ComputerBase

Test: Intel Atom für Nettops

von Sebastian Pesdicek

Einleitung

Intels Atom-Prozessor konnte in der jüngeren Vergangenheit als eine sehr energieeffiziente CPU Aufmerksamkeit auf sich lenken. Während die CPU auf dem Markt für Mobile Internet Devices (MID) unter dem Codenamen Silverthorne bereits Einzug hielt, stellte Intel Anfang Juni die beiden Geräteklassen Netbook (Subnotebooks) und Nettop (Mini-PCs) vor, welche ebenfalls auf einem Atom basieren, allerdings in diesem Zusammenhang auf den Codenamen Diamondville hören. Einziger nennenswerter Unterschied zu Silverthorne ist dabei lediglich eine höhere TDP von immer noch guten 2,5 Watt im Falle von Netbook (Atom N270) und 4 Watt im Falle von Nettop (Atom 230).

Der Atom-Prozessor entspringt als Herzstück dieser Plattformen einem modernen Fertigungsprozess in 45 nm und kann daraus nicht nur seinen geringen Leistungsbedarf schöpfen, sondern ist in der Herstellung auch relativ günstig. Der zugehörige Chipsatz basiert auf dem Intel 945G mit der ICH7-Southbridge und kann ebenfalls sehr kostengünstig als ein relativ altgedienter Chipsatz in bereits abgeschriebenen Werken produziert werden. Die Taktfrequenz des Diamondville, also des Atom für Netbook und Nettop, liegt in beiden Fällen bei 1,6 GHz und die des Front Side Bus (FSB) bei 533 MHz.

Nettop '08
Nettop '08

Der Sektor für ultra mobile Subnotebooks und stationäre Mini-PCs boomt. Ein Zeichen in diesem Bereich setzte Asus mit dem erfolgreichen Eee PC, dessen Name inzwischen zur Marke [1] wurde. Von ihm gibt es Subnotebooks und künftig auch kompakte Desktop-PCs. MSI folgte dem Trend mit Lösungen unter dem schlichten Namen Wind [2] und auch andere Größen wie Gigabyte [3] oder Dell [4] haben bereits Konzepte gezeigt oder angekündigt. Doch das scheint vorerst nur die Spitze des Eisbergs zu sein – entsprechende Partnerschaften hegt Intel noch zu vielen weiteren Herstellern. Elitegroup Computer Systems, kurz ECS, ist nur einer dieser Hersteller, die auf den Zug der kleinen Internet-Geräte aufspringt. Ein erstes Produkt von ECS in der Klasse der Nettops wird der so genannte 3-Liter-PC sein. Dessen Inneres, die typische Plattform von Nettop – bestehend aus der Northbridge Intel 945GC mit integrierter Grafik (GMA 950), der Southbridge ICH7 sowie dem Atom 230 – werden wir in diesem Artikel testen.

All' diesen Geräten gemein soll ein möglichst energieeffizienter und leiser Betrieb sein. Das Einsatzgebiet sind grundlegende Anwendungen wie das Hören von Musik, die Darstellung von Fotos und Videos, Kommunikation wie Voice over IP, Instant Messaging und E-Mail sowie Internet-Surfen und das Spielen von einfachen Onlinespielen. Mit dem Atom-Prozessor möchte Intel der Branche eine passende Lösung bieten, welche in den oben genannten Geräten eingesetzt wird oder werden soll. Je nach Einsatzgebiet unterscheidet Intel die Plattformen für Netbook und Nettop. Netbooks sind kleine und vor allem günstige Mini-Notebooks wie der Eee PC [5]. Nettops folgen derselben Idee, sind jedoch für den stationären Einsatz daheim vorgesehen (wie z.B. der Eee PC Desktop [6] oder auch der 3-Liter-PC von ECS). Die Möglichkeiten zur Aufrüstung eines Nettop sind mit einer fest verlöteten CPU und meist nur einem PCI-Slot beschränkt, doch werden wir in diesem Artikel mit Hilfe einer GeForce 8500 GT von Sparkle für den PCI-Steckplatz klären, wie gut der Intel Atom auch mit mehr als nur einfachsten Spielen umgehen kann.

Technische Daten

Um die Leistung des Intel Atom in Gestalt eines Nettops besser beurteilen zu können, stellen wir unserem Testexemplar einen typischen Office-PC gegenüber. Letzterer besteht im Wesentlichen aus einer Kombination aus einem µATX-Mainboard für AMDs AM2 und einem AMD Sempron LE-1100. Verfügbare Plattformen für Nettops kosten im Einzelhandel derzeit weniger als 50 Euro [7]. Ein Preis, mit dem günstig kalkulierte Office-PCs wie das hier aufgestellte Beispiel kaum noch konkurrieren können.

Nettop Office-PC
Logo Intel Atom AMD Sempron
CPU
Modell Intel Atom 230 (Diamondville) AMD Sempron LE-1100
Sockel 437 (verlötet) AM2
Transistoren 47 Mio. 103 Mio.
Fertigung 45 nm 65 nm
Taktfrequenz 1,60 GHz 1,90 GHz
FSB / HT 533 MHz 800 MHz
L2-Cache 512 KB 256 KB
Threading 1 Kern, 2 Threads 1 Kern, 1 Thread
EM64T / 64 Bit
Spannung 0,90 - 1,162 V 1,20 - 1,40 V
Max. Temperatur 85,2 °C 65 °C
TDP 4 W 45 W
Mainboard
Modell ECS 945GCT-D Asus M2NPV-VM
Chipsatz Intel 945GC & ICH7 Nvidia nForce 430
Onboard-Grafik Intel GMA 950 Nvidia GeForce 6150
Onboard-Sound VIA VT1708B HD-Audio (6 Kanäle) ADI AD1986A HD-Audio (6 Kanäle)
Speichertakt DDR2-400/533 (single-channel) DDR2-533/667/800 (dual-channel)
Speicherausbau 2 GB (2 Slots) 8 GB (4 Slots)
Steckplätze 1x PCIe x1
1x PCI
1x PCIe x16
1x PCIe x1
2x PCI
Externe Anschlüsse 2x PS/2
1x D-Sub
4x USB 2.0
1x RJ45 (Atheros AR8012 100 Mbit)
3x Audio
1x Seriell (COM1)
2x PS/2
1x D-Sub
1x DVI-D
4x USB 2.0
1x IEEE 1394a
1x RJ45 (Marvell 88E1116 Gigabit)
3x Audio
1x Parallel
Interne Anschlüsse 1x 24-pin ATX-power
1x PWR-Fan
1x Sys-Fan
1x IDE UDMA 100/66 (2 Geräte)
2x SATA II
2x USB 2.0 (4 USB-Ports)
1x Speaker
1x S/PDIF-out (Coaxial)
1x Power/HDD-LED
1x Front-audio
1x CD-audio-in
24-pin ATX-power
4-pin ATX-12V-power
1x 4-pin CPU-Fan
2x Sys-Fan
1x Floppy
2x IDE UDMA 133/100/66 (4 Geräte)
4x SATA II (RAID 0, 1, 0+1, 5, JBOD)
2x USB 2.0 (4 USB-Ports)
1x IEEE 1394a
1x TV-out
1x MIDI
2x COM
1x S/PDIF-out (Coaxial)
1x HD-Front-audio
1x Chassis Intrusion
1x CD-audio-in
Formfaktor Mini-DTX (200 x 170 mm) µATX (245 x 245 mm)

Technik im Detail

Übersicht: Nettop '08

Wie kann man sich einen so genannten Nettop nun konkret vorstellen? Im Endeffekt verfolgt Intel mit Nettop den Ansatz, die grundlegenden Merkmale eines normalen PCs mit kleinen Formfaktoren und geringer Leistungsaufnahme zu kombinieren. Konnektivität und Leistung sollen dabei einfachen Anwendungen wie dem Hören von Musik, der Darstellung von Fotos und Videos, Kommunikation wie Voice over IP, Instant Messaging und E-Mail sowie Internet-Surfen und dem Spielen von einfachen Onlinespielen genügen.

Nettop '08
Nettop '08

Die im Juni dieses Jahres vorgestellte Plattform Nettop '08 [8] zeichnet sich so durch eine niedrige TDP aus, sodass prinzipiell auch Systeme ohne Lüfter denkbar sind. Der Nutzer erhält eine CPU (Atom 230), einen Chipsatz (i945GC und ICH7) mit integrierter DX9-Grafik (GMA 950), sowie HD-Audio und USB-Anschlüssen. Die Systeme können mit bis zu zwei RAM-Bänken ausgestattet sein, welche je einen 512 oder 1024 MB großen, mit bis zu DDR2-667 spezifizierten RAM-Riegel aufnehmen können. Die Speicheranbindung erfolgt allerdings selbst mit zwei Bänken im „Dual-Channel Asynchronous Mode“, also Single-Channel. Je nach Speicherausstattung unterstützt Nettop '08 gängige Distributionen von Linux sowie die Microsoft-Betriebssysteme Windows XP und Vista Basic. Unsere Tests haben wir mit 2 GB RAM unter Windows Vista Ultimate mit Aero Glass ohne Probleme durchgeführt.

Nettop '08 (exemplarisch: 3-Liter-PC von ECS)
Nettop '08 (exemplarisch: 3-Liter-PC von ECS)

Das abgebildete System stellt mit dem 3-Liter-PC von ECS einen Nettop exemplarisch dar. Dessen Mainboard, das ECS Elitegroup 945GCT-D, ist Gegenstand dieses Artikels – also nicht der komplette 3-Liter-PC. Vorläufigen Informationen zufolge soll der 3-Liter-PC mit einer 160 GB großen Festplatte, 2 GB RAM und einem DVD-Brenner ausgeliefert werden. Der 3-Liter-PC wird voraussichtlich im Laufe des Sommers zu einem Preis von 199 Euro in den Handel kommen. Sein Mainboard wird eigenständig nicht im Einzelhandel erhältlich sein.

Formfaktor: Mini-DTX & Mini-ITX

In Sachen Formfaktor erfindet Intel das Rad nicht neu, sondern überlässt den Herstellern die Wahl aus etablierten Standards. Allen voran bietet sich hier Mini-ITX mit kompakten Abmessungen von 170 mm x 170 mm an. Die einzig relevante Alternative in diesem Segment stellt Mini-DTX mit 200 mm x 170 mm dar. Ironischer Weise wurde DTX vor über zwei Jahren vom Konkurrenten AMD [9] etabliert. ECS hat mit dem 945GCT-D also ein Mainboard konstruiert, welches nach einem AMD-Standard [10] konfektioniert und mit Intel-Technik bestückt ist.

ECS verschafft sich durch Mini-DTX genügend Platz, um zwei PCI-Slots und auch zwei RAM-Bänke auf der Platine unterzubringen. Da das ECS 945GCT-D nur im 3-Liter-PC in den Handel gelangen wird, muss es auch nicht mit dem Schwachpunkt von Mini-DTX kämpfen, nämlich der mageren Auswahl an passenden Gehäusen. Hier genießt Mini-ITX nicht zuletzt aufgrund des Engagements von VIA in diesem Segment eine gewisse Lobby. So gibt es eine relativ große Auswahl an Gehäusen für Mini-ITX, nicht aber für Mini-DTX. Wer ein Mini-DTX-Mainboard verbauen möchte, muss in Sachen Gehäusewahl oft auf µATX, den nächst größeren Standard mit Abmessungen von 245 mm x 245 mm, ausweichen.

Chipsatz: Intel 945GC & ICH7

Reduziert man die Nettop-Plattform auf ein Blockdiagramm, werden die Aufgaben des Intel-Trios bestehend aus CPU, Northbridge und Southbridge deutlich. Große Unterschiede zu einem konventionellen PC gibt es dabei nicht. Die beiden Intel-Chips 945GC und ICH7 sind keine unbekannten, sondern stellen vielmehr einen altgedienten Chipsatz dar, mit dem Intel die Plattform kostengünstig ergänzt.

Nettop-Plattform
Nettop-Plattform

Traditionell wird in einem PC die CPU mit der insgesamt höchsten TDP spezifiziert, doch im Falle von Nettop übertrifft der Chipsatz mit einer TDP von 22 Watt für die Northbridge und 3 Watt für die Southbridge den Atom 230 mit einer TDP von nur 4 Watt um ein Vielfaches. Schade, denn Intel zeigte mit der mobilen Schwester-Plattform Netbook, dass es auch anders geht, denn dort kommen Ableger des Chipsatzes bestehend aus 945GSE und ICH7M für mobile Geräte zum Einsatz, welche zusammen mit nur 5,5 Watt spezifiziert sind. Interessant erscheint in diesem Zusammenhang noch die Option auf einen alternativen Chipsatz für Nettops von SiS, welcher mit einer TDP von 8 Watt schon in einem wesentlich besseren Verhältnis zur TDP der CPU stünde.

Dass der Intel-Chipsatz nicht mehr der jüngste ist, erkennt man auch gut an seiner Größe. Gefertigt wird er in einer Strukturbreite von 130 nm, während der Atom in modernen 45 nm vom Band läuft. Im Größenvergleich gilt demzufolge dasselbe wie bei den TDP-Angaben: Der Prozessor ist in diesem Trio der Kleinste.

Intel ICH7 (Northbridge), 945GC (Southbridge) und Atom 230 (CPU)
Intel ICH7 (Northbridge), 945GC (Southbridge) und Atom 230 (CPU)

Prozessor: Intel Atom 230

Wie klein ein Intel Atom wirklich ist, zeigt Intel gerne anhand diverser Die-Shots. Eines der Fotos zeigt einen Atom-Wafer in einer Nahaufnahme, die die Relation von einem in Strukturbreiten von 45 nm gefertigten Atom-Die zu einem Nadelöhr erkennen lässt. Das gesamte Package des Atom 230 misst 22 mm x 22 mm und bewegt sich damit in der Größenordnung einer 2-Euro-Münze.

Atom-Wafer mit einem Nadelöhr
Atom-Wafer mit einem Nadelöhr
Atom 230 vs. 2-Euro-Münze
Atom 230 vs. 2-Euro-Münze

Die meisten relevanten Informationen über den Prozessor liefert wie immer CPU-Z. Der Intel Atom 230 wird mit 1,6 GHz angesprochen. Der Multiplikator liegt beim Faktor 12 und der Front Side Bus bei 533 MHz. Der Atom verfügt über einen 512 kB großen L2-Cache und unterstützt 64-Bit-Anwendungen. Je nach Betriebszustand wird der Prozessor mit einer Spannung von 0,90 bis 1,162 Volt versorgt. Seine TDP liegt bei 4 Watt.

CPU-Z: Intel Atom 230
CPU-Z: Intel Atom 230

Was uns CPU-Z am Rande, nämlich ganz unten rechts im Bild, verrät: Mit dem Atom feiert Intels Adaption von Simultaneous Multi-Threading, das so genannte Hyper-Threading, eine Wiederauferstehung. Diese Technik wusste vormals den Pentium 4 in wohlgesonnenen Anwendungen zu beflügeln und lässt nun auch den Atom als eine Dual-Core-CPU erscheinen. Physisch ist und bleibt der Atom 230 zwar eine Single-Core-CPU, doch mit Hyper-Threading kann die Auslastung der CPU „über die Vollauslastung hinweg“ gesteigert werden. In den üblichen Wartezyklen können wartende Befehlseinheiten angesprochen und somit zwei Threads gleichzeitig abgearbeitet werden. Dies funktioniert nur dann, wenn eine Befehlseinheit auch tatsächlich verfügbar ist – ein Problem, welches eine native Dual-Core-CPU nicht hat. Wovon Hyper-Threading profitieren kann, ist ein großer L2-Cache, was mit den 512 kB des Atom gegeben ist. Wer gerne mehr über Hyper-Threading erfahren möchte, sollte einen Blick in den ComputerBase-Bericht „Was ist Hyper-Threading? [11]“ aus dem Jahre 2002 werfen.

ECS Elitegroup 945GCT-D

Layout

Wir dürfen Nettop '08 beziehungsweise den darauf verlöteten Intel Atom 230 anhand eines Test-Samples von Elitegroup, dem ECS 945GCT-D, testen. Das kleine Mainboard misst 200 mm x 170 mm und entspricht somit dem Mini-DTX-Standard. Üblicherweise wird in dieser Klasse auf Mini-ITX (170 mm x 170 mm) gesetzt, doch ECS gelingt es dank Mini-DTX neben dem standardmäßigen PCI-Slot auch einen 1x-PCIe-Slot auf der Platine unterzubringen. Wie leicht zu erkennen ist, würden die Abmessungen eines Mini-ITX-Mainboards gerade einmal der Länge eines Bleistifts entsprechen. Das vorliegende Mini-DTX-Mainboard ist durch den zweiten PCI-Slot an einer Kante ein Stück länger als ein Bleistift.

Das ECS 945GCT-D trägt zwei über Push-Pins installierte Aluminium-Kühler, die mit Hilfe zäher Wärmeleitpads den Wärmeübergang sicherstellen. Der silberne Kühler ist 36 mm x 37 mm x 28 mm (B x T x H) groß und sitzt auf der mit einer TDP von 22,2 Watt spezifizierten Northbridge (Intel 945GC). Die Oberflächentemperatur dieser Northbridge darf maximal 99 °C erreichen. Der schwarze Kühler misst 28 mm x 28 mm x 25 mm (B x T x H) und sitzt auf dem mit einer TDP von 4 Watt spezifizierten Atom 230. Die Oberflächentemperatur des Prozessors darf maximal 85,2 °C erreichen. Die Southbridge ICH7 benötigt mit einer TDP von rund 3 Watt keinen Kühler mehr. Sie darf ohne einen Kühler bis zu 109 °C an der Oberfläche erreichen.

ECS Elitegroup 945GCT-D
ECS Elitegroup 945GCT-D
ECS Elitegroup 945GCT-D

Die externen Anschlüsse des ECS 945GCT-D sind auf das Nötigste reduziert: Es finden sich PS/2-Anschlüsse für Tastatur und Maus, ein COM-Port, ein VGA-Ausgang, vier USB-2.0-Anschlüsse, eine RJ45-Steckbuchse (100 MBit) sowie drei Audio-Ausgänge für 5.1-Sound.

Bis auf einen 3-Pin-Lüfteranschluss am oberen Ende der Platine neben den RAM-Bänken und die 24-Pin-ATX-Stromversorgung befinden sich alle internen Anschlüsse im unteren Bereich der Platine unterhalb des PCI-Slots. Hier lassen sich zwei Serial-ATA-II-Laufwerke sowie über einen gemeinsamen IDE-Port bis zu zwei Parallel-ATA-Laufwerke anschließen. Neben Front-Audio und SPDIF-Out finden sich noch USB-2.0-Header für insgesamt vier Ports und ein zweiter 3-Pin-Lüfteranschluss. Weitere Header versorgen die Gehäusefront mit den typischen Optionen wie Power-On, Reset, Power-LED und HDD-LED sowie einem Anschluss für einen System-Speaker.

ECS Elitegroup 945GCT-D
ECS Elitegroup 945GCT-D
ECS Elitegroup 945GCT-D

Der einzig auffällige Layout-Fehler ist in unseren Augen die senkrecht installierte CMOS-Batterie. Unglücklicher Weise befindet sie sich ausgerechnet auf der Höhe des 1x-PCIe-Slots und könnte somit für Kollisionen mit entsprechenden Steckkarten sorgen. In unserem Fall verhinderte die Batterie zunächst den Einbau einer PCI-Grafikkarte im darüber liegenden Slot, da ihr Passivkühler mit der Batterie kollidierte. Mehr dazu im Abschnitt Sparkle GeForce 8500 GT (PCI) [12].

Intel ICH7 (oben links), 945GC (mitte) & Atom 230 (unten rechts)
Intel ICH7 (oben links), 945GC (mitte) & Atom 230 (unten rechts)
Intel Atom 230 (Diamondville)
Intel Atom 230 (Diamondville)

Nach dem Entfernen der Kühler zeigen die drei Hauptdarsteller (ICH7, 945GC und Atom 230) dieser Plattform ihr wahres Gesicht. Bemerkenswert bleibt einmal mehr der Größenunterschied zwischen dem kleinen Atom und der Northbridge, welche in diesem Trio mit 29 mm x 29 mm über das größte Package verfügt. Zur Wiederholung: Das Package des Atom ist nur 22 mm x 22 mm groß, sein Die misst gerade einmal 7,8 mm x 3,1 mm.

ECS Elitegroup 945GCT-D (mit PCI-Karte und RAM)
ECS Elitegroup 945GCT-D (mit PCI-Karte und RAM)

BIOS

Das BIOS des ECS 945GCT-D ist in seinen Einstellungsmöglichkeiten umfangreicher, als man es von einer derart kleinen Platine erwarten würde. Neben typischen Optionen wie dem Abschalten von nicht benötigten Komponenten wie zum Beispiel dem betagten COM-Port über Boot-Reihenfolgen bis hin zu Power-Management finden sich auch ein Hardware Monitor, eine manuelle Einstellung der wichtigsten RAM-Timings und sogar eine Option zum Übertakten des Systems. Der Bus-Takt kann von 133 MHz bis maximal 500 MHz angehoben werden. Doch schon eine leichte Steigerung auf 166 MHz zog die Notwendigkeit eines CMOS-Reset nach sich, da das System dadurch bootunfähig wurde.

BIOS (CMOS Setup Utility)
BIOS (CMOS Setup Utility)
BIOS (Advanced Setup)
BIOS (Advanced Setup)
BIOS (Advanced Chipset Setup)
BIOS (Advanced Chipset Setup)
BIOS (PC Health Status)
BIOS (PC Health Status)
BIOS (Frequency/Voltage Control)
BIOS (Frequency/Voltage Control)
BIOS (Frequency/Voltage Control)
BIOS (Frequency/Voltage Control)
BIOS (Frequency/Voltage Control)
BIOS (Frequency/Voltage Control)
BIOS (PCI/PnP Setup)
BIOS (PCI/PnP Setup)

Vermissen ließ das BIOS eine Lüftersteuerung. Auch wenn ein Nettop kaum einer anspruchsvollen Kühlung bedarf, so ist es doch komfortabler, das BIOS auf Lüfter abstimmen zu können, statt die Lüfter bei der Anschaffung auf ein BIOS abstimmen zu müssen. Da das Mainboard aber nur in einem fertigen Nettop angeboten werden wird, bleibt die Abstimmung der Lüfter auf das System in diesem Fall ohnehin dem Systemintegrator überlassen.

Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)

Technische Daten

Die Leistungsfähigkeit eines Grafikbeschleunigers anhand seiner technischen Daten zu beurteilen, ist oft keine einfache Angelegenheit. Und schon gar nicht, wenn es sich um integrierte Grafikprozessoren wie den Intel Graphics Media Accelerator 950 oder die GeForce 6150 handelt. Vor allem Angaben zu Füllraten und der Speicherbandbreite sind hier ein Fall für sich. Die integrierten Grafikprozessoren haben keinen eigenen Video-Speicher und greifen daher auf den Systemspeicher zurück. Dieser ist für Grafikkarten zwar relativ ungeeignet, doch auf dem Papier kann diese Lösung noch mit relativ guten Werten mithalten.

Intel
GMA 950
Nvidia
GeForce 6150
Nvidia
GeForce 8500 GT
Logo Intel Nvidia Nvidia
Chip i945G C51 G86
Transistoren ? ? 210 Mio.
Fertigung 130 nm 90 nm 80 nm
Chiptakt 400 MHz 475 MHz 450 MHz
Shadertakt 400 MHz 475 MHz 900 MHz
Shader-Prozessoren - - 16
Pixel-Pipelines 4 2 -
Vertex-Shader - 1 -
ROPs 4 1 8
Pixelfüllrate 1.600 MPix/s 475 MPix/s 3.600 MPix/s
TMUs 4 1 8
Texelfüllrate 1.600 MTex/s 475 MTex/s 3.600 MTex/s
Pixelshader PS 2.0 PS 3.0 SM 4
Vertexshader VS 3.0 VS 3.0 SM 4
DirectX 9.0c 9.0c 10.0
OpenGL 1.4 1.5 2.0
Speichermenge max. 224 MB DDR2 max. 256 MB DDR2 256 MB GDDR2
Speichertakt 266 MHz 333 MHz 400 MHz
Speicherinterface 128 Bit 128 Bit 128 Bit
Speicherbandbreite 8.500 MB/s 10.600 MB/s 12.800 MB/s

Den beiden integrierten Grafikprozessoren stellen wir mit der Sparkle GeForce 8500 GT eine dedizierte Grafikkarte gegenüber, die architektonisch durchaus als modern zu bezeichnen ist, wäre da nicht ein altbackenes PCI-Interface auf der Karte zu finden, über das der Grafikbeschleuniger mit dem System kommunizieren soll. Vor langer Zeit gehörten PCI-Grafikkarten zum Standard – heutzutage sind es Exoten, die allerdings immer noch ihren Nutzen finden können. So zum Beispiel auch in kompakten HTPCs oder eben einem Nettop, wo modernere Schnittstellen wie der inzwischen auch ausgemusterte Accelerated Graphics Port (AGP) oder das heutige PCI-Express (PCIe) nicht immer vorhanden sind.

Impressionen

Der Grafikchip der GeForce 8500 GT ist der G86, ein auf nur einen Shader-Cluster reduzierter G80. Die Anzahl der Transistoren im G86 beträgt nur noch circa 210 Millionen, während der acht Shader-Cluster schwere G80 auf circa 681 Millionen kommt. Die reduzierte Anzahl an Transistoren sowie moderate Frequenzen von 450 MHz Chip-, 900 MHz Shader- und 400 MHz Speichertakt machen die GeForce 8500 GT trotz einer relativ alten Fertigung in 80 nm Strukturbreite zu einer sparsamen Grafikkarte.

Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)

Die Grafikkarte lässt sich somit ohne Probleme mit einem einfachen Konstrukt aus Aluminium passiv kühlen. Berücksichtigt man die immer noch ungeschlagene Bildqualität des G80 und seine soliden Fähigkeiten in der Darstellung von HD-Videos, kann eine entsprechend passiv gekühlte Sparkle GeForce 8500 GT durchaus als eine interessante Option für HTPCs und dergleichen angesehen werden. Allein der DVI-Ausgang der Karte ist ein Argument für sich, bietet doch nicht jedes Mainboard mit integrierter Grafik einen solchen Ausgang, sondern plagt den Nutzer zumeist mit blassen und körnigen Darstellungen über den VGA-Anschluss. Neben all' den Vorzügen der Grafikkarte bleibt festzustellen, dass eine Ausführung als Low-Profile-Variante von Interesse sein könnte, denn sowohl HTPC- als auch Nettop-Gehäuse sind des Öfteren nicht ausreichend dimensioniert, um Steckkarten normaler Breite aufzunehmen.

Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)

Da der G86 ein Grafikchip mit PCI-Express-Interface ist, trägt die Sparkle 8500 GT einen Brückenchip auf der Rückseite, um die Signale in den PCI-Standard zu konvertieren. Der Brückenchip wird vom kalifornischen Hersteller Pericom [13] gefertigt und als eine so genannte PCIe-to-PCI-Reversible-Bridge bezeichnet. Ein Chip also, der sowohl PCIe-Signale in PCI-Signale wandelt, als auch den umgekehrten Weg beherrscht. Für weitere Informationen über den Chip mit der Bezeichnung PI7C9X110 steht auf der Produktseite [14] ein Datenblatt [PDF] [15] zur Verfügung.

Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)

Während des Aufbaus des Testsystems kam es zwischen der senkrecht installierten CMOS-Batterie des Mainboards und dem Kühler der Grafikkarte zu einer unvermeidbaren Kollision, welche das Aufstecken der Karte verhinderte. Der Vollständigkeit halber sei daher erwähnt, dass zwei Lamellen vom Kühler abgetrennt werden mussten, um das Problem zu lösen.

Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Sparkle GeForce 8500 GT (PCI)
Nettop '08
Nettop '08

Testsystem

Hardware

Software

Treibereinstellungen: Nvidia-Grafikkarten

Benchmarks

CPU-Leistung

Oberstes Ziel des Intel Atom ist es sicher nicht, um jeden Preis die Leistungskrone für sich zu beanspruchen. Vielmehr geht es in dieser Klasse um Herstellkosten und Energieverbrauch. Allerdings muss man sich zumindest fragen dürfen, ob der Atom dennoch schnell genug ist.

Der Atom wurde entwickelt, um Inhalte wiederzugeben, nicht aber um Inhalte zu bearbeiten oder gar zu erstellen. Dementsprechend beschränken wir uns in den Leistungsmessungen auf einige repräsentative Benchmarks, die ausreichen, um seine Leistung einordnen und beurteilen zu können. Auf ComputerBase gibt es zu einigen hier genutzten Benchmarks umfassende Messergebnisse, die im Rahmen einer News oder eines Artikels erfasst wurden. Wer weitere Vergleiche ziehen möchte, gelangt über die folgenden Links zu den entsprechenden Quellen.

Nicht zu unrecht werden sich einige Leser vielleicht gefragt haben, ob sich nicht auch AMD in dieser Klasse einem Konkurrenzkampf hingeben möchte, überlässt man derzeit doch Intel und VIA diesen Markt. Und tatsächlich hat sich unter dem Codenamen Bobcat bereits ein Atom-Konkurrent [27] aus dem Hause AMD angekündigt, der Ende 2008 oder Anfang 2009 der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Bobcat wird voraussichtlich keine Neuentwicklung wie der Atom sein, sondern vielmehr auf die bewährte K8-Architektur setzen. Die Gerüchteküche spricht derzeit von einem Single-Core-K8, der über einen 256 KB großen L2-Cache verfügt und mit 1,0 bis 1,2 GHz angesprochen werden soll.

Im Testfeld findet sich daher neben dem Intel Atom 230 und dem AMD Sempron LE-1100 auch ein auf 1,2 GHz untertaktetes Modell des Sempron LE-1100, der die zukünftige Plattform nach bestem Wissen und Gewissen simulieren soll. Unser Versuch, Bobcat zu simulieren, wird allerdings dadurch getrübt, dass durch mangelnde RAM-Teiler die Speicherfrequenz von 316 MHz auf 240 MHz gedrückt wird. Da Bobcat voraussichtlich aber mit nur 1,0 GHz an den Start gehen wird, haben wir versucht, dies durch die schnelleren 1,2 GHz zu kompensieren.

7-Zip

 Gesamtwertung:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
1.379
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
1.161
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
833
Angaben in MIPS

Cinebench R10

 CPU Benchmark:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
1.398
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
853
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
801
Angaben in Punkten

PCMark Vantage

 PCMark Score:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
1.476
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
1.089
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
938
 Memories:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
913
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
614
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
385
 TV and Movies:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
1.035
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
859
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
687
 Gaming:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
805
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
576
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
509
 Music:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
1.982
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
1.410
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
1.329
 Communications:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
1.444
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
942
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
904
 Productivity:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
1.471
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
1.027
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
992
 HDD:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
3.099
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
3.063
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
2.885
Angaben in Punkten

SiSoftware Sandra XIIc

 Leistungs-Index:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
1.708
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
1.526
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
1.304
Angaben in Punkten
 Arithmetik:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
5.700
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
3.698
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
3.624
Angaben in MIPS
 Multi-Media:
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
24.718
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
18.846
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
11.870
Angaben in Instruktionen pro Sekunde (it/s)
 Netzwerk-Bandbreite:
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
5,29
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
5,06
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
4,04
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
 Physikalische Laufwerke:
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
45,26
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
44,39
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
43,98
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
 Speicherbandbreite:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
3.230
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
2.090
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
1.520
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)

Super PI

 1M:
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
52,338
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
83,850
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
94,193
Angaben in Sekunden

TrueCrypt 6.0

 AES (Mean Speed, 100 MB Buffer):
AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
72,8
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
43,2
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
24,0


Performancerating (CPU)

AMD Sempron LE-1100 (1,9 GHz DDR2-633)
100,0
Intel Atom 230 (1,6 GHz DDR2-533)
65,5
AMD Sempron LE-1100 (1,2 GHz DDR2-480)
63,8
Angaben in Prozent

GPU-Leistung

Wie war das? Der Intel Atom ist dazu gedacht, Inhalte darzustellen, nicht um sie zu bearbeiten oder zu erstellen? Ob man zur Darstellung auch anspruchsvolle 3D-Inhalte zählen darf, darf sicherlich bezweifelt werden, denn dazu ist Intels integrierter Grafikprozessor GMA 950 bekanntlich nur bedingt geeignet. Wohl wissend, dass der Spielspaß dementsprechend schnell getrübt sein könnte, testen wir den Atom auch mit einer GeForce 8500 GT von Sparkle und fühlen somit dem Prozessor auch in dieser Disziplin auf den Zahn. Da wir auch den Sempron mit der GeForce 8500 GT getestet haben, erhält man einen Eindruck davon, wie die GPU-Leistung in Abhängigkeit von der CPU-Leistung skaliert.

Company of Heroes und World in Conflict wurden dabei in niedrigsten Einstellungen getestet. Far Cry, Sid Meier's Civilization IV und Unreal Tournament 2004 hingegen mussten jeweils in den höchstmöglichen Einstellungen gerendert werden. Company of Heroes wurde mit dem integrierten Performance Test getestet, in World in Conflict wurde die Bildwiederholrate einer Introsequenz gemessen. In Far Cry wurde eine Timedemo im Abschnitt „Pier“, in Unreal Tournament 2004 ein kurzlebiges Botmatch in 1on1-Joust und in Sid Meier's Civilization IV die Darstellung eines voll erkundeten Fensters gemessen.

1440x900

 Company of Heroes:
Sparkle 8500 GT (Sempron)
50,4
Sparkle 8500 GT (Atom)
40,2
Nvidia GeForce 6150
9,1
Intel GMA 950
8,7
 Far Cry:
Sparkle 8500 GT (Sempron)
20,0
Sparkle 8500 GT (Atom)
16,3
Nvidia GeForce 6150
9,1
Intel GMA 950
2,2
 Sid Meier's Civilization IV:
Sparkle 8500 GT (Sempron)
27,2
Sparkle 8500 GT (Atom)
20,9
Nvidia GeForce 6150
10,0
Intel GMA 950
4,9
 Unreal Tournament 2004:
Sparkle 8500 GT (Sempron)
14,7
Sparkle 8500 GT (Atom)
9,6
Nvidia GeForce 6150
8,9
Intel GMA 950
6,0
 World in Conflict:
Sparkle 8500 GT (Sempron)
36,6
Sparkle 8500 GT (Atom)
33,9
Nvidia GeForce 6150
21,9
Intel GMA 950
9,8

Auch ein Nettop dürfte sich bei den Streifzügen seines Nutzers durch das World Wide Web hin und wieder mit einem HD-Video konfrontiert sehen. Eine Aufgabe, an der unsere Nettop-Plattform – also die Kombination aus Atom 230 und GMA 950 – konsequent scheiterte. Dargestellt wurde der WMV-HD-Trailer „Step Into Liquid“ aus Microsofts WMV HD Content Showcase [28] in 720p und 1080p. Während es die GeForce 6150 noch gerade schafft, 720p flüssig darzustellen, bleiben 1080p der GeForce 8500 GT vorbehalten, welche auch dem Atom zu einer flüssigen Darstellung verhelfen kann. Ob flüssig oder nicht haben wir hier mit einem oder keinem Punkt bewertet. Eine sicher relativ polarisierende Art der Bewertung, aber die Darstellung von Videos sollte heutzutage kein ernsthaftes Problem sein, was von uns dementsprechend streng bewertet wird. Die Wiedergabe erfolgt mit dem Windows Media Player 11. Es gibt allerdings auch kostenlose Player wie zum Beispiel den Media Player Classic [29] oder den VLC media player [30], die in Grenzfällen bei der Wiedergabe von HD-Videos zu einer flüssigen Darstellung verhelfen können. Die Ergebnisse aus der WMV-HD-Darstellung fließen wie die Spiele-Benchmarks in das Performancerating ein.

WMV-HD-Wiedergabe

 720p:
Nvidia GeForce 6150
1
Sparkle 8500 GT (Atom)
1
Sparkle 8500 GT (Sempron)
1
Intel GMA 950
0
 1080p:
Sparkle 8500 GT (Atom)
1
Sparkle 8500 GT (Sempron)
1
Intel GMA 950
0
Nvidia GeForce 6150
0
Angaben in Punkten


Performancerating (GPU)

Sparkle 8500 GT (Sempron)
100,0
Sparkle 8500 GT (Atom)
85,1
Nvidia GeForce 6150
45,8
Intel GMA 950
16,3
Angaben in Prozent

Sonstige Messungen

Sämtliche Messungen wurden bei beiden Plattformen in einem 18 cm x 42 cm x 42 cm (B x T x H) großen Midi-Tower durchgeführt. Das System wurde jeweils über den 120-mm-Lüfter das Netzteils und einen 80-mm-Lüfter, der mit 5 Volt betrieben wurde, entlüftet. Unter „Nettop '08“ und „Office-PC“ verstehen sich die beiden Plattformen ohne die GeForce 8500 GT, wie sie unter Technische Daten [31] zusammengefasst sind. Das Schallpegelmessgerät wurde auf dem Midi-Tower aufgestellt. Der Abstand zwischen dem Messkopf und der Gehäuseoberfläche betrug 12,5 cm.

Lautstärke

 Windows:
Nettop '08
32,4
Office-PC
33,2
 Last:
Nettop '08
32,9
Office-PC
36,0
Angaben in Dezibel

Leider befinden sich im Testfeld mehrere Komponenten, deren Temperaturen von Interesse sind, aber nicht wie sonst üblich über eine Diode per Software ausgelesen werden können. Davon betroffen sind der Atom 230, der GMA 950 sowie die GeForce 6150. In diesen Fällen wurden die Werte extern mit einem Infrarot-Thermometer gemessen. Dabei wurde jeweils der komplette Kühlkörper nach der höchsten Temperatur gescannt und diese notiert. Die Messwerte sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn insbesondere auf der Nettop-Plattform stehen die Komponenten aufgrund des engen Bauraumes unter einer nicht zu vernachlässigenden Wechselwirkung, sodass davon auszugehen ist, dass zum Beispiel die Temperatur des Atom mit seiner 4-Watt-TDP von der benachbarten Northbridge mit ihrer 22-Watt-TDP beeinflusst wird.

Die Lasttemperaturen wurden während einer Dauerlast aufgezeichnet, die durch das Multi-Core-fähige Stress Prime 2004 [32] (Stichwort Hyper-Threading) und das ATITool [33] erzeugt wurden. Die passiv gekühlte Sparkle GeForce 8500 GT musste dabei ohne den Trick auskommen, das System über einen offenen PCI-Slot Frischluft ansaugen zu lassen, wovon insbesondere passiv gekühlte Grafikkarten üblicherweise stark profitieren können.

Temperatur

 Windows:
AMD Sempron LE-1100
29
Intel Atom 230
50
Hinweis: extern gemessen
Nvidia GeForce 6150
60
Hinweis: extern gemessen
Sparkle GeForce 8500 GT
60
Intel GMA 950
62
Hinweis: extern gemessen
 Last:
AMD Sempron LE-1100
43
Intel Atom 230
61
Hinweis: extern gemessen
Intel GMA 950
77
Hinweis: extern gemessen
Sparkle GeForce 8500 GT
78
Nvidia GeForce 6150
79
Hinweis: extern gemessen
Angaben in °C

Die Leistungsaufnahme wurde am Eingang des Netzteils gemessen und bezieht sich somit auf das gesamte System. Die Lastwerte wurden während der mit Stress Prime 2004 und dem ATITool erzeugten Auslastung gemessen. Während das Testfeld im Leerlauf unter Windows noch relativ dicht beieinander liegt, trennt sich unter Last die Spreu vom Weizen. So trennen die beiden konkurrierenden Systeme ohne dedizierte Grafikkarte im Leerlauf nur acht Watt von einander. Unter Last wächst der Unterschied auf 34 Watt an. Die GeForce 8500 GT sorgt für einen Mehrverbrauch des gesamten Systems von 11 bis 12 Watt im Leerlauf und 15 bis 16 Watt unter Last. Zu beachten gilt, dass während der Verwendung der 8500 GT die integrierten Grafikprozessoren deaktiviert sind, sodass mit einem Vergleich zu den Messwerten ohne 8500 GT, bei denen die integrierten Grafikprozessoren aktiv waren, keine Rückschlüsse auf den wahren Verbrauch einer GeForce 8500 GT möglich sind. Besonders hoch scheint er jedoch nicht. Das erkennt man immer noch am Gesamtverbrauch des Systems und auch an der Tatsache, dass eine Stromversorgung der Grafikkarte über den PCI-Steckplatz ausreicht.

Leistungsaufnahme

 Windows:
Intel Atom 230 (GMA 950)
36
AMD Sempron LE-1100 (GeForce 6150)
44
Intel Atom (GeForce 8500 GT)
47
AMD Sempron LE-1100 (GeForce 8500 GT)
56
 Last:
Intel Atom 230 (GMA 950)
47
Intel Atom (GeForce 8500 GT)
62
AMD Sempron LE-1100 (GeForce 6150)
81
AMD Sempron LE-1100 (GeForce 8500 GT)
97
Angaben in Watt (W)

Fazit

Nicht schnell, aber schnell genug! Ein Fazit über den Intel Atom lässt sich leicht auf den Punkt bringen – zumindest für all' diejenigen, die wissen, wofür dieser Prozessor gedacht ist und wofür nicht. Intel möchte mit Nettop '08 eine möglichst günstige Möglichkeit anbieten, um das Internet und dessen multimedialen und kommunikativen Aspekte greifbar zu machen. Sowohl die Anschaffung eines Nettop mit einem gesetzten Ziel von circa 200 Euro als auch der günstige Unterhalt mit einem Verbrauch von nur knapp 40 Watt zählen zu den Aushängeschildern dieser Geräteklasse. Die Leistung eines Nettop '08 ist vermutlich so gut wie immer ausreichend, denn für typische Nettop-Nutzer wird die gefühlte Geschwindigkeit des Systems selbst bei einer einfachen CPU wie dem Atom 230 immer noch in entscheidendem Maße abhängig von einer schnellen Festplatte und genügend Arbeitsspeicher sein.

Im Vergleich dazu lässt man sich viel zu oft beim Aufbau von Office-PCs und reinen Internet-Systemen die im Zweifelsfall überdimensionierte Hardware unnötig viel Geld kosten, die unverhältnismäßig viel Strom aus der Steckdose zieht, während man sich nur mit Websurfing beschäftigt oder einigen MP3s widmet. Setzt man jedoch konsequent den Rotstift bei der Einkaufsliste an und baut aus günstigen Standardkomponenten einen Office-PC zusammen, kann man durchaus in Sachen Preisleistung und auch im Verbrauch in vergleichbare Regionen wie die Nettops vorstoßen. Abzuwarten bleibt, was AMD mit dem Bobcat abliefern wird, während VIA mit dem Nano (C8) [34] bereits einen ernst zu nehmenden Gegner für den Atom geschaffen hat (wobei derzeit unklar ist, zu welchem Preis sich dieser am Markt platzieren wird). Mit dem Nettop '08 drängt jedenfalls schon jetzt eine verfügbare Alternative auf den Markt der Internet-Geräte und weiß mit einem Preis und Verbrauchswerten zu überzeugen, die mindestens auf Augenhöhe mit der Konkurrenz liegen oder liegen werden.

Nettop '08
Nettop '08

Zu bemängeln bleibt konkret, dass die Bildausgabe heutzutage nicht mehr über VGA geschehen sollte. Zugegeben, was man nicht kennt, vermisst man auch nicht. Doch gerade an etwas schlechteren Monitoren kann ein DVI-Signal einen Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zu VGA bedeuten. Dass 3D-Spiele natürlich nur bedingt möglich sind, bleibt selbst unter Zuhilfenahme einer dedizierten Grafikkarte eine Tatsache, denn der Atom bremst CPU-lastige Titel zum Teil spürbar aus. Während 3D-Spiele aber in der Tat nicht mehr das Zielgebiet eines Nettops sind, war es relativ bedauerlich feststellen zu müssen, dass HD-Videos wie zum Beispiel ein WMV-HD-Video in 720p das System vor größere Probleme stellt und eine flüssige Darstellung derartiger Videos ohne einen zusätzlichen Grafikbeschleuniger wie der GeForce 8500 GT nicht möglich ist. Eine Dual-Core-CPU wie der Atom 330 [35], der am 21. September vorgestellt werden soll, wird daran wohl kaum etwas ändern können. Der Hyper-Threading-fähige Atom 230 hat typische Office- und Internet-Applikationen gut im Griff – ein zweiter Kern wird sich insbesondere in einem Nettop langweilen müssen.

Alles in allem gilt es nicht so sehr die Fragen nach „Schnell genug oder zu langsam?“ zu klären. Vielmehr muss man sich fragen, ob ein Nettop ein passendes Konzept für die eigenen Ansprüche an einen Internet-PC darstellt und dieser Aspekt lässt sich nur bedingt anhand von Leistungsmessungen beurteilen. Die Zielgruppe für Nettops ist jedenfalls vorhanden und unterliegt derzeit einem florierenden Wachstum.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/news/hardware/komplettsysteme/notebooks/2008/april/eee_pc_marke_11-zoll-geraet/
  2. http://www.computerbase.de/news/hardware/komplettsysteme/notebooks/2008/mai/alle_daten_preise_msi_wind/
  3. http://www.computerbase.de/news/hardware/komplettsysteme/notebooks/2008/april/details_low-cost-notebook_gigabyte/
  4. http://www.computerbase.de/news/hardware/komplettsysteme/notebooks/2008/mai/dell_mini_inspiron_konkurrenz_eee_pc/
  5. http://www.computerbase.de/news/hardware/komplettsysteme/notebooks/2008/mai/asus_eee_pc_901_atom-prozessor/
  6. http://www.computerbase.de/news/hardware/komplettsysteme/2008/mai/details_foto_asus_eee_pc_desktop/
  7. http://www.computerbase.de/preisvergleich/?cat=mb1ppga_ddr&sort=artikel&bpmax=&asuch=Intel+Atom&pixonoff=off&bl1_id=100&filter=+Liste+aktualisieren+&xf=317_i945GC
  8. http://www.computerbase.de/news/hardware/komplettsysteme/2008/juni/intel_atom_netbook_nettop/
  9. http://www.amd.com/us-en/Corporate/VirtualPressRoom/0,,51_104_543~115265,00.html
  10. http://www.dtxpc.org/
  11. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/prozessoren/2002/bericht_was_hyper-threading/
  12. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/prozessoren/2008/test_intel_atom_nettops/6/?key=658d38e2#abschnitt_sparkle_geforce_8500_gt_pci
  13. http://www.pericom.com/index.php
  14. http://www.pericom.com/products/pci/psempart.php?productID=PI7C9X110
  15. http://www.pericom.com/pdf/databriefs/PI7C9X110_db.pdf
  16. http://products.amd.com/de-de/DesktopCPUDetail.aspx?id=138
  17. http://processorfinder.intel.com/details.aspx?sSpec=SLB6Z
  18. http://www.arctic-cooling.com/deu/cpu2.php?idx=80&disc=
  19. http://de.asus.com/products.aspx?l1=3&l2=101&l3=296&l4=0&model=1138&modelmenu=1
  20. http://www.ecs.com.tw/ECSWebSite/Products/ProductsDetail.aspx?detailid=893&CategoryID=1&DetailName=Specification&MenuID=44&LanID
  21. http://cellshock.flagbit.com/de/produkte/ddr2/v2-ddr2-800-cl4.html
  22. http://www.sparkle.com.tw/product_detail.asp?id=69&sub_id=160
  23. http://www.hitachigst.com/portal/site/en/menuitem.9958814a08a37d75797ecae2eac4f0a0/
  24. http://www.computerbase.de/news/software/benchmarks/2007/august/maxon_cinebench_release_10/
  25. http://www.computerbase.de/artikel/software/2007/bericht_futuremark_pcmark_vantage/
  26. http://www.computerbase.de/news/software/sicherheit/2008/juli/truecrypt_60_benchmark/
  27. http://www.computerbase.de/news/hardware/prozessoren/amd/2008/juli/amds_atom-konkurrent_bobcat/
  28. http://www.microsoft.com/windows/windowsmedia/musicandvideo/hdvideo/contentshowcase.aspx
  29. http://www.computerbase.de/downloads/software/multimedia/media_player_classic/
  30. http://www.computerbase.de/downloads/software/multimedia/vlc/
  31. http://www.computerbase.de/index.php?section=article_passage_addit&passageid=17481
  32. http://sp2004.fre3.com/
  33. http://www.techpowerup.com/atitool/
  34. http://www.computerbase.de/news/hardware/prozessoren/via/2008/juli/via_nano_mehr_konkurrenz_intel_atom/
  35. http://www.computerbase.de/news/hardware/prozessoren/intel/2008/juli/intels_dual-core-atom_3_quartal/
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