Einleitung
Beim Gedanken an pfeilschnelle, leistungsstarke Spielermäuse für den PC kommen dem geneigten Anwender zumeist Namen wie Razer, Logitech oder Microsoft in den Sinn. Doch auch fernab dieser etablierten Nagetierzüchter wartet der Markt mit interessanten Produkten auf. Einem Mausneuling, der nicht mit technischer Finesse geizt und zu gern zur High-End-Konkurrenz aufschließen möchte, soll im heutigen Test die volle Aufmerksamkeit zuteil werden. Die Ikari Lasermaus vom Dänischen Hersteller Steelseries wartet dabei unter anderem mit flotter 3200-DPI-Laserabtastung, Profilablegung und LC-Display sowie neuartiger Ergonomie auf. Ob es ihr damit gelingt, die beliebten Kontrahenten ins Schwitzen zu bringen, wollen wir im Bericht klären.
Zumindest preislich gehört die in Zusammenarbeit mit professionellen Computerspielern entwickelte Steelseries Ikari Laser in die Top-Liga. Im Handel ist die Maus ab 50 Euro [1] verfügbar. Damit kostet das Steelseries-Flaggschiff nur geringfügig weniger als die ausgefeilten Spielerwerkzeuge von Razer und Co.
Ikari Lasermaus
Beim Lieferumfang setzt die Ikari Laser keine sonderlichen Akzente. Neben der Maus beherbergt die ansprechend gestaltete Verpackung lediglich die Software-CD, eine leider nur englischsprachige Anleitung sowie einen Steelseries-Sticker.
Technischen Eckpunkte
- Steelseries Ikari Lasermaus
- Herstellerhomepage: Steelseries [2]
- Maße (L x B x H): 130 mm x 83 mm x 36 mm
- Abtastung: Laser, 1 – 3200 Counts per Inch (CPI, analog zu DPI)
- Ergonomie: Rechtshänder
- Tastenanzahl: 4 + Mausrad als mittlere Taste + 1 als DPI-Umschalter
- LC-Display zeigt aktuell gewähltes Profil an
- Lift-Distanz: 1,8 mm
- Kabellänge: 200 cm
- Gewicht: 122 g (gemessen)
- Scrollrad: 2-Wege
- Vertrieb: Siehe Geizhals [3]
- Preis: ca. 49,90 Euro
Der flache, aber enorm breite Mauskörper weist eine unorthodoxe Rechtshänderergonomie auf. Während man mittig mit schmalem Schwung die beiden Haupttasten für Zeige- und Mittelfinger führt, bekommen sowohl der Daumen auf der linken Seite, als auch der Ring- und der kleine Finger auf der rechten Flanke eine breite Auslagerung zum gemütlichen Verweilen spendiert. Vor allem aufgrund der üppigen Gesamtbreite greift sich die Ikari Laser zwar sehr ungewohnt, liegt ab dem ersten Moment aber angenehm in der Hand. Charakteristisch für die Form sind die ausgeprägten Rundungen. Für Anwender mit geringer Sensibilitätseinstellung, die ihre Maus gerne aufnehmen und versetzen, bieten sich leider nur wenig Griff- oder Haltemöglichkeiten.
Die qualitative Anmutung der Maus hat leider zwei Seiten der Medaille. Bei der Oberflächenbeschaffenheit haben sich die Steelseries-Entwickler sehr viel Mühe gegeben und, vergleichbar mit den Razer-Pendants, die grau-schwarze Oberschale mit einer schmeichelnd-gummierten Schicht überzogen. Sie avanciert bei zwanghaft nassen Händen zwar zur Rutschpartie, bei normaler Benutzung beugt die weiche, streichelnde Beschaffenheit allerdings effektiv dem Schweißfluss vor und führt zu einem guten Bediengefühl.




Ein vernichtendes Urteil muss allerdings den Sound-Designern der in China produzierten Ikari ausgesprochen werden, sofern es diese überhaupt gegeben hat. Denn jeder Tastendruck mit den Haupttasten wird von einem matschig-dumpfen, Minderwertigkeit suggerierenden Klickgeräusch, das jede Bedienung zur akustischen Qual werden lässt, untermalt. Solch ein plumper, lauter Geräusch-Fauxpas darf bei einem Nager in diesem Preissegment einfach nicht auftreten. Abgesehen davon lassen sich die beiden Haupttasten zumindest gleichmäßig leichtgängig und klapperfrei bedienen. Auch der Einsatz der für mittelgroße Hände sehr gut platzierten Seitentasten lässt keine ungehemmte Freude aufkommen. Hier überwiegt ein schwammiges Gefühl einen klar definierter Druckpunkt – vom hohlen Klickton ganz zu schweigen. Beim Mausrad setzen die Dänen auf ein kleines, weißes Gummiexemplar, das lediglich zum gerasterten Scrollen und als mittlere Maustaste verwendet werden kann. Beim Drehen rattert es auch hier wieder kräftig im Gebälk, lediglich der Druckwiderstand der Buttonfunktion ist gelungen. Hinter dem Mausrad findet sich die CPI-Taste, die sich nicht umprogrammieren lässt. Sie dient zum Umschalten zweier nach persönlichen Vorlieben zu konfigurierenden Sensibilitätseinstellungen. Die getroffene Wahl, als „High“ oder „Low“ beschriftet, wird an der linken Mausseite per hellweißer LED-Beleuchtung kenntlich gemacht.
Als einzigartige Funktion bietet die Ikari Laser an der Unterseite der Maus ein Zehn-Zeichen-Display. Dieses zeigt im Normalfall das aktuell gewählte Belegungsprofil der Maus an, das per Steelseries-Software angelegt werden kann. Ferner lassen sich die Counts-per-Inch-Einstellungen für „High“ und „Low“ aber auch direkt an der Maus festlegen. Dazu wird der CPI-Button etwas länger gedrückt gehalten. Das Display zeigt nun den verwendeten CPI-Wert an, der per Scrollrad-Dreh in Einerschritten verändert und abgespeichert werden kann. Diese Funktion der Abtastratenfeinjustierung direkt an der Maus funktioniert ohne installierte Software.




Trotz ihres Volumens wirkt die etwa 120 Gramm auf die Waage bringende Maus recht leicht. Wirklich flink lässt sie sich dennoch nicht über das Mauspad schubsen. An der Unterseite der Ikari befinden sich großflächige Gleitfüße, die bei weitem nicht so reibungsarm agieren wie die Teflonpendants von Razer oder jene von Logitech. Es empfiehlt sich daher, die Ikari Laser eher auf schnellen Untergründen wie rauen Hartplastikpads zu verwenden. Auf Stoffpads weist sie zwar eine sehr gute Steuerbarkeit auf, lässt sich allerdings etwas behäbig und kratzig über die Oberfläche manövrieren. Auf Glas hat die Ikari laut Hersteller Abtastungsprobleme. Auf allen anderen gängigen Oberflächen arbeitet der 3200-CPI-Lasersensor der Maus allerdings tadellos und digitalisiert die Handbewegungen zuverlässig. Auch bei sehr hohen Bewegungsgeschwindigkeiten stellen sich keine Zeigersprünge oder Unstetigkeiten ein.
Einen Treiber benötigt die Ikari Lasermaus nicht, denn sie funktioniert per Plug and Play. Um allerdings die erweiterten Funktionen des Steelseries-Produktes nutzen zu können, bedarf es der entsprechenden Maussoftware. Der Download der gepackten Datei ist knapp sechs Megabyte schwer, wobei die Installation letztendlich nur schmale 1,4 MByte Festplattenspeicher beansprucht.




Das Programm bietet daraufhin mehrere Einstellungsmöglichkeiten. Obligatorisch können die vier Tasten und das Mausrad beliebig belegt und auf Wunsch mit nützlichen Makros versehen werden. Außerdem ist die Sensibilitätseinstellung, die wie beschrieben auch per Maus justiert werden kann, natürlich auch im Programm einstellbar. Darüber hinaus bietet die Steelseries Maus einen so genannten FreeMove-Modus an. Hier kann schrittweise eine Softwarekorrektur der Mausbewegung aktiviert werden, woraufhin ungerade Linienführungen ausgebügelt wird. Die meisten Anwender werden von dieser sehr moderat eingreifenden Funktion allerdings nur wenig Gebrauch machen. Alle Einstellungen können als Profildateien natürlich auf der Festplatte abgespeichert werden. Das aktuelle Profil wird dabei im Maus-LCD angezeigt.
Erweiterte Eigenschaften wie etwa differenzierte Sensibilitäten in X- und Y-Richtung sind nicht konfigurierbar. Dafür bietet Steelseries auf seiner Homepage [4] Profildateien von professionellen Spielern, welche die Ikari Laser verwenden, als Service zum Download an.
Bewertung
Natürlich wollen wir auch die Ikari Laser in unsere Bewertungsübersicht einflechten. Dabei beurteilen wir die Eigenschaften der Maus anhand mehrerer Gesichtspunkte. Die Vergabe der Punkte orientiert sich dabei immer an den aufgeführten Referenzen, kann nach den eigenen Präferenzen aber stärker respektive weniger stark gewichtet werden.
Demnach platziert sich der Steelseries-Nager im Mittelfeld unserer Übersicht. Zur absoluten High-End-Spitze ist es aber nicht weit, sofern die Fehler der Auflage berücksichtigt werden.
Fazit
Mit der Ikari Lasermaus liefert der Dänische Hersteller Steelseries einige interessante Ansätze. Dennoch konnte die Umsetzung nicht vollkommen überzeugen. Vor allem die qualitative Anmutung mit Blick auf die unvorteilhafte Bediengeräuschkulisse ist bei einem Produkt dieser Preiskategorie stark verbesserungswürdig. Darüber hinaus sollten die Entwickler an den Gleiteigenschaften des Nagers arbeiten und ihm kleinere aber dafür reibungsärmere Füße verpassen. Ferner könnte die Helligkeit der „High-Low“-Status-LED etwas zurückgesetzt werden, sticht sie doch in der aktuellen Konfiguration zu sehr aus der ansonsten zurückhaltenden, einheitlichen Mausoptik heraus.
Unabhängig davon weist der Neuling viele positive Charakterzüge auf. So können die weichgummierte Oberflächenbeschaffenheit sowie die ungewöhnliche Rechtshänderergonomie je nach persönlichen Präferenzen auf Anhieb gefallen. Als gelungen kann außerdem der treiberlose Betrieb und die sehr genaue Feinjustierung der Sensibilität per Maus oder per Software beschrieben werden. Der verbaute Laser arbeitet zuverlässig und bildet eine überzeugende Grundlage für präzises Arbeiten und Spielen.
Insgesamt deutet die Steelseries-Entwicklung also ihr hohes Potential an, gefährdet die etablierte Konkurrenz von Razer, Logitech und Co. allerdings nicht ernsthaft. Die Ikari Laser ist aktuell für knapp 50 Euro [5] erhältlich. Ein Preis, der angesichts des technischen Aufwandes sicher vertretbar, im Zuge der gezeigten Mängel allerdings etwas zu hoch erscheint.




