans Werk. Bleibt da überhaupt eine Lücke für das 5.1-Ensemble aus Berlin?

Der folgende Test soll genau das klären und das Motiv 5 auf Herz und Nieren prüfen.

Vorbetrachtung

Testsystem

Alle getesteten Lautsprecher werden an eine Creative X-Fi Platinum angeschlossen; als Betriebssystem kommt Windows Vista zum Einsatz. Aufgrund der höheren Stabilität werden Youp-Pax-Treiber für die Soundkarte verwendet. Als Abspielsoftware wird auf PowerDVD 7 sowie den Windows Media Player zurückgegriffen. Equalizer-Einstellungen oder Upmix-Modi werden gänzlich deaktiviert, so nicht anders beschrieben!

Bisher getestete Lautsprechersysteme:

* Die markierten Lautsprecher standen auch für den aktuellen Test noch zur Verfügung. Auf einen direkten Vergleich mit den anderen aufgelisteten (und nicht mit einem * markierten) Lautsprechersystemen muss verzichtet werden.

Testumgebung

Beim Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung einer 5.1- beziehungsweise 2.1-Lautsprecherkombination vorgenommen. Der Subwoofer fand dabei rechts vom Hörer seinen Platz und besaß zu jeder Wand mindestens einen Meter Abstand. Die Satelliten wurden auf den Hörer ausgerichtet.

Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz. Einen Stammplatz in dieser Liste genießen die folgenden Tonträger:

+ Auflistung der verwendeten Tonträger
Film-DVDs
Film-DVDs
  • Film-DVDs
    • Krieg der Welten
    • Master and Commander
    • Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
    • Last Samurai
    • House of the Flying Daggers
    • Mission Impossible 3
    • Matrix


Spiele-DVDs
Spiele-DVDs
  • PC-Spiele
    • World in Conflict
    • Call of Duty 2
    • Battlefield 2
    • Overlord
    • Half Life 2
    • Command & Conquer 3: Tiberium Wars
    • Crysis
    • Supreme Commander: Forged Alliance


Musik-DVDs
Musik-DVDs
  • Musik-DVDs
    • Queen – Greatest Video Hits 1 (dts 5.1, Stereo)
    • Queen – Greatest Video Hits 2 (dts 5.1, Stereo)
    • Eagles – hell freezes over (dts-5.1, DolbyDigital 5.1, Stereo)
    • Abba – 16 Hits (Dolby Digital-Tonspur – 2 Kanäle!)
    • Animusic 2 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
      • Animusic-Beispiele können in voller Länge und in HD-Qualität von der offiziellen Internetseite [9] heruntergeladen werden!
    • Pink Floyd – Pulse (Dolby Digital 5.1, Stereo)
    • In Extremo – live 2002 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
    • HIM – Love Metal Archives Vol. 1 (Stereo)
    • Apocalyptica – The Life Burns Tour (Dolby Digital 5.1, dts 5.1, Stereo)


Technische Daten

Der Vollständigkeit halber seien ein weiteres Mal die technischen Eckdaten des Testprobanden angeführt. Es ist zu beachten, dass diese zumeist sehr dehnbar sind und per se nicht viel über den Klangeindruck aussagen. Der persönliche Klangeindruck sollte stets entscheiden, nicht die größte Wunschzahl der Werbemaschinerie.

Technische Daten
Teufel Motiv 5 Teufel Motiv 2 Razer Mako
Teufel Motiv 5
Teufel Motiv 5
Teufel Motiv 2
Teufel Motiv 2
Razer Mako
Razer Mako
Ausgangsleistung 300 Watt Sinus 200 Watt Sinus 300 Watt RMS
Kanäle 5.1 2.1 2.1
Leistung
Satelliten
40 Watt Sinus pro Kanal 50 Watt Sinus pro Kanal 100 Watt Sinus pro Kanal*
Leistung
Subwoofer
100 Watt Sinus 100 Watt Sinus 100 Watt RMS*
Eingänge 3x Stereo-Cinch 2x Klinke
1x Stereo-Cinch
2x Klinke**
1x Stereo-Cinch
Pegelsteuerung Fernbedienung
Software
via Subwoofer
Fernbedienung
Software
via Subwoofer
Software
Kabelfernbedienung
Besonderheiten Design
Fernbedienung
Design
Fernbedienung
Design
Kabelfernbedienung
Class-HD-Verstärker
Groundslot Bauweise
Listenpreis 499 Euro [10] 299 Euro [11] ab rund 350,- Euro [12]
* Das Razer Mako besitzt streng genommen keine festgelegte Leistung für jeden Kanal. Die
eingebauten Endstufen können die bereitgestellte Leistung den gegebenen Anforderungen
(Art der Quelle, Lautstärke) anpassen.

Die Angaben beziehen sich auf den regulären Wert.
** Einer der beiden Klinkeneingänge befindet sich direkt am Controlpod. Dieser Eingang
wird immer wiedergegeben, wenn er belegt wird. Die restlichen Eingänge befinden
sich am Subwoofer.

Das Teufel Motiv 5 gleicht größtenteils dem Motiv 2. Die Satelliten des Systems sind identisch, der Subwoofer unterscheidet sich jedoch in seiner Form. Die Gesamtleistung des Systems ist von 200 auf 300 Watt Sinus gestiegen, was auch bedingt, dass jedem Satellit nunmehr eine geringere Leistungsaufnahme zusteht. Die passiven Lautsprecher sind dabei jedoch ebenso belastbar wie ihre Vorgänger – kurzzeitig sollen deshalb von jedem Satellit bis zu 100 Watt ertragen werden können.

Die Formänderung des Subwoofers dürfte nur optisch ausschlaggebend sein. Eine klangliche Änderung ist eher nicht zu erwarten, da der gewonnene Platz den zusätzlichen Endstufen sowie einer praktischeren Platzierung der Steuerelemente zugute gekommen sein dürfte.

Detailbetrachtung

Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt, auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen die optischen Reize beistehen. Auch das neue Teufel Motiv 5 muss sich in dieser Disziplin einer eingehenden Prüfung unterziehen.

Teufel Motiv 5

Teufels Motiv 5 setzt auf fünf gleichartig geformte Satelliten. Der Center-Lautsprecher fällt aus diesem Grunde etwas aus dem üblichen Rahmen, bei dem er für gewöhnlich hingelegt wird, was bei diesem Soundsystem nicht möglich ist. Dafür weisen aber alle Lautsprecher eine identische Klangcharakteristik auf.

Satellit Frontale
Satellit Frontale
Satellit Rückansicht
Satellit Rückansicht
Satellit Unterseite
Satellit Unterseite
Schraubklemmen der Satelliten
Schraubklemmen der Satelliten
Datailansicht Satellit
Datailansicht Satellit

Das Set kommt ausschließlich in schwarzer Klavierlack-Optik daher. Eine weiße Ausführung, wie sie beim Motiv 2 wählbar ist, wird nicht angeboten. Die Verarbeitung des Systems ist aber auch bei Teufels 5.1-Version überwiegend (und in der Regel) tadellos – bei unserem Testmuster stimmte die Einpassung des Steuerelements am Subwoofer in einer Ecke leider nicht. Der Lack wurde gleichmäßig aufgetragen, die Ecken des Subwoofers sind allesamt abgerundet und die Satelliten wirken wie aus einem Guss. So schließt das Schutzgitter der Satelliten bündig mit der Gehäuserückseite ab. Auf dieser finden sich einmal mehr hochwertige Schraubklemmen für die Lautsprecherkabel wieder, die auch vergleichsweise große Querschnitte erlauben. Die vergoldeten Schraubverschlüsse wurden leicht im Gehäuse versenkt, was die Befestigung der Satelliten an der Wand vereinfacht. Diesen Luxus findet man aber bereits auf der Rückseite des Subwoofers nicht mehr. Der Tieftonexperte setzt auf einfache Klemmanschlüsse, wie sie auch bei der deutlich günstigeren Concept-Serie vorkommen. Das Motiv 2 bot hier mehr, wenngleich auch dessen Subwoofer nicht über vergoldete Schraubklemmen verfügt, sondern auf einfachere Schraubanschlüsse setzt.

Überhaupt finden sich die deutlichsten optischen Unterschiede zum Stereo-Bruder auf der Rückseite des Subwoofers wieder. So verfügt das Motiv 5 über einen mächtigen Lamellenkühlkörper, der mit dem Subwoofer in die Höhe gewachsen ist. Neben dem Netzschalter sowie jeweils einem Schalter für die Einschaltautomatik und die Phase findet sich nun auch eine Umstellmöglichkeit zwischen der „Bypass“- und „Sub“-Funktion des Subwoofers. Diese Funktion erlaubt es, dem Subwoofer mitzuteilen, ob die Crossover-Frequenz durch den Zuspieler konfiguriert wurde. Die Crossover-Frequenz legt dabei den Übergang zwischen dem Subwoofer und den Satelliten fest. Wird sie beispielsweise über die Software der Soundkarte geregelt, leitet diese nur den Ton unterhalb der eingestellten Frequenz zum Subwoofer und schließt diesen dann sanft an die Satelliten an. Soll der Subwoofer diese Verteilung selbstständig übernehmen, was insbesondere dann der Fall sein sollte, wenn nur eine Stereoquelle an das System angeschlossen wird und somit per Definition keine Daten über den dedizierten Subwoofer-Kanal fließen, dann muss der Kippschalter auf die „Sub“-Stellung gelegt werden. Andernfalls werden mit der „Bypass“-Stellung die Vorgaben des Zuspielers umgesetzt.

Gesamtansicht Subwoofer
Gesamtansicht Subwoofer
Unterseite Subwoofer
Unterseite Subwoofer
Standfuß des Subwoofers
Standfuß des Subwoofers
Steuereinheit mit Infrarotempfänger
Steuereinheit mit Infrarotempfänger
Rückseite des Motiv-5-Subwoofers
Rückseite des Motiv-5-Subwoofers

Der Subwoofer weist lediglich sechs Cinch-Eingänge für den Anschluss analoger Mehrkanalquellen auf. Das Motiv 2 bot hier insgesamt drei verschiedene Stereoeingänge, zwischen denen im Betrieb gewechselt werden konnte. Dass dieser Komfort beim Motiv 5 fehlt, ist bedauerlich, kostet die zusätzlich erwerbbare Decoderbox 3 doch 130 Euro (100 Euro bei Erwerb des Motiv 5 Digital) mehr. Einen Vorteil gegenüber dem Motiv 2 stellt hingegen das Steuerelement auf der Vorderseite des Subwoofers des Motiv 5 dar. Bemängelten wir noch bei der 2.1-Version des Systems, dass die Fernbedienung eine zu geringe Reichweite aufweise, da stets auf die Oberseite des Tieftöners gezielt werden müsse, ist diese Problem nunmehr behoben. Mit dem Infrarotempfänger auf der Vorderseite des Subwoofers lässt sich das Motiv 5 ähnlich gut steuern wie die Concept-Serie. Mit der beiliegenden Fernbedienung muss aber weiterhin relativ genau auf die Empfangseinheit gezielt werden.

Fernbedienung Teufel Motiv 5
Fernbedienung Teufel Motiv 5
Fernbedienungen von links nach rechts: Concept F, Motiv 2, Motiv 5
Fernbedienungen von links nach rechts: Concept F, Motiv 2, Motiv 5

Die Fernbedienung selbst besticht dabei nicht gerade durch qualitative Überraschungen. Sie ist mit ihren vier Knöpfen sogar noch schlichter gestaltet als die des Motiv 2 – hier konnte man noch den Eingang per Funksteuerung auswählen – und bietet überdies deutlich weniger Funktionen als die Fernbedienung des Concept F. Alle Kanäle müssen einzeln durchgeschaltet werden, die Lautstärkeänderung einer Seite (rechts oder links) ist mit einem Tastendruck ebenfalls nicht möglich. Lediglich die Gesamtlautstärke sowie die Stummschaltung können direkt gesteuert werden. Wer das Teufel Motiv 5 nutzt, sollte den Großteil der Konfiguration also besser schon über den Zuspieler regeln können.

Das Tieftonchassis des Subwoofers ist auch beim Motiv 5 nicht abgedeckt. Der Basstreiber liegt somit offen und ist ungeschützt. Zwar handelt es sich um einen relativ robusten Zellulose-Treiber, ein versehentlicher Tritt sollte aber vermieden werden. Anders bei den Satelliten: Diese wirken äußerst robust, obwohl ihr Gehäuse „nur“ aus Hartplastik besteht. Das Abdeckgitter besteht aus Aluminium und ist damit ebenfalls stoßresistent. Trotz der relativ geringen Größe bringen es die eierförmigen Lautsprecher auf ein stattliches Gewicht von etwas über einem Kilogramm. Die Satelliten klappern nicht und geben insgesamt keinen Grund zur Klage.

Klangeindrücke

Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter des getesteten Soundsystems vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Er sollte nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.

Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen, allen voran dem Teufel Concept E Magnum, dem Concept F sowie dem Motiv 2, gezogen werden. Speziell das Motiv 2, auf Basis dessen das hier begutachtete 5.1-System entwickelt worden ist, stellt somit eine besondere Basis für einen Vergleich dar. Interessant ist überdies aber auch der Vergleich zu den nicht einmal halb so teuren Mehrkanalsystemen aus Teufels Labor. Was unterscheidet das Motiv 5 von der Concept-Serie und lohnt sich daher der (deutliche) Aufpreis?

Musik

Der Musikparcours beherbergt stets eine recht wild zusammengewürfelte Auswahl verschiedener Musik-DVDs, die mal mit PCM-Stereo- und mal mit Dolby-Digital- oder DTS-Ton daher kommen. Auf diese Weise ist es möglich, die Lautsprecher sowohl in einer reinen Stereokonstellation auszutesten als auch den zusätzlichen Ambient-Effekt bei Mehrkanalton wirken zu lassen. An die Stereowiedergabe wird mindestens die Erwartung gestellt, die sich aus dem Motiv 2 ergibt – also eine hohe. Da die Satelliten identisch sind und der Subwoofer (bis auf optische Änderungen) klanglich gleichwertig ist, wird man in diesem Belang auch keinesfalls enttäuscht. Das Motiv 5 macht bereits bei der 2.1-Wiedergabe eine sehr gute Figur. Der Übergang zwischen den Satelliten und dem Subwoofer gelingt äußerst flüssig und ohne eine merkliche Klangdelle. Wer hier jedoch zu sehr am Pegel des Tieftonexperten dreht, stellt diesen leicht zu dominant oder zurückhaltend ein, weshalb vor allem die kritische Musikwiedergabe unter so einer Leichtsinnigkeit leiden kann.

Wäre das Motiv 5 ein Stereosystem für den Preis von 500 Euro, so müsste man konstatieren, dass vor allem die Satelliten nicht an die Wiedergabebrillanz von ebenso teuren Lautsprechern herankommen. Es fehlt ein Quäntchen Mitteltondynamik, das vor allem Gesang deutlicher aus der Wiedergabe heraus schält. Einige Passagen wirken zu charakterlos, weil sie zwar wie aus einem Guss wirken, aber doch den letzten Kick an Authentizität vermissen lassen. Das Klangbild ist in sich geschlossen, aber wirkt in Teilen eben doch noch wie aus einem Lautsprecher. Überdies ergibt sich ein gutes Bühnenbild auch bei Stereoton, aber kein überragendes. Die Platzierung einzelner Instrumente auf der Klangbühne ist nicht exakt genug, um hier mit geschlossenem Auge einen Lageplan zeichnen zu können. Anders verhalten sich die Qualitäten des Subwoofers: Dieser ist wohl den allermeisten reinen Stereosystemen zu einem Preis des Motiv 5 überlegen. Er spielt sehr dynamisch auf, ohne dabei zu sehr Effektlautsprecher sein zu wollen. Der Bass wirkt knackig, wohl dosiert und erstaunlich erwachsen für die dann doch noch vergleichsweise moderate Größe des Subwoofers.

Da es sich bei dem Motiv 5 aber tatsächlich um ein vollwertiges 5.1-System handelt, spielt es den Trumpf auch erst bei der Wiedergabe von Mehrkanalton aus. Selbst Musik wirkt, so sie für sechs Kanäle vorliegt, noch einmal um einiges überzeugender. Konnte hier das Motiv 2 noch durch eine – der Preisklasse entsprechenden – sehr guten Wiedergabe glänzen, die aber auf die reine Wiedergabe von vorne beschränkt war, so scheiterte es bei anderen 5.1-Systemen nicht an der Zahl der Lautsprecher, sondern deren Klang. Weder ein Concept E Magnum PE noch ein Concept F sind fähig, ein derart – auch nach hinten – geschlossenes Bild bei der Wiedergabe zu erzeugen, das rundum gleichmäßig wirkt. Vor allem die identische Ausführung aller fünf Satelliten trägt hier Früchte, denn die perfekte Homogenität ist heraus zu hören. Überdies punktet das Motiv 5 gegenüber Teufels Concept-Systemen durch eine authentischere Wiedergabe vom unteren bis zum oberen Ende der Übertragungsfrequenz. Alles wirkt auf dem kleinen Schwarzen runder, satter und weniger aufgesetzt. Hört man auf einem günstigeren PC-System vor allem die Betonung effektvoller Frequenzbereiche wie des Tieftons und der Höhen, so verkneift sich das Motiv 5 diese Attitüde weitgehend. Statt einer Badewannen-Abstimmung erwartet den Hörer also Neutralität, sofern dies die Boxen ermöglichen können.

Filme und Spiele

Bei der Wiedergabe von Film- und Spieleton fühlt sich das Motiv 5 hörbar wohl. Abermals fällt ein – gegenüber günstigeren Mehrkanalsystemen – deutlich satterer Klang auf, der den kleinen Satelliten gar nicht zuzutrauen ist. Stimmen und Effekte wirken glaubhaft und nicht nasal, wie man es von PC-Systemen oft gewohnt ist. Der im Vergleich zur Musikwiedergabe eher unkritische Filmton gewinnt durch Teufels Ensemble überzeugend an Dynamik und Ausgewogenheit. Stimmen kommen glaubhafter als bei günstigeren Systemen über die Lautsprecher, Effekte wirken geschlossen und der Subwoofer macht gehörig Dampf. Zwar ist er den Tieftonexperten des Concept E Magnum oder Concept F nicht überlegen, was Tiefgang und Druck angeht, durch die Abstimmung kann er jedoch deutlich Punkte sammeln. So gliedert sich der Tieftöner sanft an den Mitteltonbereich an. Er trägt nur selten zu dick auf und spielt bis in unerwartete Tiefen des Frequenzkellers. Dabei ist selten ein Wabern oder Nachschwingen des Basses auszumachen, weshalb die teuflische Kraftzentrale erwachsener scheint als die günstigeren Systeme aus gleichem Hause.

In den allermeisten Situationen reichen die Pegelreserven und der Tiefgang des Subwoofers mehr als aus. Nahe der Obergrenze können extreme Ansprüche jedoch die Grenzen des Systems aufzeigen: So vermag es der Subwoofer nicht, den Aufstieg des Tripods in „Krieg der Welten“ bei maximalen Pegel noch mit einem brachialen Tiefgang zu unterlegen. Der Treiber kommt hierbei sichtlich ins Schwitzen, übersteuert allerdings nicht übermäßig stark. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Aufmarsch der Olifanten im dritten Teil der „Herr der Ringe“-Trilogie. Man fühlt zweifellos, mit welcher Macht der Auftritt der Dickhäuter akustisch untermalt werden soll, für die perfekte Darstellung fehlt es dem Subwoofer jedoch an Größe, Volumen und Leistung.

Gemessen an dem Preis leistet das gesamte System hier aber erstaunlich viel, was zu guter Letzt auch jeden Spieler zufrieden stellen dürfte. Die Ausführung des Motiv 5 als 5.1-System erfüllt hierbei diejenigen Wünsche, die mit dem Motiv 2 unerfüllt bleiben mussten: Ein kraftvoller Subwoofer wird mit gut klingenden Satelliten in für Mehrkanalton ansprechender Zahl gebündelt. Es dürfte kaum möglich sein, das Motiv 5 mit Videospielen zu überfordern und mit ihm keinen Spaß zu haben.

Fazit

500 Euro sind ein ziemlicher Zapfen Geld, der nicht am nächsten Baum wächst. Was also spricht zu diesem Preis für das Teufel Motiv 5, das trotz aller Qualitäten ein System irgendwo zwischen PC-Lautsprechern und Einsteiger-Heimkino-Boxen ist? Ohne Zweifel klar ist, dass das Lautsprechersystem des Berliner Herstellers die Krone im hauseigenen PC-Segment trägt. Es erfüllt gehobenere Ansprüche sowohl an den Klang von Musik als auch an Filmton. Hierbei sticht vor allem die sanfte Ankopplung des Subwoofers an die Satelliten hervor, die für einen harmonischen Gesamteindruck sorgt. Die Satelliten sind gerade so viel größer, um sich klanglich von denen eines Concept E Magnum abzusetzen. Hier gefällt vor allem das gewachsene Mitteltonchassis, das für einen kräftigeren und weniger nasalen Klang sorgt. Schon dem Motiv 2 konnten wir daher gute musikalische Fähigkeiten attestieren. Es fällt mit knapp 300 Euro aber auch deutlich günstiger aus als das 5.1-Ensemble.

Teufel Motiv 5
Teufel Motiv 5

Hier ist dann auch das erste Haar in der Suppe zu suchen: Will man lediglich musikalisch brauchbare Lautsprecher, so ist das Motiv 2 eine dem Preis entsprechend hervorragende Alternative. Das Motiv 5 ist hingegen gleich teuren Stereosystemen unterlegen. Es kann durchaus mit soliden Kompaktboxen mithalten, für 500 Euro erhält man jedoch bereits günstige Standboxen nebst Verstärker, die den Musikliebhaber wohl zufriedener stellen. Interessiert man sich jedoch für einen kleinen Allrounder, der sowohl Musik- als auch Filmton ansprechend wiedergibt, so ist das Teufel Motiv 5 ein gewichtiger Mitspieler. Sechs Lautsprecher für 500 Euro sind schwer zu bekommen, wenn sie so rund und pegelfest aufspielen sollen wie das Motiv 5.

Vor allem dem Subwoofer ist hierbei schwer beizukommen: Tiefgang, Druck und Pegel stimmen in der Preisklasse. Darüber hinaus geht er beherrscht und akzentuiert zu Werke, was es schwer macht, dem Motiv 5 tieftonal ein Schnippchen zu schlagen. Bei der Musikwiedergabe ist dieser Aspekt größtenteils zu vernachlässigen, in bombastischen Spiel- und Filmszenen kompensiert das Berliner Set aber, was etwaige Konkurrenz bei gleichem Preis besser machen könnte. Der Sieg nach Punkten geht daher insgesamt an einen Allrounder wie den schwarzen Teufel. In einer Disziplin wie der Musikwiedergabe sollte sich der geneigte Käufer aber, so der Schwerpunkt darauf liegt, auch über Alternativen informieren.

Für einen echten Allrounder, wie es das Motiv 5 einer sein will, fehlt es dem Berliner Lautsprecherset leider an mehreren Eingängen. Hierbei könnte man noch verzeihen, dass das Mehrkanalsystem über keinen integrierten Decoder nebst digitalen Eingängen verfügt. Da aber bereits deutlich günstigere Systeme wie das Concept F und auch das Motiv 2 zusätzliche Stereoeingänge bieten, fällt der Mangel beim Motiv 5 umso schwerer ins Gewicht. Auch der Fernbedienung sieht man nicht an, dass mit ihr ein komplettes 5.1-System gesteuert werden kann. Vergleicht man ihren Funktionsumfang überdies mit dem der Concept-F-Fernbedienung, kann man sich mit der handlichen Steuereinheit des Motiv 5 nicht zufrieden geben.

Das ist durchaus schade, da es diese Kleinigkeiten sind, die das Motiv 5 für den einen oder anderen Käufer deutlich abwerten könnten. Vieles wird zwar mit der zusätzlichen Decoderstation 3 aufgefangen, die mehr Eingänge und auch eine umfangreiche Fernbedienung bietet, aber auch mit mindestens 100 Euro mehr zu Buche schlägt. Ein Teil dieser Mehrausstattung täte dem teuersten PC-Set aus dem Hause Teufel daher gut. So stimmt zwar der Klang, aber in letzter Konsequenz nicht das Gesamtpaket, weswegen ein ComputerBase-Award letztendlich haarscharf verfehlt wird.

Schlussbemerkung

Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_motiv_2/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_razer_mako/6/#abschnitt_fazit
  3. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_razer_mako/#abschnitt_einleitung
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_teufel_concept_f/
  5. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_logitech_g51/
  6. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_motiv_2/
  7. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_cem_pe_logitech_z-5450_digital/3/#abschnitt_logitech_z%205450_digital
  8. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_cem_pe_logitech_z-5450_digital/4/#abschnitt_teufel_concept_e_magnum_pe
  9. http://animusic.com/downloads.html
  10. http://www.teufel.de/de/PC-Systeme/Motiv-5.cfm?show=text
  11. http://teufel.de/de/iTeufel/Motiv-2.cfm?show=text
  12. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a284213.html
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