Einleitung
Schon im ersten Teil des Überblicks über eine Reihe aktueller Gamerheadsets [1] konnten wir feststellen, dass grundsätzlich vergleichbare Produkt nicht auch ähnliche Eindrücke hinterlassen müssen. So handelte es sich im ersten Teil der kleinen Testserie zwar durchweg um Headsets, die virtuellen Mehrkanalton simulieren. Obwohl sie sich darin jedoch einig waren, fielen die Ergebnisse allein im klanglichen Bereich sehr unterschiedlich aus. Hinzu kamen deutliche qualitative Differenzen in der Software, der Ausstattung und der Haptik. Obwohl die drei Kandidaten drei verschiedenen Preisklassen entsprangen, konnte man ihre Gesamtqualität nicht am Preis allein festmachen. Ist das heute wieder so?
Im zweiten Teil des Vergleichstests von Gamerheadsets widmen wir uns ausschließlich reinen Stereoheadsets. Auch sie können in Kombination mit der richtigen Soundkarte durchaus Mehrkanalfähigkeiten offenbaren, etwa, wenn man Creatives CMSS-3D für Kopfhörer hinzu schaltet. Im Grunde sollen sie aber weniger mit Effekten und mehr mit einem detaillierten Klangbild überzeugen.
Wie im ersten Teil unterscheiden sich auch dieses Mal die Headsets deutlich im Preis. Statt „nur“ um den Faktor zwei auseinanderzudriften, fallen die Marktpreise der Stereoheadsets allerdings in ein extrem breites Feld, das sich von unter 60 bis auf beinahe 300 Euro erstreckt. Ist dieses Mal der Preis ein deutlicher Indikator für die zu erwartende Qualität? Wenn dem so wäre, würden die drei Sennheiser-Headsets des hiesigen Tests sowohl preislichen als auch qualitativ am unteren Ende rangieren und das, obwohl der Hersteller einen guten Ruf nicht nur unter Spielern genießt. Ein Umstand, den es ebenfalls im Test zu klären gilt.
Testsystem
Die Headsets werden – sofern möglich – über Miniklinken- oder Klinken-Stecker mit einer Creative X-Fi Platinum verbunden oder aber per USB-Stecker an den PC angeschlossen. Auf die sich jeweils ergebenden Besonderheiten wird im entsprechenden Abschnitt zur Gerätebeschreibung hingewiesen. In aller Regel wird auf jedwede klangbeeinflussende Maßnahme beim Test verzichtet. Insbesondere Creatives CMSS-Funktionen oder Equalizer-Einstellungen sind deaktiviert, sofern nicht anders beschrieben. In der Geräteeinstellung der Creative-Konsole ist das angeschlossene Gerät als Kopfhörer deklariert.
Für den Test der Stereo- und Surround-Fähigkeiten der Headsets werden verschiedene PC-Spiele sowie Musik- und Film-DVDs genutzt. Als Abspielsoftware für die DVDs dient PowerDVD Ultra.
Technische Daten
Auch im zweiten Teil des umfangreichen Headset-Tests sollen alle der insgesamt getesteten Produkte in der technischen Übersicht aufgelistet werden. Dies erleichtert einen artikelübergreifenden Vergleich und offenbart die abermals nicht zufällige Zusammenstellung der Testkandidaten.
| Produktbild | Bezeichnung | Kanäle | Frequenzgang | Pegelsteuerung | Anschlüsse | Besonderheiten | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
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eDimensional AudioFX Pro 5.1 |
5.1* | 20Hz - 20.000Hz | Soundkarte USB-Fernbedienung |
2x Miniklinke USB |
Force Feedback LEDs in den Ohrmuscheln |
rund 60 Euro [2] |
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Logitech G35 | 7.1* | 20Hz - 20.000Hz | Soundkarte Ohrmuschel |
USB | Stimmenverzerrung Steuerelemente an der Ohrmuschel |
rund 87 Euro [3] |
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Razer Megalodon 7.1 Surround |
7.1* | 20Hz - 20.000Hz | Soundkarte USB-Fernbedienung |
USB | rund 138 Euro [4] | |
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SteelSeries Gaming Headset 5H V2 USB |
7.1 | 16Hz - 28.000Hz | Soundkarte | 2x Miniklinke USB |
rund 69 Euro [5] | |
| *Bei diesen Surround-Headsets handelt es sich eigentlich um Stereo-Headsets, also solche mit nur zwei Chassis. Der Surround- eindruck wird über die Software oder die USB-Soundkarte erzeugt. |
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| Produktbild | Bezeichnung | Kanäle | Frequenzgang | Pegelsteuerung | Anschlüsse | Besonderheiten | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
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QPAD QH-1339 | 2.0 | 5Hz - 30.000Hz | Soundkarte USB-Konverter |
2x Miniklinke USB |
ab 240 Euro [6] (in der Regel 290 Euro) |
|
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Sennheiser PC161 | 2.0 | 15Hz - 23.000Hz | Soundkarte | 2x Miniklinke | rund 60 Euro [7] | |
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Sennheiser PC166 USB |
2.0 | 15Hz - 23.000Hz | Sounkarte USB-Fernbedienung |
2x Miniklinke USB |
rund 80 Euro [8] | |
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Sennheiser PC350 | 2.0 | 10Hz - 26.000Hz | Soundkarte | 2x Miniklinke USB |
rund 104 Euro [9] |
| Produktbild | Bezeichnung | Kanäle | Frequenzgang | Pegelsteuerung | Anschlüsse | Besonderheiten | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
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Saitek Cyborg 5.1 | 5.1 | keine Angaben | Soundkarte USB-Fernbedienung |
2x Miniklinke USB |
rund 45 Euro [10] | |
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Tritton AX Pro - Dolby Digital 5.1 |
5.1 | 20Hz - 20.000Hz | Soundkarte Kabelfernbedienung |
4x Miniklinke SPDIF In 3x Miniklinke (Ausgang) |
mehrere Anschluss- möglichkeiten Mehrkanalausgang |
noch nicht verfügbar |
So betrachten wir im zweiten Teil der Artikelserie alle der zur Serie geladenen Stereo-Headsets. Unter diesen sind auch drei Vertreter aus dem Hause Sennheiser, die zu den wohl beliebtesten Produkten unter Spielern zählen. Dabei unterscheiden sich das Sennheiser PC161 und das Sennheiser PC166 USB nur in ihrer Anschlussart. Das Sennheiser PC166 USB bringt nämlich auch einen USB-Adapter mit integrierter Soundkarte mit, sodass die Kopfhörer-Mikrofon-Kombination auch an Geräten ohne hochwertige Soundkarte bedenkenlos angeschlossen werden kann. Ob dies den Preisunterschied zum Sennheiser PC161 rechtfertigt, soll auf den kommenden Seiten geklärt werden. Mit von der Partie ist auch das teurere PC350 vom selben Hersteller. Was schafft dieses Produkt für etwa 105 Euro, was die kleineren Sennheiser-Headsets nicht können?
Der Preisunterschied ist ohnehin ein zentrales Thema dieses Vergleichs. Während die Produkte von Sennheiser preislich noch recht nahe beieinander liegen, schlägt das Gamerheadset von QPAD kleine schwarze Löcher in die Geldbörse. Mit einem Preis von mindestens 240 Euro, der allerdings nur in einem Shop geboten wird und in der Regel eher bei 290 Euro liegt, könnte man auch einen kleinen Clan komplett mit Headsets ausrüsten. Was also leistet das QPAD-Headset für diesen Preis? Auch dieser Frage wollen wir im Folgenden auf den Grund gehen. Dabei soll ein Vergleich mit den bisher bereits getesteten Headsets nicht fehlen.
Detailbetrachtung
QPAD QH-1339
Das QPAD QH-1339 ist das mit Abstand teuerste Headset im Test. Der Straßenpreis von mindestens 240 Euro erklärt sich dabei jedoch nicht mithilfe einer umfangreichen Feature-Liste. Das QPAD-Headset verzichtet nämlich auf echten oder emulierten Mehrkanalton sowie auf LED-Lämpchen, Stimmenverzerrer oder Force-Feedback-Funktionen. Dennoch – oder gerade deswegen – soll es sich an anspruchsvolle Spieler richten. Einen hohen Anspruch erfüllen dabei in jedem Fall Haptik und Optik des Headsets. Es verfügt über sehr robuste Ohrmuscheln mit innenliegender, sehr dicker Velourpolsterung. Beide Komponenten sollen dafür sorgen, dass Außengeräusche um bis zu 18 dB gedämpft werden.
Damit das mit einem Gesamtgewicht von 380 Gramm nicht gerade leichte Headset nicht verrutscht, wird es durch einen massiven Stahlbügel auf dem Kopf gehalten, der komplett durch die Polsterung umschlossen wird. Die großen Polster und der massive Kopfbügel erlauben es, dass das Headset gleichzeitig fest auf dem Kopf sitzt ohne dabei aber zu sehr zu drücken.
Beim QPAD QH-1339 werden die Audiosignale einseitig zum Headset geführt, wobei das Kabel fest mit der Ohrmuschel verbunden ist. Zwei Kabelstücke stehen auf jeder Seite des Headsets zwischen Ohrmuschel und Kopfbügel heraus. Diese dienen der Signalübertragung zwischen den zwei Headsetseiten. Sie sind notwendig, da die Ohrmuscheln nur mit dem Stahl des Bügels verschraubt wurden und dieser keinen dedizierten Kabelkanal aufweist. Auf der Seite des Kabelanschlusses befindet sich auch das Mikrofon des Headsets, das an einer flexiblen Röhre befestigt wurde. Es ist ein- und ausklapp- und zudem sehr biegbar, was es leicht macht, das Mikrofon an die gewünschte Position zu bringen. Die Mikrofonkapsel selbst wird durch einen Windschutz geschützt, der auch abziehbar ist.
Obwohl das QPAD QH-1339 auch mit einem USB-Adapterstück ausgeliefert wird, das an die USB-Soundkarten anderer Headsets erinnert, handelt es sich nur um einen Konverter. Der USB-Konverter erzeugt kein Mehrkanalsignal oder übernimmt andere Sounding-Funktionen. Er konvertiert lediglich die Audioinformationen, die über den USB-Port ausgegeben werden können, in solche Signale, die dem Headset über den Klinkenanschluss zugespielt werden.
In puncto Verarbeitung kann man dem QPAD-Headset keinen Vorwurf machen. Es ist das solideste Produkt im gesamten Testfeld. Alles andere wäre angesichts des hohen Preises aber auch inakzeptabel.
Sennheiser PC161/166 USB
Die Headset PC161 und PC166 USB von Sennheiser unterscheiden sich nur in ihrer Anschlussart voneinander. Die Bewertung der Optik, der haptischen Eindrücke sowie der allgemeinen Verarbeitung fällt daher für beide Headsets zusammen.
Viel zu kritisieren gibt es bei beiden nicht. Während das Sennheiser PC161 im Preisbereich von 60 Euro nicht an Qualität vermissen lässt (eher sogar positiv hervor sticht), muss sich auch das leicht teurere PC166 USB nicht hinter ähnlich teuren Produkten verstecken. Das liegt an dem soliden Gesamtaufbau, der zwar vorwiegend aus Kunststoff besteht, an keiner Stelle aber billig wirkt oder klapprig geraten ist. Es stimmen sowohl die Verbindungsstellen des einfach geformten Kopfbügels mit den Ohrmuscheln als auch jene zwischen Ohrmuschel und Polsterung. Selbst die Velourpolster sind sauber mit dem an ihnen anliegenden Stoff in Lederoptik vernäht. Der Mikrofonarm sitzt fest in einer Kunststoffblende der linken Ohrmuschel. Er wird zusammen mit der gesamten Ohrmuschelabdeckung gedreht. Auch hier gibt es keinen Grund zur Klage.
Die Mikrofonkapsel selbst besteht ebenfalls sichtbar aus zwei Kunststoffteilen, die an und für sich keine gehobenen Qualitätsansprüche erfüllen dürften. Im Gesamtpaket ist aber selbst dieses Detail sauber umgesetzt worden, so dass die Verarbeitungsqualität am Ende stimmt. Gleiches gilt für die Polsterung des Kopfbügels. Im Prinzip ist auch diese eher schlicht, das ist sie wiederum in absolut solider Qualität, was in den Preisbereichen der beiden Sennheiser-Headsets absolut ausreichend ist.
Fraglich ist an dieser Stelle einzig, ob sich der recht unrund geformte Kopfbügel der Kopfform gut anpassen lässt und ob die Ohrmuscheln, die nur auf dem Ohr aufliegen und dieses nicht umschließen, auf Dauer drücken. Dies soll jedoch im Bereich „Tragekomfort“ genauer untersucht werden.
Sennheiser PC350
Das Sennheiser PC350 ist nicht nur deutlich teurer als die zwei kleineren Produkte desselben Herstellers, es sieht auch völlig anders aus. Die optischen Unterschiede – die teilweise auch Auswirkungen auf den Tragekomfort und die Klangqualität haben – sind zum Großteil auf die größer dimensionierten Ohrmuscheln zurückzuführen. Diese sind, anders als beim Sennheiser PC161/166 USB, ohrumschließend konstruiert und dämpfen damit auch den Umgebungsschall etwas. Zudem kann das Sennheiser PC350 einen gewissen Anpressdruck aufbauen, ohne diesen direkt an die Ohren weiterzugeben.
Trotz der recht großen Polsterung fallen die Ohrmuscheln selbst relativ flach aus. Sie werden mittels einer Gabel an dem Kunststoffkopfbügel befestigt. Die Konstruktion verfügt auch über zwei Gelenke für jede Ohrmuschel, die sowohl den Anpressdruck aufbaut als auch eine weitere Funktion ermöglicht. So sind die Ohrmuscheln um 90° drehbar, sodass sich das Headset flach hinlegen lässt. Dies ist vor allem für den Transport praktischer. Trotz der recht umfangreichen Mechanik kommt aber zu keiner Zeit das Gefühl auf, hier ein zerbrechliches Gut in Händen zu halten. Das vornehmlich aus Kunststoff bestehende Gehäuse ist sauber verarbeitet worden, weist eine gleichmäßige Oberfläche auf und ist mehr als ausreichend dick dimensioniert um der alltäglichen Benutzung trotzen zu können. Auch wichtige Materialübergänge wie bei der Polsterung des Kopfbügels und der Ohrmuscheln weisen keinerlei Schwächen auf.
Ebenso robust wirkt das Mikrofon, was in diesem Fall aber nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Zum einen wirken sowohl der Mikrofonarm als auch die Mikrofonkappsel etwas klobig, zum anderen ist die Konstruktion vergleichsweise steif. Im Vergleich mit der Lösung von QPAD aber auch verglichen mit den Mikrofonen der kleineren Sennheiser-Headsets zieht das PC350 ergonomisch den Kürzeren.
Tragekomfort
Der Tragekomfort eines Headsets ist ein elementares Thema, wenn es um die Gesamtqualität des Produktes geht. Denn selbst mit gutem Mikrofon, einer exzellenten Klangdarstellung und einem günstigen Preis kann man nicht punkten, wenn der Kopfhörer bereits nach kurzer Zeit drückt und die Nutzung unangenehm wird. In diesem Teil der Artikelserie über Headsets treffen dabei zwei Systeme aufeinander. Auf der einen Seite setzen sowohl QPAD beim QH-1399 als auch Sennheiser beim PC30 auf ohrumschließende Kopfhörerkonstruktionen, auf der anderen Seite liegen die Ohrmuscheln des Sennheiser PC161 und des Sennheiser PC 166 USB nur auf den Ohren auf.
Ein besseres System lässt sich aus den verschiedenen Produkten jedoch nur begrenzt ableiten. So stört bei den beiden Sennheiser-Headsets PC161/PC166 USB das Aufliegen der Polsterung auf dem Ohr, wenngleich der Anpressdruck hier nicht allzu hoch ist und auch auf Dauer nicht zu Unbehagen führt. Es kann auf diese Weise jedoch weder eine Abschirmung vor Außengeräuschen geboten werden, noch entspricht der Komfort dem, was etwa QPAD bietet. Die ohrumschließenden Polster des QH-1339 sind nämlich quasi perfekt gestaltet. Sie sind dick genug, um den Abstand zwischen Ohr und Ohrmuschel so groß zu halten, dass das Ohr nicht innen an der Ohrmuschel aufliegt. Gleichzeitig genügt ihre Größe, um das Ohr auch vollends zu umschließen, was auch der Geräuschdämmung sehr entgegen kommt. Zudem sind die Polster nicht zu weich und auch nicht zu hart, sodass man auch nach stundenlanger Benutzung keine schmerzenden Ohren vom Headset befreien muss. Hierzu trägt auch der wohl dosierte Anpressdruck bei, der das doch recht beachtliche Gewicht des Kopfhörers nicht zur Last werden lässt. Auch der Kopfbügel gefällt in Form und Polsterung und liegt recht großflächig auf, was der Gewichtsverteilung entgegen kommt.
Nicht ganz so gut schafft es das Sennheiser PC350, obwohl es sich um ein ähnliches System handelt. Der im Vergleich zum QPAD QH-1339 leichtere Kopfhörer drückt jedoch stärker auf die Hörorgane und besitzt auch etwas dünnere Ohrmuscheln. Die Minderung von Außengeräuschen ist nicht auf dem Niveau des QPAD-Headsets und leicht kommen Teile des Ohres in Kontakt mit der Ohrmuschelinnenseite. Der Kopfbügel liegt allerdings gut an. Dennoch tragen sich die kleineren Headsets Sennheiser PC161/PC166 USB angenehmer. Sie sind deutlich leichter und bauen einen geringeren Druck auf die Ohren aus. Dass sie dort komplett aufliegen, stört da nur wenig.
Klangeindrücke
QPAD QH-1339
Das QPAD QH-1339 ist mit einem Straßenverkaufspreis von zumeist mehr als 240 Euro derart teuer, dass man nichts anderes als einen sehr soliden HiFi-Kopfhörer in Kombination mit einem guten Mikrofon erwarten kann. Glücklicherweise ist es auch genau das. QPAD bedient mit diesem Headset nicht nur Spieler, auch Musikliebhaber kommen weithin auf ihre Kosten. Das QH-1339 bietet ein äußerst homogenes Klangbild, bei dem weder ein Frequenzbereich vernachlässigt wurde, noch einer zu viel Fett weg bekam. Der Bass ist wohl dosiert und reicht weit tiefer als bei allen anderen Probanden des Testfeldes. Er ist jedoch nicht so spielertypisch aufgebläht. Man muss das QPAD-Headset schon mit dem richtigen Material dazu zwingen, seine Bassqualitäten zu offenbaren. Andernfalls hält sich der Tiefton seinem Anteil entsprechend zurück. Das muss nicht jeder so wollen.
Auch der oft zugunsten einer besseren Detailwiedergabe aufgeblähte Hochtonbereich hält sich weitgehend zurück. Mit ihm ist auch das Musikhören über längere Zeit möglich, ohne dabei Nerven zu lassen. Gleichwohl ist die Detailwiedergabe sehr gut, was auch der exzellenten räumlichen Abbildung geschuldet ist. Der Klang baut sich weit um den Hörer herum auf und wirkt wesentlich tiefer gestaffelt als es die tatsächlichen Positionen der Ohrmuscheln vermuten lassen.
Was das Headset allerdings nicht ist, das ist die Allzweckwaffe für den Durchschnittsspieler. Weder ein effektvoller Bass noch eine analytische Detailwiedergabe werden geboten, sodass sich Einige eher wundern dürften, wie viel „Langeweile“ für 300 Euro geboten wird. Wer von der ersten Sekunde an akustisch bombardiert werden will, ist hier falsch.
Zur ersten Garde unter den bisher getesteten Exemplaren gehört allerdings auch das Mikrofon. Es überzeugt mit einer guten Sprachverständlichkeit, geringen Störgeräuschen und guter Empfindlichkeit. Damit steht es aber auch nicht alleine da, da Sennheiser ähnliches mit den hier getesteten Headsets liefert.
Sennheiser PC161/166 USB
Die beiden technisch fast identischen Headsets Sennheiser PC161 und Sennheiser PC166 USB überzeugen jeweils durch einen sehr homogenen Klang, der von einer guten Detailwiedergabe begleitet wird. Die Headsets bieten einen recht spielertypischen Bass (der allerdings noch etwas tiefer sein könnte) und eine sehr gute Höhenwiedergabe. Sie vernachlässigen allerdings auch den Mitteltonbereich nicht, weswegen man mit ihnen auch die allermeisten Musikrichtungen in hoher Qualität genießen kann. Durch die sehr geringe Verminderung von Außengeräuschen leidet allerdings auch die Klangdarstellung in lauter Umgebung. Zudem kann sich der Klang nicht so gut von den Ohrmuscheln lösen, wie er es etwa beim QPAD QH-1339 vermag. Angesichts des Preises wird aber sehr viel geboten.
Einen akustischen Unterschied zwischen dem Sennheiser PC161 und dem Sennheiser PC166 USB vermag man nicht auszumachen, zumindest, wenn das Sennheiser PC161 an einem mittelmäßig hochwertigen Sound-Ausgang angeschlossen wird. Der USB-Anschluss des Sennheiser PC166 USB mag ein guter Helfer sein, wenn man minderwertigen Onboardsound etwa bei Laptops umgehen will, einen Vorteil gegenüber der analogen Anschlussweise bietet er per se aber nicht.
Die Mikrofone der beiden Sennheiser-Headsets geben keinen besonderen Anlass zur Klage. Die Aufnahmen wirken authentisch, die Empfindlichkeit ist gut und es werden keine ungewünschten Geräusche überempfindlich mit übertragen. Insgesamt überzeugen die beiden Headsets.
Sennheiser PC350
Dass Sennheiser PC350 bietet im Vergleich zu den günstigeren Headsets aus gleichem Hause einen etwas dominanteren Hoch- und Tieftonbereich. Der Bass wirkt etwas kräftiger, allerdings unter hifidelen Gesichtspunkten auch zu dominant. Die Höhendarstellung verleiht dem Headset zudem einen sehr analytischen Einschlag, der in Spielen allerdings zu einer guten Ortbarkeit führt. Die Dämpfung von Außengeräuschen ist mittelmäßig, aber damit auch besser als beim Sennheiser PC161/166 USB. Das Sennheiser PC350 überzeugt im Vergleich allerdings auch mit einer besseren Staffelung und einer breiteren Bühne, wenngleich man an die hoch gesteckten Vorgaben des QPAD QH-1339 nicht heran kommt. Insgesamt ist der akustische Abstand zu den kleineren Sennheiser-Headsets allerdings sehr gering, zumal die Verbesserungen für Spieler zu Lasten eines homogenen Klangbilds gehen. Angesichts des Preises von über 100 Euro ist das Gebotene daher nur Geschmackssache.
Glücklicherweise gilt beim Mikrofon abermals, dass dieses gute Dienste abliefert. Es bewegt sich in etwa auf dem Niveau der anderen Sennheiser-Produkte.
Surround mit der X-Fi
Obwohl in diesem Test nur Stereo-Headsets getestet werden, sind diese mit den richtigen Kniffen durchaus dazu in der Lage, Raumklangeffekte zu erzeugen. Dies ist vor allem in Kombination mit einer X-Fi leicht möglich, funktioniert auf ähnliche Weise aber auch mit Soundkarten und Soundchips, die Dolby Headphone oder ähnliche Technologien unterstützen. Doch was wird dabei gemacht und wie gut ist ein Stereoheadset als Surroundwerkzeug?
Unabhängig vom Hersteller, der Soundkarte oder dem Namen des Surround-Emulations-Features werden verschiedene Tricks benutzt, um dem Gehirn zu suggerieren, der Ton käme nicht nur von links oder rechts sondern auch von vorne oder hinten. Hierzu bedient man sich der Tatsache, dass das Gehör Positionsunterschiede von Tonquellen auch – aber nicht ausschließlich – anhand von Laufzeitunterschieden und Pegeldifferenzen bestimmen kann. Das heißt, dass ein Ton, der etwa von halb-vorne links kommt, zuerst das linke Ohr erreicht und etwas später auf das rechte trifft (Laufzeitunterschied). Gleichwohl ist er am linken Ohr etwas lauter als am rechten (Pegelunterschiede). Bei der Positionsbestimmung im Raum spielen aber auch weitere Faktoren eine Rolle, etwa die Tatsache, dass sich ein Ton erst um den Körper und insbesondere um den Kopf herum winden muss, wenn er von der einen Seite zur anderen will. Hierbei wir er ganz spezifisch aufgehalten und gebrochen, was mit sogenannten Head-related transfer functions (HRTF) beschrieben wird. Auch diese fließen etwa bei Creative in die Berechnung des neuen Signals ein, das dann für gefühlten Raumklang sorgen soll. Diese Funktionen erlauben es etwa, einen Ton, der von vorne-links kommt, von einem solchen zu unterscheiden, der von hinten links kommt. Die Brechung durch den Kopf ist hier jeweils eine andere.
Im Falle der verwendete Creative X-Fi gibt es seit Jahren das „X-Fi CMSS-3D-Kopfhörer“-Feature, das auch auf Stereoheadsets für Surroundklang sorgen soll. Diese Technologie greift auf die oben beschriebenen Kniffe – Pegel- und Laufzeitunterschiede sowie HRTF – zurück, um einen Raumklang zu simulieren. Das funktioniert gemeinhin auch sehr gut. Mit den hier getesteten Stereoheadsets konnten durchweg gute Ergebnisse erzielt werden. Einen großen Sieger gibt es in diesem Vergleich nicht, im Wesentlichen behalten die Stereo-Headsets ihre Klangeigenschaften bei, weshalb sowohl ihre Schwächen als auch ihre Stärken bei der Surroundemulation wieder auftauchen. Es kann sich aber etwa positiv bemerkbar machen, wenn ein Headset bereits relativ höhenbetont und damit tendenziell auf eine detailversessene Wiedergabe abgestimmt ist. Bei der Surroundwiedergabe kann dies zu einem leicht besseren Ausschlag bei der Ortbarkeit führen. Dies trifft etwa auf das Sennheiser PC350 zu, weshalb man diesem Kopfhörer den analytischen Ausschlag im 3D-Modus eher verzeiht. Glaubhaften Raumklang, der dem nicht nachsteht – im Falle des QPAD erhält man durch die allgemein höhere Qualität sogar noch bessere Ergebnisse – liefern aber alle Stereoprobanden. Mit echtem Raumklang kann das Ergebnis aber selten mithalten. Dies hängt vor allem von der Quelle ab und auch davon, wie viel Räumlichkeit man hören will. Wer bereits weiß, wo sich eine Tonquelle etwa in einer 3D-Umgebung befindet, wird diese auch dort hören. Bei einer unbekannten Position ist es mit der Raumklangsimulation zwar einfacher, Tonquellen zu orten, aber nicht unbedingt blind möglich. Hier leisten gute Mehrkanallautsprechersysteme mehr, über den Stereoeindruck kommt man aber dennoch deutlich hinaus.
Wenn man eine X-Fi besitzt, sollte man das CMSS-Feature daher einmal ausprobieren. Man sollte dessen Einsatz insbesondere dann überdenken, wenn man nicht auf Raumklang verzichten will, auch nicht, wenn man Kopfhörer trägt. Die Alternativen sind in Form echter oder unechter Mehrkanalheadsets zu finden, wobei die „unechten“ Modelle ebenfalls mit den gleichen Methoden arbeiten wie Surround-Emulations-Features von Soundkarten wie Creatives X-Fi. Ob es echte Mehrkanalheadsets, also solche mit mehreren Chassis pro Ohrmuschel, besser machen, soll im nächsten Teil der Artikelserie Thema sein.
Fazit
Wie im ersten Teil unserer Artikelserie über Spielerheadsets traten auch dieses Mal ausgewählte Kontrahenten an, die nicht nur dasselbe Ziel vor Augen haben, sondern auch den gleichen Weg beschreiten. Wie zuletzt gab es aber auch dieses Mal deutliche Unterschiede in der praktischen Umsetzung.
So konnten etwa die beiden Sennheiser Headsets PC161/PC166 USB durch eine erstaunliche Klangdarstellung in ihrer Preisklasse punkten, die auch für den Einsatz abseits der virtuellen Spielewelten noch zu gebrauchen ist. Sie leisteten sich darüber hinaus keine Fehler in puncto Verarbeitung und Mikrofonqualität, was allerdings primär das Sennheiser PC161 zur preislich attraktiven Konkurrenz am Markt macht. Für etwas über 60 Euro [6] bietet dieses Modell so ziemlich alles, was man sich als Spieler von einem Headset wünscht. Lediglich die Ausführung der Ohrmuscheln ist nicht jedermanns Sache, da es komfortabler geht und ohrumschließende Lösungen auch eine bessere Dämmung vor Außengeräuschen gewähren. Wer sich daran nicht stört, ist hier aber gut aufgehoben.
- homogenes Klangbild
- gutes Mikrofon
- solide Verarbeitung
- vergleichsweise günstig
- leider keine ohrumschließenden Polster
Leider nicht ganz so gut besetzt das Sennheiser PC166 USB seinen eigenen Preisbereich. Obwohl qualitativ und akustisch dem Sennheiser PC161 ebenbürtig, wirkt der Aufschlag von beinahe 20 Euro [7] für den USB-Anschluss überdimensioniert. Wer nicht unbedingt auf den digitalen Anschluss angewiesen ist, sollte zum günstigeren Sennheiser PC161 greifen. Und wer ein USB-Headset braucht, der ist bei Steelseries besser aufgehoben. Das Steelseries 5H V2 USB [11] konnte bereits im ersten Teil der Serie überzeugen, bietet für einen geringen Preis ähnliche Qualitäten wie Sennheiser und womöglich noch das ein oder andere Feature mehr.
- homogenes Klangbild
- gutes Mikrofon
- solide Verarbeitung
- leider keine ohrumschließenden Polster
- Preis nur angemessen, wenn USB benötigt
Einen USB-Adapter inklusive gibt es auch beim Sennheiser PC350, dazu ohrumschließende Ohrmuscheln und eine stets leicht bessere Haptik sowie eine solidere Verarbeitung. Wer es zudem auf maximale Ortbarkeit in Spielen abgesehen hat und dies auch zu Lasten der restlichen Darstellung in Kauf nehmen will, wird mit dem PC350 vielleicht sogar besser fahren als mit den kleineren Sennheiser-Headsets. Unter anderen Gesichtspunkten ist dieses Produkt allerdings kein Spitzenreiter. Die Anpassung an Spielerbedürfnisse geht zu Lasten der Homogenität des Klangs, was den Einsatz beim Musikhören schnell zur Nervensache werden lässt. Auch der Tragekomfort ist kein Steckenpferd des Headsets, er bewegt sich allerdings noch im akzeptablen Rahmen. Letztendlich kann man sich den recht hohen Preis [8] aber auch sparen.
- gute Verarbeitung
- gutes Mikrofon
- sehr gute Ortbarkeit in Spielen
- spielertypischer Bass
- Sounding geht zu Lasten der Homogenität
- Anpressdruck der Ohrmuscheln etwas zu hoch
- Preis ist zu hoch
Hoch ist der Preis auch beim QPAD QH-1339. Sehr hoch sogar [5]. Dafür wird zweifellos auch ein erhabenes Produkt geliefert, das nicht nur Spieler sondern auch Freunde des guten Tons zufriedenstellen kann. Allerdings muss man sich schon sehr sicher sein, die Weite des Klangs, den tiefen, aber zurückhaltenden Bass und die schmeichelnden Höhen auch wirklich heraushören zu können, ehe man sich für das QPAD entscheidet. Wer glaubt, für den hohen Preis ein Produkt zu erwerben, das sich mit einem Knall vor die Konkurrenz setzt, der ist hier falsch. Auch wird man durch die akustische Leistung nicht besser spielen können. Überhaupt: Wer nur spielt, braucht das QPAD-Headset nicht. Wer darüber hinaus anspruchsvoll ist und auch einen guten Kopfhörer sucht, der könnte hier jedoch fündig werden. Selbst oder gerade dann sollte man jedoch seine Alternativen kennen, die zweifelsohne in einem guten Kopfhörer nebst Tischmikrofon liegen.
- hoher Tragekomfort
- sehr gute Verarbeitung
- hifidele Klangeigenschaften
- gutes Mikrofon
- sehr hoher Preis
- Tagesaktuelle Preise der Headsets:
- Sennheiser PC161 [6]
- Sennheiser PC166 USB [7]
- Sennheiser PC350 [8]
- QPAD QH-1339 [5]
Schlussbemerkung
Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für ihn geeignetes Headset zu finden und ihn dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.















