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Test: Razer Naga & CM Storm Sentinel

von Martin Eckardt

Einleitung

Die Auswahl technisch aufgebohrter Computermäuse, die als potente Spielerwerkzeuge an den Mann gebracht werden wollen, hat in den letzten Jahren beeindruckende Dimensionen angenommen. Für nahezu jede Gesinnung und Handhabungsform, sieht man einmal von adäquaten Linkshänderumsetzungen ab, haben die renommierten Hersteller mittlerweile passendes Getier präsentiert. Nichts desto trotz gelingt es ihnen von Zeit zu Zeit, mit überraschenden Umsetzungen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ein solches Moment konnte Traditionshersteller Razer jüngst für sich verbuchen, denn mit der Naga erweiterte man die eigene Produktpalette um eine speziell auf Rollenspieler abgestimmte Maus, die mit einem Zwölf-Tasten-Block in Daumenposition das MMO-Gaming in neue Geschwindigkeitsebenen heben soll. Abseits extravaganter Nieschenprodukte der etablierten Mausfabrikate versuchen auch immer wieder Neulinge im Segment, ein kleines Stück vom großen Gaming-Kuchen zu erhaschen. Ein prominentes Beispiel dafür liefert Coolermaster mit seiner aktuellen Gaming-Marke CM Storm, unter deren Banner die Stentinel-Spielermaus ihr Debüt gibt. Wir haben uns sowohl die Razer Naga als auch die CM Storm Sentinel zur Kurzbetrachtung ins Haus geholt, um ihre Konzepte vorzustellen.

Technische Eckpunkte

Razer Naga CM Storm Sentinel
Razer Naga
Razer Naga
CM Storm Sentinel
CM Storm Sentinel
Abmessungen 69 x 41,6 x 116 mm 83,6 x 40 x 135 mm
Gewicht 142 Gramm 139 - 161,5 Gramm
Kabellänge 200 cm 180 cm
Tastenanzahl 16 + Mausrad 7 + Mausrad
Beleuchtung ja (blau) ja (7 Farben wählbar)
Abtastung 5600 dpi Laser (3,5G) 100 – 5600 dpi Twin-Laser
Max. Beschleunigung 50 G 50 G
Max. Geschwindigkeit 6 m/s 6 m/s
USB-Signalrate 1000 Hz 1000 Hz
Füße Teflon-Gleitring 4 Teflon-Füße
Besonderheiten Addons für Rollenspiele
Beleuchtung deaktivierbar
Interner 64-KB-Speicher
5 x 4,5g Gewichtsanpassung
OLED-Display & DPI-Setting
Beleuchtung deaktivierbar

Preislich manövrieren beide Modelle typischerweise im gehobenen Bereich der Spielermäuse. Während für die Razer Naga gut 70 Euro [1] verlangt werden, wechselt die CM Storm Sentinel bereits für knapp 60 Euro [2] den Besitzer.

Razer Naga

Maus im Detail

Mit der Naga präsentiert Gaming-Spezialist Razer seine erste Maus, die sich explizit an eine spezielle Gruppe von Computerspielern abseits der üblichen Shooter-Thematik richtet. Deswegen stehen auch keine Höchstgeschwindigkeiten zur Debatte, sondern spezielle ergonomische Gesichtspunkte im Bezug auf Hard- und Software, um den hohen Ansprüchen der aufstrebenden Rollenspielgemeinde im Stile von World of Warcraft und Co. zu entsprechen.

Razer Naga Verpackung
Razer Naga Verpackung
Razer Naga
Razer Naga

Ringfinger-Ablage
Ringfinger-Ablage
Sehr ausgeprägte Rückenpartie
Sehr ausgeprägte Rückenpartie

Der Lieferumfang der Naga wird Razer-typisch von jeder Menge mehr oder weniger sinnvollen Papierbeilagen, beispielsweise in Form eines Echtheitszertifikats, der Betriebsanleitung oder eines Razer-Produktkatalogs, begleitet. Darüber hinaus gibt es lediglich eine Palette kleine Klebesticker, von Razer als Trainer bezeichnet, die in beliebiger Anordnung zur Reliefbildung auf das seitliche Nummernpad geklebt werden können, um sich an die Tastenposition zu gewöhnen.

Ergonomisch betritt Razer ein durchaus gefälliges, langzeitbequemes Rechtshänderneuland. Basierend auf einem relativ kompakt-kurzen Mauskörper, der mit seiner ausgeprägten Rückenwölbung die aufliegende, kleine bis mittelgroße Hand unterstützend ausfüllt, finden alle Finger einen klar definierten Bestimmungsort. So untermalt in Daumenregion eine leichte Taillierung die ideale Auflage, während auf der anderen Seite Ring- und kleiner Finger einen üppigen Ausläufer zum Verweilen vorfinden. Das gut abgestimmte Design wirkt schwungvoll und aus einem Guss mit dem typischen Razer-Lächeln der gewölbten Haupttasten. Entsprechend der Auslegung auf MMO-Games sind zum Umsetzen des etwa 140 Gramm schweren Nagers griffigkeitsfördernde Kanten nur sehr spärlich vorhanden – die Razer Naga zählt vornehmlich zu den Gleitern unter den PC-Mäusen.

Viel Papierzugaben im Lieferumfang
Viel Papierzugaben im Lieferumfang

Neben gestalterischen Besonderheiten findet die Naga ihr Alleinstellungsmerkmal klar in der Tastenausstattung. Abseits der beiden bestens abgestimmten, der einheitlichen Oberschale entspringenden Haupttasten, die durch die gelungene Kombination aus definiertem Druckverhalten, dumpf-knackigem Bediengeräusch und präzisem Anschlagweg punkten, bietet die Naga mit ihrem Zwölf-Tasten-Nummerblock ein außergewöhnliches Setup. Dabei liegen die Tasten bis auf die hintere Reihe („10-11-12“) durchaus bequem erreichbar und können trotz anfänglicher Skepsis gut vom fühlenden Daumen differenzierend aufgelöst werden, wofür sich der gewählte Abstand, der leichte Anstellwinkel sowie die Oberflächenbeschaffenheit der Tasten verantwortlich zeichnen. Vor ungewollter Betätigung schützt zudem ein relativ kräftiger Auslösewiderstand wirkungsvoll. Unser Naga-Modell weist wahrscheinlich aufgrund zu enger Materialabstände leider ein etwas knartschendes Druckgeräusch der Ziffertasten „1“ und „4“ auf, während die übrigen Tasten angenehm dumpf eingleiten. Leider können die zwölf Tasten des Nummernblocks nicht frei belegt werden. Lediglich per Schalter auf der Mausunterseite lässt sich bestimmen, ob die Belegung der illuminierten Beschriftung „1-12“ (Nummernblock) oder der Tastatur-Ziffernleiste „1-9,0,ß,´“ entsprechen soll. Die üblicherweise an der Daumenposition zu findenden Navigationstasten mussten bei der Naga an den vorderen Bereich der linken Maustaste weichen. Dort können die wertig zu betätigenden Tasten freilich nicht mehr vom Daumen verwaltet werden, sodass der Zeigefinger in anfänglich etwas ungewohnter Spagat-Manier mit dieser Aufgabe betraut wird. Abgerundet wird das üppige Angebot an Bedienelementen vom zentralen 2-Wege-Mausrad (etwa 22 mm Durchmesser), das durch sein klares, aber nicht zu schwergängiges Raster sowie den stimmigen Druckpunkt als mittlere Maustaste grundlegend positiv auffällt, diesen Eindruck allerdings durch ein äußerst unangenehm rumpeliges Geräusch beim Heraufscrollen aufgrund minimal wackeliger Mechanik trübt.

Razer Naga
Razer Naga
Liegt gut in der Hand
Liegt gut in der Hand

Griffiges Mausrad und Navigationstasten
Griffiges Mausrad und Navigationstasten
Ungewöhnlicher Nummernblock in Daumenposition
Ungewöhnlicher Nummernblock in Daumenposition

Qualitativ hinterlässt die gut 70 Euro teure Razer-Entwicklung ein weitgehend solides, optisch wie technisch fein abgestimmtes Bild. Lediglich die genannten Auffälligkeiten unseres Modells an der Scrollrad-Mechanik sowie an den beiden knarrenden Tasten des Nummerblocks sind für ein Oberklasseprodukt in diesem Preisrahmen nicht akzeptabel und sollten unter Realbedingungen reklamiert werden. Die Haptik der Naga wird von zwei Eindrücken maßgeblich bestimmt. Zunächst übernimmt die Oberschale mit ihrer matten, weichgummierten, warm-wirkende Beschichtung eine angenehm schmeichelnde und schweißbildungs-hemmende Funktion. Im Kontrast dazu zeigt sich die glatte, reflektierende Unterschale mit ihrer griffig-klebrigen Reaktion auf Berührungen. Die Kombination aus beiden Oberflächengestaltungen hat sich bei Razer-Mäusen über Jahre etabliert.

Optisch entspricht die Naga dem üblichen Razer-Typus. Der ausnahmslos schwarze Grundkörper wird vom pulsierend beleuchteten Hersteller-Rückenlogo in Szene gesetzt. Darüber hinaus ergänzt die stilvolle Mausrad-Beleuchtung sowie die untermalende Nummernblock-Illumination das optische Gesamtpaket.

Razer-typischer Materialübergang
Razer-typischer Materialübergang
Teflon-Ring sorgt für gutes Gleiten
Teflon-Ring sorgt für gutes Gleiten
Typisch blaue Beleuchtung
Typisch blaue Beleuchtung
Nummernblock ebenfalls illuminiert
Nummernblock ebenfalls illuminiert
Erreichbarkeit trotz 17 Tasten gut
Erreichbarkeit trotz 17 Tasten gut
Tastentrainer für den Nummernblock
Tastentrainer für den Nummernblock
Pulsierende Rückenlogo-Beleuchtung
Pulsierende Rückenlogo-Beleuchtung
LEDs separat deaktivierbar
LEDs separat deaktivierbar

Agilität und Gleitvermögen gehörten schon immer zu den Pluspunkten von Razer-Mäusen, die auch der Naga nicht vorenthalten bleiben. So überzeugt der mit einem umlaufenden Teflon-Fuß ausgestattete MMO-Nager durch reibungsarmes Gleiten über jegliche Oberflächen (Textil: sehr gut, Hartplastik: sehr gut, Holz: gut, Glas: gut). Die Abtastung erfolgt dabei sehr präzise, zuverlässig und bei Bedarf pfeilschnell auf Basis Razers bekannter und bewährter 3,5G-Lasertechnik.

Softwarebesprechung

Sehr knapper Naga-Treiber
Sehr knapper Naga-Treiber
Razer Naga Treiber
Razer Naga Treiber

Razer Naga Treiber
Razer Naga Treiber
Razer Naga Add-On-Download
Razer Naga Add-On-Download

Nach der Installation des etwa 14 Megabyte leichten Naga-Treibers reiben sich Razer-Kenner beim Betrachten der drei überschaubar gestalteten Reiter verwundert die Augen. Entgegen der üblichen Schiebreglerflut und Setupmöglichkeiten beschränkt man sich bei der Naga auf ein Minimum an Optionen. So lassen sich im Menü der „Leistungsanpassung“ lediglich die Abtastrate der Maus von 100 bis 5.600 dpi (in 100er Schritten) achsenseparat sowie die USB-Übertragung von 125 bis 1.000 Hz anpassen. Unter „Beleuchtung und Wartung“ kann der Anwender die blaue Mausrad- respektive Nummerblock-Untermalung sowie das pulsierend beleuchtete Razer-Logo deaktivieren und per Klick online nach Treiber-Updates suchen. Im letzten Menüpunkt „Add-Ons“ wird der Anwender ebenfalls auf die Razer-Homepage verwiesen und kann dort vom Hersteller bereitgestellte Treibererweiterungen für unterstützte Rollenspiele herunterladen. Zum Testzeitpunkt waren Add-Ons für „World of Warcraft“ sowie „Warhammer online“ verfügbar. Diese stehen als erweiterndes Interface im Spiel zur Verfügung, sodass die Kommandos direkt auf die einzelnen Tasten verteilt werden können. In Kombination mit Steuerungs-, Umschalt- oder Alt-Tasten stehen dem Anwender damit eine kaum erschöpfliche Resource zur Verfügung. Eingefleischte Spieler jedoch werden eine Weile brauchen, ihre Gewohnheiten auf die neuen Möglichkeiten umzustellen.

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Vor allem die fehlende Möglichkeit, die vielen Tasten der Naga abseits der Add-On-unterstützen Spiele mit Funktionen oder Makros zu belegen, liegt unserer Ansicht nach sehr schwer im Magen. Denn mit einer solchen Implementierung hätte Razer die Naga durchaus auch als potentes Alltagswerkzeug etablieren können. Leider ist dies auch für zukünftige Treiber nicht geplant.

CM Storm Sentinel

Maus im Detail

Die vom PC-Zubehörriesen Coolermaster in diesem Jahr ins Leben gerufene Spielermarke CM Storm [3] will sich mit kompromisslosen Entwicklungen auf technisch höchster Ebene vom Mitbewerb absetzen und damit den PC-Spieler begeistern. Mit dem CM Storm Sniper [4] konnten wir uns bereits in Gestalt eines ausgesprochen extravaganten Gehäuses davon überzeugen, was die Kreativabteilung des neuen Labels unter „kompromisslos“ versteht. Mit der „Sentinel Advance“ schickt die Storm-Abteilung nun ihr nächstes Großprojekt ins Rennen um die Gunst der Spieler.

CM Storm Sentinel Verpackung
CM Storm Sentinel Verpackung
CM Storm Sentinel
CM Storm Sentinel

Gestrecktes Mausdesign
Gestrecktes Mausdesign
Separate Tasten ohne Schalenstruktur
Separate Tasten ohne Schalenstruktur

Der Lieferumfang der Maus unterscheidet sich grundlegend vom Razer-Pendant, denn Dokumentatives in Form von gedruckten Anleitungen und Zertifikaten sucht man vergebens. Dafür erhält der Käufer eine Mini-CD mit entsprechender Treibersoftware sowie eine Slotblende mit speziellen Aussparungen, der so genannten „StormGuard“, um den Nager und natürlich auch Tastatur und Co. mit durchgefädelten Anschlusskabeln auf einer LAN-Party vor Diebstahl zu schützen.

Die CM Strom Sentinel verfügt über ein ergonomisches Rechtshänderdesign. Der relativ flache und sehr lang gestreckte Mauskörper begünstigt dabei geringe Auflagewölbungen und unterstützt auch große Hände noch ausreichend. Die Maus verfügt über eine recht typische Grundform mit ausgeprägter Mulde in Daumenposition, die diesem eine unangestrengte Verweilablage unter den Navigationstasten formt. Auf der anderen Seite können sich Ring- und kleiner Finger an einer schwungvoll abschüssigen Linienführung relativ frei ihren idealen Platz suchen. Auch die Haupttasten verfügen über keine vorgebenden Mulden, sodass der Hand keine exakten Positionen aufgedrängt werden und man auch längere Spieleperioden ohne schmerzhafte Ermüdungserscheinungen absolvieren kann. Die CM Storm Sentinel wiegt ohne Zusätze knapp 140 Gramm und kann mit Gewichten auf 161,5 Gramm aufgestockt werden. Aufgrund der starken Taillierung und der griffigen Kanten an der Oberschale lässt sich die leicht hecklastig ausbalancierte Maus sehr gut anheben und umsetzen.

Lieferumfang ohne Dokumentation
Lieferumfang ohne Dokumentation

Insgesamt bietet die Sentinel sieben programmierbare Tasten plus Mausrad. Die beiden Haupttasten sind dabei separat ausgeschnitten und verfügen über eine sehr stramme Auslösemechanik, die das kraftvolle Klicken mit knackig-hellen Bediengeräuschen untermalt. In gut erreichbarer, mittlerer Daumenkuppenlage befinden sich die beiden standardmäßig als Navigationstasten definierten Seitenelemente. Diese verfügen ebenfalls über einen recht kräftigen Widerstand, vermitteln dabei allerdings auch ein sehr präzises Gefühl. Etwas wackeliger eingefasst präsentieren sich die beiden dpi-Umschalttasten hinter dem Mausrad. Mit diesen kleinen Buttons kann der Anwender im Betrieb zwischen vier im Treiber vorkonfigurierten dpi-Stufen wählen. Die entsprechend eindeutige Stufenwahl erfolgt dabei umgehend über das eingefasste OLED-Display am Mausrücken. Vor dem Mausrad platziert CM Storm die Profiltaste, mit Hilfe derer zwischen den fünf mausintern abgelegten Profilen inklusive Tastenbelegung, dpi- und Beleuchtungseinstellung sowie Logo-Ausgabe gewählt werden kann. Abgerundet wird das Setup vom sehr griffigen 2-Wege-Gummimausrad (etwa 21 mm Durchmesser), das mit einem weichen Raster leichtgängige und geräuscharme Scrollvorgänge zulässt. Allerdings ist die robuste Mechanik als mittlere Maustaste etwas zu stramm eingestellt, sodass der Kraftaufwand zur Betätigung für unseren Geschmack zu hoch ausfällt.

Ausgeprägte Daumenablage
Ausgeprägte Daumenablage
Gewichtefach zur Masseerweiterung
Gewichtefach zur Masseerweiterung

CM Storm Sentinel
CM Storm Sentinel
Beleuchtete Heckpartie
Beleuchtete Heckpartie

Qualitativ macht die CM Storm Sentinel einen sehr ausgewachsenen Eindruck. Alle Materialübergänge sind enorm passgenau gestaltet, alle Spaltmaße exakt. Die Konstruktion wirkt trotz der vielen implementierten Technik und des möglichst geringen Gewichts ausgesprochen stabil und steif. Die Mechaniken der Tasten und des Mausrads sind sehr steif und exakt eingestellt und daher weit entfernt von ungeliebten, aber dennoch häufig beobachtbaren Klapprigkeiten. Haptisch bietet die Sentinel wenig Abwechslung und Erkundungsmöglichkeiten für die aufliegende Hand. Es dominiert eine einheitliche Kunststoffoberfläche, die mattiert und leicht rau aber dennoch ein angenehm schmeichelndes Gefühl hinterlässt. Unterbrochen wird diese Einheit nur vom rückseitigen Sichtfenster für die Display-Anzeige sowie durch die hintergrundbeleuchtete, umrandende Mesh-Metallgittereinfassung.

Optisch präsentiert sich die CM-Storm-Entwicklung recht wandlungsfähig. So kann der matt-schwarze Nager auf Wunsch mit bis zu sieben Farbeinstellungen im Vorder- und Rückenbereich beleuchtet werden. Die entsprechenden Einstellungen dazu befinden sich in der umfangreichen Treibersoftware. Darüber hinaus bietet das Rückendisplay neben der dpi-Anzeige die Möglichkeit, durch ein eigenes 32x32-Pixel-Logo weitere Individualisierungen vorzunehmen.

Beleuchteter Frontboden
Beleuchteter Frontboden
Vier Teflonfüße sorgen für Gleitvermögen
Vier Teflonfüße sorgen für Gleitvermögen

OLED-Display zur dpi-Anzeige und Logo-Ausgabe
OLED-Display zur dpi-Anzeige und Logo-Ausgabe
Sieben verschiedene Farben und viele Kombinationsmöglichkeiten
Sieben verschiedene Farben und viele Kombinationsmöglichkeiten

In puncto Gleitvermögen kann die Sentinel der Razer Naga nicht ganz das Wasser reichen. Mit ihren vier Teflonfüßen harmoniert die Spielermaus dennoch sehr gut mit den üblichen Unterlagen aus Textil, Hartplastik oder Glas. Unser Modell hat allerdings mit einer leichten Unebenheit des linken Gleitfußes zu kämpfen, sodass speziell auf Textiluntergründen manchmal ein minimales Kratzen auftritt. Keinerlei Beanstandungen lassen sich derweil im Hinblick auf die Abtastung finden. Souverän agiert der bis zu 5.600 dpi starke Twin-Laser der Sentinel und digitalisiert schnelle wie langsame Bewegungen exakt und pixelgenau präzise.

Softwarebesprechnung

Im völligen Gegensatz zur schmalen Naga-Software steht das 200 Megabyte mächtige Programmwerk zur CM Storm Sentinel. Dem Anwender werden hier in mehr oder weniger übersichtlicher Art und Weise alle Möglichkeiten von der Tastenbelegung über das Makro-Management bis hin zur Beleuchtungsjustierung offeriert. So steht in der „Main Control“ die freie Belegung aller Maustasten (bis auf die Profil-Umschalttaste) mit Standardfunktionen, Makros oder beliebigen Zusatzoptionen zur Verfügung. Darüber hinaus können die fünf selektierbaren dpi-Stufen achsenseparat festgelegt, Mausbeschleunigung, Doppelklickgeschwindigkeit und Übertragungsrate eingestellt werden. Im gesamten „CM Storm Tactical“-Menü ist zudem das Definieren und Bearbeiten der fünf auf dem mausinternen 64-KB-Speicher abgelegten Profile möglich (ein Standard- und vier Anwenderprofile). Diese enthalten alle Informationen zur Individualisierung der Maus (Tastenbelegung, dpi-Settings, Beleuchtung, Logo u.v.m.). Sollten diese fünf Profile nicht ausreichen, ist ein Exportieren/Importieren auf die Festplatte vorgesehen.

Sehr umfangreicher Sentinel-Treiber
Sehr umfangreicher Sentinel-Treiber
Profile anlegen
Profile anlegen
Umfassende Beleuchtungsoptionen
Umfassende Beleuchtungsoptionen
Ausgeprägter Makro-Manager
Ausgeprägter Makro-Manager
Ausgeprägter Script-Manager
Ausgeprägter Script-Manager
Sentinel Makro-/Script-Library
Sentinel Makro-/Script-Library
Update-Funktion
Update-Funktion
Download-Portal der Sentinel
Download-Portal der Sentinel

In der „Color Control“ lassen sich muntere Farbenspiele umsetzen, wie auf unseren Fotos angedeutet. Insgesamt bietet die Sentinel sieben Beleuchtungsfarben an, wobei Front und Rückenpartie der Maus separat angesteuert werden können, sodass eine immense Kombinationsvielfalt entsteht. Darüber hinaus sind zwei Effekte möglich: „Breathing“ stellt Vorder- und Rückenbeleuchtung in pulsierender Intensität dar, während „Rapid Fire“ beim Mausklick für einen kurzzeitigen Fabrwechsel sorgt. Natürlich kann die Beleuchtung auch dauerhaft aktiviert oder deaktiviert werden. Unter den Menüpunkten „Macro“ und „Script“ kann der Anwender beliebige Tasten- oder Klickkombinationen aufnehmen und ablegen, um im Spiel immer wiederkehrende Abfolgen per Klick parat zu haben. Im Macro-Bereich sind 125 Elemente, im Script gar 256 Abfolgen am Stück einspielbar. Die „Library“ dient final der Sortierung und Organisation der diversen vorprogrammierten Makros und Scripte, während man mit der Update-Registerkarte nach neuer Software für die Sentinel suchen kann.

Bewertung

In unserer, lediglich als Ergänzung zum geschriebenen Urteil zu sehenden, bepunktenden Bewertung stellen wir die beiden Testexemplare anhand möglichst breit aufgestellter, objektiv einschätzbarer Kriterien gegen bisher getestete Referenzen dar. Dabei ist zu beachten, dass die Punktevergabe nach wie vor lediglich als grober, vergleichsbildender Richtwert angesehen werden darf und je nach individuellem Empfinden anders gewichtet werden würde.

Bewertungsübersicht
Bewertungsübersicht

Demnach positionieren sich beide Nager sehr aussichtsreich im gehobenen Feld der Spitzenmäuse. Wirkliche Patzer leisten sich beide nicht. Bei der Naga trübt der knappe Treiber das Gesamtbild etwas, während die Sentinel in allen Bereichen zu glänzen weiß.

Fazit

Mit der Razer Naga und der CM Storm Sentinel konnten wir zwei sehr verschiedene Spielermäuse betrachten. Beide Vertreter der nagenden Zunft sind als Oberklasse-Produkte zu sehen, die sich abseits persönlicher Präferenzen nur wenig Kritik gefallen lassen müssen.

Mit der Naga verwirklicht Razer ein gewagtes, aber sehr interessantes Konzept als Vieltastenmaus, um MMO-Spielern ein entsprechend potentes Werkzeug zur Seite zu stellen. Dabei hat der Hersteller einen komplett neuen Mauskörper kreiert, der mit durchaus gefälliger, weitgehend langzeitbequemer, gedrungener Rechtshänderergonomie zum Gleiten einlädt. Die Erreichbarkeit der insgesamt 17 Bedienelemente ist aufgrund der Anordnungsgegebenheiten nicht immer optimal, aber dennoch überraschend gut gelöst. Qualitativ hat man sich bei Razer über die Jahre stark verbessert und überzeugt mittlerweile durch ein gelungenes Zusammenspiel aus passender Materialwahl, angenehmer Haptik, hoher Robustheit und sauberer Verarbeitung. Dass bei unserem Modell zwei der zwölf Nummerblock-Tasten beim Eindrücken manchmal leicht kratzen, deutet allerdings auf immer noch vorhandene Fertigungstoleranzen hin, die bisweilen das Spielevergnügen schmälern können. Abseits davon hätten wir uns einen etwas umfangreicheren Treiber gewünscht, der das Nummerpad auch im Alltagsbetrieb sinnvoll in Szene setzen lässt, wie es durch die gelungenen Add-Ons bei einer sicher noch stark erweiterbaren Auswahl an Rollenspielen bereits der Fall ist.

Razer Naga und CM Storm Sentinel
Razer Naga und CM Storm Sentinel

Auch die CM Storm Pioniermaus Sentinel hinterlässt einen glänzenden Eindruck. Im Stile eines etablierten Herstellers werden die gesteckten Ziele umgesetzt und Kinderkrankheiten, wie man sie bei Erstlingswerken häufig vorfindet, gänzlich ausgegrenzt. So erhält der Käufer eine fein verarbeitete, robuste Spielermaus mit gestreckter Rechtshänderergonomie, angenehmer Oberflächenstruktur und gutem Tastensetup. Das Gleitvermögen auf allen gängigen Mausuntergründen ist ordentlich, die Geschwindigkeit und Abtastpräzision über jeden Zweifel erhaben. Die Optik der Maus ist – basierend auf einem umfassenden Beleuchtungskonzept – sehr variabel zu gestalten, die Feinjustagemöglichkeiten lassen dank der üppigen Treibersoftware keine Wünsche offen und sind kaum zu überbieten. Einzig die sehr hohen Auslösewiderstände der Bedienelemente, allen voran des Mausrades als mittlere Taste, könnten je nach persönlichen Vorlieben etwas unangenehm auffallen.

Insgesamt können beide Nager eine sehr positive Bilanz für sich verbuchen, weshalb bei beiden je nach Geschmack zugegriffen werden darf. Die Razer Naga ist dabei mit einem üppigen Anschaffungspreis von über 70 Euro [5] noch etwas teurer als die Sentinel, die für knapp 60 Euro [1] den Besitzer wechselt.

Update – 23.02.2010
Razer hat mittlerweile auf die vielen Anfragen reagiert und mit einem neuen Treiber (v2.0 für Windows und Mac – zu beziehen über die Razer-Homepage [6]) nachgelegt, welcher es dem Anwender erlaubt, die zahlreichen Zusatztasten der Naga auch im Windows-Betrieb zu nutzen. Damit wurde ein Hauptkritikpunkt an der für den Spielebetrieb optimierten Maus korrigiert.

Neuer Naga Treiber
Neuer Naga Treiber

Tagesaktuelle Preise und Verfügbarkeit (Preisvergleich):

URL-Liste:

  1. http://www.gamersware.de/product_info.php/info/p15986_Razer-NAGA-MMOG-Laser-Gaming-Mouse.html
  2. http://www.gamersware.de/product_info.php/info/p15888_CM-Storm-SENTINEL-Advance-Gaming-Mouse---black.html
  3. http://www.cmstorm.com/de/
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_cooler_master_storm_sniper/
  5. http://www.gamersware.de/product_info.php/info/p15986_Razer-NAGA-MMOG-Laser-Gaming-Mouse.html
  6. http://www.razersupport.com/
  7. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a466217.html
  8. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a455216.html
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