Einführung
Nun denkt man sich vielleicht im Stillen, wenn man so den Titel des Artikels liest: Was zum Teufel ist ein LAN Bag? Nun, einige werden es sicher schon kennen oder besitzen gar schon eins. Vereinfacht ausgedrückt ist es ein Tragegerät für den Computer, also den Tower, und ein paar Gerätschaften wie Tastatur, Maus, Kabel und so weiter. Mag sich unspektakulär anhören. Wir können aber jetzt schon versichern, dass die Idee dahinter garnicht so schlecht und simpel ist, wie sie sich vielleicht anhört.
Verfügbarkeit & Preis
In Deutschland konnten wir für das Ripper LAN Bag leider nur zwei Händler ausfindig machen, vielleicht führt aber noch der ein oder andere lokale Händler dieses Zubehör. Hier nun die Online Shops, die das LAN Bag, welches übrigens nur in einer Variante zu haben ist, im Angebot haben.
| Händler: | Preis je Pad: |
|---|---|
| Haudenlukas.de [1] | 49,95 Euro |
| Game-House.net [2] | 39,95 Euro |
Die Preise sind jeweils zum Zeitpunkt der Bearbeitung dieses Artikels ermittelt worden und können sich im Laufe der Zeit bei den Händlern ändern.
Design und Form
Das Design könnte man in einem Satz abhandeln. Da wir es aber etwas ausführlicher haben wollen, gibt es gleich eine detailierte Beschreibung, bei welcher ein Foto natürlich nicht fehlen darf. Fangen wir also erst mal mit der Form an, was schon an sich eine recht schwierige Aufgabe ist. Am besten kann man es sich vorstellen, wenn das Bag aufgeklappt auf dem Boden liegt. Dann hat es einen schmalen Mittelsteg, an dem zwei große Seitenteile angebracht sind, von denen wieder jedes ein kleines schmales Teil angebracht hat: Die "Deckel", die beim Transport oben draufgeklappt werden. An den Seitenteilen sind zu den Deckeln hin noch Trageriemen montiert, die Funktion dürfte klar sein. Logischerweise wird die Bodenplatte des zu transportierenden Rechners auf den schmalen Mittelsteg gestellt, zur Funktionsweise kommen wir aber später noch.
Das Design. Nun, es ist schwarz wie man offenkundig auf den Fotos weiter unten erkennen kann. Je nach dem, wie man es dreht, hat man links oder rechts auf der zusätzlichen Tasche für Zubehör das Wort "Ripper" in großen, roten Lettern auf der Seite stehen. Ansonsten ist beim Design nichts mehr zu sagen.


Theorie
In der Theorie sieht der Gebrauch des LAN Bags folgendermaßen aus: Man stellt den Rechner in das LAN Bag, stellt es, je nach Größe des Towers, richtig ein, lädt noch fix das Zubehör in das Bag und fährt bzw. geht mit dem Rechner zur Location oder wo immer man auch damit hin möchte. Der Monitor wird dabei auf den Arm genommen.
Allerdings macht uns das Tragen in der Theorie etwas skeptisch. Der Hersteller gibt zwar 40 Kilogramm maximale Tragekapazität an, aber ob man mit 40 Kilogramm über der Schulter noch stabil gehen kann bzw. welche Strecke man damit zurücklegen kann, ohne nach einiger Zeit einen Schmerz in der Schulter zu verspüren, ist nun mehr als fraglich. Deshalb legen wir beim Praxistest besonderen Wert darauf, wie gut und über welchen Zeitraum hinweg sich die ganze Sache überhaupt tragen lässt. Zweitens macht uns die Angabe stutzig, dass man auch Big-Tower damit transportieren kann, da das Bag von der Größe her gerade so einen Midi-Tower aufnimmt, nimmt man das Augenmaß. Deshalb unser zweiter Punkt auf der Liste für den Praxistest: Big-Tower müssen, wie versprochen, ebenfalls noch komfortabel und einfach transportiert werden können. Dritter Punkt ist ein versprochenes Feature, das wir, wie im Untertitel dieses Reviews, zu einem Motto verarbeitet haben: "Ein Gang vom Auto zur Location und alles dabei". Nimmt der LAN-Besucher wirklich nur Monitor und Tower mit? Eher unwahrscheinlich, denn fast hundert Prozent aller LAN-Besucher werden noch mindestens eine weitere Kiste mit anderweitigen Dingen mitbringen.
Da die Theorie uns aber hier nicht mehr weiterbringt, schreiten wir nun zur Praxis fort.
Praxiseinsatz
Kommen wir nun zum kritischsten Punkt im Review, dem Praxiseinsatz. Hier wird sich zeigen, ob das Ripper LAN Bag den Erwartungen und Versprechungen gerecht wird.
Midi-Tower:
Als erstes testen wir den Aufbau und das Bereitmachen mit einem Midi-Tower. Fix den Tower auf das Mittelteil gestellt, die restlichen Teile an die richtigen Stellen geklappt und die Sicherungsschlaufen an der Vorder- und Rückseite befestigt und es kann losgehen. Der Tower, oder besser gesagt das LAN Bag, sitzt wie angegossen, so als ob es speziell für diesen Tower hergestellt worden wäre (Es handelt sich dabei um ein Codegen ATX-6003-L8). Auch der Transport geht leicht von der Hand. Die 11,2 Kilogramm sind sehr komfortabel zu tragen und auch über längere Zeit auszuhalten. Nach dem Abstellen des Towers inkl. Bag ist ein Entfernen desselbigen nicht mal von Nöten, man öffnet lediglich die Sicherungsschlaufen vorne sowie hinten und kann den Rechner auch so benutzen. Von einigen Ausnahmen mal abgesehen, wie zum Beispiel einem Blow-/Suck-Hole oder ein Fenster in der Seitenwand, ist dies eine recht praktikable Lösung. An Zubehör geht bei uns das komplette Angebot in die Tasche, von Tastatur und Maus über Mauspad und Kabel fand alles einen Platz. Allerdings wird es sicher nichts mit dem einmaligen Gang zum Auto, denn wer hat schon nur Tower und Monitor dabei? Fast jeder LAN-Besucher hat, wie bereits erwähnt, zudem noch eine Kiste mit Nahrungsmitteln und Getränken sowie Ausrüstung für einen angenehmen Schlaf dabei, die auch noch in die Location transportiert werden möchte. Bis jetzt sind wir bei einem Tower auf dem Rücken und einem Monitor in den Armen, wo verbleibt also die zusätzliche Kiste? Richtig, im Auto, es sei denn, jemand packt mit an und hilft tragen.


Big-Tower:
Bei unserem Big-Tower handelt es sich um einen Antex SX1030, der baugleich mit dem Chieftec CS-601 ist. Da dieser Tower doch recht häufig auf LANs angetroffen werden kann, haben wir kurzerhand seine Kompatibilität mit dem Ripper LAN Bag getestet. Beim ersten Aufsetzen des Towers auf das Mittelteil macht sich schon Euphorie breit: Das Bag sitzt in der Breite des Towers wie angegossen. Allzu schnell folgt jedoch die Ernüchterung, denn die Deckel, die man bei kleineren Towern auf die Oberseite klappt, passen nicht mehr, bedingt durch die Höhe. Diese hängen nun also an der Seite herunter, was eventuell ein wenig in der Seite drücken kann, wenn man es jedoch geschickt anstellt, ist dies kein Manko mehr. Mit dem Transport sieht die Sache jetzt schon wieder ganz anders aus. Während der Midi-Tower mit seinen 11,2 Kilogramm noch angenehm zu tragen ist, sieht dies beim Big-Tower mit 23,8 Kilogramm schon anders aus. Hinzu kommt die Größe des Towers. Nun sollte man das Bag schon sehr sicher über der Schulter tragen, da es doch schon mal passieren könnte, dass einem der Tragegurt von der Schulter rutscht. Der Transport des Big-Towers mittels LAN Bag mit gleichzeitig einem Monitor in den Armen ist daher nicht mehr so einfach, da man im Ernstfall das Abrutschen des Bags nicht verhindern kann. Wie die Sache nun bei den vom Hersteller maximalen vorgegebenen 40 Kilogramm aussieht, wollen wir gar nicht erst ergründen, die Gründe dürften wohl auf der Hand liegen: Die Gefahr des Abrutschens ist hier nun noch größer, zudem verspürt man schon beim Big-Tower nach mehreren Minuten ein Drücken auf der Schulter sowie ein leichtes Ermüdungsgefühl.
Mit dem Öffnen der Sicherungsschlaufen an unserem Big-Tower steht es ebenfalls anders als beim Midi-Tower, diese müssen nun geöffnet werden, da die Klappe an der Front des Gehäuses sonst nicht mehr aufgemacht werden kann und man so keine Zugang zu den Laufwerken hat. Wenn man aber sowieso nicht an die Laufwerke muss und den Rechner per Tastatur oder Maus startet hat sich dies aber auch erledigt. Die Thematik mit eventuellen Window-Kits oder Blow-/Suck-Holes sieht hier wie beim Midi-Tower aus: LAN Bag entfernen oder darauf verzichten bzw. eventuell vorhandene Lüfter abschalten.


Fazit
Das Fazit gab uns längere Zeit zu denken, da die Vorteile zwar auf der Hand liegen, jedoch auch durch ein paar Nachteile wieder zunichte gemacht werden. Letztendlich kommen wir also zu dem Schluss, dass das Ripper LAN Bag vor allem für Besitzer von Midi-Towern, die öfter ihren Tower transportieren und dies bequem über die Schulter tätigen wollen, eine echte Empfehlung wert ist. Die Sache mit den Big-Tower hatten wir uns aber ehrlich gesagt anders vorgestellt. Gerade das sichere 'Navigieren' mit der schweren Last ist ein großes Manko. Leute mit Big-Tower sollten also lieber das Geld einsparen und ihren Tower konventionell fortbewegen.
Nachfolgend wollen wir noch ein mal zusammefassen, was uns gefallen hat und was nicht.
Positiv:
- Midi-Tower lässt sich einfach transportieren
- Ausreichend Platz für Tastatur, Maus, Kabel etc.
- Schickes Design
- Material und Verarbeitung
Negativ:
- Preis (49,95 Euro)
- Transport mit Big-Tower problematisch
- Größe speziell für Midi-Tower angepasst
An dieser Stelle nochmals Dank an MonkeyHouse [3] für das Test-Exemplar des Ripper LAN Bags.
