Einleitung
Ambitionierte Vielspieler mussten seit jeher mit Komfortkompromissen bei der Wahl ihres Mauswerkzeuges leben. Denn um verzögerungsfreie Digitalisierung ihrer Bewegungen zu garantieren, musste stets ein Mauskabel zur Bändigung des geliebten Schreibtischnagers vorhanden sein. Kabellose Funkmäuse haben dagegen technikbedingt immer mit minimalen Übertragungsverzögerungen zu kämpfen, die im Ernstfall über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Mit der heiß erwarteten „Mamba“ hat sich nun die kalifornische Traditionsschmiede von Razer diesem Problem angenommen und einen höchst interessanten Maushybrid entwickelt, der auf Basis der beliebten Death-Adder-Ergonomie nicht nur in den Punkten Qualität und Abtastgeschwindigkeit neue Razer-Maßstäbe setzt, sondern sowohl als kabelgebundene Spielermaus als auch als frei lebender Funknager genutzt werden kann. Wir haben uns den knapp 130 Euro teuren Spross zu Gemüte geführt und wollen klären, ob das Konzept aufgeht.
Technische Eckpunkte
- Razer Mamba
- Abmessungen etwa: 128 x 70 x 42,5 mm
- Gewicht: 109 Gramm (plus 20 Gramm Akku)
- Ergonomisches Rechtshänderdesign
- Sieben programmierbare Tasten
- Beleuchtetes 2-Wege-Mausrad
- Wahlweise mit oder ohne Kabel nutzbar
- 2,10 Meter langes Anschlusskabel (für Maus oder Ladestation)
- Razer Precision 3.5G Laser-Sensor
- Abtastrate zwischen 125 und 5600 DPI
- Interner Razer Synapse Speicher
- Kompatibilität: Windows 2000, 32bit / 64bit XP, MCE 2005, 32bit / 64bit Vista
- Akkulaufzeit: 14h (durchgängiges Spielen), 72h normaler Betrieb
- Herstellerhomepage [1]
- Vertrieb und Preis (Caseking [2], UVP: 129 Euro)
Maus im Detail
Angesichts des empfohlenen Verkaufsstartpreises von knapp 130 Euro sollte der Mamba-Käufer einiges erwarten können. Und in der Tat erweckt der pompöse Auftritt in einer Plexiglas-Vitrine den Eindruck, man hätte es hier mit einem exklusiven Luxusobjekt zu tun, das wohl nur wenigen Menschen vorbehalten sein wird. Ein erhabenes Gefühl steigt in einem auf und anders als sonst, da das eigentliche Objekt der Begierde ohne zu zögern aus der lieblosen Verpackung geschält und diese schnellstmöglich entsorgt wird, lässt man das Razer-Ensemble noch einige Minuten unangetastet auf sich wirken, betrachtend, sinnierend, schwelgend, als käme es aus einer anderen Welt.
Natürlich muss man sich die Frage stellen, ob eine solche Präsentation nicht komplett übertrieben ist, schließlich hätte sich eine konventionelle Verpackung nicht nur deutlich senkend auf den Verkaufspreis ausgewirkt, sondern wäre auch mit Blick auf den Umweltfaktor angebrachter gewesen. Denn die Frage verschärft sich beim Auspacken und der weiteren Zerlegung der im unteren Teil schubkastenartig aufgebauten Vitrine. So bleibt unterm Strich jede Menge Papp- und Kunststoffmüll übrig, während dem nur wenige Nutzteile in Form der Mamba-Spielermaus, der Ladestation, des Anschlusskabels, des Akkus sowie einer knappen Dokumentation gegenüber stehen. Eine Treiber-CD liegt dem Lieferumfang hingegen nicht bei, sodass die entsprechende Software zur Konfiguration der Maus sowie für eventuelle Firmware-Updates über die Razer-Internetseite [3] bezogen werden muss.




Razer vertraut bei der Ergonomie der Mamba auf die bekannten und erfolgreichen Formen der bereits 2007 erschienen Death-Adder [4]-Spielermaus und gibt dabei erneut voluminöseren, ergonomisch angepassten Rechtshänderschwüngen gegenüber den schmalen, flachen und symmetrischen Designs der typischen Razer-Machwerke den Vorzug. Der Mauskörper der Mamba zeigt sich vergleichsweise lang und breit mit einer geringen Taillierung und wird vorrangig größeren Händen angenehm auffallen. Die Heckpartie ist stark abschüssig gestaltet, während die Haupttasten der Front eher flach und langsam abfallen. Im Bereich des Daumens und des kleines Fingers haben die Razer-Entwickler gegenüber der Death-Adder kleine, aber wirkungsvolle Kanten eingearbeitet, die das Anheben und Versetzen der ohne Akku knapp 110 Gramm schweren Rechtshändermaus erleichtern. Mit installiertem Akku wiegt die Mamba etwa 130 Gramm und hat mit einem stark hecklastigen Schwerpunkt zu kämpfen. Erst ohne den Energiespeicher wirkt der Nager relativ homogen ausbalanciert und angenehm zu führen.




Die Razer Mamba ist mit sieben frei konfigurierbaren Maustasten inklusive 2D-Mausrad ausgestattet. Die großen, ohne Übergang der Oberschale entspringenden Haupttasten sichern dabei durch ihre ausgeprägte konkav-Wölbung mit der Razer-charakteristischen Schlangenmaul-Optik in der Front-Ansicht guten Halt für die aufliegenden und führenden Finger. Ihr Bediengeräusch ist angenehm knackig und der Auslösewiderstand nicht zu gering gewählt. Dafür hätte das durchaus vorhandene Vertikalspiel etwas geringer ausfallen können – ein minimales Klappern ist bei unserem Modell zwar nicht vorzufinden, in Anbetracht möglicher Fertigungstoleranzen allerdings scheinbar nicht gänzlich auszuschließen. Einen sehr soliden Eindruck hinterlassen die breiten, auf robuster Mechanik basierenden Navigationstasten, die sich leicht über der Verweilposition des Daumens befinden und nahezu ideale Erreichbarkeit besitzen. Sie wecken leicht gummiert und griffig ein ausgesprochen sicheres Klickgefühl bei leicht hellem Klang. Gleiches gilt auch für die zwei Zusatzelemente am vorderen Ende der linken Haupttaste. Ihnen wird standardmäßig die DPI-Umschaltung zugewiesen, allerdings kann der Anwender sie auch frei mit anderen Funktionen belegen. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass ihre Erreichbarkeit mit dem Zeigefinger im Eifer des Gefechts sehr eingeschränkt ist.
Selten hatte eine Razer-Maus ein derart gelungenes Mausrad, wie die Mamba. Zwar nur mit 2D-Funktion bedacht, kann das etwa drei Millimeter der Maus-Silhouette empor ragende Hartgummi-Rad (etwa 27 mm Durchmesser) sowohl optisch, im Betrieb mit stilvoll blau beleuchtetem Ring, als auch mechanisch überzeugen. Das Rad ist ausreichend griffig, das Scrollraster leicht weich, aber dennoch enorm exakt und sehr leise. Die Aufhängung präsentiert sich präzise und ohne Klappergefahr, Druckpunkt und -Weg als mittlere Maustaste scheinen ideal gewählt.
Neben diesen Funktionstasten besitzt die Razer Mamba an ihrer Unterseite noch weitere Elemente. Das wichtigste stellt dabei der On/Off-Button dar, der zur Deaktivierung des Nagers bei Nichtbenutzung verwendet werden sollte. Außerdem gibt es einen Verbindungs-Knopf, um die Funkverbindung zur Ladestation zu initialisieren, sowie einen Entraster für den USB-Kabel-Anschluss.




Qualitativ stellt die Mamba ganz klar Razers Spitze des Eisbergs dar. Die Passgenauigkeit der einzelnen Teile, die Steifigkeit und Robustheit der Maus bis hin zur Materialwahl und zum Anfassgefühl, kein Exemplar des Amerikanischen Spezialisten war bisher in diesen haptischen Disziplinen besser aufgestellt. Dabei wird der Hand durch die wechselnden Materialien, die matte, leicht griffige Oberschale, die aalglatten, stark reflektierenden Unterschalenpartien und die samtigen Auskleidungen der Verweilpositionen für Daumen und den kleinen Finger, ein angenehm schmeichelndes Repertoire zur Verfügung gestellt. Allerdings sind die Oberflächen zum Teil auch problematisch: Speziell die glatten Kunststoffteile der Maus und die gesamte Ladestation präsentieren sich enorm staubanziehend und fettfingeranfällig. Wer hier dauerhaft auf makellose Optik bedacht ist, kämpft leider schnell gegen Windmühlen.
Apropos Optik: Hier gibt sich Razer diesmal erstaunlich dezent. Neben der bereits genannten, blauen Hintermalung des Mausrades gibt es nur eine kombinierte Balken-Statusanzeige für die aktuelle DPI-Stufe (1 bis 5 mit roten Balken) sowie die Batteriekapazität (mit grünen Balken), wobei im Betrieb der Ladestatus dauerhaft angezeigt wird, während die Anzeige nur bei entsprechendem Switch der DPI-Auswahl zu deren Anzeige wechselt. Das angedeutete Razer-Rückenlogo auf der Mausoberseite lässt sich derweil nicht beleuchten.
Dafür erstrahlt der Sockel der Ladestation auch bei nicht aufgelegter Mamba in blauer Grundbeleuchtung. Diese lässt sich allerdings, genau wie auch die anderen Lichtquellen, per Treiber dauerhaft deaktivieren.




Die Razer Mamba ist mit drei Teflon-Gleitfüßen ausgestattet. Mit Hilfe dieser wird ein enorm reibungsarmer Bewegungsablauf auf vielen gängigen Unterlagen ermöglicht. In unserem Test harmonierte der Nager sowohl mit Mauspads aus Hartplastik, Glas und Textil. Lediglich die sehr hecklastige Ausblancierung bei eingebautem Akku stört die Dynamik in der Eingewöhnungsphase etwas. Vertraut man allerdings auf die Kabelvariante, so kann man auch von der Mamba die gewohnte Razer-Leichtfüßigkeit erwarten.
Treiber
Wie bereits angedeutet, liefert Razer die Mamba ohne Treiber-CD aus. Die entsprechende Konfigurationssoftware muss der Anwender also von der Internetseite [5] des Herstellers beziehen. Im Falle der zum Testzeitpunkt aktuellen Version 1.03 umfasst der Treiberdownload dabei knapp 40 MByte.




Obwohl die optische Gestaltung der Mamba-Software mit der typischen grün-schwarzen Farbgebung auf den ersten Blick als Razer-Machwerk zu identifizieren ist, haben sich die Programmierer diesmal um eine sehr übersichtliche, wenig verschachtelte Struktur und Menüführung bemüht. Im Allgemeinen ist festzuhalten, dass jegliche Einstellungen auf dem mausinternen Synapse-Speicher abgelegt werden und damit systemunabhängig abgerufen werden können. Dies ist grundsätzlich zwar gefällig, allerdings benötigt der Abgleich zwischen Treiber und Maus beim Aufrufen oder Abspeichern der Daten immer enorm lange, teilweise mehrere Sekunden, in denen keine Mausfunktion zur Verfügung steht – ein in diesem Preissegment kaum zu akzeptierender Umstand, den es unbedingt zu verbessern gilt.




Der Umfang des Treibers dagegen ist sehr groß. Zunächst können allen sieben Tasten sowie dem Scrollrad der Mamba entsprechende Belegungsfunktionen zugewiesen werden. Darüber hinaus werden bis zu fünf hardwareseitige DPI-Stufen pro Profil zwischen 100 und 5600 DPI in 100er Schritten belegt, wahlweise mit verschiedenen Empfindlichkeiten in X- und Y-Richtung, die dann mit Hilfe der entsprechenden Maustasten durchgeschaltet werden können. Ferner ist die Razer-typische, auf dem Monitor in Form einer Balkendarstellung angezeigten On-the-Fly-Sensibilitätseinstellung per Knopfdruck aufrufbar, über welche die aktuelle DPI-Einstellung unabhängig von den vorher definierten Stufen in 100er Schritten verändert werden kann.
Natürlich ist es möglich, verschiedene Belegungen als Profile abzulegen und gewünschten Anwendungen zuzuweisen, sodass beim Start eines entsprechenden Programms das jeweilige Profil automatisch aufgerufen wird. Problematisch ist lediglich der Umstand, dass nach Beendigung der Anwendung nicht auf das vorherige Profil zurück gewechselt wird, sondern dies manuell erledigt werden muss. Hier hätte Razer ganz klar konsequenter agieren müssen.
Auch Makros lassen sich konfigurieren, wahlweise mit oder ohne Zeitsensitivität, und passend benannt ablegen und den Maustasten zuweisen. Final ist es möglich, auf die Beleuchtung der Mamba Einfluss zu nehmen. Sowohl Mausrad, Statusanzeige als auch Ladestationssockel können dabei separat angesprochen werden.




Von Zeit zu Zeit bietet Razer auch Firmware-Updates für Maus und Ladestation zum Download an. Auch durch deren Menü wird gut beschreibend geführt, sodass auch ungebübte Anwender problemlos diese meist fehlerbehebenden Schritte durchführen können.
Alltagserfahrungen
Als Maushybrid nimmt die Razer Mamba in gewisser Hinsicht eine Zwischenposition bei den Spielermäusen ein. Einerseits ist sie kabellos verwendbar und bietet damit eine enorme Freiheit in ihrer Benutzung, andererseits sollte sie sich mit angestecktem 2,1-Meter-Kabel wie ein waschechtes Spielerwerkzeug verwenden lassen. Zunächst muss dabei angemerkt werden, dass ein Betriebswechsel von kabellos auf kabelgebunden in etwa zehn bis 20 Sekunden inklusive Umstecken des Kabels und neuer Initialisierung der Maus geschehen ist. Damit kann der Anwender hinreichend schnell den gewünschten Modus erzielen. Allerdings ist der Komfort dieser Aktion und damit der alltägliche Gebrauch doch in Frage zu stellen. In der Praxis wird man sich eher auf eine Betriebsart der Mamba einstellen und das Umstecken, das mit etwas Geschick entgegen einiger zu lesender Berichte problemlos von statten geht, minimieren. Vermutlich wird die Verwendungspriorität auf dem Funkmodus liegen.
Denn die spürbaren Vorteile der kabelgebunden Mamba hinsichtlich möglicher Übertragungsverzögerungen sind marginal und praktisch fast vernachlässigbar. Dem gegenüber steht allerdings die Gewichtsersparnis von immerhin 20 Gramm durch den Ausbau des Akkus, die man im kabelgebundenen Betrieb erzielen kann. Da für viele Spieler ein geringes Mausgewicht von enormer Wichtigkeit ist, könnte dies ein Argument für den Kabeleinsatz sein. Um die Maus ohne Akku betreiben zu können, muss der Schiebregler an der Mausunterseite auf „Off“ gestellt werden.
Allerdings macht die Razer Mamba ohne Kabel sehr viel Spaß. Die Übertragung funktioniert über mehrere Meter nahezu unterbrechungs- und verzögerungsfrei. Um dies zu gewähren, erfolgt die Komunikation zwischen Maus und Station nicht auf einer vordefinierten, fixen Frequenz, sondern ist in einem adaptiven Spektrum leicht über den üblichen 2,4 GHz möglich, um Inteferenzen mit anderen Geräten, die in diesem Bereich senden, weitgehend auszuschließen. Die Mamba bezieht ihre Energie von einem 800 mAh starken Akku, der entweder durch Aufsetzen der Maus auf die Ladestation oder durch direkten Anschluss an das USB-Kabel aufgeladen wird. Die komplette Ladezeit beträgt dabei etwa fünf bis sechs Stunden. Beim Verwenden der Ladestation ist zudem anzuraten, die Mamba über ihren Bodenschiebregler auszuschalten, damit sie nicht unnötig Energie während des ungenutzten Ladevorgangs abgibt. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, die Mamba bei längerer Nichtnutzung (etwa über Nacht) abzuschalten, um den Entladevorgang zu minimieren, denn auch das selbstständige Deaktivieren („Schlafen“) der Maus nach einiger Zeit verbraucht Strom. Bezüglich der Laufzeit gibt Razer 14 Stunden bei höchster Dauerlast, 72 Stunden bei normaler Spielebelastung an. Diese Werte scheinen für Herstellerangaben recht moderat gewählt – in der Tat zeigt sich Mamba im Alltag sehr stromhungrig, sodass selbst bei voller Ladung kaum mehrere Tage ununterbrochene Mausarbeit zu erreichen ist.
Die Mamba besitzt zwei Schlafzustände. Bereits nach 15 Sekunden Ruhe wird die Beleuchtung deaktiviert. In dieser Phase ist die Maus allerdings noch verzögerungsfrei durch Bewegung wieder zum Erwachen zu bringen. Nach einigen weiteren Minuten fällt die Mamba dagegen in einen tieferen Schlaf, aus dem sie erst nach etwa einer Sekunde Wake-up-Verzögerung wieder erwacht.
Hinsichtlich des verbauten Sensors hat Razer die nominelle Messlatte wieder etwas höher gesetzt. Nunmehr 5600 DPI werden hardwareseitig abgetastet. Dabei harmoniert die Razer gut mit textilen, rauen oder glatten Untergründen, sodass es in dieser Hinsicht kaum Einschränkungen geben sollte. Leider besitzt die Mamba dagegen Probleme mit dem Umsetzen. Beim Wiederabsetzen der Maus werden zum Teil beachtliche Zeigersprünge generiert – ein Umstand, der im harten Spieleeifer für viel Unmut sorgen könnte, denn dies hat der Mitbewerb zum Teil deutlich besser im Griff. In allen anderen Belangen hinterlässt das Sensor-Maus-Paket hingehen eine sehr gut Figur – Geschwindigkeit, Präzision und Kompatibilität stimmen genau so wie die Anpassbarkeit.
Bewertung
In unserer, lediglich als Ergänzung zum geschriebenen Urteil zu sehenden, bepunktenden Bewertung stellen wir die Razer Mamba anhand möglichst breit aufgestellter, objektiv einschätzbarer Kriterien gegen bisher getestete Referenzen dar. Dabei ist zu beachten, dass die Punktevergabe nach wie vor lediglich als grober, vergleichsbildender Richtwert angesehen werden darf und je nach individuellem Empfinden anders gewichtet werden würde.
Demnach können der Razer Mamba nicht viele Punkte in den von uns veranschlagten Kriterien abgezogen werden. Vielmehr zieht sie in dieser Gegenüberstellung punktgleich mit den besten bisher bewerteten Spielermäusen.
Fazit
Es hat ein Weilchen gedauert, bis sich Spieler-Maus-Primus Razer an einer ernsten Funkmaus-Umsetzung versucht hat. Auf Basis der beliebten und weiter entwickelten Death-Adder-Ergonomie mit deutlich verbesserter Material- und Verarbeitungsgüte hat der Hersteller einen Maus-Hybriden konstruiert, der es durchaus in sich hat. Neben den qualitativen Aspekten scheint die Mamba in ihrer Machart deutlich erwachsener, stilvoller und gereifter, als man es bis dato von Razer kannte. Dennoch untergrundunabhängig pfeilschnell und präzise agierend, mit gewohnten Superlativen in den technische Eckdaten, bietet sie beste Grundlagen für erfolgreiches Spielen und Arbeiten. Als Funkmaus arbeitet die Mamba zuverlässig und verzögerungsarm über weite Distanzen, etwas stromhungrig, dafür aber kaum mit Geschwindigkeits- oder Verzögerungsabstrichen gegenüber hochkarätigen Kabelnagern. Untermauert wird dies von einer Treiberausstattung mit kompletten Umfang und guter Übersicht, einer variablen und großzügigen Tastenausstattung sowie einer guten Onlinedokumentation.
Abseits aller positiven Aspekte lässt aber auch die Mamba Spielraum für Verbesserungen. Zunächst wirkt sich beispielsweise der recht schwere Akku deutlich negativ auf die Balance der Mamba aus. Denn inklusive Akku weist die Mamba einen deutlich hecklastigen Schwerpunkt auf, der im Gefechtseifer leicht eine unangenehme Dynamik erzeugt. Auch müssen aufgrund des hohen Energiebedarfs häufige Ladestationsbesuche eingeplant werden, ein Aufladen des Akkus ohne PC ist nicht möglich. Ebenfalls unschön fallen die langen Abgleichzeiten zwischen Treibersoftware und mausinternem Synapse-Speicher beim Speichern und Laden von Einstellungen auf. Das für den geneigten Spieler größte Mamba-Problem dürfte in den deutlichen Zeigersprüngen beim Versetzen der Maus liegen. Ansonsten arbeitet der wahnwitzige 5600-DPI-Sensor der Mamba allerdings zuverlässig, schnell und präzise.
Insgesamt hat Razer mit der Mamba eine ordentliche Maus mit leichten Kinderkrankheiten kreiert, die selbst im kabellosen Zustand hohen Spieleransprüchen zum Teil gerecht werden kann. Eingefleischte Vielspieler werden freilich dem deutlich günstigeren, kabelfesten, leichteren sowie unkomplizierteren Mitbewerb die Stange halten. Wer sich allerdings eine spielfähige, pfeilschnelle Funk-Maus mit sicherer Übertragung wünscht, von einem Anschaffungspreis von über 120 Euro nicht abgeschreckt wird und über die Fehler und Eigenarten hinweg sieht, kann sich getrost mit der Razer Mamba auseinander setzen.




