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Vorschau: AVM Fritz!Card DSL Ersteindruck

von Carsten Albrecht

Vorwort

Im Sommer diesen Jahres las Carsten Albrecht [1] die hochinteressante Nachricht, dass AVM und die Deutsche Telekom einen Feldversuch für neue DSL-Hardware starten und dafür noch zuverlässige Betatester suchen würden - das getestete Produkt sollte die brandneue und offiziell noch nicht am Markt befindliche AVM Fritz! DSL-Karte sein. Er hatte Glück und wurde in den erlesenen Kreis der Tester aufgenommen. Im folgenden Artikel, den er uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, erfahrt ihr die ersten Eindrücke zur neuen DSL-Karte zum Einbau in den PC, die das DSL-Modem ersetzt. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei Carsten Albrecht und der Continuity [2] bedanken, die uns diesen Artikel zur Verfügung gestellt haben.

Was ist das für eine Karte?

Ich meldete mich unverzüglich auf der dazu vorgesehenen Formularseite an und bekam erfreulicherweise wenige Tage später Bescheid, unter den 500 auserwählten Versuchspersonen zu sein. Wiederum einige Tage später erreichte mich dann ein Päckchen mit allen benötigten Materialien. Das Besondere an dieser neuen Hardware ist der Punkt, daß man kein DSL-Modem mehr benötigt - dies fällt ja ab dem ersten Januar 2002 auch aus dem DSL-Angebot der Telekom heraus, so daß man sich selbst um entsprechende Hardware kümmern muß, wenn man DSL nutzen will, und so erklärt sich auch das Interesse der Telekom an diesem Feldversuch.

Die Fritz!Card DSL
Die Fritz!Card DSL
Der Steuer-Chip
Der Steuer-Chip
Der Kartenausgänge
Der Kartenausgänge

Auf der Karte ist ein vollwertiger Ersatz für dieses DSL-Modem und gleichzeitig eine voll funktionsfähige AVM Fritz!Card PCI 2.0. Da man das DSL-Modem damit nicht mehr benötigt, hat man zusätzlich auch die Netzwerkkarte wieder frei, die man zum Anschluß des DSL-Modems an den PC ja benötigte.

Lieferumfang

Der endgültige Lieferumfang der erst seit wenigen Tagen nun auch offiziell erhältlichen Karte gestaltet sich etwas anders als der meiner Testversion. Das komplette Paket besteht aus:

Die Installation

Um die Karte nutzen zu können, muß man Windows auf seinem PC einsetzen - derzeit die einzige unterstützte Betriebssystemfamilie, wobei Linux-Support von einigen Bastlern schon in Arbeit ist. Die Karte muß in den PC eingebaut werden, dazu wird ein freier PCI-Steckplatz im Rechner benötigt. Der PC, der mit der Karte ausgestattet wird, sollte nach Angaben von AVM mindestens ein Pentium II mit 300 Mhz sein - ich habe die Karte sowohl mit einem Dual-Celeron 433 als auch mit einem AMD Athlon 1400 getestet.

Der Einbau gestaltet sich ziemlich einfach - Rechner aus, Rechner auf, freien PCI-Steckplatz gesucht, Karte rein, festschrauben, PC zu, fertig. Nun muß man noch die DSL-Buchse mit dem ISDN/DSL-Splitter und die ISDN-Buchse mit dem ISDN-NTBA verbinden und kann danach den Rechner wieder einschalten. Beim Neustart nach dem Einbau wird die Karte automatisch von Windows erkannt und der Benutzer wird zum Einlegen der Treiber-CD aufgefordert. Diese werden auf den meisten Systemen daraufhin automatisch gefunden und installiert. Nach der Installation der Treiber - Windows 2000 kommt vorerst sogar ohne Neustart aus - wird zunächst versucht, Verbindung mit der DSL-Vermittlungsstelle aufzunehmen, was in den meisten Fällen auch sofort und erfolgreich klappt. Sollte es hier eine Fehlermeldung geben, rät das Setup dazu, diese einfach zu ignorieren und mit dem Setup fortzufahren - diesen Rat kann man ruhig beherzigen, da sich die Einstellungen für die DSL-Hardware mit einem kleinen Dienstprogramm jederzeit nachholen lassen.

Es wird dann automatisch der Reihe nach das Setup für die DSL-spezifische Software und die von den ISDN-Karten her bekannte Fritz!-Software gestartet. Man befolgt einfach die Bildschirmanweisungen, dann kann man nichts falsch machen. Nach der Installation der Software ist dann aber auch unter 2000/XP ein Neustart angesagt. Hat man diesen dann auch bewältigt, ist die Karte einsatzbereit.

Die mitgelieferte Software

Anfänger können einfach die vom Setup eingerichteten zwei DFÜ-Verbindungen für ISDN und DSL namens Fritz!Web DSL bzw. Fritz!Web ISDN nutzen, hier wird man lediglich einmal zur Eingabe seiner Nutzerdaten aufgefordert und fortan geht die Einwahl ins Internet automatisch und wie von selbst - wie gesagt für Einsteiger sicher der empfehlenswerteste Weg.

Als nettes Gimmick am Rande kann man mit dieser Fritz!Web-Software ähnlich dem "T-Online Speedmanager" den Durchsatz der Internetverbindung überwachen. In den ersten Betaversionen dieser Software gab es witzigerweise Probleme im Zusammenhang mit Spielen und professioneller Grafiksoftware, sofern man Grafikkarten mit Nvidia-Chips (TNT2, Geforce-Serie etc.) und aktuellere Treiber einsetzte - sobald man durch den Start der genannten Softwareprodukte in den Direct3D- oder den OpenGL-Modus wechselte, brach eine bestehende Internetverbindung zusammen und war auch die nächsten fünf bis zehn Minuten nicht wieder herzustellen - die Karte verlor das Syncsignal mit der Vermittlungsstelle und war in der Regel nur durch einen Reset des Rechners wiederzubeleben - ein Treiberbug, der aber in der endgültigen Version behoben wurde, so daß hier nun keinerlei Probleme dieser Art mehr auftreten. Fritz!Web DSL ist darüberhinaus mehrplatzfähig, was bedeutet, man kann den Rechner mit der DSL-Karte zum Router umfunktionieren und die Internetverbindung damit einem haus/firmen/familien-internen Netzwerk zur Verfügung stellen - sehr praktisch, finde ich, denn sich mit dem Internet Connection Sharing aktueller Windowsversionen oder entsprechender Routing-Software herumzuschlagen ist nicht jedermanns/fraus Sache.

Das mitgelieferte Softwarepaket namens Fritz! in der aktuellen Version 3.01 besteht in erster Linie aus den folgenden Einzelprogrammen:

Auf die einzelnen Programme gehe ich nicht näher ein, da sie von den bekannten AVM ISDN-Karten bekannt sind und sich von diesen in keinster Weise unterscheiden.

Der ISDN-Teil der Karte

Das gleiche trifft prinzipiell auch auf den ISDN-Teil der Karte zu - wie eingangs schon beschrieben handelt es sich hierbei um eine vollwertige Fritz!card, nur eben zusammen mit dem DSL-Controller auf einer einzigen Steckkarte - wer schon eine ISDN-Karte im Rechner hat, kann (und sollte) diese einmotten.

Dies ist der einzige gravierende Nachteil, der mir bisher aufgefallen ist - man kann den ISDN-Teil der neuen Karte nicht zusätzlich zu einer vorhandenen ISDN-Karte nutzen, man muß sich für eine von beiden entscheiden. Jedoch ist es natürlich möglich, ausschließlich den DSL-Teil zu benutzen und den ISDN-Bereich stillzulegen, um Probleme beispielsweise mit aktiven ISDN-Karten in einem Dial-In-Server zu vermeiden. Der ISDN-Teil beherrscht alle üblichen und bekannten Features einschließlich ISDN-Kanalbündelung, verwendet Capi 2.0, ist nebenstellenfähig, nutzt Fast Internet over ISDN (eine Kompressionsart unter anderem von AVM) und ist auch gegenüber GSM/HSCSD nicht blind. Beide Bereiche der Karte werden bei der Installation auch als NDISWAN-Treiber installiert, so daß man sie problemlos auch ohne Fritz!Web direkt zur Einrichtung eigener Netzwerk- und DFÜ-Verbindungen nutzen kann.

Was ich mangels der Software AVM-Ken! bisher leider nicht testen konnte ist die Frage, ob auch der ISDN-Teil mehrplatzfähig ist - Distributed CAPI auch noch nutzen zu können wäre unschlagbar genial. Kennt man sich in den Windowsgefilden etwas besser aus und bastelt sich lieber seine eigene DFÜ-Verbindung ins Internet, als daß man Fritz!Web benutzt, kann man DSL- und ISDN-Teil auch wunderbar miteinander kombinieren und so etwa ISDN als automatisches Fallback nutzen, wenn die Internetverbindung über T-DSL mal wieder nicht klappen sollte. Mit der Möglichkeit, so einfach ein Router auch unter Windows aufzubauen ist, ist die Karte sogar im semiprofessionellen Bereich, sprich auch für Mittelständler interessant und nicht nur für Homeuser und Studenten-WGs.

Der tägliche Betrieb

Karte und Software haben sich von Anfang an als recht zuverlässig und stabil erwiesen, allerdings wird der auf der Karte verwendete VLIW-Mikroprozessor doch recht warm - man halst sich eine zusätzliche Hitzequelle im Rechner auf.

Während zu Beginn der Testphase noch einige teils heftige Bugs in den Treibern steckten, kann man Treiber und Software jetzt zur offiziellen Release getrost als stabil und ausgereift bezeichnen. Sehr positiv hervorzuheben ist hier die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Entwicklern und Programmierern bei AVM, die grundsätzlich sehr schnell und motiviert auf Bugmeldungen reagiert haben. Teils hatte ich nach der Meldung eines Bugs schon wenige Stunden später einen bereinigten Treiber in der Mailbox - an dieser ausgezeichneten Kommunikation zwischen Entwicklern und Testern / Kunden sollten sich eine Reihe von Unternehmen mehr als nur eine Scheibe abschneiden. Die Performance der Internetverbindung steht der konventionellen Methode DSL-Modem/Netzwerkkarte in nichts nach; die CPU-Auslastung ist meinen Erfahrungen nach sogar etwas geringer als bei der bisher verwendeten Methode. Downloads flutschen mit der maximalen DSL-Geschwindigkeit durch die Leitung, sofern die Gegenstelle dies zuläßt. Ich habe die Fritz!-Software schon mit den ersten ISDN-Karten aus dem Hause AVM kennengelernt und stets gerne eingesetzt - kleine, ressourcensparende und sehr sinnvolle Tools, die für die meisten Anwendungszwecke völlig ausreichen und den Kauf teurer Megabyte fressender Spezialsoftware unnötig erscheinen lassen.

Fazit

AVM hat meiner Meinung nach mit dieser Karte seinen Ruf als Hersteller von exzellenter TK-Hardware wieder einmal erfolgreich unter Beweis gestellt - ich nutze das Produkt nun seit Monaten und bin rundum zufrieden und mit den Treibern der Verkaufsversion sind auch die letzten im Betatest aufgelaufenen Bugs behoben worden. Wie ich finde, ein rundum zu empfehlendes Produkt, das sich die Bestnote redlich verdient hat.

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei Carsten Albrecht [3] für die Bereitstellung dieses Artikels bedanken.

URL-Liste:

  1. http://www.continuity.de/
  2. http://www.continuity.de/
  3. http://www.continuity.de/
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