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Test: Sony Vaio P

von Jirko Alex

Einleitung

Sony hat auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas ein sehr spezielles Gerät vorgestellt: das Sony Vaio P. Der Kleinstrechner platziert sein dünnes Heck in einem Marktsegment, das eigentlich zum Jagdrevier der Netbooks gehört. Netbooks, das sind in der Regel Sub-Subnotebooks, die nicht viel mehr können sollen als Texte zu verarbeiten, im Internet zu surfen und vielleicht auch Filme auf der Reise darzustellen. Hightech gehört nicht zum Anspruch eines Netbooks, ein hoher Preis allerdings auch nicht, was die Geräte zurecht zu den Gewinnern des letzten und wohl auch dieses Jahres macht. Beide Eigenheiten – also hochwertige Technik und einen ebenso hochtrabenden Preis von mindestens 999 Euro [1] – vereint jedoch Sonys Vaio P auf sich. Eine Rechnung, die aufgeht?

Das neue Sony Vaio P ist in vielerlei Hinsicht besonders, wenngleich beinahe alles vom Display des kleinen PCs ausgeht. Dieses misst nämlich nur acht Zoll im Breitbildformat. Und Breitbildformat heißt in diesem Fall: wirklich breit! Das Seitenverhältnis beträgt 2,083:1 – das Display ist also mehr als doppelt so breit wie hoch. Dass bei einem derartigen Seitenverhältnis eine ebenfalls ungewöhnliche Auflösung verwendet wird, überrascht nicht. Wohl aber, dass diese satte 1.600 Bildpunkte in der Breite und 768 Pixel in der Höhe misst. Zum Vergleich: Gängige 15,4"-Notebooks der Mittelklasse setzen auf eine native Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten. Diese Displays sind fast vier Mal so groß wie das des Vaio P, bieten aber eine geringere Auflösung!

Sony Vaio P aufgeklappt
Sony Vaio P aufgeklappt

Auswirkungen hat das Display auch auf Aspekte des Vaio P, die nicht mit der Bildwiedergabe zusammenhängen. So ist aufgrund der geringen Gerätehöhe kein Platz mehr für ein Trackpad, weshalb lediglich ein Trackpoint mittig in der Tastatur positioniert wurde. Auch die Tastatur musste sich den äußeren Abmaßen unterwerfen, weshalb nicht alle Tasten ihre gewohnte Größe und Position aufweisen. Ob es sich trotz dieser Einschränkungen noch gut arbeiten lässt, muss sich also zeigen.

Ebenso interessant ist, wie gut der verbaute Atom-Prozessor von Intel mit Windows Vista zurecht kommt und die hohe Auflösung flüssig packt. Es bringt schließlich recht wenig, quasi alles beim Vaio P vom Bildschirm abhängig zu machen, wenn dabei ein sinnvoller Einsatz unmöglich wird.

Nur weil etwas besonders ist, muss es nicht auch gut sein. Die folgenden Seiten werden zeigen, wo das Besondere und wo das Gute – und weniger Gute – im Vaio P liegt.

Detailbetrachtung

Innere Werte

Im Inneren des Sony Vaio P sorgt ein 1,33 GHz schneller Atom-Prozessor von Intel nebst des ebenfalls aus diesem Hause stammenden Graphics Media Accelerator 500 für die Rechenkraft. Diese Ausstattung liegt unterhalb derer vieler anderer Netbooks, die oft auf den leistungsstärkeren Intel Atom N270 sowie Intels GMA 950 setzen. Der Speicherausbau fällt mit zwei Gigabyte hingegen vergleichsweise gut aus, wenngleich dies für Windows Vista auch bitter nötig sein dürfte. In der Standardkonfiguration kommt zudem eine 60-GB-HDD mit 4.200 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Alternativ sind auch SSDs mit einer maximalen Kapazität von 128 GByte lieferbar.

Der Standardakku des Sony Vaio P hat ein Ladungsspeichervermögen von 2.100 mAh und soll – so Sony – bis zu vier Stunden im normalen Betrieb durchhalten. Ein stärkerer Akkumulator für den Lifestyle-PC soll die mobile Arbeitszeit auf acht Stunden verlängern.

Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über die Ausstattung des uns zur Verfügung gestellten Prototyps. Nicht alle Funktionen funktionierten bei unserem Vorserienmodell! So ließen sich die WWAN- und WLAN-Funktionalitäten nicht nutzen.

Äußere Werte

Das Vaio P von Sony ist klein – sehr klein. Mit einer Gesamtbreite von 25 Zentimetern, einer Tiefe von 12 Zentimetern und einer Höhe von knapp unter 20 Millimetern gehört es gewiss zur kleinsten Sorte Hightech-Spielzeug, die man sich vorstellen kann. Ungewöhnlich ist dabei vor allem die Form: Das Gerät ist doppelt so breit wie tief, was sich beim Display und der Tastatur bemerkbar macht. Während ersteres durchaus Interesse zu wecken vermag (wer würde sich eine Auflösung von 1.600 x 768 Bildpunkten nicht gerne einmal auf so einem kleinen Bildschirm ansehen), sorgt die Tastatur sowohl für Zweifel als auch für Zuversicht. Zum einen fallen die Tasten deutlich größer aus, als man dies vermuten könnte (das Sony Vaio P ist eben doch mehr als ein aufklappbares Mobiltelefon). Zum anderen entsprechen aber nicht alle Tasten der gewohnten Form und Größe. So fällt etwa die rechte Shift-Taste auf, die nur so groß ist wie jede der Buchstabentasten. Wie sich derartiges auswirkt, soll im Kapitel Arbeitseinsatz geklärt werden.

Größenvergleich Sony Vaio P und BD-Hülle
Größenvergleich Sony Vaio P und BD-Hülle

Größenvergleich Sony Vaio P und 15,4-Notebook
Größenvergleich Sony Vaio P und 15,4-Notebook
Tastengröße 15,4"-Notebook und Vaio P
Tastengröße 15,4"-Notebook und Vaio P

Über die allgemeine Verarbeitungsqualität lässt sich nicht viel Schlechtes sagen. Der Aluminiumkorpus des Vaio P ist sauber verarbeitet, sieht hochwertig aus und fühlt sich auch so an. Auf der Ober- und der Unterseite des Gerätes wurde funkelnder Lack aufgetragen, der ebenfalls klar spiegelt und sehr tief und damit sehr qualitativ wirkt. Der Gehäusedeckel öffnet sich geräuschlos und wirkt ebenfalls sehr robust. Auf den Einsatz eines Schließmechanismus wird verzichtet. Bedingt durch die Gehäusegröße befinden sich lediglich zwei USB-Ausgänge, ein 3,5-mm-Klinkenausgang etwa für Kopfhörer, ein Stromanschluss sowie ein Multiport an den Seiten des Vaio P. Über den multifunktionalen Ausgang lässt sich ein spezieller Adapter anschließen, der eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle sowie einen VGA-Ausgang realisiert. Auf der Vorderseite des Gehäuserahmens befindet sich jeweils ein Schiebeschalter für die Wireless-Funktionalitäten sowie für das Ein- und Ausschalten des Gerätes. Der Wireless-Schalter betätigt nicht nur das WLAN sondern auch den Bluetooth-Chip, womit beide Komponenten zugleich aus- und eingeschaltet werden können. Sie lassen sich unter Windows allerdings ebenfalls getrennt steuern.

Sony Vaio P zugeklappt
Sony Vaio P zugeklappt
Sony Vaio P aufgeklappt
Sony Vaio P aufgeklappt
Rückseite des Sony Vaio P
Rückseite des Sony Vaio P
Wireless-Umschalter
Wireless-Umschalter
Ein- und Ausschalter
Ein- und Ausschalter
linke Seite des Sony Vaio P
linke Seite des Sony Vaio P
Multiport an der rechten Seite des Vaio P
Multiport an der rechten Seite des Vaio P
Multi-Adapter zum ausklappen
Multi-Adapter zum ausklappen
Multi-Adapter zum ausklappen
Multi-Adapter zum ausklappen
Integrierte Webcam
Integrierte Webcam
Unterseite des Sony Vaio P
Unterseite des Sony Vaio P

Standardakku des Vaio P
Standardakku des Vaio P
Sicherung des Akku-Deckels
Sicherung des Akku-Deckels

Die Maussteuerung erfolgt mittels Trackpoint – der auf die Neigungen des Fingers reagiert – sowie dreier Maustasten vor der Tastatur. Über eine spezielle Funktionstaste lassen sich Zusatzbefehle aufrufen, etwa die Helligkeitssteuerung des Displays, die Lautstärkesteuerung oder der Bildlauf. Darüber hinaus befindet sich neben den drei Maustasten noch eine sehr spezielle, dem Vaio P eigene Taste. Diese erlaubt es, bei mehreren geöffneten Programmen entsprechend viele Fenster direkt nebeneinander zu maximieren, sodass diese jeweils einen gleich großen Bereich des Bildschirms ausfüllen.

Trackpoint und Zusatztasten an der Unterseite
Trackpoint und Zusatztasten an der Unterseite
Trackpoit als einzige Maussteuerung des Sony Vaio P
Trackpoit als einzige Maussteuerung des Sony Vaio P

Direkt nebenan findet sich eine Taste für Sonys Media Bar, eine Alternative für Microsofts Media Center. Ähnlich wie das Programm aus Redmond erfüllt die Media Bar die Funktion, Musik, Filme sowie Bilder in einer abgeschlossenen Umgebung zu verwalten. Gleichwohl lässt sich über diese Taste das Vaio P auch booten, wenn es ausgeschaltet ist. Dann startet das Instant-Boot-OS, das ebenfalls Sonys Media Bar in einer erweiterten Form darstellt. Genaueres hierzu später.

Arbeitseinsatz

Was erwartet den Nutzer, wenn er mit dem Vaio P arbeiten will? Erweist sich die hohe Auflösung des Widescreen-Displays als nützlich, oder stört sie? Ist das Tippen mit der Tastatur möglich? Vermisst man das Trackpad? Und wie verhält es sich mit der allgemeinen Geschwindigkeit unter Windows Vista? Es stellen sich viele Fragen, von denen einige auf jeden PC zutreffen, andere nur auf das Vaio P. An dieser Stelle sollen die Antworten folgen.

Das Display

Das Display ist das erste, was einem nach dem Start ins Auge sticht. Noch bevor Windows komplett booten konnte, macht der Willkommensbildschirm deutlich, dass hier etwas sehr Spezielles auf den Nutzer wartet. Bei einer Pixeldichte von 220 ppi sind keinerlei einzelne Pixel mehr erkennbar. Ähnlich verhält es sich aber auch mit den Buchstaben aus einer üblichen Entfernung, wie man sie zu einem Notebook gewohnt ist. Der Abstand zwischen dem Kopf des Betrachters und dem Bildschirm des Vaio P sollte bei normaler Schriftgröße 50 Zentimeter nicht deutlich überschreiten. Zwar ist die generelle Windowssteuerung aus dieser Entfernung noch möglich, das liegt aber an den Symbolen und an bekanntem Text, den man nicht mehr spezifisch entziffern muss. Schon bei der Uhr in der Startleiste wird es aber knifflig: die Zeitanzeige ist – bei zweistelligen Stunden und Minuten – nicht einmal drei Millimeter breit.

Schriftgröße aus gleicher Entfernung betrachtet
Schriftgröße aus gleicher Entfernung betrachtet

Das heißt beileibe nicht, dass man nicht mit dem Vaio P arbeiten könne. Zum einen gibt es eine bequeme Möglichkeit, die Standardschriftgröße unter Windows zu ändern, zum anderen bietet die hohe Auflösung auch mehr Möglichkeiten bei der Arbeit. So findet etwa die gesamte Befehlsleiste in Microsofts Office an der Oberseite des Bildschirms Platz. Für Lesezeichen ist im Browser genügen Raum vorhanden, um sie direkt unter der Adressleiste auszugeben, und die horizontale Auflösung bietet zudem genügend Fläche, um zwei Fenster nebeneinander anzeigen zu lassen, wenn es sich anbietet. Dies ist sogar über eine spezielle Taste auf der Tastatur des Vaio P möglich, die alle geöffneten Programme automatisch nebeneinander anordnet. Wirklich sinnvoll ist das zumeist nur bei maximal zwei Fenstern – etwa dem Windows-Explorer und einem E-Mail-Programm. Prinzipiell geht dies aber mit beliebig vielen gestarteten Applikationen.

Start-Button und Ein-Euro-Stück im Vergleich
Start-Button und Ein-Euro-Stück im Vergleich

In der Summe bleibt festzuhalten, dass das hochauflösende Display ein Feature ist, das prinzipiell für das Vaio P spricht. Die Auflösung erlaubt die Darstellung von Internetseiten und Programmen in einer Größe, in der sämtliche Steuerelemente problemlos angezeigt werden können. Wirklich eng wird es nur in der Vertikalen, die vergleichsweise schmale 768 Pixel misst. Das ist aber immer noch mehr als bei anderen Netbooks und fast so viel wie Mittelklasse-15,4"-Notebooks bieten. Kann man sich mit dieser Art der Arbeitsfläche abfinden und sie effektiv nutzen, dann ist dies ein Pluspunkt, der für das Sony Vaio P spricht. Stört man sich an einem Breitbilddisplay oder an der sehr hohen Auflösung, dann ist das Vaio P nicht das Gerät, nach dem man sich umschauen sollte.

Die Steuerung

Eine Besonderheit des Vaio P ist die Steuerung der Maus mit einem Trackpoint sowie die mutmaßlich sehr kleine Tastatur. Tatsächlich lässt sich bei beidem jedoch Entwarnung geben. Die Trackpoint-Steuerung ist der mittels Trackpad nicht unbedingt unterlegen, sie ist lediglich anders. Kennt man diese Art der Maussteuerung bereits von anderen Notebooks, so wird man keine Probleme mit dem Sony Vaio P haben. Neulinge finden sich relativ flott mit dem kleinen Stift zurecht, zumal dieser auch Vorteile bietet: Zur Maussteuerung muss der Finger nicht mehr von der Tastatur herunter genommen werden. Überdies erfolgt das Scrollen durch Druck in die entsprechende Richtung und nicht durch eine Wisch-Bewegung. Das An- und Absetzen der Finger ist also nicht mehr nötig.

Tastengröße 15,4"-Notebook und Vaio P
Tastengröße 15,4"-Notebook und Vaio P

Das Tastaturlayout fällt überraschend großzügig aus, zumindest auf den ersten Blick. Die Buchstabentasten sind 13 Millimeter breit und verfügen zudem über einen kleinen Zwischenraum, sodass das zufällige Drücken mehrerer Tasten eher selten vorkommt. Sony spendierte dem Vaio P überdies eine vollständige Reihe an Funktionstasten, was zusätzliche Tastenbefehle überflüssig macht. Leider konnte aufgrund der dann doch eingeschränkten Breite nicht jede Taste in ihrer üblichen Form und Größe realisiert werden. Negativ aufgefallen ist dabei vor allem die rechte Shift-Taste, die mit nur 10 Millimetern Breite sogar kleiner ausfällt als die Buchstaben-Tasten. Bei dieser Breite passiert es sehr leicht und auch sehr häufig, dass man beim Tippen eher auf den Pfeiltasten landet, was vor allem beim Texteverfassen stört. Hier wäre es tendenziell wohl klüger gewesen, auf die zweite Fn-Taste auf der rechten Seite der gleichen Tastenreihe zu verzichten und die Shift-Taste dafür breiter zu gestalten, selbst wenn dies die Pfeiltastenanordnung verändert hätte.

Tastaturlayout des Sony Vaio P
Tastaturlayout des Sony Vaio P

Positiv hervorzuheben ist der Druckpunkt aller Tasten sowie deren gut dosierte Leichtgängigkeit. Der Anschlagweg fällt zwar kurz, aber nicht zu kurz aus, sodass stets genügend Feedback gegeben wird. Die Tastatur arbeitet zudem sehr leise, was dem qualitativen Eindruck des gesamten Gerätes entgegenkommt.

Die Geschwindigkeit

Ein 1,33 GHz schneller Atom-Prozessor, Intels GMA 500 und zwei GByte RAM – das Sony Vaio P schwankt mit diesen Komponenten auf dem Netbook-Markt irgendwo zwischen unterdurchschnittlicher Ausstattung (Prozessor und Grafikeinheit) und guter Bestückung (Arbeitsspeicher). All' dies trifft nun auf Windows Vista als vorinstalliertes Betriebssystem und eine Auflösung von 1.600 x 768 Bildpunkten. Beide Merkmale sind sehr unüblich für Netbooks und lassen erwarten, dass sich Sonys Vaio P leistungsmäßig nicht auf einer Höhe mit Asus' EeePC und anderen Derivaten befindet. Dem ist leider auch so, was der Nutzer direkt beim Starten zu Spüren bekommt. Vom Willkommensbildschirm bis zu einem nutzbaren Windows Vista – wobei nutzbar an dieser Stelle noch übertrieben ist, wie folgend geklärt werden soll – vergehen noch gut ein bis zwei Minuten. Schuld hieran ist zum Großteil Sony selbst. Der Hersteller stopft das Vaio P mit derart viel Plunder voll, dass der Autostart vom versierten Nutzer direkt gesäubert werden sollte.

Als größter Feind der Performance erweist sich hierbei eine AntiViren-Suit von McAfee, die die Prozessorlast im Betrieb sehr oft an die 100-%-Marke drückt und den Intel Atom Z520 merklich überreizt. Hinzu kommen „Google Desktop“ sowie Verbindungstools für die zahlreichen Funkmöglichkeiten des Gerätes und andere Kleinigkeiten, die in der Summe den Start in den Arbeitsalltag unnötig erschweren. Mit deaktiviertem Virenscanner und bereinigtem Autostart geht es dann deutlich zügiger, wenngleich insgesamt weiterhin nur mit moderater Geschwindigkeit voran. Spitzenleistungen sollte man vom Vaio P nämlich auch dann nicht erwarten. Für das Surfen im Internet sowie die Textverarbeitung im moderaten Umfang genügt die Leistung zwar, wer es aber etwa auf Flashvideos abgesehen hat, dürfte bitter enttäuscht werden. YouTube-Clips genügen bisweilen, wenn sie im Vollbildmodus betrachtet werden, den Prozessor vollständig auszulasten. Und sie laufen dabei nicht einmal flüssig.

Video abspielen

Zu sehen ist das Sony Vaio P bei der Wiedergabe eines Youtube-Videos in HD-Auflösung.
Deutlich zu erkennen ist die enorm hohe CPU-Auslastung und das Ruckeln des Flash-Videos.

Dies lässt sich auf viele andere Bereiche übertragen. Für gediegenere Aufgaben genügt die Geschwindigkeit des Vaio P weithin, an so ziemlich alles, was unter dem Begriff „Multimedia“ zusammengefasst wird, braucht man aber nicht ernsthaft denken. Daran ändert auch Sonys Media Bar nichts, die das Stöbern in eben jener Multimediasammlung (Bildern, Musik, Videos) erlaubt. Die Animationen des Programms ruckeln, was einem jeden Spaß in dieser Art der Navigation nimmt. Sogar Sonys Instant-Boot-Betriebssystem hinterlässt keinen vollkommen flüssigen Eindruck.

Xross Media Bar
Xross Media Bar

Die Xross Media Bar (XMB) ist dabei prinzipiell durchdacht aufgebaut. Das Mini-Betriebssystem setzt auf die von der Media Bar bekannte Oberfläche, erweitert diese allerdings um ein paar Funktionen. So können der Browser (Firefox in einer Version von 2006), Skype sowie Pidgin (Universal-Instant-Messenger) direkt heraus gestartet werden, was auch gut funktioniert. Darüber hinaus ist der Zugriff auf die gespeicherten Videos, Bilder und Fotos möglich, was in diesen Fällen das Booten von Windows überflüssig macht. Aufbau, Geschwindigkeit und Funktionsumfang gefallen, wenngleich mitunter leichte Ruckler zu spüren sind, die aber deutlich weniger stören als noch unter Windows.

Die Akkulaufzeit

Sony verspricht bei Einsatz eines Standardakkus Akkulaufzeiten von bis zu vier Stunden. In den zurückliegenden Tagen pegelte sich, je nach Nutzung, eine Laufzeit von etwa 2,3 Stunden ein. Genutzt wurde im Akku-Betrieb der Energiesparmodus von Windows Vista. Über die gesamte Zeit des Betriebes wurde das Vaio P zum Surfen im Internet und für das Erstellen eben dieses Berichtes genutzt. Bei der Medienwiedergabe sinkt die Akkulaufzeit noch einmal deutlich. Verglichen mit Netbooks anderer Hersteller ist diese Laufzeit als ungenügend zu bezeichnen. Zum Teil mag das Ergebnis mit Windows Vista zusammenhängen, das etwas ressourcenaufwändiger ist als eine Linux-Version oder auch Windows XP. Insgesamt stünde dem Vaio P aber ein potenterer Basisakku gut zu Gesicht.

Fazit

Sony sollte Recht behalten: Das Vaio P ist kein Netbook. Es als solches zu bezeichnen, wird dem Gerät aus mehreren Gründen nicht gerecht. Auf der einen Seite überzeugt der Lifestyle-PC durch faszinierende Eigenheiten, die ihn ganz klar von der teils monotonen Masse der Netbooks abheben: Kein Gerät der Konkurrenz bietet ein ähnliches Format, keines ein solches Display und keines setzt auf Windows Vista. Die Verarbeitung ist tadellos und das Äußere sehr ansprechend. In Sachen Kommunikationsfähigkeit dürfte man so ziemlich nichts vermissen. Allerdings funktioniert im Arbeitsalltag nicht immer alles so, wie es ideal wäre. An erster Stelle wäre hier das Display zu nennen, das entweder zu einem Betrachtungsabstand von 30 Zentimetern einlädt, oder zur Vergrößerung der Schriftgröße zwingt. Das ist für sich genommen kein Problem, vor allem, wenn man bedenkt, dass die große Arbeitsfläche doch auch praktische Vorteile hat. So wird man niemals über zu wenig Übersicht klagen oder ein Steuerungselement vermissen, das einer zu geringen Auflösung zum Opfer gefallen ist. Zudem bietet das Vaio P auch in der Vertikalen mehr Auflösung als die Netbook-Konkurrenz, was sehr löblich ist und die Arbeit erleichtert. Man sollte sich jedoch ganz sicher sein, dass man mit der Auflösung leben und arbeiten kann – jedermanns Geschmack ist das nicht.

Auf der anderen Seite haben die meisten Netbooks nicht so sehr mit der Geschwindigkeit zu kämpfen wie Sonys Vaio P. Der sich ergebende Eindruck schwankt im günstigsten Fall zwischen "noch ertragbar, aber langsam" und "habe ich jetzt wirklich schon geklickt?". Teilweise merkt der Nutzer nämlich nicht einmal, dass der Sony-Mini-PC auf Befehle reagiert. Oft ist der völlig überforderte Prozessor Schuld an der Misere. Der Einkerner mit aktiviertem Hyper Threading genügt schlicht nicht, um Windows Vista in einer angemessen Geschwindigkeit zu befeuern. Das merkt man vor allem dann, wenn die CPU mal mehr machen soll als einmal gestartete Programme am Laufen zu halten: Die Videowiedergabe ist nur eingeschränkt zu empfehlen, das Spielen selbst der Windows-eigenen Spiele ist mitunter nur bedingt möglich und jedwede rechenintensive Anwendung ist ganz klar nichts für Sonys Vaio P.

Rückseite des Sony Vaio P
Rückseite des Sony Vaio P

Die Gesamtleistung ist es dann auch, die dem gesamten Konzept des Vaio P einen Strich durch die Rechnung macht. Denn so verlockend jeder Gedanke an den ultra-mobilen Videoplayer, an den 638 Gramm leichten Photoshopper mit sympathischem Display oder an das elegante Über-Netbook ist, so scheitert der Kleinstrechner an seiner Performance, die ihn für nicht viel mehr als das Surfen und die Textverarbeitung nutzbar macht. Und für genau diese Aufgabenfelder sollte es dann vielleicht doch eher ein sehr viel kostengünstigeres Netbook sein, das nicht mit mindestens 999 Euro zu Buche schlägt. [2] Eines, das Sony nicht haben wollte – und das man deswegen immer noch nicht ersetzen kann.

Eigentlich sehr schade, denn sympathisch ist es, das Hosentaschenpixelmonster.

Anmerkung

ComputerBase stand für den Test ein Prototyp des Sony Vaio P zur Verfügung, der nicht in allen Punkten dem Serienmodell entsprechen muss. Auf eine Messung der Leistungsdaten wurde daher verzichtet, auch wenn diese zu einem Großteil Gültigkeit für das Serienmodell haben dürften. Es ist theoretisch möglich, dass sich an der Geschwindigkeit, der Akkulaufzeit oder der Funktionsweise einzelner Komponenten noch etwas tut. Wahrscheinlich ist dies aber nicht.

URL-Liste:

  1. http://www.sony.de/pressrelease/id/1231146653713
  2. http://www.sony.de/pressrelease/id/1231146653713
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