Einleitung
„Razer – For Gamers. By Gamers.“ So lautet der aktuelle Slogan des in Kalifornien beheimateten Traditionsherstellers, der mittlerweile weit mehr als nur schicke Spielermäuse zu bieten hat. Der Hersteller hat ein umfassendes Portfolio an hochwertiger PC-Peripherie (angefangen vom Headset, über Tastatur bis hin zum Soundsystem), speziell auf die Bedürfnisse passionierter Computerspieler angepasst, am Markt platziert. Dabei ist allen Produkten, so verspricht es Razer, eine klare, einheitliche Linie gemein. Eine Symbiose aus Form und Funktion, aus Qualität und Technik.
Leider sind die nach dieser Philosophie gefertigten Produkte nicht für jeden erschwinglich, sodass vielen potentiellen Razer-Interessenten aus Kostengründen letztendlich nur der Griff zu günstigeren Konkurrenzprodukten bleibt. Speziell im Segment der High-End-Mausentwicklungen etablierte sich in der Vergangenheit ein sehr hohes Preisniveau, das nicht zuletzt vielen technischen Raffinessen geschuldet war, die ein Gros der Anwender unter Umständen überhaupt nicht zu nutzen weiß.
Aus diesem Grund hat Razer mit der Salmosa eine günstige Einsteigermaus entwickelt, die sich in ihren Funktionen auf ein brauchbares Minimum beschränkt, nicht aber das typische Razer-Flair inklusive aller qualitativen Aspekte vermissen lassen soll. Wir haben uns die Salmosa zur Brust genommen und Probe gespielt.
Technische Eckpunkte
- Razer [1] Salmosa
- Größe: 115 x 63 x 37 mm
- 1800 DPI Razer Precision 3G Infrarot-Sensor
- 1000 Hz Ultrapolling / 1 ms Response
- Mechanischer Wechsel der DPI- und Polling-Raten
- On-The-Fly Sensitivity
- Always-On Modus
- Extra große Antirutsch-Buttons
- 16 Bit Ultra-Wide Data Path
- 60 bis 120 IPS (Inches pro Sekunde)
- Drei programmierbare Hyperresponse-Tasten
- Für Rechts- und Linkshänder geeignet
- Scroll-Rad mit 24 unterschiedlichen Klick-Positionen
- Lautlose Ultraslick Teflonfüßchen
- 2 m langes leichtes Kabel
- UVP: 29,99 Euro
Impressionen und Details
Die Salmosa wird in einer charakteristisch gestalteten Razer-Kartonage geliefert. Auch das beigepackte Zubehör ist Razer-typisch sehr papierlastig und beinhaltet neben der Maus eine ausführliche, englischsprachige Beschreibung samt CD mit dem Treiber-Download-Programm, einen Quick-Start-Guide, das Echtheitszertifikat, einen Razer-Produktkatalog sowie ein Duo-Logo-Sticker.
Die Razer Salmosa gehört mit ihren Abmessungen von 115 x 63 x 37 mm zu den kleineren und mit einem Gewicht von lediglich 75 Gramm zu den leichtesten Mäusen des Gaming-Marktes und ist somit prädestiniert für Anwender, die sich nicht mit den üblicherweise deutlich schwereren High-End-Nagern anfreunden können. Die geringen Abmessungen der Salmosa machen sich dabei speziell in der Länge bemerkbar – Langfinger haben es schwer mit dem neuen Razer-Machwerk. Dafür hebt sich die aufgrund des symmetrischen Layouts üblicherweise für Links- wie Rechtshänder gleichermaßen geeignete Einsteigermaus von den typischerweise sehr langen, taillierten und wenig bauchigen Razer-Pendants ergonomisch durch einen sehr dominanten Heckpart ab, der die aufliegende Hand angenehm unterstützend ausfüllt. Eine Taillierung der Salmosa im Mittelbereich ist nur leicht angedeutet, aber vollkommen ausreichend, um dem Federgewicht eine ordentliche Griffigkeit und Umsetzbarkeit zu gewährleisten. Insgesamt kann die Ergonomie der Maus, die dem Anwender eine nicht ganz so flache und damit auf Dauer weniger ermüdende Auflage vorgibt, sondern sich in die natürliche Handwölbung einschmiegt, je nach Präferenz durchaus gefallen, wenngleich hier keine großen Experimente eingegangen werden.
Als absolut minimalistisch, vielleicht sogar als nicht mehr zeitgemäß, kann die Tastenausstattung der Salmosa angesehen werden. Denn neben den beiden großen Haupttasten verfügt der Razer-Nager nur noch über das 2-Wege-Mausrad. Seitliche Navigationstasten, wie sie den Alltag erheblich vereinfachen, sucht man beim abgespeckten Neuling vergeblich. Dafür wurden unter der Maus zwei Schiebregler installiert, mit deren Hilfe die Abtastrate auf 800 oder 1800 DPI sowie die Übertragungsrate auf 125, 500 oder 1000 Hz treiberunabhängig im laufenden Betrieb eingestellt werden können.
Die beiden großflächigen Haupttasten verfügen zur definierteren Fingerposition über eine leichte Konkavwölbung sowie eine angenehm schmeichelnde, samtig gummierte Oberflächenbeschaffenheit. Die Tasten lassen sich über die gesamte Fläche leichtgängig bedienen, vermitteln einen satten, aber etwas hellen Klickton, wirken robust und besitzen kein Vertikal-Spiel, das zum nervigen Klappern führt. Ihr Auslösewiderstand wurde im Vergleich zu früheren Razer-Mäusen allerdings etwas angehoben, um ungewollte Klicks zu minimieren. Das sehr klein geratene, nahezu komplett versunkene, ordentlich griffige Gummi-Mausrad besitzt ein wohldefiniertes 24er Raster mit mittlerem Drehwiderstand und einem Durchmesser von etwa 20 mm. Als mittlere Taste überzeugt es mit einer klaren Führung und einem gefälligen Druckpunkt auf Niveau der beiden Haupttasten.
Qualitativ weiß sich die Razer Salmosa ordentlich zu präsentieren. Das etwas hecklastig ausbalancierte Leichtgewicht vermittelt trotz der auf geringe Masse getrimmten Konstruktion eine ausgesprochene Robustheit und Stabilität. Besonders die matt beschichtete Oberschale gefällt aufgrund ihrer weichen, schmeichelnden Gummibeschichtung und der angenehm temperaturaufnehmenden Wirkung, ohne den Schweißfluss in intensiven Spielsituationen zu fördern. Die Unterschale ist derweil aus unbelassenem Kunststoff gestaltet und dementsprechend deutlich glatter, schmieriger – bildet aber einen sich gut anfühlenden Kontrast zur Oberschale.
In Sachen Agilität ist die Razer Salmosa den meisten Kontrahenten deutlich überlegen. Das geringe Gewicht des Nagers, die gute Greifbarkeit aufgrund des breiten Mauskörpers und die drei Teflonfüße sichern eine überaus hohe Bewegungsfreudigkeit und geringen Reibungswiderstand auf den gängigen Pad-Materialien. Nahezu unbändig schnell verhält sich die Salmosa vor allem auf rauen Hartplastik-Untergründen, während auf Stoff ein sehr präzises, leises und treffsicheres Arbeiten und Spielen ermöglicht wird.
Selbst bei sehr schneller Führung und hohen Beschleunigungen digitalisiert die Salmosa ihre Bewegungen auf allen getesteten Untergründen fehlerfrei. Verantwortlich dafür zeichnet sich der brillante 1800 DPI Infrarotsensor "Razer Precision 3G", der auch Herzstück der Razer Diamondback 3G ist. Dem geneigten Anwender stehen mit der IR-Technik im Vergleich zur Laser kaum Nachteile ins Haus – im Gegenteil. Spürbare Geschwindigkeitsunterschiede sind nicht auszumachen, dafür haben Laser-basierende Mausentwicklungen immer wieder Probleme mit der Untergrundkompatibilität. Somit beschränken sich die größeren Sehnsüchte beim Nutzen der Salmosa auf eine umfangreichere Tastenausstattung. Mögen einige Gamer mit der Minimalbesetzung als Drei-Tasten-Maus in 3D-Aktion gut zurecht kommen, wird das Fehlen gewisser Zusatzbedienelemente spätestens beim Navigieren im 2D-Alltag als arger Komfortbeschnitt spürbar.
Aufgrund ihres schmalen Funktionsumfanges ist die Salmosa grundsätzlich problemlos ohne die spezifische Treibersoftware per Plug-and-Play nutzbar. Wagt man dennoch den Blick auf die beiliegende CD, so wird man von einem Download-Programm begrüßt, das automatisch die aktuelle Treiberversion von der Razer-Homepage lädt. Einen Treiber findet man derweil nicht auf der CD des Lieferumfanges. Mit dieser Methode sichert Razer zwar, dass bei Neuinstallation immer die aktuelle Softwareversion verwendet wird, geht aber stillschweingend davon aus, dass alle Nutzer über einen Internetanschluss verfügen. Gerade aber hier liegt doch der Nutzen einer beigepackten Treiber-CD, dass der Anwender auch offline die entsprechende Funktionssoftware nutzen kann.
Die Salmosa-Software nimmt knapp 10 MByte Festplattenspeicher in Anspruch und bietet die nötigsten Funktionen. So können die drei Tasten sowie das Mausrades mit Funktionen definiert werden, was abseits der Standardbelegung allerdings kaum sinnvoll erscheint. Ferner kann man die Mausempfindlichkeit sowie die Scrollgeschwindigkeit festlegen. Makro-Konfigurationen oder ähnlich tiefgreifendere Settings werden derweil nicht geboten.
Bewertung
Natürlich wollen wir auch die Razer Salmosa in unsere Bewertungsübersicht einflechten. Dabei beurteilen wir die Eigenschaften der Maus anhand mehrerer Gesichtspunkte. Die Vergabe der Punkte orientiert sich dabei immer an den aufgeführten Referenzen, kann nach den eigenen Präferenzen aber stärker, respektive weniger stark, gewichtet werden.
Fazit
Razers Versuch, mit der Salmosa eine günstige Einsteigermaus für ambitionierte Spieler am Markt zu platzieren, darf zwiegespalten resümiert werden. Die beidhändig verwendbare Maus wartet mit einer für kleine und mittelgroße Hände sehr ordentlichen Ergonomie und einem ausgesprochen wertigen Qualitätsgefüge (dazu zählt die Materialwahl inklusive Verarbeitungsfinish, die Robustheit sowie die angenehme Oberflächengestaltung) auf. Das sehr geringe Gewicht des Nagers und die hohe Agilität, resultierend aus dem guten IR-Sensor und der geringen Gleitreibung, imponieren bereits beim ersten Handauflegen und machen Lust auf heiße Gefechte.
Gerade im Alltagsbetrieb ist es aber die knappe Ausstattung, die der Salmosa zum Verhängnis werden kann. Nur zwei Haupttasten und ein Mausrad sind heutzutage einfach zu wenig, um auch abseits des Spielgeschehens bequem zurecht zu kommen. Wer seine Präferenzen allerdings ausschließlich aufs Spielen legt und ohne große Zusatztasten und -Funktionen auszukommen weiß, wird sich mit der Razer Salmosa sicher gut zurecht finden. Mit einem angestrebten Startpreis von unter 30 Euro bietet der Neuling einen ordentlichen Einstieg in die Gamingwelt, wird es vorerst allerdings sehr schwer haben, schließlich ist eine Diamondback 3G mit deutlich besserer Ausstattung bereits zum selben Straßenpreis erhältlich.




















