Einleitung
Insbesondere bei Computerspielern liegen mechanische Tastaturen derzeit wieder ausgesprochen hoch im Kurs. Die auf den ersten Blick etwas irreführende Bezeichnung umfasst dabei jene Eingabegeräte, welche auf separate, definierte Metallfeder-Switches für die Tastenelemente setzen und auf deren Basis eine enorme Langlebigkeit unter stets unveränderten Anschlagbedingungen bieten. Spieler, die häufig nur bestimmte Tastenbereiche extrem beanspruchen, profitieren von der Ausdauer eines mechanischen Keyboards im Vergleich zu so genannten Rubberdome-Umsetzungen, bei welchen die Anschläge mit Hilfe von kleinen Gummiglocken generiert werden, die im Laufe intensiver Nutzung an Elastizität verlieren können.
In den vergangenen Jahren hat sich die Auswahl mechanischer Tastaturen am Markt einerseits zwar erheblich vergrößert. Andererseits vertrauen nahezu alle Produkte auf den Einsatz zugekaufter, mechanischer MX-Taster der Firma ZF Electronics (ehemals Cherry). Diese gibt es in verschiedenen, farblich codierten Varianten (etwa schwarz, blau, braun, rot) mit jeweils exakt definierten Anschlagvorgaben. Damit wissen erfahrene Anwender bereits vor dem Kauf einer entsprechend ausgestatteten Tastatur genau, was sie letztlich erwartet.

Im aktuellen Test wollen wir mit der MK-50 sowie der MK-85 zwei Tastaturen des schwedischen Gaming- und Peripheriespezialisten Qpad vorstellen, welche auf die relativ selten anzutreffenden, roten Cherry-MX-Schalter setzen. Diese zeichnen sich durch ein lineares Druckverhalten ohne Auslösebestätigung bei gleichzeitig relativ geringer Federkraft aus. Während die MK-50 als gehobenes Mittelklasseprodukt an den Start geht, verkörpert die MK-85 absolute Spitzeneigenschaften: Beleuchtete Caps, integrierter Makro- und Profilspeicher sowie Full-N-Key-Rollover via USB!
Technischer Überblick
| Qpad MK-50 | Qpad MK-85 | |
|---|---|---|
| Abmessungen | 44,8 × 14,9 × 3,5 cm (L × B × H), Kunststoffchassis | |
| Gewicht | 1050 g | 1220 g |
| Kabel | 1,8 m, extra dick | 1,8 m, Nylonmantel |
| Anschluss | PS/2 und USB-Adapter | USB und Audio/Micro |
| Taster | Cherry MX „red“, 45 g Auslösegewicht, 50 mio Ausführungen | |
| N-Key roll over | Full via PS/2 Adapter | Full via USB |
| Multimediakeys | Ja, volume control, play, pause, skip tracks | |
| Beleuchtung | Nein | Ja, drei Helligkeitsstufen & breathing |
| Hub-Funktion | Nein | 2 × USB 2.0, 3,5-mm-Audio-out, Micro-in |
| Spezial | Vier orange-Tastencaps und Handballenauflage | |
| Software | Nein | Makroprogrammierung und Profilspeicher |
| Kompatibilität | Windows 2000, XP, Vista, 7 | |
| Preisvergleich | Ca. 80 Euro [1] | Ca. 145 Euro [2] |
Äußerlichkeiten
Beide Qpad-Tastaturen finden in großzügigen Retailverpackungen gut geschützt ihren Weg zum Anwender. Mit von der Partie sind jeweils optional installierbare Kunststoff-Handballenauflagen mit schmeichelnd gummierter Beschichtung, knappe Schnellanleitungen in englischer Sprache, je vier orangefarbene Tastenkappen als WASD-Ersatz sowie je ein kleines Werkzeug zum Entfernen der Tastencaps. Der MK-85 liegt außerdem noch eine CD mit der notwendigen Software zur Nutzung der Makro- und Profilfunktion bei. Beide Keyboards benötigen grundlegend keine speziellen Treiber und agieren per Plug-n-Play.



Sowohl die MK-50 als auch die MK-85 vertrauen auf dasselbe Chassis, das mit seinen Abmessungen von 448 × 149 × 35 Millimetern (L × B × H) ohne Handballenauflage im Stile einer vollwertigen Desktoptastatur entsprechend viel Platz auf dem Schreibtisch benötigt. Mit Handballenauflage, die an zwei Scharnierstellen am Gehäuse eingerastet wird, werden in der Breite weitere 65 Millimeter aufgerufen.
Das Chassis selber besteht aus einer matten Kunststoffunterschale, in welche die Platine samt fest aufgebrachter Switches eingelegt ist. Die Verkabelungen sind über Steckverbindungen realisiert, sodass im Fall eines Kabeldefektes nicht das gesamte Keyboard entsorgt werden muss. Oberseitig wird das Tastenbett durch eine weitere Kunststofffassung mit entsprechenden Aussparungen für die einzelnen Tastenblöcke abgedeckt. Diese Fassung ist genau wie die Handballenauflage mit einer matten Soft-Touch-Gummierung überzogen und sorgt auf diesem Weg für eine angenehme Haptik. Ober- und Unterschale sind durch sieben herkömmliche Kreuzschlitzschrauben miteinander verbunden.






Obwohl Qpad kein Metallgehäuse einsetzt, sind die Tastaturen mit 1.220 (MK-85) respektive 1.050 Gramm (MK-50) enorm schwer geraten. Die hohe Masse unterstreicht nicht nur den wertigen Gesamteindruck der Eingabegeräte, sondern vermittelt überdies eine weitgehend sichere, steife Auflage auf dem Schreibtisch. Unterstützt wird diese durch die beiden Gummistreifen an der Vorderkante der Unterseite. Im hinteren Bereich wird auf diese Hafthilfen verzichtet. Dafür kann durch das Ausklappen von gut zwei Zentimeter langen Hochstellfüßen eine ergonomischere Keilform der Tastaturen erzielt werden. Insgesamt ist die Rutschfestigkeit der Tastaturen auf einer ebenen Unterlage ordentlich, aber nicht überragend.
Das Spitzenmodell MK-85 kann zusätzlich als doppelter USB-2.0-Hub sowie zum Anschluss eines Headsets (Kopfhörer und Mikrofon) dienen. Die entsprechenden Vorrichtungen befinden sich an der Hinterseite der Tastatur in gut erreichbarer Position. Die MK-50 verfügt an dieser Stelle nur über verwaiste Platzhalter.



Im deutschen Layout entsprechen beide Qpad-Tastaturen dem IBM/Windows-Standard mit seiner bekannt abgesetzten Blockformierung der 105 Einzeltasten. Abweichend vom Standard ist lediglich der Verzicht auf die rechte Windows- zugunsten einer „Fn“-Funktionstaste, welche gedrückt gehalten die Zweitbelegung der Tasten F1 bis F6 als Multimediaelemente sowie die Beleuchtungssteuerung der MK-85 über die Tasten „2“ und „8“ des Ziffernblocks aktiviert. In gleicher Weise werden die abgespeicherten Profile der MK-85 über die Zweitbelegung von F7 bis F11 sowie der standardmäßige Gaming-Modus über F12 (deaktivierte Windows-Taste) aufgerufen.
Tastencheck
Ein maßgeblicher Grund für die hohen Anschaffungspreise mechanischer Tastaturen ist die Verwendung definierter, qualitativ hochwertiger und langlebiger Taster. Qpad setzt in der Standardausführung der MK-50 sowie der MK-85 für jedes einzelne der 105 Tastenelemente auf die seltenen, roten Switches der Cherry-MX-Serie [3]. Aktuell können die Qpad-Tastaturen MK-50, MK-80 sowie MK-85 im Rahmen eines limitierten Angebots sogar mit beliebiger MX-Ausstattung beim Hersteller bestellt [4] werden. Die Federtaster sitzen dabei mittig unter den aufgesteckten Kunststoffkappen. Größere Elemente, wie etwa die Leer- oder Entertasten, werden zusätzlich durch eine Drahtbügelunterkonstruktion stabilisiert, sodass sie auch bei dezentraler Betätigung sauber geführt ins Tastenbett gleiten.



Allen gebräuchlichen MX-Schaltern (schwarz, braun, rot, blau) ist ein Federweg von vier Millimetern gemein. Dies bedeutet, dass die Taste ausgehend vom unbetätigten Zustand bis hin zum vollständig eingedrückten Anschlag üppige vier Millimeter in das Tastenbett einsinkt. Zum Vergleich: Tastaturen im flachen Notebook-Stil besitzen etwa eine Anschlagtiefe von zwei bis drei Millimetern. Das Tastensignal wird jedoch mit Hilfe der MX-Switches nicht erst bei maximalem Anschlag erfasst, sondern bereits ab halber Distanz. Es ist also nur notwendig, die jeweilige Taste der Qpad-Keyboards zwei Millimeter einzudrücken, um ein Auslösen zu generieren.

Genau wie die schwarzen MX-Schalter zählen die hier verbauten roten MX-Pendants zu den linearen Switches. Dies bedeutet, dass die zum Eindrücken aufzuwendende Federkraft gleichmäßig mit dem zurückgelegten Anschlagweg steigt. Das obige Diagramm verdeutlicht diesen Zusammenhang zwischen Auslösekraft und Federweg. Demnach beginnt das Einsinken der Tasten ab einem Auflagegewicht von etwa 30 Gramm. Für den maximalen Anschlag sind etwa 60 Gramm notwendig. Die häufig verwendeten, schwarzen MX-Schalter arbeiten etwa in einem Bereich von etwa 40 bis 80 Gramm, besitzen also eine deutlich strammere Feder.
Von entscheidender Bedeutung für die Nutzung ist jedoch die benötigte Kraft zum Auslösen der Tasten, also im Fall der Qpad-MK-Produkte jene, um den halben Federweg zurückzulegen. Diese fällt mit einem Äquivalenzgewicht von nur 45 Gramm bei den roten MX-Tastern relativ niedrig aus, was ein entsprechend leichtgängiges Schreib- und Spielgefühl vermittelt. Zum Auslösen des Signals bei schwarzen MX-Schaltern ist beispielsweise ein Gewicht von 60 Gramm notwendig. Auch typische Rubberdome-Tastaturen arbeiten meist mit 50 bis 60 Gramm, wobei hier die Signalerfassung häufig erst in der Nähe des maximalen Anschlags erfolgt.
Charakteristisch für die linearen Switches aus der Cherry-Familie ist der Verzicht auf Ergonomie- oder Resonanzpunkte. Der Anwender erhält keinerlei akustische oder mechanische Rückmeldung, ob ein Signal entsprechend ausgelöst wurde. Wer sich mit einem solchen Verhalten nicht anfreunden kann, sollte nach Tastaturen auf Basis brauner (etwa die Zowie Celeritas [5]) oder blauer MX-Schalter (etwa die Razer Black Window [6]) Ausschau halten.



Beide Qpad-Eingabegeräte verfügen über aufgesteckte Kunststofftastenkappen mit zylindrischer Ergonomie. Die MK-50 besitzt dabei eine relativ raue Cap-Oberfläche mit gelaserter, deutlich spürbarer, weißer Aufbringung. Verfärbungen oder Abnutzungen konnten wir hier während unserer zweiwöchigen Dauernutzung keine feststellen. Über das Langzeitverhalten und die Ausdauer der Beschriftung sagt dies jedoch nur wenig aus.
Bei der MK-85 wird die matte Soft-Touch-Beschichtung erneut aufgegriffen. Grundlage bildet hier eine Kunststoffkappe aus weiß-transparentem Plastik, welche nachträglich eine schwarze Beschichtung inklusive Aussparung der Buchstaben erfahren hat. Die Darstellung der Buchstaben ist tadellos scharf und bildet eine gute Grundlage zur Beleuchtung auf Basis der in die Schalter integrierten, roten LEDs. Da die Dioden jeweils oberhalb der zentralen Stempel positioniert sind, erfolgt die Beleuchtung der Tasten vornehmlich in diesen Bereichen, sodass die entsprechenden Zweitbelegungen mitunter nur schwach illuminiert sind. Wie langlebig die Beschriftung der MK-85 ist, hängt von der Haltbarkeit der Soft-Touch-Beschichtung ab und kann ebenfalls nur durch Langzeitbeobachtungen bewertet werden.
Software
Um den vollen Funktionsumfang der MK-85 nutzen zu können, muss die entsprechend auf CD beiliegende oder online verfügbare [7] Software installiert werden. Die etwa 13 Megabyte schmale Windowsapplikation ermöglicht die Definition von bis zu fünf speicherbaren Profilen mit jeweils bis zu zehn auf Wunsch umdeklarierten oder mit Makros versehenen Tasten. Leider ist die Software zum Testzeitpunkt lediglich in englischer Sprache verfügbar, sodass die Übersicht auch nur das englische Tastaturlayout abbildet.
Zur Nutzung wird über den oberen Reiter zunächst das gewünschte Profil ausgewählt. Jetzt klickt man auf eine der zehn aufgeführten „M“-Slots und wählt anschließend eine Taste des Keyboards, welche durch die neue Funktion ersetzt werden soll. Nun wählt man aus dem Dropdown-Menü der „M“-Slots die neue Funktion aus der vorhandenen Auswahl aus oder legt über „Macro“ eine folge von Tastenkombinationen an.Die Aufnahme der Macro-Tastenfolge kann wahlweise mit Aufzeichnung der Delay-Zeiten zwischen den einzelnen Betätigungen erfolgen.
Neben den Macros können einzelne Tasten auch deaktiviert oder mit dem Start bestimmter Anwendungen auf der Festplatte verknüpft werden. Das Umschalten zwischen den fünf Profilen erfolgt über die Kombination der Tasten „Fn“ mit einer der Funktionselemente F7 bis F11. Der automatische Gaming-Modus (Fn + F12), bei welchem die linke Windows-Taste deaktiviert wird, funktioniert weiterhin unabhängig von den Profilen.
Sowohl die Profile als auch einzelne Macros können separat auf der Festplatte abgespeichert und natürlich entsprechend eingelesen werden. Der Keyboard-interne 128-KB-Speicher der MK-85 merkt sich jedoch auch die aktuelle Auswahl unabhängig vom genutzten System.



Insgesamt ist die Software sicher nur als Ergänzung zum Produkt zu sehen. Die Bedienung wirkt etwas hakelig und wenig bequem, Umfang und Möglichkeitsrahmen sind durchaus überschaubar. Die MK-50 verzichtet gänzlich auf eine zusätzliche Software.
Rollover und Co
Zunächst muss man ganz klar festhalten, dass das vermittelte Anschlag- und Druckgefühl der verbauten mechanischen Taster vollständig persönlichen Präferenzen obliegt und daher in keiner Weise objektiv bewertet werden kann. Während einige Anwender die Leichtgängigkeit der roten MX-Schalter ob der ermüdungsarmen Arbeitsweise lieben werden und keine Rückmeldung im Sinne der Signalauslösung benötigen, werden andere sich nur schwer mit einem solchen Verhalten anfreunden können. Insbesondere Nutzer, die nicht nur spielen, sondern auch gern längere Texte verfassen, harmonieren unter Umständen besser mit Tastaturen, die ein ergonomisches Druckpunktverhalten aufweisen.
Natürlich kann man mit mechanischen Tastaturen wie der MK-50 oder MK-85 dennoch wunderbar schreiben. Speziell die haptisch ausgezeichnet differenzierbaren Tasten (der Seitenabstand zwischen zwei Tasten beträgt etwa sieben Millimeter, der Abstand zweier Tastenreihen etwa fünf Millimeter) und der tiefe Anschlag vermitteln ein sehr suggestives Gefühl für „blindes“ Arbeiten.



Muss man überdies auf optische Tastenerkennung setzen, liegt die MK-85 mit ihrem beleuchteten Tastenfeld insbesondere bei dunkler Umgebung klar im Vorteil. Die rote LED-Beleuchtung wirkt ausgesprochen harmonisch und kann wahlweise deaktiviert, pulsierend oder in drei konstanten Helligkeitsabstufungen arbeitend aktiviert werden. Nicht von dieser Auswahl betroffen sind die drei Status-LEDs am rechten, oberen Rand der Tastatur („Numlock“, „Capslock“, „Scrolllock“). Diese leuchten stets in gleichmäßig intensiv. Die MK-85 setzt hier auf rote LEDs, jene der MK-50 sind blau. Bei Ersterer musste zudem der „Scrolllock“-Status der Anzeige für den aktivierten „Gaming-Modus“ (aktivierter Gaming-Modus bedeutet eine automatisch deaktivierte linke Windows-Taste) weichen.
In der Welt der Gamertastaturen spielen natürlich Key-Rollover-, Ghosting- und Blocking-Effekte eine prominente Rolle. Beide Qpad-Tastaturen aus dem Test sind zunächst frei von Ghosting-Erscheinungen, also jenem Matrixphänomen eines zusätzlich registrierten Tastensignals ohne zugehörige Tastenbetätigung infolge kombinierter Tastendrücke. Auch Blocking konnten wir im Aquas-Keytest nicht beobachten. Blocking meint das Verhindern von potentiellen Ghosting-Erscheinungen durch Deaktivierung jenes Tastensignals bei simultaner Registrierung von Tastenkombinationen, welches normalerweise per Ghosting auslösen würde. Dies würde zum „Verschlucken“ real gedrückter Tasten führen.
Sowohl die MK-50 als auch die MK-85 sind vollständig N-Key-Rollover-fähig (NKRO). Es können also jeweils alle Tasten beider Keyboards gleichzeitig und beliebig kombiniert korrekt ausgelöst werden, ohne dass Fehlinformationen entstehen. Die MK-50 bietet die NKRO-Fähigkeit busbedingt jedoch nur, wenn sie über den PS/2-Anschluss mit dem Computer verbunden ist. Nutzt man den beiliegenden USB-Adapter, schrumpft ihre Fähigkeit auf 6KRO. Dies bedeutet, dass maximal sechs beliebige Tastendrücke simultan registriert werden können. Eine siebte, zusätzlich betätigte Taste wird nicht mehr berücksichtigt. In der Praxis sollte 6KRO für die meisten Anwendungen und Spieler mehr als ausreichend sein.



Durch geschickte Optimierungen ist es Qpad gelungen, das MK-85 sogar via USB-Anschluss Full-NKRO-tauglich zu gestalten. Dies ist vor allem interessant, da mehr und mehr aktuelle Mainboards auf den in die Jahre gekommenen PS/2-Port verzichten. Laut eigenen Angaben ist die MK-85 damit die erste Tastatur überhaupt, welche NKRO über USB bietet. Wie die Entwickler dies geschafft haben, bleibt vorerst ihr Geheimnis. Wir konnten im Test zumindest keinerlei Verzögerungen oder ähnliche Missstände beim Agieren beobachten, die auf etwaige Tricks hinweisen könnten.
Ein Aspekt, der im Zusammenhang mit mechanischen Keyboards nicht verschwiegen werden darf, ist die Nutzungslautstärke. Während der Trend in vielen Bereichen des PC-Lebens in Richtung minimaler Lärmbelastung geht, gönnt sich der Peripheriemarkt hier eine markante Ausnahme. Insbesondere bei energischer Betätigung ist der Anschlag der Tasten bei voller Auslenkung als laut, dumpf und voll zu bezeichnen. Speziell in ruhigeren Umgebungen fällt der Unterschied zum sanften Tippgeräusch flacher Notebook-Äquivalenttastaturen deutlich aus. Mit etwas Übung kann man sein Anschlagverhalten gegebenenfalls etwas optimieren, indem man auf volle Auslenkung und Entspannung der Tasten verzichtet. Im eifrigen Spiel ist dies natürlich keine sinnvolle Option. Hier kommen jedoch ohnehin meist laute Sound-Effekte oder die individuelle Headset-Abschottung zum Einsatz, sodass der Lautstärkeaspekt der Tastatur nur eine untergeordnete Rolle einnimmt.
Fazit
Nachdem sich so genannte Spielertastaturen noch vor wenigen Jahren vorrangig durch enormen Funktionsumfang, Display- und Beleuchtungsspielchen sowie zahlreiche Zusatztasten und Konfigurationsmöglichkeiten definierten, ist mittlerweile ein Umdenkprozess zu beobachten. Hohe Qualität in der Verarbeitung und insbesondere klar definierte, langlebige Tasteneigenschaften sind wieder verstärkt in den Fokus der Anwender gerückt. Viele Peripheriehersteller und -Marken begegnen diesem Trend mit der Forcierung mechanischer Tastaturen.
Viel Spielraum bleibt den Firmen dabei nicht, ihr Produkt angesichts stetig wachsender Konkurrenz prominent am Markt zu positionieren. Schließlich setzen fast alle Spielermarken aktuell auf die Dienste teuer zugekaufter Cherry-MX-Tastenmechaniken, sodass zwischen den Kontrahenten ein relativ ähnliches Preis- und Leistungsgefüge herrscht.
Der schwedische Peripheriespezialist Qpad versucht sich zunächst durch den Einsatz der bisher noch relativ selten anzutreffenden, roten MX-Schalter eine Nische zu schaffen, verbaut auf Wunsch jedoch auch das übrige Cherry-MX-Sortiment. Gepaart mit einem stabilen Kunststoffchassis, das auf Basis der Soft-Touch-Oberflächen auch in Kombination mit der ergonomisch sehr guten Handballenablage eine angenehme Haptik vermittelt, bedruckten Tastenkappen sowie der N-Key-Rollover-Fähigkeit via PS/2-Anschluss (6KRO per USB) verkörpert die MK-50 eine ausgezeichnet puristische, mechanische Tastatur ohne aufgeblähten Funktionsumfang. Der veranschlagte Verkaufspreis von etwa 80 Euro rundet das in unseren Augen stimmige Angebot fair ab.
Wer es lieber etwas verspielter mag, könnte unter Umständen mit der MK-85 auf seine Kosten kommen. Speziell die mehrstufige LED-Hintergrundbeleuchtung jeder einzelnen Taste, die hochwertig gefertigten Tastencaps und die N-Key-Rollover-Fähigkeit per USB-Betrieb sind schlagkräftige Argumente für die MK-85. Hinzu gesellen sich die USB- und Audio-Hubfunktion, die angenehm schmeichelnde Soft-Touch-Beschichtung der Oberflächen, welche auch vor den Tasten nicht Halt macht, und natürlich die softwareseitigen Makro- und Profiloptionen. Letztere weisen in der Umsetzung allerdings noch deutliche Reserven auf. Insgesamt ist die Qpad MK-85 eine mechanische Tastatur für den gehobenen Anspruch. Dies schlägt sich zwangsläufig auch im Preis nieder, welcher mit etwa 145 Euro außerhalb jeglicher Schnäppchendimensionen rangiert.
Nützliche Links
- Herstellerhomepage: Qpad [8]
- Preisvergleich: Qpad MK-50 [9] (ca. 80 Euro)
- Preisvergleich: Qpad MK-85 [1] (ca. 145 Euro)
- Forum-Übersicht: Ghosting-Tests vieler Tastaturen [10]




