Einleitung
Wenn es um guten Ton am PC geht, tun sich viele schwer. Obwohl es gerade Lautsprecher sind, die eigentlich am längsten genutzt werden können und technisch nicht erwähnenswert veraltern wie etwa Grafikkarten und Prozessoren, so sind nicht alle gewillt, viel Geld für den korrekten Klangeindruck auszugeben. Manche meinen, der hörbare Unterschied sei den Aufpreis nicht Wert, andere glauben, hinter Logitech, Creative oder Teufel höre die akustische Welt auf und wieder andere sind davon überzeugt, ein PC sei zum Spielen und eine Hifi-Anlage für den Rest da. Wie immer liegt die Wahrheit jedoch irgendwo in der Mitte. So muss eine ernsthafte Lautsprecherunterstützung für den PC weder unbezahlbar sein noch das Prädikat „PC-Lautsprecher“ tragen. Auch ist nicht immer der Weg über vollaktive Systeme der genannten Hersteller der zielführendste, wenngleich er einfach ist.
Um eine sinnvolle Alternative zum – und das soll nicht abwertend klingen – PC-Boxen-Einerlei soll es in diesem Bericht gehen. Alles ist hierbei etwas aufwendiger, alles aber auch etwas ausgewachsener und wahrscheinlich auch besser. Konkret dreht es sich um zwei passive Lautsprecher des deutschen Herstellers Nubert – namentlich nuBox 311 – nebst benötigtem Verstärker. Der preisliche Aufwand für eine derartige Konstruktion ist schwer festzusetzen. Das Lautsprecherpaar selbst schlägt mit 278 Euro zu Buche [1] und ist damit allein bereits teurer als einige höherwertige PC-Lautsprechersets. Für den Betrieb ist jedoch auch der erwähnte Verstärker zwingend notwendig, der – je nach Modell – gut und gerne teurer als die Nubert-Boxen sein kann.
Trotz der eher wohnzimmertauglichen Herkunft soll das aktuelle Setup gegen bestehende Größen am PC antreten. Dabei wird auf den folgenden Seiten untersucht, wie die Nubert-Lautsprecher mit dem PC verbunden und in Betrieb genommen werden und können und auch, wie sie sich denn nun im Klangvergleich schlagen. Bereits im Test des Edifier S2000 [2], welches quasi die Brücke zwischen vollaktiven PC-Lautsprechern und passiven Tonerzeugern aus der Hifi-Welt schlägt, kamen die Nubert-Boxen als Randnotiz vor. Hier nun soll ein tiefergehender Vergleich erfolgen.
Vorbetrachtung
Testsystem
In der Regel werden alle getesteten Lautsprecher an eine Creative X-Fi Platinum angeschlossen. In diesem Fall ist das natürlich nicht möglich, da die beiden Nubert-Lautsprecher nicht über einen integrierten Verstärker verfügen. Stattdessen wird ein Stereo-Klinken-Ausgang der Soundkarte mit einem Stereo-Cinch-Eingang des verwendeten Verstärkers – einem Onkyo TX-SR 606 – verbunden. Die zwei nuBoxen werden ihrerseits mit dem AV-Receiver verdrahtet und fertig ist das Paket. Für tiefergehende Informationen über die Möglichkeiten, einen PC mit einem Receiver zu verbinden, kann unser Artikel „Was gehört zum guten Ton?“ [3] herangezogen werden.
Als Betriebssystem kommt Windows Vista zum Einsatz. Aufgrund der höheren Stabilität werden Youp-Pax-Treiber für die Soundkarte verwendet. Als Abspielsoftware wird auf PowerDVD 7 sowie den Windows Media Player zurückgegriffen. Equalizer-Einstellungen oder Upmix-Modi werden gänzlich deaktiviert, so nicht anders beschrieben! Als alternativer Zuspieler zum PC wird der Blu-ray-Player Samsung BDP-1400 genutzt, der per HDMI-Kabel mit dem Onkyo-Receiver verbunden wird. Über die Audyssey-Einmessautomatik des AV-Receivers wird auch eine Kalibrierung auf den Hörplatz vorgenommen, die ebenfalls zur klanglichen Beurteilung herangezogen wird.
Bisher getestete Lautsprechersysteme:
- Edifier S2000 [1]
- Teufel Concept E 400 [4]
- Edifier S550 [5]
- Edifier S730 [6]
- Creative GigaWorks T3 [7]
- Creative GigaWorks T20 Series II [6]
- Creative GigaWorks T40 Series II [6]
- Logitech Z Cinéma Advanced [8]
- Teufel Motiv 5 [9]
- Razer Mako [10]
- Teufel Concept F [11]
- Logitech G51 [12]
- Teufel Motiv 2 [13]
- Logitech Z-5450 Digital [14]
- Teufel Concept E Magnum Power Edition [15]
Testumgebung
Beim Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung vorgenommen.
Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz. Neben den im folgenden aufgelisteten Quellen werden auch Blu-ray-Disks und MP3-Dateien verschiedener Qualität verwendet. Auf eine Auflistung aller verwendeten Titel wird aus Platzgründen verzichtet.
Detailbetrachtung
Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt, auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen die optischen Reize beistehen. Auch das hier getestete Lautsprechersystem von Edifier muss sich einer genaueren optischen Überprüfung hingeben.
nubert Nubox 311
Nuberst nuBox 311 ist nicht primär auf den PC-Markt ausgelegt. Sie erfüllt daher auch andere Ansprüche und hebt sich durch einige Eigenheiten von gewöhnlichen PC-Boxen ab. Der größte Unterschied hierbei ist, dass der passive Lautsprecher keinen eigenen Verstärker mitbringt. Er kann damit nicht direkt an eine Soundkarte angeschlossen werden. Aus dem selben Grund vermisst man auch jedwede Fernbedienung, Displays oder Bedienelemente. Alle Einstellungen, die mit dem Klang zu tun haben, müssen an einem Stereo- oder Surround-Verstärker vorgenommen werden. Die einzige Ausnahme von dieser Regel stellt ein Kipp-Schalter da, der geringen Einfluss auf die Höhenwiedergabe der Nubert-Lautsprecher nimmt. Mit ihm können die Lautsprecher „brilliant“ oder „linear“ eingestellt werden. Während die erste Wiedergabe durch eine vergleichsweise luftige Note überzeugen könnte, ist es die lineare Stellung, die Neutralität garantieren soll und für die höchstmögliche Authentizität steht.
Trotz oder gerade wegen der Hifi-Herkunft müssen sich die Nubert-Lautsprecher aber den gewohnten Kriterien stellen und eine haptische wie auch optische Prüfung bestehen. In beiden Fällen gibt es nicht viel zu berichten. Dafür kann jedweder Kommentar zur Verarbeitung aber auch nur positiv ausfallen. So wird die Nubert nuBox 311 aus stabilen MDF-Platten hergestellt, die das Gehäuse sehr akkurat formen und an keiner Stelle uneben sind. Alle Ecken sind exakt eingepasst und weisen keine Fehler bei der Oberflächenverarbeitung auf. Das Gehäuse der nuBox 311 ist in drei Variationen erhältlich, wobei hier die Ausführung mit schwarzer Dekorfolie und silberner Front zu sehen ist. Der Übergang des Gehäuses zur Frontpartie sowie der Sitz der Stoffabdeckung sind hervorragend. Das selbe gilt auch für die Rückseite, an der sich ein hochwertiges Anschlussterminal mit vergoldeten Schraubklemmen wiederfindet.




Geradezu perfekt gelingt auch die Einpassung der beiden Chassis in die Gehäusefront. Die Spaltmaße der Treiber sind sehr gleichmäßig und auch sonst sitzen die Chassis ideal zentral. Bei der Verschraubung gibt es ebenfalls keinen Grund zum Tadel.
Ebenfalls rückseitig wurde eine Öffnung für den Bass-Reflex-Kanal integriert. Das Bass-Reflex-System erhöht den Wirkungsgrad des kleinen Lautsprechers und sorgt für einen satteren, da tiefergehenden Klang. Ohne diese Öffnung könnte die untere Grenzfrequenz der Lautsprecher wohl nicht bei 63 Hz (bei – 3 db) liegen. Ein Stoffpropfen zum verschließen der Öffnung liegt nicht bei.




Insgesamt ergibt sich ein sehr überzeugendes Gesamtbild, so dass sich Nuberts nuBox 311 nicht hinter höherpreisigen Lautsprechern verstecken muss. Durch die unter Wohnzimmer-Gesichtspunkten geringe Größe eignen sich die Lautsprecher auch noch gut für den Betrieb am PC und damit auf dem Schreibtisch. Leider werden für eine etwaig gewünschte Wandmontage keinerlei Befestigungsmöglichkeiten geboten. Auch Lautsprecherständer müssen so gewählt werden, dass man die nuBox 311 auf diese heraufstellen kann. Selbst dann müsste das Gehäuse für eine wirklich sichere Verbindung aber wohl angebohrt werden, so sich die Lautsprecher nicht durch die Ständerkonstruktion einspannen lassen.
Technische Daten
Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern macht Nubert sinnvolle und realistische Angaben zu den eigenen Lautsprecherserien. Dabei hält man sich nicht nur mit den Belastbarkeiten der Lautsprecher auf – eine maximale Verstärkerleistung fehlt bei dem passiven System aus naheliegenden Gründen ohnehin – sondern beziffert auch den Frequenzgang genauer. Das ist sehr löblich und soll auch an dieser Stelle Erwähnung finden.
| Aspekt | Realisierung |
|---|---|
| Konstruktionsprinzip | Zwei-Wege-Lautsprecher |
| Abmaße Satelliten |
27 x 17 x 24/25,4 cm H x B x T (ohne/mit Stoffrahmen) |
| Brutto-Volumen | 11 Liter |
| Treiber-Bestückung | 25-mm-Gewebekalotte 14,5-cm-Tiefmitteltöner |
| Nennbelastbarkeit | 100 Watt |
| Impedanz | 4 Ohm |
| Frequenzgang | 63-22.000 Hz ±3 dB |
| Preis | 278 Euro/Paar [16] (auch einzeln zu erwerben) |
Neben einigen Daten, die für den Endverbraucher nur von zweitrangigem Interesse sind – etwa das Gehäusevolumen oder die genauen Abmaße – äußert sich Nubert auch zum Frequenzverlauf der kleinen nuBox. Dieser deckt mit einer unteren Grenzfrequenz von 63 Hertz und einer annähernd linearen Kennlinie bis hoch zu 22 kHz ein beachtliches Spektrum mit minimaler Abweichung von maximal 3 dB ab. Das bedeutet, dass der Großteil des hörbaren Frequenzspektrums ohne nennenswerte Abweichungen in der Lautstärke wiedergegeben wird. Einzig im Frequenzkeller fehlt es der Kompaktbox an dem letzten Tiefgang. Mehr ist bei der Gehäuse- und Chassisgröße aber auch kaum denkbar und bleibt den deutlich größeren Standboxen oder Subwoofern vorbehalten.
Vollkommen inbegriffen im linearen Frequenzgang ist vor allem der Mitteltonbereich, der vor allem für die Stimmenwiedergabe aber auch satteren Instrumentalklang sehr wichtig ist. Gerade hier patzen übliche PC-Lautsprecher, weshalb die Wiedergabe am Computer in der Regel (eine Ausnahme ist etwa das Edifier S2000) flach und leblos im Vergleich zu richtigen Hifi-Komponenten wirkt. In diesen Bereichen kann die Nubert-Box punkten, zumindest auf dem Papier.
Auffälligkeiten
Wer eine moderne Kompaktbox kennt, wird sich nicht über die schwäbische nuBox 311 wundern. In einem Detail zeigt sich aber ziemlich deutlich, wie sehr der Hersteller daran orientiert ist, die beste Klangerfahrung für den Hörer herauszuholen. So kann die Wiedergabe der nuBox 311 begrenzt beeinflusst werden, wobei ab Werk vor allem ein Kippschalter auf der Gehäuserückseite auffällt. Dieser erlaubt es dem Nutzer, die Klangfarbe des Lautsprechers im Hochtonbereich zu verändern. Zu Wahl steht eine seidigere und luftigere Darstellung, bie der die Höhenwiedergabe im Gegensatz zur nach rein linearen Maßstäben korrekteren Darstellung verändert wird, sowie der normale, lineare Modus. Während der lineare Modus bereits dem Namen nach klangtreu bleibt, nimmt auch die luftigere Stellung keine derartigen Anstrengungen vor, in kreischenden Höhen zu versinken. Auch audiophile Hörer müssen vor der Zweit-Stellung des Kipp-Schalters also keine Angst haben und können ihr durchaus eine Chance einräumen.
Darüber hinaus bietet Nubert ein besonderes Leckerli für interessierte Käufer an: Über ein spezielles ABL-Modul [17] kann der Frequenzgang der nuBox 311 (und anderer Lautsprecher) derart erweitert werden, dass die untere Grenzfrequenz der Kompaktbox bei 46 Hz (-3 dB) liegt. Das entspricht schon fast dem Niveau guter PC-Subwoofer! Es ist allerdings ein Modul je Lautsprecherpaar notwendig. Mit einem Stückpreis von 189 Euro ist es zudem nicht gerade günstig und bleibt damit wohl eine Investition für jene, die das Maximale aus den kleinen Lautsprechern herausholen wollen. Für diesen Test wurde nicht auf ein ABL-Modul zurückgegriffen.
Klangeindrücke
Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter der getesteten Lautsprecher vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Darüber hinaus kann in diesem speziellen Fall auch der verwendete Onkyo-Receiver ein Unterscheidungsmerkmal beim Klang sein, da andere Verstärkerkomponenten möglicherweise andere Klangakzente setzen. Daher sollten die folgenden Beschreibungen nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.
Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen gezogen werden.
Musik
Wenn man die kleinen Nubert-Lautsprecher betrachtet, ist man leicht innerlich zerrissen. Je nachdem, von welcher Seite der Anlauf für die gestellten Erwartungen erfolgt, schwankt man zwischen heilloser Vorfreude und bedächtigem Interesse. Nimmt man gängige – und nicht gerade schlechte – PC-Lautsprecher als Maßstab, so imponiert die nuBox 311 durch ihr erwachsenes Finish, die kompakten, aber für Schreibtisch-Verhältnisse nicht geringen Abmaße und natürlich der hochkarätigen Herkunft. Blickt man jedoch unter der Prämisse eines ausgewachsenen Heimkinos oder einer Stereo-Anlage auf die nuBox 311, so stellt diese zwar weiterhin ein solides Stück Technik dar, leistet sich aber in gut besetzter Nachbarschaft keine auffallenden – positiv wie negativ – Ausreißer.
Beim Klang verhält es sich ähnlich, doch der Reihe nach. Die Nubert nuBox 311 wurde an einem Onkyo TX-SR 606 als Stereolautsprecherpaar betrieben. Anfangs wurde auf eine Einmessung, die räumliche Gegebenheiten korrigieren und auch Equalizer-Voreinstellungen vornehmen kann, verzichtet. In einem zweiten Durchgang wurde das integrierte Adyssey-Einmesssystem benutzt. Darüber hinaus wurden diverse Testquellen auch mit Subwoofer-Unterstützung wiedergegeben. In jedem Fall soll eine einzelne Beschreibung der verschiedenen Modi erfolgen.
Gänzlich ohne Einmessung und Equalizer-Einstellungen (im Pure-Audio-Modus des Receivers) wirkt die Wiedergabe der nuBox 311 überaus angenehm und gänzlich unspektakulär – was gut ist. Es fallen weder kreischende Höhen noch überbetonte Bässe auf. Letztere traut man der kleinen Kompaktbox zwar auch nicht zu, tatsächlich schwächelt sie jedoch nicht im Tieftonbereich. Die Musikwiedergabe wirkt insgesamt sehr voll, vor allem Stimmen und Instrumente wirken im Allgemeinen sehr strukturiert und weit gefächert. In puncto Tieftonwiedergabe übertrifft die Nubert-Box auch das Edifier S2000, das auf eine ähnliche Chassis-Bestückung und sogar noch größere Kompaktlautsprecher vertraut. Das liegt vor allem an der Knackigkeit, die sich die nuBox 311 solange leistet, wie es Gehäusevolumen und Tiefmitteltontreiber zulassen. Der Bass wirkt niemals schwammig und nicht untersetzt. Man hört auch nicht, wann die Lautsprecher an die Grenzen der Machbarkeit im Frequenzkeller stoßen. Der Klang läuft hier schlicht seicht aus und wirkt nicht überanstrengt.
Besonders gefallen hat die Homogenität der gesamten Wiedergabe sowie die erreichbare Dynamik der kompakten Box. Die Qualitäten der Lautsprecher genügen, um einen sehr authentischen Charakter etwa in das Live-Konzert von In Extremo [18] aus dem Jahre 2002 (DVD-Version) zu zeichnen. Die teilweise kratzige, sehr kräftige Stimme des Sängers der Mittelalter-Rockbank – Michael Rhein – wirkt eben so, wie es sich gehört. Keine Spur von flachem oder nasalem Klang; die aus dem ersten Gothic-Teil bekannte Musikgruppe darf dank Nubert so kräftig spielen wie auf kaum einem anderen bisher getesteten Lautsprechersystem.
Einzig beim maximalen Tiefgang könnte man höhere Ansprüche anmelden, vor allem, wenn man ein mittelprächtiges Satelliten-Subwoofer-System gewohnt ist. Hier kann die nuBox 311 vor allem bei Trommeln nicht mithalten. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Eagles. Auch hier brilliert das Stereopaar mit einer sehr authentischen Wiedergabe, die Freude macht. Der teils mehrstimmige Gesang wirkt sehr harmonisch, aber differenziert und weit gefächert. Auch die zahlreichen Gitarren und Percussions-Instrumente auf der Live-DVD „Hell Freezes Over“ klingen satt, stimmig und lebendig. Das letzte Quäntchen Tiefgang fehlt aber. Wirklich störend ist das aber nie, sofern es einem nicht nur auf dumpfen Disko-Bass ankommt.
Mittels Adyssey-Einmessung spielten die Nubert-Lautsprecher noch einmal lebendiger und klarer auf. Hier zeigte sich abermals, dass die kleinen Boxen sehr viel mehr zu leisten vermögen als man ihnen zutrauen könnte. Richtig interessant wurde es aber, als ein dedizierter Subwoofer hinzugenommen und eingepegelt wurde. Eingesetzt wurde in diesem konkreten Fall der Tieftonspezialist des Teufel Concept E 400 [3], der für mehr geschaffen zu sein scheint als nur am PC eingesetzt zu werden. Bei dieser Kombination handelt es sich natürlich nicht um eine ideale Paarung! Interessant ist aber der Versuch, womöglich bestehende (und nicht einer Brotbüchse gleichende) PC-Subwoofer mit den Nubert-Lautsprechern zu kombinieren. Tatsächlich zeigte sich eine herausragende Dynamik und Homogenität. Kaum etwas ist bei dieser Konstellation unterbetont, Verbesserungen können lediglich hinsichtlich der Detailwiedergabe und der räumlichen Abbildung sowie des maximalen Tiefgangs erwartet und von sehr viel größeren und teureren Systemen erfüllt werden.
Ob mit Subwoofer oder ohne – die nuBox 311 bleibt Herrin über fast jede Musikrichtung. Viel mehr Performance, Klarheit und Homogenität sind bei der Größe und Preisklasse kaum möglich.
Filme und Spiele
Nachdem die Nubert nuBox 311 schon bei der Musikwiedergabe überzeugte, soll auch eine Betrachtung im Film- und Spiele-Sektor nicht fehlen. Beim Heimkinoeinsatz fällt dabei sofort auf, dass die Kompaktboxen einen sehr viel ausgewogeneren und kräftigeren Klang liefern als viele, vergleichsweise winzige PC-Lautsprecher. Besonders eindrucksvoll macht sich das etwa bei Stimmen aus dem Off bemerkbar, ganz besonders bei der erklärenden Ansprache von Optimus Prime zu Beginn des ersten Teils von Transformers. Die sehr markige, tiefe und verzerrte Stimme, die den Ursprung des Allsparks erklärt, wirkt auch eben so und nicht wie um drei Hauswände herum reflektiert.
Ein ähnliches Bild ergibt sich auch in allen anderen Filmen: Die Wiedergabe glänzt durch einen hohen Grad an Realismus und Homogenität. Die kleinen nuBoxen versuchen nicht, mit Effekthascherei negative oder auch positive Resonanz zu erschummeln, der Klang ist einfach da und wirkt so, wie man ihn erwartet. Immer dann, wenn es „nur“ um Dialoge und Filmmusik geht, leisten die zwei Kompakten eine hervorragende Arbeit. Die Räumlichkeit ist stets gut, das Bühnenbild breit aufgefächert und der Klang voll. Einzig Actionszenen infizieren den Hörer abermals mit der Prise Verlangen, die sich aus der Abstinenz eines Subwoofers oder einer tieftonstarken Standbox ergibt. Die nuBox 311 kann etwa in „Master and Commander“ die brutalen Einschläge von Kanonenkugeln nicht markerschütternd umsetzen oder Olifanten aus „Herr der Ringe“ erdbebengleich abbilden. Derartiges kann man von Kompaktboxen aber auch kaum erwarten.
Anders sieht das natürlich aus, wenn man einen Subwoofer als Unterstützung mit hinzu nimmt. Als Satelliten-Lautsprecher eignet sich die nuBox 311 nämlich hervorragend, auch und gerade, weil sie nicht nur bis 80 Hz problemlos herunterspielen kann – wie es bei THX-Systemen gefordert wird – sondern noch darüber hinaus eine knackige Wiedergabe zaubert. Für den reinen Einsatz am PC genügt sie aber ebenfalls; Computer-Spiele profitieren gleichwohl von dem runden, neutralen Klangbild wie jede andere Wiedergabe auch. Für Surround-Sound werden aber mehr als die hier getesteten zwei nuBox-Lautsprecher fällig.
Fazit
Es ist soweit, das Fazit steht an. Bevor eine finale Wertung vorgenommen werden kann, muss man sich aber erst einmal im Klaren darüber sein, was die nuBox 311 sein will und sein kann. So unterscheidet sie sich sehr deutlich von normalen PC-Systemen, wobei der größte Unterschied darin liegt, dass sie nicht einfach an den PC angeschlossen werden kann. Zumindest ein Stereoverstärker ist für den Betrieb also notwendig, womit auch der Kostenrahmen nach oben hin offen ist. Gleichwohl muss aber auch der Willen bestehen, sich derart große Lautsprecher auf den Schreibtisch oder in die Nähe des PCs zu stellen und sie vergleichsweise aufwändig mit dem Computer zu verbinden.
Der Lohn des Ganzen stellt dabei nicht einmal jeden zufrieden. Es gibt keinen „Aha-Effekt“, dem man durch grummelnde Bassgewitter oder überpräsente Höhen direkt aufsitzt. Wer es darauf abgesehen hat, ist hier falsch. Der Clou dabei: Alle anderen könnten begeistert werden. Nuberts nuBox 311 verblüfft mit einem sehr ausgewogenen Klang, der angesichts der Gehäusegröße überaus voll und kräftig ausfällt und immer dann überzeugt, wenn man höhere Ansprüche an die Wiedergabe stellt. Die Herkunft aus der gehobenen Klangwelt merkt man den Kompaktlautsprechern stets an, weshalb es nicht überrascht, dass PC-Lautsprecher im direkten Vergleich sehr alt aussehen können.
Tatsächlich kann nur das Edifier S2000 mit dezentem Abstand Schritt halten. Auch dieses Set setzt auf großvolumige Kompaktlautsprecher, kann im Gegensatz zu den passiven Nubert-Boxen aber direkt mit dem PC verbunden werden. Darüber hinaus gibt es kaum ein PC-Lautsprechersystem unseres bisherigen Testparcours, das annähernd in dieser Liga spielt. Zwar überzeugten auch das Teufel Motiv 2 [12] oder das Edifier S730 [5] durch eine für PC-Systeme homogene und nicht übertriebene Wiedergabe. Im direkten Vergleich fehlt es beiden aber an der Luftigkeit und Detailzeichnung der Kompaktboxen. Nuberts nuBoxen sowie das Edifier S2000 klingen deutlich voller und dynamischer. Beide offenbaren, dass der Rest der PC-Riege im Vergleich eher nach Lautsprecher klingt. In der direkten Auseinandersetzung zwischen den beiden genannten Kompaktlautsprechersystemen gewinnt Nubert durch einen strukturierteren und volleren Bass sowie eine nochmals gefälligere Höhendarstellung.
Den wahren Trumpf spielt man aber aus, wenn man die kleinen Kompaktboxen mit einem Subwoofer paart, sei er aus dem Hause Nubert oder lediglich ein Überbleibsel eines anderen PC-Soundsystems. Sofern sich dieser gut in das Gesamtbild integrieren lässt, ist man nicht nur am PC klanglich sehr gut bedient sondern auch angesichts hifideler Ansprüche. Zwingend notwendig ist das aber nicht.
- sehr homogenes Klangbild
- erstaunlich knackiger Bass
- Klangfarbe per Schalter an den eigenen Geschmack anpassbar
- exzellente Verarbeitung
- mehrere Farbkombinationen wählbar
- kann nicht direkt mit dem PC verbunden werden
Angesichts der Gesamtleistung ist es allerdings – mal wieder möchte man meinen – notwendig, eine ComputerBase-Empfehlung für die Nubert nuBox 311 auszusprechen. Der Willen, ein erwachsenes Setup für die Tonwiedergabe am PC aufzubauen, muss allerdings vorhanden sein. Und das nötige Kleingeld auch.
Tagesaktuelle Preise:
- Nubert nuBox 311 [19]
- Edifier S2000 [20]
- Teufel Concept E 400 [21]
- Edifier S550 [22]
- Edifier S730 [23]
- Teufel Motiv 2 [24]
- Creative GigaWorks T3 [25]
- Logitech Z Cinéma Advanced [26]
- Razer Mako [27]
Schlussbemerkung
Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.





