Einleitung
Teufel beschreitet mit dem Concept B 200 USB neue Wege: Statt um ein Subwoofer-Satelliten-System handelt es sich bei diesem Lautsprecherset um ein reines Stereosystem mit zwei größeren Boxen und einer externen Verstärkereinheit. Diese beherbergt gleich vier potente Endstufen für die zwei Kanäle sowie einige Extra-Features, die die Ausstattung deutlich nach oben schrauben. So wird das Concept B 200 USB – wie es der Name schon vermuten lässt – über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden und nutzt diese Schnittstelle auch gleich, um drei vollwertige USB-Anschlüsse auf dem Schreibtisch bereitzustellen. Hinzu kommen weitere Audio-Eingänge und Anschlussmöglichkeiten für ein Headset.
Angesichts dessen stellt sich allerdings die Frage, ob die Ausstattung von etwaigen klanglichen Unzulänglichkeiten ablenken soll, oder zumindest ein Preistreiber ist, der so nicht notwendig gewesen wäre. Denn mit einem Einführungspreis von 199 Euro [1] ist auch das klar: Nur, weil der massetechnisch größte Posten, der Subwoofer, nicht Teil des Systems ist, ist es immer noch kein Schnäppchen. In ähnlichen Gefilden jagen auch einige 2.1- und 5.1-Systeme nicht nur aus dem Hause Teufel, weshalb es das Concept B 200 USB nicht leicht haben dürfte, sich durchzusetzen.
Um all' diese Ansatzpunkte abzuklopfen, warten natürlich erneut umfangreiche Tests auf das Teufel Concept B 200 USB. Die folgenden Seiten sollten daher alle offenen Fragen klären können.
Testsystem
Das Teufel Concept B 200 USB wird primär über USB mit dem PC verbunden. Alternativ stehen aber auch ein Stereo-Cinch- sowie ein Miniklinkeneingang bereit, sodass auch externe Geräte oder eine Soundkarte mit dem Set verbunden werden können. Da der USB-Anschluss aber auch für den Anschluss eines Headsets und das Funktionieren des USB-Hubs notwendig ist, wird das Set in diesem Test hauptsächlich über USB betrieben.
Als Vergleichsmöglichkeit dienen einige der bisher getesteten und unten aufgelisteten Lautsprechersysteme wie das Edifier S730D, das Teufel Motiv 2 oder das Teufel Concept E Magnum PE. Als etwas größer dimensionierte Referenz stehen zwei Nubert Nuline 32 nebst Nubert AW1000 an einem Onkyo TX-SR 606 bereit. Das 2.1-System von Nubert ist dabei natürlich kein Maßstab, den die hier getesteten PC-Systeme erreichen können, beläuft sich der Preis der Receiver-Lautsprecherkombination doch auf gut 2.000 Euro. Es soll nur bei der Beurteilung der klanglichen Aspekte helfen.
- Creative
- Edifier
- Edifier S530D [3]
- Edifier S330D [2]
- Edifier S2000 [4]
- Edifier S550 [5]
- Edifier S730 [6]
- ESI
- Logitech
- Nubert
- Nubert nuBox 311 [11]
- Razer
- Razer Mako [12]
- Scythe
- Teufel
Testumgebung
Bei dem Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung vorgenommen.
Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz. Es werden sowohl Blu-ray-Disks als auch DVDs, CDs und MP3-Dateien verschiedener Qualität verwendet. Auf eine Auflistung aller verwendeten Titel wird aus Platzgründen verzichtet.
Technische Daten
Das Teufel Concept B 200 USB ist nicht das erste 2.0-Lautsprechersystem im ComputerBase-Test. Neben Stereolautsprechern mit integriertem Verstärker wie dem Creative GigaWorks T40 Series II warfen wir auch schon einen Blick auf ähnliche Konstruktionen mit externer Verstärkereinheit. So überzeugten in der Vergangenheit sowohl das Edifier S2000 [20] als auch das Scythe KroCraft Plus [21], welches zudem äußerst sparsam zu Werke ging.
| Aspekt | Teufel Concept B 200 USB | Scythe KroCraft Plus | Edifier S2000 | Creative Gigaworks T40 Series II |
|---|---|---|---|---|
| Kanäle | 2.0 | 2.0 | 2.0 | 2.0 |
| Ausgangsleistung | 120 Watt Sinus | 20 Watt Sinus | 80 Watt RMS | 32 Watt Sinus |
| Eingänge | 1x USB 1x Stereo-Cinch 1x Miniklinke |
1x Stereo-Cinch | 2x Stereo-Cinch 1x optisch 1x koaxial |
1x Miniklinke |
| Pegelsteuerung | Drehregler am Verstärker | Drehregler am Verstärker | Drehregler am Verstärker Fernbedienung |
Drehregler am rechten Lautsprecher |
| Besonderheiten | USB-Hub Headset-Anschluss Class-D-Verstärker |
Verstärker im 3,5"-Format Class-D-Verstärker |
Analog- und Digitaleingänge | |
| Abmaße (B x H x T) | Verstärker; 250 x 52 x 170 mm Satelliten: 100 x 311 x 220 mm |
Verstärker: 152 x 41 x 113 mm Satelliten: 145 x 210 x 249 mm |
Verstärker: 210 x 86 x 250 mm Satelliten: 176 х 331 х 302 mm |
Verstärker: nicht dediziert vorhanden Satelliten: 88 x 143 x 313 mm |
| Preis | 199 Euro [22] | ab ca. 76 Euro [23] | ab 329 Euro [24] | ab ca. 86 Euro [25] |
Im direkten Vergleich mit den Kontrahenten fällt die üppige Dimensionieren der Endstufen bei Teufel auf. Nicht nur, dass die Berliner den passiven Lautsprechern effiziente Class-D-Verstärker zur Seite stellen, für jeden Lautsprecher gibt es auch noch zwei dedizierte Endstufen für den Hoch- und Mittelton. Insgesamt kann die externe Verstärkereinheit daher 120 Watt aus der Steckdose ziehen und den Lautsprechern bereitstellen.
Ebenfalls anders als bei der Konkurrenz ist die Anschlussweise des Systems. Das Concept B 200 USB ist ein USB-Lautsprechersystem. Es kann zwar auch über den Stereo-Cinch- oder Miniklinkeneingang angeschlossen werden, hierbei büßt es aber einige Funktionen ein. Funktionen, die es den anderen Lautsprechersets voraus hat. So kann man an dem Concept B 200 USB drei USB-Geräte anschließen, die sich auch bidirektional nutzen lassen. Zudem verfügt die externe Box über einen Mikrofoneingang und einen Kopfhörerausgang, sodass auch ein Headset bequem mit dem PC verbunden werden kann. Diese Features gehen über das hinaus, was ein Lautsprechersystem normalerweise leisten soll. Sie sind aber nur konsequent, wenn man schon ein USB-Lautsprechersystem konstruiert.
Detailbetrachtung
Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt, auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen die optischen Reize beistehen. Auch das hier getesteten Lautsprechersystem von Teufel muss sich einer genaueren optischen Überprüfung hingeben.
Teufel Concept B 200 USB
Das Teufel Concept B 200 USB besteht aus einer externen Verstärkereinheit und zwei Lautsprechern. Die Verstärkereinheit verfügt dabei über eine schwarze Klavierlackfront und ein Gehäuse aus mattschwarz lackiertem Aluminium. Die Satellitenlautsprecher bestehen aus einem recht massivem Kunststoffgehäuse, das auf der Vorderseite durch ein ebenfalls mattschwarzes Aluminiumgitter abgedeckt wird. Obwohl die Materialauswahl keine großartigen Qualitätsmaßstäbe setzen kann, wirkt die Verarbeitung durchweg tadellos. Es zeigen sich an keiner Stelle ungleichmäßige Spaltmaße, schlecht aufgetragener Lack oder Schwachstellen in der Konstruktion. Die Satelliten stehen sicher auf einer Gummisohle, die gleichzeitig die Vibration des Gehäuses dämpft. Auch die relativ kleine Box des externen Verstärkers wirkt wertig verarbeitet und wiegt mehr, als man meinen könnte, da sich im Innern ein nicht unerheblich großer Ringkerntransformator verbirgt.
Eine Fernbedienung gibt es nicht, dafür können alle Einstellungen an der externen Box vorgenommen werden, die üblicherweise auf dem Schreibtisch Platz finden dürfte. Über sie lässt sich nicht nur die Lautstärke, sondern auch die Bass- sowie die Treble-Steuerung übernehmen. Gleichzeitig befinden sich auf der linken Seite des Kästchens der An- und Ausschalter (neben einem zusätzlichen Netzschalter auf der Rückseite) sowie ein Wahldruckknopf für die drei zur Verfügung stehenden Eingänge. Diese werden einzeln durchgeschaltet.




Wird das Concept B 200 USB mit dem beigelegten USB-Kabel mit dem PC verbunden, so stehen auch die drei bidirektionalen USB-Anschlüsse auf der Vorder- und Rückseite zur Verfügung. Der Verstärker agiert dann wie ein normaler USB-Hub, weshalb sich auch Drucker, Festplatten oder MP3-Player an das Gerät anschließen lassen. Auf die Tonwiedergabe hatte auch das gleichzeitige Drucken oder der Zugriff auf eine externe Festplatte keinen Einfluss. Für die Verbindung mit anderen Zuspielern stehen ein Stereo-Cinch- sowie ein Klinkeneingang auf der Rückseite des Gerätes zur Verfügung. Auch ein Headset kann mit dem Teufel Concept B 200 USB verbunden werden, sofern dieses via USB mit dem PC verbunden ist. Die entsprechenden Mikrofonein- und Kopfhörerausgänge befinden sich auf der Vorderseite des externen Verstärkers. Dieser ist im Übrigen Plug&Play-fähig und funktioniert ohne eine vorherige Treiberinstallation unter Windows. Das System wird dabei als „C-Media USB Headphone Set“ erkannt. Obwohl das Lautsprechersystem dabei von Windows als Kopfhörer identifiziert wird, fallen keine Besonderheiten im Klangbild auf, die dem zuzuschreiben wären.







Die zwei passiven Lautsprecher des Systems fallen recht groß aus, insbesondere, wenn man die Satelliten der anderen Teufel-PC-Systeme im Hinterkopf hat. Das liegt vor allem an den doppelt verbauten 80-mm-Tiefmitteltontreibern, aber auch an der andersartigen Standfußkonstruktion, die Platz für den nach unten gerichteten Bassreflex-Kanal schafft. Die Lautsprecher laufen nach hinten zudem spitzer zu als andere Teufel-Satelliten, was der Konstruktion noch mehr Volumen gibt. Mit einer Höhe von über 30 Zentimetern fallen die Lautsprecher damit insgesamt nicht gerade klein aus. Dennoch dürften sie auf fast jedem Schreibtisch genügend Platz finden, da sie recht schlank sind und nur eine geringe Stellfläche benötigen. Hinstellen muss man sie allerdings, da es keinerlei Möglichkeit gibt, die Satelliten aufzuhängen. Hierfür fehlt es allein schon an einer passenden Bohrung oder Montagevorrichtung auf der Rückseite. Diese beherbergt einzig einen Klinkeneingang für die 6,3-mm-Stecker, die zum Verstärker führen. Auf normale Lautsprecherkabel und die entsprechenden Klemmen wird verzichtet, was aber auch eine Verpolung verhindert.
Auffälligkeiten
Teufel setzt beim Concept B 200 USB nicht mehr auf die üblichen Lautsprecherkabel für die Verbindung vom Verstärker zu den passiven Satelliten. Stattdessen muss dieser Weg mit zwei Klinkenkabeln (6,3 mm) überbrückt werden. Das macht die Sache prinzipiell etwas einfacher, da das Verschrauben oder Klemmen der Litzen entfällt und auch keine Kabel mehr konfektioniert werden müssen – oder sollte man „können“ sagen? Der geringe Aufwand des Zuschneidens von Lautsprecherkabeln hatte nämlich den Vorteil, dass man die Länge der Kabel selbst bestimmen und den räumlichen Gegebenheiten anpassen konnte. Beim Concept B 200 USB legt Teufel zwei Klinkenkabel mit einer Länge von 1,5 Metern bei. Will man mehr, muss man sich entsprechende Kabel zusätzlich kaufen, was allerdings problemlos möglich ist. Immerhin handelt es sich um Standard-Hifi-Kabel und nicht, wie bei manch anderen PC-Lautsprechern, um Eigenentwicklungen, die einen an den Hersteller fesseln. Was bleibt, ist ein kleiner Schritt in Richtung Einfachheit, der je nach Anspruch an das System aber zusätzlichen Aufwand erfordert. Im alltäglichen Einsatz, also der Verwendung des Concept B 200 USB auf dem Schreibtisch, dürfte es nicht ins Gewicht fallen.
Anders als bei anderen Lautsprechersystemen legen die Berliner dem Teufel Concept B 200 USB übrigens alle Kabel, die für die Inbetriebnahme via USB notwendig sind, bei. Wer das Set allerdings über den Stereo-Cinch- oder Miniklinkeneingang nutzen will, muss sich entsprechende Kabel selbst besorgen; diese sind nicht Teil des Lieferumfangs. Übrigens: Der USB-Hub des Systems funktioniert auch dann, wenn die Lautsprecher selbst ausgeschaltet sind. Dabei ist es unerheblich, ob sie nur über den Ein- und Ausschalter auf der Frontseite des Verstärkers oder über den Netzschalter ausgeschaltet werden. Der integrierte USB-Hub arbeitet also unabhängig davon und ist einem dedizierten Gerät in dieser Hinsicht ebenbürtig.
Stromverbrauch
Der Stromverbrauch ist traditionell kein Steckenpferd des Berliner Herstellers Teufel. Erst in der jüngeren Vergangenheit wiesen die neuen PC-Lautsprechersysteme wie die der Concept-E-Reihe [13] einen angemessenen Standby-Verbrauch auf. Ähnliches muss auch das Concept B 200 USB schaffen, um in diesem Bereich ein „okay“ zu bekommen. Und es enttäuscht diese Erwartung nicht. Im ausgeschalteten Zustand (über den in der Front befindlichen Ein- und Ausschalter) verbraucht das Set etwa ein Watt. Der Wert kann dabei nicht genau ermittelt werden, da das verwendete Voltcraft-Messgerät in diesem Bereich keine genauen Werte liefern kann. Die Zeiten eines Standby-Verbrauchs von über 20 Watt scheinen bei Teufel aber endgültig gezählt zu sein.
20 Watt erreicht man übrigens auch beim Hören selten. Schaltet man das Set ein, verbraucht es im Ruhemodus etwa 8,5 Watt. Bei Zimmerlautstärke ist es ebenso viel und wenn man den Pegel deutlich erhöht, den Lautstärkeregler also etwa auf 11-Uhr-Stellung bringt, wird man immer noch weniger als neun Watt zu Gesicht bekommen. Dies gilt allerdings nur, wenn man die Klangregler am Verstärker unberührt lässt. Dreht man etwa den Bass des Stereosets auf, so schlägt sich das deutlich auf den Stromverbrauch nieder. Je nach Lautstärke kann ein aufgedrehter Bass zu einem Mehrverbrauch von deutlich über 50 Prozent führen. Will man wirklich Partylautstärke erreichen und hört dabei basslastige Lieder, sind Verbrauchsspitzen von bis zu 70 Watt in unserem Test möglich gewesen. Diese wurden aber nur sehr kurzzeitig erreicht. Im Regelfall wird es auch bei beängstigender Lautstärke nicht über 30 Watt hinausgehen. Der Ottonormalverbraucher wird gar zu 90 Prozent im einstelligen Bereich bleiben.
Eine ähnlich träge Veränderung des Stromverbrauchs war beim Scythe KroCraft Plus [26] zu beobachten. Auch dieses Set setzte auf einen effizienten Class-D-Verstärker, verbrauchte im Gegensatz zu Teufels Concept B 200 USB aber selbst im eingeschalteten Zustand unter einem Watt. Das können die Berliner natürlich nicht toppen, sparsam ist das 2.0-System aber dennoch, wenn man an die älteren Systeme der Hauptstädter denkt.
Klangeindrücke
Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter der getesteten Lautsprecher vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen gezogen werden. Als Referenz dient dabei ein 2.1-Set bestehend aus zwei Nubert Nuline 32 sowie einem AW1000 als Subwoofer.
Teufel Concept B 200 USB
Das Concept B 200 USB ist ein 2.0-System und besitzt folglich keinen Subwoofer. Aus diesem Grunde müssen die zwei Lautsprecher auch den Tieftonbereich wiedergeben, was angesichts der verbauten, recht kleinen 80-mm-Chassis für Stirnrunzeln sorgen dürfte. Teufel verspricht dennoch einen linearen Frequenzgang bis auf 80 Hz hinunter. Im Vergleich mit den Subwoofer-Satelliten-Systemen aus gleichem Hause erscheint dies wenig, da Teufels PC-Subwoofer eine untere Grenzfrequenz von plusminus 40 Hz, teilweise auch 32 Hz [14], erreichen. Ein Blick auf gängige Kompaktlautsprecher relativiert diese Grenze jedoch. Die deutlich größere Nubert Nuline 32 schafft auch „nur“ 68 Hz am unteren Ende ihres Frequenzgangs, sodass man sich vorstellen kann, dass es ein kleiner Kraftakt gewesen sein muss, die Satelliten des Concept B 200 USB so abzustimmen. Doch reicht das auch?
Beim ersten Hineinhören in das Set wird man diese Frage vollends mit einem „Ja, es reicht tatsächlich!“ beantworten können. Das Concept B 200 USB klingt nämlich erstaunlich voll und ganz und gar nicht bassschwach. Wirklichen Tiefton wird man zwar nicht heraushören können, dafür präsentieren die zwei Lautsprecher aber eine sehr gelungene Stimmenwiedergabe sowie einen sehr erwachsenen Grundton, den man den Boxen nicht zugetraut hätte. Selbst zu kleinen Bassattacken ist das Teufel-Lautsprecherset fähig. Dreht man es auf und hört das richtige Lied, ist der Bass sogar fühlbar. Zwar nicht in der Magengegend, aber wer hätte den Lautsprechern überhaupt physische Wirkung zugetraut?
Bestätigt werden kann beim Durchforsten der Musikbibliothek auch die sehr harmonische und lineare Abstimmung des Concept B 200 USB. In Jean Michel Jarres sensationell aufgenommenem Konzert in der Verbotenen Stadt („Jarre in China“) werden sowohl das Orchester zu Konzertbeginn als auch die zahlreichen digitalen Effekte sehr glaubwürdig wiedergegeben. Die Blechbläser des Orchesters etwa treten sehr deutlich aus der orchestralen Masse hervor, ohne dabei aber spitz oder aufdringlich zu wirken. Vielmehr scheinen sie über die Streichinstrumente hinweg zu spielen. Ebenso erstaunlich ist, dass auch Trommelschläge nicht nur im Ansatz, sondern auch im Ausklang deutlich wahrnehmbar sind, wenngleich ihnen im Vergleich zu größeren Lautsprechern oder einem Subwoofer etwas das Volumen fehlt.
Im Vergleich mit anderen PC-Lautsprechersystemen – selbst dem in dieser Klasse sehr guten Teufel Motiv 2 oder dem Edifier S730D – überzeugt vor allem die Stimmenwiedergabe. Statt hinter überspitzten Höhen und einem Dröhnbass zurückzutreten, ist es nun der Gesang, der den Ton angibt. Im Klassiker „Hotel California“ der Eagles von der Live-DVD „Hell freezes over“ wirkt Don Henley sehr präsent und nicht so nasal und flach wie auf vielen anderen PC-Systemen. Auch die verschiedenen Gittaren sowie, abermals sehr kräftig, die Percussionsinstrumente werden glaubhaft wiedergegeben. Einzig die Bassgitarre könnte etwas mehr Kraft vertragen.
Überhaupt kommt man in den einzigen wirklichen Problembereich, wenn man vermehrt basslastige Musik hört. Sofern es sich um ein vollmundiges Instrument handelt – eine Bassgitarre, ein Schlagzeug oder Percussions – schlägt sich das Concept B 200 USB noch gut. Im Bereich der elektronischen Bässe, die gerne auch sehr tief und lang sind, kann man aber von den zwei Lautsprechern nicht mehr viel erwarten. Spätestens hier fehlt ihnen der Subwoofer. So hört man etwa im Titel „Boom Boom Pow“ der Black Eyed Peas sowohl recht soliden Oberbass als auch den völligen Mangel an Tiefbass heraus. Die in ihrer Tiefe wechselnden Bassschläge schwanken dabei zwischen einem reinen „Anklopfen“ und dem wirklichem Schlag, was sehr deutlich aufffällt und Hörer dieser Musik auf Dauer nicht begeistern wird. Anders sieht es wiederum bei „Bonkers“ von Dizzee Rascal aus. Auch dieser Titel geizt nicht mit präsentem Bass, anders als bei den Black Eyed Peas genügt hier jedoch ein kräftiger Oberbass für einen soliden Gesamteindruck. Hier vermisst man nicht viel und bekommt sogar etwas Basskribbeln mit. Im Allgemeinen sollte man aber nicht darauf vertrauen, dass die Bassfähigkeiten des Concept B 200 USB für basslastige Musik ausreichen.
In PC-Spielen ergibt sich ein ähnlich geteilter Eindruck. Sofern man nicht unbedingt absoluten Tiefbass braucht, um sein Spielgefühl als komplett anzusehen, reichen die Klangqualitäten des Sets mehr als aus, um am Schreibtisch zufrieden zu stellen. In den gewissen Stunden kann es in Actionspielen aber gerade am Knalleffekt fehlen. Das ist zwar nur selten der Fall, auch, weil der nicht gerade zimperliche Oberbass durchaus gut vom Concept B 200 USB abgeliefert wird. Wer sich allerdings daran stört, der ist bei diesem Teufel-Lautsprechersystem falsch aufgehoben. Ebenso natürlich wie jene, die ein Mehrkanalset ihr Eigen nennen wollen. Surroundklang gibt es hier nicht.
Fazit
Das Teufel Concept B 200 USB ist ein gutes Lautsprechersystem, um diese Einschätzung einmal vorweg zu nehmen. Hierfür sind vor allem die gut abgestimmten Lautsprecher mit linearem Frequenzgang sowie die auch ohne Subwoofer größtenteils zufriedenstellende Basswiedergabe zuständig. Bei Zimmerlautstärke – und auch etwas darüber – dürfte man das Set kaum an seine Grenzen treiben können. Diese sind nur bei harter, bassintensiver elektronischer Musik oder bei ebenso fordernden Actionszenen aus Spiel oder Film eindeutig abgesteckt. Wer Derartiges umgehen will, muss woanders zugreifen, etwa in Teufels 5.1-Abteilung. Dort wird man allerdings kein so satt und rund klingendes PC-System finden, denn hier gräbt das Concept B 200 USB der hauseigenen Konkurrenz das Wasser ab. Die beiden Lautsprecher sind für sich genommen sogar kräftiger als die Satelliten des Motiv 2, die für ein ähnliches Klangempfinden einen Subwoofer benötigen. Letztendlich ist das Motiv-System aber der bessere Allrounder.
Und das, obwohl es nicht mehr kann. Denn hier liegen die eigentlichen Stärken des Concept B 200 USB: Es ist mehr als nur ein Lautsprechersystem. Die Komponenten, die dafür sorgen, sind beileibe keine Wunderdinge. Ein externer USB-Hub ist weder außergewöhnlich noch selten, als Teil eines Lautsprechersystems, das via USB mit dem PC verbunden wird, ist er aber eine sinnvolle Komponente. Man muss sich an dieser Stelle direkt fragen, weshalb nicht auch alle anderen PC-Lautsprecher mit USB-Anschluss derartiges bieten. Dass darüber hinaus auch ein vollwertiger Headset-Anschluss sowie weitere analoge Audio-Eingänge geboten werden, ist ebenfalls eine runde Sache.
Vermissen könnte man die Fernbedienung. Wie bei den Lautsprechersystemen der neuen Concept-E-Reihe wird die Steuerung der Lautstärke, des Basses und der Höhenpräsenz an dem Set selbst vorgenommen. Statt aber zum Subwoofer unter dem Tisch – oder in irgendeiner Zimmerecke – greifen zu müssen, handelt es sich beim Concept B 200 USB um ein System für den Nahfeldeinsatz. Der Verstärker findet auf dem Schreibtisch oder in dessen direkter Nähe Platz, sodass hier nicht wirklich ein allgemeingültiger Komfortnachteil entsteht.
Was am Ende bleibt, ist ein grundsolides Lautsprechersystem, das nicht mehr und nicht weniger sein will als eine einfach anzuschließende und ebenso simpel zu bedienende Ergänzung für den PC-Schreibtisch. Es gibt keinen wirklichen Makel am Concept B 200 USB, den Stromverbrauch mit eingeschlossen. Es ist jedoch ein Konzept, das nicht auf jede Situation passt. Man erhält nicht den besten Ton für's Geld, nicht die meisten Lautsprecher oder die eleganteste Optik. Je mehr man aber von den Features des Sets gebrauchen kann, desto eher relativiert sich der recht hohe Preis von vorerst 199 Euro [21] – der dann vielleicht doch einzige Makel des Produkts.
- relative kompakte Abmaße
- tadellose Verarbeitung
- homogener Klang
- solides Bassfundament auch ohne Subwoofer
- mehrere Audio-Eingänge
- vollwertiger USB-Hub
- vollwertiger Headset-Anschluss
- Preis könnte niedriger sein
- Teufel Concept B 200 USB [27]
- Teufel Concept E 300 [28]
- Teufel Concept E 200 [29]
- Teufel Concept E 100 [30]
- Edifier S530D [31]
- Edifier S330D [32]
- ESI nEar 08 eXperience [33]
- ESI nEar 05 eXperience [34]
- ESI nEar 04 [35]
- Nubert nuBox 311 [36]
- Edifier S2000 [23]
- Teufel Concept E 400 [37]
- Edifier S550 [38]
- Edifier S730 [39]
- Teufel Motiv 2 [40]
- Creative GigaWorks T3 [41]
- Logitech Z Cinéma Advanced [42]
- Razer Mako [43]
- Creative
- Edifier
- Edifier S530D [2]
- Edifier S330D [2]
- Edifier S2000 [3]
- Edifier S550 [4]
- Edifier S730 [5]
- ESI
- Logitech
- Nubert
- Nubert nuBox 311 [10]
- Razer
- Razer Mako [11]
- Scythe
- Teufel
Schlussbemerkung
Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und ihn dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.







