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Test: Edifier S330D und S530D

von Jirko Alex

Einleitung

Edifier fasst hierzulande erst langsam Fuß, hinterlässt dabei aber durchaus große Abdrücke, die von so manchem etablierten Konkurrenten nicht ausgefüllt werden können. Die Chinesen berufen sich dabei auf ihr umfassendes Know How. Trotz der jungen Marke „Edifier“ fertigt der Hersteller nämlich bereits seit Jahren Lautsprecher etwa für Logitech, weswegen man sich nicht nur im Bereich der PC-Lautsprechersysteme gut auskennt. Auf gerade diesen Bereich wollen wir uns aber auch heute wieder konzentrieren, weshalb nach den Ausflügen in den Bereich der Schnittstellen-Lautsprecher zwischen Wohnzimmer und PC – den Edifier S2000 [1] –, den Tests der hifideleren Nubert nuBox 311 [2] sowie einiger Nahfeldmonitore von ESI [3] nun wieder reine PC-Boxen im Testlabor stehen.

Edifier S530
Edifier S530

Im Vergleich mit den bisher getesteten Edifier-Soundsystemen, die zwar ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis boten, insgesamt aber nicht in der moderaten Preisklasse angesiedelt waren, sind dieses Mal Vertreter aus der 100-Euro-Klasse mit leichten Abweichungen nach oben und unten vertreten. Aus diesem Grunde geben sowohl das Edifier S530D [4] für etwa 138 Euro als auch das Edifier S330D [5] für etwa 88 Euro heute ihren Einstand auf ComputerBase. Ob die gewohnte Qualität wohl dem Preisdruck geopfert werden musste?

Edifier S330
Edifier S330

Fest steht, dass es sich Edifier bereits mit der hauseigenen Konkurrenz nicht leicht macht. Würden die beiden günstigen Systeme auch nur in das Maß der Mittelmäßigkeit abfallen, wären sie am Markt eigentlich überflüssig, da gerade dieses Preissegment gut besetzt ist. Die folgenden Seiten dürften also sehr interessant werden, um die Claims abzustecken.

Vorbetrachtung

Testsystem

Da die beiden getesteten Edifier-Systeme – löblicherweise – einmal mehr sowohl über digitale als auch analoge Eingänge verfügen, werden auch alle Anschlussmöglichkeiten ausprobiert und hinsichtlich ihrer Klangeigenschaften untersucht. Als Standardeingang fungieren hingegen die Stereo-Cinch-Eingänge, da die analoge Anschlussweise von jedem Mainboard und jeder Soundkarte unterstützt werden dürfte. Für den hiesigen Test wird auf eine Creative X-Fi Platinum zurückgegriffen, die sowohl analoge Klinkenausgänge als auch optische und koaxiale Digitalanschlüsse bietet. Darüber hinaus erfolgte ein Gegentest mittels eines AV-Receivers von Onkyo, der ebenfalls alle Anschlussmöglichkeiten bietet, die Edifier bei den Systemen S530D und S330D auffährt.

Auf Equalizer-Einstellungen, Upmix-Modi und andere Zusatzprogramme wurde verzichtet, um eine vergleichbare Plattform für alle Lautsprecher zu schaffen.

Bisher getestete Lautsprechersysteme:

Testumgebung

Beim Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung vorgenommen.

Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz. Neben den im folgenden aufgelisteten Quellen werden auch Blu-ray-Disks und MP3-Dateien verschiedener Qualität verwendet. Auf eine Auflistung aller verwendeten Titel wird aus Platzgründen verzichtet.

Detailbetrachtung

Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt, auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen die optischen Reize beistehen. Auch das hier getestete Lautsprechersystem von Edifier muss sich einer genaueren optischen Überprüfung hingeben.

Edifier S530D

Das Edifier S530D greift auf einige von Edifier bekannte Komponenten zurück, was in dieser Preisklasse sehr viel in Aussicht stellt. So sind die diesmal in weiß gehaltenen Satelliten identisch zu denen des bereits getesteten Edifier S730D [8] und des Edifier S550 [7]. Beide Systeme bestachen bereits durch einen in ihrer Preisklasse mehr als gewohnt glaubwürdigen und nicht aufgedickten Klang. Auch die Kabelfernbedienung entspricht dem bereits bekannten Modell, weshalb über einen Drehregler sowie zwei Tasten abermals alle Funktionen des Soundsystems gesteuert werden können. Die dabei anfallenden Informationen werden über ein blau beleuchtetes Display wiedergegeben, das allerdings sehr schlicht gehalten ist.

Edifier S530D
Edifier S530D
Satelliten mit abnehmbarer Frontabdeckung
Satelliten mit abnehmbarer Frontabdeckung
Gute Einpassung der Chassis
Gute Einpassung der Chassis
gleichmäßiger Abstand des Stoffrahmens zum Gehäuse
gleichmäßiger Abstand des Stoffrahmens zum Gehäuse
Metallstifte für den Stoffrahmen
Metallstifte für den Stoffrahmen

Vergleichsweise große Satelliten beim Edifier S530D
Vergleichsweise große Satelliten beim Edifier S530D
Klemmanschlüsse und Befestigungsmöglichkeit
Klemmanschlüsse und Befestigungsmöglichkeit

Neben der Kabelfernbedienung gibt es auch eine Funkfernbedienung, die im Gegensatz zu bereits getesteten Edifier-Systemen allerdings sehr spartanisch ausfällt. Über sie können nur ein Bruchteil der Funktionen gesteuert werden. So erlaubt sie das Ein- und Ausschalten des Systems sowie die Lautstärkeregelung nebst dedizierte Stumm-Taste. Darüber hinaus lässt sich das Edifier S530D jedoch viel feiner einstellen. So können über die Kabelfernbedienung auch die Bass-Lautstärke allgemein, die Subwoofer-Lautstärke, die Balance, die Höhenbetonung sowie die Helligkeit des Displays der Kabelfernbedienung konfiguriert werden. Bis auf die letztere Funktion, die tatsächlich nicht auf einer Funkfernbedienung untergebracht werden muss, hätte der Rest dieser Optionen der Funkfernbedienung gut getan. So verkommt sie beinahe zu einem Placebo – schade.

Kabelfernbedienung des Edifier S530D
Kabelfernbedienung des Edifier S530D

Überaus erfreut kann man hingegen über die Anschlussvielfalt des Edifier S530D sein. Ebenso wie beim S730D weist auch dieses Mal das Kürzel „D“ am Ende der Produktbezeichnung auf verfügbare digitale Eingänge hin. Neben einem digitalen Koaxialeingang bietet das 2.1-Lautsprechersystem daher auch einen optischen Digitaleingang – und das Ganze zusätzlich zu den zwei Stereo-Cinch-Eingängen, die sich ebenfalls auf der Rückseite des Subwoofers finden. Damit bietet Edifier erneut eine Anschlussvielfalt, die ihresgleichen sucht und angesichts der Preisklasse nur an Attraktivität gewinnt.

Subwoofer des Edifier S530D
Subwoofer des Edifier S530D
Schriftzug an der Oberseite der Subwoofer-Front
Schriftzug an der Oberseite der Subwoofer-Front
Gute Kantenverarbeitung beim Subwoofer
Gute Kantenverarbeitung beim Subwoofer
Exakte Einpassung des Subwoofer-Gitters
Exakte Einpassung des Subwoofer-Gitters
Rückseite des Subwoofers des Edifier S530D
Rückseite des Subwoofers des Edifier S530D

Der Subwoofer ist es letztendlich auch, der den hauptsächlichen Unterschied zum Edifier S730D ausmacht. Er fällt nicht nur deutlich kleiner aus als bei dem hochwertigen Bruder aus gleichem Hause, sondern ist auch anders konstruiert. Während die Subwoofer des Edifier S730D und des Edifier S550 – die äußerlich identisch sind – nämlich auf ein geschlossenes Gehäuse vertrauen, verfügt der Bassspezialist des Edifier S530D auf ein kleineres Gehäuse mit Bass-Reflex-Öffnung. Diese ersetzt die für den gleichen Zweck eingesetzten passiven Membranen der anderen genannten 2.1-Lautsprechersysteme. Beide Konstruktionsprinzipien verfolgen dabei jedoch das Ziel, die Dynamik bei der Bass-Wiedergabe zu erhöhen und in einem definierten Frequenzband die Tieftonwiedergabe zu verstärken. Optisch unterscheiden ihn darüber hinaus weitere Merkmale von anderen Edifier-Subwoofern, etwa das ins Gehäuse integrierte Abdeckgitter für das Basschassis sowie die Zierleiste auf der Oberseite der Frontpartie. Wie sich der deutlich kompaktere – aber bei weitem nicht kleine – Subwoofer des Edifier S530D akustisch schlägt, darf mit Spannung erwartet werden.

Edifier S330D

Alles neu macht das Edifier S330D. Bei diesem 2.1-System kommt nämlich keine der Komponenten aus dem Standardbaukasten der Chinesen zum Einsatz, wobei letzteres nicht abwertend verstanden werden soll, setzt Edifier doch nur sehr gute Komponenten systemübergreifend ein. Das Edifier S330D als Einstiegssystem in die S-Klasse des Herstellers allerdings fällt rundherum etwas schmaler und kompakter aus. So kommen statt der – für ein PC-System – recht großen Satelliten zwei schmale Türme zum Einsatz, bei denen zwar weiterhin auf ein 2-Wege-Konstruktionsprinzip gesetzt wurde, der Tiefmitteltöner aber eher die Ausmaße eines kleinen Breitbänders besitzt. An der Verarbeitungsqualität der Satelliten ändert der vergleichsweise geringe Preis allerdings nichts. Diese ist durchgehend sehr gut, was nicht nur auf den massiven MDF-Korpus des Satelliten zurückzuführen ist, sondern auch auf die solide Bespannung auf der Vorderseite, die durch Metallstifte gehalten wird. Auch über die Einpassung und Ausführung der Chassis gibt es nichts zu meckern, wenngleich diese aufgrund ihrer geringen Größe nicht unbedingt viel Vertrauen erwecken.

Abnehmbare Frontabdeckung bei den Satelliten
Abnehmbare Frontabdeckung bei den Satelliten
Detailansicht der Chassis in den Satelliten
Detailansicht der Chassis in den Satelliten
Metallstifte für die Stoffbespannung und gute Detailverarbeitung
Metallstifte für die Stoffbespannung und gute Detailverarbeitung
Satelliten des Edifier S330D
Satelliten des Edifier S330D
Satelliten mit Klemmanschlüssen und Halterungsschlitz
Satelliten mit Klemmanschlüssen und Halterungsschlitz

Neu ist auch der Subwoofer, wenngleich er optisch schon recht nahe an den des Edifier S530D herankommt. Auch beim Edifier S330D kommt eine Bass-Reflex-Konstruktion zum Einsatz, wobei das Gehäuse diesmal sehr kompakte Abmaße besitzt und insbesondere in puncto Tiefe deutlich weniger zu bieten hat als das Edifier S530D. Statt des im Gehäuse versenkten Gitters, wie es beim eine Seite zuvor beschriebenen S530D die Membran des Tieftöners verdeckt, wird das Chassis bei diesem 2.1-System durch ein frontal aufgesetztes Gitter mit silbernem Ring verdeckt. Qualitativ ist daran nichts Schlechtes zu finden, ebenso wenig wie an der restlichen Kantenverarbeitung und der Rückplatte. Insgesamt überzeugt damit auch der Subwoofer des Edifier S330D durch eine grundsolide Qualität.

Größenvergleich mit einer Blu-ray-Disk
Größenvergleich mit einer Blu-ray-Disk
Edifier S330D schwarz
Edifier S330D schwarz
Subwoofer des Edifier S330D
Subwoofer des Edifier S330D
Subwoofer des Edifier S330D seitlich
Subwoofer des Edifier S330D seitlich
Bass-Reflex-Öffnung
Bass-Reflex-Öffnung

Schriftzug auf der Chassis-Abdeckung
Schriftzug auf der Chassis-Abdeckung
Rückseite des Edifier-S330D-Subwoofers
Rückseite des Edifier-S330D-Subwoofers

Darüber hinaus gibt es dicke Bonuspunkte, wenn man die Rückseite des Tiefton-Würfels betrachtet: Auf dieser finden sich nämlich ebenfalls digitale Eingänge wieder, was in der Preisklasse von deutlich unter 100 Euro wirklich selten ist. Abermals bietet Edifier hierbei einen optischen sowie einen koaxialen Eingang an, sodass gleich zwei digitale Quellen mit dem Soundsystem verbunden werden können. Darüber hinaus steht auch ein analoger Eingang in Form eines Stereo-Cinch-Anschlusses bereit, sodass auch dem Anschluss eines Gerätes mit „normalem“ Mini-Klinke-Ausgang nichts im Wege steht – ein entsprechender Adapter von Mini-Klinke auf Stereo-Cinch wird von Edifier mitgeliefert.

Lautstärkeregler
Lautstärkeregler

Bei der Bedienbarkeit des gesamten Systems gibt es allerdings erhebliche Unterschiede im Vergleich mit anderen Systemen aus gleichem Haus. Statt auf eine Kombination aus Kabelfernbedienung und Funksteuerung setzt das Edifier S330D nämlich nur auf eine Kabelfernbedienung, die jedoch anders ausgeführt ist als bei den bisher getesteten Edifier-Systemen. So kommt ein im Prinzip einfacher, optisch aber schlicht-schöner, Drehregler zum Einsatz, der darüber hinaus noch zwei Mini-Klinken-Öffnungen feilbietet. Einer dieser Anschlüsse dient dabei als Kopfhörerausgang, über den anderen kann ein weiteres Gerät mit dem Edifier-System verbunden werden. Umfangreiche Kontrollmöglichkeiten sind über diesen Drehregler allerdings nicht mehr möglich. So wird nur die Lautstärke über die Drehbewegung gesteuert während die Wahl der Eingänge nicht mit der Kabelfernbedienung getroffen werden kann. Es wird standardmäßig wiedergegeben, was per Cinch mit dem System verbunden ist. Wird darüber hinaus ein Gerät über den Klinkeneingang der Fernbedienung angeschlossen, werden dessen Signale präferiert. Digitale Anschlüsse besitzen ihrerseits eine höhere Priorität als die analogen Eingänge, weshalb digitaler Ton stets wiedergegeben wird, wenn die entsprechenden Eingänge belegt sind. Kurzum: Man kann nur durch Ein- und Ausstecken der Kabel entscheiden, für welchen Zuspieler das Lautsprechersystem denn nun seinen Dienst tun soll. Damit bleibt das Edifier S330D zwar universal anschließbar, aber die Wahl zwischen mehreren Quellen ist umständlich.

Für den Bass muss beim Edifier S330D einen gesonderter Regler an der Rückseite des Subwoofers bemüht werden. Insgesamt bietet das Lautsprecherset damit nicht den Komfort der größeren Systeme, im Vergleich mit der Konkurrenz bietet man aber bewährte Kost und vielleicht auch etwas mehr als das.

Technische Daten

In der Übersichtstabelle fallen einige Gemeinsamkeiten der drei Stereo-Systeme von Edifier auf. Sie alle bestechen etwa durch die bereits löblich hervorgehobene Anzahl an Audioeingängen sowie durch die – im Falle des Edifier S530D und des Edifier S730D – Ausstattung mit Kabel- und Funkfernbedienung. Auch wird der anhaltende Trend zum Downsizing gut anhand der Leistungsdaten erkennbar. Was sich natürlich nicht aus der Tabelle ablesen lässt, ist der letztendliche Klang der Lautsprecher, weshalb die Datenübersicht nicht als einziger Anhaltspunkt genutzt werden sollte.

Daten der Edifier-Lautsprecher
Aspekt Edifier S330D Edifier S530D Edifier S730D
Kanäle 2.1 2.1 2.1
Leistung
Satelliten
18 Watt RMS pro Kanal 35 Watt RMS pro Kanal 75 Watt RMS pro Kanal
Leistung
Subwoofer
36 Watt RMS 75 Watt RMS 150 Watt RMS
Eingänge 1x Mini-Klinke*
1x Stereo-Cinch
1x optisch
1xdigital
2x Stereo-Cinch
1x optisch
1xdigital
2x Stereo-Cinch
1x optisch
1xdigital
Pegelsteuerung Kabelfernbedienung Kabelfernbedienung
Funkfernbedienung
Kabelfernbedienung
Funkfernbedienung
Besonderheiten Kabelfernbedienung
digitale Audio-Eingänge
Kabelfernbedienung
Funkfernbedienung
digitale Audio-Eingänge
Kabelfernbedienung
Funkfernbedienung
digitale Audio-Eingänge
Preis rund 85 Euro [4] rund 139 Euro [3] rund 240 Euro [19]
*Der Mini-Klinken-Eingang befindet sich an der Kabelfernbedienung.

Auffälligkeiten

Beim Edifier S330D und S530D gibt es wenig, was aus dem Rahmen fällt. Erfreulicherweise heißt dies in beiden Fällen, das kein besonderes Grundrauschen feststellbar ist. Ein solches ist erst dann zu hören, wenn man das Ohr direkt auf einen der Satelliten auflegt – bei minimaler und erst recht bei normaler Entfernung bekommt man davon allerdings nichts mehr mit.

Funkfernbedienung des Edifier S530D
Funkfernbedienung des Edifier S530D

Allerdings gibt es eine Eigenwilligkeit beim Edifier S530D, die auch an dieser Stelle herausgehoben werden soll: Die Fernbedienung ist nicht komplett, vor allem nicht im Vergleich mit ihren Verwandten etwa beim Edifier S550 oder dem Edifier S730D. Über das rar bestückte Instrument lässt sich das System zwar Ein- und Ausschalten und auch die Lautstärke sowie der Stumm-Modus können gewählt werden. Gerade weil das Edifier S530D aber mehrere Eingänge bietet und auch weil über die Kabelfernbedienung zusätzliche Funktionen wie die Balance, der Bass oder die Höhen gesondert eingestellt werden können, leuchtet nicht ein, weshalb dies nicht auch mit der Funkfernbedienung geregelt werden kann.

Ein Bedienungsmanko weist darüber hinaus auch das Edifier S330D auf, das über die Kabelfernbedienung nicht überredet werden kann, zwischen den angeschlossenen Eingängen umzuschalten. Es bietet damit zwar vier Audio-Anschlüsse, praktisch lassen sich aber nicht alle sinnvoll nutzen, da das System selbst entscheidet, welcher Eingang Priorität genießt.

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch elektronischer Geräte ist nicht erst wichtig, seit dem Umwelt- und Klimaschutz größere Bedeutung beigemessen werden. Viele Hersteller nehmen sich dem Thema aber erst seit der jüngeren Vergangenheit an. Wir wollen die getesteten Probanden daher auch hinsichtlich ihres Stromhungers untersuchen. Einmal mehr zeigt sich hierbei, dass dies auch durchaus notwendig ist, denn obwohl die beiden Edifier-Systeme für den Test in weißem Gewand erschienen, haben sie in diesem Abschnitt die weiße Weste abgelegt. So verbraucht das Edifier S330D im angeschalteten Zustand etwas über zehn Watt während es – über die Kabelfernbedienung deaktiviert – immer noch 6,1 Watt aus der Steckdose zieht. Das ist deutlich zu viel, um als angemessener Standby-Verbrauch hingenommen zu werden. Auch das Edifier S530D genehmigt sich im Standby-Modus noch etwa 6,6 Watt, also ebenfalls mehr als gewünscht. Im Betrieb und ohne etwas tun zu müssen sind es hingegen beim größeren der beiden Sets über 14 Watt.

Beide Systeme lassen sich auch vollständig vom Netz trennen, wenn man den entsprechenden Schalter auf der Rückseite des Subwoofers umlegt. Das ist für die wenigsten Nutzer allerdings ein üblicher Handgriff, weshalb die Chinesen ihre Systeme diesbezüglich überarbeiten sollten.

Klangeindrücke

Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter der getesteten Lautsprecher vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Darüber hinaus kann in diesem speziellen Fall auch der verwendete Onkyo-Receiver ein Unterscheidungsmerkmal beim Klang sein, da andere Verstärkerkomponenten möglicherweise andere Klangakzente setzen. Daher sollten die folgenden Beschreibungen nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.

Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen gezogen werden.

Edifier S530D

Beim Einschalten und Hören des Edifier S530D stellt sich recht schnell ein schon vom Edifier S730D und S550 bekanntes Gefühl ein. Da das System nicht übermäßig gesoundet wurde, entzückt es mit einem homogenen, sehr glaubwürdigen Eindruck, der auch in dem kritischen Mittenbereich noch gut ist. Diese Eigenschaft verdanken die Lautsprecher natürlich hauptsächlich den gut abgestimmten Satelliten, die auch in den größeren Edifier-Systemen eingesetzt werden. Dabei könnte man vermuten, dass die geringere Gesamtleistung des Edifier S530D gegenüber den größeren und teureren Produkten der Chinesen merklich ins Gewicht fällt. Dem ist aber nicht so. Auch das Edifier S530D überzeugt damit durch eine vergleichsweise hohe Maximallautstärke, die auch noch unverzerrt wiedergegeben werden kann, sowie eine quasi gleich bleibende, bei hohem Pegel aber leicht ins Spitze abdriftende Klangcharakteristik.

Kritisch könnte man auch den Subwoofer beäugen, ist dieser doch aufgrund seiner Größe nicht mehr mit den Tieftonwürfeln vergleichbar, die Edifier mit den teureren Systemen bündelt. Beim Hören desselben verfliegt die Angst vor einem zu schwachen Basspartner aber schnell: Der Subwoofer des Edifier S530D ist durchaus potent, potent genug jedenfalls, die Grenzen des Zimmers, in dem er aufspielt, zu sprengen und benachbarte Hörer zu finden. Sein Tiefbasspotenzial ist merklich geringer als bei den größeren Edifier-Systemen, aber bei weitem nicht schlecht. Er bietet darüber hinaus ausreichend Struktur bei der Tieftonwiedergabe, wirkt aber mit abnehmender Frequenz kontinuierlich weicher.

Die Ankopplung des Subwoofers an die Satelliten gelingt flüssig und damit ohne holprigen Übergang. Der gesamte Klangeindruck ist damit als überdurchschnittlich gut zu bezeichnen, wenngleich man in der preislichen Umgebung etwa eines (leider mittlerweile nicht mehr erwerbbaren) Teufel Concept F differenzieren muss: So sind die Satelliten des Edifier-Systems denen aus Berlin hörbar überlegen, was insbesondere an dem größeren Volumen der Lautsprecher aus China liegt. Bei der Bass-Wiedergabe hat Teufel hingegen die Nase vorn, wenngleich sich das vor allem dann bemerkbar macht, wenn man den Bass laut und tief hören will und kann. Für die übliche Wohnumgebung in einem Mehrfamilien- oder Mietshaus reicht auch das Edifier-System vollkommen. Hier könnte es insbesondere den ausgewogeneren Klang und die realistischere Abstimmung ausspielen.

Edifier S330D

Beim Edifier S330D ist alles kleiner als sonst und das hört man auch recht schnell. So vermögen es die kleinen Satelliten nicht, einen kräftigen, präsenten Mitteltonbereich abzubilden. Sie klingen zwar auch nicht direkt flach, kämpfen aber mit einem anderen Problem, das im Grunde gar keines ist: So spielt das 2.1-Set im Hochtonbereich sehr detailliert und klar, wirkt dadurch aber insgesamt zu hell. Zudem merkt man dem Set die Grenzen der Konstruktion immer dann an, wenn besonders viel Mittelton gefordert ist. In Jan Delays Titel „Feuer“ etwa klingen die eingängigen Gitarrenriffs nicht so aus wie sie es sollten, sie werden quasi nur angeschlagen, und die charakteristische Stimme des Sängers klingt überaus nasal – also noch mehr als ohnehin schon. Gleichzeitig schafft es das Set in einigen Stücken aber auch, sich über seine physische Größe hinaus zu begeben und dezent zu verblüffen. So etwa im Klassiker „Lemon Tree“ von Fool's Garden. Die Stimme des Sängers Peter Freudenthaler wirkt überaus präsent und glaubhaft gemessen an der Größe der Lautsprecher. Auch das begleitende Keyboard wirkt stimmig, wenngleich die Bühne in der Tiefe sehr flach wirkt.

Das wiederum liegt wohl an dem recht kleinen Subwoofer, der sich zwar gut in das Gesamtbild integrieren, für ein sattes Fundament aber nicht sorgen kann. Wirklich erwarten kann man das aufgrund der Größe des Würfels auch kaum, womit letztendlich nicht erstaunt, dass es sich eher um einen dedizierten Tiefmitteltöner handelt. Immerhin punktet das Edifier S330D in seiner Preisklasse aber mit einem ehrlichen Klang. Es kann zwar nicht alles, versucht aber auch nicht, das durch Tricks zu beschönigen. Der kleine Subwoofer ist damit kein grummelnder Oberbassbomber und die Satelliten verkneifen sich das Kreischen, wenngleich der Hochtonbereich in Ermangelung eines ausgefüllten Mitteltons der präsentere Teil der Wiedergabe bleibt. Insgesamt wirkt das Edifier S330D damit in seinem Preissegment gut platziert.

Fazit

Edifier S330D
Edifier konnte in den bisherigen Tests stets quasi fehlerfrei durch den Parcours navigieren und bewies, dass Produkten aus Fernost mitunter zu Unrecht ein schlechter Ruf anhängt. Qualitativ, preislich und klanglich sortierten sich die Chinesen jedenfalls in der Upper Class der PC-Systeme ein. Auch dieses Mal machen das Edifier S330D sowie das S530D dem Hersteller keine Schande. Perfekt durchkonstruiert sind sie jedoch nicht.

Im Falle des Edifier S330D darf man sich über ein in der Preisklasse überaus ehrliches Set freuen, das nicht mit einem Krawallhochton und Bumm-Bumm-Bass auf sich aufmerksam macht, sondern in beiden Disziplinen auf Beherrschtheit setzt. Angesichts der Größe sowohl der Satelliten als auch des Subwoofers muss es sich nicht verstecken, über die physischen Grenzen der Konstruktion kommt es aber nicht hinaus. Das schafft aber auch kein anderes Soundsystem dieser Größenordnung, weshalb das Edifier S330D durchaus zu den Sahnestückchen im Preisbereich um 90 Euro zählt. Als besondere Eigenheit kann es die zwei analogen und zwei digitalen Eingänge vorweisen, die die Lautsprecher deutlich von der sonst üblichen Kost abheben. Leider lassen sich gerade diese Eingänge nicht über die Kabelfernbedienung durchschalten, sodass eine etwaige Wahl über das An- und Abstecken der Kabel erfolgt. Hier sollte Edifier noch einmal ansetzen. Selbst mit einer so schlichten – aber eleganten – Kabelfernbedienung wäre es ohne große Mühe möglich gewesen, die Wahl der Eingänge etwa durch einen Druck auf den Drehregler möglich zu machen.

Ebenfalls nicht frei von Tadel ist der Standby-Verbrauch, den man nicht oft genug betonen kann. Zwar verbraucht das Set im Ruhemodus weniger als im Betrieb, mit über sechs Watt wird aber noch zu viel aus der Steckdose gezogen. Wer sich an diesen Unzulänglichkeiten nicht stört, der erhält im Ganzen dennoch ein sehr konkurrenzfähiges System, das qualitativ mindestens auf der Höhe der Konkurrenz ist und diese weithin auch im Klang schlägt. Deutlich mehr Sound gibt es aber für etwas mehr Geld.

Edifier S330D
Positive Eigenschaften
  • homogen abgestimmt
  • guter Hochtonbereich
  • zahlreiche Anschlussmöglichkeiten
Negative Eigenschaften
  • zu hoher Standby-Verbrauch
  • Audio-Eingang kann nicht ausgewählt werden
  • schwacher Mitteltonbereich
  • Bass etwas kraftlos


Edifier S530D
Dieses Mehr an Klangqualität findet man etwa in Form des Edifier S530D wieder. Dieses Lautsprechersystem punktet insbesondere mit sehr ausgewogenen Satelliten, die auch für eine gute Portion Mitteltonbereich nicht zu schwach sind, und einer insgesamt überaus homogenen Wiedergabe. Der Subwoofer passt gut ins Gesamtbild und kann sich durchaus gut in Szene setzen, wenngleich an die teils brachialen Leistungsmöglichkeiten eines Edifier S730D oder S550 nicht zu denken ist. Für den Schreibtisch plus/minus fünf Meter reicht es aber – und für diese Preisklasse auch.

Überaus positiv fallen einmal mehr die analogen sowie digitalen Eingänge auf, die quasi für jeden etwas bieten sollten. Anders als beim Edifier S330D kann man beim größeren Bruder auch per Kabelfernbedienung durch die Eingänge schalten, was lästiges Aus- und Einstecken überflüssig macht. Unverständlich ist jedoch, weshalb man nicht auch über die ebenfalls beiliegende Funkfernbedienung durch die Quellen schalten kann. Gewiss genügt das kleine Stück, um die häufigsten Aufgaben einer Fernbedienung – das Ein- und Ausschalten sowie die Pegelsteuerung – wahrzunehmen, zu mehr ist sie dann aber wirklich nicht nütze.

Zudem muss auch beim Edifier S530D ein zu hoher Standby-Verbrauch beklagt werden, der insbesondere heutzutage nicht mehr hingenommen werden sollte. Darüber hinaus handelt es sich bei dem Set aber um ein quasi fehlerfreies Stück Technik, mit dem der Hersteller erneut für zufriedene Käufer sorgen dürfte.

Edifier S530D
Positive Eigenschaften
  • sehr homogenes Klangbild
  • potente Satelliten
  • vergleichsweise gut ausgeprägter Mitteltonbereich
  • zahlreiche Audio-Eingänge
  • Kabel- und Funkfernbedienung
Negative Eigenschaften
  • zu hoher Standby-Verbrauch
  • Funkfernbedienung spartanisch ausgestattet

Tagesaktuelle Preise:

Schlussbemerkung

Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_edifier_s2000/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_nubert_nubox_311_stereopaar/
  3. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_nahfeldmonitore_esi_near_04_05_08/
  4. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a367504.html
  5. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a336091.html
  6. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_edifier_s2000/
  7. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_teufel_concept_e_400/
  8. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_edifier_s550/
  9. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_edifier_s730/
  10. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_drei_gigaworks-systeme_creative/
  11. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_logitech_z_cinma_advanced/#abschnitt_einleitung
  12. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_teufel_motiv_5/#abschnitt_einleitung
  13. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_razer_mako/#abschnitt_einleitung
  14. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_teufel_concept_f/
  15. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2008/test_logitech_g51/
  16. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_motiv_2/
  17. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_cem_pe_logitech_z-5450_digital/3/#abschnitt_logitech_z%205450_digital
  18. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2007/test_teufel_cem_pe_logitech_z-5450_digital/4/#abschnitt_teufel_concept_e_magnum_pe
  19. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a367500.html
  20. http://www.thomann.de/de/esi_near08_experience.htm
  21. http://www.thomann.de/de/esi_near05_experience_aktive_studio_nahfeldmonitore.htm
  22. http://www.thomann.de/de/esi_near04.htm
  23. http://nubert.de/webshop/pd1162462114.htm?defaultVariants=search0_EQ_Schwarz%20(Front%20Silber)_AND_{EOL}&categoryId=1
  24. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a394309.html
  25. http://www.teufel.de/PC-Systeme/Concept-E400.cfm
  26. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a367503.html
  27. http://www.teufel.de/de/iTeufel/Motiv-2.cfm
  28. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a367095.html
  29. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a298694.html
  30. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a284213.html
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