Einleitung
Der Kampf um die Poleposition ist nicht nur im Grafikkarten-Segment entbrannt: auch speziell für Spieler ausgelegte Mäuse der Peripheriegiganten Logitech und Microsoft reißen sich um den Status des beliebtesten Nagers. Razer und Raptor-Gaming attackieren die Spitze ebenfalls mit neuen Produkten und setzen wie die Großen auf ausgeklügelte Sensortechnologien.
Die inzwischen oft verwendeten, optischen Varianten der Abtastkomponenten boten gegenüber der anfälligen Kugelarchitektur mehr Komfort in Handhabung und Wartung. Sie hatten außerdem höhere Abtastraten und Auflösungen des Untergrundes. Diese bewährte Technologie ist nun drauf und dran von der neuen Lasertechnik überholt zu werden. Die bisher höchstauflösenden, optischen Mäuse waren die MX518 von Logitech und die Razer Diamondback.
Wie auf den obigen Bildern erkennbar, liefert die Laservariante ein weitaus genaueres Bild als der optische Sensor. Jedoch bedeutet dies auch zwangsläufig eine höhere, nötige Kanalbandbreite, um die aufgenommenen Bilddaten in ausreichender Geschwindigkeit über den USB-Port zu schicken. Wir haben heute die drei Lasermäuse „Logitech G5 Laser Mouse“, „Razer Copperhead“ – die kürzlich im Test sehr gut abschnitt – sowie die brandneue „Microsoft Laser Mouse 6000“ im Test. Der noch relativ neue Terratec-Ableger Raptor-Gaming steigt mit seiner „M2“ und einem auf 2400 dpi laufenden, in diesem Artikel einzigen optischen Sensor ins Rennen.
Ob sich die Lasermäuse beweisen oder sich die hochauflösende, optische Maus behaupten kann, wird auf den nächsten Seiten klargestellt.
Microsoft Laser Mouse 6000
Microsoft [1] konnte vor Allem mit seinen Explorer-Serien bei vielen Spielern punkten. Die Mäuse besaßen gute ergonomische Eigenschaften und einen sehr direkten Sensor. Wie auch Razer trumpft der alte Peripheriehase mit einem neuen Modell auf, welches einen Lasersensor der Firma Agilent [2] besitzt (ADNS-6000 [3]). „Laser Mouse 6000“ nennt sich der neue Flagg-Nager.
Geliefert wird die Laser Mouse 6000 in einer optisch ansprechenden, dreieckigen Verpackung. Enthalten ist die Maus selbst, eine Treiber-CD sowie eine Anleitung.



Die Maße des Nagers belaufen sich auf etwa 12 x 7,5 x 4,5 cm (LxBxH). Mit 1,8 Metern Kabellänge liegt sie etwas hinter den 2,5 Metern der Copperhead. Das Gewicht von 91 Gramm ist wie bei der Konkurrenz federleicht und die Maus gehört damit zu einer der leichtesten Gaming-Mäuse. Insgesamt kann der Benutzer zwischen fünf frei belegbaren Tasten wählen – beidseitig ist eine Taste angebracht, die sich jedoch etwas schwammig anfühlt.



Die Oberfläche der Maus ist glatt und in einem matten, dunklen Grau gehalten. Sehr überzeugen kann vor Allem das Mausrad, welches breiter und schwergängiger als zum Beispiel die der Logitech- Modelle ist. Der Druckpunkt der ins Design nahtlos eingelassenen Haupttasten ist angenehm direkt und über die gesamte Tastenlänge gut nachvollziehbar. Das Layout der Laser Mouse 6000 erinnert entfernt an Logitechs erste Gamermaus – die Wingman. Dementsprechend „knubbelig“, jedoch sehr ansprechend, liegt sie in der Hand. Aufgrund der höheren, geschwungenen Beschaffenheit ist sie besonders für Benutzer mit mittelgroßen bis kleinen Händen geeignet.
Der ADNS-6000 Laser arbeitet im Gegensatz zum 6010 nur mit 800 dpi und einer Bildwiederholungsrate von 6400 fps. Auch bei der maximalen Beschleunigung hinkt er etwas hinterher – er hält maximal die achtfache Erdbeschleunigung aus; 12 G weniger, als der größere Bruder verträgt.
In Benutzung mit Glas-, Stoff- und Plastikmauspads zeigte die Laser Mouse 6000 ihre volle Stärke. Sie arbeitete sehr genau und präzise. Die mitgelieferte und zugleich aktuelle IntelliPoint 5.4 Software integriert sich in den Maus-Eigenschaftendialog von Windows, bietet jedoch neben der freien Tastenbelegung keine Extras. Außerdem scheint der Treiber zum Testzeitpunkt nicht komplett ausgereift zu sein, da die Maus bei extrem ruckartigen Bewegungen zum Haken neigt. Das gleiche Problem besaßen die Razer Copperhead und Diamondback im ersten Betatreiber, allerdings wurde es mit einem nachfolgenden Treiber gelöst. Es liegt nahe, dass auch Microsoft hierfür ein Update nachlegen kann, da ebenfalls ein Sensor von Agilent zum Einsatz kommt, sollten die Bewegungsprobleme nicht mit der geringeren maximalen Beschleunigung des Lasersensors zusammenhängen. Razer hat Microsoft in der Vergangenheit zumindest vorgemacht, dass sich derartige Probleme mit neuen Treibern beheben lassen – hoffentlich macht Microsoft, wenn realisierbar, von dieser Möglichkeit Gebrauch.
Logitech G5 Laser Mouse
Natürlich erkannte auch der älteste noch existente Peripheriehersteller Logitech [4] die Attraktivität der neuen Lasersensoren von Agilent. Das aktuelle Kabel-Topmodell, die G5 Laser Mouse, setzt wie die Copperhead auf den ADNS-6010 [5].



In der herstellertypischen Verpackung – grün/türkis – ist die G5, eine Gewichts-Cartridge, eine kleine Gewichts-Aufbewahrungsbox, eine Anleitung und die Treiber-CD beigelegt. Als erste Auffälligkeit präsentiert sich das altbackene Design, welches sich zwar bewährt, jedoch seit der MX500 nicht mehr geändert hat. Es ist einseitig ergonomisch, somit nur für Rechtshänder geeignet. Mit circa 13 x 6,5 x 4 cm (LxBxT) ist die Maus etwas länger als die Microsoft-Variante. Stilistisch wurde an der Oberfläche, die nahtlos zwei Haupttasten hervorbringt, ein Rost-Look erzeugt, der vermutlich Spieler ansprechen soll.



Der ADNS-6010 Sensor von Agilent arbeitet mit einer Pollingrate von 500 MHz, löst die Untergrundbilder mit bis zu 2000 dpi auf und verarbeitet diese mit 6,4 Megapixeln pro Sekunde. Unter Windows 9x bzw. ME regelt die SetPoint Treibersoftware die Pollingrate auf 125 MHz herunter – begründet durch Treiberbeschränkungen der in die Tage gekommenen Betriebssysteme. Die Tastenanzahl wurde im Gegensatz zur MX500 auf sechs reduziert, wobei zwei für die variable DPI-Einstellung benötigt werden, jedoch wie die restlichen vier auch frei belegt werden können. Die G5 besitzt überraschenderweise nur auf der linken Seite eine Taste.
Wie von Logitechs erster Laser Maus, der MX1000, bekannt, wurde eine 3-Wege-Statusleuchte auf der oberen linken Maushälfte angebracht, die diesmal jedoch in einem Orangerot leuchtet. Diese gibt die aktuelle DPI-Abstufung an, die sich per Tastendruck zwischen 400, 800 und 2000 dpi umschalten lässt. Sehr erfreulich zeigt sich das Mauskabel, welches mit 2,5 Metern Länge großzügig konzipiert und mit einer gewobenen Ummantelung überdurchschnittlich unanfällig für äußere Einflüsse ist.



Die größte Neuerung zeigt sich an der Unterseite der G5: Hier ist ein schräger Einschub eingelassen, in den die orangefarbene Gewichts-Cartridge eingeführt werden kann. Diese Cartridge kann mit mitgelieferten Gewichten bestückt und so auf maximal 38 Gramm Gesamtgewicht gebracht werden. Dadurch wird es möglich, das Gewicht der Maus zwischen 112 und 150 Gramm zu variieren. Die Cartridge fixiert sich nach dem Einschieben automatisch und wird durch Druck auf den Eject-Knopf wieder ausgeworfen – eine sehr ausgereifte Idee.


Als treibende Kraft unter Windows hält die aktuelle Version der Logitech SetPoint Software her, die die freie Belegbarkeit aller Maustasten erlaubt. Dazu kommt eine Profilfunktion für verschiedene Programme bzw. Spiele und ein bestimmter Gaming-Bereich des Treibers. In diesem Bereich kann die Auflösung des Lasersensors in sehr feinen Schritten eingestellt werden – sogar für beide Richtungsachsen einzeln.
Anscheinend ist die Integration der Lasertechnologie in der uns vorliegenden Verkaufsversion noch nicht vollständig ausgereift, denn in Benutzung mit Mausunterlagen aus Glas oder einigen Pads, wie den rauhen Seiten des Razer eXactMat oder des Everglide Richochets, mit grober Plastikoberfläche, verweigert die Maus komplett ihren Dienst. Auf kompatiblen Unterlagen arbeitet sie allerdings präzise und schnell, was sich auch auf die neuen, sehr breit geratenen Teflonfüße zurückführen lässt.
Das Mausrad, welches durch seitliches Kippen Vier-Wege-Rollen ermöglicht, ist sehr leichtgängig und nicht präzise genug abgestuft. Das seitliche Scrollen funktioniert hingegen vorbildlich.
Raptor-Gaming M2
Der noch recht junge Peripheriehersteller Raptor-Gaming [6] präsentiert mit der M2 seine zweite optische Gaming-Maus. Als inzwischen unabhängiger Ableger der Firma TerraTec [7] stellt dieser seit einiger Zeit Zubehör für preisbewusste Spieler, vorwiegend im Bereich der 3D-Shooter, her.



Die M2 kommt in einer an die des Mauspad-Herstellers fUnc indUstries [8] erinnernde metallernen Verpackung her, die recht professionell wirkt. Beinhaltet sind neben der Maus zwei Gewichtplättchen, eine Treiber-CD und ein Satz selbstklebende Teflon-Gleitpads. Wie auch das Microsoft-Pendant geht die Optik der Maus etwas in Richtung des Urgesteins Logitech Wingman – jedoch ist auf der rechten Seite eine Neuerung zu erkennen, eine Wölbung, die als Ablage für den kleinen bzw. den Ringfinger dient.
Gleichzeitig wurde auf der linken Seite des Nagers auf eine Daumenablage verzichtet, was neben dem etwas billig wirkenden Design einen der Hauptkritikpunkte darstellt: Das akkurate Bewegen der Maus beim Arbeiten ist durch die Fingerablage nur eingeschränkt möglich, da vor Allem große Hände durch fehlenden Seitengrip beim Anheben zum Umsetzen leicht abrutschen – für Linkshänder und ihren linken Daumen ist die Ablage im Gegensatz dazu gut geeignet.



Neben dem schwer zu drückenden Mausrad stehen dem etwa 8 cm breiten, 12 cm langen und 4 cm hohen Gerät fünf weitere, direkt benutzbare Tasten zu Verfügung – wie Raptor-Gaming bei seinen offiziellen Angaben auf insgesamt acht Tasten kam, bleibt ein Rätsel. Vielleicht ist die seitliche Kippfunktion des Mausrads in der Aufzählung mit einbegriffen. Die beiden Haupttasten sind wie bei Razer ordentlich groß ausgelegt und haben einen sehr griffigen, kurzen Druckpunkt. Die Seitentasten sowie die DPI-Taste auf dem Rücken der Maus wirken sehr minderwertig und drücken sich schwammig und indirekt. Das Mausrad ist in etwa so schnellgängig wie das der Logitech G5.




Betrachtet man den Rücken der M2 etwas genauer, so fällt ein rundlicher Schnitt, der sich über die Hälfte der Maus hinzieht und sich als entnehmbare Klappe entpuppt, auf. Unter dieser Klappe ist eine Art Fassung eingelassen, in die eines der mitgelieferten Gewichte gelegt werden kann. Dadurch wird das Gewicht des Nagers zwischen 110 und 130 Gramm variiert – an und für sich keine schlechte Idee, die Gewichte wirklich innerhalb der Maus zu lagern und nicht wie bei Logitech in einem Einschub. Jedoch verliert das Produkt dadurch etwas an Variabilität, da nur zwei verschiedene Gewichte einsetzbar sind.
Beim USB-Kabel war Raptor-Gaming großzügig, hier wurden gute 2,5 Meter spendiert.



Der mitgelieferte Treiber integriert sich wie der Treiber der Microsoft Laser Mouse 6000 direkt in die Mauseigenschaften von Windows. Er bietet allerdings einige weitere Einstellungsmöglichkeiten wie unter anderem Tastenmakros. Alle benutzbaren Tasten sind wie bei der Konkurrenz frei belegbar.
In der Praxis zeigt sich der zweite Hauptkritikpunkt der M2: Die angeblichen 2400 dpi des optischen Sensors, der von der Firma PixArt Imaging [9] stammt, auf die Bezeichnung PAN301A hört und nur mit 800 dpi angegeben ist, werden erst durch eine spezielle Interpolationslinse erreicht. Dies führt in der Praxis dazu, dass dieser sogar bei einer Auflösung von nur 400 dpi – per Tastendruck kann zwischen 400 und 2400 dpi stufenweise gewechselt werden – wenig akkurat und hakend arbeitet. Zudem hat der Hersteller auf eine Abdeckung für die den Fokus erhöhende Speziallinse verzichtet, was einiges dazu beitragen könnte, dass dieser bei seiner spezifizierten Auflösung von 800 dpi nicht präzise funktioniert. Ein wirklich unschöner „Hack“ also.
Razer Copperhead
Mit der Copperhead konnte Razer [10] vor einigen Wochen [11] bereits sehr gute Kritiken absahnen. Ob sich der aktuelle Frontmann des renommierten Mausherstellers gegenüber den anderen heutigen Mäusen behaupten kann, wird jetzt in Erfahrung gebracht.
Da wir bis jetzt noch keine offizielle Verkaufsversion der Copperhead erhalten haben, kann noch keine Information über den finalen Packungsinhalt gemacht werden. Sobald wir die marktfertige Version testen können, werden natürlich Updates nachgereicht.



Die etwa 12,8 cm lange, 6,4 cm breite und circa 4 cm hohe, razertypisch nach einer Schlange benannte Maus weist ein circa 2,5 Meter langes Kabel mit vergoldetem USB-Stecker auf. Das Design erinnert an das des Vorgängers, Diamondback, ist jedoch minimal größer ausgefallen. Dazu kommt eine Optimierung der Antirutsch-Seitenbalken, die größer und breiter geworden sind – dadurch erhöht sich der Grip der Maus zum Vorgänger abermals stark.



Als komplett frei belegbare und benutzbare Tasten stehen sieben zur Verfügung. Hierbei zählt das neu konzipierte Mausrad als eine Taste, die beiden sehr großen, beschichteten und sehr griffigen Haupttasten sowie die jeweils zwei seitlich angebrachten Seitentasten als weitere. Wo die letzteren bei der Diamondback und der Viper noch nach Kritik riefen, stehen jetzt auf der Daumenseite gut erreichbare und angenehm zu drückende Navigationstasten zur Benutzung bereit. Hier zeigt sich ein weiteres Plus der Copperhead: die beidseitige Benutzbarkeit. Sie ist also auch für Linkshänder konzipiert, was in diesem Artikel nur noch die Microsoft Laser Mouse 6000 bieten konnte.


Unter der Maus zeigt sich wie bei der Logitech G5 der Agilent ADNS-6010 Sensor, der auch schon bei der Konkurrenz gute Ergebnisse zeigte und mit maximal 2000 dpi läuft. Neben der Laserzentrale findet man hier außerdem drei geschwungene Gleitpads, die auch schon bei der Diamondback Verwendung fanden und sich als extrem gleitfreudig erwiesen. Ein kleiner Knopf fand ebenfalls seinen Platz an der Unterseite und werkelt in direkter Verbindung mit dem „Razer Advanced Driver Control“: Durch mehrmaliges Drücken kann zwischen im 32 Kilobyte großen „Razer Synapse“-Speicher festgelegten Mausprofilen gewechselt werden, die individuelle Sensitivitäts-, Tastenbelegungs- und Auflösungseinstellungen definieren können.




Das Treiberinterface der Copperhead stellt ein weiteres großes Plus dar, denn dieses ist intuitiv, modern und umfangreich aufgebaut. Alle Tasten außer der Profile-Taste-8 können hier frei mit Funktionen oder Makros belegt werden. Die Einstellung für die DPI-Abstufung kann frei auf zwei beliebige Buttons gelegt oder direkt im Treiber eingestellt werden. Neben Sensitivitätseinstellungen wird außerdem eine Firmware-Update Funktion geboten, mit der unsere Maus auf die derzeitige Version 6.14 aktualisiert werden konnte, was die anfänglichen Bugs bei ruckartigen Bewegungen behob. Razer teilte uns ebenfalls mit, dass in Zukunft durch weitere Updates mehr als fünf Profile direkt auf dem Gerät gespeichert werden können – diese Zahl wird vermutlich auf acht angehoben.
In der Praxis zeigt sie ihre grundlegende Stärke: Sie arbeitet auf allen Mauspads uneingeschränkt präzise und gleitfreudig. Durch den hohen Grip der Haupttasten und den guten Druckpunkt aller Buttons gibt es auch bei hitzigen Spielsessions nur Vorteile zu verzeichnen. Das bis jetzt noch nicht detailliert angesprochene Mausrad reagiert merklich schwerer als die der Konkurrenten und ist durch eine Riffelung überaus ansprechend.
Bewertung
Microsoft Laser Mouse 6000
Die neue Laser Mouse 6000 des Herstellers Microsoft kann mit einem guten beidhändigen Produktdesign und einer sehr guten Ergonomie überzeugen. Die Tastenanzahl liegt im Durchschnitt und die Haupttasten haben einen vorbildlichen Druckpunkt. Leider zeigt sich die Treibersoftware eher spartanisch und bietet zu wenig Einstellungsmöglichkeiten.
Sollten sich die Probleme bei ruckartigen Bewegungen wie bei den ersten Betatreibern der Razer Copperhead und Diamondback durch ein Treiberupdate beheben lassen, wovon wir ausgehen, so erhält der Käufer für vergleichsweise erstaunliche 35 Euro eine Spielermaus für kleine bis mittelgroße Hände, die ihren Job zeitgemäß, mit leichtem Gewicht und einem schicken Design verrichtet. Durch das sehr gute Preis-/Leistungsverhältnis vergeben wir für die Laser Mouse 6000 den Preis-Hammer.
Logitech G5 Laser Mouse
Das aktuelle Kabelflaggschiff von Logitech hinterließ beim Testen eher gemischte Gefühle. Das bewährte MX500-Design ist leider nur für Rechtshänder geeignet und etwas angestaubt. Warum der Hersteller dem Benutzer nur eine Seitentaste spendiert hat, ist nicht nachvollziehbar, da vier wirklich benutzbare Knöpfe eher eine magere Ausstattung darstellen. Das 4-Wege-Scrollrad ist zu leichtgängig, funktioniert jedoch beim horizontalen Bildlauf gut. Die sehr detaillierte und ausgeklügelte Möglichkeit zur Gewichtsindividualisierung funktioniert gut und ist eine nette Dreingabe.
Um die DPI-Rate der Maus direkt am Gerät variieren zu können, sollten die zwei kleinen DPI-Knöpfe belegt werden, da diese für eine andere Funktion zu klein geraten sind. Durch dieses eher kosmetische Addon besitzt die Maus wie gesagt nur vier effektiv nutzbare Knöpfe, was mit einem zwar netten Design und einer gut ausgefallenen Software allerdings keine 50 Euro rechtfertigt. Hier sollte lieber zur günstigeren und ebenfalls sehr präzisen MX518 gegriffen werden, denn die G5 kann allenfalls als ein gut gemeintes Update zum Vorgänger angesehen werden, welches jedoch gravierende Mauspad-Probleme besitzt. Da Logitech bis jetzt keine Möglichkeiten zum Firmware-Upgrade der G5-Hardware vorgesehen hat, dürften die angesprochenen Probleme mit rauhen- und Glaspads nur durch eine neue Revision der Maus behoben werden können.
Raptor-Gaming M2
Die M2 von Raptor-Gaming kann als Verlierer dieses Artikels angesehen werden. Mit guten Ansätzen und innovativen Ideen, die aber leider eher lieblos und ineffektiv umgesetzt wurden, kann sie nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Eine Maus, die sich gegen das Grundkonzept als Linkshänder besser spielt denn als Rechtshänder, sollte grundlegend überarbeitet werden.
Mit den unechten 2400 dpi, dem „billig“ wirkenden Material und einem recht ordentlichen Treiber sind die circa 45 Euro falsch angelegt. Neben dem recht guten Druckpunkt der beiden Haupttasten sind alle anderen allenfalls einem Noname-Produkt gleichzusetzen. Das Mausrad drückt sich viel zu schwer und bei der Benutzung hoppelt der Nager regelrecht über den Untergrund – am Sensor sollte man nicht sparen.
Razer Copperhead
Die Copperhead von Razer, die mit ihrer Firmware jetzt in der finalen Version komplett ruckelfrei arbeitet, konnte sich als einzige Maus im Artikel in allen Punkten hervorheben. Die Griffigkeit ist hervorragend, die Integration des Lasersensors gut und die Optik sehr schick. Ob die nicht vorhandene Gewichtsvariabilität – vielleicht nur eine Modeerscheinung der Industrie, um den Spieler zu einem Update zu locken – als Kritikpunkt anzusehen ist, muss der Käufer für sich entscheiden.
Vor Allem die uneingeschränkte Spieletauglichkeit, die beidseitige Benutzbarkeit, der durchdachte Treiber und die revolutionäre Möglichkeit, Profile direkt im Speicher der Maus definieren und so jederzeit geräteunabhängig einsetzen zu können, verschafft der Copperhead unseren Leistungs-Hammer. Zwar sind die inzwischen auf etwa 65 Euro gesunkenen Kosten für das Gerät hoch angesetzt, für die Qualität und den Funktionsumfang aber angemessen.
Fazit
In diesem Artikel zeigte sich, dass die neue Lasertechnologie für Computerperipherie – bei gutem Einsatz und optimiertem Treiber – ihre klaren Stärken im Gegensatz zu optischen Sensoren besitzt. Sie sind genauer und besitzen eine bessere Bildauflösung. Dass pure DPI-Power nicht alles ist, zeigten die beiden Gegensatzkandidaten Raptor-Gaming M2 und Microsoft Laser Mouse 6000: Wo die M2 mit ihrem halbherzigen Tuning des für 800 dpi konzipierten Sensors auf exorbitante 2400 dpi noch nicht einmal bei der kleinsten Auflösung akkurat arbeiten konnte, läuft die Laser Mouse 6000 mit „nur“ 800 dpi Maximalauflösung vorbildlich (von den Treiberproblemchen einmal abgesehen).
DPI ist nicht alles, die neue Technologie verspricht allerdings bei korrekter Integration eine rosige Zukunft für Spieler.







