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Test: MSI Wind im Alltag

von Sasan Abdi

Vorwort

Es gibt in jeder Branche je Dekade nur einige wenige Ideen, die wirklich bahnbrechend sind. Genau diese sind es, die in einem umkämpften Markt das Überleben eines Unternehmens langfristig sichern können. Beste Beispiele für eine solche Entwicklung sind der Konsolen-Hersteller Nintendo sowie der Lifestyle-Konzern Apple, die aufgrund fehlender Ideen bereits mehr oder weniger vor dem Ausverkauf standen, heute aber dank einer mutigen Produktentwicklung zu den großen Spielern auf ihrem jeweiligen Gebiet gehören.

Vor ziemlich genau einem Jahr [1] war es der Hersteller Asus, der mit dem EeePC ein Mini-Notebook lancierte, das sich nicht nur in kürzester Zeit zum Verkaufsschlager entwickeln [2], sondern überdies die Produktentwicklung einer ganzen Branche maßgeblich verändern sollte. Denn mit Blick auf den überraschenden Erfolg, den Asus mit seiner ungewöhnlichen Strategie verbuchen konnte, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Konkurrenz mit vergleichbaren Modellen auf Kundenfang gehen würde. So verwundert es nicht, dass sich mit Angeboten von Unternehmen wie MSI, Dell, Acer oder auch Medion (um nur einige zu nennen) innerhalb eines Jahres ein vergleichsweise ausdifferenzierter Netbook-Markt entwickelt hat. Auf der Computex in Taipeh war der Intel-Stand voll von derartigen Lösungen.

MSI Wind
MSI Wind

Der Ansatz, der dabei verfolgt wird, ist mit einem Wort präzise zu beschreiben: Simplizität. Da davon auszugehen ist, dass der Großteil der potentiellen Notebook-Käufer weder zu den Power-Gamern, noch den professionellen Cuttern, noch den Grafikdesignern zu zählen ist, sind die theoretischen Anforderungen an einen mobilen PC denkbar einfach zu formulieren: Die alltäglichen Anwendungen wie Büro-, E-Mail- und Browser-Programme sollten möglichst flüssig laufen und auch die Nutzung von Kommunikationsplattformen à la Skype/MSN/ICQ/AIM und Co. sollte keinerlei technische Probleme bereiten. Darüber hinaus müssen alle konventionellen Anschlüsse verbaut sein, wobei der letzte Punkt, die Optik, für das Gros der potentiellen Käufer wichtiger sein dürfte als die ausreichende und sinnvoll verteilte Platzierung von USB-Anschlüssen.

Dass die gängigen Netbooks all' diese Funktionalitäten zumindest auf dem Papier liefern, darf beinahe als ausgemacht gelten. Doch wie sieht es mit der Benutzerfreundlichkeit aus? Fällt sie im Vergleich zu dem Komfort eines konventionellen Notebooks ähnlich aus? Oder muss man, ganz im Gegenteil, aufgrund der kleinen Dimension der Geräte herbe Einschränkung der „Usability“ hinnehmen?

Mit dem MSI Wind U100 haben wir uns zwar einen der größeren Vertreter des blutjungen Netbook-Segments ins Haus geholt, doch konnte man auch bei diesem vergleichsweise komfortablen Gerät gespannt darauf sein, wie sich die Verwendung im Alltag gestaltet. Aus diesem Grund liefert dieser Test neben generellen Informationen auch einige Anhaltspunkte zur konkreten Anwendung des Gerätes.

Diverses

Lieferumfang

Allein die Größe des Verpackungsmaterials spricht Bände: Wer einen riesigen Karton samt jeder Menge Styropor erwartet und sich schon Sorgen machte, wo das Ganze hinterher verstaut werden könnte, kann erleichtert aufatmen. Denn stattdessen kommt das Wind in einem rund 22 x 28 x 8 cm (L x B x H) messenden Päckchen daher, das neben dem Gerät überdies eine passende Tasche, das Netzkabel, Treiber-CDs sowie ein Handbuch beinhaltet. Besonders löblich: Das vorinstallierte Windows XP wird beim ersten Start erstmalig ausgeführt, wobei sogleich ins Auge springt, dass man bei MSI auf die exzessive Installation von Dritt-Software weitgehend verzichtet hat. Eine Ausnahme bildete im Rahmen unseres Tests eine 60-Tage-Trial-Version von Office 2007 sowie die nicht zwingend notwendige MSI-System-Software.

Ausstattung

Das MSI Wind hat auf dem Papier bei einem moderaten Preis von rund 400 Euro Einiges zu bieten. Dies beginnt entsprechend des Anspruchs auf Mobilität schon bei den Maßen beziehungsweise beim Gewicht: Mit rund 1,3 Kilogramm (inklusive 6-Zellen-Akku) bei einer Abmessung von 26 x 18 cm und einer Höhe von etwas mehr als 20 mm gestaltet sich das Gerät erwartungsgemäß kompakt. Das verbaute und 10,2-Zoll kleine Matt-Display stellt maximal 1024x600 Pixel dar, was in Anbetracht der Größe zunächst einmal ausreichend erscheint.

Im Inneren des Wind werkeln ein energieeffizienter Intel Atom N270 mit 1,60 GHz sowie 1 GByte Arbeitsspeicher (DDR2 @ 667MHz) und eine 160 GByte große 2,5-Zoll-Festplatte (5400 U/Min) von Western Digital. In Sachen W-LAN-Verbindung kann auf eine 802.11b/g-Lösung zurückgegriffen werden. Überdies bietet sich eine lokale Verbindung, beispielsweise an ein Handy, via integriertem Bluetooth an. Abgerundet wird die Kommunikationsfähigkeit des Wind von einer 1,3-Megapixel-Webcam, die zentriert über dem Display zu finden ist, sowie von einem ebenfalls integrierten Mikrofon, das die Möglichkeit zur Videokommunikation komplettiert.

MSI Wind U100: Seitenansicht (links)
MSI Wind U100: Seitenansicht (links)

Grafik-Enthusiasten kommen beim MSI-Netbook erwartungsgemäß nicht auf ihre Kosten. Statt über einen leistungsstarken separaten Grafikchip visualisiert das Wind wenig überraschend und sinnvollerweise über eine Intel-Onboardlösung (GMA 950), wodurch das mobile Spielen auf wenige (alte) Titel reduziert wird. Dafür bleibt in Sachen Anschlüsse kein Wunsch unerfüllt. Neben einem VGA-Anschluss bietet das Wind an der rechten Seite überdies Soundeingänge und einen USB-Anschluss. Außerdem finden sich hier der 4-in-1-Kartenleser (SD, MMC, MS, MS-Pro) sowie der LAN-Port. Die andere Seite bietet zwei weitere USB-Anschlüsse sowie die Buchse für das Stromkabel, was bedeutet, dass sowohl die hintere als auch die vordere Seite ohne Anschlüsse auskommen, was der Optik sehr zuträglich ist (siehe Bild oben und unten, wobei es sich hierbei um Produktfotos ohne 6-Zellen-Akku handelt).

MSI Wind U100: Seitenansicht (links)
MSI Wind U100: Seitenansicht (links)

In Sachen Energieversorgung kommt im Wind wahlweise ein 3- oder 6-Zellen-Akku zum Einsatz. Unser Alltagstest fand mit der 6-Zellen-Variante statt, was einerseits natürlich erhöhte Laufzeiten (siehe Abschnitt „Leistung“), andererseits aber auch Einschnitte in der Optik mit sich brachte (siehe Abschnitt „Optik & Verarbeitung“).

Optik & Verarbeitung

Das MSI Wind U100 gestaltet sich alles in allem als ein ansehnliches Exemplar aus dem Netbook-Segment. In der für diesen Test vorliegenden weißen Ausführung wirkt das Gerät auch ob der abgerundeten Ecken einem subjektiven Gefühl nach sehr feminin. Die Unterseite wirkt dagegen bei näherer Betrachtung ziemlich klobig und weniger schön. Aufgrund des nach unten herausragenden, an der hinteren Seite befindlichen Akkus lässt sich bei unserem Modell an der höchsten Stelle eine Höhe von circa 3,7 cm messen, was natürlich deutlich über der Höhe mit abmontiertem Akku liegt (diese liegt, wie erwähnt, bei rund 20 mm). Da die im vorderen, unteren Teil angebrachten Gummifüße deutlich flacher ausfallen als der herausragende Akku, entsteht überdies ein wahrnehmbares Gefälle (siehe Bild unten). Das Mehr an Laufzeit, das durch den Einsatz des 6-Zellen-Akkus erreicht wird, hat im Falle des Wind somit optisch erwartungsgemäß weitaus stärkere Einflüsse, als es bei einem konventionellen Notebook der Fall wäre.

Aufgrund des 6-Zellen-Akkus hebt das Wind ab
Aufgrund des 6-Zellen-Akkus hebt das Wind ab

Die Verarbeitung lässt allerdings kaum Raum für größere Beanstandungen. Das Gehäuse schließt bündig und das Plastik-Case wirkt insgesamt recht solide. Die Visualisierung des Systemzustandes erfolgt neben einer softwareseitigen Darstellung über das Display zudem über acht an der Vorderseite befindliche LEDs. Die Schaniere zur Befestigung des Displays gehen fast schon ein wenig zu flüssig und wirken entgegen der restlichen Architektur weniger stabil. Aus diesem Grund sollte davon abgesehen werden, das Gerät am Display durch die Gegend zu tragen. Die mäßige Widerstandskraft der Schaniere schlägt sich auch darin nieder, dass das Display nicht bombenfest sitzt, sondern mögliche Schwingungen des Untergrundes aufnimmt. Überdies könnte man pingelig monieren, dass die Tastatur bei geschlossenem Deckel an der Seite sichtbar ist (siehe Bild unten), was sicher auf praktische Ursachen zurückzuführen, optisch allerdings nicht einwandfrei ist.

Auffallender Schlitz in geschlossenem Zustand
Auffallender Schlitz in geschlossenem Zustand

Trotz dieser Kritikpunkte liefert MSI in Sachen Optik und Verarbeitung ein ordentliches Produkt ab.

Leistung

Mit der genannten Ausstattung bewegt sich das MSI Wind mit Blick auf die potentiell mögliche Leistung sowie den Preis in etwa im Bereich günstiger 15-Zoll-Notebooks. Der große Unterschied ist also tatsächlich im anzunehmenden Mehr an Mobilität zu finden. Doch wie schaut es tatsächlich mit der Leistung aus? Da es sich bei diesem Test primär um einen Alltagscheck handelt, verfügt das Wind über keinerlei Konkurrenten, mit dem es sich sinnvoll messen ließe. Dennoch wollen wir an dieser Stelle ein paar relevante Hinweise geben.

Als erstes wurde das Wind U100 mit PC Mark 05 malträtiert. Auch wenn die Anwendung prinzipiell aufgrund der Nicht-Standard-Auflösung Probleme bereiten kann, war es möglich, die Tests ohne Komplikationen durchlaufen zu lassen. Hier konnten im Netzmodus ziemlich exakt 1500 Punkte erreicht werden, was im Vergleich zum direkten Konkurrenten von Asus, dem Eee PC 1000H, ein Unentschieden bedeutet. Die Leistung variiert ohne eingestecktes Netzkabel kaum, was bedeutet, dass der Nutzer auch unterwegs auf den Großteil der möglichen Performance Zugriff hat. Der folgende Screenshot liefert außerdem Hinweise darauf, dass sich die verbaute 160 GByte Festplatte von Western Digital recht gut schlägt.

Wind-Ergebnis - HD Tune
Wind-Ergebnis - HD Tune

Weiterhin von Interesse ist die Temperaturaufnahme der Komponenten. Um hier ein paar Richtwerte zu erhalten, wurde direkt nach dem Durchlauf von PC Mark 05 das kleine Tool HW Monitor bemüht.

Wind-Ergebnis - HW Monitor
Wind-Ergebnis - HW Monitor

Zwar liegen die Werte allesamt in annehmbaren Bereichen, doch muss vermerkt werden, dass damit einher auch der Lüfter deutlich zu hören war, was sich auch im Alltag nochmal bemerkbar machen sollte (siehe Abschnitt „VGA-Ausgabe & Präsentieren“).

Für die tatsächliche Tauglichkeit im mobilen Alltag spielt natürlich auch die Akkulaufzeit eine wichtige Rolle. Um gleiche Voraussetzungen zu gewährleisten, wurden die Laufzeiten stets von den folgenden Einstellungen ausgehend ermittelt:

Zur Ermittlung der Akku-Laufzeit kam das Tool Battery Eater 05 Pro in der Version 2.70 zum Einsatz. Dieses reizt in einem klassischen Test die Performance des Testgerätes aus und deaktiviert dabei alle Stromsparoptionen. Da der Standard-Nutzer sein Gerät kaum durchgängig komplett auslastet, sei darauf hingewiesen, dass das „Classic“-Ergebnis somit Aufschluss darüber liefert, wie lange das mobile Gerät unter überdurchschnittlich fordernden Bedingungen durchhält. Überdies bietet die Anwendung die Möglichkeit, einen „Idle“-Test durchzuführen. Da die tatsächliche Akkuleistung je nach Benutzerverhalten variiert, kann der Mittelwert aus beiden Testmethoden als guter Richtwert dafür herhalten, wie lange man mit dem Wind unterwegs tatsächlich arbeiten kann. Neben den Ergebnissen aus den soeben beschriebenen Messungen bietet die folgende Tabelle außerdem Einblick in die Laufzeit unter aktivierter Mobilitätsoptimierung. Über die Tastenkombination Fn + F10 taktet das MSI Wind U100 im Bios 1.07 und älter nämlich auf 800 MHz herunter und soll damit eine nochmals erweiterte Akkulaufzeit bieten.

System-Modus Bench-Modus Laufzeit (in Min.)
Normal Classic 195
Normal Idle 297
Mobilitätsopt. Classic 221
Mobilitätsopt. Idle 304

Wie die Ergebnisse zeigen, macht sich die Verwendung des 6-Zellen-Akkus mit 4400 mAh offensichtlich deutlich bemerkbar. Während mit der 3-Zellen-Variante rund zweieinhalb Stunden Laufzeit möglich sind, waren im Ideal unter Verwendung des großen Akkus knapp fünf Stunden möglich. Da die tatsächliche tägliche Nutzung aller Erwartung nach belastender ausfällt als im „Idle“-Modus von Battery Eater, ist das Ergebnis dann aber doch nicht ganz so überragend. So ist davon auszugehen, dass man das Wind effektiv um die vier Stunden nutzen kann, wobei die Verwendung des mobilitätsoptimierten Modus' mit herunter getakteter CPU keinen allzu großen Unterschied macht.

In den aktuelleren Bios-Versionen (1.08 & 1.09) bietet das Wind im Netzmodus übrigens die Möglichkeit, über die besagte Tastenkombination eine Übertaktung vorzunehmen. Nach dem Update kann zunächst im Bios unter dem Reiter DOC zwischen 8, 15 und 24 Prozent Overclock ausgewählt werden, sodass das Gerät theoretisch mit nahezu 2 GHz betrieben werden kann. Dabei empfiehlt es sich, langsam vorzugehen und auf die Stabilität und Wärmeentwicklung zu achten. Neben dem Bios kann die Geschwindigkeit auch über Fn + F10 geändert werden – der Status der CPU wird in diesem Fall über die Farbe der Haupt-LED visualisiert.

Wind im Alltag

Das für diesen Test vorliegende MSI Wind verfügt über ein vorinstalliertes Windows XP Home mit ULCPC-Lizenz. Da das Service Pack 3 standardmäßig integriert ist, fallen nur einige wenige dringliche Windows-Updates an. Sofern man kein Purist ist und gleich mit der gegebenen Installation weiterarbeitet, ist das erste Setup – je nach Anzahl der zu installierenden Programme – in gut einer Stunde beendet. Damit gestaltet sich das Wind als anwenderfreundlich.

Doch wie macht es sich tatsächlich im Alltag? Um dies herausfinden zu können, wurde ein aktuelles, konventionelles 14-Zoll-Notebook für eine Woche konsequent gegen das Netbook von MSI eingetauscht.

Mobilität

In Sachen Mobilität hat das Wind im Vergleich mit unserem 14-Zoll-Notebook natürlich klar die Nase vorn. Was schon theoretisch aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit einleuchtet, machte sich im Rahmen des Tests auch ganz praktisch angenehm bemerkbar. Auch wenn das Wind mit seinen 1,3 Kilogramm unter den Netbooks eher ein Schwergewicht darstellt, so macht sich der Unterschied von rund einem Kilogramm zu dem besagten Standard-Notebook doch deutlich bemerkbar. Neben dem Gewicht ist dies auch auf die kleinen Maße des Gerätes zurück zu finden, wobei die durch den 6-Zellen-Akku bedingte tatsächliche Höhe (siehe Abschnitt „Ausstattung“) das zunächst empfundene Gefühl absoluter Agilität zumindest visuell leicht einschränkt.

Dennoch verdient das Wind ohne weiteres das Prädikat „portabel“. Dies bezieht sich sowohl auf das Herumtragen mit den Händen, als auch in einem Rucksack oder in einer Tasche. In letzterem Fall lässt sich sogar sagen, dass eine extra Notebooktasche dank der kleinen Dimension eigentlich unnötig wird. Und wer ohnehin schon immer mit Platzproblemen zu kämpfen hat, wird das Wind als wahren Segen empfinden.

Surfen & Lesen

Was für die Portabilität ein Segen, ist für die konkrete Anwendung in Teilen ein Fluch. Denn bei längeren Arbeiten am Wind macht sich die klein-dimensionierte Verarbeitungsmethode durchaus negativ bemerkbar. Dies ist vor allem auch auf die Auflösung von 1024x600 zurückzuführen. Mutet sie auf dem Papier mit Blick auf das 10-Zoll-Display noch als ausreichend an, so bemerkt man in der Praxis doch recht schnell, dass häufig der eigentlich notwendige Platz für ein komfortables Arbeiten fehlt. Dies stellt besonders in Verbindung mit dem Touchpad des Wind ein nennenswertes Manko dar: Da dieses mit 4 x 5 cm (H x B) recht klein ausfällt, man aufgrund der Auflösung beim Surfen oder E-Mail-Abrufen aber ständig scrollen muss und die Maustasten überdies auch noch recht schwerfällig gehen, wird dieses Tätigkeitsfeld schnell zum echten Training für die Hände. Ein wenig Abhilfe kann hier durch den Verzicht auf sämtliche nicht zwingend notwendigen Leisten – zum Beispiel im Browser, in der Office-Suite aber auch in Windows (Stichwort: Taskleiste) – erwirkt werden.

MSI Wind Touchpad
MSI Wind Touchpad

Neben dieser akrobatischen Leistung ist auch beim Lesen großes Fingerspitzengefühl von Nöten. Abgesehen davon, dass das Lesen von längeren Texten unter der besagten Auflösungen keinen Augenschmaus darstellt, ist auch in diesem Fall ein häufiges Scrollen notwendig, sodass sich das Wind an dieser Stelle als Vertreter aus dem Netbook-Segment keinesfalls als ideales Werkzeug entpuppt.

Schreiben

Ob beim Surfen, E-Mailen, Chatten oder Arbeiten: Die maßgebliche Aktivität, der an einem portablen Rechenknecht nachgegangen wird, ist das Schreiben. Insofern spielt der Komfort, den man dabei nicht zuletzt aufgrund der Größe der zur Verfügung stehenden Tastatur erfährt, eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund wurde im Rahmen dieses Tests der E-Mail-Client auf das Wind verlegt. Überdies wurden alle anfallenden Texte auf dem Gerät geschrieben.

Das Layout der Wind-Tastatur ist als konventionell und somit gut gebräuchlich zu bezeichnen. Der wohl größte und damit gewöhnungsbedürftigste Unterschied zu dem Layout von vielen anderen Notebooks ist in der Position der linken Fn-Taste zu finden; diese liegt am äußersten, unteren Ende, wo unbedarfte Benutzer in der Regel STRG vermuten. Ferner positiv zu vermerken ist das Schreibgefühl auf dem Wind: Die Tasten werden moderate 3 mm eingedrückt, während ein kaum wahrnehmbares Geräusch entsteht. Die mögliche Schreibgeschwindigkeit ist, sofern man an die Position der STRG-Taste gewöhnt ist, recht hoch, wobei größere Hände aufgrund der Abmessung der Tastatur (14 x 26, H x B) gerade bei Verwendung der 10-Finger-Technik einige Schwierigkeiten haben dürften.

Für das Schreiben von kürzeren, alltäglichen Texten ist das Wind also alles in allem ordentlich ausgestattet. Wer längere Schriftstücke anfertigen will, sollte aber vor allem auch mit Blick auf die eingeschränkte Sicht und das häufig notwendige Scrollen auf die Ausgabe auf einem Monitor und den Anschluss einer USB-Tastatur setzen.

VGA-Ausgabe & Präsentieren

Wer abseits der mobilen Nutzung auch am heimischen Schreibtisch am Wind arbeiten möchte, dürfte sich früher oder später versucht fühlen, aus Komfortgründen einen externen Monitor hinzu zu ziehen. Dieser lässt sich dank des robusten VGA-Ausgangs schnell und ohne Festschrauben oder Wackelkontakte anschließen. In unserem Test ließen wir das Wind mit einem 22-Zoll Samsung SyncMaster T220 arbeiten. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: In der höchsten nativen Auflösung des T220 (1680x1050) machte das MSI-Netbook eine gute Figur.

Abgesehen davon testeten wir auch die Möglichkeit, mit dem Wind etwas zu präsentieren. An einen etwas älteren Beamer angeschlossen, war auf der maximalen Auflösung des Gerätes von 1024x786 nach einiger Feinjustierung die Projektion eines brauchbaren Bildes möglich. Das Wind eignet sich prinzipiell also durchaus für derlei Zwecke. Dabei fiel aber auf, dass der Lüfter alles in allem doch recht laut arbeitet, was in diesem Fall zwar von dem noch lauteren Beamer übertönt wurde, bei professionelleren Präsentationen im kleinen Kreis mit State-Of-The-Art-Projektoren jedoch unangenehm auffallen könnte. Dieser Umstand fußt jedoch auf einer subjektiven Wahrnehmung, die an dieser Stelle nicht mit konkreten dB-Zahlen belegt werden kann.

Spielen

Dass das MSI Wind nicht zum Spielen konzipiert wurde, steht außer Frage. Dennoch könnte sich der eine oder andere potentielle Käufer fragen, ob ältere Titel auf dem Gerät lauffähig sind. Aus diesem Grund haben wir das gute alte „Day of Defeat Classic“ bemüht, wobei das Ergebnis wenig überraschend ausfällt: Wer niedrige Auflösungen bei alten Spielen in Kauf nimmt, könnte mit dem Wind spieletechnisch klarkommen. Empfehlenswert wäre dabei, auf alte Strategie-Titel (z.B. Age of Empire 2) zurückzugreifen, da First-Person-Shooter erwartungsgemäß mehr schlecht als recht laufen. Das besagte DoD ließ sich in einer Auflösung von 800x600 mit rund 15 Bildern pro Sekunde spielen – kein Spaß, erst recht nicht auf dem angeschlossenen 22-Zoll-Bildschirm.

Fazit

Eines steht fest: Das Wind U100 gehört unter den Netbooks definitiv zur Oberklasse. Dies lässt sich zunächst einmal am Preis fest machen: Mit 400 Euro (UVP) ist das Gerät in etwa so teuer wie ein tiefpreisiges 15-Zoll-Notebook. Dafür erhält man aber auch eine ordentliche Ausstattung: Neben der stromsparenden, aktuellen CPU verbaut MSI in Sachen Hardware bzw. Anschlüssen alles, was der mobilitätsliebende Benutzer brauchen könnte. Dies spiegelt sich auch in der Leistung wieder, wo es keinerlei Beanstandungen zu machen gibt. Mit rund 1500 Punkten im PC Mark 05, einer angemessenen Temperaturentwicklung und Festplatte sowie einer guten, aber nicht hervorragenden Laufzeit gibt es am U100 nichts auszusetzen.

Insofern wären wir voll des Lobes, wenn unser Test an dieser Stelle geendet hätte. Doch sind wir explizit einen Schritt weiter gegangen, um zu ergründen, wie sich Netbooks – hier anhand eines prominenten Stellvertreters – im Alltag tatsächlich schlagen. Denn was bei der Jagd nach möglichst kleiner, schneller Technik gerne ausgeblendet wird, ist der Grad der Benutzerfreundlichkeit, der, so eine gewagte, aus diesem Test generierte Feststellung, parallel zur abnehmenden Größe der Geräte ebenfalls zu leiden droht. Dabei handelt es sich um eine schwierige Situation: Zum Einen müssen portable Geräte – das Adjektiv suggeriert es – möglichst leicht und klein-dimensioniert sein. Doch will man die Geräte zum Anderen nicht bloß durch die Gegend tragen, sondern auch mit höchstmöglichem Komfort daran arbeiten.

MSI Wind
MSI Wind

Und hier, so lässt sich nach einer intensiven Woche mit dem Wind feststellen, liegt die Krux verborgen. Denn wie dem Abschnitt „Wind im Alltag“ zu entnehmen ist, ist der Komfort eben nicht ohne weiteres gegeben. Dies hat eine einleuchtende Ursache: Natürlich sind Netbooks kleiner als herkömmliche Notebooks. Und auf entsprechend engem Raum finden sich Tastatur und Touchpad, wobei letzteres beim Wind definitiv ein wenig größer hätte ausfallen können. Eine zweite, weniger auf der Hand liegende Ursache ist im Preis zu finden. Da Netbooks dem Prinzip nach günstiger sein müssen als ihre großen Geschwister, diese aber gerade in diesem Jahr einen rapiden Preisverfall erleben, wird eben doch an mancher Stelle gespart. Da hochauflösende Displays den Preis des Endprodukts unweigerlich in die Höhe treiben, bietet das Gros der Netbooks ein im wahrsten Sinne des Worts ähnliches Bild wie das Wind.

Natürlich ist die Entscheidung für ein Netbook trotz oder gerade wegen dieser Bedenken eine individuelle Sache. Wer ab und an ein paar Texte oder E-Mails schreiben, sich über ein IM-Programm austauschen oder alte PC-Titel spielen möchte, ist mit dem Wind U100 sowie – sofern technisch tatsächlich ebenbürtig – seinen Pendants hervorragend bedient. In dieser Hinsicht wäre das Gerät dann wahrscheinlich eher als Zusatz zu einem stationären PC oder einem Notebook eine ideale Ergänzung. Doch auch wer häufiger, länger und/oder gar ausschließlich an einem Netbook arbeiten möchte, ist nicht unbedingt aufgeschmissen. In diesem Fall gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder werden die durch die Auflösungen entstehenden Einschränkungen hingenommen bzw. durch den häufigen Einsatz von externer Peripherie (Tastatur, Maus, Monitor) kompensiert, oder es wird ein aktuell in der Regel teureres Netbook erworben, das eine höhere Auflösung bietet. Ob sich der in letzterem Fall zu erwartende Preisaufschlag mit Blick auf die derzeit äußerst günstigen konventionellen Notebooks lohnt, ist eine andere Frage.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/news/hardware/komplettsysteme/notebooks/2007/oktober/asus_eeepc_deutschland/
  2. http://www.computerbase.de/news/hardware/komplettsysteme/notebooks/2007/dezember/eeepc_asus_plaene/
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