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Test: OCZ StealthXStream 2 600W

von Florian Haaf

Einleitung

Das StealthXStream 2 soll bei OCZ das Netzteil-Einstiegssegment abdecken und dabei bis in Leistungsklassen von High-End-PCs vorstoßen. 700 Watt stark ist das Flaggschiff der Serie und auch das hier getestete 600-Watt-Modell bietet eine Menge Leistung, die ohne Probleme für ein Dual-GPU-System reichen würde. Fragt sich, wer ein preiswertes Netzteil aus dem Einstiegssegment für seinen High-End-Rechner kauft, wenn er sich Quad-Core, SLI und Co. leisten kann. Für uns ist daher der Sinn solcher Leistungen im Einstiegssegment nicht ganz offensichtlich, aber der Wattwahn zieht wohl immer noch seine Kreise, weshalb die Hauptzielgruppe diejenigen sein dürften, die sich völlig überdimensionierte Netzteile kaufen und hauptsächlich nach dem günstigsten Preis gepaart mit der höchstmöglichen Wattzahl Ausschau halten.

OCZ StealthXStream 2 600W
OCZ StealthXStream 2 600W

Mit dem StealthXStream 2 trägt OCZ also nicht unbedingt zur Aufklärung in Sachen Wattwahn bei, was ihren neuesten Spross logischerweise aber auch nicht gleich zu einem schlechten Netzteil macht. Mit FSP hat man sogar einen Hersteller an Bord geholt, der in einem solchen Preisbereich einen recht guten Ruf hat. Schlussendlich werden aber erst die folgenden Seiten klären, wie es um das StealthXStream 2 bestellt ist.

Lieferumfang

Der Lieferumfang setzt sich wie so oft nur aus dem Nötigsten zusammen: ein Handbuch, vier Befestigungsschrauben und ein Anschlusskabel liegen mit im Karton. Kleinere Extras wären sicherlich wünschenswert, würden den Preis eines Budgetnetzteiles aber wiederum unnötig in die Höhe treiben.

OCZ StealthXStream 2 600W – Lieferumfang
OCZ StealthXStream 2 600W – Lieferumfang

Technische Eckpunkte

Die Leistungsverteilung offenbart vier +12-V-Schienen, welche jeweils 18 A liefern können. Die +12-V-Gesamtleistung beträgt 600 W (was seltsamerweise nicht auf dem Netzteil selbst angegeben ist) und entspricht damit erfreulicherweise exakt der totalen Leistung des Netzteiles. Dies ist insbesondere bei modernen PCs, welche ihre Leistung zu 90 Prozent aus der +12-V-Leitung beziehen, sehr wichtig. +3,3 V und +5 V können kombiniert mit 140 W belastet werden.

OCZ600SXS2
AC Input 100~240VAC
DC Output +3,3V +5V +12V1 +12V2 +12V3 +12V4 -12V +5Vsb
25A 25A 18A 18A 18A 18A 0,8A 3A
Max Power 140W 600W 9,6W 15W
600W

Die wichtigsten Schutzschaltungen beinhaltet das Netzteil zwar, nicht anwesend sind hingegen ein Überlast- sowie Überhitzungsschutz, was bei einem Gerät dieser Preisklasse aber kein Beinbruch ist. Nachfolgend sind die verfügbaren Schutzschaltungen aufgelistet:

Netzteil im Detail

Das Gehäuse des StealthXStream 2 ist recht klein dimensioniert und mit einer typisch glatten Lackierung überzogen. Neben einem großen, blauen Label mit der werbewirksamen Bezeichnung des Netzteiles erregen einige kleine Lüftungsschlitze an der Rückseite und der Seite Aufmerksamkeit. Letztere sollen einem potentiellen Hitzestau entgegenwirken. Erfreulicherweise schließt das Lüftergitter bündig mit dem Gehäuse ab, andernfalls könnten eventuelle Probleme beim Einbau entstehen.

OCZ StealthXStream 2 600W
OCZ StealthXStream 2 600W

OCZ StealthXStream 2 600W
OCZ StealthXStream 2 600W

Als Lüfter vertraut man auf einen D12BH-12 aus den Fabrikhallen des recht bekannten Herstellers Yate Loon, welcher sich vor einiger Zeit sogar zu einer Empfehlung im Retail-Markt mausern konnte. Der Lüfter selbst ist ein 12-cm-Modell mit Kugellager und einer maximalen Umdrehungsgeschwindigkeit von 2300 U/min. Gleitlager haben zwar zu Beginn einen Geräuschvorteil gegenüber Kugellagern, lassen im weiteren Lebensverlauf allerdings deutlicher nach und werden mit der Zeit immer lauter.

OCZ StealthXStream 2 600W – Lüfter
OCZ StealthXStream 2 600W – Lüfter

Kabelausstattung

Anzahl Kabeltyp Länge in cm
fest
1 24-Pin ATX 43
1 4/8-Pin EPS 43
1 6/8-Pin + 6-Pin PCIe 43 – 53
1 2x Molex + 1x FDD 43 – 58 – 79
1 3x Molex 38 – 58 – 79
1 3x SATA 43 – 66 – 89

Die Kabelanzahl ist für ein 600-Watt-Modell nicht gerade üppig. Insbesondere die Anzahl der SATA-Stecker müssen wir kritisieren, welche mit drei Stück definitiv zu gering ausfällt. Stattdessen hätte man ruhig den veralteten FDD-Stecker einsparen können. Auch die Kabellänge kann teilweise nicht überzeugen, so sind das 24-Pin-ATX-Kabel sowie der 8-Pin-EPS-Strang beispielsweise 10 cm kürzer als beim kürzlich getesteten Antec TruePower New.

Innenraum

Das StealthXStream 2 wird von FSP gefertigt, welche im Gegensatz zum High-End-Segment im Budgetbereich einen recht guten Ruf haben. Als Basis dient eine preiswerte Pertinax-Platine.

OCZ StealthXStream 2 600W – Innenraum
OCZ StealthXStream 2 600W – Innenraum

Die Netzfilterung beginnt dicht gedrängt unter dem Kaltgerätestecker mit drei Spulen, zwei Y-Kondensatoren, einem Ferritkern und zwei X-Kondensatoren. Die größte der drei Spulen wurde innerlich mit einer Platte fixiert; eine recht hochwertige Methode, die man in einem Netzteil dieser Preisklasse nicht unbedingt erwartet.

OCZ StealthXStream 2 600W – Netzfilterung
OCZ StealthXStream 2 600W – Netzfilterung

Im PFC-Bereich setzt sich die Filterung mit einer weiteren Spulen sowie zwei kleinen, lackgetränkten X-Kondensatoren fort. Insgesamt scheint die Netzfilterung gut ausgestattet zu sein, wobei manche Leser einen nicht unbedingt notwendigen Metal-Oxide-Varistor (MOV) als passiven Überspannungsschutz vermissen werden. Zwei für die Umwandlung der Wechselspannung in Gleichspannung zuständige Gleichrichterbrücken wurden am mittleren Kühlkörper befestigt, was bei einem Netzteil im 600-Watt-Segment und der entsprechenden Abwärme keine schlechte Wahl ist.

OCZ StealthXStream 2 600W – Primärer Bereich
OCZ StealthXStream 2 600W – Primärer Bereich

Als Primärkondensator setzt OCZ beziehungsweise FSP auf eine Variante von OST mit einer Spannungsfestigkeit von 420 V und einer Kapazität von 470 Mikrofarad. Die Temperaturspezifikation liegt bei 105 °C. Statt ein 105-°C-Modell von OST hätte man unserer Meinung nach eher ein qualitativ hochwertigeres Modell von z.B. Teapo mit im Gegenzug geringerer Spezifikation von 85 °C verbauen sollen. Die hier gezeigte Variante scheint vor allem marketingtechnische Gründe zu haben. Die bekannten japanischen (und im Vergleich zu Teapo nicht zwangsläufig besseren) Marken Nippon-Chemicon, Rubycon oder Hitachi wären in diesem Fall zu viel der Qualität und würden den Preis des Netzteiles nur unnötig in die Höhe treiben.

OCZ StealthXStream 2 600W – Primärkondensator
OCZ StealthXStream 2 600W – Primärkondensator

Die PFC/PWM-Steuerung übernimmt ein CM6800TX aus dem bekannten Hause Champion Micro. Für die Schutzschaltungen kommt ein allseits beliebter PS223 von SITI zum Einsatz.

OCZ StealthXStream 2 600W – Controller
OCZ StealthXStream 2 600W – Controller

Im sekundären Bereich sind angemessene 105-°C-Kondensatoren von Teapo gepaart mit einigen Modellen von OST für die Aufgabe der Spannungsglättung zuständig.

OCZ StealthXStream 2 600W – Glättungskondensatoren
OCZ StealthXStream 2 600W – Glättungskondensatoren

Chroma-Teststation

Für unsere Netzteiltests setzen wir auf eine vollautomatische „Chroma 6000 ATS“-Teststation. Diese muss lediglich programmiert werden und testet danach das Netzteil mit den eingegebenen Einstellungen und gewünschten Verfahren ohne weitere Bedienung. Somit können wir eine 100-prozentige Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Netzteilen herstellen, da bei jedem Testprobanden jede Messung zur exakt gleichen Zeit und in der exakt gleichen Länge durchgeführt wird. Zudem sind Messfehler durch menschliches Versagen ausgeschlossen. Die Teststation kann eine Last von insgesamt 3000 W erzeugen und damit jedes aktuell auf dem Markt befindliche Netzteil auslasten.

Chroma-Teststation
Chroma-Teststation

Da solch eine Last entsprechend lautstark gekühlt werden muss, ist eine Lautstärkemessung des Netzteils allerdings nicht möglich. Als Ersatz messen wir deshalb die Umdrehungsgeschwindigkeit des Lüfters mit einem Messinstrument von Shimpo.

Normalerweise würde die Chroma einen kompletten Testdurchlauf je nach Umfang in ca. 50 Sekunden durchlaufen. Da wir dabei jedoch zeitlich keine Chance hätten, die Umdrehungsgeschwindigkeit des Lüfters zu messen und der Lüfter in diesen wenigen Sekunden nicht einmal auf Touren kommt, lassen wir die Auslastungen unter 230 VAC für jeweils 15 Minuten laufen und beginnen am Ende dieser Zeitspanne mit der Messung.

Chroma-Teststation
Chroma-Teststation

Die Chroma 6000 ATS enthält fünf Hauptblöcke, die alle per PC gesteuert werden und synchronisiert sind:

Insgesamt können wir mit der Teststation 41 verschiedene Elemente in unterschiedlichen Varianten vollautomatisch testen. Es sei noch erwähnt, dass wir bei Raumtemperatur messen.

Doch woher stammt die mehrere zehntausend Euro teure Chroma? Wir möchten an dieser Stelle offen darauf hinweisen, dass die Chroma-Teststation bei Listan (be quiet!) steht und wir als Gast darauf testen. Wir sind uns der Brisanz der Lage bewusst, können allerdings versichern, dass Listan unser vollstes Vertrauen genießt und dank folgenden Punkten schlicht kein Einfluss auf die Messergebnisse genommen werden kann: 1. Wir reisen mit unseren eigenen Testexemplaren an und lassen nicht, wie durchaus üblich, „remote testen“. 2. Die Lastberechnung, das Eingeben der Lasten und jegliche andere Vorarbeit wird vollständig von uns selbst erledigt. 3. Es handelt sich bei der verwendeten Chroma um ein vollautomatisches Modell, Manipulationen sind schlicht nicht möglich.
Sollten wir auch nur den geringsten Zweifel daran haben, keine absolut unabhängigen Ergebnisse mit der Teststation erzielen zu können, werden wir unverzüglich auf weitere Tests mit der Chroma verzichten.

Da wir immer auf der Suche nach Verbesserungen in unseren Testverfahren sind, werden unsere ausführlichen Testmethoden noch weiter ausgeweitet. Geplant sind unter anderem Auslastungen von 10, 80 und 110 Prozent, Crossload-Tests sowie eine Prüfung, die das Verhalten des Netzteiles bei problematischer Eingangsspannung zeigt.

Test

Die Lastverteilung wird streng nach den ATX-Vorgaben errechnet.

Lastverteilung (in Ampere)
+5 V +12 V1 -12 V +3,3 V +5 Vsb +12 V2 +12 V3 +12 V4
20 % Last 2,66 1,97 0,13 2,66 0,39 1,97 1,97 1,97
50 % Last 6,64 4,92 0,31 6,64 0,98 4,92 4,92 4,92
100 % Last 13,32 9,84 0,63 13,28 1,97 9,84 9,84 9,84

Effizienz

Die 80Plus-Initiative testet im amerikanischen 115-VAC-Netz, weshalb wir unsere Effizienz-Messungen zur Vergleichbarkeit ebenfalls bei diesem Input durchführen. Zusätzlich testen wir jedoch auch mit unserer heimischen Eingangsspannung von 230 VAC. An dieser Stelle möchten wir betonen, dass die Ergebnisse immer etwas von den Originalergebnissen der 80Plus-Initiative abweichen werden, da die Effizienz durch vielerlei Faktoren wie der Raumtemperatur, der Netzteiltemperatur etc. beeinflusst wird.

115 VAC
20 % Last 50 % Last 100 % Last
80Plus-Standard 80,00 80,00 80,00
OCZ600SXS2 83,87 85,79 82,60
80Plus-Bronze 82,00 85,00 82,00

Effizienz-Durchschnitt, 115 VAC

Antec TruePower New 650W
84,97
OCZ StealthXStream 2 600W
84,09
Angaben in Prozent

Effizienz-Durchschnitt, 230 VAC

Antec TruePower New 650W
87,60
OCZ StealthXStream 2 600W
86,58
Angaben in Prozent

Laut unseren Messungen erreicht das StealthXStream 2 600W die 80Plus-Bronze Zertifizierung und steht somit etwas besser da als in den Testreports der 80Plus-Initative, bei denen es das Bronze-Zertifikat knapp verfehlte.

PFC

Die nicht sinusförmige Stromentnahme der Komponenten löst Komplikationen beim Stromversorger aus und lässt eine Blindleistung entstehen, welche eine unnötige Belastung der Bauteile darstellt. Als Gegenmaßnahme wirkt die Leistungsfaktorkorrektur (PFC), wobei ein Wert von 1,0 den Entfall der Blindleistung widerspiegelt.

PFC

Der neueste Spross aus dem Hause OCZ zeigt in Sachen Leistungsfaktorkorrektur ordentliche Ergebnisse, der Spitzenwert liegt unter 230 VAC bei 0,972.

Spannungsregulation

Alle Messungen auf den folgenden Seiten werden nun mit einer Eingangsspannung von 230 VAC durchgeführt.

Spannungsregulation +12 V
Spannungsregulation -12 V
Spannungsregulation +5 V
Spannungsregulation +3,3 V

Die +12-V-Schienen liegen bereits bei einer 20-prozentigen Last unter 12,00 V, können sich dann aber recht stabil halten und sinken im späteren Verlauf nicht unter 11,80 V ab. Ansonsten gibt es keine weiteren (positiven oder negativen) Auffälligkeiten, jede Spannung liegt voll und ganz innerhalb der Spezifikationen.

Ripple & Noise

Die Ripple-&-Noise-Messungen zeigen die Qualität der ausgegebenen Spannungen, in dem nicht vollständig geglättete Wechselspannungsanteile in Spannungsspitzen sichtbar und erfasst werden. Dabei darf der Abstand zwischen dem unteren und oberen Punkt der Spannungsspitze (Peak-to-Peak) bei 12 V nicht höher als 120 mV sein. Die restlichen Spannungen müssen Werte unter 50 mV präsentieren.

Ripple Noise +12 V
Ripple Noise -12 V
Ripple Noise +3,3 V
Ripple Noise +5 V

Die Ripple-&-Noise-Werte liegen innerhalb der Spezifikationen, jedoch kratzt die 3,3-V-Leitung haarscharf am Grenzwert. Ebenfalls machen die +12-V3- und -12-V-Schienen nicht den besten Eindruck, sind aber noch weit von einem kritischen Bereich entfernt.

Lautstärke

Lüfter U/min

Ein Netzteil für Silentfreaks ist das StealthXStream 2 600W auf keinen Fall; bereits unter einer Last von 20 Prozent dreht der Lüfter mit 1020 U/min, was zwar nicht laut aber für eine solch geringe Last zu viel ist. Glücklicherweise steigert er sich bis 50-Prozent-Last kaum und kann daher bei dieser Auslastung am meisten glänzen. Unter voller Last dreht der Lüfter hingegen wieder auf und knackt die 1800-U/min-Marke.

Sonstige Messungen


Hold-Up-Time
Im Stromversorgungsnetz kommt es immer wieder zu Schwankungen und kurzzeitigen Stromausfällen, welche die Netzteile für eine gewisse Zeit überbrücken müssen. Der ATX-Standard gibt als Mindestzeit 16 Millisekunden vor.

Hold-Up-Time

Minimum
16,000
+12 V4
22,463
+12 V2
24,179
+12 V3
24,240
+12 V1
24,356
+5 V
24,484
-12 V
27,461
+3,3 V
37,635
Angaben in Millisekunden

Einschaltstrom
Beim Einschalten des PC-Systems entsteht ein sehr starker Strom, der das gesamte heimische Stromnetz kurzfristig belastet. Die ATX-Spezifikation sieht einen solchen Einschaltstrom von maximal 100 A bei bei unserem 230-V-Netz vor.

Einschaltstrom

OCZ600SXS2
42,546
Maximum
100,000
Angaben in Ampere

Power-Good-Signal
Beim Einschalten braucht ein Netzteil einige Sekundenbruchteile, bis die Spannungen auf allen Leitungen ihren Nominalwert erreicht haben. Dauert der Vorgang zu lange oder läuft zu schnell ab, kann dies zu Problemen beim Start des Systems führen.

Power-Good

Minimum
100,000
+12 V1-4
266,000
+5 V
266,847
-12 V
266,896
+3,3 V
273,639
Maximum
500,000
Angaben in Millisekunden

Bei allen hier gezeigten Zusatzmessungen gibt sich das OCZ keine Blöße und präsentiert Werte, die allesamt innerhalb der Spezifikationen liegen.

Zusammenfassung

Das OCZ StealthXStream 2 hat uns im positiven Sinne überrascht. Wir gingen nicht davon aus, dass ein Netzteil mit 600 Watt für 57 Euro alle Tests ohne Grenzwertüberschreitung meistert. In Sachen Effizienz erreichte das Netzteil bei uns sogar die 80Plus-Bronze-Zertifizierung und die Leistungsfaktorkorrektur steht besser da, als die des kürzlich getesteten Antec TruePower New 650W. Die Spannungsregulation macht ebenfalls einen guten Eindruck. In Sachen Ripple-&-Noise sieht es für das StealthXStream 2 hingegen nicht mehr ganz so gut aus: die +3,3-V-Leitung kratzt am Grenzwert, liegt mit 45 mV aber noch innerhalb der Spezifikationen. Als größten Negativpunkt muss man die Lautstärke bezeichnen. Diese ist unter 20-Prozent-Last zwar angenehm, aber für eine solch geringe Last dennoch zu hoch (der Lüfter dreht immerhin schon mit 1.020 U/min seine Runden). Unter Volllast kann der Lüfter in dieser Hinsicht noch weniger überzeugen und knackt die 1800-U/min-Marke. Lediglich unter 50-Prozent-Last hinterlässt das Gerät einen positiven Eindruck und bewegt sich mit 1.170 U/min in einem guten Rahmen. Ansonsten bieten die Messungen keinen weiteren Grund zur Kritik. Hold-Up-Time, Einschaltstrom, Power-Good - alles liegt ohne Probleme innerhalb der Spezifikationen.

Der Innenraum kann ebenfalls mit einem positiven Gesamtfazit aufwarten. Ein einfacher und solider Aufbau – lediglich die Wahl des Primärkondensators kann uns nicht überzeugen. Statt einem hochwertigeren 85-°C-Modell verbaut man ein eher minderwertiges (aber zwangsläufig nicht schlechtes) Modell mit einer Temperaturspezifikation von 105 °C. Das Marketing lässt grüßen?

An der Kabelanzahl- und länge macht sich bei diesem Netzteil am ehesten bemerkbar, dass es sich um ein Modell aus dem Einstiegssegment handelt. Beispielsweise sind drei SATA-Stecker schlicht zu wenig und auch die Länge der Stränge hinterlässt ein Stirnrunzeln. Ebenfalls müssen wir das Fehlen eines Überlast- und Überhitzungsschutz kritisieren (wobei letzterer bei einem Netzteil dieser Preisklasse schon fast Luxus wäre). Da überzeugt die Leistungsverteilung mit einer +12-V-Gesamtleistung von 600 W mehr, da das Netzteil seine komplette Leistung der +12-V-Schienen zur Verfügung stellen kann.

Fazit

Alles in Allem muss man dem StealthXStream 2 600W ein positives Gesamtfazit deklarieren. Für derzeit rund 57 Euro [3] macht der Käufer mit diesem Gerät nichts falsch, sofern es den Ansprüchen genügt. Der neueste Spross aus dem Hause OCZ konnte auf jeden Fall unsere Erwartungen übertreffen.

Im Vergleich zum Antec TruePower New 650W steht das OCZ also besser da als erwartet. Jedoch muss man einige Abstriche beispielsweise bei der Kabelausstattung oder der Qualität des Innenraums in Kauf nehmen. Zwar bietet das StealthXStream 2 keine DC-DC-Technik, doch im Gegensatz zum Modell aus dem Hause Antec meistert es unseren Testparcours ohne Grenzwertüberschreitung und ist dazu noch knapp 30 Euro günstiger. Bei wem also Ausstattung sowie technische Finessen oberste Priorität haben, der sollte zum Antec greifen. Ist ein solides, günstiges und gruppenreguliertes Gerät gewünscht, das sich zwar keine Schwächen leistet, jedoch auch keine besonderen Paradedisziplinen vorzuweisen hat, kann man ruhigen Gewissens zum StealthXStream 2 greifen – sofern man ein 600-Watt-Modell tatsächlich benötigt.

URL-Liste:

  1. http://www.chromaate.com/product/620_650_Switcher_Analyzer.htm
  2. http://www.chromaate.com/product/6500_series_Programmable_AC_Source.htm
  3. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a541883.html
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