Einleitung
Mit der A-Serie möchte Cougar auch im Einsteigersegment Fuß fassen. Also genau dort, wo das Enermax ECO80+, die be-quiet!-Pure-Power-Serie und Konsorten den Markt beherrschen. Leise, grundsolide und günstig sollen die Cougar-Netzteile sein. Fragt sich, ob sich all diese Eigenschaften tatsächlich unter einen Hut bringen lassen.
Die unverbindliche Preisempfehlung lässt eine Positionierung zwischen be quiet! und Enermax vermuten, in Sachen Effizienz schmückt sich das Netzteil mit einem 80Plus-Bronze-Zertifikat und die Lautstärke bezeichnet Cougar als „extremely low“. Ob letzteres tatsächlich zutrifft und wie das kleinste Familienmitglied des Cougar-Clans in den restlichen Disziplinen sowie der Beurteilung des Innenraums abschneidet, werden die folgenden Seiten klären.
Lieferumfang
Der Lieferumfang besteht aus einem Kaltgerätekabel, vier Befestigungsschrauben und einem Informationsblatt. Extras sucht man vergebens, was bei einem Netzteil des Einsteigersegments aber nicht verwunderlich ist.
Technische Daten
- 80Plus-Zertifikat: Bronze
- Abmessungen: 150x 86x 140 cm (Bx Hx T)
- Arbeitstemperatur: 10 – 50 °C
- Leistungsverteilung +12 V
Zwei +12-V-Schienen, welche jeweils 20 A bereitstellen können. Die +12-V-Gesamtleistung entspricht mit 384 W erfreulicherweise fast der totalen Leistung von 400 W. - Schutzmechanismen
- Unterspannungsschutz (UVP)
- Überspannungsschutz (OVP)
- Kurzschlusssicherung (SCP)
- Überlastschutz (OPP)
- Überstromschutz (OCP)
- Garantie: 3 Jahre
Mit sechs SATA-Steckern bietet das A400 eine gute Bestückung, wobei die Anzahl der Molex-Stecker (drei Stück) darunter leiden muss. Ebenfalls muss bemängelt werden, dass kein 8-Pin PCIe-Stecker vorhanden ist. Stattdessen setzt Cougar auf ganze zwei 6-Pin PCIe-Varianten.
Impressionen
Das Cougar A400 präsentiert sich schlicht in Schwarz, für etwas Farbe sorgen ein paar orange Elemente wie das Fimenlogo in der Mitte des Lüfters. Nicht zu vergessen sind mehrere Lüftungsschlitze an der Seite der Kabelausgänge, welche einen Hitzestau verhindern sollen.
Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig und bietet keinen Grund zur Kritik. Auch das Lüftergitter kann dank der Tatsache, dass es sich auf exakt derselben Höhe wie das Gehäuse befindet, überzeugen. Andernfalls könnten Kompatibilitätsprobleme beim Einbau auftreten.



Als Lüfter kommt das bekannte Gleitlager-Modell aus den vorherigen Serien zum Einsatz. Für den eigens entwickelten, flüssigkeitsgelagerten Lüfter der höher angesiedelten Cougar-Modelle hat es angesichts der Preiszielsetzung nicht gereicht.
Innenraum
Insgesamt kann man den Innenraum als ordentlich bezeichnen, wenngleich relativ häufig auf Klebstoff als Fixierungsmöglichkeit vertraut wurde. Als Basis dient eine in dieser Preisklasse übliche Hartpapierplatine, teurere Netzteile setzen hingegen oft auf hochwertigere Glasfaserplatinen.
Die Lötqualität ist ausreichend gut. An einigen Stellen ist übrigens noch Flussmittel, das beim Löten zum Herabsetzen des Schmelzpunktes sowie zur besseren Handhabung der geschmolzener Stoffe verwendet wird, sichtbar.
Die Netzfilterung beginnt nicht wie sonst oft sichtbar auf einer Zusatzplatine, sondern mit einem X-Kondensator sowie zwei Y-Kondensatoren, die an das Gehäuse beziehungsweise den Netzanschluss angeklebt sind. Zur zusätzlichen Filterung kommt ein Ferritkern zum Einsatz.
Weiter geht es mit der üblichen HEC-/Compucase-Konstruktion: Zwei Spulen machen es sich über zwei X-Kondensatoren gemütlich. Die Spulen dienen erneut zur Filterung der elektromagnetischen Interferenzen (EMV) und wurden unter anderem zur Prävention vor Störgeräuschen, die durch Schwingungen bei einer Ausdehnung des Kupfers durch Wärme entstehen können, mit einigen Kabelbindern fixiert – eine preiswerte aber gar nicht so untypische Möglichkeit.
Direkt dahinter folgt die Gleichrichterbrücke, welche einen eigenen Kühlkörper spendiert bekommen hat. Zudem zeigt sich ein weiterer X-Kondensator, der die Gesamtanzahl dieses Bauteils auf sehr zufriedenstellende vier Stück erhöht. Der Primärkondensator mit einer Spannungsfestigkeit von 400 V und einer Kapazität von 330 Mikrofarad stammt aus dem bekannten japanischen Hause Nippon-Chemicon und ist bis 105 °C spezifiziert.
Im sekundären Bereich übernehmen mit bis zu 105 °C spezifizierte Modelle aus dem taiwanischen Hause Teapo die Spannungsglättung. Für ein Netzteil dieser Preisklasse eine ordentliche Bestückung. Teapo steht zwar nicht auf einer Stufe mit Nippon-Chemicon, Rubycon & Co., konnte sich aber zu einer soliden und oft gesehen Wahl mausern.
Nicht zu vergessen ist ein Monitoring-Chip für die Schutzschaltungen. Hierfür fiel die Wahl auf einen bekannten und beliebten PS223 [1] von SITI, der für den Unterspannungs-, Überstrom- und Überspannungsschutz verantwortlich ist. Zusätzlich generiert er das Power-Good-Signal zum Starten des PCs.
Testsystem & -methodik
Das Testsystem im Detail:
- AMD Phenom X4 9550 mit Scythe Ninja 2 (+ Scythe Slip Stream 1200)
- ASUS M47A9 Deluxe
- MDT 1 GB DDR2-800 Cl5
- ATI X1950XTX mit Prolimatech MK-13 (+ Scythe Slip Stream 1200)
- Samsung HD200HJ in Silentmaxx HD-Silencer Rev.2.0
- Lian Li A09B mit Scythe Slip Stream 1200 in der Rückseite
- Scythe Kaze Master 5,25" Ace Lüftersteuerung
Testmethodik
Zusätzlich kommt eine Laststation zum Einsatz, welche maximal 550 W verbraucht und ausschließlich die +12-V-Schienen belastet. Die Laststation besteht aus Buchsen für die Netzteilstecker (PCIe und Molex), welche zusammen an einen 12-V-zu-230-V-Wechselrichter führen. An diesen sind gegenüberliegend mehrere Glühbirnenfassungen angeschlossen, so dass durch Einsetzen mehrerer leuchtstarker Glühbirnen eine recht hohe Last produziert werden kann.
Die Auslastung erfolgt nach einem festen Raster, das wie folgt aussieht: 100 W, 200 W, 300 W usw. Der Testproband wird so lange durch das Raster geführt, bis die nächste Auslastung eine Überlast darstellen würde. Ein Netzteil mit einer Leistung von 520 W würde beispielsweise die Laststufe von 500 W erreichen. Bedingt durch die Verwendung eines Testsystemes und Wechselrichters entsprechen die Lastwerte nicht exakt der tatsächlichen Last und dienen daher nur zur Orientierung. Deshalb ist keine Berechnung der Effizienz möglich.
Jede Auslastungsphase dauert 20 Minuten. Währenddessen wird die Leistungsaufnahme mit einem Voltcraft Energy Check 3000 gemessen. Am Ende der Testphase kommt ein Voltcraft SL100 Lautstärkemessgerät zum Einsatz, welches den Schalldruck auf Höhe des Netzteiles und in einer Entfernung von 30 cm misst. Selbstverständlich ist es ohne schallgedämmten Raum nicht möglich, eine sehr exakte Messung durchzuführen. Dennoch versuchen wir immer, die Umgebungsgeräusche bis auf ein Minimum zu reduzieren. Die Lüfter des Testsystems werden beispielsweise für den Messzeitraum komplett abgeschaltet. Zum Schluss setzen wir vier Scythe-Kama-Thermo-Temperatursensoren ein. Zwei Sensoren werden auf dem sekundären Kühlkörper befestigt, die anderen beiden Fühler messen die Temperatur der Abluft am Bienenwabengitter.
Nun erfolgt die Untersuchung der Spannungsregulation und der Ripple-&-Noise-Werte. Dafür arbeiten wir lediglich mit der Laststation, welche durch die Variabilität des Glühbirnenaufbaus die einzelnen +12-V-Schienen gezielt nach Prozenten belasten kann. Die Auslastungsangaben sind verständlicherweise nicht zu 100 % exakt, sondern variieren leicht in einem vernachlässigbaren Bereich. Um die Spannungen zu messen bedienen wir uns eines Bennig-MM-P3-Multimeters. Für die Untersuchung von Ripple & Noise verrichtet ein Rigol-DS1052E-Oszilloskop seine Dienste.
Testergebnisse
Lautstärke
Lautstärkedurchschnitt
Angaben in Dezibel
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Temperatur
Temperaturdurchschnitt Abluft
Angaben in °C
|
Temperaturdurchschnitt Kühlkörper
Angaben in °C
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Leistungsaufnahme
Da es sich bei den Lastangaben nur um Orientierungswerte handelt, ist eine Berechnung der Effizienz nicht möglich.
Last: 100 W
Angaben in Watt (W)
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Last: 200 W
Angaben in Watt (W)
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Last: 300 W
Angaben in Watt (W)
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Last: 400 W
Angaben in Watt (W)
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Spannungsregulation
Die folgenden Tests zur Beurteilung der ausgegebenen Spannungen werden nach dem Haupttestlauf ohne Testsystem und dementsprechend nur mit der Laststation durchgeführt. Daher ist es möglich, die einzelnen Schienen prozentual zu belasten.
Das Cougar A400 zeigt summa summarum eine gute Spannungsregulation. Unter einer Auslastung von 100 Prozent der 12-V1-Schiene sinkt selbige auf 11,83 V und ist damit deutliche 0,43 V vom Grenzwert entfernt.
Ripple & Noise
Bei den folgenden Messungen zur Beurteilung der Spannungsqualität ist eine vertikale Skalierung von 50 mV und eine horizontale Skalierung von 500 us gewählt. Es wird die „breite Masse“ gemessen.
20 % Last:
50 % Last:
100 % Last:
Der Ripple-&-Noise-Wert liegt unter 20 Prozent Last bei ca. 30 mV. Danach steigt er bei einer Last von 50 Prozent auf ca. 52 mV, bevor er seinen Maximalwert mit ca. 90 mV unter voller Auslastung erreicht. Damit liegt das Netzteil ordentliche 30 mV vom Grenzwert entfernt.
Zusammenfassung
Unsere Tests zeigen: Mit dem A400 hat Cougar ein Netzteil im Sortiment, das zwar nicht ultrasilent ist, aber durch die Lautstärke doch überzeugen kann. Bis zu einer Auslastung von 50 Prozent sollte man das Netzteil aus einem typischen System nicht heraus hören können. Die Temperatur der Abluft bleibt dabei relativ niedrig, wenngleich die Kühlkörper recht heiß werden. In Sachen Spannungsregulation zeigt der neueste Spross aus dem Hause Cougar ein ordentliches Bild, unter voller Auslastung der +12-V1-Schiene fällt die Spannung auf 11,83 V ab und ist damit noch 0,43 V vom Grenzwert entfernt. Ripple & Noise (Beurteilung der Spannungsqualität) lässt mit maximal 90 mV bei +12V ebenfalls einen recht positiven Eindruck zurück.
Der Innenraum ist für ein Netzteil dieser Preisklasse gut ausgestattet: die Kondensatoren sind allesamt Markenfabrikate, die Netzfilterung bietet keinen Grund zur Kritik und auch am Chip für die Schutzschaltungen wurde nicht gespart - einen Überhitzungsschutz gibt es allerdings nicht.
Fazit
Cougar konnte die gesteckten Ziele im Großen und Ganzen erreichen. Das Netzteil ist solide bestückt, recht leise und hinterließ in unseren Tests einen ordentlichen Eindruck. Ein Problem hat das Netzteil allerdings: Den Preis. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 47,90 Euro ist das A400 definitiv günstig, jedoch wandert das hauseigene Power 400W, welches eine Stufe über dem A400 platziert ist, derzeit schon für rund 49 Euro [2] über den Ladentisch. Das Power wird demnächst zwar vom PowerX, das sich bei einem Straßenpreis von ca. 55 Euro ansiedeln soll, ersetzt, und der vom Hersteller angestrebte Straßenpreis des A400 liegt bei ca. 42 Euro, doch solange diese Vorhersagen nicht eingetreten sind verhindert die Preiskonstellation eine Empfehlung für das A400.
Schlussendlich wird also der Straßenpreis über den Erfolg des neuesten Spross aus dem Hause Cougar entscheiden. Ein gutes Netzteil ist das A400 alle Mal – aber derzeit gibt es bessere für das gleiche Geld.














