Nachdem wir uns zuletzt mit den potentesten Prozessoren, wahlweise mit zwei oder vier Kernen, aus dem Hause AMD und Intel auseinander gesetzt haben, ist es Zeit, einmal einen anderen Weg zu gehen. Zu diesem Zweck haben wir uns den aktuell schnellsten Prozessor mit einer Thermal Design Power von gerade einmal 45 Watt ins Haus geholt. Der auf dem aktuellen, in 65 nm gefertigten Brisbane-Kern basierende Zwei-Kern-Prozessor 4850e geht unter dem Label AMD Athlon X2 mit einem gesteigerten Takt von 2,5 GHz an den Start.
AMD Athlon X2 4850e
Dem Flaggschiff Athlon X2 4850e folgen nach unten hin die Modelle 4450e und 4050e, die zusätzlich auch weiterhin unter den Bezeichnungen AMD Athlon X2 BE-2400 respektive BE-2350 mit identischer TDP verkauft werden. Kleinere Unterschiede gibt es jedoch im Stepping der Prozessoren. Während BE-2300 und BE-2350 noch im älteren G1-Stepping daher kamen, ist jetzt allen drei Modellen das G2-Stepping gemein. Alle drei neuen Varianten sind bis auf die je 200 MHz Taktunterschied also praktisch gleich, was auch AMDs CPU-Compare-Seite bestätigt [1].
Überblick
Einen ersten Überblick über die Eigenschaften eines AMD Athlon X2 4850e liefert in der Regel das kleine Tool CPU-Z [2]. Doch der Prozessor war zum Testzeitpunkt so neu, dass nur die grundlegenden Eigenschaften durch CPU-Z 1.44.2 erkannt wurden (das aktuelle CPU-Z 1.46 erkennt ihn tadellos). Der Multiplikator und die Taktfrequenz stimmten, auch die Spannung sowie die Größe des L2-Caches wurden korrekt ausgelesen. Das BIOS unseres Gigabyte-Mainboards erkennt die CPU ebenfalls erst nach einem Update auf die Version „F4“. Für die richtigen Informationen haben wir dieses Mal einen Screenshot von AMD Overdrive gewählt, der den Prozessor korrekt ausliest.
AMD Athlon X2 4850e
Die Vielfalt an aktuellen Prozessoren mach das Portfolio bei AMD zurzeit teilweise sehr unübersichtlich, soll aber nach und nach bereinigt werden. In einigen Bereichen tummeln sich gar vier verschiedene Prozessorkerne mit darüber hinaus unterschiedlichen L2-Cache-Größen, die sich zwei Bezeichnungen teilen. Hinzu kommt der Faktor, dass AMD die Athlon 64 X2 Zug um Zug von 90 auf 65 nm umstellt, was zum Teil doppelte Belegungen der aktuellen Bezeichnungen zur Folge hat. Die folgende Tabelle versucht, ein wenig den Überblick und die Unterschiede zwischen den Varianten aufzuzeigen.
Microsoft Windows Vista Ultimate 32-Bit, Build 6000
Microsoft DirectX 9.0c August 2007
Microsoft Direct3D 10
Erläuterungen
Um einen möglichst fairen und realitätsnahen Vergleich zwischen den Kontrahenten zu ermöglichen, werden sämtliche Tests in einem geschlossenen Midi-Tower mit werksseitiger Lüfterbestückung (ein Lüfter rückseitig saugend, einer beim Festplattenkäfig in Front blasend) durchgeführt, um so auch auf thermische Probleme bei den Boliden aufmerksam zu werden. Zum Einsatz kommt ein „Cooler Master Stacker RC-832“, der uns von Caseking [9] zur Verfügung gestellt wurde. Das Gehäuse erlaubt den Einsatz von bis zu neun 120-mm-Lüftern, von denen die beiden verwendeten Lüfter zum Lieferumfang gehören.
Cooler Master Stacker RC-832 OCZ DDR2-1066 Gigabyte MA790FX-DQ6 (790FX) ATi Radeon HD 2900 XT
Auch AMDs neuer Athlon folgt mit seinen krummen Speichereinstellungen den bisherigen Modellen, durch die halben Multiplikatoren sieht es jedoch noch schlimmer aus als vorher schon. Das Ziel, den Speicher mit 800 MHz zu betreiben, wird mit allen drei getesteten CPUs nicht erreicht. Während der 2,5 GHz schnelle Athlon den Speicher mit einem Siebtel des Taktes des Prozessors anspricht und dabei im DDR-Modus 714 MHz heraus kommen, ist der 2,3 GHz schnelle Proband dank eines Teilers von 6 schneller bei der Arbeit. Im DDR-Modus kommt dieser nach einfacher mathematischer Rechnung von (2.300 MHz / 6)*2 auf 766,67 MHz Speichertakt. Richtig übel dran ist letztendlich der 2,1 GHz getaktete AMD Athlon 4050e, der dank gleichem Teiler nur DDR-700 für sich beanspruchen kann. Diese Unterschiede werden in einigen Tests doch sehr deutlich, weshalb es nur zu verständlich ist, dass AMD dieses „Kauderwelsch“ mit der Quad-Core-CPU Phenom und den noch folgenden neuen Zwei-Kern-Prozessoren behoben hat bzw. ändern wird.
Ein Vergleich zu einem 2,5 GHz schnellen, „alten“ Athlon 64 X2 ist leider nicht möglich, da dieser im F3-Stepping gefertigte 90-nm-Prozessor keine halben Multiplikatoren unterstützt. Unser Modell X2 6000+ haben wir jedoch bereits zu dem Test des Phenom 9500 auf 2,2 GHz getaktet, um einen Vergleich der neuen zur alten Architektur bei gleicher Taktfrequenz zu offenbaren. Diese 2,2 GHz sind uns heute nochmals von Nutzen, da sie genau zwischen den beiden kleineren Modellen angesiedelt sind, was den Unterschied zwischen den Steppings und der damit verbundenen Verkleinerung des L2-Cache aufzeigt. Einen kleinen Ausblick liefert zudem der Bereich Overclocking, in dem wir den 2,5 GHz Athlon 4850 mit einer TDP von 45 Watt auf das Niveau eines Athlon 64 X2 6000+ mit einer TDP von 125 Watt gehievt haben.
Benchmarks
Alle getätigten Benchmarks wurden unter Windows Vista in einer Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten durchgeführt. Vor allem bei Spielen kann es jedoch zu leichten Abweichungen in den Auflösungen und Grafikeinstellungen kommen. Wie genau diese aussehen, wird an Ort und Stelle im Text erwähnt.
Viele der von uns ausgewählten Programme sind frei verfügbar, so dass man die Tests am heimischen PC nachvollziehen kann. Anbei die genauen Versionsnummern bzw. Programmvarianten, die wir für den Test ausgewählt haben.
Egal ob es um Mainboard, Speicher, Festplatte, Peripherie, Steckkarten, Prozessor, Netzwerk, Schnittstellen BIOS, Windows oder DirectX geht, SiSoft Sandra hat umfangreiche Antworten parat. Für einen Großteil der Hardware im PC gibt es zudem Benchmark-Tests, mit denen sich der PC auf seine Performance im Vergleich zu einigen Referenz-Rechnern testen lässt. All diese Werte sind jedoch fast ausschließlich rein theoretischer Natur und haben wenig Bezug zur Praxis, jedoch lassen sich Prozessoren in ihren theoretischen Möglichkeiten gut vergleichen.
Während fast alle Tests wie erwartet mit der Taktfrequenz skalieren, schlägt der Speichertest wie erwartet aus. Die dank dem Teiler unterschiedliche Arbeitsweise des eigentlich identischen Arbeitsspeichers zeigt sich sofort im Ergebnis. Dies hat schlicht und weg ganz einfach zur Folge, dass der 2,3 GHz schnelle Prozessor den 2,5 GHz schnellen Athlon 4850e im Speichertest schlägt. Bestätigt wird das Ergebnis durch den folgenden Test.
Super PI
Super Pi ist eine recht simple und vor allem kleine Software, mit der PI auf mehrere Millionen Stellen nach dem Komma berechnet wird. Die dafür benötigte Zeit wird gemessen und kann für Leistungsvergleiche von Prozessoren verwendet werden. Wir testen mit einer modifizierten Version 1.5 XS den Standard-Test „1M“, welches auch in unserem Forum von vielen Lesern praktiziert wird [11].
In einem weiteren Test der Bandbreite muss sich der Arbeitsspeicher, das dazugehörige Mainboard und der Prozessor dem Tool Sciencemark 2.0 stellen. Dieses ermittelt nicht nur die Bandbreite, sondern auch die Latenz des Arbeitsspeichers. Weiterhin kann der Cache des Prozessors einer Überprüfung unterzogen werden.
Das Bild der Speicherbegutachtung runden wir mit dem Programm Everest in Version 4.20 ab. Dieses Tool verfügt über einige integrierte Benchmark-Funktionen und Tools, die den Rechner komplett auslasten und auf Fehler überprüfen. Wir haben Everest neben der Temperaturmessung genutzt um den Speichertest zu nutzen.
Die PCMark-Suite bietet dem Benutzer seit dem Juni 2005 eine ausführliche Übersicht über die Leistungsfähigkeit der im PC verbauten Komponenten wie Prozessor, Speicher, Grafikkarte und Festplatte. Dazu werden verschiedene Einzeltest durchgeführt, deren Einzelergebnisse zum Schluss als Gesamtwert aufgerechnet werden. Einige Tests sind dabei immer noch hochaktuell, gerade wenn es um syncrone Arbeiten geht. Deshalb findet sich auch in unserem neuen Benchmarkparcour der vermeintlich angestaubte PCMark05 wieder.
Etwas über zwei Jahre nach der Vorstellung des PCMark05, dem Futuremark-Benchmark zur Beurteilung der Leistung eines Rechners in verschiedensten Anwendungsszenarien, stellt der finnische Hersteller den PCMark07, „PCMark Vantage“ genannt, vor. Einmal mehr sollen Privatanwender und Firmen anhand eines kompakten Programmes in der Lage sein, die Leistung eines Rechners auf Grundlage einer breiten Basis an Tests möglichst objektiv bewerten zu können. Alle Details zu dem neuen Benchmark stellt unser Artikel zu PCMark Vantage [15] bereit. Die größte Hürde in den Systemanforderungen des PCMark Vantage ist das Betriebssystem, denn die Benchmarkversion des Jahres 2007 verrichtet nur noch auf Windows Vista ihren Dienst – einen Grund mehr, unser neues Testsystem mit Windows Vista einer gründlichen Prüfung zu unterziehen.
Die Datenkompressionssoftware 7-Zip hat in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen. Hierzu trug nicht nur die im Vergleich zu anderen Packern bessere Kompressionsrate bei ZIP und GZIP oder dem hauseigenen Format 7z bei. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Software kostenlos und werbefrei und steht darüber hinaus in einer 64-Bit-Version zur Verfügung. Wir testen mit der seit bereits Mai 2006 aktuellen finalen Version 4.42. Es wird der Ordner von Anno 1701 in höchster Qualitätsstufe komprimiert.
Obwohl 7-Zip kostenlos und in Sachen Kompressionsrate vielen Konkurrenten überlegen ist, kommt die Software in Sachen Verbreitung bei Weitem nicht an WinRAR heran, das in Form von RAR seit DOS und Windows 3.1 verfügbar ist. Mittlerweile ist WinRAR zwar in der Lage neben rar auch andere Formate wie beispielsweise 7z zu entpacken, zum Komprimieren stehen allerdings nur rar und zip zur Verfügung. Seit WinRAR 3.60 [18] bietet nun auch der beliebte Packer Multi-Core-Support. Anzumerken ist dem Programm, dass mit jeder neuen Version und schnelleren Prozessoren alles ein klein wenig schneller und besser komprimiert wird, so dass der Vorsprung von 7-Zip deutlich geringer geworden ist. Das Programm muss (wie 7-Zip) den Programmordner von Anno 1701 bei maximalen Qualitätseinstellungen in das Format .rar komprimieren.
Das populäre, aus Deutschland stammende Maxon Cinema4D ist in unserem Benchmarkparcours in Form von Cinebench 2003 und deren Nachfolger Cinebench R10 vertreten. Die Software nutzt zum Raytracing bis zu 16 Prozessoren und profitiert damit von allen derzeit am Markt erhältlichen Desktop-Prozessoren von AMD oder Intel. In unserem Test präsentieren wir sowohl die altbekannte Variante von Cinebench 2003, als auch die Mitte 2007 veröffentlichte Version Cinebench R10. Wie üblich zeigen die Diagramme einerseits den Test mit nur einem Prozessorkern, zum anderen auch den Multi-Core-Test.
NewTek Lightwave 3D [21] kann auf eine lange Geschichte zurückblicken und wurde unter anderem für Spezialeffekte bei Kinofilmen wie Jurassic Park, Titanic, X-Men, Spiderman oder Star Wars: Angriff der Klonkrieger eingesetzt. Auch bei TV-Serien wie Stargate SG-1 wird auf die Fähigkeiten der Raytracing-Software zurückgegriffen. Die offizielle Liste an Filmen [22] ist eindrucksvoller und vor allem länger. Auch bei Computerspielen [23] wie Quake 4 oder Serious Sam 2 führte kein Weg an Lightwave vorbei.
Auch wenn sich mit der Blu-ray Disc (BD) und High Density-DVD (HD-DVD) bereits die Nachfolger der DVD für den Startschuss rüsten, wird die marktbeherrschende Stellung der DVD auf absehbare Zeit nicht gebrochen werden. Dafür wird nicht zuletzt die breite Basis an installierten DVD-Playern und -Recodern sowie der zum Start hohe Preis der Neulinge sorgen.
Die DVD ist und bleibt damit vorerst das Medium der ersten Wahl, insbesondere wenn es um die Veröffentlichung neuer Filme geht. Ebenso bedeutend ist damit die Duplizierung (nicht kopiergeschützter) Medien zur Datensicherung. Da Filme üblicherweise auf einer DVD-9 (zweilagig) mit einer Kapazität von 8,5 GB ausgeliefert werden, müssen diese neu codiert werden, damit sie auf einer handelsüblichen DVD-5 mit 4,7 GB Fassungsvermögen passen. Damit dies gelingt, wird die Qualität des als MPEG2 vorliegenden Videos entsprechend reduziert. Software zum Verkleinern einer DVD-Video profitiert im Allgemeinen von mehreren Prozessorkernen.
In unserem Test wird mit Hilfe von Nero Recode der Hauptfilm einer DVD neu berechnet. Als Tonspuren werden dabei Deutsch 5.1 und Englisch 5.1 unverändert übernommen. Das Ergebnis ist eine regulär im DVD-Player spielbare Version mit Menü. Die konkreten Programmparameter setzt Nero automatisch. Für Nero Recode haben wir uns entschieden, da die Anwendung von Prozessoren mit mehr als einem Kern profitiert und Teil der weit verbreiteten und aktuellen „Nero 8“-Suite ist.
Seit DivX 6.1 (Codename Helium) [24] unterstützt der für Videos sehr beliebte MPEG-4/ASP-Codec auch Dual-Core-Prozessoren und erreicht je nach Konfiguration eine Steigerung der Encoding-Rate um mehr als 150 Prozent. Die Leistungsunterschiede sind dabei umso stärker ausgeprägt, je höher die gewählte Qualitätsstufe ist. Bei früheren Prozessortests wurde DV- und MPEG2-Videomaterial mit unterschiedlichen Qualitätseinstellungen nach DivX 6.1 encodiert. Tendenziell waren auch hier die Ergebnisse gleich. Die bei DV gewählten, niedrigen Qualitätseinstellungen für Audio- und Video-Encoding ließen Single-Core-Prozessoren ein wenig besser abschneiden. Aufgrund des größeren Praxisbezugs werden fortan nur noch die Ergebnisse des MPEG2-Encodings veröffentlicht.
Zum neuerlichen Einsatz kommt DivX 6.7, der experimentelle Unterstützung für die SSE4-Befehlssätze beinhaltet. Intel hat gerade durch diese Instruktionen im Zusammenspiel mit DivX einen großen Performanceschub für Anwender versprochen, der in Ansätzen bereits erkennbar ist. An der Stelle hängt jedoch viel von der Art der Betrachtung ab. Intel hat in einem kleinen Guide die „optimalen“ Einstellungen für ein möglichst gutes Ergebnis geliefert, jedoch haben diese, dank Einstellungen wie „no sound“ wenig Bezug zur Realität. Deshalb verwenden wir unser angestammtes Video und behalten die bisherigen Einstellungen bei. Mit dem neuen Prozessor testen wir deshalb einmal in der herkömmlichen SSE2-Optimierung, wie sie derzeit jede CPU unterstützt, als auch in der neuen aber noch experimentellen SSE4-Variante. Um das Abschlussrating nicht zu verfälschen wird jeweils das schnellste Ergebnis eines Prozessors in das Diagramm aufgenommen, bei den SSE4-CPUs als Hinweis jedoch auch das SSE2-Ergebnis dargelegt.
Die erstmals beim AMD Phenom eingeführte Variante SSE4.1A, die sich von Intels SSE4 unterscheidet und nicht kompatibel ist, wird aktuell noch nicht unterstützt. Deshalb kann dieser nur im SSE2-Modus getestet werden.
Das Zielformat für alle Hobbyfilmer ist (zumindest vorerst) nach wie vor die DVD und damit ein Film im MPEG2-Standard. Das Videomaterial selbst liegt dabei üblicherweise als Digital Video (DV) vor. Für den Test haben wir auf TMPGEnc 4.0 XPress 4.3.1.222 vertraut und ein 20 Minuten langes und unbearbeitetes Video mit einer Größe von knapp vier Gigabyte in ein 1,3 Gigabyte MPEG2-File umgewandelt.
Soll es einmal schnell gehen, greift der eine oder andere vielleicht doch auf den mit Windows XP (x64) ausgelieferten bzw. separat als Update verfügbaren Windows Movie Maker in der Version 2.0 zurück. Aufgrund der wahrscheinlich gar nicht so geringen User-Basis wurde dieser Benchmark in den Parcours aufgenommen. Das zuvor bereits mehrfach genutzte DV-Material wird mit der 1,7 Mbps Bitrate nach WMV konvertiert.
Das 1985 entwickelte Audiokompressionsverfahren MP3 ist das heute vorherrschende Format für Musik. Es wird von einer breiten Palette an Endgeräten unterstützt und bietet in der letzten Weiterentwicklung sogar Support für 5.1 Mehrkanal-Audio [25]. Das Spektrum an Encodern für MP3 ist mannigfaltig. Für unseren Test haben wir uns zwei Vertreter herausgegriffen.
Besonders populär ist die kostenlose Software Lame [26], die von verschiedenen Programmen eingesetzt wird. Wir testen mit Beta 2 von Lame 3.97. Hierbei handelt es sich um eine 32-Bit-Applikation, die Performance auf Niveau der letzten finalen Version 3.96.1 liefert und keinen Gebrauch von mehreren Prozessorkernen macht. Somit profitieren Dual-Core-Prozessoren nur dann, wenn mehrere Dateien parallel umgewandelt werden. Neben dieser Version existiert eine Machbarkeitsstudie [27] (Dokumentation [28]), die zeigt, dass Lame in begrenztem Maße für Multi-Prozessor-Systeme optimiert werden kann. Von dieser experimentellen Alpha-Version stehen Versionen mit Intel- und Microsoft-Compiler für Windows x32 und x64 zur Verfügung. Aufgrund der miserablen Performance des Microsoft-Compilers testen wir die Version mit Intel-Compiler.
Mit iTunes wiederholen wir das Prozedere. Es wird die gleiche Musikdatei einmal in das Format .mp3 umgewandelt, danach in AAC. In den Einstellungen wurden dabei darauf geachtet, dass auch die Qualitätseinstellungen von 192 kbit/s beibehalten wurden.
Einer der ältesten Benchmarks ist 3DMark03. Dennoch erfreut er sich, gerade bei Leuten, die diesen Test vor Jahren schon einmal mit einer nicht so guten Grafikkarte gemacht haben, großer Beliebtheit. Auch bei Overclockern wird der Test immer noch dargeboten, was zu skurrilen Werten im hohen 5-stelligen Bereich führen kann. Wir haben diesen Benchmark der Vollständigkeit halber mit aufgenommen.
Der 3DMark05 liegt technisch nach wie vor auf sehr hohem Niveau. So kommen große Texturen mit der Auflösung 2048x2048, gemischt mit der Benutzung des Shader-Model 3.0, 2.x oder 2.0, zum Einsatz. Das letztes Jahr erschienene Programm setzt auf komplexe Lichteffekte, dynamische Schatten, aufwendige Bump-Mapping-Effekte und benötigt vor allem eine hohe Geometrieleistung. Im Ergebnis spiegelt sich allerdings nur die Geschwindigkeit der Grafikkarte wieder, da diese selbst bei aktueller Hardware immer den Flaschenhals darstellt. Der wohl größte Nachteil beim 3DMark05 sind die weitläufigen Treiberoptimierungen aller aktuellen Grafikkartenhersteller. Diese gehen soweit, dass sich die Endergebnisse je nach Treiber im zweistelligen Prozentbereich verändern, somit können qualitätsmindernde Optimierungen nicht ausgeschlossen werden. Zudem basiert der synthetische Benchmark auf keinerlei Spiele-Engine, weshalb er keine reale Situation darstellt. Zu unserem Glück spiegelt eine Prozessoränderung ein deutlich verändertes Ergebnis nach sich, so dass wir diesen Benchmark weiterhin präsentieren werden. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [30].
Die allseits bekannte Benchmarkserie von Futuremark hört in der aktuellsten Version auf die Bezeichnung „3DMark06“ Von den sechs Testszenen messen vier Sequenzen die Performance der Grafikkarte und zeigen eine Grafikpracht, die ihres gleichen sucht. Um jene zu erreichen setzen die Finnen auf moderne 3D-Technologie, weswegen nicht nur massiv das Shader-Model 3.0 verwendet wird, auch extrem aufwendige Texturen, spektakuläre Partikeleffekte, komplexe Schattenberechnungen und als weiteres Highlight „High Dynamic Range Rendering“ – kurz HDRR – werden eingesetzt. Dabei setzt Futuremark auf FP16-HDR, das die derzeit best mögliche Bildqualität liefert, aber auch aufwendig zu berechnen ist. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel. [32]
Die Programmierer des Gruselshooters F.E.A.R. scheinen sich Doom 3 als großes Vorbild ausgesucht zu haben, wobei man allerdings fast alles besser zu machen scheint. Unter anderem wird die sehr beklemmende Atmosphäre durch eine Grafikqualität erreicht, die ihres Gleichen sucht. Shadereffekte in Massen, wunderschönes Bump-Mapping, sehr spektakuläre Schattenwürfe, detaillierte Texturen sowie hübsch aussehende Partikeleffekte und noch vieles mehr bekommt der Spieler zu Gesicht, weswegen F.E.A.R. bereits Pflicht für einen guten Benchmark-Parcours geworden ist. Wir verwenden die Multiplayer-Demo, die über eine integrierte Benchmarkfunktion verfügt.
Die bekannte Quake-Reihe von ID-Software ist jedes mal ein Highlight für einen „First Person Shooter“-Fan, da die Spiele nicht nur einen hohen Unterhaltungswert bieten, sondern auch mit einer Grafikpracht daherkommen, die des öfteren die Messlatte ein gutes Stück höher legt. Die aktuelle Version, Quake 4, wurde allerdings von Raven Software programmiert und nutzt eine leicht weiterentwickelte Doom-3-Engine. Somit liegt die Grafik auf einem hohen Niveau, kann aber keine neue Maßstäbe setzen. Nichtsdestotrotz bietet das Spiel mit aufwendigen Charaktertexturen und vielen Schattenspiele einiges fürs Auge. Die ausgesuchte Timedemo zeigt mehrere Feuergefechte sowie spektakuläre Schatten- und Farbspiele. Es wird die letzte aktuelle Variante des Spiels mit dem Patch 1.42 eingesetzt.
Auch wenn normalerweise First-Person-Shooter mit einer erstaunlichen Grafik glänzen können, so hat es sich das deutsche Entwicklerteam des Strategiespieles Anno 1701 nicht nehmen lassen, den Nachfolger der legendären Spiele Anno 1602 sowie Anno 1503 ebenfalls mit einer Grafikengine auszustatten, die sich vor der gesamten Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Das Auge bekommt praktisch alles geboten, was derzeit mit moderner Hardware möglich ist. Detaillierte Texturen, schön anzusehende Landschaften, nette Shadereffekte, wie Beispielsweise die Darstellung des Wassers inklusive der Brechung der Wellen und noch vieles mehr machen Anno 1701 zu einem wahren Augenschmaus. Aus diesem Grund eignet sich das Strategiespiel, als eines der wenigen seiner Art, für die Teilnahme an einem Review, da neben der GPU auch die CPU viel zu berechnen hat.
Egal wohin man schaut, Spiele, bei denen das Szenario im Zeitraum des zweiten Weltkrieges angesiedelt ist, gibt es spätestens nach dem Erfolgshit „Call of Duty“ wohl wie Sand am Meer. Während einige dieser Spiele durchaus zu gefallen wissen, sind andere nur ein regelrechter Abklatsch, um auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen. Zu ersterer Gattung gehört zweifellos das Strategiespiel „Company of Heroes“, was sich im Jahre 2006 wohl zu einem kleinen Geheimtipp entwickelt hat. Ein Grund dafür ist eine sehr gute Grafik-Engine, die auch schwerste Geschütze auffährt, damit die Konkurrenztitel das Nachsehen haben. „Operation gelungen!“, ist das einzige, was man bei Company of Heroes diesbezüglich sagen kann. Das Spiel bietet eine Menge fürs Auge und vor allem in den Schlachtszenen passiert es des Öfteren, dass man vergisst, den eigenen Truppen Kommandos zu erteilen, und stattdessen das Spielgeschehen bewundert.
Im ersten Test setzen wir auf die minimale Grafik in einer Auflösung von 800 x 600 Bildpunkten. Diese Einstellung ist traditionell die beste Möglichkeit um Prozessoren ohne größeren Einfluss der Grafikkarte zu testen. In dieser Auflösung lassen sich noch Unterschiede ermitteln, welches in DirectX-10-Spielen, wie im folgenden Benchmark, quasi nicht mehr möglich ist, da dort nur die Grafikkarte bestimmt.
Auf den Patch 1.70 von Company of Heroes haben sicherlich viele Spieler gewartet, denn so bringt die aktuelle Version des Strategietitels nicht nur einige weitere Fehlerbeseitigungen mit sich, sondern führt auch die Unterstützung von Direct3D 10 ein. Die neue API kann man bei einer entsprechenden Grafikkarte im Spielmenü auswählen und schon erscheinen alle Levels in neuem Glanz. Darüber hinaus kann man die Terraindetails nun eine Stufe höher auf „Ultra“ schrauben, was einige Bodendetails hinzufügt und die Texturen sichtbar verbessert. Die Direct3D-10-Version bietet dem Spieler eine pixelgenaue Beleuchtung, Percentage Closer Filtering für die Soft Shadows auf allen D3D10-Beschleunigern, schönere Partikeleffekte sowie Alpha to Coverage für alle Bäume und Sträucher, die somit auch von herkömmlichen MSAA erfasst und bearbeitet werden. Als Benchmarksequenz verwenden wir wie in der Direct3D-9-Version von Company of Heroes den integrierten Benchmark.
Mittlerweile sehen Strategiespiele zwar deutlich besser aus als noch vor einigen Jahren, so recht gelingen will es den Programmen aber nur selten, in die Königsklasse, die meist von First-Person-Shootern besetzt wird, vorzudringen. Den Entwicklern von World in Conflict scheint dies nicht gereicht zu haben und man entwickelte eine Grafikengine, die sich vor keinem anderen Spiel zu verstecken braucht. World in Conflict unterstützt die Direct3D-10-API und hat keine Schwierigkeiten, Kantenglättung unter der neuen Programmierschnittstelle anzuwenden. Schicke Shadereffekte zieren das Spiel (so wirft die Sonne beispielsweise Lichtstrahlen durch die Wolken, die die Umgebung beleuchten), ebenso detaillierte Texturen und eine realistische Schattendarstellung. Die Animationen der Spielcharaktere sind gut gelungen, was in Kombination mit einer kinoreifen Schnittreihenfolge Filmatmosphäre in den Zwischensequenzen aufkommen lässt. Als Testsequenz benutzen wir wie in unseren Grafikkarten-Tests nicht die integrierte Benchmarkfunktion, da diese sich in einigen Situationen etwas seltsam verhält. Stattdessen verwenden wir die Introsequenz zur ersten Mission der Kampagne.
Natürlich darf auch in diesem Test „Crysis“ nicht fehlen. Intels neues Flaggschiff, gepaart mit einer der schnellsten Grafikkarten von AMD. Das Spiel stuft das komplette System als „High“ in die Kategorie „3“ ein – entsprechend sehen die Einstellungen im Spiel aus. Dies ist aber noch noch lange nicht das optimale Setup, dass für die CryEngine 2 benötigt wird. Die für unser System optimalen Settings beherbergen in diesem Fall nur die Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten.
Den Benchmark kann jeder am heimischen PC selber nachvollziehen. Damit diese korrekt unter Windows Vista ausgeführt wird, muss der Crysis.exe das Attribut „Als Administrator ausführen“ gegeben werden. Anschließend funktionieren die unter „C:\Program Files\Electronic Arts\Crytek\Crysis SP Demo\Bin32“ versteckten Benchmark-Batch-Runs Benchmark_CPU.bat und Benchmark_GPU.bat. Bei den Benchmarks werden jeweils die zuletzt im Spiel gewählten Settings genutzt. Darauf muss geachtet werden. Unter „C:\Program Files\Electronic Arts\Crytek\Crysis SP Demo\Game\Config“ kann mit Hilfe von benchmark_cpu.cfg und benchmark_gpu.cfg eingestellt werden, wie häufig die Benchmarks wiederholt werden sollen. Wir zeigen dabei aber nicht die Ergebnisse aus Testläufen in der uns empfohlenen Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten auf, sondern bei identischen Einstellungen in der gängigsten Auflösung von 1280 x 1024 Pixeln. Um die Prozessorleistung möglichst ohne großen Einfluss der Grafikkarte zu ermitteln, testen wir zudem in der Auflösung von 800 x 600 Bildpunkten in den niedrigsten Details.
Zum Abschluss fassen wir die Ergebnisse in unserem Performancerating zusammen. Unterteilt haben wir dabei in vier Gruppen, wie es bereits in den Benchmarks ersichtlich war. Den Anfang machen dabei die theoretischen Tests, zu denen sich auch die Ergebnisse von allen Varianten des PCMark und 3DMark gesellen. Die weiteren Diagramme dürften sich folglich selbst erklären.
Das Gesamtrating setzt sich letzten Endes zu gleichen Teilen aus den einzelnen Ratings Synthetisch, Spiele, Multimedia und Anwendungen zusammen. Die Referenz stellt dabei der neue 2,5 GHz schnelle Athlon 4850e dar.
Wie üblich messen wir bei unserem System die Leistungsaufnahme des gesamten PCs direkt an der Steckdose. Diese Werte sind nicht mit selber getätigten Messreihen oder Angaben anderen Seiten vergleichbar, da spezielle Hardware-Samples zum Einsatz kommen, unter anderem ein Engineering Sample der ATi Radeon 2900 XT (mit höherer Stromaufnahme) und weitere, so nicht im Handel verfügbaren Bauteile.
Für die Leistungsaufnahme unseres speziellen Testsystems messen wir mit dem „Voltcraft Energy Check 3000“ den Stromverbrauch im BIOS, bei keiner Anwendung (Leerlauf) in Windows und unter Volllast. Um den Rechner unter Volllast auch wirklich komplett auszulasten, bedarf es eines Programms, das sowohl alle Prozessorkerne anspricht, als auch die Grafikkarte vollends fordert. In unserem Fall wird der Quad-Core-Prozessor mit vier Instanzen von Prime 95 voll gefordert, während parallel dazu die beiden Grafiktests „Firefly Forest“ & „Canyon Flight“ aus dem 3DMark06 im Loop laufen. Alle stromsparenden Eigenschaften, die ein Prozessor beherrscht (Cool'n'Quiet, Enhanced Intel SpeedStep Technology (EIST)), sind natürlich aktiviert.
Zur Überprüfung haben wir den Test unter Windows Vista noch einmal ohne Belastung der Grafikkarte mit Prime 95 durchgeführt. Dafür wurde nach dem Windowsstart lediglich dieses Tool gestartet und mit dem Leistungsmesser nach einigen Minuten die Aufnahmefunktion betätigt.
Für die Temperaturmessung wurden das geschlossene System eine Stunde im 3DMark06-Loop aufgeheizt und die Temperaturwerte dann bei der Kombination aus Prime95 und 3DMark06 ermittelt. Die Zimmertemperatur lag bei rund 21 Grad, die ausgelesene Temperatur vom Mainboard bei Volllast bei maximal 46 Grad.
Die Temperaturen wurden in unserem Fall sowohl mit AMD OverDrive (AOD) ausgelesen, als auch nochmals mit dem kleinen Tool HWMonitor [35] überprüft. Der Vergleich ist dabei aber nur innerhalb der AMD- bzw. Intel-Prozessoren möglich und nicht untereinander, da bei den Phenom-CPUs die Prozessortemperatur immer identisch zur Temperatur der einzelnen Kerne ist, da nur noch ein einzelnen Sensor zur Verfügung steht. Bei Intel-Prozessoren wird die Temperatur jeweils neu ausgelesen und pro Kern auch separat ausgegeben.
Übertaktbarkeit
Wie immer stellen viele Käufer eines neuen Prozessors die Frage, ob nicht einiges an Leistung brach liegt und somit quasi verschenkt wird. Also wird probiert, inwiefern diese Reserven abgerufen werden. Es wird übertaktet. Ein 45-Watt-Prozessor bietet dafür einige positive Grundvoraussetzungen, so dass wir uns erst einmal die 3 GHz zum Ziel gesetzt haben, die wir auch prompt erreichen konnten. Bei einer weiteren Steigerung waren 250 MHz Frontside-Bus möglich, was sich im Ergebnis durchaus sehen lassen kann.
Natürlich bietet sich ein 45-Watt-Prozessor geradezu an um zu versuchen, den Leistungsverbrauch noch weiter zu senken. Dafür haben wir das 2,5 GHz schnelle Modell genommen und wie üblich langsam an seine minimale Spannung geführt, mit der unter Windows Vista ein stabiler Dauertest von Prime möglich war. Bei 1,1 Volt schienen wir am Ziel unserer Reise angekommen zu sein, in kleinen Schritten ging es jedoch bis auf 1,075 Volt. Ab und an gelang es uns sogar, mit weniger als 1,05 Volt ins Windows zu booten, ein stabiler Betrieb war jedoch nicht mehr möglich. Je nach Güte der Prozessoren könnte dies aber mit einem im Handel erworbenen Athlon 4850e möglich sein. In Gedanken sollte man jedoch stets behalten, dass der Prozessor normalerweise bei 1,25 Volt arbeitet.
Der Betrieb im Dauertest mit Prime unter 1,1 Volt wurde mit nochmals niedrigen Temperaturen und einer gesunkenen Leistungsaufnahme belohnt. Unter Volllast zog der Athlon 4850e, bei unserem für den Prozessor zugegebenermaßen überzogenen Testsystem mit einem 790FX-Mainboard und einer Radeon HD 2900 XT, nur noch runde 195 Watt, während die Temperatur dauerhaft gerade einmal rund 40 Grad betrug. Gepaart mit einem neueren Mainboard der 780G-Serie und einer dazu passenden Grafikkarte in Form der Radeon HD 3450/3650 o.ä. lässt sich ein sehr stromsparendes aber leistungsfähiges System aufbauen.
Mit welcher Spannung der Prozessor letztendlich ab Werk arbeitet, wir auch beim 4850e in internen Tests vorher fest. Gemäß der CPU-Compare-Seite [36] und nach Rücksprache mit AMD kann es auch Modelle des 2,5 GHz schnellen Athlon X2 4850e geben, die mit nur 1,15 Volt arbeiten. Der Großteil dürfte aber letztendlich mit 1,25 Volt seinen Dienst verrichten, da die Sicherheitsmargen für einen stabilen Betrieb deutlich größer und Probleme somit in diesem Bereich quasi ausgeschlossen sind. Generell gilt beim Undervolten das gleiche wie beim Übertakten: Legt man selber Hand an und ändert die Spannung, verliert man die Garantie.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Die aktuellen Preise im Einzelhandel liegen in Deutschland meist unter den Empfehlungen von AMD. Besonders die Verfügbarkeit spielt dabei eine große Rolle. Aus diesem Grund haben wir ein Diagramm mit allen Prozessoren aus dem Testparcours zusammengestellt und die günstigsten Preise bei Geizhals.at für Boxed-Prozessoren heraus gesucht (die Hardware sollte zu diesem Preis auch möglichst erhältlich sein). Wir weisen ausdrücklich noch einmal darauf hin, dass sich die Preise der Prozessoren täglich ändern können, weswegen eine dauerhafte Korrektheit der Liste nicht garantiert werden kann. (Stand der Preise: 20.07.2008)
Wie üblich gilt bei der Übersicht das bekannte Motto: Fällt ein Prozessor im Preis, wandert er in dem Diagramm nach oben und sein Rating erhöht sich dadurch. Für dieses Preis-Leistung-Verhältnis wird das Gesamtrating durch den Preis dividiert und mit 1.000 multipliziert. Das Ergebnis repräsentiert die Leistung, die man, kaufmännisch gerundet, aktuell für einen Euro erhält.
Der Durchschnittspreis der drei neuen stromsparenden Probanden von etwa 50 Euro hat prompt die Plätze eins bis drei unseres Preis-Leistungs-Ratings zur Folge. Aber genau das war in dem Preisbereich allgemein ja noch nie das Problem von AMD, wirft man den Blick nur einmal auf das betagte Modell Athlon 64 X2 6000+, welches ebenfalls mit einem sehr guten fünften Rang in den Charts platziert ist. Einzig und allein Intels Core 2 Duo E7200 kann in dem Preisgefüge unter 100 Euro mitwirken, jeder weitere Prozessor liegt deutlich über der Marke. Dennoch ist das Fazit heute – wie eigentlich immer – nur vorläufiger Natur, denn die Pentium-E-Serie, mit der Intel ebenfalls einen Prozessor zu einem Preis um die 50 Euro im Einsteigermarkt hält, ist bereits vor einiger Zeit in der Redaktion eingetroffen und hat in dem Segment doch ein gehöriges Wort mitzureden.
Fazit
Die Neuvorstellung des 2,5 GHz schnellen AMD Athlon X2 4850e ist vor Monaten, genauer genommen während der CeBIT 2008, fast völlig untergegangen – dabei muss sich der Prozessor nicht verstecken. Er liefert eine sehr solide Leistung und das bei einem Preis, der überzeugen kann. Für etwas über 50 Euro gibt es einen Prozessor mit zwei Kernen, der eine sehr niedrige offizielle TDP ausweisen kann, die in unseren Tests auch bestätigt wird. Der Prozessor wird am Kühler unter Volllast kaum handwarm und steht damit nicht zu Unrecht auf dem ersten Platz dieser Messreihe. Bei der Leistungsaufnahme streitet er sich jedoch mit dem Core 2 Duo E7200, liegt also nicht konkurrenzlos in Front. Die Intel-CPU spielt seine Vorteile in Form des geringen Taktes und vor allem der 45-nm-Fertigung souverän aus. Da sie jedoch deutlich teurer ist, verweist ihn der Athlon X2 4850e im direkten Duell unseres Preis-Leistungs-Vergleichs auf den zweiten Platz. Intels Pentium-E-Serie dürfte jedoch angesichts seines niedrigen Preisen eine weitere Alternative in den Bereichen Performance, Leistung und Preis sein, deren Untersuchung wir uns in Kürze widmen werden.
AMD wird in Zukunft weitere Modelle der stromsparenden „e“-Serie präsentieren. Der Fokus liegt dann auf den neuen Drei- und Vier-Kern-Prozessoren. So bekam der Phenom X4 9100e/9150e bereits Zuwachs durch einen 2,0 GHz schnellen AMD Phenom X4 9350e [37], der eine TDP von 65 Watt besitzt. Auch bei den Triple-Core-CPUs wird sich etwas in dieser Richtung tun. Wie wir bereits berichten konnten, plant AMD neben den stromsparenden Vier-Kernern auch die rasche Einführung eines AMD Phenom X3 8450e mit 2,1 GHz [38], der mit einer TDP von ebenfalls 65 Watt. Wirft man den Blick noch ein wenig weiter voraus, zeigt sich eine sehr positive Entwicklung, die im kommenden Jahr greifen soll: Die ersten Quad-Core-Prozessoren mit einer TDP von nur 45 Watt auf Basis des „Propus“-Kerns sollen im Jahr 2009 ausgeliefert werden.
Angesichts ständig steigender Energiepreise ist die Entwicklung mit Wohlwollen zu sehen. Dem Kunden steht es letztendlich frei, sich für ein neues und gleichzeitig nicht all' zu teures AMD-Mainboard und dazu einen passenden Prozessor zu entscheiden, das kein Loch in die Geldbörse reißt. Die Performance ist, gepaart mit einer neuen Grafikkarte, in den meisten Lebenslagen mehr als ausreichend und die gesparten Energie- und Anschaffungskosten können für andere Dinge verwendet werden. Und auch die Umwelt dankt der Effizienz.