Einleitung
Mit den TS-409 Pro [1], TS-209 Pro, TS-109, TS-209 Pro II und TS-109 Pro II [2] hatten wir bereits einige Network-Attached-Storage-Systeme (NAS) des taiwanischen Herstellers QNAP im Test, die alle eins gemein hatten: bei den Festplatten setzen sie auf 3,5-Zoll-Modelle. Seit den letzten Tests hat sich nicht nur bei QNAP einiges getan. So wurden neue x86-Modelle mit Intels Atom-Prozessor vorgestellt, die dank des schnelleren Prozessors und vergrößertem Arbeitsspeichers schnellere Datenübertragungsraten ermöglichen. Mit dem SS-439 Pro haben wir für diesen Test deshalb auch ein Exemplar mit einem 1,6 GHz schnellen Atom angefordert. Die Gemeinsamkeit der in diesem Artikel getesteten NAS-Geräten für Gigabit-Ethernet liegt jedoch an anderer Stelle verborgen: Sie alle ermöglichen (teilweise ausschließlich) den Einsatz von stromsparenden und leisen 2,5-Zoll-Festplatten.
Mit dem TS-219P von QNAP ist dabei ein Gerät vertreten, welches sowohl 2,5- als auch 3,5-Zoll-Festplatten aufnehmen kann und dem Benutzer somit größere Freiheit bei der Wahl der Festplatten überlässt. Mit zwei hybriden 2,5/3,5-Zoll-SATA-Einschüben richtet sich das Gerät auch an Heimanwender, bei denen NAS-Geräte immer beliebter werden. Der TS-219P setzt jedoch nicht auf Intels Atom wie etwa der TS-239 Pro, sondern ebenso wie der TS-219 auf eine im Vergleich zur TS-209-Serie schnellere Marvell-CPU. Bei dieser handelt es sich um den 1,2 GHz schnellen Marvell 88F6281, der von 512 MB DDR2-SDRAM unterstützt wird.
Bei dem SS-439 Pro handelt es sich hingegen um einen direkten Abkömmling des bereits länger erhältlichen TS-439 Pro. Anders als der TS-439 Pro, der bis zu vier 3,5-Zoll-SATA-Festplatten beherbergen kann, nimmt der SS-439 Pro jedoch ausschließlich bis zu vier 2,5-Zoll-SATA-Festplatten auf. Im Inneren werkelt ein 1,6 GHz schneller Intel Atom zusammen mit einem Gigabyte DDR2-SDRAM. Auf die technischen Einzelheiten wird jedoch im jeweiligen Abschnitt genauer eingegangen.
Da jedoch nicht nur QNAP hochwertige NAS-Geräte im Angebot hat, haben wir uns mit der Disk Station DS409slim von Synology dieses Mal einen der stärksten Konkurrenten ins Haus geholt. Der DS409slim setzt ebenfalls voll auf 2,5-Zoll-SATA-Festplatten, von denen bis zu vier Exemplare im Inneren Platz finden. Anders als der SS-439 Pro setzt der DS409slim von Synology allerdings nicht auf Intels Atom sondern ebenfalls auf den 1,2 GHz schnellen Marvell 88F6281. Von der schnelleren Taktung dürfte vor allem die IO-Performance im Vergleich zu den alten Modellen mit Marvell 5281/5182 profitieren. Mit 128 MB fällt der Arbeitsspeicher allerdings deutlich kleiner aus als bei der Konkurrenz. Ob dies dem DS409slim beim Datendurchsatz am Ende zum Verhängnis wird, werden wir ebenso untersuchen wie die Geschwindigkeitsunterschiede der ARM-Plattform mit ARM v5TE-Kern (TS-219P und DS409slim) im Vergleich zur x86-Plattform (SS-439 Pro).
Besonderes Augenmerk soll aber auch auf den Stromverbrauch gelegt werden, der durch den Einsatz von 2,5-Zoll-Festplatten deutlich reduziert werden kann. Der TS-219P ermöglicht Dank der hybriden Einschübe hierbei gar einen direkten Vergleich, weshalb wir ihn sowohl mit 2,5- als auch 3,5-Zoll-Festplatten durch unsere Tests schicken werden.
Synology DS409slim
Lieferumfang
Der Lieferumfang des Synology DS409slim beinhaltet folgende Komponenten:
- Synology DS409slim
- Gehäusebasis
- Externes Netzteil (max. 36 Watt)
- Netzkabel
- 18 Schrauben
- CD-ROM mit Software, Handbuch und Schnellinstallationsanleitung
- Willkommens-Zettel
- 2 m Ethernet-Kabel (Cat. 5e)
- Aufkleber für Festplatteneinschübe




Somit bietet der Lieferumfang bis auf die benötigten, vom Kunden selbst zu wählenden Festplatte sämtliche Komponenten, um den DS409slim unmittelbar in Betrieb nehmen zu können. Wer sich jedoch nicht direkt an die Inbetriebnahme wagt, muss zunächst zwingend die mitgelieferte CD-ROM einlegen, um einen Blick auf die Schnellinstallations-Anleitung werfen zu können. Anders als bei QNAP liefert Synology diese nämlich nicht in gedruckter Form mit, sondern setzt sowohl beim Handbuch als auch bei der Schnellinstallations-Anleitung auf digitale Varianten. Negativ sollte man dies im digitalen Zeitalter mit wachsendem Umweltbewusstsein allerdings nicht bewerten. Der DS409slim von Synology wird im Preisvergleich derzeit ab ca. 350,- Euro gelistet [3].
Hardware
Der DS409slim von Synology setzt bei der CPU auf Marvells 88F6281 SoC der Kirkwood-Serie mit 1,2 GHz. Synology setzt wie die meisten anderen Hersteller von NAS-Systemen somit auf eine ARM-Plattform mit ARM v5TE-Kern [4]. Die Kirkwood-Serie wurde im Zusammenhang mit NAS-Geräten schon länger als direkter Atom-Konkurrent gehandelt, da Atom-basierte Systeme häufig nicht nur teurere Hardware benötigen sondern auch mehr Leistung verbrauchen. Der ARM-v5TE-kompatible Sheeva-Kern des 88F6281 kann von 1,0 bis 1,2 GHz betrieben werden. In den technischen Daten des 88F6281 [5] spricht Marvell abweichend von den sonstigen Angaben des Unternehmens allerdings sogar von bis zu 1,5 GHz. Zudem verfügt die Kirkwood-Serie über eine integrierte Memory Management Unit (MMU), einen je 16 KByte großen L1-Cache für Daten und Befehle und einen 256 KByte großen und bei 1,2 GHz Chiptakt 400 MHz schnellen L2-Cache. Das 16-bit-Speicherinterface unterstützt DDR2-SDRAM mit bis zu 400 MHz (effektiv 800 MHz). Auffällig sind die vielen Schnittstellen, die der Chip bereitstellt. Neben zwei integrierten Gigabit-Ethernet-MACs stehen beispielsweise zwei SATA-II-Ports, ein USB-2.0-Controller, ein SDIO-Controller für Speicherkarten sowie ein PCI-Express-x1-Anschluss zur Verfügung. Über die PCI-Express-x1-Schnittstelle ließen sich beispielsweise WLAN-Karten realisieren. Überraschend ist jedoch, dass der Kirkwood eigentlich nur zwei SATA-Festplatten verwalten kann, der DS409slim von Synology jedoch derer vier ermöglicht. Gelöst wird dies über einen „Port Multiplier“ von Marvell, so dass mehr als zwei Festplatten angeschlossen werden können. Vorteil gegenüber anderen Lösungen soll der geringe Stromverbrauch sein, den Marvell für die CPU alleine bei 1,2 GHz mit 870 mW angibt. Das Speicherinterface benötigt zusätzlich 250 mW, das SATA-Interface 410 mW und das USB-Interface 120 mW. Je nach aktivierten Schnittstellen können so bei 1,2 GHz rund 1,5 Watt verbraucht werden.
Im DS409slim stehen dem Prozessor 128 MB DDR2-SDRAM zur Seite. Ob dies ausreicht, oder sich wie bei QNAP in der Vergangenheit als bremsender Faktor bemerkbar macht, bleibt abzuwarten. Externe Laufwerke können über zwei USB2.0-Ports oder ein eSATA-Schnittstelle angeschlossen werden. Bis zu vier 2,5-Zoll-Festplatten können im DS409slim installiert werden.
| Komponente | Ausführung |
|---|---|
| Prozessor | Marvell 88F6281, 1,2 GHz |
| LAN | 1x 10/100/1000 Mbit/s |
| RAM | 128 MB DDR2 |
| S-ATA | 4x Serial-ATA I/II (bis zu 8 TB) |
| Lüfter | Evercool EC6010L12ER (60 x 60 x 10 mm) |
| Netzteil | 36 Watt (extern) |
| USB | 2x USB2.0 |
| eSATA | 1x eSATA |
| Umgebungstemperatur | 5 – 35 °C |
| Umgebungsfeuchtigkeit | < 95 % |
| Maße (H x B x T) | 120 x 105 x 142 mm |
| Gewicht | ca. 0,66 kg (Leergewicht) |
Wie bei Netzwerkspeichern üblich liegt auch dem DS409slim von Synology ein externes Netzteil bei und ist nicht direkt in das System integriert. Das Gehäuse des DS409slim erweist sich mit 0,66 kg als wahres Leichtgewicht mit angenehm kleinen Abmessungen. Wie sich der vergleichsweise kleine Lüfter in der Praxis schlägt, bleibt abzuwarten.
Blick von Außen
Sehr auffällig am DS409slim von Synology ist das im Vergleich zur Konkurrenz aus dem Hause QNAP sehr klein ausgefallene Gehäuse. Die Beschränkung auf 2,5"-Festplatten erlaubt eine sehr kompakte Bauweise. Im Gegenzug setzt Synology nicht auf ein Aluminium- sondern Plastik-Gehäuse. Dies ermöglicht eine größere Flexibilität und Variation in den Produktreihen und senkt den Preis. „Billig“ wirkt das Gehäuse in unseren Augen nicht. Trendige Klavierlackoptik lässt jedoch wieder einmal jedes Staubkorn erkennen. Den 60-mm-Lüfter hat Synology an der Unterseite platziert. Er bläst kühle Luft von unten in das System, die an den Festplatten und der Platine entlang an der Oberseite des Gehäuses durch kleine Öffnungen wieder austritt. Synology folgt somit dem natürlichen Luftstrom warmer Luft. Damit der Lüfter nicht blockiert wird, verfügt das NAS-Systeme über vier Gummifüße, mit denen das System auf eine mitgelieferte Bodenplatte gestellt wird.





An der Front finden sich die Status-LEDs für die Festplatten, das System und die Netzwerkschnittstelle. Zusätzlich wurde einer der beiden USB-Anschlüsse für eine leichte Erreichbarkeit an dieser Stelle platziert. Leicht seitlich versetzt befindet sich der Power-Knopf sowie USB-Copy-Button, über den Inhalte eines an den USB-Anschluss angeschlossenen Speichergerätes direkt auf das NAS-System kopiert werden können. Der Status beider Funktionen wird erneut über eine LED illuminiert. An der Rückseite hat Synology die übrigen Anschlüsse sowie die Festplatteneinschübe platziert. Neben einem eSATA-, USB-, Strom- und LAN-Anschluss findet sich hier auch ein Kensington-Lock sowie die vier Einschübe für die 2,5"-Festplatten. Die Plastik-Einschübe, auf denen die Festplatten verschraubt werden, werden durch kleine, federnde, mit einer Erhöhung versehene Plastikstreben im System fixiert. Der Kontakt der SATA-Schnittstellen mit den Platten gibt zusätzlich festen Halt. Um die eingebauten Festplatten im Zweifelsfall nicht zu verwechseln, empfiehlt es sich die mitgelieferten Nummernaufkleber auf die Einschübe zu kleben.




Das Gehäuse des Systems ist an der Rückseite mit zwei Schrauben fixiert. Löst man diese, kann eine Seitenwand des Gehäuses entfernt werden, um einen Blick ins Innere des NAS-Systems zu werfen.
Blick ins Innere
Das Gehäuse des DS409slim lässt sich recht einfach zerlegen und wird mit wenigen Schrauben gehalten. Zentrales Element ist dabei ein Metallkäfig, an dessen einen Seite sich die Platine befindet. In der Mitte sind die vier Festplatten platziert, so dass sowohl Platine als auch Festplatten von dem Luftstrom des unterseitig angebrachten Lüfters erfasst werden. Interessantes Detail: Die Seitenwand, an der sich die Platine befindet, ist zusätzlich mit einer Stahlplatte besetzt, um Strahlung abzuschirmen. Die Steckverbindungen der Festplatte befinden sich auf einer eigenen Platine, welche wiederum mit der Hauptplatine über einen PCIe-x4-Slot verbunden wird. Auf eine umständliche Verkabelung wird komplett verzichtet. Interessanterweise sind die Anschlüsse auf dieser Platine kompatibel mit Festplatten mit SAS, offiziell wird dies durch Synology jedoch nicht unterstützt – ob es praktisch dennoch möglich ist, konnten wir nicht klären.





Bei dem für die Kühlung zuständigen Lüfter handelt es sich um einen Evercool EC6010L12ER [6] mit Abmessungen von 60 x 60 x 10 mm. Die maximale Drehzahl liegt bei 3.600 U/min, der Airflow bei 15,03 cfm und die Lautstärke offiziell bei unter 26 dB(A). Sämtliche Anschlüsse sind direkt auf der Platine verlötet. Gleiches gilt für die übrigen Komponenten, wodurch eine Aufrüstung, etwa des Arbeitsspeichers, für den Benutzer komplett unmöglich wird.





Der 1,2 GHz schnelle Marvell 88F6281 Prozessor [4] wird komplett passiv gekühlt. Als Gigabit Ethernet-Controller kommt ein Marvell 88E1116R-NNC1-Alaska-GbE-PHY [7] zum Einsatz. Als SATA-Controller setzt Synology auf einen Marvell 88SX7042 4-Port PCI-Express SATA-II Chipsatz. Informationen zu diesem Chipsatz gibt Marvell allerdings nicht heraus. Als USB-Hub setzt Synology auf den bereits aus QNAP-Modellen bekannten GL850G-Chip von Genesys Logic [8], der aus der Genesys Logic 8 Bit RISC Prozessor Familie stammt. Im Gegensatz zum GL852 im QNAP TS-409 Pro verfügt der GL850G lediglich über einen Single Transaction Translator (STT) und nicht über einen Multiple Transaction Translator (MTT). Bei USB-2.0-Hubs ist MTT grundsätzlich die leistungsstärkere, aber auch teurere Variante, da nicht eine TT-Control-Einheit für alle Ports gemeinsam genutzt werden muss, sondern jeder Port über eine eigene verfügt.





Als Onboard-Speicher setzt Synology auf ein Elpida E1116AESE-8E-F Modul [9] mit 128 MB. Der DDR2-800 Speicher bietet Timings von 5-5-5 und kommt im FBGA-Package daher. Die kompakte Form des gesamten NAS-Servers setzt sich auch bei der Platine fort. Synology verschenkt keinen Platz und bringt sämtliche Komponenten auf einem erstaunlich kleinen PCB unter. Ein weiterer Punkt, der hilft Kosten zu sparen, so lange man die Anzahl der Layer des PCBs nicht erhöhen muss.





Interessant wird jedoch der direkte Vergleich zu den Platinen von QNAP, welche wir uns im weiteren Verlauf noch genauer ansehen werden. Besonders der Platine des TS-219P kommt dabei besondere Bedeutung zu, da sich die technischen Daten beider Modelle fast nur in der Größe des Arbeitsspeichers unterscheiden.
QNAP TS-219P
Lieferumfang
Der Lieferumfang des QNAP TS-219P beinhaltet folgende Komponenten:
- QNAP TS-219P
- Externes Netzteil (max. 60 Watt)
- Netzkabel
- Acht Tellerkopfschrauben für 3,5"-HDDs
- Sechs schwarze Tellerkopfschrauben für 2,5"-HDDs
- CD-ROM mit Software
- Schnellinstallationsanleitung
- Ethernet-Kabel (CAT.5E)
- Zwei Schlüssel für die HDD-Einschübe




Der Lieferumfang des TS-219P bietet die von QNAP gewohnten Beigaben. Da QNAP beim Gehäuse des TS-219P wie schon beim TS-239 mit Intel Atom dem neueren Design der größeren Modelle angepasst hat, verfügt der TS-219P anders als die Modelle der alten 200er-Serie (TS-209, TS-209 II, TS-219) über abschließbare HDD-Einschübe, wodurch ein unbefugtes Entfernen der Festplatten verhindert werden soll. Demzufolge wurde der Lieferumfang um zwei entsprechende Schlüssel erweitert. Aufgrund der hybriden Einschübe legt QNAP zudem sowohl für 2,5- als auch 3,5-Zoll-HDDs passende Schrauben bei. 2,5"-Festplatten werden aufgrund der hybriden Halterung nur mit drei statt der theoretisch möglichen vier Schrauben an der Unterseite befestigt. Zusammengefasst handelt es sich bei dem TS-219P somit um einen TS-219 Pro im neuen, leichteren Gehäuse, das um zwei eSATA-Anschlüsse erweitert wurde und zusätzlich zu 3,5-Zoll-Laufwerken auch mit 2,5-Zoll-Festplatten umgehen kann.
Der QNAP TS-219P wird derzeit ab 370,- Euro im Preisvergleich geführt [10] – ohne Festplatten. Somit ordnet sich der TS-219P preislich zwischen dem TS-219, der derzeit bei rund 350 Euro liegt [11], und dem TS-239 Pro ein, der aktuell ab rund 450 Euro [12] zu erwerben ist.
Hardware
Die technischen Daten des TS-219P bergen kaum Überraschungen, wenn man sie mit dem bisherigen Portfolio des taiwanischen Unternehmens vergleicht. Wie bei den anderen Modellen setzt man auf ein installiertes Embedded-Linux, von dem der Benutzer möglichst wenig bemerken soll und so auch praktisch keine Kenntnisse über dies benötigt. Bei der CPU setzt man wie schon beim TS-219 und auch der Konkurrent DS409slim von Synology auf den Marvell 88F6281 System-on-Chip (SoC) mit 1,2 GHz, der im Vergleich zum Marvell 5281/5182 eine höhere IO-Performance bietet. Beim Arbeitsspeicher setzt man auf 512 MB DDR2-SDRAM, als Flash-Speicher kommen 16 MB zum Einsatz.
Äußerlich stellt der TS-219P dem Benutzer drei USB2.0-Ports (1x vorne, 2x hinten), einen Gigabit-Ethernet-Anschluss sowie zwei eSATA-Anschlüsse an der Rückseite zur Verfügung. Wie üblich wird das NAS-System bei QNAP ohne Festplatten ausgeliefert, im Handel sind jedoch auch Modelle mit installierten Festplatten käuflich. Um bei der Auswahl der Festplatten keine böse Überraschung zu erleben, sollte wie immer ein Blick auf die von QNAP bereitgestellte Kompatibilitätsliste [13] geworfen werden, auch wenn sich in der Regel keine Probleme bei der Wahl der Festplatten ergeben sollten. Auch beim TS-219P ist eine spätere Migration von einer Festplatte auf einen RAID-Verbund bestehend aus mehreren Festplatten jedoch nicht möglich, ohne dass sämtliche Daten verloren gehen bzw. neu auf das System gespielt werden müssen. Maximal können vom Käufer vier Terabyte im System untergebracht werden.
| Komponente | Ausführung |
|---|---|
| Prozessor | Marvell 88F6281, 1,2 GHz |
| LAN | 1x 10/100/1000 Mbit/s |
| RAM | 512 MB DDR2-800, 16 MB Flash |
| S-ATA | 2x Serial-ATA I/II (bis zu 4 TB) |
| Lüfter | Y.S.Tech FD127025LB (70 x 70 x 25 mm) |
| Netzteil | 60 Watt (extern) |
| USB | 3x USB 2.0 |
| eSATA | 2x eSATA |
| Umgebungstemperatur | 0 – 40 °C |
| Umgebungsfeuchtigkeit | < 95 % |
| Maße (H x B x T) | 150 x 102 x 216 mm |
| Gewicht | ca. 1,74 kg (Leergewicht) |
Äußerlich ein TS-239 Pro, im Inneren jedoch ein TS-219. Dies dürfte den TS-219P abstrahiert recht gut charakterisieren, wenn man zusätzlich die Möglichkeit der Verwendung von 2,5"-HDDs berücksichtigt, die den anderen Modellen (bislang) verwehrt bleibt.
Blick von Außen
Wie bei QNAP üblich kommt der TS-219P als Mini-Tower aus Aluminium daher. Aufgrund des hybriden Aufbaus sowohl für 2,5- als auch 3,5-Zoll-Festplatten fällt das Gehäuse deutlich größer aus als das des DS409slim. Beim Design setzt QNAP auf die bereits vom TS-239 bekannten Formen. Somit verstecken sich die Festplatteneinschübe nicht mehr hinter einer geschlossenen Front wie noch bei der 209er-Serie, sondern sind von vorne direkt zugänglich. Beim TS-219P können die Einschübe zudem durch integrierte Schlösser gegen ein unbefugtes Entwenden der Platten gesichert werden. Neben den Einschüben finden sich die üblichen Status-LEDs für die Festplatten, USB, eSATA und LAN. Auch der bekannte USB-2.0-Anschluss mitsamt Kopiertaste und Power-Knopf befindet sich an der Frontseite. Erneut durchbricht die aus Plastik gefertigte Frontabdeckung das ansonsten komplett aus Aluminium hergestellte Gehäuse.




Die Festplatten – wahlweise 2,5- oder 3,5-Zoll-Modelle – werden auf die Festplatteneinschübe verschraubt. Bei 2,5-Zoll-HDDs kommen dabei lediglich drei Schrauben zum Einsatz, 3,5-Zoll-Festplatten werden mit vier Schrauben fixiert. Im System werden die Einschübe nicht nur durch die Steckverbindung der Festplatten gesichert, sondern diese rasten zusätzlich an der Front ein. Beim schnellen Wechseln der Festplatten neigen die Einschübe, deren Führungsschienen nicht unmittelbar an der Front sondern erst im Metallrahmen beginnen, leider ein wenig zum Verkanten. Da man die Festplatten aber nicht besonders häufig wechselt und bei entsprechender Achtsamkeit auch die Einschübe problemlos gemeistert werden können, stellt dieser Umstand eher eine kleine Anmerkung dar. An der Rückseite des QNAP TS-219P befinden sich zwei eSATA-, zwei USB-, ein LAN- und ein Stromanschluss sowie ein Reset-Taster für das Zurücksetzen der Einstellungen. Darüber hinaus kann das Gerät mit einem Kensington Lock gesichert werden. Zentrales Element ist jedoch der Lüfterauslass des 70-mm-Lüfters, der die Luft von vorne nach hinten durch das System zieht. Wie bei QNAP üblich steht das System auf vier Gummifüßen.




Die Abdeckung des Systems ist an der Rückseite mit drei Schrauben fixiert. Löst man diese, kann die Abdeckung nach hinten geschoben und nach oben abgehoben werden, um das System zu öffnen. Den sich daraufhin eröffnenden Blick ins Innere werfen wir im folgenden Abschnitt.
Blick ins Innere
Der Aufbau des TS-219P ähnelt rein formal dem des eben betrachteten DS409slim. In der Mitte die Festplatten, dahinter eine Platine mit den SATA-Steckplätzen, seitlich die Hauptplatine. Lediglich die Position des Lüfters ist eine andere. Dieser 70-mm-Lüfter befindet sich an der separat entfernbaren Rückseite des TS-219P, welcher Luft von vorne (bzw. seitlich) nach hinten durch das System befördert. Zerlegt man das System, so lässt sich theoretisch auch der Lüfter auswechseln, da der Anschluss auf dem Mainboard nur gesteckt ist. Bei dem verbauten Lüfter handelt es sich um einen Y.S. Tech FD127025LB [14] mit 3000 U/Min bei 29 dB(A) (Herstellerangabe) und einer Förderleistung von 25 cfm bei 1,32 Watt. Anders als bei den bisher von uns getesteten Modellen von QNAP fiel uns dieser Lüfter jedoch nicht negativ auf, so dass der Benutzer keine Umbauarbeiten starten sollte, um den Lüfter zu bändigen.





Bei den Komponenten des TS-219P treffen wir erneut auf alte Bekannte. Als Prozessor dient wie beim DS409slim von Synology der mit 1,2 GHz getaktete Marvell 88F6281 Prozessor [4]. Und auch beim USB-Hub setzt QNAP auf den hinlänglich bekannten GL850G-Chip von Genesys Logic [7]. Als DDR2-SDRAM kommt HY5PS1G831CFP-S6 [15] DDR2-800-SDRAM mit Timings von 6-6-6 von Hynix zum Einsatz. Als Gigabit Ethernet-Controller kommt wie bei Synology der Marvell 88E1116R-NNC1-Alaska-GbE-PHY [6] zum Einsatz.





Auffälligster Unterschied zum Synology DS409slim ist der Verzicht auf einen eigenen PCI-Express SATA-II Chipsatz, der beim DS409slim in Form des Marvell 88SX7042 zum Einsatz kommt. QNAP setzt hingegen auf einen PCIe-x1-Port als Schnittstelle zwischen Hauptplatine und SATA-Platine. Die PCIe-x1-Schnittstelle wird, wie im Hardware-Abschnitt zum DS409slim bereits beschrieben, direkt vom Marvell 88F6281 bereitgestellt. Somit steht den Festplatten beim DS409slim rein theoretisch die vierfache Bandbreite zur Verfügung, die allerdings selbst bei vier eingesetzten Festplatten nicht ausgenutzt werden kann.





QNAP SS-439 Pro
Lieferumfang
Erwartungsgemäß gibt es auch beim SS-439 Pro keine Überraschungen hinsichtlich des Lieferumfanges. Dieser beinhaltet folgende Komponenten:
- QNAP SS-439 Pro
- Externes Netzteil (max. 60 Watt)
- Netzkabel
- 16 Tellerkopfschrauben für 2,5"-HDDs
- CD-ROM mit Software
- Schnellinstallationsanleitung
- Zwei Ethernet-Kabel (Cat. 5e)




Der QNAP SS-439 Pro wird derzeit ohne Festplatten ab stolzen 620,- Euro im Preisvergleich geführt [16]. Gerade im Vergleich zum DS409slim von Synology ist der SS-439 Pro somit deutlich teurer. Ob der hohe Preis angesichts eines 1,6 GHz schnellen Intel Atom und einem Gigabyte Arbeitsspeicher gerechtfertigt ist und entsprechend in deutlich bessere Leistungswerte und ein insgesamt überlegenes Paket umgesetzt werden kann, wird der Test zu zeigen haben. Der SS-439 Pro ordnet sich zumindest wenig überraschend in der Preisregion des TS-439 Pro ein, der ohne Festplatten ab ca. 670,- Euro gelistet wird [17].
Hardware
Die technischen Daten des SS-439 Pro weichen deutlich von den anderen Teilnehmern dieses Tests ab. Als einziges System setzt der SS-439 Pro nicht auf die ARM-Architektur sondern vertraut auf x86. Bei der CPU kommt der 1,6 GHz schnelle Intel Atom N270 zum Einsatz, der in 45 nm gefertigt wird, einen Frontside-Bus von 533 MHz aufweist, einen 512 KB großen L2-Cache besitzt und mit einem Kern zwei Threads ausführen kann. Unterstützt wird er von 1 GB DDR2-SDRAM. Als Flash-Speicher kommen 128 MB zum Zuge. Als Chipsatz setzt QNAP auf Intels 945GSE in Verbindung mit Intels ICH7M als Southbridge. Die Plattform entspricht somit der eines Netbooks und nicht der eines Nettops [18].
Die Möglichkeiten dieser Plattform setzt QNAP mit drei USB2.0-Ports, zwei eSATA-, zwei LAN-Anschlüssen und einem VGA-Ausgang um. Über diesen lässt sich während des Boot-Vorgangs jedoch nur auf die Konsole zugreifen, weitere Möglichkeiten, etwa die direkte Videoausgabe, sind nicht möglich. Auch der SS-439 Pro wird ohne Festplatten ausgeliefert, im Handel sind jedoch auch Modelle mit installierten Festplatten erhältlich. Wie immer hilft ein Blick auf QNAPs Kompatibilitätsliste [12], um keine bösen Überraschungen zu erleben. Der SS-439 Pro unterstützt die derzeit maximal mögliche Ausbaustufe von zwei Terabyte mit vier 2,5-Zoll-Festplatten. Aufgrund der x86-Plattform unterstützt der SS-439 Pro auch zusätzliche Services wie beispielsweise Wake On LAN (WOL) und 256-bit AES-Verschlüsselung der Festplatten.
| Komponente | Ausführung |
|---|---|
| Prozessor | Intel Atom N270, 1,6 GHz |
| LAN | 2x 10/100/1000 Mbit/s |
| RAM | 1 GB DDR2-800, 128 MB Flash |
| S-ATA | 4x Serial-ATA I/II (bis zu 2 TB) |
| Lüfter | Y.S.Tech FD127025LB (70 x 70 x 25 mm) |
| Netzteil | 60 Watt (extern) |
| USB | 3x USB 2.0 |
| eSATA | 2x eSATA |
| Umgebungstemperatur | 0 – 40 °C |
| Umgebungsfeuchtigkeit | < 95 % |
| Maße (H x B x T) | 150 x 102 x 216 mm |
| Gewicht | ca. 2,00 kg (Leergewicht) |
Das Gehäuse des SS-439 Pro entspricht bis auf die Frontpartie exakt dem des TS-219P. Lediglich die Frontabdeckung wurde an die vier Festplatteneinschübe angepasst. So sind auch die Abmessungen beider Modelle exakt identisch. Was für QNAP Kosteneinsparungen bei den ohnehin teuren Aluminiumteilen ermöglicht, resultiert für den Benutzer in einem deutlich größeren System als es der DS409slim mit ebenfalls vier Festplatten darstellt – auch wenn dieser auf eine gänzlich andere Architektur setzt. Beim Volumen aller Systeme stehen sich 3304,8 cm³ beim SS-439 Pro sowie TS-219P und 1789,2 cm³ beim Synology DS409slim entgegen. Ein beachtlicher Unterschied.
Blick von Außen
Da sich das Gehäuse wie gesagt nicht von dem des TS-219P unterscheidet, sind die Äußerlichkeiten des SS-439 Pro schnell geklärt. Vier 2,5-Zoll-Einschübe an der Front, dazu die passenden LEDs und ein USB-2.0-Anschluss samt Kopier- und Power-Taste. Die Festplatteneinschübe werden vorne durch einen kleinen Mechanismus an der Unterkante fixiert, über ein eigenes Schloss wie beim TS-219P verfügen sie jedoch nicht. Auf ein integriertes Display, welches der TS-439 Pro für 3,5"-Festplatten bietet und das eine erste Inbetriebnahme gänzlich ohne angeschlossenen Computer ermöglicht, muss man beim SS-439 Pro verzichten.





An der Rückseite finden sich neben zwei weiteren USB-2.0-Anschlüssen auch zwei eSATA-Ports, zwei LAN-Schnittstellen sowie der reservierte VGA-Ausgang, der Stromanschluss und das Kensington Lock. Der Lüfter bläst ebenso wie beim TS-219P die warme Luft aus dem Gehäuse über die Rückseite heraus. Die Festplatten werden wie schon beim TS-219P direkt auf die Einschübe geschraubt, dieses Mal jedoch mit vier Schrauben, da keine Rücksicht auf die Bohrungen für 3,5-Zoll-HDDs genommen werden muss. Bei den Einschüben zeigt sich auch, dass nicht die Größe der Festplatten entscheidend für die Abmessungen der Einschübe und des Systems war. So bleibt der gesamte Bereich der Einschübe hinter dem Haltebügel auf dem Lochblech ungenutzt.





In bereits beschriebener Manier lässt sich die Aluminium-Abdeckung abnehmen und ein Blick ins Innere wagen.
Blick ins Innere
Der Blick auf das Innenleben des SS-439 Pro ist zunächst wenig überraschend, da auch der interne Aufbau weitgehend dem TS-219P entspricht. So setzt QNAP auch beim SS-439 Pro den Y.S. Tech FD127025LB Lüfter [13] mit 3.000 U/Min, 29 dB(A) (Herstellerangabe) und einer Förderleistung von 25 cfm bei 1,32 Watt ein. Die Hauptplatine ist erneut seitlich platziert, die Steckplatine für die Festplatten stellt nun vier statt zwei SATA-Anschlüsse zur Verfügung. Bei der SATA-Platine setzt QNAP nun allerdings ebenfalls auf eine PCIe-x4-Verbindung.





Sämtliche zentralen Komponenten benötigen eine passive Kühlung. So sind sowohl der 945GSE-Chipsatz, als auch der Intel Atom N270 und der ICH7M passiv gekühlt. Selbst der wie schon beim DS409slim zum Einsatz kommenden Marvell 88SX7042 4-Port PCI-Express SATA-II Chipsatz wird auf dem SS-439 Pro passiv gekühlt. Darüber hinaus fällt auf, dass der Arbeitsspeicher nicht fest verlötet ist, sondern vom Benutzer theoretisch auf die maximal unterstützten zwei Gigabyte erweitert werden kann. QNAP selbst setzt erneut auf DDR2-SDRAM von Hynix. Dieses Mal allerdings in Form von DDR2-667 SO-DIMM mit Timings von 5-5-5 – dem HYMP112S64CP6-Y5 [19].





Für den 128 MB großen Flash-Speicher greift QNAP auf Apacer zurück. Der Flash-Speicher ist dabei im IDE-Port der Platine platziert, ließ sich von uns aber leider nicht ohne Weiteres entfernen, um einen genaueren Blick auf die Speichermodule zu werfen. Bei den beiden Gigabit Ethernet Controllern handelt es sich um Intels 82574L [20] mit PCIe-x1 Interface.









Software
QNAP
QNAP setzt bei allen Geräten ein identisches, für die jeweilige Hardware nur leicht angepasstes Embedded Linux ein, weshalb wir an dieser Stelle nicht noch einmal auf alle Funktionen im Einzelnen eingehen werde, sondern auf unsere Tests des TS-409 Pro [21] und TS-109 Pro II und TS-209 Pro II [22] verweisen, in denen wir auf die Funktionen im Detail eingegangen sind. Zu beachten ist dabei natürlich, dass die RAID-Funktionalität je nach Modell aufgrund unterschiedlich vieler Festplatteneinschübe variiert. So bietet der TS-219P neben RAID1 und RAID0 auch JBOD oder den Betrieb mit nur einer Festplatte. Eine RAID-Migration ist hingegen nicht möglich. Der SS-439 Pro bietet neben RAID0, RAID1 und JBOD auch noch RAID5, RADI5 + hot spare und RAID6 an. Zusätzlich ist aufgrund der anderen Hardware-Plattform des SS-439 Pro zu beachten, dass dieser Funktionen wie Wake on LAN (WOL), AES-Verschlüsselung und Port-Trunking bietet. Mit der neuen Firmware 3.1 werden dabei folgende sieben Modi unterstützt: Balance-rr (Round-Robin), Active Backup, Balance XOR, Broadcast, IEEE 802.3ad, Balance-tlb (Adaptive Transmit Load Balancing) und Balance-alb (Adaptive Load Balancing).
In diesem Abschnitt möchten wir uns deshalb der neuen Firmware v3.1 widmen, mit der QNAP erstmals auf eine AJAX-Oberfläche umgestiegen ist und einige neue Funktionen bietet. So wird mit der neuen Firmware eine iSCSI-Unterstützung geboten. Mit iSCSI lässt sich das SCSI-Protokoll über TCP nutzen. Der Initiator steuert dabei die Kommunikation mit dem Target (NAS-Gerät). Über iSCSI lässt sich Speicherplatz des NAS-Servers als lokale Festplatte eines Rechners einbinden. Der Benutzer selbst merkt den Unterschied dabei nicht. Die Verbindung zur Festplatte wird praktisch gesprochen lediglich über die LAN-Schnittstelle verlängert. Der Zugriff auf die Festplatten erfolgt blockbasierend und ist transparent. Leider kann über diese Technik immer nur ein Benutzer auf ein Target zugreifen. Eine gemeinsame Nutzung desselben Speicherplatzes ist demnach nicht möglich. Zudem erhöht die iSCSI-Technologie die CPU-Belastung der Server. Darüber hinaus bietet die neue Firmware die Funktion „Virtual Disk“, mit der bis zu acht virtuelle Festplatten via iSCSI über das Netzwerk unterstützt werden, so dass ein NAS-Server den Speicher eines anderen NAS-Systems über das Netzwerk nutzen kann. Die NAS-Systeme von QNAP können somit sowohl Initiator als auch Target sein. QNAP RAID Recovery und Bitmap sollen darüber hinaus eine schnellere Wiederherstellung eines RAID1, 5 oder 6 Verbundes nach Stromausfall oder beim Ausfall einer Festplatte ermöglichen. Für alle Mac-User ist ab sofort das Bonjour-Netzwerkprotokoll komplett integriert worden (SAMBA, FTP, AFP, SSH und UPnP).
Ein weiteres neues Feature ist die Unterstützung des Dateisystems EXT4. EXT4 soll zusätzlich Leistung bringen, was wir noch überprüfen werden, und erlaubt die Verwaltung von bis zu 16 Terabyte je Datei und eines Speichervolumens von insgesamt einem Exbibyte. Das neue Benutzerinterface unterstützt zudem deutlich mehr Browser. Neben dem Internet Explorer werden so auch endlich Safari (Version 3 und 4), Firefox 3 und Google Chrome unterstützt. Ein Ressourcen-Monitor zeigt zudem in Echtzeit die CPU-Auslastung, die Speicherlast und die Transferrate an.
Alternativ zur Konfiguration mittels des Programms „QNAP Finder“ kann man die NAS-Server von QNAP auch direkt im Browser konfigurieren. Diese Möglichkeit wird in der folgenden Bildstrecke anschaulich verdeutlicht.
Die beiliegenden Programme wie der QNAP Finder und NetBak Replicator wurden mit der neuen Firmware nicht aktualisiert. Bei diesen gibt es im Vergleich zu unseren bisherigen Tests keine großen Neuerungen. Weitere Informationen zur neuen Firmware v3 und den neu hinzugekommenen Funktionen finden sich direkt bei QNAP [23].
- Software-Erläuterungen im Test des TS-409 Pro:
- Software [24]
- Konfiguration [25]
- Web-Oberfläche [26]
- Web-Dateimanager [27]
- Multimedia Station [28]
- Download Station [29]
- Webserver [30]
- NetBak Replicator [31]
- Software [24]
Synology
Disk Station Manager 2.1
Unser Artikel basiert komplett auf dem Disk Station Manager 2.1, so der Name des von Synology eingesetzten Interfaces. Im Folgenden sollen deshalb anhand der zahlreichen Bilder, welche einmal das komplette Interface zeigen, die vielfältigen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die sich bei Synologys Disk Stations bieten. Im Grunde sind sich die Software-Komponenten von Synology und QNAP weitgehend ebenbürtig. Synology setzte als erster auf ein Ajax-Interface, welches eine sehr angenehme Einrichtung und Verwaltung ermöglicht, QNAP brachte dafür aber beispielsweise als erster iSCSI-Unterstützung. Mit der nun endlich finalen Firmware v3 liegt QNAP derzeit leicht in Front, Synology ist mit dem Disk Station Manager 2.2, von dem vor wenigen Tagen eine erste Beta-Version veröffentlicht wurde und der im September 2009 als finale Version erhältlich sein soll, jedoch direkt wieder aufgerückt. Die Struktur der Synology-Oberfläche gefällt uns etwas besser und man merkt, dass Synology mit der Ajax-Unterstützung etwas mehr Erfahrung hat als QNAP und diese Technologie sinnvoller einsetzt. Andererseits kommt das Interface von QNAP in einigen Fällen mit deutlich kürzeren Ladezeiten aus.
Einen deutlich wahrnehmbaren Unterschied zwischen Synology Disk Station und QNAP Turbo Station stellt man direkt nach der Einrichtung des Systems fest. Während QNAP direkt eine für die Services angedachten Ordnerstruktur erstellt und die wichtigsten Services auch direkt aktiviert, geht Synology hier deutlich vorsichtiger zu Werke. Direkt nach der Installation hat man außer über das Browser-Interface keinen direkten Zugriff auf die Disk Station. Den aller ersten Ordner, auf den man etwa über die Funktion des Netzwerk-Laufwerkes zugreifen könnte, muss man zunächst selbst erstellen. Services wie den FTP-Zugriff, die Audio Station, Photo Station, Download Station etc. muss man alle erst explizit aktivieren, ehe man auf sie zurückgreifen kann. Für viele Heimanwender mag der Weg von QNAP einfacher und zugänglicher sein, insgesamt stellt aber die Lösung von Synology die sicherere Alternative dar, da der Benutzer keine Services aktiviert lässt, die er gar nicht nutzt oder deren Funktionsweise er sich gar nicht bewusst ist.
Betrachtet man das Interface des DS409slim als Ganzes, vermisst man nur sehr wenige Möglichkeiten. Alles wirkt durchdacht und ausgereift. Im direkten Vergleich zu QNAP hätten wir uns ein manuelles Regeln der Lüfter gewünscht, dies ist bei Synology derzeit jedoch nicht möglich. Auch eine Anzeige der CPU-Auslastung wäre von uns in einigen Tests gern gesehen gewesen, insgesamt muss man jedoch sagen, dass dies natürlich eine Kleinigkeit ist, die im Alltagsbetrieb nicht ins Gewicht fällt. Auch die Installation zusätzlicher Dienste geht bei QNAP etwas einfacher von der Hand, da der Hersteller hier deutlich mehr Pakete als QPKG Software-Pakete bereitstellt, die ohne Vorkenntnisse direkt installiert werden können. Mit dem SqueezeCenter, der Mail Station und dem Webalizer bietet der Hersteller derzeit nur drei unterstützte Pakete selbst an, während sich bei QNAP ca. zehn QPKG-Pakete finden. Der Synology Assistant als Ausgangspunkt der Verwaltung der Disk Station bietet im Gegensatz zum QNAP Finder deutlich weniger Funktionen. So kann das System nicht direkt über dieses Programm heruntergefahren oder neu gestartet werden. Dies muss zwingend über das Web-Interface erfolgen bzw. direkt am Gerät. Auch das Aktualisieren der Firmware oder das Einrichten des Systems kann bei Synology nicht wie bei QNAP über den Assistenten vorgenommen werden. Mehr als ein Netzlaufwerk hinzufügen und auf das Web-Interface zuzugreifen, ermöglicht der Synology Assistant derzeit demnach nicht, was angesichts der anderen Programme und Möglichkeiten etwas dürftig erscheint.
Mit der Audio Station können auf der Disk Station im Ordner „music“ gespeicherte Musiktitel über den Browser gestreamt werden. Dabei können direkt über das Interface Wiedergabelisten erstellt und die von Audio-Playern üblichen Funktionen genutzt werden. Alternativ kann man über die Audio Station jedoch auch USB-Lautsprecher ansprechen, die direkt an die Disk Station angeschlossen sind. So kann man das NAS-System als kleine Stereoanlage einsetzen. Zusammen mit der Möglichkeit, Internet-Radiostationen über die Audio Station zu empfangen, wird es gar zum Internet-Radio. Über USB-Soundkarten, die keinen speziellen Treiber benötigen, den man selbst installieren müsste, lässt sich die DS409slim so auch problemlos direkt mit der Stereoanlage verbinden. Eine Liste der von Benutzern gemeldeten, kompatiblen USB-Soundkarten, findet sich direkt bei Synology [32]. Mit dem neuen Disk Station Manager 2.2 kommt zudem ein DLNA-kompatibler Mediaserver hinzu, der ein Streaming an entsprechende Geräte oder die Media Player anderer Computer erlaubt. Als Audio-Formate unterstützt Synology AAC, FLAC, M4A, MP3, Ogg Vorbis, WAV, WMA, WMA VBR, WMA PRO und WMA Lossless sowie die Playlisten M3U und WPL.
Über die Photo Station kann der Benutzer Foto-Alben anlegen und diese über eine Web-Oberfläche verwalten. Wie üblich können die Alben in einer Diashow abgespielt werden und die Fotos gedreht und vergrößert werden. Als Formate unterstützt die Disk Station BMP, JPG, GIF, ICO, PNG, PSD, TIFF und UFO. Neben Bildern können jedoch auch Videos eingebunden werden, welche automatisch ins Flash-Format konvertiert werden. Wenn gewünscht, kann der Benutzer Betrachtern jedoch erlauben, die Originaldatei des Videos herunterzuladen. Als Video-Formate werden derzeit ASF, AVI, DAT, DivX, MP4, MPEG1, MPEG2, MPEG4, VOB, WMV sowie XviD unterstützt. Als Untertitel stehen srt, psb, smi, ass, ssa, sub, idx und ifo zur Wahl. Je nach Größe kann das Encodieren der Videos ins Flash-Format einige Zeit in Anspruch nehmen. Dafür ist es über die Photo Station dann aber auch sehr einfach, Fotos sowie Videos in den integrierten Blog einzubinden. Einfacher geht es kaum.
Natürlich darf auch bei Synology ein mitgeliefertes Backup-Programm nicht fehlen. Über den Data Replicator 3 kann der Benutzer wie üblich lokale Inhalte sichern und dabei unterschiedliche Synchronisierungsverfahren und Zeitpunkte wählen. Der Data Replicator 3 wirkt dabei deutlich moderner als QNAPs Netbak Replicator und hinterlässt insgesamt einen besseren Eindruck.
Über den Download Redirector kann der Benutzer direkt unter Windows Downloads auf der Disk Station verwalten, sofern der Dienst auf der Disk Station aktiviert ist. Neben eMule und BitTorrent können auch normale HTTP-Downloads vollzogen werden. Links können dabei nicht nur über die Schaltfläche eingefügt werden, sondern auch in eine „DropZone“, die am Rand des Desktops als kleiner Aktenschrank angezeigt wird, gezogen werden, woraufhin sie automatisch als Download hinzugefügt werden. Der Download Redirector stellt somit auch bei Synology einen netten Weg dar, um Downloads nicht auf dem lokalen Rechner durchführen zu müssen, bietet jedoch auch keine überraschenden oder grundlegend neuen Funktionen.
Insgesamt merkt man somit deutlich, dass Synology und QNAP sich gegenseitig ziemlich genau beobachten und jeweils im Wechsel Funktionen umsetzen, die der Konkurrent gerade eingebaut hat. Einen wirklichen Sieger kann man dabei nicht küren, da es in vielen Fällen auch von den Vorlieben des Benutzers abhängig ist, welchem Software-System man den Vorzug gibt. Eine schlechte Basis bietet in jedem Fall keines der beiden Systeme, so dass der Käufer in jedem Fall auf eine sehr solide Grundlage setzen kann.
Disk Station Manager 2.2
Mit dem Disk Station Manager 2.2 hat Synology Mitte Juli eine erste Betaversion des kostenlosen Firmware-Upgrades veröffentlicht. Der neue DSM 2.2 verfügt neben einem DLNA-kompatiblen Mediaserver, iPhone-Zugang, integrierter Firewall und „Apple Time Machine“-Unterstützung über weitere neue Features. So können Anwender von Mac OS X künftig via Apple Time Machine ohne zusätzliches Setup Desktop-Daten auf der Disk Station sichern. Außerdem kam die bei QNAP jüngst eingeführte iSCSI-Unterstützung hinzu, die es ermöglicht bis zu zehn iSCSI-Targets auf einer Disk Station einzurichten. Die Auto-Block Funktion, über die nach einer vorab definierten Anzahl gescheiterter Versuche die zugreifende IP-Adresse geblockt wird, schützt zusätzlich vor unberechtigtem Zugriff und erweitert den FTP-Bereich, die Benutzeroberfläche, File Station, SSH/Telnet, rsync und externe Geräte. Durch SNMP-Protokoll-Unterstützung kann die Disk Station nun auch mit der bereits vorhandenen Netzwerk-Software verwaltet werden. Die Liste der unterstützten Kameramodelle in der Surveillance Station 2 wurde um 50 zusätzliche Modelle erweitert und das Live-View-Layout lässt sich flexibler gestalten. Der iTunes Server unterstützt darüber hinaus von nun an auch Videowiedergabe.
In der neuen Firmware können mit dem im AppStore verfügbaren Programm „DS Photo“ Fotos vom iPhone oder iPod Touch direkt auf die Disk Station geladen und parallel online ausgetauscht werden. Das ebenfalls im AppStore erhältliche Programm „DS Audio“ erlaubt das Streamen gespeicherter Musik mit iPhone und iPod Touch. Zum Zeitpunkt dieses Artikels war DS Photo noch nicht im AppStore erhältlich und durchlief noch die Überprüfung seitens Apple, weshalb wir lediglich ein paar Eindrücke der Applikation DS Audio liefern können. Über Windows Mobile 6.0 (ab Internet Explorer Mobile/Opera 9.0) oder iPhone OS kann aber auch über den Browser unterwegs auf die Disk Station zugegriffen werden, um Fotos anzusehen oder unterstützte Dateiformate zu lesen.
Der neue Resource Monitor gestattet eine Überwachung der Prozessor- und Speicherauslastung, sowie des Netzwerkflusses und des verfügbaren Rest-Speichervolumens der Disk Station.
Mit dem DSM 2.2 unterstützt Windows ADS künftig 100.000 Domainnutzer und 100.000 Domaingruppen, sowie die Vergabe von Unterordner-Rechten für User beziehungsweise Gruppen in File Station 2. Mit Windows ADS können fortan individuelle „User Home“-Ordner erstellt werden. Diese Erweiterungen sollen den wachsenden Business-Anforderungen Rechnung tragen.
Bei der Download Station werden nun auch RSS und RapidShare unterstützt. Mehrere eMule-Downloads können simultan ausgeführt werden, wobei die heruntergeladenen Daten auch auf einem externen Laufwerk platziert werden können. Ist der Download abgeschlossen, wird der Nutzer zudem per E-Mail benachrichtigt.
Die endgültige Version des Disk Station Manager 2.2 wird ab September 2009 als kostenloses Upgrade erhältlich sein und bringt Synology mindestens auf Augenhöhe mit QNAP. Ein endgültiges Fazit möchten wir uns aufgrund der begrenzten Zeit, die wir mit der Betaversion bisher hatten, jedoch noch nicht erlauben.
Im Klapptext sind noch einmal sämtliche neuen Funktionen zusammengefasst, die auch die breite Palette neu unterstützter Video-Formate zeigt:
- New DLNA Compliant Media Server:
- Disk Station Manager 2.2 has been certified DLNA compliant (certified on DS209 and will work with all Disk Station models). It further ensures interoperability between Synology Disk Station and your DLNA home devices.
- Supports customization of the DMA browsing menu for your multimedia files. 3 default menu styles are provided and you can customize 3 more styles based on personal preferences, including using iTunes smart playlist.
- Supports streaming music, photo and video with Windows Media Player on Vista.
- Supports MP3 and M4A metadata indexing including composer, disc number, track number, album artwork, and comment.
- Supports more video formats, including MKV, TS, M2TS, M2T, MTS, M4V, 3GP, 3G2, QT, SWF, DVR-MS, MOV, TRP, TP, and ISO.
- Supports PCM audio format.
- Supports on-the-fly transcoding of FLAC, OGG, AAC (.aac, .m4a, .m4b) and AIFF (.aif, .aiff) to WAV or PCM to enjoy high quality lossless music on compatible DMAs.
- iPhone Support: 2 iPhone applications are currently under Apple® App Store's approval process.
- DS photo allows you to easily upload photos from iPhone/iPod touch to your Disk Station and instantly share it out to the world.
- DS audio allows you to stream and enjoy the music stored on Disk Station with your iPhone/iPod touch where Internet is available.
- Mobile Photo Station & File Station: Supports viewing photos and reading supported file formats stored on Disk Station with a mobile device whenever the Internet is available. Windows Mobile 6.0 (Internet Explore Mobile or Opera 9.0 and onward) and iPhone OS 2.2.1 and onward (Safari) are required.
- iSCSI: Designate portion of your volume space to be an iSCSI target, and expand it later at your preference. You can assign up to 10 iSCSI targets on each Disk Station.
- Firewall: The built-in firewall function allows you to decide which service or IP address are allowed to access the Disk Station and prevent uninvited connections.
- SNMP: SNMP protocol support allows you to monitor Disk Station with network management softwares.
- Auto Block: Auto block function protects your Disk Station from hostile attacks. IP address with pre-defined number of failed login attempts will be blocked and cannot access the server until manually removed from the block list by admin. The failed login attempts include connections via management UI, File Station, FTP, SSH, Telnet, rsync and mobile devices including iPhone.
- Resource Monitor: Resource monitor allows you to easily monitor Disk Station's CPU usage, memory usage, network flow and volume usage.
- Mac OS X Time Machine Support: Simply choose a destination folder on your Disk Station, and you can easily back up data of your Mac OS to the server.
- SMS Notification: By setting up SMS notification, you will be notified immediately if any critical event occurs on your Disk Station.
- Windows ADS Support Enhancements:
- Supports large size domain environment with up to 100,000 domain users and 100,000 domain groups.
- Advanced setting options help the server to join domain more easily.
- Supports user home function for domain users. When enabled, a private home folder will be created automatically upon the domain user's login.
- Supports setting up sub-folder privileges for domain user/group in File Station.
- Surveillance Station Enhancements:
- Flexible live view layout management allows you to choose from 1 channel, 2x2, 3x3, 4x4 grids, sequential rotation and other options.
- Enhanced live view and event playback allows you to digitally zoom in/out, drag and move the frame or slow/fast forward the video when the event is playing.
- 50 more camera models from 10 renowned brands are newly included in the support list, making the total 189.
- Supports MPEG-4 over RTP streaming.
- Supports SMS notification, allowing you to receive an immediate notice upon the occurrence of designated critical events.
- Camera support numbers are increased to 8 and 12 on certain 9-series models(3).
- iTunes Server Enhancements:
- Supports video files sharing for MOV, MP4 and M4V formats.
- Supports MP3 and M4A metadata indexing including composer, disc number, track number, album artwork and comment.
- Download Station Enhancements:
- Supports RSS and RapidShare download.
- For BitTorrent download, private tracker support is improved.
- For eMule download, you can create multiple download tasks by entering more than one ed2k links at once, or simply upload a text file containing multiple links. eMule protocol obfuscation is supported.
- Supports assigning the download service location to an external hard drive(4).
- An e-mail notification will be sent to admin upon a download task complete.
- Photo Station Enhancements: Added 3 new Photo Station templates and 5 more Blog banners. Thumbnails quality of newly added photos is improved.
- Web Station Enhancement: Added PHP cache option.
- File Station Enhancement: All files upload/download transfer will be recorded when File Station transfer log is enabled.
- Shared Folder Privilege Setting Enhancement: More flexible privileges setting by subdividing write-only privilege into 3 options (1) disable directory browsing (2) disable file downloading (3) disable modification of existing files. The rules apply to File Station and FTP file transfer.
- NTFS External HDD Support: Supports writing data to the NTFS formatted external hard disk.
- New DDNS Provider: Added SelfHost.de to the DDNS provider list.
- Management Enhancements:
- Supports changing the management UI ports from default 5000/5001 to any available port(5).
- Supports setting up user accounts expiration date, or disallowing certain user accounts to change password.
- UPS Setting Enhancement: You can now set up the time period before the server enters safe mode after a power failure.
- DX5/RX4 Support: DX5/RX4 are now supported on DS109+ and DS109.
- System Upgrade:
- Samba is upgraded to 3.2.8.
- Apache is upgraded to 2.2.11.
- PHP is upgraded to 5.2.10.
- MySQL is upgraded to 5.1.34.
- OpenSSH is upgraded to 4.7.
- OpenSSL is upgraded to 0.9.8k.
- PostgreSQL is upgraded to 8.3.7.
- Czech Support: Czech localization is now added to DSM 2.2, Synology Assistant, Synology Data Replicator 3, and Synology Download Redirector.
- SqueezeCenter Package Upgrade: SqueezeCenter package is upgraded to 7.3.3.
Testsystem
- Prozessor
- Intel Core 2 Duo E6850 (2x 3,0 GHz)
- Hauptplatine
- Asus P5N32-E SLI, S775, nForce 680i SLI
- Arbeitsspeicher
- 2 GB Super Talent T800UX2GC4 @ DDR2-667
- Grafikkarte
- MSI NX8800GT-T2D512E-OC, GeForce 8800 GT, 512MB
- Interne Festplatten
- Samsung HD501LJ SATAII, 500 GB
- Treiberversion LAN Chipsatz
- nForce Ethernet-Treiber v67.72
- Betriebssystem
- Microsoft Windows Vista Ultimate Service Pack 1 – 32 Bit
- Microsoft PowerShell 1.0
- Ethernet-Switch
- Hewlett-Packard HP ProCurve Switch 1400-8G
- Network Attached Storage
- QNAP TS-109 Pro II mit 1x Samsung P80SD HD080HJ SATA II, 80 GB (Firmware: 2.1.0.080624)
- QNAP TS-109 mit 1x Samsung P80SD HD080HJ SATA II, 80 GB (Firmware: 2.1.0.080624)
- QNAP TS-209 Pro II mit 2x Samsung P80SD HD080HJ SATA II, 80 GB (Firmware: 2.1.0.080624)
- QNAP TS-209 Pro mit 2x Samsung P80SD HD080HJ SATA II, 80 GB (Firmware: 2.1.0.080624)
- QNAP TS-409 Pro mit 4x Samsung P80SD HD080HJ SATA II, 80 GB (Firmware: 2.0.1.080416)
- QNAP TS-219P mit 2x Samsung HM500JI SATA II, 2,5", 500 GB (Firmware: 3.1.0 0627)
- QNAP TS-219P mit 2x Samsung HD502IJ SATA II, 3,5", 500 GB (Firmware: 3.1.0 0627)
- QNAP SS-439 Pro mit 4x Samsung HM500JI SATA II, 2,5", 500 GB (Firmware: 3.1.0 0627)
- Synology DS409slim mit 4x Samsung HM500JI SATA II, 2,5", 500 GB (Firmware: 2.1-0845)
Benchmarks
- Jumboframes
- Intel NAS Performance Toolkit
- FTP-Dateitransfer
- CIFS-Dateitransfer
- EXT3 vs. EXT4
- AES-Verschlüsselung
Da wir uns bei diesem Test dazu entschlossen haben, auf aktuellere Programmversionen, neue Festplatten und andere Einstellungen zurückzugreifen, sind die ermittelten Werte nicht mehr mit denen aus früheren Reviews vergleichbar. Um praxisnaher zu testen, kommt bei sämtlichen Tests eine MTU von 1518 Bytes zum Einsatz. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass sämtliche Komponenten in einem normalen Netzwerk Jumboframes unterstützen, ist dies die realistische Testmethode. In den vorherigen Tests wurden alle NAS-Systeme immer mit einer MTU von 9000 getestet. Zum Vergleich haben wir lediglich die Testergebnisse mit Jumboframes für sämtliche Modelle eingetragen. Aufgrund anderer Festplatten sind jedoch auch diese Werte nur bedingt miteinander zu vergleichen.
Jumboframes
Alle beim Test zum Einsatz kommenden NAS-Systeme unterstützen Jumboframes, weshalb wir auch kurz auf die Leistung mit und ohne aktivierte Jumboframes eingehen möchten. Zu beachten ist jedoch, dass Jumboframes nur dann im Netzwerk eingesetzt werden können, wenn sämtliche Komponenten, die auf das NAS-System zugreifen, eben diese unterstützen. Im Alltagsbetrieb im Heimnetzwerk ist dies nur in den seltensten Fällen gegeben, so dass die MTU in der Praxis fast immer bei 1.518 Bytes verbleiben muss. Im Test wurde die MTU einmal auf den Standardwert 1.500 (1.518 Bytes) und einmal auf den maximal möglichen Wert 9.000 gesetzt und der FTP-Dateitransfer von und zu der NAS getestet. Durch die verringerte Interrupt-Last und den minimierten Overhead sollte theoretisch die Leistung gesteigert werden können. Bei zu stark ausgelasteten Systemen, kann sich die Transferrate jedoch auch verringern.
Jumboframes: FTP
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Beim QNAP TS-219P ist dies bei der Übertragung vom NAS-Server zum Computer beispielsweise der Fall. Bei der Übertragung vom PC zum NAS-Server profitieren hingegen sämtliche Systeme von einer größeren MTU.
Intel NAS Performance Toolkit
Das NAS Performance Toolkit aus dem Hause Intel wurde speziell für Performancemessungen von Speichersystemen, insbesondere kleinen Office-NAS-Systemen entwickelt. Die rund 52 MB große Software auf Basis des Microsoft .NET Framework umfasst in der derzeit aktuellen Version 1.7, die auch mit Windows Vista offiziell kompatibel ist, insgesamt zwölf einzelne Tests, wobei der Fokus hauptsächlich auf Anwendungen mit High-Definition-Video-Inhalten gelegt wurde. Backup & Restore gehören ebenso zum Portfolio wie das einfache Kopieren von Dateien und Verzeichnissen in beide Richtungen. Tests zur Content-Erstellung sowie Zugriffsmuster eines Fotoalbums runden das Paket ab. Das NAS Performance Toolkit steht für jedermann auf der Homepage des Herstellers frei zum Download bereit [33]. Sämtliche Messungen wurden mit Standardeinstellungen vorgenommen. Um eventuelle Ausreißer in den Messwerten zu eliminieren, wurden alle Tests dreimal durchgeführt und am Ende der jeweilige Mittelwert gebildet.
Intel NAS Performance Toolkit
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Bei Intels NAS Performance Toolkit zeigt sich bereits recht deutlich, dass das Atom-System in Form des SS-439 Pro in einer anderen Liga spielt und sich mitunter recht deutlich von der Konkurrenz absetzen kann. Um den zweiten Platz streiten sich der QNAP TS-219P und Synology DS409slim, welche beim Einsatz von zwei 2,5"-Festplatten im RAID1 direkt miteinander verglichen werden können. Häufig geht der DS409slim in diesem Fall als Gewinner vom Feld. Die teils deutlichen Unterschiede beim Einsatz von 2,5- oder 3,5-Zoll-Festplatten im TS-219P können wir uns nicht erklären. Auch ein Wechsel von den bei diesem Test erstmals eingesetzten Samsung HD502IJ auf die ehemals eingesetzten Samsung HD080HJ brachte keine Veränderung. Anzumerken ist jedoch, dass diese beiden 3,5-Zoll-Festplatten von QNAP nicht offiziell unterstützt werden. Erklärlich ist uns dieser Umstand dennoch nicht.
FTP-Dateitransfer
Beim FTP-Dateitransfer-Test kommt die integrierte FTP-Funktion von Microsoft Windows zum Einsatz. Über die FTP-Befehle „put“ und „get“ lassen sich die Dateien von PC zur NAS oder umgekehrt kopieren. Die Testdatei hat eine Größe von 1.024 MB. Um eventuelle Ausreißer in den Messwerten zu eliminieren, wurden alle Tests dreimal durchgeführt und am Ende der jeweilige Mittelwert gebildet.
FTP Dateitransfer
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Beim FTP-Dateitransfer setzen sich die Ergebnisse fort. Während der DS409slim beim Schreiben etwas schneller agiert als der TS-219P, liegt dieser beim Lesen vor dem Konkurrenten aus dem Hause Synology. Mit 3,5"-Festplatten treten beim TS-219P erneut unerklärlich niedrige Datenraten auf.
CIFS-Dateitransfer
Das Common Internet File System (kurz CIFS) wird vorwiegend in Windows-basierten Netzwerken eingesetzt. Es ist eine Weiterentwicklung des SMB (Server Message Block)-Protokolls und wurde 1996 von Microsoft eingeführt. Im Unterschied zu SMB oder SMB mit NetBIOS über TCP/IP werden bei CIFS die Daten direkt über das TCP/IP-Protokoll übertragen, so dass deutlich an Overhead gespart wird. Neben der Datei- und Druckerfreigabe werden auch zusätzliche Dienste wie der Microsoft Remote Prozedur Call oder der NT-Domänendienst angeboten. Im Gegensatz zu FTP handelt es sich somit nicht um ein reines Dateiübertragungsprotokoll. Getestet wird mittels eines kleinen Microsoft-PowerShell-Skriptes, welches eine ein Gigabyte große Datei zwischen PC und NAS überträgt. Dank der integrierten Zeitfunktion kann zudem auch die Übertragungsdauer exakt ermittelt werden. Die Messwerte aus dem Diagramm ergeben sich durch die einfache Rechnung „Dateigröße geteilt durch die gemessene Zeit“. Auch bei diesem Test wurde jeder Vorgang dreimal ausgeführt.
CIFS Dateitransfer
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Auch beim CIFS-Dateitransfer liegt der SS-439 Pro wieder unangefochten an der Spitze. Beim Schreiben kann sich der DS409slim erneut leicht vor dem TS-219P platzieren, wohingegen es beim Schreiben dieses Mal umkämpfter zugeht. Gut zu sehen ist erneut, dass der DS409slim bei RAID5 im Vergleich zu RAID1 etwas an Leistung verliert.
EXT3 vs. EXT4
Da QNAP mit der neuen Firmwareversion 3.0 erstmals EXT4 als internes Dateisystem einführte, möchten wir an dieser Stelle exemplarisch anhand des SS-439 Pro einen kurzen Test präsentieren, inwiefern sich die Verwendung von EXT4 auf die Datentransferrate auswirken kann. Dabei kommt der bereits zuvor beschriebene FTP-Dateitransfer einer 1.024 MB großen Datei zum Zuge.
EXT3 vs. EXT4: FTP
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
EXT3 vs. EXT4: CIFS
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Wie von QNAP versprochen, legt die Datentransferrate bei Verwendung des EXT4-Dateisystems zu. Die angegebenen zehn Prozent werden dabei jedoch höchstens im Ausnahmefall erzielt.
AES-Verschlüsselung
Zusätzlich ermöglicht der Atom-basierte SS-439 Pro eine 256-bit AES-Verschlüsselung der Festplatten. Doch lässt sich diese in der Praxis tatsächlich nutzen oder bricht die Datentransferrate ob der zusätzlichen Berechnungen ein? Erneut muss der FTP-Dateitransfer als Vergleich herhalten, einmal mit 256-bit AES-Verschlüsselung und einmal gänzlich ohne Verschlüsselung der Datenträger.
Verschlüsselung: FTP
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Wie befürchtet bricht die Transferrate bei aktivierter Verschlüsselung deutlich ein. Für die meisten Anwender dürfte die Verschlüsselung somit keine Option sein und lediglich auf dem Papier Bedeutung haben.
Performancerating
Um die Ergebnisse aus den Benchmarks etwas übersichtlicher zu gestalten, wird auch bei Tests zu NAS-Servern in Zukunft unser Performancerating Einzug halten, das versucht alle Ergebnisse auf einen Blick zusammenzufassen. In diesem Fall beinhaltet das Performancerating die für alle Systeme einheitlich erfassten Ergebnisse aus dem FTP- und CIFS-Dateitransfer sowie aus Intels NAS Performance Toolkit. Jeder Benchmark fließt dabei gleichermaßen gewichtet in das Rating ein. Die Ergebnisse des Intel NAS Performance Toolkit werden somit zunächst ebenso gemittelt wie auch die Ergebnisse des FTP- und CIFS-Dateitransfers, ehe diese Einzelratings gleichgewichtig in das Performancerating einfließen.
Performancerating
Angaben in Prozent
|
Am Performancerating erkennt man besonders gut, dass sich der QNAP SS-439 Pro aufgrund seiner deutlich performanteren Hardware insgesamt von den anderen beiden Kontrahenten absetzen kann. Der Synology DS409slim positioniert sich in dem für ein NAS-System relevantesten Betriebsmodus mit Datensicherheit (RAID1) knapp vor dem QNAP TS-219P und fällt auch bei einem RAID5-Verbund nicht deutlich zurück. Beim TS-219P zeigt sich die sehr gute Leistung beim Einsatz von nur einer Festplatte, aber auch der nicht ausschließlich auf Messungenauigkeiten zurückzuführende Unterschied zwischen 2,5- und 3,5-Zoll-Festplatten. Der Betriebsmodus mit nur einer Festplatte ist aufgrund der nicht vorhandenen Datensicherheit bei einem NAS-Server jedoch in den aller meisten Fällen nicht zu empfehlen.
Leistungsaufnahme
Gemessen wird die Leistungsaufnahme des kompletten Systems:
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
|
Die Messung der Leistungsaufnahme liefert das vorher erwartete Bild. Die Modelle ordnen sich entsprechend ihrer Konfiguration und Komponenten in die Diagramme ein. Schön zu sehen ist, dass durch die Verwendung von 2,5"-Festplatten die Leistungsaufnahme deutlich reduziert werden kann. So liegt selbst ein System mit RAID5 aus vier 2,5"-Festplatten unter dem Verbrauch eines Systems mit RAID1 bestehend aus zwei 3,5"-Festplatten. Der SS-439 Pro verbraucht aufgrund der Atom-Basis deutlich mehr als der – dafür auch weniger performante – DS409slim. Im Standby verbraucht das Atom-NAS so fast doppelt so viel wie der DS409slim.
Lautstärke
Für die Messung der Lautstärke bedienen wir uns Voltcrafts SL100-Schallpegelmessgerät, welches den anliegenden Schalldruck in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel nach den bekannten A-Bewertungskurven ausgibt. Da die Messungen unter Nicht-Laborbedingungen in einem normalen Arbeitsraum stattfinden, können die erzielten Ergebnisse lediglich als ungefährer Anhaltspunkt dienen. Die Messungen erfolgen in einer Entfernung von lediglich 30 Zentimeter zum NAS-Server. Im Server wird stets die maximal mögliche Anzahl einsetzbarer Festplatten betrieben. Neben der Unterscheidung, ob auf die Festplatten zugegriffen wird oder nicht, wurden die Messungen sowohl mit maximaler als auch minimaler Lüfterdrehzahl durchgeführt.
Lautstärke
Angaben in Dezibel
|
Vorweg: Von der Lautstärke der drei getesteten Systeme sind wir im Praxisbetrieb angenehm überrascht. Einzige Ausnahme stellt der TS-219P beim Einsatz von 3,5"-Festplatten dar, denn in diesem Fall ist der Unterschied zu 2,5"-Festplatten subjektiv enorm. Zwar sind die Systeme bei maximaler Lüfterdrehzahl durchaus als laut zu bezeichnen, während unserer Tests schalteten die Systeme jedoch kein einziges Mal in diesen Modus. Die Ergebnisse bei maximaler Drehzahl sollten in der Praxis deshalb nur in den aller seltensten Fällen von Bedeutung sein. Im normalen Betrieb – selbst über einen ganzen Tag im Testeinsatz – verblieben sämtliche Systeme angenehm leise. Der Einsatz von 2,5"-Festplatten wirkt sich somit spürbar positiv auf die Lautstärke aus und zumindest aus diesem Gesichtspunkt sollte man 2,5"-Festplatten stets den Vorzug geben.
Beim DS409slim können die Lüfter in der aktuellen Firmware nicht manuell geregelt werden, weshalb wir nur einen Wert bei niedriger und einen bei mittlerer Drehzahl präsentieren können. Nach kurzer Dauerlast schaltet der Lüfter des DS409slim einen Gang höher, was zwar wahrnehmbar aber nicht störend ist. Fällt keine Arbeit mehr an, schaltet das System direkt wieder einen Gang runter in den langsameren Modus. In einen noch schnelleren und lauteren Modus konnten wir das System während unserer Tests nicht treiben. Synology preist den DS409slim zwar damit an, dass sich bei normalem Betrieb der Lüfter gar nicht erst einschaltet, in der Praxis konnte dieses Versprechen zumindest beim Einsatz von vier Festplatten jedoch nicht gehalten werden. Zwar schaltet sich der Lüfter nach dem Start des Systems tatsächlich aus, nach fünf Minuten hat sich das System dann jedoch so weit erwärmt, dass der Lüfter anspringt und auch nicht wieder deaktiviert wird. Diesen Modus bietet theoretisch auch QNAP über die manuellen Einstellungsmöglichkeiten der Lüfter, in der Praxis sind die hierbei für ein Deaktivieren des Lüfters einstellbaren Grenzen jedoch auch nicht zu erreichen.
Fazit
Das Fazit könnte eigentlich recht einfach sein. Wer auf ein Aluminium-Gehäuse verzichten kann, nicht auf jedes Megabyte Datentransferrate angewiesen ist, auf Extras wie Wake on LAN keinen großen Wert legt, das Gerät fast ausschließlich für das Heimnetzwerk mit wenigen Anwendern nutzt und auch noch auf den Preis achtet, sollte zum nur 350,- Euro teuren [2] DS409slim von Synology greifen, der ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis bietet. Qualitativ ist der NAS-Server trotz des Verzichtes auf ein Aluminium-Gehäuse über jeden Zweifel erhaben und überzeugt trotz seiner sehr kompakten Bauweise mit einem angenehm leisen Betriebsgeräusch. Die Temperaturen des Systems und der Festplatten liegen dabei nur zwei bis drei Grad über denen des TS-219P, der fast das doppelte Volumen aufweist. Die Anzahl an USB- und eSATA-Schnittstellen, die mit zwei bzw. einem Anschluss jeweils um einen Port geringer ausfällt als bei QNAP, dürfte für den durchschnittlichen Home-User ebenfalls vollkommen ausreichend sein.
Wer hingegen plant, einen NAS-Server auch in einem Büro mit vielen Benutzern einzusetzen, zwingend eine schnellere Datentransferrate benötigt, auf Aluminium nicht verzichten und für beides auch deutlich mehr Geld ausgeben möchte, sollte den stolze 620,- Euro teuren [15] SS-439 Pro von QNAP kaufen. Aufgrund seines großen Arbeitsspeichers hat dieser die hierfür nötigen Reserven, die dem DS409slim beim Einsatz mit vielen Benutzern fehlen. Dies trifft auch ziemlich gut die von den Herstellern angedachten Einsatzzwecke. Während Synology den DS409slim klar im Heimnetzwerk positioniert, zielt der SS-439 Pro auf die Nutzung in Büros. Für Heimanwender, die nicht nur alleine auf das NAS-System zugreifen, dieses nicht nur als Backup-Lösung einsetzen möchten, dauerhaft einen Webserver hosten möchten und insgesamt auf ein leistungsfähigeres System setzen möchten, stellt jedoch auch der SS-439 Pro eine Alternative zum DS409slim dar. Je mehr Anwendungen auf dem NAS-Server gleichzeitig von mehreren Benutzern genutzt werden sollen, umso deutlicher machen sich die Vorteile des SS-439 Pro und der größere Arbeitsspeicher des TS-219P im Vergleich zum DS409slim bemerkbar. Wie so oft kommt es deshalb eindeutig auf den Einsatzzweck des Systems an, der über den Kauf entscheiden sollte.
Ihre eigentliche Aufgabe, Daten im Netzwerk mehreren Benutzern bereitzustellen, kommen alle drei Systeme problemlos und sehr zuverlässig nach. Der SS-439 Pro erledigt dies erwartungsgemäß schneller als die leistungsschwächeren DS409slim und der TS-219P.
Doch was ist mit dem TS-219P, der zwar nur zwei Festplatten unterstützt, dafür aber sowohl 2,5- als auch 3,5-Zoll-Modelle, so dass der Benutzer im Grunde am flexibelsten bei der Wahl seiner Festplatten ist? Bei einem Preis von rund 370,- Euro [9] kommt er aus unserer Sicht in Anbetracht der Konkurrenz nur für diejenigen Käufer in Frage, die zunächst schon in ihrem Besitz befindliche 3,5-Zoll-Festplatten einsetzen möchten, später aber unweigerlich den Umstieg auf 2,5-Zoll-Modelle vollziehen möchten. Die Vorteile von 2,5-Zoll-Festplatten im NAS-Server überwiegen aus unserer Sicht klar die durch das hybride Design gewonnene Flexibilität. Allen, die sich zum NAS-Server auch neue Festplatten anschaffen oder bereits über 2,5"-Platten verfügen und das System nicht im massiven Mehrbenutzer-Betrieb mit unzähligen Anwendungen betreiben möchten, raten wir deshalb statt zum TS-219P zum DS409slim. Selbst wenn hier anfänglich auch nur zwei Festplatten eingesetzt werden, behält man sich für die Zukunft die Option offen, bis zu vier 2,5-Zoll-Festplatten einzusetzen. Dass Synology sich trotz der vermeintlich schlechteren Leistungsdaten in Form des mit 128 MB deutlich kleineren Arbeitsspeichers (TS-219P: 512 MB) und ansonsten fast identischer Hardware meist gegenüber dem TS-219P behauptet, zeigt auch, dass Synology die Hardware etwas besser ausnutzt als QNAP. Erst beim Einsatz vieler Anwendungen und dem gleichzeitigen Zugriff auf diese, kann der TS-219P von seinem größeren Speicher profitieren. Das sehr kompakte Platinendesign des DS409slim weiß darüber hinaus zu überzeugen. Statt vorhandene Modelle durch immer weitere Änderungen in den Konfigurationen aufzufrischen, würden wir uns von QNAP wirklich neue Modelle wünschen, wie sie mit der x39-Serie auf Atom-Basis geschaffen wurden. Ein SS-219 und SS-419 in einem deutlich kleineren Formfaktor auf ARM-Basis wären aus unserer Sicht Produkte, die den Endkunden im Heimbereich eher ansprechen würden als ein TS-219P. Auch wenn der TS-219P für sich genommen zwar eine grundsolide und gute Leistung abliefert und sich erneut als stabile Plattform erweist, an der es im Grunde nichts zu bemängeln gibt, ist mit ihm nur ein erster Schritt in Richtung 2,5-Zoll-Festplatten für Home-User getan. Wir sind deshalb auf den nächsten Schritt von QNAP in diese Richtung gespannt und gehen davon aus, dass QNAP bereits an entsprechenden Modellen arbeitet.
In Sachen Software und Firmware ist man sowohl bei Synology als auch QNAP stets auf der sicheren Seite. Je nach persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben wird einem dabei das eine System mehr zusagen als das andere. Von den grundlegenden Funktionen unterscheiden sich beide Hersteller jedoch kaum und sind stets bemüht zum Konkurrenten aufzuschließen. Die Photo Station 3 mit ihrer Video-Unterstützung hat uns bei Synology jedoch besser gefallen und unterstützt mehr Formate als QNAPs Multimedia Station. Auch die mitgelieferten Desktop-Anwendungen wirken etwas moderner. Mit zusätzlichen USB-Lautsprechern, Internet-Radio über die Audio Station und einer separat käuflichen Fernbedienung (Synology Remote [34]) kann der DS409slim gar in ein Internet-Radio verwandelt werden oder Musik von MP3-Playern wiedergeben. Der QNAP Finder bietet hingegen deutlich mehr Funktionen als der Synology Assistant und die zahlreicheren QPKG-Softwarepakete ermöglichen eine bequemere Erweiterung der Funktionen als bei Synology.
Insofern ist es wohl auch eine kleine Glaubensfrage, ob man als Käufer seine Gunst Synology oder QNAP gibt – ähnlich wie bei AMD und Intel, Nvidia und ATi oder Xbox 360 und PlayStation 3. Auf eine Community, die bereit ist, diese Glaubensfrage zu erörtern, müssen sowohl QNAP als auch Synology nicht verzichten. QNAP erfreut sich weiterhin einer wachsenden, aufgrund eines internationalen Netzwerks leicht im Vorteil liegenden, offiziellen Community [35], die in Deutschland durch ein deutsches 3rd-Party Forum [36] offiziell unterstützt wird, und auch Synology verfügt über eine entsprechende Kommunikationsplattform [37], für die in Deutschland ein eigenes Forum [38] bereitgestellt wird.
Update: (28.07.2009, 14:00 Uhr)
Wie wir soeben erfahren haben, wird QNAP den Preis des SS-439 Pro zum 1. August 2009 deutlich senken. So soll der SS-439 Pro ab diesem Zeitpunkt nur noch 469,- Euro (UVP) kosten. Die Preissenkung von über 150 Euro, wobei der Handel den UVP theoretisch noch weiter unterbieten könnte, würfelt obiges Fazit natürlich gehörig durcheinander und macht die Anschaffung des SS-439 Pro auch für Endkunden im Heimnetzwerk deutlich attraktiver.












