Einleitung
Eigentlich ist es zu leicht, sich ein Lautsprechersystem für den PC zu kaufen. Jeder gut sortierte Elektronikfachmarkt bietet eine ganze Armada von Schallwandlern an, die in unterschiedlichen Preislagen auf Kundenfang gehen. Schnell kann man hier die Auswahl zwischen 20, 30 oder mehr Angeboten gemäß den eigenen Wünsche vornehmen. Lautsprecher für acht Euro? Kein Problem! Stereo oder Mehrkanal? Auch möglich. Mit Fernbedienung, zusätzlichen Anschlüssen oder Lichteffekten? Alles da!
Gleichzeitig ist es aber auch zu schwer, sich ein Lautsprechersystem für den PC zu kaufen. Was bringt es etwa, 30 statt 16 Euro für ein System auszugeben? Sind 60 Euro in einem Stereo-Lautsprechersystem besser aufgehoben als bei einem 5.1-Surroundset? Wo fängt gute Qualität an, ja – überspitzt formuliert – gibt es so etwas überhaupt für weniger als 100 Euro? Und was tun, wenn man die Auswahl zwischen Hunderten von Lautsprechersystemen für kleines Geld hat?
Viele Antworten auf diese Fragen driften nur allzu leicht in einen Glaubenskrieg ab. Oft gibt es eiserne Verfechter der „Geiz ist Geil“-Mentalität ebenso wie der „Wer billig kauft, kauft zweimal“-Philosophie. Die einen wollen teuer (und vermeintlich qualitativ hochwertig), die anderen günstig (aber dennoch gut) einkaufen. Vermutlich nähert man sich der Wahrheit – wie so oft – mit der goldenen Mitte. Doch wo liegt sie? Wir haben einen Suchtrupp losgeschickt und einen Mix aus vielversprechenden Kandidaten und Bestsellern im Preisbereich bis 100 Euro zusammengestellt. Auf dem Weg zur vielleicht eierlegenden Wollmilchsau für den schmalen Taler konnten sowohl Klischees bestätigt als auch Überraschungen erfahren werden. Doch mehr dazu auf den nächsten Seiten.
Vorab geht der Dank jedoch an den Onlineshop von Alternate [1], der einen Großteil der Systeme beigesteuert hat!
Testsystem
Alle Systeme des Testfeldes werden mit einer Creative X-Fi Platinum verbunden, wobei der Equalizer, die CMSS-Funktionen und andere klangbeeinflussende Maßnahmen deaktiviert werden. Darüber hinaus können die Lautsprecher auch an einen Onkyo TX-SR 606 angeschlossen werden. Als Vergleichsmöglichkeit dient ein 2.1-System von Nubert (2x NuLine 32, 1x AW 1000), das als eine Art Referenz herhalten soll.
Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Film und PC-Spiele zum Einsatz. Es werden sowohl Blu-ray-Disks als auch DVDs, CDs und MP3/FLAC-Dateien verschiedener Qualität verwendet. Auf eine Auflistung aller verwendeten Titel wird aus Platzgründen verzichtet. In der Klangbeschreibung wird aber namentlich auf einzelne Titel eingegangen, sofern sie der Vermittlung bestimmter Charakteristika besonders dienen.
- Corsair
- Corsair SP2500 [2]
- Corsair SP2200 [1]
- Creative
- Edifier
- Edifier S530D [4]
- Edifier S330D [3]
- Edifier S2000 [5]
- Edifier S550 [6]
- Edifier S730 [7]
- ESI
- Logitech
- Nubert
- Nubert nuPro A-20 [12]
- Nubert nuPro A-10 [11]
- Nubert nuBox 311 [13]
- Razer
- Razer Mako [14]
- Scythe
- Teufel
Testumgebung
Bei dem Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 20 m² großen und 2,5 Meter hohen Raum in einem Berliner Neubau. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung vorgenommen.
Technische Daten
| Modell | Verstärker- leistung |
Anschluss- möglichkeiten |
Abmaße (cm) (B × H × T) |
Extras |
|---|---|---|---|---|
2.0-Lautsprechersysteme |
||||
| Hercules XPS 2.0 10 Gloss |
5 Watt RMS (Gesamt) 2× 2,5 Watt |
|
6,5 × 23,5 × 6,8 | |
| Logitech X-140 | 5 Watt RMS (Gesamt) 2× 2,5 Watt |
|
19,9 × 24,1 × 12,4 | |
| Microlab B77 | 48 Watt RMS (Gesamt) 2× 24 Watt |
|
15,4 × 26,6 × 22,1 | MDF-Gehäuse Höhen-Regler Bass-Regler |
2.1-Lautsprechersysteme |
||||
| Creative A320 | 16 Watt Sinus (Gesamt) 2× 4 Watt (Sat.) 1× 8 Watt (Sub.) |
|
Satelliten: 7,5 × 17,0 × 6,0 Subwoofer: 16,0 × 19,0 × 26,0 |
|
| Hercules XPS 2.1 40 Slim |
32 Watt RMS (Gesamt) 2× 8 Watt (Sat.) 1× 16 Watt (Sub.) |
|
Satelliten: 5,8 × 23,5 × 7,2 Subwoofer: 16,5 × 24,0 × 20,5 |
Kabelfernbedienung |
| Logitech Z-523 | 40 Watt RMS (Gesamt) 2× 9,5 Watt (Sat.) 1× 21 Watt (Sub.) |
|
Satelliten: 8,6 × 19,6 × 13,2 Subwoofer: 22,9 × 25,4 × 24,1 |
|
| Speedlink Forza 2.1 |
40 Watt RMS (Gesamt) 2× 10 Watt (Sat.) 1× 20 Watt (Sub.) |
|
Satelliten: 8,5 × 19,5 × 9,0 Subwoofer: 24,5 × 25,5 × 32,9 |
Kabelfernbedienung Höhen-Regler Bass-Regler |
| Wavemaster Moody |
65 Watt RMS (Gesamt) 2× 15 Watt (Sat.) 1× 35 Watt (Sub.) |
|
Satelliten: 9,0 × 14,5 × 10,3 Subwoofer: 24,5 × 24,8 × 27,5 |
Kabelfernbedienung Höhen-Regler Bass-Regler |
5.1-Lautsprechersysteme |
||||
| Creative Inspire T6160 |
50 Watt Sinus (Gesamt) 4× 6 Watt (Sat.) 1× 6 Watt (Cen.) 1× 20 Watt (Sub.) |
|
Satelliten: 7,5 × 15,0 × 9,0 Subwoofer: 16,0 × 19,0 × 26,0 |
Kabelfernbedienung |
| Logitech X-530 | 70 Watt RMS (Gesamt) 4× 7,4 Watt (Sat.) 1× 15 Watt (Cen.) 1× 25 Watt (Sub.) |
|
Satelliten: 6,4 × 20,3 × 7,6 Subwoofer: 15,2 × 22,9 × 23,5 |
|
| Abkürzungen: (Sat.) = Satellit; (Sub.) = Subwoofer; (Cen.) = Center-Lautsprecher | ||||
| Achtung: Die Leistungsangaben beziehen sich auf unterschiedliche Messverfahren (RMS, Sinus) und sind damit nicht direkt miteinander vergleichbar! Auch sagt die Maximalleistung der jeweils verbauten Verstärker nichts über den Klang und auch nur bedingt etwas über die erreichbaren Pegel aus. Letztere hängen vor allem vom Wirkungsgrad der Lautsprecher ab, den allerdings nur sehr wenige Hersteller angeben. | ||||
Eindrücke – 2.0-Systeme
Hercules XPS 2.0 10 Gloss
Optik und Verarbeitung
Das Hercules XPS 2.0 10 Gloss ist die Inkarnation des typischen Lautsprechersystems, das man für wenig Geld in jedem Elektronikmarkt kaufen kann. Aktuell wird es für rund 11 Euro in unserem Preisvergleich [24] geführt. Es besteht aus zwei schmalen Kunststofftürmen, die bereits fest miteinander verkabelt sind und nur noch in den PC und die Steckdose eingesteckt werden müssen. Das Gehäuse wurde mit einem Klavierlack überzogen, der nur durch die Stoffabdeckung auf der Vorderseite unterbrochen wird. Die Verarbeitung ist insgesamt solide, was konkret bedeutet, dass nichts klappert, die Spaltmaße stimmen und auch die Haptik passt. Da die Lautsprecher jedoch nicht wesentlich mehr als ein leichtes Kunststoffgehäuse sind (Netzteile und Verstärker fallen in dieser Leistungsklasse kaum ins Gewicht), lassen sie sich bei der Bedienung leicht verschieben. Das mindert den Qualitätseindruck etwas, angesichts des Preises kann man sich vermutlich aber gut damit abfinden.
Positiv fällt hingegen auf, dass trotz des geringen Preises Anschlüsse für ein Headset geboten werden. Das ist leider noch nicht einmal bei wesentlich teureren Lautsprechersystemen für den PC obligatorisch.
Klangeindrücke
Das Hercules XPS 2.0 10 Gloss ist das bei Weitem günstigste System, das wir jemals im Testfeld hatten. Die Erwartungshaltung an dessen Klang war dementsprechend niedrig. Immerhin wurden wir damit nicht enttäuscht. Die Wiedergabe der kleinen Hercules-Lautsprecher wirkt genauso schmal wie ihr Gehäuse: Unterhalb des Hochtonbereiches wird es schnell und merklich dünn, noch weit bevor man beim eigentlichen „Mitteltonbereich“ ankommt. Bass gibt es nicht, aber auch das überrascht angesichts der Gehäuse-Dimensionen nicht, die weder angemessen große Treiber zulassen, noch in die Bass-Trickkiste greifen. Immerhin wirkt der Klang des Hercules-Lautsprechersystems nicht überzeichnet und nervend. Manchmal überrascht es sogar mit einer „guten“ Stimmenwiedergabe, etwa im Musiktitel „Too Insistent“ von The Dø. Sängerin Olivia Merilahti leidet hier weniger unter den begrenzten Möglichkeiten des Hercules-Systems als man erwartet hätte. Dennoch: Musik sollte man meiden oder sich darauf einstellen, von der Lieblingssammlung nur noch einen Hauch zu hören.
Für einen Preis im Handel von nur 11 Euro ist das Gebotene aber vertretbar.
Stromverbrauch
Das Hercules XPS 2.0 10 Gloss ist als günstiges, nicht sehr potentes System konzipiert und das spiegelt sich auch im Stromverbrauch wider. Fünf Watt Verbrauch sind im Betrieb eigentlich nicht zu knacken. Positiv ist, dass sich das System auch wirklich ausschalten lässt und dann nichts mehr aus der Steckdose zieht.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (via Satellit) | 0,0 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 1,4 Watt |
| Wiedergabe | 1,5 – 4,5 Watt |
Auffälligkeiten
Bei unserem Test ist uns aufgefallen, dass der Kopfhörerausgang des Hercules XPS 2.0 10 Gloss in der Praxis nicht zu gebrauchen ist. Angeschlossene Kopfhörer oder Headsets (getestet wurden einige Modelle vom In-Ear-Smartphone-Kopfhörer bis zum hochohmigen Headset) sind stets leise und agieren wenig dynamisch. Dem Kopfhörerverstärker scheint einiges an notwendiger Power zu fehlen, sodass wir selbst bei voller Lautstärke über alle angeschlossenen Modelle hinweg wenig Freude an der Wiedergabe hatten. Immerhin: Die Qualität des durchgeleiteten Mikrofonsignals war einwandfrei.
Logitech X-140
Optik und Verarbeitung
Das Logitech X-140 kostet etwa das Doppelte des Hercules XPS 2.0 10 Gloss, also rund 20 Euro. [25] Passenderweise scheint es diesen Mehrpreis allein schon durch ein erhöhtes Volumen, ein höheres Gewicht und eine solidere Verarbeitung rechtfertigen zu wollen. Das sind nämlich die Eigenschaften, die man dem kleinen Logitech-Stereopaar als erstes ansieht und anmerkt. Für einen so günstigen Preis stehen die Lautsprecher in jedem Fall gut da. Obwohl immer noch aus Kunststoff bestehend, wirkt das Gehäuse sehr robust und, durch die angewinkelte Form mit großem Standfuß, sehr standsicher. Auch diese beiden Lautsprecher sind wieder fest miteinander verbunden, was die Einrichtung selbsterklärend aber unflexibel macht. Neben dem obligatorischen Lautstärkeregler und den in dieser Preisklasse sehr löblichen Anschlüssen für einen Kopfhörer sowie eine zweite Quelle steht sogar ein Drehregler für die tonale Grobanpassung bereit.
Klangeindrücke
Die beiden Lautsprecher des Logitech X-140 sind überraschend groß für den Preis von rund 20 Euro, viel größer etwa als die Satelliten irgendeines x.1-Systems im Testfeld. Das schürt Hoffnungen, auch in puncto Akustik hätte man mehr zu erwarten als gedacht. Dem ist aber nicht so. Die Lautsprecher sind mit anspruchsvoller Wiedergabe ziemlich überfordert. Bei Musik krankt es an fast allem: Dynamisch zu flach, die Detailzeichnung schlecht, Gesang und Stimmen nasal, die virtuelle Bühne – ein Punkt im Raum. Bei einigen Popsongs mit ihrer totkomprimierten Dynamik und den elektronisch veränderten Stimmen mag das alles noch nicht so sehr ins Gewicht fallen. Bei Rock-Titeln, klassischem oder ehrlichem Pop und generell bei allem, bei dem man sich wünschen würde, die Instrumente noch aus der Wiedergabesuppe heraushören zu können, kann das Logitech X-140 aber schlicht nicht mithalten. Exemplarisch sei hier etwa der Titel „I Follow Rivers“ von Lykke Li genannt. Bei diesem wirkt die komplette Wiedergabe gedämpft, als hielte man ein Kissen vor die Lautsprecher. Dynamikunterschiede werden dabei auf ein gleichbleibendes Pegellevel zusammengekürzt. Die schwedische Sängerin selbst klingt heiser und angestrengt; kaum etwas bleibt von der charakteristischen Stimme, die den Song zu weiten Teilen trägt. Und spätestens im Refrain erkennt man, dass die eigentlich minimalistische akustische Begleitung zu einem Brei aus Tönen verkommt, die man nicht mehr voneinander trennen kann – Details gehen völlig unter.
Das alles ist aber gar nicht so sehr als Vorwurf gemeint, wie man nun vielleicht denken könnte. Es ist schlicht die Feststellung, dass man seine Ansprüche beim Musikhören – aber auch beim Filmschauen und Spielen – sehr weit herunterschrauben müsste, um mit dem Logitech X-140 glücklich zu werden. Als Signalgeber für die alltägliche Arbeit am PC ist das System durchaus ausreichend. Und vielleicht reicht das ja auch als Ergebnis, wenn man nur 20 Euro bezahlen möchte.
Stromverbrauch
Das Logitech X-140 ist nicht sehr potent und soll das auch gar nicht sein. Mit einer Gesamtverstärkerleistung von fünf Watt laut Hersteller war nie ein großer Stromhunger zu erwarten. Es überrascht daher auch nicht, wenn man sich die Messungen des Systems ansieht. Positiv ist hierbei vor allem zu erwähnen, dass das Logitech X-140 im ausgeschalteten Zustand einen Stromverbrauch von 0,0 Watt aufwies.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (via Satellit) | 0,0 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 0,4 Watt |
| Wiedergabe | 0,4 – 4,3 Watt |
Auffälligkeiten
Erwähnt werden muss an dieser Stelle ein sehr ärgerlicher Umstand, der das Logitech X-140 schon fast gänzlich disqualifiziert: Die Lautsprecher summen im Betrieb – unabhängig von der Quelle, dem Pegel oder der Wiedergabe. Das Störgeräusch erinnert an ein leises Trafobrummen, ist aber bei normalem Sitzabstand (leider) noch gut zu hören und potenzierte sich leider im Test, wenn man einen Kopfhörer anschloss. Das verwendete QPAD QH-1339 brummte jedenfalls so stark, dass an eine Nutzung des Kopfhörerausgangs nicht zu denken war. Das ist insbesondere deshalb schade, weil der Kopfhöreranschluss zu einem guten Teil eine Freikarte aus der eher mäßigen Wiedergabequalität der Logitech-Lautsprecher selbst hätte sein können. So wird daraus aber nichts.
Microlab B77
Optik und Verarbeitung
Das dritte und letzte 2.0-Lautsprechersystem in diesem Vergleich ist das Microlab B77. Obwohl dessen Name, sofern man der Produktbezeichnung irgendeine Aussage zuordnen möchte, wenig verspricht, bietet das Microlab-Produkt erstaunlich viel. Ein Blick auf die beiden Hauptlautsprecher des Stereosystems lässt jedenfalls schnell vergessen, wie schnörkellos und nüchtern der Hersteller sein Produkt benannt hat. Zu sehen sind dann nämlich zwei überraschend große, fast schon „wie ein echtes HiFi-Produkt“ wirkende Lautsprecher im Holzkorpus, die deutlich wuchtiger und erwachsener wirken als die im Vergleich zierlichen Hercules- oder Logitech-Lautsprecher, die allerdings auch nur einen Bruchteil kosten. Mehr noch: Nicht einfach nur ein Holzkorpus wird geboten, sondern einer, der zentral durch Lederoptik aufgehübscht werden soll. Das mag nicht jedem gefallen, gegenüber den zahllosen Plastikbombern in seinem Preissegment (immerhin doch „nur“ rund 59 Euro! [26]) landet das Microlab B77 haptisch aber zweifellos einen Stich.
Unterstrichen wird dieser Anspruch durch ein sauber verarbeitetes und abnehmbares Abdeckgitter vor dem 10-cm-Tiefmitteltöner und der Hochtonkalotte. Rückseitig gibt es ein solides Anschlussterminal samt Kühlkörper und Stereo-Cinch-Eingängen für zwei verschiedene Quellen und untenrum sorgen vier Plastikfüße für einen sicheren Stand.
Leider muss man an dieser Stelle tadeln, was zuvor lobend erwähnt wurde: Anschlüsse für einen Kopfhörer oder gar ein Headset gibt es nicht. Dafür bietet das Microlab B77 mit je einem getrennten Regler für Höhen und Mitten die größte Anpassbarkeit an die eigenen Vorlieben unter den 2.0-Lautsprechersystemen in diesem Testfeld. Zudem ist das Lautsprecherpaar durch den Einsatz von Klemmverbindungen flexibler einsetzbar, da die beiden Lautsprecher so durch einfache Litzen verbunden werden, die wiederum in beliebiger Länge nachgekauft werden können. Eine feste Verkabelung sucht man hier jedenfalls vergebens.
Klangeindrücke
Das Microlab B77 verspricht äußerlich, mehr zu sein als ein typisches Lautsprechersystem für den PC. Der Formfaktor lässt auf viel Klang im kompakten, für PC-Systeme aber fast schon großen Format, hoffen. Erfreulicherweise wird diese Hoffnung auch erfüllt. Das Microlab B77 offenbart schon beim Reinhören, dass es durchaus auch mit Aufgaben zurecht kommt, die man einem PC-Lautsprechersystem normalerweise nicht ernsthaft aufbürden will: Der Wiedergabe von Musik und Filmen etwa, die nicht von bombastischen Effekten leben. Statt nämlich oben spitz, in der Mitte dünn und unten zu laut zu werden, malt das Microlab B77 ein für die Preisklasse erstaunlich homogenes Klangbild, das insbesondere von kräftigen Mitten profitiert. Dabei ist es egal, womit man das Microlab-System füttert: Joe Cockers markante, etwas rauchige aber facettenreiche Stimme wird genauso authentisch wiedergegeben wie Peter Fox vor harten Beats oder die elektronischen Klänge von Daft Punk. Stets und über das gesamte Pegelspektrum bleibt das Microlab B77 beherrscht, dynamisch und erwachsen. Details, etwa bei der instrumentalen Unterstützung, bleiben erhalten und werden erstaunlich gut herausgearbeitet. Hinzu kommt ein Bass, der, soweit es den Lautsprechern möglich ist, angemessen tief, sauber und strukturiert klingt. Das hätten wir in dieser Preisklasse so nicht erwartet.
Natürlich merkt man auch dem Microlab B77 seine Grenzen an: Obwohl noch völlig gut ausgeprägt für dessen Größe, fehlt der Basswiedergabe irgendwann einfach die Puste. Es ist eben kein Satelliten-Subwoofer System, das von den Extremen lebt, sondern das genaue Gegenteil. Für Musik generell und „normale Ansprüche“ an die Tieftonuntermalung im Speziellen ist das Fundament mehr als ausreichend. Für Effektliebhaber wird der Bass aber vielleicht zu dünn sein. Beben wird im Zimmer mit dem Microlab B77 jedenfalls nichts. Es hätte aber wohl auch nicht zum Gesamtbild des Systems gepasst. Und überhaupt: Die Kritik ist schon fast unverschämt angesichts des Preises von unter 60 Euro.
Stromverbrauch
Anders als die beiden anderen 2.0-Systeme im Test will das Microlab B77 kein schmales PC-System für die gedämpfte Wiedergabe am Arbeitsplatz sein. In den Endstufen dieses Systems steckt merklich mehr Kraft und das sieht man auch auf dem Messgerät. Rund vier Watt wandern bereits durch die Leitung, wenn man die Lautsprecher einschaltet – so viel wie mitunter beim Hercules XPS 2.0 10 Gloss und dem Logitech X-140 unter Vollast – und bis auf knapp 40 Watt könnte man wohl kommen, wenn man alle Regler bis zum Extrem aufreißt. Positiv auch hier: Im ausgeschalteten Zustand genehmigt sich das Microlab B77 keine Schlummerleistung.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (Rückseite) | 0,0 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 4,0 Watt |
| Wiedergabe | 4,1 – 37,8 Watt |
Auffälligkeiten
Eigentlich liefert das Microlab B77 durchweg eine sehr gute Leistung ab. Einen kleinen Makel haben wir dann aber doch gefunden: Dreht man die Lautstärke des Systems etwa über die Hälfte auf, beginnen die Lautsprecher leicht zu rauschen. Pegelmäßig rangiert man hier bereits über Zimmerlautstärke, sodass davon nicht viel zu hören ist, wenn Quellmaterial wiedergegeben wird. Ein kleiner Fleck auf der sonst so reinen Weste ist das aber schon.
Eindrücke – 2.1-Systeme
Creative A320
Optik und Verarbeitung
Das Creative A320 für rund 30 Euro [27] ist nicht nur preislich ein Rückschritt gegenüber dem teuersten 2.0-System im Testfeld. Den tätig gewordenen Sparfuchs merkt man dem Creative-System auch an. So bestehen die kleinen Satelliten erneut nur aus leichtem Kunststoff; MDF bleibt dem Subwoofer als Werkstoff vorbehalten. Zudem erkennt man an Ecken, in die man normalerweise nicht schaut, dass nur auf den ersten Blick wert auf ein sauberes Finish gelegt wurde. Beispielhaft sieht man das am Tiefton-Chassis, das eher schlecht in das Subwoofer-Gehäuse eingesetzt und dort befestigt wurde. Das soll aber nicht weiter stören, solange sich daraus keine weiteren Probleme ergeben. Immerhin findet man an allen sichtbaren Ecken, Kanten und Flächen keine größeren Makel und kann damit in haptischer Hinsicht gut mit dem Creative-Lautsprechersystem für wenig Geld leben.
Leider bietet das Creative A320 weder Anschlussmöglichkeiten für mehr als eine Quelle noch für ein Headset. Da zumindest der rechte Satellit über einen DIN-Stecker mit dem Subwoofer verbunden werden muss, ist auch die Variabilität beim Aufbau ähnlich eingeschränkt wie bei den fest verkabelten Systemen in diesem Test.
Klangeindrücke
Das Creative A320 erfüllt unter den 2.1-Systemen die Rolle, die das Hercules XPS 2.0 10 Gloss bei den 2.0-Systemen einnimmt: Es ist das günstigste System in seiner Klasse, wenn auch nur knapp. Und ebenso wie beim Hercules-Produkt kann man den Preis auch weitgehend als Entschuldigung für vieles gelten lassen. Zumal viele 2.1-Lautsprechersysteme ja ohnehin an der Badewannenabstimmung kranken: Im Hochtonbereich überzeichnet, die Mitten zu schwach ausgeprägt und untenrum mit einem vorlauten Subwoofer für Action sorgen, damit das alles nicht so auffällt. Das kleine Creative-System bildet da keine Ausnahme. Die winzigen Breitbänder in den Satelliten können „Mittelton“ einfach nicht, weshalb selbst Frauenstimmen völlig undynamisch und kraftlos wirken – vor allem dann, wenn man eine Powerfrau wie Beth Ditto ranlässt. Der Bass agiert dabei als leidlicher Lückenfüller und man hört schnell heraus, dass er in Bereichen mitarbeitet, in denen er eigentlich nichts zu suchen hat: Im Mitteltonbereich. Das alles wäre vertretbar, würden die Satelliten nicht so grässlich spitz klingen. Schon nach Minuten dreht man genervt leiser, was auch bei einem System dieser Preisklasse nicht sein muss. Mangels Regler für die Höhen kann man sich hier auch nur noch mit einem Software-Equalizer behelfen, was ebenfalls nicht der Sinn der Sache sein kann.
Kurzum: Das Creative A320 ist ein PC-Lautsprechersystem mit der typischen Effektabstimmung, ohne dabei aber über die Kapazitäten zu verfügen, das eine (Hochton) oder das andere (Bass) in irgendeiner Weise „gut“ umsetzen zu können.
Stromverbrauch
Der Stromverbrauch des Creative A320 überrascht nicht. Den größten Strombedarf weist das System dann auf, wenn der Subwoofer ranklotzen soll, was nicht verwunderlich ist, weil die Hälfte der Systemleistung nur ihm vorbehalten bleibt. Wirklich viel zieht das Creative A320 aber auch dann nicht aus der Leitung. Leider kann man das 2.1-System nur via Subwoofer richtig ausschalten. Der Drehregler am Satellit regelt nur die Lautstärke.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (via Subwoofer) | 0,0 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 3,6 Watt |
| Wiedergabe | 3,6 – 12,5 Watt |
Hercules XPS 2.1 40 Slim
Optik und Verarbeitung
Das Hercules XPS 2.1 40 Slim für ebenfalls rund 31 Euro [28] unterscheidet sich vor allem bei den Satelliten vom fast gleich teuren Creative-System. Statt kleiner und kompakter Lautsprecher setzt Hercules auf große und schmale Säulen. Auch diese wurden leicht angewinkelt, um auf dem Schreibtisch stehend besser auf den Kopf des Hörers abstrahlen zu können. Rein optisch werden die Satelliten durch den Klavierlack auf der Gehäuserückseite und den Stoffbezug auf der Front dominiert. Das vermittelt einen Hauch von edler Verarbeitung, vielmehr als ein solides, aber leichtes Kunststoffgehäuse sollte man aber nicht erwarten.
Der Subwoofer seinerseits ähnelt dem Modell von Creative sehr stark. Auch an ihm lässt sich wieder am deutlichsten erkennen, dass man es mit einem sehr günstigen Lautsprechersystem zu tun hat. Statt an der Einpassung des Tiefton-Chassis erkennt man Schwächen nun eher an den anscheinend nur aufgeklebten Füßen, von denen einige bei unserem Testexemplar leicht verdreht aus der Unterseite ragten. Der eigentlichen Standsicherheit schadet das jedoch nicht, sodass man auch an dieser Stelle keinen Strick aus dieser Kleinigkeit drehen muss, solange der Rest stimmt.
Immerhin bietet Hercules beim XPS 2.1 40 Slim eine Kabelfernbedienung, die auch Anschlüsse für einen Kopfhörer sowie für eine zweite Audio-Quelle mitliefert. Ein Headset kann mangels Mikrofonanschluss allerdings nicht an das Hercules-Lautsprechersystem angeschlossen werden.
Klangeindrücke
Das Hercules XPS 2.1 40 Slim ist nur minimal teurer als das Creative A320, macht aber – so viel sei schon gesagt – vieles besser. Der Subwoofer des Hercules-Systems wirkt weniger überdreht, liefert aber merklich mehr des tieftonalen Gutes, für das er da ist. Dabei ist der Bass sogar erstaunlich sauber, wenn man es mit dem kleinen Subwoofer nicht übertreibt. An den Pegelgrenzen und auch schon etwas davor ist der Treiber aber merklich überfordert und flattert mehr als wirklich Bass anzuschieben. Das ist aber gar nicht so schlimm, weil die Pegelreserven angesichts des Preises sogar ziemlich hoch sind.
Die Satelliten ihrerseits sind ebenfalls angenehmer anzuhören als jene des Creative A320. Sie neigen nicht zu den unliebsamen Spitzen in der Höhenwiedergabe und schaffen sogar eine Prise Mittelton, sodass die Wiedergabe nicht völlig flach wirkt. Chris Jones' „No Sanctuary Here“ etwa – eigentlich ein Killer-Song für allzu kreischige Lautsprechersysteme – klingt sehr passabel auf dem Hercules-System. Jones' Stimme klingt markant, wenn auch nicht so präsent wie es möglich wäre. Zudem fehlt dem sonoren Männerchor im Hintergrund die Kontur und auch die Gitarrenriffs werden nicht deutlich herausgeschält. Insgesamt wirkt der Titel aber stimmig. Das mag sarkastisch klingen, ist aber durchaus mehr als wir erwartet haben und damit ehrlich positiv gemeint. Natürlich wird das Hercules XPS 2.1 40 Slim damit nicht zu einem musikalischen System. Es leistet aber in Summe angesichts der Größe, des Preises und der Ausstattung viel.
Stromverbrauch
Im Stromverbrauch spiegelt sich die doch schon respektable Leistung der verbauten Endstufen des Hercules-Systems wider. Von den aufgedruckten 32 Watt Gesamtleistung kann man einen Großteil auch tatsächlich auf dem Messgerät ablesen, wenn man die Boxen aufdreht. Im ausgeschalteten Zustand gibt es – mal wieder, aber erfreulich – keinen messbaren Strombedarf. Leider lässt sich auch das Hercules XPS 2.1 40 Slim nur über einen Griff zur Rückseite des Subwoofers ausschalten.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (via Subwoofer) | 0,0 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 4,9 Watt |
| Wiedergabe | 5,0 – 28,5 Watt |
Logitech Z-523
Optik und Verarbeitung
Das Logitech Z-523 liegt mit einem Straßenpreis von rund 50 Euro [29] ziemlich genau in der Mitte unseres maximalen Preisrahmens in diesem Test. Es ist damit auch rund 20 Euro teurer als das im Vergleich zierlichere Creative A320 sowie das Hercules XPS 2.1 40 Slim. Abermals scheint sich an dieser Stelle also zu zeigen, dass eine Mehrinvestition zumindest in puncto Verarbeitung, Volumen und Gewicht auch belohnt wird. Das Logitech Z-523 gibt sich optisch zumindest relativ erwachsen. Die beiden Satelliten mit einer etwas eigenwilligen Form sind weder sehr kompakt noch besonders zierlich und wirken damit bereits präsenter als einige andere Mini-Satelliten im Testfeld. Betrachtet man ihren Aufbau genau, erkennt man eines der Features, mit dem Logitech beim Z-523 wirbt: Die kleinen Satelliten besitzen neben dem obligatorischen frontseitigen (Breitband-)Treiber auch einen rückwärtigen, was im Werbesprech von Logitech für „360°-Sound“ sorgen soll. Ebenfalls auf der Rückseite der Satelliten findet man einen kleinen Bass-Reflex-Kanal, der die Satelliten befähigen soll, auch etwas tiefer in den Keller der Mittelton- und Oberbassfrequenzen abzusteigen.
Für wirklichen Tiefgang reichen die Satelliten dann aber natürlich doch nicht. Hier soll der Subwoofer aushelfen, bei dem es sich um ein Downfire-Modell handelt, auch wenn man auf den ersten Blick etwas anderes denken könnte. Die Membran auf der Vorderseite arbeitet allerdings nur passiv und ersetzt dabei einen Bass-Reflex-Kanal. Beide Systeme dienen dazu, dem Tieftöner in definierten Frequenzbereichen einen kleinen Pegelschub zu bescheren – der Vorteil des Systems mit Passivmembran ist allerdings, dass mögliche Windgeräusche, wie sie bei Bass-Reflex-Kanälen auftreten können, systembedingt unmöglich sind.
Anschlussseitig bietet das Logitech Z-523 zwei Audio-Eingänge (1× Stereo-Cinch am Subwoofer, 1× Miniklinke am Satelliten) für verschiedene Quellen. Kopfhörer können ebenfalls am Haupt-Satelliten angeschlossen werden. Einen Mikrofoneingang und damit die Möglichkeit, auch ein Headset mit dem System zu verbinden, sucht man allerdings vergebens. Immerhin gibt es neben dem Lautstärkeregler auch einen für die Basslautstärke, der sich zudem ebenfalls am Satelliten und nicht – wie so oft – direkt am Subwoofer befindet.
Klangeindrücke
Das Logitech Z-523 verspricht „Rundumklang“ durch die speziell gestalteten Satelliten, die nicht nur je einen Breitbandtreiber auf der Vorderseite sondern auch einen auf der Rückseite haben. Dadurch soll sich der Klang überall im Raum gleich anhören. Leider sind derartige „Features“ oft nur dazu da, um über die einfache Wahrheit hinwegzutäuschen. Diese lautet nämlich, dass auch das Logitech Z-523 im Kern dieselben Schwächen aufweist wie der Großteil aller Satelliten-Subwoofer-Systeme. Einzig die genaue Ausprägung dieser Eigenschaften unterscheidet sich. Gemeint ist auch hier die Badewannenabstimmung des 2.1-Systems, die Logitech-typisch vor allem beim Subwoofer deutlich wird. Dreht man diesen nicht sehr weit runter, schwimmt dieser permanent im Mitteltonbereich mit und gibt dort seinen brummigen Kommentar ab. Das klingt wahnsinnig effektvoll, hat mit einer authentischen Wiedergabe aber nichts zu tun. Wer es etwa wagt, Eric Claptons „Layla“ auf dem Logitech-System zu hören und dabei den Bassregler auch nur annähernd in die Mittelstellung zu bringen, der meint, das Aufnahmemikrofon stünde in einer Diskothek und Clapton würde im benachbarten Aufnahmestudie herüber brüllen.
Natürlich kann man den Bass auch rausdrehen, wobei wir auf der 9-Uhr-Stellung eine akzeptable Position gefunden haben (7 Uhr ist Minimum). Man muss dann aber damit leben, dass das Set sehr dünn klingt. Die kleinen Breitbänder in den Satelliten zaubern nämlich – wen wundert's – keinen fulminanten Mittelton herbei. Die Höhen sind etwas überzeichnet, aber noch nicht spitz. Eine sanftere Abstimmung hätte uns hier aber besser gefallen. Und so ganz ohne Blubber-Bass wird dann auch ein deutliches Dynamikloch offenbart.
Und so bleibt am Ende nur die Möglichkeit, das System als das zu nehmen, was es ist: Ein Garant für ein Effektfeuerwerk in Filmen und Spielen. Wer möchte, dass seine AK47 wie ein Artillerieschlag klingt, hat mit dem Logitech Z-523 durchaus seine Freude – vielmehr als mit jedem anderen System im Testfeld. Wer das nicht möchte, ist hier gänzlich falsch.
Stromverbrauch
Das Logitech Z-523 bietet ein Feature, das man leider viel zu selten bei den Testkandidaten sieht: Es lässt sich schnell und einfach komplett ausschalten (über den Drehregler für die Lautstärke am rechten Satelliten) und verbraucht dann auch tatsächlich keinen Strom mehr. Der Verbrauch im eingeschalteten und inaktiven Zustand ist moderat, im Betrieb erreicht man allerdings auch nie wirklich Regionen, die laut Verstärkerleistung drin sein sollten.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (via Satellit) | 0,0 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 2,3 Watt |
| Wiedergabe | 2,5 – 23,2 Watt |
Speedlink Forza 2.1
Optik und Verarbeitung
Das Speedlink Forza 2.1 ist eines der teuersten Systeme im Test, mit aktuell etwa 65 Euro Straßenpreis [30] ist es aber ebenfalls noch relativ günstig zu haben. Für den Aufpreis gegenüber den anderen, deutlich günstigeren Lautsprechersysteme von Creative und Logitech, erwartet man natürlich auch wieder eine Aufwertung in wichtigen Bereichen, allen voran dem Klang. Auch optisch und haptisch sollte das Speedlink-System der günstigen Konkurrenz überlegen sein, wenn der Preis gerechtfertigt sein soll. Das ist es auch.
Den größten qualitativen Unterschied zu den 30-Euro-Systemen stellt man bei den Satelliten fest, die auf einen robusten Standfuß aus Metall setzen und deren Kunststoffgehäuse sehr viel verwindungssteifer und hochwertiger wirkt. Hierzu trägt vor allem eine raue Oberfläche an den Seiten und im Mittelteil des Gehäuses bei, die elegant von zwei silbernen Ellipsen eingerahmt wird. Das abnehmbare Stoffgitter sitzt bombenfest in der Halterung, lässt sich aber beschädigungsfrei lösen um den Blick auf den Mittel- und Hochtontreiber freizugeben. Auch der Subwoofer des Systems ist durchweg sauber verarbeitet und setzt auf ein MDF-Gehäuse mit Kunststoffapplikationen an den Stellen, an denen zusätzliche Gehäuseelemente wie das Frontgitter vor dem Chassis notwendig werden.
Der Anschluss der Satelliten an den Subwoofer erfolgt per Klemmdraht, welcher auf Seiten der Satelliten fest mit dem Gehäuse verbunden ist. Darüber hinaus wird eine Kabelfernbedienung mitgeliefert, die ihrerseits per normalem Klinkenstecker mit dem Subwoofer verbunden wird. Sie bietet außerdem die notwendigen Anschlüsse für ein Headset. Ein weiterer Audioeingang für eine zweite Quelle befindet sich in Form eines Stereo-Cinch-Eingangs am Subwoofer. Dort sind auch drei Regler für die Systemlautstärke, den Bass sowie die Höhen zu finden. Die Lautstärke lässt sich außerdem noch durch die Kabelfernbedienung regeln; ausschalten lässt sich das Speedlink Forza 2.1 über diese aber nicht.
Klangeindrücke
Das Speedlink Forza 2.1 wandert klanglich auf einem schmalen Grat. Auf der einen Seite leiden die Satelliten des 2.1-Systems an einer Mitteltonschwäche, weshalb man das Set leichtfertig in die „typisch Sub-Sat“-Ecke abschieben könnte. Tatsächlich ist das Loch aber nicht so stark ausgeprägt wie bei den meisten anderen x.1-Systemen im Test. Das soll heißen, dass das Speedlink Forza 2.1 immer wieder kleine Situationen schafft, in denen die Mitten zwar nicht völlig ausgeprägt, aber doch mit einem Ansatz von Kraft und Klarheit wiedergegeben werden. Bei den Höhen verhält es sich ähnlich: Hier meint man recht schnell, eine gute Detailwiedergabe und Ausgeglichenheit zu hören. Ab und an driften sie dann aber doch in spitze, etwas nervige Regionen ab.
Eindeutiger fällt da das Fazit zum Subwoofer aus. Er ist in der Normalstellung ein angenehm zurückhaltender Kollege, der aber immer dann zu Stelle ist, wenn man ihn erwartet. Der Bass wirkt dabei nie aufdringlich und ist ziemlich knackig. Selbst, wenn man den Bass-Regler voll aufreißt, wummert der Subwoofer nicht etwa los. Vielmehr verschiebt sich der Klangcharakter hin zu einer (sehr) fülligen Wiedergabe, die aber immer noch nicht effektlastig wirkt. So viel tugendhafte Zurückhaltung, zumal bei extremer Reglerstellung, würde man manch anderem Subwoofer der Konkurrenz wenigstens im Ansatz wünschen.
Was daher am Ende bleibt, wenn man das Speedlink Forza 2.1 hört, ist der Eindruck, dass die Entwickler am Maximum des Budgets und der Bauweise kratzen wollten. Mitunter scheint man leicht über's Ziel hinaus zu schießen, etwa bei der Höhenwiedergabe, und völlig kaschieren kann man physikalische Grenzen nicht. Das 2.1-Set ist aber definitiv ein angenehm abgestimmtes Allround-Produkt.
Stromverbrauch
Das größte Problem des Speedlink Forza 2.1 im Zusammenhang mit dem Stromverbrauch ist die Tatsache, dass sich das System nicht über die Kabelfernbedienung ausschalten lässt. Einzig der Griff hinter den Subwoofer sorgt hier für Ruhe in der Steckdose. Der Verbrauch im eingeschalteten, inaktiven Zustand könnte darüber hinaus niedriger sein.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (via Subwoofer) | 0,0 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 7,6 Watt |
| Wiedergabe | 7,7 – 33,4 Watt |
Wavemaster Moody
Optik und Verarbeitung
Das Wavemaster Moody ist das teuerste Lautsprechersystem im Test und schlägt mit einem Preis ab etwa 74 Euro [31] zu Buche. Das 2.1-Lautsprechersystem setzt auf ein fast schon klassisches Antlitz. Zwar findet man das System in genau diesem Design wohl bei keinem anderen Hersteller, jeder Teil der Gesamtgestaltung kommt einem aber irgendwie bekannt vor. Das ist allerdings nicht als Kritik zu verstehen. Statt den Käufer zu überraschen, ja – womöglich sogar negativ zu überraschen – wirkt das Moody durchdacht und gereift. Kleinigkeiten wie längere Füßchen bei den Satelliten, die dafür sorgen, dass diese auf dem Schreibtisch leicht angewinkelt stehen und so auf den Hörer zeigen, sowie eine stocksimple aber völlig ausreichende Kabelfernbedienung rufen ein mildes Lächeln hervor. Hier passen Preis, Ausstattung und Umsetzung gut zusammen.
Nichts anderes lässt sich zur Verarbeitung und Optik sagen. Die Satelliten bestehen vollständig aus Kunststoff. Einzig die Abdeckung des Treibers der kleinen Böxchen ist aus Stoff. Darunter befindet sich ein einzelner Breitbandlautsprecher, der durch einen kleinen Bass-Reflex-Kanal unterstützt wird. Das Abdeckgitter sitzt sehr leichtgängig in den vier Fixpunkten und hakt sich dort nicht ein. Durch die Schrägstellung der Satelliten besteht aber im Normalbetrieb keine Gefahr, dass es selbstständig herausrutschen könnte. Verglichen mit den Satelliten des fast gleich teuren Speedlink Forza 2.1 wirkt der Materialeinsatz des Wavemaster Moody bei den Satelliten etwas minderwertiger, nichtsdestotrotz lässt sich an der Umsetzung nichts aussetzen. In puncto Kabelfernbedienung ist das Wavemaster-System wieder vorn.
Der Subwoofer des Wavemaster Moody besteht – wie die meisten seiner Kollegen – aus MDF und wirkt robust. Die Abdeckung des Treibers ist ebenfalls aus Kunststoff, was gegenüber einer Stoffabdeckung (oder gar keiner Abdeckung) den Vorteil hat, dass man den oft unterm Schreibtisch platzierten Tieftonlautsprecher auch mal versehentlich treten kann, ohne dass er Schaden nimmt. Die Regler für Treble und Bass befinden sich auf der Rückseite des Subwoofers, was etwas umständlich ist, aber leider oft so umgesetzt wird.
Die Satelliten des Systems werden über ein Mono-Cinch-Kabel, welches fest am Satelliten-Korpus hängt, mit dem Subwoofer verbunden. Die Kabelfernbedienung setzt ihrerseits auf einen DIN-Stecker als Verbindungsglied, weshalb eine Verlängerung in ihrem Fall umständlicher realisierbar ist. Immerhin bietet das Wavemaster Moody aber mit zwei Audio-Eingängen und einem zusätzlichen Anschluss für ein Headset die meisten Verbindungsmöglichkeiten im Test.
Klangeindrücke
Das Wavemaster Moody ist das teuerste System im Test, wenngleich auch nicht mit großem Abstand. Es kostet dennoch rund neun Euro mehr als das Speedlink Forza 2.1, Mehrkosten, die gerechtfertigt sein sollten. Es ist allerdings schwer, großartige Unterschiede zwischen den beiden Systemen hinsichtlich des Klangs auszumachen. Das kann man durchaus auch als Lob für das Wavemaster Moody gelten lassen, konnte das Forza doch durch eine grenzwertige, aber gute Performance überzeugen. Gleiches gilt auch für das 2.1-System von Wavemaster: Die Auflösung, vor allem im Hochtonbereich, ist deutlich besser als bei günstigeren Sub-Sat-Systemen. Dabei neigt aber auch das Moody zu einer leicht scharfen Darstellung des Hochtonbereiches. Der Mitteltonbereich ist wiederum etwas unterrepräsentiert, aber immer noch markant genug, um als solcher zu gelten. Abermals muss man an dieser Stelle löblich auf das Zusammenspiel mit dem Subwoofer hinweisen. Statt sich in den Vordergrund zu drängen, müsste man ihn schon dazu zwingen, sich allzu dominant zu geben. Dennoch ist der kleine Racker potent genug, um die ein oder andere Bass-Passage ordentlich zu meistern. Genauso wie beim Speedlink Forza 2.1 ergänzt der Subwoofer hier also sinnvoll anstatt nur Lücken zu stopfen.
Dennoch trübt am Ende die direkte Konkurrenz den Gesamteindruck. Das Speedlink Forza 2.1 und das Wavemaster Moody rangieren klanglich auf Augenhöhe. Es gibt keine Ausreißer in irgendeine Richtung. Nur bekommt man das Ganze bei Speedlink eben einen Tick günstiger.
Stromverbrauch
Ein Blick auf den Stromverbrauch offenbart, dass Wavemaster als einer der wenigen Hersteller im Test seine Hausaufgaben gemacht hat. Zum einen kann man das Wavemaster Moody sowohl über den Subwoofer als auch über die Kabelfernbedienung ausschalten, zum anderen ist das System auch wirklich aus, wenn man die Kabelfernbedienung dafür nutzt. Der Verbrauch im eingeschalteten und inaktiven Zustand ist aber relativ hoch.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (via Subwoofer) | 0,0 Watt |
| Ausgeschaltet (via Kabelfernbedienung) | 0,0 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 8,3 Watt |
| Wiedergabe | 9,7 – 26,7 Watt |
Eindrücke – 5.1-Systeme
Creative Inspire T6160
Optik und Verarbeitung
Das Creative Inspire T6160 bietet zahlreiche Lautsprecher für wenig Geld. Bei einem Straßenpreis von rund 55 Euro [32] werden dem Käufer gleich fünf Satelliten und ein kleiner Subwoofer geboten. Rechnet man den Preis pro Lautsprecher aus, den man letztendlich ausgeben muss, so zählt das Creative-System zu den günstigsten Systemen im Testfeld. Man könnte damit blindlings vermuten, dass sich das auch in der Verarbeitung, Ausstattung und/oder dem Klang zeigt.
Tatsächlich erhält der Käufer ein sehr kompaktes System, das aus fünf identische Satelliten im Kunststoffgehäuse nebst einem sehr überschaubar dimensionierten Subwoofer besteht. Letzterer besteht, wie so oft, aus MDF und basiert auf dem Downfire-Prinzip. Gemessen an klassischen HiFi-Lautsprechern gilt der Subwoofer nicht einmal als „kompakt“ sondern eher als miniaturistisch; man glaubt kaum, dass hier wirklich Bass zu erwarten ist. Die Satelliten fallen hingegen kompakt, aber nicht winzig aus. Die Wiedergabe des Hoch- und Mitteltonbereiches übernimmt dabei ein Breitbandlautsprecher.
Alle Satelliten werden per Mono-Cinch-Kabel mit dem Subwoofer verbunden. An diesem wird auch eine Kabelfernbedienung angeschlossen, die die Lautstärkeregelung sowie das Aus- und Einschalten des gesamten Systems ermöglicht. Ein Bass-Regler am Subwoofer stellt die einzige Einflussmöglichkeit auf den Klangcharakter des Creative Inspire T6160 dar. Alles in allem bietet das System damit genau das, was man erwartet, wenn man ein so günstiges 5.1-Lautsprechersystem kauft – in puncto Fernbedienung sogar etwas mehr.
Klangeindrücke
Das Creative Inspire T6160 ist dem Creative A320 optisch gar nicht so unähnlich. Die größten Unterschiede liegen bei den Satelliten, die beim 5.1-System etwas größer ausfallen. Auch die Subwoofer der beiden Systeme ähneln sich stark, tatsächlich beherbergt jener des Inspire T6160 aber nicht nur mehr Endstufen (für mehr Kanäle), sondern auch einen potenteren Verstärker für sich selbst. Das ist dann auch das erste, was man beim Einschalten des Systems mitbekommt: Es herrscht keine omnipräsente Leistungsebbe. Stattdessen werden alle Kanäle mit genügend Saft geflutet, was sie in eine höhere Pegelfestigkeit und mehr Dynamik umsetzen.
Es ist aber nicht einmal die höhere Pegelfestigkeit des Systems, die wirklich eine Rolle spielt. Vielmehr bietet das Creative Inspire T6160 eine Gelassenheit, die beim kleinen Bruder gänzlich fehlte. Höhen wirken nicht mehr so überzeichnet, der Mittelton ist deutlich stärker ausgeprägt und taugt sogar ohne mitbrummenden Subwoofer etwas und auch die Detailwiedergabe passt.
Natürlich soll damit nicht gesagt sein, dass nur 55 Euro günstige 5.1-System würde weit über seinen Preis hinaus in akustischen Höhenflügen spielen. Dass auch hier spätestens im unteren Mittelton- und im Oberbassbereich ziemliche Dürre herrscht, gilt genauso wie bei den meisten Satelliten-Subwoofer-Systemen. Hinzu kommt eine nasale Stimmenwiedergabe, die aber verziehen werden kann, und eine schmale virtuelle Bühne. Der Ton löst sich nicht gut von den Satelliten. Auch der Subwoofer ist nur eine gehobene Boombox, wenn man die Qualitäten eines gehobenen Subwoofers als Maßstab nimmt: Er ist gerne mal zu laut, die Bässe schwimmen meist mehr als trocken rausgedrückt zu werden und er steigt die Frequenztreppe zu weit hoch, um Anschluss an die Satelliten zu finden. Das alles war in diesem Preissegment aber zu erwarten und kann den Gesamteindruck nicht ändern: Das System klingt trotz allem homogen und stimmig, dabei nicht nervig und erfüllt damit weitgehend alle Ansprüche, die man daran stellen kann.
Stromverbrauch
Der Stromverbrauch des Creative Inspire T6160 ist einer der wenigen im Testfeld, den man deutlich kritisieren muss. Das erste Problem ist, dass sich das System nur über den Subwoofer richtig ausschalten lässt. Über die Kabelfernbedienung kann man das 5.1-System zwar „aus“schalten (off), es verbraucht dann aber noch deutlich zu viel Strom. Auch im eingeschalteten, inaktiven Zustand wird mit 10 Watt deutlich zu viel Leistung für nichts durchgeschoben. Creative sollte die Netzteil- und Endstufentechnik in diesen Bereichen überarbeiten.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (via Subwoofer) | 0,0 Watt |
| Ausgeschaltet (via Kabelfernbedienung) | 4,6 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 9,7 Watt |
| Wiedergabe | 9,7 – 34,5 Watt |
Auffälligkeiten
Das Creative T6160 weist ein leichtes Grundrauschen auf, sobald es eingeschaltet wird. Das Rauschen ist in leiser Umgebung aus etwa einem Meter Entfernung noch zu hören und nimmt bei etwa 80-100 Prozent des Maximalpegels (eingestellt über die Kabelfernbedienung) stark zu. Unserer Erfahrung nach gibt es aber Lautsprechersysteme, die deutlicher rauschen, was jedoch keine Entschuldigung für das Creative Inspire T6160 sein soll und kann.
Des Weiteren ist anzumerken, dass das Creative Inspire T6160 keinen internen Upmix besitzt, wenn man – aus welchen Gründen auch immer – nur eine Stereoquelle mit dem System verbindet. Der Center/Subwoofer-Kanal sowie die hinteren Lautsprecher bleiben in diesem Fall stumm.
Logitech X-530
Optik und Verarbeitung
Zu guter Letzt haben wir auch noch das Logitech X-530 ins Testfeld geladen. Das System ist mit rund 43 Euro [33] etwas günstiger als das 5.1-Pendant von Creative in diesem Test, wirkt aber überraschenderweise einen Tick erwachsener. Der Subwoofer ist nicht ganz so winzig ausgefallen und auch die Satelliten verfügen jeweils über zwei Treiber, wobei jedes Mal identische Breitbandchassis zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zum Creative Inspire T6160 hat Logitech den Center-Lautsprecher des 5.1-Systems anders als die anderen Lautsprecher aufgebaut. Statt aufrecht zu stehen sind die beiden Chassis nebeneinander angeordnet, weshalb der Center-Lautsprecher quer liegt. Damit kann er bequemer unter dem Bildschirm positioniert werden, wobei sogar eine Ausrichtung auf den Hörer möglich ist, weil sich das Gehäuse auf dem Standfuß neigen lässt. Für eine kräftigere Stimmenwiedergabe wird dem Center zudem etwas mehr Leistung bereitgestellt als den anderen Satelliten.
Ebenso wie bei vielen anderen PC-Lautsprechersystemen werden die Satelliten des Logitech X-530 via Mono-Cinch mit dem Subwoofer verbunden. Eine Ausnahme bildet der vordere rechte Lautsprecher, der durch zusätzliche Steuerelemente auf eine andere Anschlussart angewiesen ist. Über ihn kann man nicht nur die Lautstärke des Systems regeln, auch die Stummschaltung sowie der Anschluss eines Kopfhörers sind möglich. Dafür bietet das Logitech X-530 allerdings auch keine Kabelfernbedienung, was aber verkraftbar ist.
Klangeindrücke
Das Logitech X-530 ist etwas günstiger als das Creative 6160, macht aber vieles ähnlich. Obwohl anders konzipiert, unterscheidet sich der Klang der Satelliten nicht wesentlich von der 5.1-Konkurrenz. Das Logitech-System weist also eine ähnliche Pegelfestigkeit auf und verkneift sich zu spitze Höhen weitgehend. Auch der Mitteltonbereich ist erstaunlich gut und rangiert locker auf dem Niveau gleich teurer 2.1-Systeme im Test. Voraus hat das Logitech X530 anderen Systemen vor allem einen etwas sauberen Bass, der vermutlich durch das Side-Fire-Prinzip bedingt ist. Statt den Treiber nämlich auf den Boden zu richten (und damit Präzision zu Gunsten eines „fühlbareren“ Basses abzugeben), strahlt der Subwoofer des Logitech X-530 seitlich ab. Dankenswerterweise agiert er dabei auch nicht so überdreht wie andere Systeme aus gleichem Hause oder Teile der effekthascherischen Konkurrenz.
Die überraschende Stärke des Systems erkennt man aber erst, wenn man den Subwoofer an dessen Rückseite komplett runterregelt. Völlig inaktiv ist er dann zwar nicht, man hört aber sehr deutlich, dass die Satelliten selbst erstaunlich kräftig klingen. Völlig ohne eine nasale, leicht gedeckte Wiedergabe kommt man zwar nicht aus, der Klang wirkt aber sehr homogen und verdient sich – vor allem angesichts des geringen Systempreises – durchaus Lob. Wirklich besser macht es in diesem Testfeld nur das Microlab B77, welches auf ein völlig anderes Lautsprecherkonzept setzt und zudem teurer – bei weniger Lautsprechern.
Stromverbrauch
Ein Blick auf den Stromverbrauch offenbart dasselbe Problem, das auch das 5.1-System von Creative plagt: Obwohl sich das System scheinbar über den Satelliten ausschalten lässt (wobei man das Logitech X-530 strenggenommen nur stumm schaltet), benötigt es in diesem Modus immer noch Energie. Einen wirklichen Null-Verbrauch erreicht man nur, wenn man das Logitech X-530 über den Subwoofer ausschaltet. Im Betrieb ist das Set hingegen relativ genügsam.
| Modus | Stromverbrauch |
|---|---|
| Ausgeschaltet (via Subwoofer) | 0,0 Watt |
| Ausgeschaltet (via Satellit) | 2,8 Watt |
| Eingeschaltet (ohne Ton) | 7,2 Watt |
| Wiedergabe | 7,2 – 24,7 Watt |
Auffälligkeiten
Logitech liefert beim X-530 einen kleinen Adapter mit, der ein Stereosignal (eingespeist via Stereo-Cinch) auf die drei Stereokanäle des 5.1-Systems aufteilt. Damit kann man das System problemlos auch an einer Stereoquelle betreiben und trotzdem alle Lautsprecher ansprechen – anders als beim Creative Inspire T6160.
Zusammenfassung
An dieser Stelle sollen noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse der Einzelbetrachtungen aller Systeme zusammengefasst werden.
Stromverbrauch
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gemessenen Strombedarfe der Systeme in den verschiedenen Betriebsmodi und im Vergleich zu ihrer angegeben Gesamtleistung. Beachtet werden sollte, dass es hier nicht darum geht, welches Lautsprechersystem den niedrigsten Strombedarf hat. Ein solcher Vergleich wäre weitgehend sinnlos. Vielmehr ist relevant, ob die angegebene Gesamtleistung überhaupt erreicht wird, die beworbenen 30 Watt Verstärkerleistung von System X also realistisch sind oder aber maximal 5 Watt konsumiert werden. Viele Hersteller tricksen in diesem Punkt nämlich maßlos, um dem Kunden beim Kauf ein „leistungsstarkes“ System vorzugaukeln, das im Endeffekt aber zu keiner Zeit in derartigen Leistungsregionen rangiert.
(Außerdem sei erwähnt, dass die Leistungsaufnahme allein kein Qualitätskriterium im Sinne der Pegelreserven oder gar Klangqualität ist. Hier spielen andere Faktoren mit hinein!)
| Modell | Gesamtleistung | aus (Netzschalter) | aus (alternativ) | ein (Min / Max) |
|---|---|---|---|---|
2.0-Lautsprechersysteme |
||||
| Hercules XPS 2.0 10 Gloss |
5 Watt RMS | / | 0,0 Watt | 1,4 Watt / 4,5 Watt |
| Logitech X-140 | 5 Watt RMS | / | 0,0 Watt | 0,4 Watt / 4,3 Watt |
| Microlab B77 | 48 Watt RMS | 0,0 Watt | / | 4,0 Watt / 37,8 Watt |
2.1-Lautsprechersysteme |
||||
| Creative A320 | 16 Watt Sinus | 0,0 Watt | / | 3,6 Watt / 12,5 Watt |
| Hercules XPS 2.1 40 Slim |
32 Watt RMS | 0,0 Watt | / | 4,9 Watt / 28,5 Watt |
| Logitech Z-523 | 40 Watt RMS | 0,0 Watt | / | 2,3 Watt / 23,2 Watt |
| Speedlink Forza 2.1 |
40 Watt RMS | 0,0 Watt | / | 7,6 Watt / 33,4 Watt |
| Wavemaster Moody |
65 Watt RMS | 0,0 Watt | 0,0 Watt | 8,3 Watt / 26,7 Watt |
5.1-Lautsprechersysteme |
||||
| Creative Inspire T6160 |
50 Watt Sinus | 0,0 Watt | 4,6 Watt | 9,7 Watt / 34,5 Watt |
| Logitech X-530 | 70 Watt RMS | 0,0 Watt | 2,8 Watt | 7,2 Watt / 24,7 Watt |
| Abkürzungen: (Sat.) = Satellit; (Sub.) = Subwoofer; (Cen.) = Center-Lautsprecher | ||||
| Achtung: Die Leistungsangaben beziehen sich auf unterschiedliche Messverfahren (RMS, Sinus) und sind damit nicht direkt miteinander vergleichbar! Auch sagt die Maximalleistung der jeweils verbauten Verstärker nichts über den Klang und auch nur bedingt etwas über die erreichbaren Pegel aus. Letztere hängen vor allem vom Wirkungsgrad der Lautsprecher ab, den allerdings nur sehr wenige Hersteller angeben. | ||||
gemessene Modi: Die Messung der Leistungsaufnahme erfolgte für das gesamte System. Unterschieden werden:
|
||||
Auffälligkeiten
Eine der Auffälligkeiten in diesem Test ist, dass Ausstattung und Verarbeitung eines Lautsprechersystems nicht immer mit dessen Preis korrelieren. Während sich ganz generell sagen lässt, dass man – zumindest bezogen auf die Auswahl an Testkandidaten – in puncto Verarbeitung nicht negativ überrascht wird, lassen sich im Detail eben doch kleine Makel finden, die vor allem bei den günstigeren Systemen auftreten. Sie treten aber eben nicht bei dem günstigsten System auf sondern irgendwo im Mittelfeld und das teuerste Produkt im Test macht auch nicht alles besser als andere.
Dasselbe gilt im Grunde auch für die Ausstattung der Systeme. Die wichtigsten Eckpunkte sind hier die Zahl der Anschlüsse und etwaige Extras wie eine Kabelfernbedienung oder anpassbare Halterungen der Satelliten. Abermals bietet nicht etwa das günstigste System die geringste Ausstattung und das teuerste die umfangreichste. Es gibt vielmehr extreme Schwankungen zwischen den Klassen. Hier lohnt sich in jedem Fall ein genauer Blick und ein Abgleich mit den eigenen Bedürfnissen.
Leider fällt aber auch das auf: Selten liefert ein Lautsprechersystem eine im Rahmen seiner Möglichkeiten „perfekte“ Leistung ab. Rauschen, zu leise Kopfhörer, umständlich ausschaltbare Systeme oder ein zu hoher Standby-Verbrauch: Eigentlich findet man immer irgendetwas. Fast wirkt es, als hätten die Entwickler eine Handvoll der kleinen Unzulänglichkeiten nur dann beseitigen können, wenn irgendein Nachteil bestehen bleibt. Auch das ist aber nicht zwingend ein Anzeichen für den geringen Preis der Systeme. Entsprechende Nachteile haben wir auch schon bei wesentlich teureren Produkten feststellen können.
Klangeindrücke
Der Klang ist der wesentliche Punkt, auf den es eigentlich beim Kauf von Lautsprechern ankommt. Eingangs haben wir die Frage gestellt, ob es gute Qualität im von uns anvisierten Preisbereich überhaupt gibt und auch, ob sich tatsächlich alle getesteten Systeme in die Schublade mit der Aufschrift „Tischhupen“ hineinstopfen lassen. Die Antwort auf beide Fragen ist nicht eindeutig.
Einerseits gibt es sie: Die Plastikbomber für den Schreibtisch, die nicht viel mehr machen als akustisch sicherzustellen, dass der Anwender den Mausklick auch klicken hört. Wer aber für 10 Euro oder noch weniger Lautsprecher kauft, kann auch nicht viel mehr erwarten. Dabei sollte man die Qualitäten dieser Produkte auch nicht verkennen. Ein Hercules XPS 2.0 10 Gloss ist immer noch tausend Mal besser als die allermeisten Monitorlautsprecher und hat damit genug geleistet.
Interessant wird es, wenn man 30 und mehr Euro in die Hand nimmt. Hier streuen allerdings auch die Leistungen der Testkandidaten am deutlichsten. Während die einen mit kleineren Verarbeitungsmängeln optisch klarstellen, dass sie sehr günstig sind, zaubern andere Lautsprechersysteme eine im Rahmen ihrer Möglichkeiten tadellose Leistung hin. Mit dem Hercules XPS 2.1 40 Slim etwa kann man zum Preis von etwa 30 Euro gut leben.
Die eigentliche Überraschung im Testfeld war allerdings das Microlab B77. Das System, das schon optisch so gar nicht ins Testfeld passt, spielt auch akustisch mindestens eine Liga über den anderen Testkandidaten. Dabei liegt es mit einem Straßenpreis von rund 57 Euro nur im oberen Mittelfeld. Das Microlab-Paar muss sich nicht einmal vor doppelt so teuren (und damit ihrerseits immer noch sehr günstigen!) Nahfeldmonitoren verstecken. Wer seinen PC musikalisch auf Vordermann bringen will und das günstig, der kann hier wirklich zuschlagen.
Ähnliches gilt übrigens auch für das Logitech X-530. Für ein 5.1-System, das nicht einmal 50 Euro kostet, ist der Klang wirklich lobenswert. Das Mehrkanalsystem kann dabei sowohl Freunde des gut inszenierten Bombast-Effektes zufriedenstellen als auch ruhige Töne anschlagen und homogen klingen. Auch das hätten wir nicht erwartet, zumal andere Systeme der Konkurrenz (oder von Logitech selbst) in diesem Preisbereich nichts dergleichen schaffen.
Doch was ist mit den teuersten Systemen im Test, namentlich dem Wavemaster Moody und dem Speedlink Forza 2.1? Beide Systeme unterstreichen mit einer ebenbürtigen Leistung, dass durchaus klangliche Steigerungen für einen Mehrpreis drin sind. Diese fallen aber nicht mehr ganz so stark aus wie im absoluten Niedrigpreissegment. Wer für mehr als 60 Euro einkauft, der erwirbt im Wesentlichen kleine Verbesserungen in vielen Bereichen – also etwa in puncto Pegelfestigkeit, Homogenität, Tiefgang aber auch Verarbeitungsqualität und in Grenzen Ausstattung. Ob sich das lohnt, muss jeder für sich selbst feststellen.
Fazit
Am Ende des kleinen Marathons durch die Welt der günstigen Lautsprecher wollen wir den Blick zurück schweifen lassen. Würde man dabei ein Auge zukneifen und immer nur einen Teil des Testfeldes fokussieren, man könnte alles Mögliche bestätigt sehen. Man sähe billige Kunststofftürme oder typisch schrille, mit lautem Bass tönende Brüllwürfel. Man könnte aber auch einige der kleinen und sehr überzeugenden Exemplare im Testfeld sehen. Das ist es, was es so schwer macht, ein anderes als das folgende allgemeingültige Fazit zu ziehen: Man kann glücklich werden, wenn man für wenig Geld PC-Lautsprecher kaufen will. Man kann aber auch ordentlich daneben greifen und im Wust der Nieten die guten Lose verpassen. Wer kann, sollte sein Produkt der Wahl im Laden um die Ecke genau in Augenschein nehmen, um zumindest das optisch und haptisch passende Produkt besser auswählen zu können.
Die Tabelle fasst noch einmal alle Vor- und Nachteile der getesteten Systeme zusammen:
| Modell | Vorteile | Nachteile | Empfehlung |
|---|---|---|---|
2.0-Lautsprechersysteme |
|||
| Hercules XPS 2.0 10 Gloss |
|
|
|
| Logitech X-140 |
|
|
|
| Microlab B77 |
|
|
|
2.1-Lautsprechersysteme |
|||
| Creative A320 |
|
|
|
| Hercules XPS 2.1 40 Slim |
|
|
|
| Logitech Z-523 |
|
|
|
| Speedlink Forza 2.1 |
|
|
|
| Wavemaster Moody |
|
|
|
5.1-Lautsprechersysteme |
|||
| Creative Inspire T6160 |
|
|
|
| Logitech X-530 |
|
|
|
- Hercules XPS 2.0 10 Gloss [23]
- Logitech X-140 [24]
- Microlab B77 [25]
- Creative A320 [26]
- Hercules XPS 2.1 40 Slim [27]
- Logitech Z-523 [28]
- Speedlink Forza 2.1 [29]
- Wavemaster Moody [30]
- Creative Inspire T6160 [31]
- Logitech X-530 [32]
- Teufel Concept B 20 [34]
- Nubert nuPro A-20 [35]
- Nubert nuPro A-10 [36]
- Corsair SP2500 [37]
- Corsair SP2200 [38]
- Teufel Concept D 500 THX [39]
- Teufel Concept B 200 USB [40]
- Teufel Concept E 300 [41]
- Teufel Concept E 200 [42]
- Teufel Concept E 100 [43]
- Edifier S530 [44]
- Edifier S330D [45]
- ESI nEar 08 eXperience [46]
- ESI nEar 05 eXperience [47]
- ESI nEar 04 [48]
- Nubert nuBox 311 [49]
- Edifier S2000 [50]
- Teufel Concept E 400 [51]
- Edifier S550 [52]
- Edifier S730 [53]
- Teufel Motiv 2 [54]
- Creative GigaWorks T3 [55]
- Logitech Z Cinéma Advanced [56]
- Razer Mako [57]
- Corsair
- Corsair SP2500 [1]
- Corsair SP2200 [1]
- Creative
- Edifier
- Edifier S530D [3]
- Edifier S330D [3]
- Edifier S2000 [4]
- Edifier S550 [5]
- Edifier S730 [6]
- ESI
- Logitech
- Nubert
- Nubert nuPro A-20 [11]
- Nubert nuPro A-10 [11]
- Nubert nuBox 311 [12]
- Razer
- Razer Mako [13]
- Scythe
- Teufel
Schlussbemerkung
Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und ihn dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.













