Um Intels Produktpolitik der letzten Monate kurz und prägnant zu umschreiben, bietet sich die Darstellung in einem zweidimensionalen, kartesischen Koordinatensystem an. Bewegte man sich in den letzten Jahren zumeist linear von Taktrate zu Taktrate die Abszisse (X-Achse) entlang, ist seit Einführung der Pentium-4-CPUs auf Prescott-Basis ein deutlicher Anstieg des Graphens auf der mit der Einheit Features beschrifteten Ordinate (Y-Achse) zu verzeichnen. Kurz vor der magischen 4-GHz-Marke, die einer offiziellen Stellungnahmen des Herstellers nach in naher Zukunft nicht überschritten werden wird, tummelt sich somit ein wahres Sammelsurium an Prozessoren unterschiedlichster Taktraten und Eigenschaften, und mit dem heutigen Tag legt Intel noch eine weitere Schicht oben drauf.
Intel Pentium 660
Die aus der Zeichnung abgeleitete Metapher, der Chipgigant beiße sich an der 4000-MHz-Schallmauer die Zähne aus, stellte sich vor einiger Zeit nicht nur als Spekulation sondern als bestätigte Tatsache heraus. Und da Stillstand bekanntlich Rückschritt bedeutet, und ein Ausweg aus der prekären Situation erst im 2. Quartal mit den Dual-Core-Prozessoren in Sicht scheint, begnügt man sich derweil fleißig damit, weiter zu wachsen. Allerdings nicht mehr in Sachen Takt sondern in Bezug auf die Features!
Intel kann jetzt auch AMD64
Auch die heute vorgestellte 600er-Pentium-4-Serie tritt in Sachen Arbeitstakt auf der Stelle und soll in erster Linie durch einen größeren Speicher flotter und mittels neuer Funktionen attraktiver gestaltet sein. So gehören nun erstmals 64-Bit-Unterstützung und Enhanced Intel Speed Step (EIST) zum Portfolio der Desktop-CPUs. Ob Intel dieser Turmbau und der Brückenschlag zum Mehr-Kern-Ufer gelungen ist, klären die nachfolgenden Seiten über neue Prozessoren der Pentium 4- und der Pentium 4-Extreme-Edition-Serie.
Lesezeichen
Da es möglich ist, dass in diesem Artikel auf bestehendes Wissen aus älteren Prozessortests zurückgegriffen wird, ist es für alle, die etwas „mehr“ wissen möchten, keinesfalls verkehrt, auch einen Blick in unsere älteren Berichte (Ausschnitt) zu werfen.
Als ganz besonderen Artikel möchten wir außerdem unseren Blick auf den „Energieverbrauch aktueller Prozessoren [17]“ jedem ans Herz legen, für den auch die Stromrechnung beim Kauf eines neuen Systems eine Rolle spielt. Auf den Energiebedarf der neuen Prozessoren werden wir im Rahmen dieses Artikels eingehen.
Prozessordetails
Um einen ersten Überblick über die Neuerungen der heute vorgestellten CPUs, namentlich die Pentium 4-Modelle 630, 640, 650 und 660 sowie die Pentium 4 Extreme Edition 3,73 GHz, zu geben, haben wir alle grundlegenden Spezifikationen in der folgenden Tabelle zusammengetragen.
Die Prozessoren im Überblick
Merkmale
Pentium 4 6xx (Extreme Edition)
Pentium 4
Pentium 4 Extreme Edition
Athlon XP
Athlon 64 (FX)
Logo
Kern
Prescott 2M
Prescott
Northwood 2M
Thoroughbred Barton
Clawhammer Clawhammer-512 Newcastle
Frontside-Bus
800 MHz QDR 1066 MHz QDR
533 MHz QDR 800 MHz QDR
800 MHz QDR 1066 MHz QDR
266 MHz DDR 333 MHz DDR 400 MHz DDR
entfällt (externe Anbindung über HyperTransport)
Fertigung
0,09 µm
0,09 µm
0,13 µm
0,13 µm
0,13 µm SOI
Sockel
Sockel 775
Sockel 478 Sockel 775
Sockel 478 Sockel 775
Sockel A
Sockel 754 Sockel 940 (FX) Sockel 939
Taktrate oder Modellnummer
800 MHz QDR 630 HT+ 640 HT+ 650 HT+ 660 HT+
1066 MHz QDR 3733 MHz HT+
HT+: Verbessertes Hyper-Threading
533 MHz (S478) 2400 MHz A 2800 MHz A
800 MHz (S478) 2800 MHz E HT+ 3000 MHz E HT+ 3200 MHz E HT+ 3400 MHz E HT+
Auch wenn es die Nomenklatur recht gut zu verschleiern weiß, basieren Pentium 4 und Pentium 4 Extreme Edition ab dem heutigen Tag auf demselben Prozessorkern (Prescott 2M). Fußte der EE bisher auf dem Gallatin-Core, einem um 2 MB L3-Cache erweiterten Northwood-Kern (SSE2) mit 512 kB L2-Cache und einer 20-stufigen Pipeline, zeichnet sich in der Version mit 3,73 GHz ebenfalls das N0-Prescott-Stepping, welches die Grundlage für die 6xx-Serie bildet, verantwortlich. Unterschiede zwischen Pentium 4 und Extreme Edition sind so ab sofort mit der Lupe zu suchen.
Während der EE auf der Habenseite den 1066 MHz schnellen FSB zu bieten hat, muss er im Gegensatz zum 6xx auf das Enhanced Intel Speed Step und das Enhanced Halt State (C1E) verzichten, da der Multiplikator bereits bei 14 liegt und im Leerlauf somit nicht weiter gesenkt werden kann. Gegenüber dem Vorgänger mit 3,46 GHz unterstützt Intels Flaggschiff nun ebenfalls SSE3, das NX-Bit, EM64T und das mit dem Prescott-Kern leicht überarbeitete Hyper-Threading.
Bei den Speicherlatenzen gibt es keine großen Überraschungen zu vermelden. Der Pentium 4 660 reiht sich zusammen mit der neuen Extreme Edition in der Gegend des 560 ein. Die Verschlechterung bei der Extreme Edition lässt sich dabei auf den Wechsel zum Prescott-Core zurückführen. Dennoch fällt auf, dass die Latenz des L1-Caches beim 3,73 GHz EE einen Takt niedriger ausfällt als bei der 600er-Prozessorserie. Laut Intel soll außerdem die L2-Cache Latenzzeit der neuen Modelle im Worst-Case-Fall um bis zu zwei Takte höher sein als bei den Mitgliedern der 500er-Familie; Sciencemark ist zum Glück nicht Worst-Case.
Der „normale“ Pentium 4 im neuen N0-Stepping hat gegenüber der Neuauflage der 5xx-CPUs mit E0-Stepping in Sachen EM64T, L2-Cache und EIST zugelegt. Das NX-Bit und den Thermal Monitor 2 bot bereits das letzte Stepping, das nicht nur in der offiziell vorgestellten 570J-CPU sondern auch in allen anderen Prozessoren der Serie 5xx (mit einem „J“ gekennzeichnet) zu finden ist.
Unter der Haube - Pentium 4 6xx und 5xx (rechts)
Thermal Monitoring 2
Mit dem E-Stepping des Prescott unterzog man auch die Temperatur-Überwachung (Thermal Monitoring) des mitunter recht hitzigen Prozessors einer Überarbeitung. Beim bisher verwendeten TM1 registrierte der auf dem Die integrierte Temperatur-Sensor eine drohende Überhitzung und regelte durch das zyklische Aussetzen von Takten die Leistungsaufnahme um 50 Prozent herunter. Die Unterbrechungen sollen dabei jeweils maximal drei μs dauern.
Mit TM2 geht Intel einen Schritt weiter und ermöglicht dem Prozessor sowohl den Takt als auch die Spannung nach Bedarf dynamisch zu regeln. Mit dem TM1-Verfahren traten Pausen in der Verarbeitung der Daten ein. Dahingegen ermöglicht TM2 durch die Herabsetzung des Taktes, abgesehen von einem etwa fünf μs dauernden Moment während der Taktänderung, eine kontinuierliche Verarbeitung der Daten, während der folgenden Anpassung der Spannung treten keine Verzögerungen auf. Der Prozessor wird so um etwa 40 Prozent gekühlt, verliert aber im Vergleich zu TM1 dank effizienterem Verfahren deutlich weniger Performance. Die Effektivität kann man sich anhand der Formel für die Leistungsaufnahme veranschaulichen:
Leistungsaufnahme
Hierbei ist C die Gesamtkapazität der Prozessors, U die Spannung und f die Frequenz. Wie man sieht, fließt die Spannung quadratisch in das Ergebnis ein, so dass eine Spannungssenkung prozentual trotz Differenzen im Komma-Bereich recht großen Einfluss auf die Leistungsaufnahme hat. Zu erwähnen ist zudem, dass sich Intels TDP-Angaben stets auf Prozessoren mit aktiviertem Thermal Monitoring beziehen. Deaktiviert man dieses, steigt die Verlustleistung auf die mit 115 Watt angegebene, maximale Verlustleistung bei Belastung sprunghaft an und führt innerhalb weniger Sekunden zur Notabschaltung des Systems - ein Betrieb mit konstantem vollen Takt ist also de facto mit normaler Kühlung nicht möglich.
Execute Disable Bit
Im Server-Bereich und von Konkurrent AMD ist das XD (Execution Disable)-Bit bereits seit geraumer Zeit unter dem Namen NX (No Execution)-Bit bekannt. Im Zusammenspiel mit einem entsprechenden Betriebssystem soll es den Nutzer vor durch Buffer-Overflows verursachten Fehlern und auf ihnen aufsetzenden Viren und Würmern schützen. Bei mangelhafter Speicherverwaltung durch ein Programm kann es passieren, dass Programm-Code in für Daten reservierte Bereiche des Speichers gelangt und ungewollt ausgeführt wird. In der Regel führt dies lediglich zum Absturz des Programms.
NX-Bit
Die Autoren vieler Würmer und Viren setzen jedoch an diesem Punkt an und überfluten den Speicher mit ihrem schadhaften Code. Einmal ausgeführt, ermöglicht er ihnen den Zugriff auf den Computer, löscht Daten oder ähnliches. Mit dem NX-Bit lassen sich nun die Daten-Bereiche markieren. Ein entsprechendes Betriebssystem (zum Beispiel Windows XP mit dem Service Pack 2) vorausgesetzt, kann der Code nun keinen Schaden mehr anrichten. Er kann zwar weiterhin in den Daten-Bereich gelangen, das Betriebssystem erkennt dies jedoch und beendet das entsprechende Programm bevor ein Schaden entsteht.
NX-Bit
Enhanced Halt State
Das „Enhanced Halt State“ (C1E) wurde von Intel bereits im E0-Stepping und somit den neu aufgelegten 5xxJ-CPUs integriert und kommt nun erneut im N0-Stepping des Prescott 2M-Kerns zum Einsatz. Sendet das Betriebssystem in einer Leerlaufphase einen „Idle-Befehl“ (HLT oder MWAIT) an den Prozessor, können CPUs mit E0/N0-Stepping nicht nur den Multiplikator auf 14 senken und bei einem FSB von 200 MHz auf 2,8 GHz laufen, darüber hinaus sind die Prozessoren nun auch in der Lage, die Spannung herab zu senken. Da die CPU allerdings weiterhin den vollen Takt an die Umwelt sendet, hatten Tools wie CPU-Z anfänglich enorme Probleme damit, die richtigen Daten zu ermitteln. Die korrekte Spannung können die Diagnose-Programme auch in der aktuellen Version noch nicht ermitteln.
C1E State
Da sich beim Pentium 4 Extreme Edition mit 3,73 GHz (Prescott 2M, N0-Stepping) der Multiplikator bereits bei 14 befindet, findet das Enhanced Halt State hier keine Anwendung und die CPU verharrt immer beim vollen Takt.
Enhanced SpeedStep
Während der „Enhanced Halt State“ alleine der Regelung des Betriebssystems unterliegt und als Modi entweder Leerlauf (2,8 GHz) oder kein Leerlauf (voller Takt) in Frage kommt, ermöglicht die „Enhanced Intel SpeedStep Technology“ (EIST) dem Prozessor, den Takt und die Spannung wie beim Pentium M mehr oder weniger „intelligent“ an die Anforderungen anzupassen. Vorausgesetzt wird hier ein Prozessor mit Prescott 2M-Kern (N0-Stepping). Die Extreme Edition kommt hier erneut nicht in Frage, da der Multiplikator bereits unter Last bei seinem Minimum von 14 liegt. EIST ist im Gegensatz zu C1E abschaltbar und wird in Windows XP Service Pack 2 unter den Energieoptionen unter „minimaler Energieverbrauch“ aktiviert. Ein extra Treiber wie für AMDs Cool'n'Quiet wird nicht benötigt.
EIST an
In der Theorie sind die neuen 6xx-CPUs also in der Lage, ihren Takt zwischen dem maximal spezifizierten und 2800 MHz über den Multiplikator je nach anliegender Arbeit frei zu wählen und die Spannung entsprechend anzupassen. Im Gegensatz zu C1E besteht der CPU die Möglichkeit, auch unter Last bei einem niedrigeren Takt zu verharren, sollte für die zu bearbeitende Aufgabe nicht die volle Leistung benötigt werden. Der oben angezeigte ThrottleWatch-Screen zeigt beispielsweise, dass der von uns verwendete Pentium 4 660 bei der Betrachtung von WMV-HD-Videos trotz relativer hoher CPU-Last bei 2800 MHz verweilte. Die Spannung wurde auf 1,18 Volt gesenkt.
In der Praxis ergaben sich hier allerdings einige Probleme. So sahen die von uns genutzten CPUs in Rendering-Applikationen beispielsweise von Zeit zu Zeit nicht die Notwendigkeit, auf den vollen Takt umzuschalten, so dass der Pentium 4 660 mit seinen theoretisch 3,6 GHz Takt nur die Leistung eines Pentium 4 mit 2,8 GHz zeigte. Die Ergebnisse streuten hier allerdings derart eklatant, so dass es uns auch nach unzähligen Versuchen nicht möglich war, reproduzierbare Ergebnisse zu simulieren und zu ermitteln, woran der Prozessor die Erfordernis zur Takterhöhung genau ausmacht. Auch einige Spiele zeigten einen leichten Rückgang in Sachen Geschwindigkeit unter Einsatz von EIST, wobei die Leistung insgesamt jedoch weit im spielbaren Bereich lag. Von Intel gab es zu diesem Thema auch auf direkte Nachfrage keinerlei weitere Informationen.
So bleibt uns bisher nur die Erkenntnis, dass die Enhanced Intel SpeedStep Technology (EIST) die Leistungsaufnahme im Gegensatz zum reinen Enhanced Halt State auch unter Last effektiv senken kann, in einigen sehr rechenintensiven Anwendungen allerdings nicht zurück auf den vollen Takt schaltet und die CPU somit Ergebnisse liefert, die nur dem Takt langsamerer Prozessoren ohne EIST gerecht werden.
Extended Memory 64 Technology
Als AMD als erster Hersteller am 22. April 2003 64 Bit mit dem Opteron einführte und nur kurze Zeit später am 23. September das neue Zeitalter in Form der Athlon 64- und Athlon 64 FX-CPUs [18] auch im Desktopsegment einläutete, hielt sich Intel erstaunlich bedeckt. Zwar kursierten schon eine ganze Weile Gerüchte über eine „Yamhill“ getaufte Erweiterung in Intels Prozessoren im Netz und der Schachzug des Konkurrenten lies die Spekulationen erneut aufflammen. Offiziell dauerte es dann jedoch bis zum 28.6.2004, denn an diesem Tag stellte Intel erste Xeon-Server-Prozessoren [19] mit der hauseigenen 64-Bit-Erweiterung, getauft auf den Namen EM64T (Extended Memory 64 Technology), vor.
Windows XP x64 auf Intel Pentium 4 650
Knapp zwei Monate später erblickten erste Pentium 4-CPUs [20] mit EM64T das Licht der Welt, die allerdings einigen OEMs vorbehalten waren und um die der Prozessorhersteller keinen Medienrummel veranstaltete. Der offizielle Startschuss für 64 Bit auf dem Desktop-Markt wurde von Intel hingegen weiterhin von der Verfügbarkeit entsprechender Software (sprich Windows XP für 64 Bit) abhängig gemacht [21]. Zwar liegen dem geneigten Endkunden bis auf Linux-Versionen und einige Release Candidates und Betaversionen aus dem Windows-Lager auch aktuell noch keine fertigen Betriebssysteme vor, doch dieses Blatt sollte sich den letzten Gerüchten zufolge im kommenden April endlich wenden. Der heutige Launch der EM64T-Technologie für den Privatkunden dürfte ein klarer Indikator sein.
Windows XP 64 Windows XP x64 - der Internet Explorer 64-Bit ist nicht Standard
Nüchtern betrachtet konnte AMD aus ihrem technologischen Paukenschlag die letzten Monate abseits des Servermarktes somit kaum Profit schlagen. Rechtzeitig zur Einführung der benötigten Software ist der größte Konkurrent und Marktführer ebenfalls mit einer entsprechenden Lösung am Markt vertreten. Die nachfolgenden Benchmarks sollen einen ersten Einblick der theoretischen Leistungsfähigkeit der 64-Bit-Technologien von AMD und Intel vermitteln. Auf das Feature selber wollen wir an dieser Stelle nicht noch einmal eingehen, haben wir uns der Materie in unserem Athlon 64-Launch-Bericht doch bereits detailliert gewidmet [17]
(alternativ im ComputerBase-Lexikon).
Bei Blobby Dancer handelt es sich um eine von nVidia veröffentlichte Grafik-Demo [22] mit einer kleinen, surrealen Figur, die sich auf einer Tanzfläche bewegt, die Form ändert und recht farbenfroh daher kommt. Obwohl die Demo nur auf nVidia-Karten ab PS 2.0 läuft und mit einer wirklichen Spielszene nicht zu vergleichen ist, zeigt sie doch deutlich, dass auch Grafik-Anwendungen merklich von 64 Bit profitieren können.
POV-Ray 3.6
Intel Pentium 4 650 (3,4 GHz):
Win 64 - 32.exe
39.445
Win 32 - 32.exe
39.077
Win 64 - 64.exe
37.117
AMD Athlon 64 3800+ (2,4 GHz):
Win 64 - 64.exe
52.869
Win 64 - 32.exe
52.428
Win 32 - 32.exe
51.569
Angaben in Punkten
POV-Ray [23] (Persistence of Vision Raytracer) ist ein kostenloses Programm zur Erstellung realistischer dreidimensionaler Grafiken und für alle gängigen Plattformen erhältlich. AMD kann hier im 64-Bit-Modus leichte Verbesserungen erzielen, wohingegen der Pentium 4 deutlich schlechter abschneidet.
Bei der verwendeten Version des kostenlosen Pack-Programms 7-Zip handelt es sich um eine nicht öffentliche Beta. Mit einer fertigen 64-Bit-Version ist nach aktuellem Stand etwa im April zu rechnen. Von Konkurrent Winrar soll es im März eine öffentliche Beta zum Test geben.
Sowohl AMD als auch Intel können hier im 64-Bit-Modus einen Performance-Gewinn erzielen, wobei dieser bei AMD deutlicher ausfällt.
Auch Sandra [24] zeigt größtenteils Vorteile für den 64-Bit-Modus. Lediglich im Multimedia Integer-Test zeigt der AMD-Prozessor im 64-Bit-Modus sehr deutliche Schwächen und fällt weit hinter das Ergebnis im 32-Bit-Modus zurück. Da der Wert jedoch ziemlich aus der Reihe fällt, könnte hier durchaus auch ein Fehler im Programm vorliegen.
Das Packprogramm MiniGzip wird von AMD nur an Tester ausgegeben und ist Teil des im Processor Performance Evaluation Guide vorgesehenen Testprogramms für AMDS Prozessoren. Im 32-Bit Modus ist der Athlon 64 noch langsamer als der Pentium 4, profitiert allerdings stärker vom 64-bit-Modus und kann sich vor Intel setzen.
Von einigen Ausreißern (POV-Ray bei Intel, Sandra 2005 bei AMD) abgesehen, zeigen auf 64 Bit optimierte Anwendungen auf dem entsprechenden 64-Bit-Betriebssystem gegenüber der 32-Bit-Anwendung auf einem herkömmlichen OS einen deutlichen Vorteil.
Lame 3.97 Alpha 2
Intel Pentium 4 650 (3,4 GHz):
Win 64 - Intel Compiler 8.1, HT - 32.exe
1:26
Win 32 - Intel Compiler 8.1, HT - 32.exe
1:27
Win 64 - MS Compiler, HT - 32.exe
1:40
Win 32 - MS Compiler, HT - 32.exe
1:40
Win 64 - Intel Compiler 8.1, HT - 64.exe
1:47
Win 64 - MS Compiler, HT - 64.exe
2:08
AMD Athlon 64 3800+ (2,4 GHz):
Win 64 - Intel Compiler 8.1, HT - 32.exe
1:44
Win 32 - Intel Compiler 8.1, HT - 32.exe
1:47
Win 64 - MS Compiler, HT - 32.exe
1:52
Win 32 - MS Compiler, HT - 32.exe
1:52
Win 64 - Intel Compiler 8.1, HT - 64.exe
1:56
Win 64 - MS Compiler, HT - 64.exe
1:59
Angaben in Minuten, Sekunden
Das von uns mittels verschiedenster Compiler unterschiedlich optimierte Lame kann hingegen noch nicht überzeugen. Selbst eine mit Intels Compiler auf 64 Bit getrimmte Programmversion muss sich den herkömmlichen 32-Bit-Varianten klar geschlagen geben.
Dabei kam eine auf Multi-Thread-Betrieb optimierte modifizierte Version von Lame [25] zum Einsatz, bei der im 64-Bit-Modus allem Anschein nach noch keine SSE2-Unterstützung implementiert wurde.
Im Vorfeld der Veröffentlichung der ersten Athlon 64-Prozessoren vernahm man immer wieder die Befürchtung, dass der auf 512 KB halbierte L2-Cache in Verbindung mit den längeren Registern die durch 64 Bit mögliche Mehrleistung egalisieren könnte. Wie unser Test zeigte, ist diese Befürchtung umsonst gewesen - beide Versionen der K8-Architektur skalieren prozentual gesehen gleich und lassen keinen unterschied erkennen.
Auf die Frage, ob und inwieweit aktuelle Spiele bereits von 64 Bit profitieren, werden wir in Kürze in einem separaten Artikel ausführlich eingehen. Mit Spielen wie „Stalker: Shadows of Chernobyl“, „Shadow Ops: Red Mercury“ und einer Version des bereits erhältlichen „Far Cry“ sind bereits die ersten Titel angekündigt und mit „Blobby Dancer“ gibt es zumindest schon einen synthetischen Benchmark, der die Vorteile von 64 Bit im Games-Segment aufzeigt.
Leistungsaufnahme
Das Interesse an unserem Report „Energieverbrauch aktueller Prozessoren [26]“ und der Kolumne „Übertakten und die Stromrechnung [27]“ hat uns gezeigt, dass in Deutschland ganz klar ein Gewissen für die Umwelt (zumindest indirekt über den eigenen Geldbeutel) vorhanden ist. Werfen wir nachfolgend einen Blick auf die Verlustleistung der Prozessoren der letzten Jahre.
Ein Blick in die Tabelle zeigt, dass die in den Gerüchten gehandelten 130 Watt Verlustleistung [28] sich letztendlich nicht bewahrheitet haben. Auch die heute vorgestellten CPUs teilen sich ein weiteres Mal in die beiden seit Einführung der Prescott-CPUs existierenden Leistungsklassen A und B (VR_Config_04) auf. Während Pentium 4 660 und EE 3,73 GHz einen maximalen Strom von 119 Ampere schlucken und im Extremfall 115 Watt thermische Leistung an die Umwelt abgeben (Klasse B), fallen die Modelle 630, 640 und 650 in die Klasse A und schlucken maximal 78 Ampere bei 74 Watt.
Generell ist Intel bestrebt, auch die beiden Topmodelle durch zukünftige Optimierungen als „A-Klasse-CPU“ klassifizieren zu können, wie es beim 3,4 GHz schnellen Prescott beim Wechsel auf das E-Stepping beispielsweise der Fall war.
Die obigen zwei Diagramme zeigen den Zusammenhang zwischen Leistungsaufnahme und von Intel vorgeschriebener, maximaler Temperatur des CPU-Heatspreaders in beiden Klassen. Wird die maximale Temperatur überschritten, regelt der Thermal Monitor 2 (TM2) Takt und Spannung herunter. Er sorgt somit für die Einhaltung der vorgeschriebenen Betriebstemperaturen.
Im Leerlauf zeigt sich kein Unterschied beim Wechsel auf die Enhanced Intel SpeedStep Technology . Ob aktiv oder nicht, das Enhanced Halt State lässt die CPU im Idle-Modus beim Multi 14 und gesenktem VCore verharren. Beim Abspielen eines Videos ändert sich das Bild. Während der Prozessor bei deaktiviertem EIST aus dem Schlaf geholt und auf vollen Takt getrieben wird, steigt der Takt und die Spannung dank EIST nur teilweise an - der Prozessor greift nicht auf seine vollen Reserven zurück. Burnmax vermag es hingegen, dem Prozessor die volle Leistung trotz EIST abzuverlangen.
Beim Grafikkarten-Treiber wurden die Standard-Einstellungen beibehalten; die anwendungsspezifischen Optimierungen waren also aktiv. Für unsere Tests auf der PCI Express-Plattform diente ein frühes Muster der GeForce 6800 GT PCI Express mit NV45-Chip, welches uns schon bei den ersten Gehversuchen auf dem Sockel 775 [3] zur Verfügung stand.
Buisness Winstone 2004 ist ein Systembenchmark, der ein ganzes Arsenal an gängigen Programmen zur Bewertung der Office-Leistung einsetzt. Zum Einsatz kommen:
Microsoft Access 2002 SP-2
Microsoft Excel 2002 SP-2
Microsoft FrontPage 2002 SP-2
Microsoft Outlook 2002 SP-2
Microsoft PowerPoint 2002 SP-2
Microsoft Project 2002
Microsoft Word 2002 SP-2
WinZip 8.1 SR-1
Norton AntiVirus Professional Edition 2003
Als Ergebnis ergibt sich eine Zahl, die die Leistung des jeweiligen Systems in Relation zur Basis-Plattform [37] stellt. Diese besteht aus einem 1,0-GHz-Intel Pentium III mit 256 kB Level-2-Cache, 256 MB Arbeitsspeicher und einer 64-MB-GeForce 256-Grafikkarte. Als Festplatte diente Seagates Barracuda ST330630A mit 28.6 GB. Dieses System erreicht vereinbarungsgemäß 10 Punkte. Erreicht ein Rechner 20 Punkte in diesem Test, so ist dieser doppelt so schnell wie das Referenz-System.
Buisness Winstone 2004 ist ein Systembenchmark, der ein ganzes Arsenal an gängigen Programmen zur Bewertung der Office-Leistung einsetzt. Zum Einsatz kommen:
Adobe Photoshop 7.0.1
Adobe Premiere 6.50
Macromedia Director MX 9.0
Macromedia Dreamweaver MX 6.1
Microsoft Windows Media Encoder 9 Build 2980
NewTek's LightWave 3D 7.5b
Steinberg WaveLab 4.0f
Als Ergebnis ergibt sich eine Zahl, die die Leistung des jeweiligen Systems in Relation zur Basis-Plattform [36] stellt. Diese besteht aus einem 1,0-GHz-Intel Pentium III mit 256 kB Level-2-Cache, 256 MB Arbeitsspeicher und einer 64-MB-GeForce 256-Grafikkarte. Als Festplatte diente Seagates Barracuda ST330630A mit 28.6 GB. Dieses System erreicht vereinbarungsgemäß 10 Punkte. Erreicht ein Rechner 20 Punkte in diesem Test, so ist dieser doppelt so schnell wie das Referenz-System.
Bei SYSmark2004 handelt es sich um eine Benchmark-Suite, die aus diversen Einzelanwendungen besteht, die zu zwei Obergruppen zusammengefasst wurden:
Internet Content Creation (ICC)
Adobe After Effects 5.5
Abode Photoshop 7.01
Adobe Premiere 6.5
Discreet 3ds max 5.1
Macromedia Dreamweaver MX
Macromedia Flash MX
Microsoft Windows Media Encoder 9 Series
Network Associates McAfee VirusScan 7.0
WinZip Computing WinZip 8.1
Office Productivity (OP)
Adobe Acrobat 5.0.5
Microsoft Access 2002
Microsoft Excel 2002
Microsoft Internet Explorer 6
Microsoft Outlook 2002
Microsoft PowerPoint 2002
Microsoft Word 2002
Network Associates McAfee VirusScan 7.0
ScanSoft Dragon NaturallySpeaking 6 Preferred
WinZip Computing WinZip 8.1
Das Ergebnis des Internet Content Creation und Office Productivity beruht wiederum aus den unter drei verschiedenen Prämissen zusammengefassten Einzeltests:
Internet Content Creation (ICC)
3D Creation (3DC)
2D Creation (2DC)
Web Publishing (WP)
Office Productivity (OP)
Communication (C)
Document Creation (DC)
Data Analysis (DA)
Das SYSmark2004-Gesamtergebnis ist jeweils der gerundete Durchschnitt der Einzelergebnisse. Als Basis-System dient ein 2,0-GHz-Intel Pentium 4 mit Intel i845 Chipsatz, 512 MB DDR266-Speicher (CL2.5), Creative Labs SoundBlaster Audigy PCI , ATi Radeon 9700 Pro Grafikkarte mit 64 MB und einer 80-GB-IBM-Festplatte. Dieses System erreicht eine Wertung von 100 Punkte. Erreicht ein Computer 200 Punkte im SYSmark2004, so ist dieser doppelt so schnell wie das Basis-System.
Der BAPCo WebMark2004 misst die „Internet-Leistung“ eines Computers. Hierbei kommen fünf Plug-Ins in Zusammenarbeit mit dem aktuellen Internet Explorer 6 Service Pack 2 zum Einsatz:
Adobe Acrobat Reader 6.0
Macromedia Flash & Shockwave Player
Microsoft .NET framework v1.1
Sun Java Runtime Environment v1.4.1
Windows Media Player 9 Serie
Der WebMark selbst ist in zwei Testszenarien aufgegliedert, die wiederum aus jeweils drei Teiltests bestehen.
Information Processing
Portal
Research
Training
Commercial Transactions
Finance
Marketplace
Purchasing
Das WebMark2004-Gesamtergebnis ist jeweils der gerundete Durchschnitt der Einzelergebnisse. Als Basis-System dient ein 2,40B-GHz-Intel Pentium 4 mit Intel i850 Chipsatz, 256 MB MB RIMM4200-Speicher (PC1066 32 Bit), ATi ATI Radeon 9800 Pro Grafikkarte mit 128 MB und einer 80-GB-IBM-Festplatte. Dieses System erreicht eine Wertung von 100 Punkten. Erreicht ein Computer 200 Punkte im SYSmark2004, so ist dieser doppelt so schnell wie das Basis-System.
Kostenpunkt:
kostenlos, jedoch nur mit eingeschränkten Funktionen
Was benchen wir?
Commercial-Version mit allen Features
Besondere Einstellungen: Default-Run
Informationen:
Auf Basis der mittlerweile schon recht bekannten Krass-Engine entwickelten die Programmierer von Massive Developement AquaMark 3. Angereichert mit einigen schönen Effekten soll dies laut den Entwicklern der erste DirectX 9-fähige Reality-Benchmark der Welt sein. Neben einigen Pixel-Shader 2.0-Effekten unterstützt die Krass-Engine in der neuesten Version auch Partikeleffekte und Vieles mehr. Mit dabei sind auch solch innovative Techniken wie Intels HyperThreading. Anti-Aliasing und anisotrope Filterung wurden komplett im AquaMark 3 eingestellt und mussten somit nicht durch den jeweiligen Treiber erzwungen werden.
Im Folgenden möchten wir nun die von uns im Detail durchgeführten Benchmarks wie immer in vier, nach Kategorien geordnete Leistungsratings und einem abschließenden Gesamtrating mitteln.
Die Leistungsratings sollen der schnellen Bewertung der Prozessorleistung dienen. Im Zweifelsfalle sei jedem angeraten, die Ergebnisse bei den für sich interessantesten Anwendungen genauer unter die Lupe zu nehmen.
Office- und Internet-Rating
In das Office- und Internet-Rating gehen folgende Messergebnisse zu gleichen Teil in das Endergebnis ein:
Wer viel mit dem Encoden und Komprimieren von Daten beschäftigt ist, für den ist dieses Rating das Richtige. Hier sind folgende Messergebnisse eingeflossen:
In diesem Artikel ist das CAD- und 3D-Rating in diesem Test erstmalig in der wohl endgültigen Form vertreten. Im Vergleich zu den letzten Tests sind Cinema 4D und Lightwave hinzugekommen. Damit sind folgende Messungen ins Rating eingeflossen:
Eines der interessantesten Ergebnisse ist sicherlich das Leistungsrating für Spiele. Wer die Einzeltests betrachtet hat, dem dürfte das Ergebnis eigentlich schon klar sein. Eingeflossen sind hier zu gleichen Teilen:
Gesamt-Rating
Zur Ermittlung des besten Rundumpakets wird nun unser Gesamt-Rating gebildet. Auch hier werden die rein synthetischen Benchmarks Sandra 2004 SP2 und PCMark04 nicht einfließen. Ebenso bleiben die Prozessor-Temperatur, der Stromverbrauch und die vom Prozessor gebotenen Features in dieser leistungsbezogenen Bewertung unberücksichtigt. Das Gesamtergebnis wird zu gleichen Teilen aus den Einzelratings (Office und Internet, Encoding und Packen, CAD und 3D und Spiele) gebildet.
Rating - Gesamt
A64 FX-55 (2,6 GHz, 130 nm, HT1000)
97,7
P4 EE 3,73 GHz (90 nm, FSB1066)
96,0
P4 570J (3,8 GHz, 90 nm, FSB800)
95,0
P4 EE 3,46 GHz (130 nm, FSB1066)
94,3
P4 660 (3,6 GHz, 90 nm, FSB800)
93,3
A64 4000+ (2,4 GHz, 130 nm, HT1000)
93,2
P4 EE 3,40 GHz (130 nm, FSB800)
91,8
P4 560 (3,6 GHz, 90 nm, FSB800)
91,6
A64 3800+ (2,4 GHz, 130 nm, HT1000)
91,5
P4 660 (3,6 GHz, 90 nm, FSB800) mit EIST
90,2
P4 650 (3,4 GHz, 90 nm, FSB800)
89,5
P4 550 (3,4 GHz, 90 nm, FSB800)
88,3
A64 3500+ (2,2 GHz, 90 nm, HT1000)
87,1
A64 3500+ (2,2 GHz, 130 nm, HT1000)
86,7
A64 3500+ (2,2 GHz, 90 nm, HT1000) mit CnQ
85,8
P4 540 (3,2 GHz, 90 nm, FSB800)
84,8
A64 3200+ (2,0 GHz, 90 nm, HT1000)
81,9
A64 3200+ (2,0 GHz, 130 nm, HT1000)
81,4
P4 530 (3,0 GHz, 90 nm, FSB800)
81,1
P4 3,06 GHz (130 nm, FSB533)
77,5
P4 520 (2,8 GHz, 90 nm, FSB800)
77,4
A64 3000+ (1,8 GHz, 90 nm, HT1000)
76,2
A64 3000+ (1,8 GHz, 130 nm, HT1000)
75,8
P4 2,00 GHz (130 nm, FSB400)
50,5
Angaben in Punkten
Zukunftsausblick
Mit dem heutigen Tage ebnet sich Intel einen Weg, der wohl noch lange in der Zukunft sein Bestehen haben wird. So wird das Jahr 2005 wohl voll und ganz im Zeichen der heute vorgestellten neuen Features stehen. Im Einzelnen sind dies Intels Adaption der 64-Bit-Befehlssätze, genannt EM64T, die neuen Stromsparfunktion EIST (Enhanced Intel Speedstep Technology) und das J am Ende der Prozessornamen, das XD-Bit (Execute Disable oder No Execution).
EM64T- und EIST-Unterstützung beim Pentium (4)
Nummer
Frequenz in GHz
FSB in MHz
L2 Cache
Dual Core
EM64T
EIST
840
3,2
800
2x 1 MB
Ja
Ja
Ja
830
3,0
800
2x 1 MB
Ja
Ja
Ja
820
2,8
800
2x 1 MB
Ja
Ja
Ja
670
3,8
800
2 MB
Nein
Ja
Ja
660
3,6
800
2 MB
Nein
Ja
Ja
650
3,4
800
2 MB
Nein
Ja
Ja
640
3,2
800
2 MB
Nein
Ja
Ja
630
3,0
800
2 MB
Nein
Ja
Ja
571
3,8
800
1 MB
Nein
Ja
Ja
570
3,8
800
1 MB
Nein
Nein
Ja
561
3,6
800
1 MB
Nein
Ja
Ja
560
3,6
800
1 MB
Nein
Nein
Nein
551
3,4
800
1 MB
Nein
Ja
Ja
550
3,4
800
1 MB
Nein
Nein
Nein
541
3,2
800
1 MB
Nein
Ja
Ja
540
3,2
800
1 MB
Nein
Nein
Nein
531
3,0
800
1 MB
Nein
Ja
Ja
530
3,0
800
1 MB
Nein
Nein
Nein
520
2,8
800
1 MB
Nein
Nein
Nein
Und so wird Intel im Laufe dieses Jahres eine Quasi-Rundumerneuerung des aktuellen Portfolio starten. Den Anfang wird man mit der aktuellen 500er-Serie des Pentium 4 im zweiten Quartal machen, der auf dem alten Prescott-Kern mit 1 MB Level-2-Cache basiert. Hier wird man ebenfalls die neuen EM64T-Erweiterung zum Einsatz kommen lassen [88], so dass auch die massentauglichen Prozessoren endlich auf den 64-Bit-Zug aufspringen können. Ferner wird man auch die Celeron-CPUs [89] der 300er-Serie mit dieser Technologie ausrüsten, so dass Intel schon in nicht allzu langer Zeit eine breite Produktpalette von 64-Bit-tauglichen Prozessoren im Portfolio führen wird.
EM64T-Unterstützung beim Celeron
Nummer
Frequenz in GHz
FSB in Mhz
L2 Cache in kB
EM64T
XD Bit
355
3,33
533
256
Ja
Ja
351
3,2
533
256
Ja
Ja
350
3,2
533
256
Nein
Nein
346
3,06
533
256
Ja
Ja
345
3,06
533
256
Nein
Ja
341
2,93
533
256
Ja
Ja
340
2,93
533
256
Nein
Ja
336
2,8
533
256
Ja
Ja
335
2,8
533
256
Nein
Nein
331
2,66
533
256
Ja
Ja
330
2,66
533
256
Nein
Ja
326
2,53
533
256
Ja
Ja
325
2,53
533
256
Nein
Ja
320
2,4
533
256
Nein
Nein
Weiterhin wird uns das zweite Quartal wohl auch die ersten Dual-Core-Prozessoren [90] bescheren, die auf dem Smithfield-Kern basieren. Dieser in 90 nm breiten Strukturen gefertigte Rechenknecht wird intern quasi aus zwei Prescotts mit jeweils 1 MB Level-2-Cache bestehen. Bei den Taktfrequenzen dieser neuen 800er-Serie sind bis zu 3,2 GHz pro Kern im Gespräch. Passend dazu wird es übrigens auch zwei neue Chipsätze geben - den 955X Express (Codename „Glenwood“) und den i945P/G (Codename „Lakeport“), da der aktuelle i925XE laut Aussagen Intels keine Unterstützung für dieses technologische Novum bietet.
Intel Desktop-Roadmap für das Jahr 2005
Q1 '05
Q2 '05
H2 '05
Pentium 4 Extreme Edition
Pentium Extreme Edition
?
Codename
Prescott 2M (Irwindale)
Smithfield
?
Features
90nm, 2 MB L2, 1066 MHz FSB, EST, EM64T, XD
90nm, 2 x 1 MB L2, Dual Core, 1066 MHz FSB, HT, EST, EM64T, XD, Vanderpool?
?
Taktfrequenz
3,73 GHz
?
?
Chipsatz
925XE (Alderwood)
955X (Glenwood)
Pentium 4
Pentium
Pentium 4
Codename
Prescott 2M (Irwindale)
Smithfield
Features
90nm, 2 MB L2, 800 MHz FSB, HT, EST, EM64T, XD
90nm, 2 x 1 MB L2, Dual Core, 800 MHz FSB, HT, EST, EM64T, XD, Vanderpool?
Eventuell wird Erzkonkurrent AMD nahezu zeitgleich erste Dual-Core-CPUs auf Basis des Toledo-, Egypt-, Italy- und Denmark-Kerns [91] herausbringen. All diese werden natürlich schon im 90-nm-Verfahren gefertigt.
Bei Intel geht es dann in der zweiten Jahreshälfte 2005 weiter. Zu diesem Zeitpunkt wird die heute vorgestellte 600er-Serie durch eine neue Technologie ergänzt werden. Diese trägt den Namen „Vanderpool [92]“ und soll ein paar äußerst interessante Features zum Kunden bringen. Intel forciert unter diesem Namen seine Anstrengungen, die Virtualisierungsfähigkeit seiner Clients und Server zu optimieren und hat hierfür die Spezifikationen der Vanderpool Technology External Architecture (EAS) veröffentlicht. Virtualisierung ermöglicht einer Plattform, eine Vielzahl an Betriebssystemen und Applikationen in unabhängigen Partitionen oder „Containern“ gleichzeitig zu betreiben. Ein einzelnes Computersystem kann somit als eine Reihe virtueller Systeme fungieren. Zu deutsch bedeutet dies, dass es unter anderem möglich sein wird, mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf ein und demselben System parallel laufen zu lassen. Die kompletten Spezifikationen zur Vanderpool-Technologie lassen sich bei Intel [93] abrufen.
Erst im Jahre 2006 wird es dann einen neuen Prozessorkern geben, der auf den Namen Presler [87] hört. Dieser ist wohl ein in 65-nm-Strukturbreite gebauter Dual-Core-Prozessor, wie wir ihn auch schon auf Basis des Smithfields gesehen haben. Für diese CPU sind Taktraten von bis zu 3,6 GHz pro Kern im Gespräch. Ferner wird auch der aktuelle Prescott 2006 einen Nachfolger finden. Dieser hört auf den Namen Cedar Mill [87] und wird nur über einen Kern verfügen.
Ebenfalls im Jahre 2006 und darüber hinaus bis in das Jahr 2007 wird uns die neue Broadwater-Plattform [94] die Ehre erweisen. Für diese sind Prozessoren mit den Codenamen „Millville“ und „Allendale“ eingeplant. Was sich hinter diesen beiden versteckt, ist allerdings noch unklar. Sicher ist nur, dass der Allendale ein Vertreter der Pentium- und der Millville ein Vertreter der Celeron-Familie ist.
Und was macht AMD? Hier wird man neben den bereits erwähnten Dual-Core-Prozessoren [95] auch einige Neuerungen für die im Moment existenten Produkte bringen. Das E0-Stepping wird die neuen Winchester-Kerne, die allesamt schon in 90 nm breiten Strukturen gefertigt werden, um SSE3-Befehle erweitern. Beim Opteron erledigt dies das E4-Stepping [96]. Zudem soll es bei beiden Prozessorfamilien durch das neue Stepping Verbesserungen am internen Speichercontroller [97] geben und auch der Stromverbrauch soll nochmals etwas gesenkt worden sein. Der neue Athlon 64-Kern wird dann übrigens auf den Namen „Venice“ hören, der neue Athlon 64 FX auf den klangvollen Namen „San Diego“. Auch die Sempron-Reihe wird mit dem „Palermo“ auf dem Sockel 754 eine Fortsetzung finden.
AMD Roadmap 2005/2006
Das Jahr 2006 bringt dann wieder ein paar tiefer greifende Neuerungen im Bezug auf die Athlon 64-Prozessoren. Hier ist zum einen die Unterstützung von DDR2-Speicher [98] zu nennen, zum anderen ein neuer Sockel [97], über den aber noch keine weiteren Details bekannt sind. Fakt ist aber wohl, dass der Dual-Core-Prozessor des Jahres 2006 auf den Namen „Windsor“ hört und noch im 90-nm-Verfahren gefertigt wird. Der normale Athlon 64 mit nur einem Kern hört derweil ab dem nächsten Jahr auf den Codenamen „Orleans“. Beiden Prozessoren ist DDR2-Speicher, der neue Sockel und eine Technologie ähnlich Intels Vanderpool [91] gemein. Für diese ist der Codename „Pacifica“ im Suppentopf der Gerüchteküche.
Fazit
Mit den neuen Pentium 4-Prozessoren der 600er-Familie sowie der neuen Extreme Edition mit 3,73 GHz zieht Intel in Sachen Features mit AMD gleich. Während der grüne Konkurrent den Privatkunden schon seit Ende September 2003 mit 64-Bit tauglichen Prozessoren der Athlon 64-Familie erfreut, musste man als Verfechter des Intel-Lagers sehr lange auf diesen Schritt warten, obwohl der Halbleiter-Hersteller bestimmten Partnern bereits seit dem letzten Jahr entsprechende Pentium 4-Prozessoren zur Verfügung gestellt hat und die Gerüchteküche schon länger davon ausgeht, dass seit dem 90-nm-Kern („Prescott“) des Pentium 4 entsprechende Funktionalität in ihm schlummert. Ganz klar, hier muss sich der Prozessorhersteller einmal mehr Taktieren vorwerfen lassen. Erst jetzt, kurz vor der Fertigstellung der entsprechenden, 64bittigen Windows XP-Variante, zieht man mit Prozessoren, für die Aufgrund anderer neuer Features deutlich mehr auf den Tisch gelegt werden muss, nach.
Intel Pentium 660
Im Vergleich zur Pentium 4 500er-Familie bieten Intels neue Prozessoren neben der 64-Bit-Erweiterung EM64T einen auf 2 MB verdoppelten L2-Cache sowie die von den Pentium M-Prozessoren bekannte Enhanced SpeedStep-Technologie. Während EM64T, die im Großen und Ganzen mit AMDs AMD64 identisch ist (zwar gibt es Abweichungen, diese spielen jedoch kaum eine Rolle), auf jeden Fall zur Zukunftssicherheit beiträgt, fallen die Vorteile durch den 2 MB großen L2-Cache minimal aus. Office-Anwendungen sowie Pack- und Encoding-Arbeiten und auch Computerspiele werden im Durchschnitt um zwei Prozent beschleunigt; CAD- und 3D-Applikationen müssen aufgrund einer veränderten Cache-Architektur, die im ungünstigsten Fall zwei Takte langsamer als bisherige Modelle ist, leichte Performanceeinbußen hinnehmen. Im Rahmen von Intels Produktpalette entspricht dies insgesamt einer virtuellen Taktsteigerung zwischen 100 und 200 MHz. Insbesondere in Spielen kann der Pentium 4 660 (3,6 GHz) dem 3,8 GHz schnellen Pentium 4 570J sehr nahe kommen. Wer aufgrund der Ergebnisse der „alten“ Extreme Edition jedoch gehofft hat, (bei gleichem Prozessortakt) einen Performancesprung von bis zu zwölf Prozent z.B. in Spielen zu erleben, wird enttäuscht. Nicht einmal die neue Extreme Edition mit 3,73 GHz Takt kann in Spielen gegen das 3,40 GHz-Modell der gleichen Preisklasse bestehen. Spiele fühlten sich mit dem Northwood-basierten Gallatin-Kern (Northwood 2M) bedeutend wohler. Aus den drei anderen Mehrkampfdisziplinen geht die neue Extreme Edition dagegen als Sieger hervor. Und dennoch - bei dieser CPU stehen Preis und Leistung nach wie vor auf Kriegsfuß. Hinzu kommt noch, dass dieses Modell bis auf einen 1066 MHz schnellen Frontside-Bus nicht einmal mehr bietet als die 600er-Serie; vielmehr muss man aufgrund von „Entwicklungsentscheidungen“ sogar auf das Enhanced Halt State oder Enhanced SpeedStep verzichten.
Preise, Stand 19. Februar 2005
Prozessor / Takt
Herstellerpreis
Ladenpreis
Intel Pentium 4 (Sockel 775)
3.73 EE GHz
$999
-
3.46 EE GHz
$999
911 Euro
3.40 EE GHz
$999
899 Euro
660, 3,60 GHz
$605
564 Euro
650, 3,40 GHz
$401
377 Euro
640, 3,20 GHz
$273
257 Euro
630, 3,00 GHz
$224
215 Euro
570J, 3,80 GHz
$637
576 Euro
560J, 3.60 GHz
$417
366 Euro
550J, 3.40 GHz
$278
265 Euro
540J, 3.20 GHz
$218
202 Euro
530J, 3.00 GHz
$178
164 Euro
520J, 2.80 GHz
$163
154 Euro
AMD Athlon 64 (Sockel 939)
FX-55
$827
751 Euro
4000+
$643
590 Euro
3800+
$424
380 Euro
3500+
$272
235 Euro
3200+
$194
194 Euro
3000+
$149
129 Euro
Womit wir auch schon bei der letzten Neuerung der 600er-Serie angelangt sind: Enhanced SpeedStep vermag bei den Pentium M-Prozessoren zwar die Akkulaufzeit über die Zehn-Stunden-Marke zu treiben, bei Desktop-Prozessoren kann es jedoch nicht voll und ganz punkten. Das hat aus unserer Sicht mehrere Gründe. Zum Einen muss man ganz klar sagen, dass ein Prozessor wie der Pentium M auch ohne SpeedStep mit seinen 21 Watt nur ein Fünftel dessen verbraucht, was bei den schnellsten Pentium 4-Modellen durch die Leitung fließt - die 7,5 Watt, die er im niedrigsten SpeedStep-State bei 600 MHz Takt verbraucht, können schon von einer normalen Serial ATA-Festplatte überboten werden. Demgegenüber verbraucht jedes Mitglied der 600er-Familie, wenn es nichts tut, schon über 30 Watt (nur Prozessor) - also 50 Prozent mehr als ein Pentium M unter Volllast. Desktop- und Mobile-Prozessoren sind (noch) grundverschieden und somit kann ein Mobile-Feature alleine die „Welt“ nicht retten. Dennoch ist es erfreulich, dass der Stromverbrauch beim Abspielen eines Videos dank dieses Features um gut 20 Watt abgesenkt werden kann. Auf der anderen Seite finden wir es jedoch Schade, dass sich Intel nicht dazu durchringen konnte, den Takt der CPU auf 2,0 oder gar 1,0 GHz herabzusenken, wie es die Konkurrenz beim Athlon 64 tut. Laut Intel war der Stromspareffekt bei Absenkung des Taktes auf 2,8 GHz (verbunden mit der geringer ausfallenden Spannung) besonders groß; darunter hätten Aufwand und Nutzen nicht im Verhältnis zueinander gestanden - Schade eigentlich, denn zum „Nichts tun“ sind auch 2,8 GHz noch zu viel. Auch die Gesamtperformance muss unter SpeedStep leiden, obgleich Spiele in höheren Auflösungen in erster Linie von der Grafikkarte limitiert sind. SpeedStep bleibt für uns ein zweischneidiges Schwert, das weder den Stromverbrauch im Leerlauf, noch unter Volllast zu mindern vermag - nur zwischendrin kann man unter Leistungseinbußen Besserung erwarten. Wäre die Architektur an sich effektiver, müsste man diesen Schritt nicht gehen.
Dennoch muss man Intel zu den neuen Prozessoren gratulieren. Denn mit dem neuen N0-Stepping konnte man - ohne den „Zauber“ von SpeedStep - den Stromverbrauch bei Leerlauf und Volllast im Vergleich zum bisherigen E0-Stepping abermals senken. Zwar ist man noch immer weit von AMDs Boliden entfernt, doch man ist auf dem richtigen Weg. In Sachen Features ist Intel mit der heutigen Vorstellung genau genommen nicht nur mit AMD gleich gezogen. Vielmehr kann man zusätzlich das nach wie vor sehr begehrte Hyper-Threading ins Feld führen, auf das die Konkurrenz erst mit den Mitte des Jahres kommenden Dual-Core-Athlon 64-Prozessoren antworten kann.
Preisleistungsrating
A64 3000+ (1,8 GHz, 90 nm, HT1000)
591
P4 520 (2,8 GHz, 90 nm, FSB800)
503
P4 530 (3,0 GHz, 90 nm, FSB800)
495
A64 3200+ (2,0 GHz, 90 nm, HT1000)
473
P4 540 (3,2 GHz, 90 nm, FSB800)
420
A64 3500+ (2,2 GHz, 90 nm, HT1000)
348
P4 550 (3,4 GHz, 90 nm, FSB800)
333
P4 560 (3,6 GHz, 90 nm, FSB800)
250
A64 3800+ (2,4 GHz, 130 nm, HT1000)
241
P4 650 (3,4 GHz, 90 nm, FSB800)
237
P4 570J (3,8 GHz, 90 nm, FSB800)
165
P4 660 (3,6 GHz, 90 nm, FSB800)
165
A64 4000+ (2,4 GHz, 130 nm, HT1000)
158
A64 FX-55 (2,6 GHz, 130 nm, HT1000)
130
P4 EE 3,73 GHz (90 nm, FSB1066)
105
Angaben in Punkten
Für viel Geld erhält man derzeit mit den Mitgliedern der 600er-Serie sehr schnelle und featurereiche Prozessoren. Die neue Extreme Edition kann sich nicht wirklich durch einen Mehrwert auszeichnen und disqualifiziert sich aufgrund des Preises selbst.
Noch im zweiten Quartal wird Intel neben den ersten Dual-Core-Prozessoren auch die 500er-Familie und kurze Zeit darauf auch den Celeron D mit der wichtigsten Neuerung des heutigen Tages, dem Support von EM64T, ausrüsten. Das Beste daran ist, dass für EM64T kein Aufpreis verlangt werden wird!