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Test: Das Finale: Gamerheadsets (Teil 3)

von Jirko Alex

Einleitung

Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind und ein rundes Dutzend immer schön anzusehen ist, wollen wir unsere Artikelserie über Headsets mit einem weiteren Quartett abschließen. Wer die vergangenen beiden [1] Teile [2] aufmerksam verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass in der ursprünglichen Konzeption nur zehn Headsets vorgesehen waren. Auf vielfachen Wunsch unserer Leser hin haben wir allerdings noch je einen Probanden von Speedlink und von Roccat geladen. Neben dem bekannten und kontrovers diskutierten, in jedem Fall aber erfolgreichen Speedlink Medusa NX 5.1 findet auch das Roccat Kave Solid 5.1 im hiesigen Artikel einen Platz. Die beiden Testkandidaten komplettieren dabei die Reihe der echten 5.1-Headsets, die darüber hinaus noch aus Produkten von Tritton und Saitek besteht.

Übersicht Teil 3
Übersicht Teil 3

Tritton dürfte dabei hierzulande ein eher unbekannter Name sein, da sich die Produkte des Herstellers vornehmlich in Übersee um die Köpfe der Spieler schmiegen. Dort genießen sie allerdings einen sehr guten Ruf, was für uns Grund genug ist, auch einem Vertreter dieses Herstellers einmal auf den Zahn zu fühlen. Auf dem Papier macht das Tritton AX Pro jedenfalls eine ausgezeichnete Figur. Mehr als jeder Konkurrent dieses mittlerweile doch recht umfangreichen Testfeldes bieten die Kalifornier mit dem Tritton AX Pro ein Instrument, das nicht nur zahlreiche Anschlussmöglichkeiten besitzt, sondern auch als kleine Schaltzentrale für weitere Audiogeräte dienen kann. Man darf gespannt sein, was für Qualitäten sich hier noch offenbaren.

Hohe Qualität wird auch in diesem Teil der Artikelserie notwendig sein, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Nicht nur die direkte Konkurrenz wird dabei untersucht – jedes der hier getesteten Headsets muss sich drei artverwandten Produkten stellen. Auch ein abschließender Überblick über alle Geräte des Testfeldes soll klären, wie es um die Qualitäten der getesteten Headsets im tellerrandübergreifenden Vergleich steht. So unterschiedlich sie nämlich ihre Aufgaben erfüllen, ob als „echtes“ oder „unechtes“ Mehrkanalheadset oder als reinblütiger Stereokämpfer, jedes der zwölf getesteten Headsets will letztendlich die mehr oder minder homogene Masse der Spielergemeinschaft bedienen. Nicht immer passt das gut. Manchmal gibt es Stärken, die auch auf andere Käuferschichten anziehend wirken und manches Mal vermisst man auch jegliches Konzept. Am Ende dieses Artikels wollen wir die Spreu vom Weizen trennen, im Kleinen für die vier Probanden dieses Artikels und im großen für alle der drei Serienteile.

Testsystem

Die Headsets werden – sofern möglich – über Miniklinken- oder Klinken-Stecker mit einer Creative X-Fi Platinum verbunden oder aber per USB-Stecker an den PC angeschlossen. Auf die sich jeweils ergebenden Besonderheiten wird im entsprechenden Abschnitt zur Gerätebeschreibung hingewiesen. In aller Regel wird auf jedwede klangbeeinflussende Maßnahme beim Test verzichtet. Insbesondere Creatives CMSS-Funktionen oder Equalizer-Einstellungen sind deaktiviert, sofern nicht anders beschrieben. In der Geräteeinstellung der Creative-Konsole ist das angeschlossene Gerät als Kopfhörer deklariert.

Für den Test der Stereo- und Surround-Fähigkeiten der Headsets werden verschiedene PC-Spiele sowie Musik- und Film-DVDs genutzt. Als Abspielsoftware für die DVDs dient PowerDVD Ultra.

Technische Daten

In der folgenden Tabelle stehen einige Eckpunkte der getesteten Headsets. Sie wurde gemäß der Artikelreihenfolge sortiert, sodass ein leichterer Überblick über die Produkte bei gleichzeitig gegebener Vergleichbarkeit besteht. Am unteren Rand der Tabelle befinden sich die Neueinsteiger in Form des Speedlink Medusa NX 5.1 und des Roccat Kave Solid 5.1.

Technische Daten der Headsets
Produktbild Bezeichnung Kanäle Frequenzgang Pegelsteuerung Anschlüsse Besonderheiten Preis
Headsets des ersten Teils (Headsets, die Raumklang simulieren)
eDimensional AudioFX Pro 5.1
eDimensional AudioFX Pro 5.1
eDimensional
AudioFX Pro 5.1
5.1* 20Hz - 20.000Hz Soundkarte
USB-Fernbedienung
2x Miniklinke
USB
Force Feedback

LEDs in den
Ohrmuscheln
rund 60 Euro [3]
Logitech G35
Logitech G35
Logitech G35 7.1* 20Hz - 20.000Hz Soundkarte
Ohrmuschel
USB Stimmenverzerrung

Steuerelemente an
der Ohrmuschel
rund 87 Euro [4]
Razer Megalodon
Razer Megalodon
Razer Megalodon
7.1 Surround
7.1* 20Hz - 20.000Hz Soundkarte
USB-Fernbedienung
USB rund 138 Euro [5]
Steelseries 5HV2
Steelseries 5HV2
SteelSeries Gaming
Headset 5H V2 USB
7.1* 16Hz - 28.000Hz Soundkarte 2x Miniklinke
USB
ausziehbares
Mikrofon
rund 69 Euro [6]
*Bei diesen Surround-Headsets handelt es sich eigentlich um Stereo-Headsets, also solche mit nur zwei Chassis. Der Surround-
Eindruck wird über die Software oder die USB-Soundkarte erzeugt.
Headsets des zweiten Teils (reine Stereo-Headsets)
QPAD QH-1339
QPAD QH-1339
QPAD QH-1339 2.0 5Hz - 30.000Hz Soundkarte
USB-Konverter
2x Miniklinke
USB**
ab 240 Euro [7]
Sennheiser PC161
Sennheiser PC161
Sennheiser PC161 2.0 15Hz - 23.000Hz Soundkarte 2x Miniklinke rund 60 Euro [8]
Sennheiser PC166
Sennheiser PC166
Sennheiser
PC166 USB
2.0 15Hz - 23.000Hz Sounkarte
USB-Fernbedienung
2x Miniklinke
USB**
rund 80 Euro [9]
Sennheiser PC350
Sennheiser PC350
Sennheiser PC350 2.0 10Hz - 26.000Hz Soundkarte 2x Miniklinke
USB**
rund 104 Euro [10]
**Die USB-Konverter dieser Headsets generieren keinen Surround-Klang wie die der Produkte aus dem ersten Teil.
Headsets des dritten Teils („echte“ Mehrkanal-Headsets)
Saitek Cyborg 5.1
Saitek Cyborg 5.1
Saitek Cyborg 5.1 5.1 keine Angaben Soundkarte
USB-Fernbedienung
2x Miniklinke
USB
rund 45 Euro [11]
Tritton AX Pro
Tritton AX Pro
Tritton AX Pro -
Dolby Digital 5.1
5.1 20Hz - 20.000Hz Soundkarte
Kabelfernbedienung
4x Miniklinke
SPDIF In

3x Miniklinke
(Ausgang)
mehrere Anschluss-
möglichkeiten

Mehrkanalausgang
noch nicht
verfügbar
Speedlink Medusa 5.1 NX
Speedlink Medusa 5.1 NX
Speedlink Medusa NX 5.1 5.1 keine Angaben Soundkarte
Kabelfernbedienung
4x Miniklinke
USB
rund 56 Euro [12]
Roccat Kave Solid 5.1
Roccat Kave Solid 5.1
Roccat Kave Solid 5.1 5.1 20Hz - 20.000Hz Soundkarte
Kabelfernbedienung
4x Miniklinke
USB
rund 73 Euro [13]

Bei den Headsets dieses Teils der Artikelserie handelt es sich um „echte“ Mehrkanalheadsets. Das heißt, dass alle vier Probanden des dritten Teils über mehrere Chassis in den Ohrmuscheln den Richtungseindruck erzeugen und damit tatsächlich mehr als zwei Kanäle wiedergeben könnten, ohne, dass diese zu einem Stereococktail gemixt werden. Denn auch das ist eine Art der Surrounderzeugung: Mit jedem Stereoheadset und entsprechenden Filtern lassen sich Surroundeindrücke erzeugen. Das dahinter stehende Prinzip wurde im letzten Teil der Serie erläutert. [14] Auch die „Mehrkanal“-Headsets von Razer, eDimensional, Steelseries und Logitech simulieren den Raumklang auf ähnliche Weise.

Allerdings muss man auch in diesem Testfeld differenzieren. Während das Roccat Kave Solid 5.1, das Speedlink Medusa NX 5.1 und auch das Tritton AX Pro analog über vier Miniklinkenstecker mit dem PC verbunden werden, setzt Saitek gänzlich auf digitale Verbindungen für das Übertragen von sechs diskreten Kanälen. Hierbei kommt die USB-Verbindung zum Einsatz, die über ein einzelnes Kabel mehr als zwei Kanäle übertragen kann. Beim Saitek Cyborg 5.1 stehen neben der USB-Verbindung auch noch zwei Klinkenstecker – einer für die Ton- und der andere für die Mikrofonsprachübertragung – bereit. Über diese Steckverbindung ist nur Stereoton möglich, was vom Hersteller aber auch nicht anders beschrieben wird. Wer also eine mehrkanalfähige Soundkarte besitzt, umgeht diese mit dem Saitek-Produkt. Gleichwohl kann das Tritton-Headset auch über einen optischen Digitaleingang mit dem PC verbunden werden, womit eine Soundkarte ebenfalls in der Theorie überflüssig würde. Die Decoder-Arbeit kann das Tritton AX Pro selbst übernehmen. Für die Produkte von Roccat und Speedlink ist eine mehrkanalfähige Soundkarte aber notwendig.

Detailbetrachtung

Saitek Cyborg 5.1

Das Saitek Cyborg 5.1 befindet sich mit einem Straßenpreis von etwa 55 Euro [10] noch im gemäßigten, wenn auch nicht übermäßig günstigen Preisbereich. Auf den ersten Blick fallen die mit schwarzem Klavierlack überzogenen Ohrmuscheln auf, die an das eDimensional AudioFX Pro 5.1 aus dem ersten Teil der Headset-Testserie [15] erinnern. Bei weiterer Betrachtung stellt sich dabei aber kein derart minderwertiges Gefühl ein wie beim eDimensional-Headset. So sind die Übergänge vom Plastik der Ohrmuscheln hin zur Polsterung sehr sauber. Die Stoffpolsterung ohne zusätzlichem Überzug in Lederoptik oder Vergleichbarem wirkt zwar schlicht, aber auch nicht billig, wie es bei übertriebenem Materialeinsatz der Fall sein kann. Solide wirkt auch das Kopfband des Kopfbügels, das eine saubere Naht aufweist und tadellos mit den Seitenteilen des Bügels verbunden wurde.

Neben diesen durchaus brauchbaren haptischen und optischen Eindrücken gibt es allerdings auch Kritikpunkte: Die Gabeln, in denen die Ohrmuscheln aufgehängt sind, bestehen sichtbar nur aus hohlem Plastik, das einseitig offen ist. Dies kommt dem Qualitätsempfinden nicht entgegen, wenngleich diese Stellen auch nicht wirklich bruchgefährdet sind. Auch das Mikrofon, speziell dessen Kapsel, wirken eher schlicht. Seinen Zweck kann es wohl erfüllen, Saiteks Cyborg 5.1 wirkt insgesamt aber eher mäßig denn hochwertig verarbeitet. Gleichwohl gibt es wieder ein Gimmick, das wohl den jungen Computerspieler ansprechen soll: Im Betrieb leuchtet ein Cyborg-Logo in jeder der Ohrmuscheln. Ob das notwendig oder hübsch ist, sei jedem selbst überlassen. Als Ablenkung vom eher ernüchternden Gesamteindruck taugt es wohl. Dafür ist das Headset aber auch vergleichsweise leicht. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass sich die Ohrmuscheln um 90° gerade so drehen lassen, sodass das Headset flacher wird und in die beigelegte Headset-Tasche passt. Diese Eigenschaft macht es leicht, die Kopfhörer zu transportieren – ein potenzieller Vorteil für unternehmungsfreudige PC-Spieler.

Speedlink Medusa NX 5.1

Mit einem Straßenpreis von etwa 55 Euro [11] ist das Speedlink Medusa NX 5.1 in etwa genau so teuer wie der Konkurrent von Saitek. Anders als das zuvor beschriebene Headset, tritt das Speedlink Medusa NX 5.1 allerdings in einer etwas hochwertigeren Optik und Haptik auf. Das ergibt sich aus dem ausladenderen Erscheinungsbild. Sowohl die Ohrmuscheln als auch der Kopfbügel sowie die Verbindungsstücke sind allesamt dicker und wirken daher robuster. Auch verzichtet Speedlink beim Medusa NX 5.1 auf Klavierlackoberflächen und setzt stattdessen auf unempfindlich wirkenden mattschwarzen Lack. Der Kopfbügel ist üppig gepolstert und jedwedes Gelenk wirkt solide. Einzig die Gabeln, die die Ohrmuscheln halten, sind abermals einseitig hohl, was beim Speedlink-Headset allerdings weniger auffällt als beim Saitek-Produkt.

Anders als bei Saitek fallen auch die Anschlussstränge aus. Das Speedlink Medusa NX 5.1 wird über vier Miniklinkenstecker (drei für jeweils zwei Kanäle und einer für das Mikrofon) verbunden. Es können auf diese Weise analog sechs Kanäle zum Mehrkanalheadset geleitet werden. Neben den Klinkenkabeln ist allerdings auch ein USB-Kabel vorhanden, das jedoch nicht für die Signalübertragung gedacht ist. Mit ihm soll eine zusätzliche Stromversorgung für das Headset geschaffen werden. Das USB-Kabel ist dabei wahlweise an den PC oder einen ebenfalls mitgelieferten USB-Stromstecker anzuschließen. Die zusätzliche Stromversorgung wird im Testfeld nicht alleine bleiben, hinterlässt aber angesichts der Konkurrenz, die ohne auskommt, einen faden Beigeschmack.

Ganz und gar positiv ist das Vermächtnis sowohl des Mikrofonarms als auch der Ohrmuscheln. Zwar ist das Mikrofon fest mit dem Kopfhörer verbunden und lässt sich weder abnehmen noch einfahren – beides Lösungen, die im Testfeld bereits positiv hervor stachen. Es ist jedoch sehr biegsam und lässt sich damit sehr gut der Gesichtskontur anpassen. Die Ohrmuscheln sind ihrerseits derart drehbar, dass sie zusammen mit dem Kopfbügel einen recht planen Körper bilden. Ähnlich wie beim Saitek-Headset lässt sich das Speedlink Medusa NX 5.1 damit leichter transportieren.

Roccat Kave Solid 5.1

Das Roccat Kave Solid 5.1 übertrifft die beiden Headsets von Saitek und Speedlink preislich leicht. Es kostet laut unserem Preisvergleich mindestens 69 Euro [12]. Der optische und haptische Eindruck fällt daher aber auch noch ein Stück besser aus als bei den Konkurrenzprodukten. Für ein Sorgenfreigefühl beim Anfassen sorgt vor allem die solide Bauweise, die sich abermals einen Mix aus dickem Kopfbügel und ausladenden Ohrmuscheln zunutze macht, um Sicherheit zu suggerieren. Auch die ausladende sowie exzellent eingepasste Polsterung sowie die zuverlässig und geräuschfrei arbeitenden Gelenke tragen zum guten Gesamteindruck bei. Die Konstruktion wirkt allerdings auch etwas sperrig, weil sich die Ohrmuscheln nicht besonders weit nach außen biegen lassen und für das Aufsetzen so ein Verbiegen des Kopfbügels notwendig ist. Das sorgt zwar auch für einen guten Anpressdruck, führt aber letztendlich dazu, dass von den drei Polstern des Kopfbügels zumeist nur eines aufliegt, da die anderen zu weit nach oben weg gebogen werden. Das geht besser.

Auch das Roccat Kave Solid 5.1 besitzt einen zusätzlichen USB-Anschluss, der als Stromversorgung dient. Ebenso wie beim Speedlink Medusa NX 5.1 ist das ein Nachteil, der allerdings bei allen getesteten 5.1-Headsets vorkommt. Einzig das Saitek Cyborg 5.1 nutzt den USB-Anschluss auch als Datenbus für die Audiodaten.

Tadellos funktioniert auch beim Roccat Kave Solid 5.1 die Konstruktion des Mikrofons. Zwischen Mikrofonkapsel und der Befestigung an der Ohrmuschel lässt sich der Arm quasi völlig frei drehen oder biegen, sodass auch hier mehrere Freiheitsgrade für eine optimale Anpassung an die Anatomie des Kopfes sorgen. Zudem lässt sich das Mikrofon wahlweise von der Ohrmuschel lösen, was ebenfalls positiv ist. Die Kabelverbindung des Headsets ist allerdings erneut fest, sodass im Falle eines Kabelbruchs das gesamte Headset ausgetauscht werden muss. In diesem Punkte konnte bisher aber noch kein betrachtetes Produkt überzeugen.

Tritton AX Pro

Das Tritton AX Pro ist als solches hierzulande (noch?) nicht wirklich zu bekommen. Es wäre aber wohl das teuerste Headset im dritten Teil unserer Artikelserie. Das hat auch gute Gründe. Anders als andere Headsets kann es nicht nur via manigfaltiger Miniklinkenkabel mit dem PC oder einer Konsole verbunden werden. Es steht über eine beigelegte Decoderstation auch ein vollständig digitaler Anschlussweg zur Verfügung. Zudem bietet das zusätzliche Kästchen auch Mehrkanalausgänge, um nicht nur das Headset, sondern auch weitere Mehrkanalgeräte wie ein Lautsprechersystem gleichzeitig mit dem Zuspieler zu verbinden.

Auf Seiten des Kopfhörers wird ebenfalls viel geboten, zumindest massetechnisch. Das Headset selbst fällt nämlich recht ausladend aus, was vor allem an den großformatigen Ohrmuscheln sowie dem dicken Kopfbügel liegt. Das sorgt – abermals – für einen soliden haptischen Eindruck. Die Ohrmuscheln sind dabei fast rechteckig geformt und umschließen das gesamte Ohr. Die Polster sind sauber ausgeführt, können allerdings leicht unregelmäßige Abstände zu den Ohrmuscheln aufweisen. Das liegt daran, dass sich die Polsterung abnehmen und austauschen lässt. Sie ist damit prinzipbedingt nicht fest mit dem Headset verbunden.

Ebenfalls nicht fest mit dem Kopfhörer ist das Mikrofon verbunden. Es lässt sich an der Unterseite der linken Ohrmuschel einstecken und in derselben Öffnung auch drehen. Das ist auch bitter notwendig, weil der Mikrofonarm selbst unbeweglich ist, was ein deutlicher Nachteil gegenüber der Konkurrenz ist. Ebenfalls an der linken Ohrmuschel befindet sich das fest verdrahtete Kabel des Headsets.

Etwas eigenartig mutet die Gesamtkonstruktion des Headsets an. Die Ohrmuscheln sind nur minimal schräg eingesetzt und bilden mit dem Kopfpolster ein relativ steifes „U“. Die sich gegenüberliegenden Ohrmuscheln liegen quasi parallel, was kaum Spielraum lässt, sie beim Aufsetzen auseinander zu drücken. Mehr noch: Soll das Headset auf einen eher schmalen Kopf gesetzt werden, könnte es gar an Anpressdruck fehlen, während der stark zunehmende Widerstand bei größeren Kopfformen unangenehm wirken kann. Der Kopfbügel selbst ist nämlich relativ steif und wirkt daher deutlich auf die Ohren und den seitlichen Kopf ein, wenn man das Tritton-Headset aufsetzt. Das geht variabler und komfortabler.

Wirklich erschreckend ist die Konzeption der Kabelei, die mit dem Tritton AX Pro verbunden ist. Wird das Headset digital mit einem Zuspieler verbunden, so benötigen sowohl das Headset selbst als auch die zusätzliche Decoderbox eine eigene Energieversorgung in Form eines Stromadapters. Für diesen Zweck liegen zwei dieser Adapter bei, eine USB-Lösung ist nicht vorgesehen. Selbst bei analoger Anschlussweise muss das Tritton-Headset mit einer Steckdose verbunden werden. Unrühmlicher Weise drängt sich dabei die Vermutung auf, dies sei vor allem aufgrund der Beleuchtung des Tritton-Logos in den Ohrmuscheln notwendig. Selbst wenn dem nicht so ist, muss man sich fragen, weshalb ein extra Netzteil notwendig ist. Einige – leider nicht alle – Konkurrenten schaffen es ohne. Zwei Netzteile sind definitiv zu viel!

Tragekomfort

Der Tragekomfort eines Headsets ist ein elementares Thema, wenn es um die Gesamtqualität des Produktes geht. Denn selbst mit gutem Mikrofon, einer exzellenten Klangdarstellung und einem günstigen Preis kann man nicht punkten, wenn der Kopfhörer bereits nach kurzer Zeit drückt und die Nutzung unangenehm wird. An dieser Stelle sollen daher die wichtigsten Eindrücke festgehalten werden, die sich während der Testphase manifestierten. Wie so oft, kann die persönliche Erfahrung aber von dem hier Beschriebenen abweichen. Das ist schon allein aufgrund der unterschiedlichen Anatomie eines jeden Menschen unausweichlich. Die folgenden Abschnitte sollten daher nur als Richtwert gesehen werden.

Roccat Kave Solid 5.1
Das Roccat Kave Solid 5.1 besitzt sehr große Ohrmuscheln, die für sich genommen kreisrund sind. Die Aussparung für die Ohren ist allerdings oval, weshalb links und rechts vom Außenohr mehr Polsterung aufliegt als über- und unterhalb des Hörorgangs. Der Anpressdruck des Headsets ist dabei relativ hoch, was aber gerade noch gut auf eine große Fläche verteilt wird. Brillenträger dürfte die ausladende und straffe Polsterung allerdings stören und auch auf lange Sicht hin könnte der Tragekomfort höher sein. Dies liegt vor allem auch am hohen Gewicht des Headsets, das mit über 400 Gramm schwer auf dem Haupt liegt. Dadurch kann es auch passieren, dass das Headset leicht verrutscht.

Saitek Cyborg 5.1
Das Saitek Cyborg 5.1 besitzt relativ kleine Ohrmuscheln, die allerdings nicht so konzipiert wurden, dass sie nur auf dem Ohr aufliegen. Die Polsterung der Ohrmuscheln liegt damit in der Regel zumindest teilweise auf dem Ohr auf. Aus akustischer Sicht ist damit keine optimale Abschirmung nach außen gegeben, da eine ausladendere Polsterung mehr Außengeräusche filtern kann. Saitek versucht hier auch nicht, durch einen interessanten Materialcocktail eine ähnliche Dämpfung zu erreichen; mit dem Plastik der Ohrmuschel lassen sich kaum Geräusche vom Ohr fernhalten. Nichtsdestotrotz fällt der Anpressdruck nicht sofort negativ auf. Durch die relativ leichte Gesamtkonstruktion stellt sich beim Tragen ein noch guter Eindruck ein, der allerdings beim Absetzen des Headsets getrübt wird, da die Außenkonturen des Ohrs unter dem Druck des Polsters übermäßig beansprucht wurden.

Speedlink Medusa NX 5.1
Das Speedlink Medusa NX 5.1 besitzt relativ große Ohrmuscheln, die das Ohr gut umschließen und dabei in der Regel nur auf dem Kopf und nicht auf Teilen des Ohres aufliegen. Hinzu kommt ein geringes Gesamtgewicht sowie ein moderater Anpressdruck, womit das Headset insgesamt komfortabel zu tragen ist. Auch der Kopfbügel passt sich der Kopfform gut an und liegt nicht nur an einem Punkt auf dem Schopf auf. Der Kopfhörer ist damit beim Tragen kaum zu spüren.

Tritton AX Pro
Das Tritton AX Pro hinterlässt einen geteilten Eindruck beim Tragen. Die eingangs kritisierten, sehr rechteckig wirkenden Ohrmuscheln stören nicht ganz so, wie vermutet. Das ist zwar kein Plus, aber in Kombination mit einem noch guten Anpressdruck und einer weichen Kopfpolsterung ergibt sich ein zufriedenstellender Eindruck beim Tragen. Der wird allerdings durch das eigenartige Mikrofon wieder zunichte gemacht. Dieses ist vollkommen starr und hängt im rechten Winkel zum Kopfbügel am unteren Ende der linken Ohrmuschel. Dort lässt es sich um die Achse des Klinkenanschlusses, in dem es steckt, drehen. Es ist nicht in der Höhe, Länge oder Form verstellbar und wirkt daher wie ein Fremdkörper vor dem Gesicht. Besser geht es quasi immer.

Klangeindrücke

Saitek Cyborg 5.1

Das Saitek Cyborg 5.1 macht bereits ohne ein anliegendes Signal auf sich aufmerksam, wenn man es aufsetzt. Die relativ günstige Plastikkonstruktion knarzt nämlich deutlich, was auch bei Bewegungen des Kiefers auffällt. Bei der Tonwiedergabe fällt das mitunter nicht so stark ins Gewicht. Wer allerdings voll in die Klangwelten abtauchen will, hat hier ein Problem. Dabei sind die akustischen Fähigkeiten des Headsets durchaus ausgeprägt. Es besitzt eine recht detaillierte, wenn auch im Bass und Mittenbereich nicht überaus ausgeprägte Wiedergabe. Das Gesamtbild ist vergleichsweise homogen, wirkt aber zurückhaltend. Die virtuelle Klangbühne löst sich kaum von den Ohrmuscheln, was insbesondere für ein Mehrkanalheadset unvorteilhaft ist. Der Hochtonbereich ist nicht zu aufdringlich und löst gut auf, speziell in Mittel- und Tieftonpassagen stellt sich aber ein vergleichsweise dumpfer Klang ein. Dieser hemmt auch den Surroundeindruck etwas. Hier kann beim Abspielen von 5.1-Quellen nur eine mäßige Aufwertung erfahren werden, die nicht viel mit echtem Surround-Klang zu tun hat. Die Klangbühne wirkt sehr konfus und Details sind im Raum kaum zu orten. Auch die Platzierung der sechs Kanäle um den Hörer herum gelingt nicht sehr überzeugend. Die Leistung ist angesichts des Preisbereiches allerdings noch okay. Sie gefällt sogar ziemlich gut, wenn etwa das sehr analytische Spiel eines Sennheiser-Headsets nicht gemocht wird.

Das Mikrofon des Saitek Cyborg 5.1 verrichtet hingegen sehr vorbildlich seinen Dienst. Es minimiert Hintergrundgeräusche wahrnehmbar und bildet die Stimme authentisch ab.

Speedlink Medusa NX 5.1

Das Speedlink Medusa NX 5.1 hinterlässt beim ersten Hören einen recht homogenen Eindruck. Kein Frequenzbereich wirkt deutlich über- oder unterbetont. Beim genaueren Reinhören offenbaren sich aber auch leichte Schwächen, die vor allem die Detailwiedergabe und den Klangcharakter betreffen. So reicht das Speedlink-Headset nicht an das Auflösungsvermögen des zugegebener Maßen um ein Vielfaches teureren QPAD QH-1339 heran. Ein simples Beispiel belegt diesen Eindruck bereits: Während man mit dem QPAD-Headset selbst beim Musikhören noch jeden noch so kleinen Windows-Sound heraushört, geht dieser bei Speedlink völlig unter. Das mag belanglos wirken, kann aber auch im Spiel von Bedeutung sein, wenn es auf Details ankommt. Ähnlich verhält es sich bei den Klangfarben, die der Speedlink-Kopfhörer liefert. Diese werden mit einem leicht nasalen und etwas dumpfen Klang belegt. So hört sich Marit Larsen in „If a Song could get me to You“ etwas verschnupft an, wenn man mit dem Medusa lauscht. Ein Teil dessen kann aber auch auf eine eher gewollte Mittenbetonung geschoben werden. Immerhin klingt das Speedlink-Headset so nicht nervend. In Spielen wie Counterstrike bekommt man von dieser leichten Verfärbung ohnehin wenig mit.

Der Bassbereich des Speedlink Medusa NX 5.1 ist recht kräftig und wird durch eine Vibrationsfunktion unterstützt, die in ihrer Intensität angepasst werden kann. Es fehlen zu hoher Güte hin jedoch Struktur und Tiefbasspotenzial. Ein Dröhnen stellt sich glücklicherweise nicht ein und angesichts des Preises ist das Gebotene durchaus gut. Der Surroundeindruck des Headsets ist mittelmäßig bis gut. Die Lautsprecher erscheinen vor dem geistigen Auge jedoch nicht unbedingt dort, wo sie hingehören. Der gegenüber Stereoton zusätzliche Center sowie die Rear-Lautsprecher werden eher im Kopf als vor beziehungsweise hinter dem Hörer wahrgenommen. Das Mikrofon verrichtet seinen Dienst anstandslos.

Roccat Kave Solid 5.1

Das Roccat Kave Solid 5.1 fällt direkt beim Aufsetzen durch eine gute Dämpfung der Außengeräusche auf. Dies ist im eigentlichen Sinne keine Klangeigenschaft, trägt aber doch dazu bei, dass der akustische Eindruck verbessert wird. Leider fällt so aber auch direkt auf, dass das Headset ein leises aber deutlich wahrnehmbares Grundrauschen aufweist. Dieses Grundrauschen ist dabei relativ spitz und fällt so stärker auf als dies aufgrund des Pegels notwendig wäre. Beim Hören von Musik, Filmen oder Spielen tritt das Grundrauschen dann in den Hintergrund, fixiert man sich aber darauf, ist es noch heraus zu hören. Das ist vor allem auch deshalb schade, weil sich das Roccat Kave Solid 5.1 sonst kaum Tadel einhandelt. Die Abstimmung ist über alle Frequenzbereiche homogen, wenngleich die Wiedergabe relativ mittenbetont ist. Das Headset driftet damit im Hochtonbereich nicht ins Nervige ab, kann am unteren Ende der Frequenzskala aber auch nicht mit ultra tiefen Bässen punkten. Diese bleiben lediglich sauber, könnten aber mehr Knackigkeit und Struktur vertragen. Angesichts des Preises ist das aber noch verschmerzbar.

Der Surroundeindruck des Roccat Kave Solid 5.1 ist nur mäßig. Es wird gegenüber reinem Stereoton mehr geboten, ob das dann aber wirklich 5.1-Sound ist, darf man bezweifeln. Dafür lassen sich die virtuellen fünf Kanäle zu leicht dort orten, wo sie idealerweise nicht stehen. Die Rears befinden sich vornehmlich seitlich – etwas nach hinten versetzt – neben den Ohren. Die imaginären Front-Lautsprecher befinden sich zwar tatsächlich vor einem, der Center entsteht allerdings mitten im Kopf. Es ergibt sich damit insgesamt eine Art Raumverteilung, die man gut finden kann – ein Mehrkanalsystem ist dem aber überlegen.

Gut schneidet das Mikrofon des Roccat Kave Solid 5.1 ab. Es arbeitet sehr rauscharm und erlaubt eine authentische Aufzeichnung der eigenen Stimme.

Tritton AX Pro

Das Tritton AX Pro besitzt einige interessante Ansätze bei der Konnektivität. Es kann sowohl digital über einen optischen SPDIF-Anschluss als auch analog mit dem PC verbunden werden. Digital können dabei auch Dolby-Digital-Signale an die externe Decoder-Box übermittelt werden. DTS-Streams können allerdings nicht durchgeschliffen werden. Der kleine Kasten erlaubt es zudem, Stereosignale mittels Dolby Prologic auf alle sechs Kanäle hochzurechnen. In unserem Test haben wir all diese Funktionen überprüft. Dabei kann ein durchaus positives Fazit gezogen werden, betrachtet man allein die Funktionen, die das Headset bietet. Das Decodieren eines AC3-Bitstreams (Dolby Digital) funktionierte tadellos. Es ergab sich hierbei ein den Möglichkeiten des Headsets entsprechender Surroundeindruck, der im Folgenden auch noch genauer beschrieben wird. Was allerdings fehlt, sind DTS-Fähigkeiten. Schließt man das Headset an eine DTS- und DD-fähige Soundkarte an, so ist es oft praktischer, den Decoder der Soundkarte zu bemühen. Bei der Wiedergabe von DTS-Bitstreams – die ebenso wie Dolby Digital bei vielen Filmen zur Auswahl stehen – passiert mit dem Tritton-Headset nämlich gar nichts.

Auch die Upmix-Funktion mittels Dolby Prologic funktioniert zwar gut, hört sich aber – abgesehen von der hinzugewonnenen Räumlichkeit – nicht unbedingt besser an. So wirkt die Bühne zerrissen und eigenartig im Raum platziert und die gesamte Wiedergabe ist halliger. Details im Hochtonbereich gehen verloren. Das wird ein Stück weit durch das sich ergebende Mitten-Drin-Gefühl kompensiert, stellt Liebhaber von Musik aber nicht zufrieden. In Filmen und Spielen sollte stattdessen, sofern möglich, immer direkt auf eine Mehrkanalquelle zugegriffen werden.

Was bleibt ist die Anschlussweise über die analoge Steckverbindung. Hier leistet sich das Tritton-Headset keine gravierenden Unzulänglichkeiten. Bei der Wiedergabe stellt sich aber kein überschwenglicher Freudeneindruck ein. So besitzt das Tritton AX Pro einen recht gedeckten Klangcharakter. Die Detailarbeit könnte besser sein und der Bass mehr Struktur vertragen. Die Homogenität ist aber weitgehend gut. Der Surroundeindruck des Headsets ist – unabhängig von der gewählten Art der Zuspielung – nur mittelmäßig. Gefühlt sitzen die Rearspeaker direkt hinter den Ohren während die Fronts virtuell vor dem Kopf entstehen. Mit Rundumklang hat das natürlich wenig zu tun, mehr als ein reiner Stereoeindruck ergibt sich allerdings. Gemessen an den Möglichkeiten, die das Tritton-Headset hätte, werden auch auf klanglicher Seite keine Blumentöpfe gewonnen.

Fazit

Ein Fazit zu den vier behandelten Mehrkanal-Headsets zu ziehen, ist nicht leicht. Zum einen, weil keines der getesteten Produkte durch den Einsatz mehrerer Chassis pro Ohrmuschel einen glaubwürdigen Surroundeindruck schaffen konnte, zum anderen, weil dies nicht zwingend notwendig gewesen wäre, um ein gutes Headset anzubieten. So konnte allen Probanden ein räumlicher Eindruck bescheinigt werden, der hörbar über einen reinen Stereo-Eindruck hinaus geht, auch wenn dies mit 5.1 nicht viel zu tun hat. Mancher Käufer würde sich damit allerdings vollends zufrieden geben, sodass er das Mehrkanal-Feature als Bonus gerne mitgenommen hätte. Auch unter dieser Prämisse gibt es jedoch noch Kritik an den Probanden.

Speedlink Medusa NX 5.1
  • gute Verarbeitung
  • flexibles Mikrofon
  • homogener Klang
  • vergleichsweise günstig
  • USB-Stromversorgung notwendig
  • Klang könnte detaillierter sein
  • Surroundeindruck nur mittelmäßig

Relativ gut kommt dabei das Speedlink Medusa NX 5.1 weg. Das Headset bietet für einen Kaufpreis von etwa 55 Euro [11] eine solide Verarbeitungsqualität nebst ansprechender Optik, eine durchdachte Mechanik und einen homogenen Klang. Der etwas nasale und gedeckte Einschlag kann in dieser Preiskategorie akzeptiert werden. Eher störend wirkt die zusätzliche USB-Verbindung, die nicht für den Datenaustausch gedacht ist, sondern als Stromversorgung fungiert. Wer es mit einem echten 5.1-Headset versuchen will, kann das beliebte Speedlink Medusa NX 5.1 kaufen. Alle anderen können sich den Kabelsalat allerdings sparen und finden im selben Preissegment problemlos klanglich gleichwertige Alternativen.

Saitek Cyborg 5.1
  • Mikrofon abnehmbar
  • guter Hochtonbereich
  • mäßige Verarbeitungsqualität
  • Surroundeindruck nur mittelmäßig
  • Mitten und Bass zurückhaltend

Zu den eben genannten Alternativen zählt preislich auch das Saitek Cyborg 5.1. Haptisch spielt es allerdings zwei bis drei Ligen unter dem Speedlink-Produkt. Das sich an jeder Ecke bemerkbar machende Plastik hebt die Headset-Konstruktion nämlich nicht gerade in beeindruckende Sphären der Verarbeitungsqualität. Dass das Material des Headsets dabei gerne auch knarzt, wenn man die Kopfhörer aufsetzt, stört ebenso. Die Gefahr des Auseinanderfallens besteht allerdings nicht und obwohl sich genau dieser Eindruck festsetzt, ist das Headset streng genommen nicht so schlecht verarbeitet. Zudem besitzt es ein abnehmbares Mikrofon und einen relativ guten Klang, der wiederum mit dem des Speedlink Medusa NX 5.1 vergleichbar ist. Für einen Preis von über 50 Euro reicht das aber nicht.

Roccat Kave Solid 5.1
  • gute Verarbeitungsqualität
  • flexibles Mikrofon
  • gute Dämpfung der Außengeräusche
  • homogenes Klangbild
  • wahrnehmbares Grundrauschen
  • Surroundeindruck nur mittelmäßig
  • USB-Stromversorgung notwendig
  • sehr schwer

Für 70 Euro kann man das Roccat Kave Solid 5.1 sein Eigen nennen. Dieses Headset hat nicht mit einer mäßigen Verarbeitung zu kämpfen; es macht im Gegenteil sogar einen sehr guten haptischen Eindruck, der sich auch vor teureren Modellen nicht verstecken braucht. Dieser erste Gedanke wird allerdings vom Grundrauschen vertrieben. Das leise Rauschen mag nicht jeden stören, es ist aber einer der wenigen Fälle im Testfeld und daher absolut unnötig. Auch das hohe Gewicht des Headsets ist ein Nachteil, der zwar nicht jeden stören muss, aber gewiss nicht angenehm auf den Träger wirkt. Davon einmal abgesehen stechen die gute Dämpfung von Außengeräuschen sowie ein flexibles Mikrofon und ein vergleichsweise homogener Klang positiv hervor. Das Roccat-Headset ist, wohl wissend um seine Schwächen, allerdings ein gutes Produkt, das sich jedoch kaum vom Speedlink Medusa NX 5.1 absetzen kann.

Tritton AX Pro
  • umfangreichste Ausstattung im Testfeld
  • Decoderbox für Dolby Digital und -ProLogic
  • abnehmbares Mikrofon
  • bis zu zwei Stromverbindungen notwendig
  • kein integrierter DTS-Decoder
  • Surroundeindruck nur mittelmäßig
  • Mikrofon ist starr

Viel Gutes haben wir uns auch vom Gamer-Headset aus Übersee erhofft. Auf dem Papier bietet das Tritton AX Pro das auch. Es bietet eine zusätzliche Decoderbox für die Einspeisung digitaler Signale und einen Upmix etwaigen Stereotons auf mehrere Kanäle. Da zudem auch ein 5.1-Ausgang für den Anschluss etwa eines Soundsystems bereitsteht, schien das Produkt wirklich durchdacht zu sein. Leider trifft eben das auf das Headset selbst nicht zu. Dass man nämlich gleich zwei Steckdosen für ein Headset belegen soll, ist quasi eine Zumutung. Dass dann der Klang auch nur mittelmäßig, die Decoderstation in Ermangelung von DTS-Decodierfähigkeiten eher halbgar und auch der Tragekomfort nicht besonders gut sind, zerrt sehr an den einstigen Chancen des Tritton-Headsets. Man müsste schon sehr spezielle Anforderungen haben, um einen wirklichen Mehrwert aus dem Headset zu holen, der bei anderen Produkten nicht gegeben ist.

Eine tabellarische Einschätzung aller bisher getesteten Headsets erfolgt auf der nächsten Seite.

Bemerkung

Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für ihn geeignetes Headset zu finden und ihn dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.

Gesamtübersicht

Nachdem insgesamt ein Dutzend Headsets in drei Tests verglichen wurden, fällt die Übersicht artikelübergreifend nicht leicht. Aus diesem Grunde sollen folgend noch einmal die Vor- und Nachteile der Probanden genannt werden. Dabei zeigt sich, und das kann getrost als übergreifendes Fazit gezogen werden, dass die überzeugendsten Produkte nicht immer auch die meisten Features bieten oder aber viel kosten müssen. Wer am PC spielen will, kann dies mit fast jedem der hier getesteten Headsets quasi uneingeschränkt tun. Die Unterschiede liegen im Detail oder sind nur für einzelne Zielgruppen relevant. Aus Sicht des Autors besonders erwähnenswerte (negative wie positive) Produkteigenschaften sind farblich hervorgehoben.

Bewertungsübersicht aller Headsets der drei Einzeltests
Bezeichnung Vorteile Nachteile aktueller Preis
eDimensional
AudioFX Pro 5.1
  • kräftiger Klang
  • gutes Mikrofon
  • Force-Feedback und LEDs
  • schlechte Verarbeitungsqualität
  • Surroundeindruck wenig glaubwürdig
  • nur Standardsoftware
~ 57 Euro [2]
Fazit: Das eDimensional AudioFX Pro 5.1 macht auf den ersten Blick mehr her, als es eigentlich verkörpert. Das Headset überzeugt mehr durch Spielerein denn durch wirklich gute Technik. Für den Preis kein Kauftipp.
Logitech G35
  • gute Verarbeitungsqualität
  • Ohrmuscheln ohrumschließend
  • kräftiger Bass
  • detaillierte Höhen
  • solider Surroundeindruck
  • umfangreiche, spezielle Software
  • etwas mitteltonschwach
  • Kopfbügel passt sich der Kopfform kaum an
  • Mikrofon vergleichsweise steif
  • Mikrofonqualität nur mittelmäßig
~ 80 Euro [3]
Fazit: Das Logitech G35 bietet soliden Klang, patzt aber beim Mikrofon. Eine gute Verarbeitung und ansehnliche Software können darüber hinwegtrösten. Preislich etwas zu teuer.
Razer Megalodon
7.1 Surround
  • sehr gute Verarbeitung
  • umfangreiche Kabelfernbedienung
  • neutrales Klangbild im Stereo-Modus
  • gutes Mikrofon
  • guter Surroundeindruck
  • Ohrmuscheln könnten größer sein
  • Surroundeindruck gut, aber klangverfälschend
  • relativ teuer
  • keine dedizierte Software
~ 133 Euro [4]
Fazit: Das Razer Megalodon bietet eine gute Qualität in fast allen Bereichen. Klanglich gleichwertige Produkte gibt es aber schon für deutlich weniger Geld.
SteelSeries Gaming
Headset 5H V2 USB
  • gute Verarbeitung
  • Kopfhörer ist in drei Teile zerlegbar
  • Mikrofonarm lässt sich komplett einfahren
  • Ohrmuscheln umschließen das Ohr
  • sehr homogener Klang
  • gutes Mikrofon
  • vergleichsweise geringer Preis
  • Surroundeindruck ist nur spärlich vorhanden
~ 74 Euro [5]
Fazit: Das Steelseries-Headset bietet ein durchdachtes mechanisches Konzept sowie gute Klangeigenschaften. Hier kann man nicht viel falsch machen.
QPAD QH-1339
  • hoher Tragekomfort
  • sehr gute Verarbeitung
  • hifidele Klangeigenschaften
  • gutes Mikrofon
  • sehr hoher Preis
~ 240 Euro [6]
Fazit: Das QPAD-QH1339 ist nicht nur ein exzellentes Stereo-Headset, sondern darüber hinaus auch gut als Hifi-Kopfhörer nutzbar. Wer das Geld für dieses Headset
übrig hat, wird daran wohl lange Freude haben. Der Preis ist allerdings nur bei gehobenen Ansprüchen gerechtfertigt.
Sennheiser PC161
  • homogenes Klangbild
  • gutes Mikrofon
  • solide Verarbeitung
  • vergleichsweise günstig
  • leider keine ohrumschließenden Polster
~ 65 Euro [7]
Fazit: Das Sennheiser PC161 ist ein gutes Headset in seinem Preisbereich. Es bietet, abgesehen von fehlendem Schnickschnack, alles, was man benötigt. Für den Preis ein faires Angebot.
Sennheiser
PC166 USB
  • homogenes Klangbild
  • gutes Mikrofon
  • solide Verarbeitung
  • leider keine ohrumschließenden Polster
  • Preis nur angemessen, wenn USB benötigt
~ 80 Euro [8]
Fazit: Das Sennheiser PC166 bietet dieselben Qualität wie das PC161, ist aber über USB anschließbar. Wer das nicht unbedingt braucht, kann sich den Mehrpreis getrost sparen.
Sennheiser PC350
  • gute Verarbeitung
  • gutes Mikrofon
  • sehr gute Ortbarkeit in Spielen
  • spielertypischer Bass
  • Sounding geht zu Lasten der Homogenität
  • Anpressdruck der Ohrmuscheln etwas zu hoch
  • Preis ist zu hoch
~ 108 Euro [9]
Fazit: Das Sennheiser PC350 ist durch den starken Bass und die
flirrigen Höhen mehr auf Spieler zugeschnitten. Es bietet allerdings nicht den bedeutenden Mehrwert gegenüber anderen Headsets, sodass der Preis zu hoch erscheint.
Saitek Cyborg 5.1
  • Mikrofon abnehmbar
  • guter Hochtonbereich
  • mäßige Verarbeitungsqualität
  • Surroundeindruck nur mittelmäßig
  • Mitten und Bass zurückhaltend
~ 56 Euro [10]
Fazit: Das Saitek Cyborg 5.1 bietet akustisch Gewohntes in diesem Preisbereich. Haptisch ist es allerdings eher schlecht verarbeitet. Für etwas mehr Geld ist ein anderes Headset besser.
Tritton AX Pro
Dolby Digital 5.1
  • umfangreichste Ausstattung im Testfeld
  • Decoderbox für Dolby Digital und -ProLogic
  • abnehmbares Mikrofon
  • bis zu zwei Stromverbindungen notwendig
  • kein integrierter DTS-Decoder
  • Surroundeindruck nur mittelmäßig
  • Mikrofon ist starr
nur über Import
Fazit: Das Tritton AX Pro verfolgt interessante Ansätze, verfehlt dabei aber grundlegende Anforderungen etwa an den Tragekomfort. Trotz des einmaligen digitalen Eingangs ist die Konkurrenz vorzuziehen.
Speedlink Medusa NX 5.1
  • gute Verarbeitung
  • flexibles Mikrofon
  • homogener Klang
  • vergleichsweise günstig
  • USB-Stromversorgung notwendig
  • Klang könnte detaillierter sein
  • Surroundeindruck nur mittelmäßig
~ 54 Euro [11]
Fazit: Das Speedlink Medusa NX 5.1 bietet erstaunlich viel für einen guten Preis. Es weißt keine kritischen Schwächen auf und kann quasi bedenkenlos gekauft werden.
Roccat Kave Solid 5.1
  • gute Verarbeitungsqualität
  • flexibles und abnehmbares Mikrofon
  • gute Dämpfung der Außengeräusche
  • homogenes Klangbild
  • wahrnehmbares Grundrauschen
  • Surroundeindruck nur mittelmäßig
  • USB-Stromversorgung notwendig
  • sehr schwer
~ 70 Euro [12]
Fazit: Das Roccat Kave Solid 5.1 bietet eine grundsolide Leistung fürs Geld. Wer ein Mehrkanal-Headset haben will, kann hier zuschlagen. Ohne großartige klangliche Abstriche kann man aber auch bei der Konkurrenz günstiger einkaufen.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_gamerheadsets_vergleich_teil_1/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_gamerheadsets_vergleich_teil_2/
  3. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a330790.html
  4. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a404605.html
  5. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a392570.html
  6. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a191156.html
  7. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a392566.html
  8. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a233584.html
  9. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a233574.html
  10. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a275699.html
  11. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a298727.html
  12. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a406538.html
  13. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a450646.html
  14. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_gamerheadsets_vergleich_teil_2/7/#abschnitt_surround_mit_der_xfi
  15. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2009/test_gamerheadsets_vergleich_teil_1/
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