Einleitung
Mit dem P3D300 präsentiert HEC-Compucase respektive Cougar in Zusammenarbeit mit Planet3DNow! ein sehr günstiges 300-Watt-Netzteil, das auf der aktuellen A-Serie des Herstellers basiert. Um den passenden Preis zu schaffen, wurde gegenüber der Basis an Dingen wie dem Zubehör oder der Verpackung gespart und der Innenraum im Vergleich zur A-Serie leicht modifiziert.
Ein Netzteil für Sparfüchse also, die nicht auf die Qualität eines Markenherstellers verzichten möchten, aber gleichzeitig kein Wert auf üppige Lieferumfänge und Features legen? Ob das P3D300 tatsächlich die erwartete solide Qualität bietet und in unseren Tests überzeugen kann, werden erst die folgenden Seiten klären.
Da die +12-V-Gesamtleistung bei 228 W liegt, wurde das P3D300 nur bis zu einer Last von 200 W durch unser Auslastungsraster geführt. Planet3DNow! betonte jedoch, dass man das Gerät deutlich überlasten könne. Mehr dazu im Verlauf des Tests.
P3D300
Vier Befestigungsschrauben und ein Kaltgerätekabel, das ist das einzige, was mit dem Netzteil mitgeliefert wird. Jegliches anderes Zubehör (geschweige denn eine Verpackung): Fehlanzeige. Geschützt wird das Netzteil stattdessen durch eine Schaumstoffwanne sowie Luftpolsterfolie.
„Ein funktioneller schwarzer Kasten“, dies trifft das Äußere des P3D300 wohl am besten. Im Vergleich zur Cougar A-Serie ist keine Einprägung des Firmenlogos in der Seitenwand vorhanden, ansonsten ist ein äußerer optischer Unterschied zwischen den beiden Modellen nicht erkennbar.
Das P3D300 ist mit vier SATA- und drei Molex-Steckern ausgestattet, deren Anzahl den Anforderungen der meisten Office-PCs gerecht werden sollte. Ein PCIe-Stecker ist leider nicht vorhanden, wobei sich nun über die Frage streiten lässt, ob ein 300 Watt starkes Netzteil diesen benötigt bzw. sinnvoll einsetzen kann. Schon eher fällt da das Fehlen eines Floppy-Steckers ins Gewicht, denn gerade Office-PCs sind des Öfteren noch mit Diskettenlaufwerken und ähnlichem ausgestattet.
Technische Daten
- 80Plus-Zertifikat: Bronze
- Abmessungen: 150x 86x 140 cm (Bx Hx T)
- Arbeitstemperatur: 10 – 50 °C
- Leistungsverteilung +12 V
Zwei +12-V-Schienen, von denen die stärkere der beiden 14 A und die schwächere 11 A bereitstellen kann. Die +12-V-Gesamtleistung beträgt 228 W und ist damit leider recht knapp dimensioniert. Näheres dazu im Fazit. - Schutzmechanismen
- Unterspannungsschutz (UVP)
- Überspannungsschutz (OVP)
- Kurzschlusssicherung (SCP)
- Überlastschutz (OPP)
- Garantie: 2 Jahre
Innenraum
Im Vergleich zum erst kürzlich getesteten A400 [1] gibt es auf den ersten Blick nur geringe Unterschiede. So arbeitete man etwas weniger mit Kleber, was in diesem Fall nicht unbedingt als positiv zu werten ist, da keine alternativen Fixierungsvarianten gewählt wurden. Als Basis dient auch hier eine gebräuchliche Hartpapierplatine.
Einer der beiden sichtbaren X-Kondensatoren fällt etwas kleiner als üblich aus, weshalb dieser aus der HEC-typischen Position unter der Spule entweichen konnte. Die folgende Gleichrichterbrücke hat keinen eigenen Kühlkörper spendiert bekommen, was bei der geringen Leistung des Netzteiles und der damit verbundenen geringen Abwärme aber auch nicht unbedingt nötig ist. Ferner ist ein zusätzlicher lackgetränkter X-Kondensator zu sehen, der die Gesamtanzahl dieses Filterbausteins auf sehr zufriedenstellende vier Stück erhöht.
Der Primärkondensator stellt den größten Unterschied im Vergleich zur A-Serie dar: In letzterem kommt ein 105 °C spezifiziertes Modell von Nippon-Chemicon (Japan) zum Einsatz, das P3D300 vertraut hingegen auf eine etwas günstigere Variante in Form eines 85-°C-Modelles von Teapo (Taiwan). Dieses kann zwar, was den Firmennamen, den Produktionsort und die Temperaturspezifikation angeht, nicht mit dem Primärkondensator der A-Serie mithalten, sollte aber als solide und angemessene Wahl angesehen werden.
Einen recht luftigen Eindruck macht der sekundäre Bereich. Gleichspannungsregler, Armadas von Feststoffkondensatoren oder ähnliche Dinge, wie sie in den aktuellen High-End-Netzteilen vorhanden sind, sucht man hier natürlich vergebens. Stattdessen übernehmen typische, 105 °C spezifizierte Kondensatoren aus dem Hause Teapo die Aufgabe der Spannungsglättung.
Testsystem & -methodik
Das Testsystem im Detail:
- AMD Phenom X4 9550 mit Scythe Ninja 2 (+ Scythe Slip Stream 1200)
- ASUS M47A9 Deluxe
- MDT 1 GB DDR2-800 Cl5
- ATI X1950XTX mit Prolimatech MK-13 (+ Scythe Slip Stream 1200)
- Samsung HD200HJ in Silentmaxx HD-Silencer Rev.2.0
- Lian Li A09B mit Scythe Slip Stream 1200 in der Rückseite
- Scythe Kaze Master 5,25" Ace Lüftersteuerung
Testmethodik
Zusätzlich kommt eine Laststation zum Einsatz, welche maximal 550 W verbraucht und ausschließlich die +12-V-Schienen belastet. Die Laststation besteht aus Buchsen für die Netzteilstecker (PCIe und Molex), welche zusammen an einen 12-V-zu-230-V-Wechselrichter führen. An diesen sind gegenüberliegend mehrere Glühbirnenfassungen angeschlossen, so dass durch Einsetzen mehrerer leuchtstarker Glühbirnen eine recht hohe Last produziert werden kann.
Die Auslastung erfolgt nach einem festen Raster, das wie folgt aussieht: 100 W, 200 W, 300 W usw. Der Testproband wird so lange durch das Raster geführt, bis die nächste Auslastung eine Überlast darstellen würde. Ein Netzteil mit einer Leistung von 520 W würde beispielsweise die Laststufe von 500 W erreichen. Bedingt durch die Verwendung eines Testsystemes und Wechselrichters entsprechen die Lastwerte nicht exakt der tatsächlichen Last und dienen daher nur zur Orientierung. Deshalb ist keine Berechnung der Effizienz möglich.
Jede Auslastungsphase dauert 20 Minuten. Währenddessen wird die Leistungsaufnahme mit einem Voltcraft Energy Check 3000 gemessen. Am Ende der Testphase kommt ein Voltcraft SL100 Lautstärkemessgerät zum Einsatz, welches den Schalldruck auf Höhe des Netzteiles und in einer Entfernung von 30 cm misst. Selbstverständlich ist es ohne schallgedämmten Raum nicht möglich, eine sehr exakte Messung durchzuführen. Dennoch versuchen wir immer, die Umgebungsgeräusche bis auf ein Minimum zu reduzieren. Die Lüfter des Testsystems werden beispielsweise für den Messzeitraum komplett abgeschaltet. Zum Schluss setzen wir vier Scythe-Kama-Thermo-Temperatursensoren ein. Zwei Sensoren werden auf dem sekundären Kühlkörper befestigt, die anderen beiden Fühler messen die Temperatur der Abluft am Bienenwabengitter.
Nun erfolgt die Untersuchung der Spannungsregulation und der Ripple-&-Noise-Werte. Dafür arbeiten wir lediglich mit der Laststation, welche durch die Variabilität des Glühbirnenaufbaus die einzelnen +12-V-Schienen gezielt nach Prozenten belasten kann. Die Auslastungsangaben sind verständlicherweise nicht zu 100 % exakt, sondern variieren leicht in einem vernachlässigbaren Bereich. Um die Spannungen zu messen bedienen wir uns eines Bennig-MM-P3-Multimeters. Für die Untersuchung von Ripple & Noise verrichtet ein Rigol-DS1052E-Oszilloskop seine Dienste.
Test
Lautstärke
Lautstärkedurchschnitt
Angaben in Dezibel
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Temperatur
Temperaturdurchschnitt Abluft
Angaben in °C
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Temperaturdurchschnitt Kühlkörper
Angaben in °C
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Spannungsregulation
Die folgenden Tests zur Beurteilung der ausgegebenen Spannungen werden nach dem Haupttestlauf ohne Testsystem und dementsprechend nur mit der Laststation durchgeführt. Daher ist es möglich, die einzelnen Schienen prozentual zu belasten.
Im Vergleich zum A400 präsentiert das P3D300 eine leicht schlechtere Spannungsregulation, was auf vielerlei Faktoren (darunter natürlich die differenzierten Leistungen) zurückzuführen ist. Nichtsdestotrotz zeigt das P3D300 ordentliche Werte und läuft nie in Gefahr, die Grenzwerte von 11,4 V und 12,6 V zu verletzen.
Ripple & Noise
Bei den folgenden Messungen zur Beurteilung der Spannungsqualität ist eine vertikale Skalierung von 50 mV und eine horizontale Skalierung von 500 us gewählt. Es wird die „breite Masse“ gemessen.
20 % Last:
50 % Last:
100 % Last:
Der Ripple-&-Noise-Wert liegt sowohl unter 20 Prozent als auch unter 50 Prozent Last bei ca. 50 mV. Danach steigt er bei voller Auslastung auf ca. 68 mV und liefert damit ein sehr gutes Bild ab. Der Grenzwert liegt mit 120 mV noch weit entfernt.
Leistungsaufnahme
Da es sich bei den Lastangaben nur um Orientierungswerte handelt, ist eine Berechnung der Effizienz nicht möglich.
Last: 100 W
Angaben in Watt (W)
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Last: 200 W
Angaben in Watt (W)
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Fazit
Das P3D300 dürfte für viele Leser auf den ersten Blick genau das Netzteil sein, auf das sie schon lange gewartet haben. Ein Gerät für Home-Server, Office-PCs oder HTPCs zu einem sehr günstigen Preis von aktuell knapp 29 Euro [2] mit 80Plus-Bronze-Zertifizierung und geringer Lautstärke. Und unser Test zeigt: Spannungsregulation und Ripple-&-Noise-Werte können überzeugen, so dass das P3D300 gepaart mit der soliden Bestückung des Innenraums in der Tat eine echte Empfehlung sein könnte.
Doch dabei hätte man die Rechnung ohne die +12-V-Gesamtleistung gemacht, welche mit mageren 228 W recht knapp dimensioniert ist. Bei heutigen Netzteilen sollte man davon ausgehen, dass die +12-V-Gesamtleistung recht nahe an die totale Leistung des Gerätes reicht, denn moderne PCs beziehen ihre Leistung zu 90 Prozent aus der +12-V-Leitung. Cougar zeigt zum Beispiel am A400 wie es geht und präsentierte uns im letzten Test eine +12-V-Gesamtleistung von 384 Watt. Einen Überhitzungsschutz hätten wir uns im Übrigen ebenfalls gerne noch gewünscht, wobei dies bei einem Netzteil aus einer solchen Preisklasse Meckern auf hohem Niveau ist.
Wem die +12-V-Leistung des P3D300 genug ist und wer auf jegliche Extras (wie z.B. einen PCIe-Stecker) verzichten möchte, der kann das Gerät ohne Probleme auf seinen Wunschzettel packen. Die am Netzteil beteiligten Partner haben auf jeden Fall den richtigen Weg eingeschlagen.
An dieser Stelle möchten wir noch erwähnen, dass sich unsere Netzteil-Testmethoden in Zukunft deutlich ändern werden, um dem wachsenden Anspruch an noch professionelleren Messungen gerecht zu werden.












