Vorwort
Das Ende von Rambus ist nahe, denn ginge es nach Intel, so ist der ehemals als das Nonplusultra angepriesene Speichertyp Ende des Jahres aus allen Desktopplattformen für den Pentium 4 verschwunden. Eine Weiterentwicklung der bisherigen Rambus-Chipsätze i850 und i850E wird es nicht geben, so dass die bisherigen Intel-Lösungen nach und nach auslaufen werden. Bereits seit längerem ist bekannt, dass Intel im Oktober diesen Jahres den offiziell unterstützten DDR-Speichertakt von derzeit 266 MHz beim i845D, i845E, i845G und i45GL/L auf 333 MHz anheben möchte. Damit steigt die beim Pentium 4 besonders wichtige Speicherbandbreite von 2,1 auf 2,7 Gigabyte pro Sekunde. Vergleicht man den Wert mit der Rambus-Konkurrenz (RIMM1066 schafft es auf 4,2 GB/s), hinkt DDR SDRAM zwar immer noch deutlich hinterher, dafür hat letzterer jedoch deutlich kürzere Latenzzeiten (32ns bei RIMM4200 verglichen mit 6ns bei DDR333). Wird dies ausreichen, um die deutlich geringe Speicherbandbreite auszugleichen und damit einen neuen Highend-Chipsatz, dessen Vertreter bisher die Rambus-Modelle von Intel waren, zu schaffen?
Lange Rede kurzer Sinn: Bereits jetzt lassen sich einige wenige Lösungen auf Basis des i845G Chipsatzes mit einem Speichertakt von 333 MHz sehr stabil betreiben, so dass einem Einsatz von DDR333 Speicher nichts im Wege steht. Ein Vertreter dieser Zunft ist das 4G4A+ von EPoX [1], das sich vor kurzem bei uns gegen die Konkurrenz beweisen durfte. Hiermit ist somit ein erster Ausblick in die Zukunft möglich.
Anhand unseres i845G Mainboards, das einen Betrieb von DDR333 Speicher zulässt, wollen wir daher einen Ausblick auf die Leistung der zukünftigen Intel-Chipsätze i845PE und i845GE werfen.
Testsystem
Für unseren Test kam wie üblich Windows XP Professional zum Einsatz. Alle Treiber und sonstigen Komponeten sind mit unserem Prozessor-Testsystem identisch gewesen, so dass hier ein exzellenter Vergleich möglich wird. Sowohl AMD als auch Intel greifen bei diesem Kurztest erstmals auf den gleichen Speicher zurück, so dass diesmal nahezu von vollkommener Chancengleichheit gesprochen werden kann.
- Prozessor
- Intel Pentium 4 2,80 GHz (FSB533) [2]
- Intel Pentium 4 2,66 GHz (FSB533)
- Intel Pentium 4 2,53 GHz (FSB533)
- AMD Athlon XP 2200+
- Motherboard
- AMD Plattform: Asus A7V333 (KT333) [3]
- Intel Plattform (Rambus): Asus P4T533 (i850E) [4]
- Intel Plattform (DDR SDRAM): EPoX 4A4A+(i845G) [5]
- Arbeitsspeicher
- 2x256MB DDR333 Corsair XMS3000C2 [6]
- 1x512MB RIMM3200 Samsung Rambus
- 1x512MB RIMM4200 Samsung Rambus
- Grafikkarte
- Peripherie
- Asus CRW 4012A
- IBM IC35LC040
- Treiberversionen
- nVidia Detonator 29.42
- AMD Plattform: Via 4in1 4.42
- Intel Plattform: Intel Inf-Treiber 4.00.1009 + Intel Application Accelerator 2.2
- Software
- Windows XP Professional
Benchmarks
Zur Bestimmung der Geschwindigkeit des Gesamtsystems kam unser kompletter Testmix für Prozessoren zum Einsatz, so dass wir in der Lage waren, ein ComputerBase Performance Rating der Prozessor und Speicherkombination zu errechnen. Allerdings verzichten wir an dieser Stelle darauf, alle Ergebnisse in ihrer Komplexität zu veröffentlichen. Vielmehr haben wir insgesamt sieben Vertreter aller Benchmarks ausgewählt, die die Unterschiede zwischen Rambus und DDR RAM am eindruckvollsten zeigten.
Games
3DMark 2001 SE
Angaben in Punkten
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Unter dem 3DMark2001 SE zeigt sich, wie wichtig die Speicherbandbreite für diesen Benchmark ist. Selbst der geringer getaktete Pentium 4 2,66 mit RIMM4200 kann hier unser DDR333 Model überholen. Dennoch kann sich letzteres ausgezeichnet gegen RIMM3200 behaupten. Alles in allem wird man mit den neuen i84PE und i845GE Chipsätzen von Intel nicht mehr als 300 Punkte gegenüber der derzeit schnellsten Rambus-Plattform einbüßen.
Comanche 4
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Bei Comanche 4 bestätigt sich das gleiche Bild. Allerdings ist hier RIMM3200 deutlich aufgerückt. Alles in allem erscheint ein Verlust von weniger als 3 Frames pro Sekunde gegenüber RIMM4200 durchaus verkraftbar.
Quake 3 Arena
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Auch im sonst so speicherlastigen Quake 3 Arena kann sich der Speicher mit der eigentlich eher geringen Bandbreite einmal mehr vor RIMM3200 (RIMM800) einordnen. RIMM4200 (RIMM1066) stellt sich hier jedoch erneut als die Basis für Topleistungen heraus. So kann der 133MHz niedriger getaktete P4 2,66GHz mit RIMM4200 an dem System mit 2,8GHz und DDR333 vorbei ziehen.
Anwendungen
Die Game-Benchmark sahen unsere Pentium 4 DDR333 Plattform bisher zwischen einem RIMM3200 und RIMM4200 System. Allerdings kann gerade bei diesen Tests schnell die Grafikkarte zum bremsenden Element werden, und die geringe Bandbreite des Speichers bestrafen. Oder etwa doch nicht?
PCMark 2002
Angaben in Punkten
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Während im PCMark 2002 die Prozessor-Leistungs erwartungsgemäß wenig mit dem Speicher zu tun hat, zeigen sich in der Bewertung der Performance des Arbeitsspeicher die wirklichen Unterschiede. Hier liegt DDR333 trotz einer um 500 MB/s geringeren Bandbreite auf dem Niveau von RIMM3200 - den niedrigen Latenzzeiten von DDR-SDRAM sei Dank.
Sandra 2002 Speicherdurchsatz
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Der Speichertest aus Sandra 2002 ist praxisferner als die im PCMark 2002 integrierte Variante. Hier liegt DDR333 etwas stärker zurück. RIMM4200 kann erwartungsgemäß dominieren. Alles in allem hat jedoch bisher noch keine Anwendungen RIMM3200 vor DDR333 gesehen, so dass man hier eher von einem theoretischen Wert sprechen könnte, gäbe es nicht Sysmark 2002.
Sysmark 2002
Angaben in Punkten
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Hier zeigt sich erstmals, wie wichtig die Speicherbandbreite doch sein kann. Mir DDR333 wird unser Pentium 4 2,8 GHz sogar von einem P4 2,53 GHz geschlagen und auch RIMM3200 kann bei gleichem Takt zehn Punkte mehr erziehlen. Alles in allem profitieren Office-Anwendungen, von denen Sysmark 2002 mit die wichtigsten [8] berücksichtig, deutlich von einer hohen Speicherbandbreite.
Seti@Home
Angaben in Stunden, Minuten
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Bei Seti@Home [9] bestätigt DDR333 dagegen die ansonsten guten Leistungen und kann sich wie in unseren ausgewählten Game-Benchmarks zwischen RIMM3200 und RIMM4200 positionieren. Abermals wird unser P4 2,8GHz mit DDR333 jedoch von dem niedriger getakteten Prozessor 2,66GHz und RIMM4200 überholt.
Leistungsrating
Erstmals wurde unser Leistungsrating bei unserem Pentium 4 2.8 GHz Review [1] eingeführt und wird im Rahmen dieses Artikels bereits auf eine neue Versionsnummer angehoben. Da alle Testergebnisse aus Sandra 2002 nicht unbedingt viel über die wirkliche Systemleistung aussagen, haben wir uns dafür entschlossen, die mit diesem Programm ermittelten Werte nicht mit in unser Rating einfließen zu lassen. Weiterhin wird mit Version 1.1 des CB Ratings der UT Software-Modus nicht mehr berücksichtigt. Insgesamt fließen jedoch auch weiterhin über ein Dutzend Benchmarks in die Bewertung mit ein.
Wie wird sich der Pentium 4 2.8 mit DDR333 schlagen können?
Leistungsrating v1.1
Angaben in Prozent
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Alles in allem kann sich DDR333 mit einem durchschnittlichen Vorsprung von 1,2% sehr gut gegen RIMM3200 behaupten, der von Intel nach wie vor als einziger Rambus-Speicher für den i850E Chipsatz validiert ist. Insofern gewinnt man durch den scheinbar "langsameren" DDR333/PC2700 sogar noch an Leistung. Gegenüber RIMM4200 büßt man zur Zeit durchschnittlich mindestens 3% an Leistung ein. Mit den kommenden Chipsatzen wird sich dieses Ergebnis voraussichtlich bestätigen. Abermals zeigt sich jedoch, dass es durchaus von Vorteil sein kann, dass man sein Geld statt in einen sehr teuren Prozessor lieber in einen schnellen Prozessor und dem derzeit besten Speicher (incl. Mainboard), nämlich RIMM4200/1066, investieren sollte. Die Leistung ist nahe zu äquivalent zur langsameren Speicher-Plattform mit schnellerem Prozessor.
Fazit
Alles in allem zeigt der Pentium 4 mit DDR333 eine ausgeglichene Performance, die bereits mit jetzt erhältlichen und leicht übertakteten Chipsätzen über der von RIMM3200 liegt. Da Intel den kommenden Chipsätze i845GE und i845EP sogar noch mehr Leistung entlocken wird, besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Abstand zwischen RIMM4200 und DDR333 noch ein wenig kleiner wird. Für eine optimale Leistung zum aktuellen Zeitpunkt scheint dennoch eine Investion an Rambus (RIMM4200) nicht vorbei zu führen, denn allein hierdurch lassen sich Nachteile einer geringeren Taktrate ausgleichen, bzw. die Performance der schnellsten Plattform nochmals steigern.
Nichts destotrotz sollte man nicht vergessen, das für Intel Rambus ein Auslaufmodell ist und aktuelle Mainboards, wie wir in einem gesonderten Artikel [10] gezeigt haben, wohlmöglich nicht für die kommenden Prozessoren aus dem Hause Intel geeignet sind.
