ComputerBase

Test: Razer Copperhead High Precision Gaming Mouse

von Hannes Tismer

Einleitung

Razers [1] Mäuse stehen seit geraumer Zeit für Qualität, Geschwindigkeit, Design und Performance. Nach dem Erfolg der hochauflösenden Boomslang-Kugelmaus hatte die Firma kurzzeitig Probleme mit der Pleite des Abtasttechnik-Herstellers kärna precision [2]. Mit der Diamondback und einem neuen optischen Sensor unter dem Hut der eigenen Razer Precision-Marke konnte dann allerdings wieder aufgetrumpft werden.

Die Copperhead basiert auf einem ähnlichen Grunddesign wie der Vorgänger – es wurden nur kleine Änderungen an der Optik vorgenommen. Sie ist etwa 12,8 cm lang, 6,4 cm breit und circa 4 cm hoch.

Logo
Logo

Die Maus besitzt ein über zwei Meter langes Kabel, zwei große und gummierte Buttons, das bei Spielern gern genutzte Mausrad und vier Seitenknöpfe. Sie wird in der finalen Verkaufsversion mit einer Teflon-Transporttasche, einer Treiber-CD sowie einer multilingualen Anleitung geliefert. Integriert ist eine blaue LED, die den selben optischen Effekt wie den der Diamondback Plasma Edition erzeugt. Außerdem wurde eine zweite LED unter dem Razer Logo platziert, die ab und an pulsiert und auf den auf der nächsten Seite beschriebenen „Button 8“ reagiert.

Details

Die an der Seite angebrachten „Antirutsch-Stege“ sind halbdurchsichtig und werden von der integrierten LED beleuchtet. Die beiden Hauptknöpfe sind gummiert und dadurch sehr griffig. Sie sind wie die seitlichen Buttons mit dem mitgelieferten „Advanced Driver Control Panel“ frei programmierbar und haben durchgängig einen angenehmen Druckpunkt. Das Mausrad selbst besitzt einen eigenen Druckpunkt, der dann als Button 3 agiert. Es dreht sich nicht freilaufend sondern über eine Art Raster, welches für eine gute Ergonomie beim Bildlauf sorgt.

Copperhead Gesamtansicht
Copperhead Gesamtansicht
Copperhead Seitenansicht
Copperhead Seitenansicht
Copperhead seitlich
Copperhead seitlich
Copperhead top
Copperhead top
Copperhead Unterseite
Copperhead Unterseite
USB-Stecker
USB-Stecker

Der USB-Stecker am Verbindungskabel ist vergoldet, was zumindest in der Theorie für eine höhere elektrische Leitfähigkeit sorgt. An der Unterseite ist neben dem Serienaufkleber der Laser-Sensor angebracht, der von der Firma Agilent [3] stammt, von Razer vermutlich wieder mit einer eigenen Linse ausgestattet wurde und sich „ADNS-6010 [4] LaserStream Sensors for High Performance Gaming Applications“ nennt. Er gehört zu den modernsten, auf dem Markt erhältlichen Präzisionslasern und besitzt eine maximale Auflösung von 2000 dpi. Es wurde außerdem ein Onboard-Speicher namens „Razer Synapse“ integriert, in dem die Firmware, die aktualisierbar ist, gespeichert wird.

1000 Hz Abfragefrequenz – „Ultrapolling“ – und eine Antwortzeit von einer Millisekunde sprechen für sich. Der Laser arbeitet genau bei einer Mausbeschleunigung von bis zu 20 g (20 x 9,81 m/s²). Er verarbeitet bis zu 7800 Bilder pro Sekunde und bleibt präzise bei einer Geschwindigkeit von maximal 45 IPS (Inch pro Sekunde, 114,3 cm pro Sekunde). Die Auflösung des Sensors lässt sich zwischen 400, 800, 1600 und 2000 dpi einstellen.

Die beiden Buttons an der rechten Seite der Copperhead sind standardmäßig mit „Increase DPI“ und „Decrease DPI“ belegt und ermöglichen somit das dynamische Umschalten der Sensorauflösung auch beim Spielen. Dieses Feature ist von der Logitech MX518 bereits bekannt.

Copperhead Unterseite Detail
Copperhead Unterseite Detail
Copperhead Vergleich seitlich
Copperhead Vergleich seitlich

Copperhead Vergleich top
Copperhead Vergleich top
Copperhead Vergleich Unterseite
Copperhead Vergleich Unterseite

An der Unterseite hat Razer eine weitere Taste angebracht, die sich im Treiber „Button 8“ nennt. Über diesen Knopf lässt sich ohne Umwege über die Treibersoftware zwischen den fünf definierbaren Treiberprofilen wechseln. Die LED unter dem Razer-Logo auf der Oberseite bestätigt den Wechsel der Profile mit einem Blinken. Sie blinkt so oft, wie die interne Nummer des aktuell gewählten Profils lautet.

Im Vergleich zum Vorgänger, der Diamondback, haben sich einige Details geändert. Neben dem Laser ist auch die Optik eine neue. Die Copperhead ist etwas voluminöser und stärker an der Oberseite gewölbt. Die Seitenknöpfe wurden aus dem Profil der Antirutsch-Leisten entfernt, etwas nach unten gesetzt und völlig neu konzipiert. Der schwammige Druckpunkt der alten Buttons wurde entfernt und wichen einem sehr definierten, angenehmen Druckpunkt.

Die Seitenstreben haben sich ebenfalls etwas verändert – diese sind ergonomischer geformt als vorher und ermöglichen so eine angenehmere Lage des Daumens. Durch die beidseitig ergonomische Form ist die Maus wie ihre beiden Vorgänger für Links- und Rechtshänder geeignet.

Praxiserfahrungen

Nachdem die Copperhead am Computer an einen freien USB-Port angeschlossen worden ist, leuchtet die Maus sofort in einem angenehmen Blauton auf. Die daraufhin folgende Treiberinstallation mit dem uns vorliegenden Beta-Treiber 6.06 verlief störungsfrei. Durch die nun zwei integrierten LEDs ist ein deutlicher Leuchtkraftunterschied im Vergleich zur Diamondback erkennbar. Das Bestätigungsblinken des Logos beim Drücken des Button 8 ist sehr hilfreich und das gelegentliche Pulsieren wirkt sehr schick.

Eine starke Verbesserung zeigt sich beim Mausrad, dessen Griffigkeit durch ein Streifen-/Noppenprofil drastisch erhöht wurde. Durch das 2,3 m lange Mauskabel wird dieses nie zu kurz, auch nicht bei großen Tischen oder weit entfernt stehenden Computern. Dadurch, dass der Lasersensor stets auf maximaler Leistung läuft, zeigt sich keinerlei Verzögerung beim Bewegen, auch nicht nach kurzem Ruhen der Maus.

Copperhead glow seitlich
Copperhead glow seitlich
Copperhead glow schräg
Copperhead glow schräg
Copperhead glow hinten
Copperhead glow hinten
Copperhead glow Vergleich top
Copperhead glow Vergleich top
Copperhead glow Vergleich seitlich
Copperhead glow Vergleich seitlich

Das Umstellen der Auflösung des Sensors wirkt direkt sensibilitätsmindernd und kann in Spielen für bestimmte Situationen genutzt werden. Womit wir zum Haupt-Anwendungsgebiet einer Spielermaus kommen – dem Spielen. Hier zeigt die Copperhead wie ihr Vorgänger ihre Stärke und arbeitet absolut genau. Das Stocken der Maus, welches bei schnellen Bewegungen von der Viper bekannt ist, wurde wie bei der Diamondback komplett entfernt. Sie lässt sich komfortabel bewegen, was auch von den neu geformten Seitenstreben herrührt. Die Haupttasten sprechen direkt und kurz an, durch ihre Größe sind sie sowohl für kleine als auch für größere Hände ergonomisch effektiv geformt.

Die linken, seitlichen Knöpfe sind inzwischen optimal erreichbar und lassen sich mit der Software frei belegen, sodass sie auch in Spielen verfügbar sind. Die rechten hingegen sind zumindest für Rechtshänder eher schwer zu erreichen. Aus diesem Grund sollten sie mit nicht allzu oft benutzten Funktionen wie dem DPI-Wechsel belegt werden.

Durch die von Razer konstant benutzten, hochgradig glatten Mausfüße aus Teflon ist die Bewegung über Stoff- und Plastikpads sehr schnell und präzise. Bei Glaspads sollte allerdings die Anschaffung von speziellen Mauskates in Erwägung gezogen werden, da selbst die Teflonpads durch die meist raue Glasoberfläche schnell abnutzen können.

Der Treiber

Das Controlpanel des Razer-Treibers der Version 6.xx hat abermals einen neuen Namen erhalten – es wird jetzt „Advanced Driver Control“ genannt. Auch beim Aussehen hat sich einiges getan, denn der Treiber wirkt jetzt noch moderner, „spaciger“ und ist in dunklen Schwarztönen mit hellen Kontrasten gehalten. Im Hauptfenster werden Informationen wie die aktuelle Tastenbelegung, Treiber- und Firmwareversion, sowie die Einstellungen der Abtastrate, der Auflösung des Sensors und die Profile angezeigt.

Treiber-CD
Treiber-CD
Treiber Basisfenster
Treiber Basisfenster
Treiber Sensitivität
Treiber Sensitivität
Treiber Advanced
Treiber Advanced
Treiber Speicheroptionen
Treiber Speicheroptionen

Klickt der Benutzer an der linken Seite des Hauptfensters auf „Sensitivity“, so wird, wie von nVidias ForceWare-Paket bekannt, ein Erweiterungsfenster ausgefahren. Hier lassen sich die generelle Empfindlichkeit der Maus, die Bildlauf- und Doppelklick-Geschwindigkeit, sowie die Einstellungen für die „On-The-Fly Sensivitity“ vornehmen. Wird auf einem Knopf die On-The-Fly-Belegung definiert, so kann durch das Gedrückthalten des Knopfes und anschließendem Drehen des Mausrads die Empfindlichkeit des Sensors auch beim aktiven Spielen eingestellt werden. Auch ein kleines Testfenster für die Doppelklick-Geschwindigkeit fehlt nicht.

Darüber hinaus ist an der linken Seite ein weiterer ausfahrbarer Reiter („Advanced“) verfügbar, in dem speziellere Geschwindigkeitseinstellungen vorgenommen werden können. Zum Beispiel besteht die Möglichkeit, die Sensitivität der X- und Y-Achse separat zu personalisieren, die Windows-Mausgeschwindigkeit zu verstellen, sowie die Beschleunigung bei einer Mausbewegung zu verändern oder ganz abzuschalten.

Auf dem Hauptfenster ist ebenfalls ein „Save / Load Settings“-Knopf positioniert, über den sich die Profile laden und speichern, sowie alle Einstellungen auf den Grundzustand zurücksetzen lassen. Durch die Funktion „Update Firmware“ kann über eine relativ einfache Anleitung die 32 kB große Firmware der Copperhead aktualisiert werden. Neue Versionen sind auf der Webseite von Razer [5] beziehbar. Leider funktionierte dieses Feature noch nicht einwandfrei mit der uns zur Verfügung gestellten Soft- und Hardware. Dazu ist allerdings zu sagen, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch mit der Betaversion 6.06 des Treibers arbeiten und uns noch keine finale Version zur Verfügung gestellt wurde.

Fazit

Razer hat es zum wiederholten Male geschafft und die sehr wenigen, von der Diamondback bekannten Makel rigoros behoben. Die Knöpfe lassen sich durch die Bank weg perfekt ansprechen, die Optik ist ansprechend und die Teflonfüße zeigen sich bewährt gut. Die Maus ist beidseitig sehr angenehm ergonomisch geformt und passt in nahezu jede Spieler- und Zeichnerhand. Die Funktion des Firmware-Upgrades und vor allem des Profilwechsel-Knopfs an der Unterseite sind extrem praktische Boni.

Alle Features, die wie der DPI-Wechsel auf Knopfdruck aktuell in Mode sind, wurden integriert und die Treibersoftware arbeitet überwiegend vorbildlich.

Die unserer Ansicht nach bis jetzt beste Spielermaus testeten wir in der Edition „Tempest Blue“. Sie wird außerdem ab Anfang Oktober, dem voraussichtlichen Releasetermin des Produkts, in den Versionen „Chaos Green“ und „Anarchy Red“ für etwa 69 Euro im Razerstore [6] des Speed-Link [7]-Vertriebs erhältlich sein.

Copperhead blau
Copperhead blau
Copperhead grün
Copperhead grün
Copperhead rot
Copperhead rot

Mit den „Razer Copperhead Pro-Tools“, die separat erhältlich sein werden, lässt sich das Gewicht der Maus, wie von mehreren Konkurrenzprodukten bekannt, variieren. Es kann dann zwischen drei verschiedenen Gewichten gewählt werden. Außerdem sind die Knöpfe der Maus austauschbar, sodass bei einem Defekt oder Verlust keine Neuanschaffung nötig ist.

Die Copperhead wird sich in einem kommenden Artikel gegen die neuesten Mäuse von Logitech [8], Microsoft [9] und Raptor-Gaming [10] behaupten müssen. Man darf gespannt sein.

URL-Liste:

  1. http://www.razerzone.com
  2. http://www.karnatechnology.com/
  3. http://www.home.agilent.com/
  4. http://www.home.agilent.com/DEger/nav/-536893644.536905700/pd.html
  5. http://www.razerzone.com
  6. http://razerstore.speed-link.com/
  7. http://www.speed-link.de
  8. http://www.logitech.de
  9. http://www.microsoft.de
  10. http://www.raptor-gaming.com
Copyright © 1999–2012 ComputerBase GmbH