Es ist gerade einmal ein Monat seit Präsentation des Phenom II vergangen, da zieht AMD mit weiteren Prozessoren der neuen Generation in die Schlacht. Die aktuell sehr gute Position musste man einfach mit einem vorgezogenen Start nutzen, so der Hersteller. Der Phenom II X4 940 in der bisherigen Version geht auch vier Wochen nach dem Start weg wie warme Semmeln und steht nach zügig erfolgten Preissenkungen nicht zu Unrecht seitdem an der Spitze der Verkaufscharts [1].
Zu den bisher erhältlichen Prozessoren Phenom II X4 940 und 920 kommen in dieser zweiten Februarwoche fünf neue Modelle. Unter dem Motto „Get More for your Money“ sollen sie in die bestehende Intel-Bastion brechen. Alle fünf Prozessoren, drei mit vier und zwei mit drei Kernen, setzen auf den neuen Sockel AM3, der erstmals die Unterstützung von schnellem und zugleich stromsparenderen DDR3-Speicher einführt. Gleichzeitig sind die fünf neuen Prozessoren aber weiterhin abwärtskompatibel, so dass sie auf fast jedem halbwegs aktuellen Sockel AM2+-Mainboard mit DDR2-Speicher eingesetzt werden können.
AMD Phenom II X4 810
Wir sehen uns auf den folgenden Seiten das Modell Phenom II X4 810 mit 2,6 GHz genauer an und betreiben es dafür sowohl auf einem neuen Mainboard mit DDR3-Speicher, als auch auf unserer Referenzplatine auf Basis des 790GX mit DDR2-SDRAM. Dort muss sich der Prozessor mit 2,6 GHz mit dem von uns bereits im letzten Test auf 2,6 GHz herunter getakteten Phenom II X4 940 [2] messen, aber auch der alte Phenom X4 9950 mit genau diesem Takt muss geschlagen werden. Auf der DDR2-Plattform kämpfen alle Modelle mit dem gleichen Speicher, weshalb man die Auswirkungen der L3-Cache-Reduzierung des Modells 810 genauer betrachten kann. Der Phenom II X4 810 ist nämlich das erste Modell auf Basis des Deneb-Kerns, das einen von 6 auf 4 MB reduzierten L3-Cache besitzt.
AMD Phenom II - Get More for your Money
Die neuen CPUs
Fünf Modelle stellt AMD für den neuen Sockel AM3 an diesem zweiten Montag im Februar vor. Besonderen Fokus legt AMD dabei auf die ersten 45-nm-Prozessoren mit drei Kernen, von denen das Flaggschiff, der Phenom II X3 720 mit 2,8 GHz, in einer Version als Black Edition auf den Markt kommt. Diese multiplikatorfreie CPU soll mit einem Preis von 145 US-Dollar vor allem Dual-Core-Kunden aus dem Intel-Lager gefallen, weshalb ihn AMD in einer vorab zur Verfügung gestellten Präsentation gegen den auf dem Papier 165 US-Dollar teuren Core 2 Duo E8400 stellt. Das zweite Modell, der Phenom II X3 710 mit 2,6 GHz, soll die neuen Drei-Kern-Prozessoren bereits in den Bereich von nur etwas mehr als 100 Euro führen.
Bei den Vier-Kern-Prozessoren für den Sockel AM3 gehen zunächst drei Modelle an den Start. Der Phenom II X4 910 wird mit 2,6 GHz und den bekannten 6 MByte L3-Cache ins Rennen geschickt (auf das Modell 925 mit 2,8 GHz müssen wir am heutigen Tage noch warten, dieses soll zu einem späteren Zeitpunkt mit nochmals schnelleren Prozessoren vorgestellt werden).
Doch uns geht es heute auch nicht um die 900er-Serie, die wir bereits zum Launch im Januar untersucht haben [3]. Denn die beiden Modelle darunter sind deutlich interessanter – und werden heute vorgestellt. Phenom II X4 810 und 805 besitzen einen von 6 auf 4 MByte verkleinerten L3-Cache und takten mit 2,6 GHz respektive 2,5 GHz. Das Modell 810 soll mit einem Preis von 175 US-Dollar direkt gegen den Core 2 Quad Q8200 von Intel antreten, der auf dem Papier mit etwa 170 US-Dollar zwar leicht günstiger ist, dafür aber nur 2,33 GHz bietet. Im deutschen Handel dürfte dies eine Schlacht bei einem Preis von unter 150 Euro bedeuten. Damit tritt der Phenom II X4 810 auch indirekt in die Fußstapfen des alten und mittlerweile eingestellten Core 2 Quad Q6600, dem Pionier im Quad-Core-Markt mit erschwinglichen Preisen.
AMD Phenom II - fünf neue Modelle
Wir setzen den Fokus heute auf den günstigen Quad-Core-Prozessoren Phenom II X4 810 und seinen kleineren Ableger 805. Beide setzen erstmals auf nur 4 MByte L3-Cache, was getrost als „Resteverwertung“ angesehen werden kann. Die Prozessoren, die es nicht in höchste Klasse schaffen, weil ein Teil des Caches defekt ist, werden in dieser Form trotzdem auf den Markt geschickt. Bieten die Prozessoren also nicht die fehlerfreien 6 MByte an L3-Cache, wie sie für die 900er-Serie benötigt werden, werden sie in der Klasse darunter angesiedelt – sofern vier Megabyte zur Verfügung stehen. Ist der L3-Cache jedoch intakt, ein Kern spielt aber nicht so mit wie er sollte, werden die Modelle als Drei-Kern-Prozessoren der 700er-Serie verkauft. Später im Jahr wird es sowohl von den Quad- als auch den Triple-Core-Prozessoren noch Varianten gänzlich ohne L3-Cache geben.
AMD Phenom II X4 810
Das Stepping „C2“ der 800er-Serie ist genau das gleiche wie bei allen bisherigen 45-nm-Prozessoren von AMD, der L2-Cache mit 4 x 512 KByte identisch. Dass AMD bei den AM3-Prozessoren den HyperTransport-Link etwas anhebt, wurde ebenfalls bereits erwartet. Mit einer Steigerung von 1,8 auf 2 GHz – oder 3,6 auf 4,0 GT/s – blieb man jedoch hinter den Erwartungen zurück [4], die sich bis zu 2,2 GHz (4,4 GT/s) versprochen hatten. Ein weitere Punkt, der sofort auffällt, ist die leichte Absenkung der Spannung. Während die ersten beiden Phenom II X4 noch mit einer Spannung von 1,35 Volt arbeiteten und auch deshalb in die TDP-Einstufung von 125 Watt fielen, gibt AMD den Prozessoren der 800er-Serie nur noch 1,3 Volt mit auf den Weg. Dies reicht in Zusammenarbeit mit der gesenkten Taktfrequenz reicht, um die neuen Quad-Core-Prozessoren mit einer TDP von 95 Watt auf den Markt zu bringen.
DDR3-1600 auf einem AMD-System Das neue Mainboard von Asus
Wichtigste Neuerung für die Sockel-AM3-CPUs ist die Unterstützung von DDR3-Speicher. Auf der neuesten Platine M4A79T Deluxe von Asus wird dieser mit maximal 1.600 MHz unterstützt, obwohl AMD offiziell nur bis 1.333 freigegeben hat. Dies hält uns jedoch nicht davon ab, herauszufinden, wie groß der Unterschied ist. Parallel dazu setzen wird den neuen AM3-Phenom aber auch auf ein Sockel-AM2-Mainboard und betreiben ihn genau mit dem gleichen Speicher, der schon bei den bisherigen Phenom II zum Einsatz kam.
Zudem werfen wir noch einmal einen Blick auf den Unterschied eines nagelneuen Mainboards mit AMDs 790FX-Chipsatz im Gegensatz zu unserem Referenzmodell mit dem 790GX. Nötig wird dieses auch, da für die Referenzplatine diverse BIOS-Updates erschienen sind. Deshalb haben wir uns entschlossen, mit dem Phenom II X4 940 sowohl bei Standardtakt von 3,0 als auch bei 2,6 GHz zusätzliche Werte auf dem Asus M4A79 Deluxe aufzunehmen. Der Phenom II X4 810 tritt dann mit seinen 2,6 GHz genau auf der gleichen Platine an, zusätzlich wird er auf dem T-Modell mit DDR3-Speicher untersucht.
Der neue Sockel AM3
Bevor es ans Eingemachte geht, noch einige Zeilen zum neuen Sockel. Alle fünf Prozessoren setzen hier als erste AMD-CPUs auf den Sockel AM3. Auf den ersten Blick sieht er so aus wie der Sockel AM2+ – doch der Schein trügt. Zwei der vier Aussparungen im Sockel sind um genau einen Pin verschoben worden, was zur Folge hat, dass ein bisheriger AM2-Prozessor nicht in den Sockel AM3, ohne dass man zwei Pins verbiegt oder gar abbricht. Umgedreht funktioniert das System jedoch, da AMD an den Sockel-AM3-CPUs an zwei Stellen nicht nur zwei sondern insgesamt drei Pins entfernt hat. Genau deshalb passen die fünf AM3-Prozessoren – und auch die vielen weiteren Modelle, die im Laufe des Jahres folgen werden, problemlos in den bisherigen Sockel AM2. Möglich macht diese Abwärtskompatibilität auch ein integrierter Speichercontroller, der sowohl mit neuem DDR3-Speicher als auch jeder Art von DDR2-SDRAM fertig wird.
Links: AM3-CPU mit zwei Aussparungen für drei Pins, zwei für zwei Pins Rechts: AM2-CPU mit vier Aussparungen für je zwei Pins
Testsystem
Mit dem Start des Nehalem [5] hatten wir auch unser bisheriges Testsystem in die verdiente Rente geschickt, davon wird auch das neue AMD-Testsystem profitieren. Beide haben im letzten Jahr insgesamt 36 Prozessoren gesehen, 21 davon aus dem Hause Intel, 15 von AMD. Da im Laufe der Monate, in denen wir solch einem Testsystem keinerlei Änderungen unterziehen, viele Änderungen auf dem Markt stattgefunden haben, war es nicht nur in Anbetracht der neuen Prozessorgeneration Zeit für einen Wechsel. Natürlich bietet sich ein kompletter Generationswechsel für einen Wechsel des kompletten Systems immer am besten an, so dass wir die vormals frühen Pläne aus dem Sommer in den Herbst verschoben haben. Dabei haben wir auch auf viele Anregungen der Leser zurückgegriffen, die wir in den letzten Monaten bekommen haben. An dieser Stelle wollen wir erneut einige Erläuterungen zum neuen Testsystem abgeben und erklären, warum wir uns für diese Bauteile entschieden haben.
Cooler Master UCP mit 700 Watt
Einer der größten und oft angebrachten Kritikpunkte war mit Sicherheit das ältere Tagan-Netzteil mit 480 Watt. Dieses wird in den wohl verdienten Ruhestand geschickt und durch ein nagelneues Netzteil von Cooler Master ersetzt. Die UCP-Serie hat zu Beginn des Sommers 2008 als eines der ersten Desktop-Netzteile eine „80Plus Silver“-Zertifizierung bekommen [6]. Diese steht für einen Wirkungsgrad von sehr hohen 89 Prozent bei einer Auslastung von 50 Prozent, aber auch unter geringer Last (20%) und Volllast (100%) kann sich das UCP-Netzteil mit 87 respektive 85 Prozent mehr als sehen lassen. Für unseren Test setzen wir auf die kleinste Version mit 700 Watt, da stärkere Netzteile vor allem unter geringer Last im Wirkungsgrad mitunter deutlich abfallen. Liegt die 20-Prozent-Schwelle bei dem 700-Watt-Probanden bei 140 Watt, wird sie bei dem 1.100-Watt-Modell bereits auf 220 Watt hoch geschraubt – ein Wert der mit dem neuen Testsystem bei kleineren Prozessoren nicht einmal unter Volllast mit Prime erreicht wird.
Der zweite wichtige Punkt ist die neue Grafikkarte. Nachdem wir das komplette letzte Jahr eine nicht gerade stromsparende ATi Radeon HD 2900 XT im Einsatz hatten, setzen wir auf Nvidias erste (relativ stromsparende) 55-nm-Lösung im High-End-Segment, die GeForce 9800 GTX+ [7]. Insbesondere die deutlich geringere Leitungsaufnahme (sh. auch in dem neuen Artikel von HT4U [8]), auch gegenüber den Konkurrenten von ATi in Form der HD 4850 [9], und die durchweg schnellere Performance waren wichtige Gründe für die Auswahl. Alle weiter in Frage kommenden Modelle (HD 4870, GTX 260, GTX 280) liefern zwar eine höhere Performance, aber nur bei unverhältnismäßig steigender Leistungsaufnahme.
Um dem neuen Triple-Channel-RAM gerecht zu werden, war auf der Software-Seite fast zwingend der Umstieg zu Windows Vista in der 64-Bit-Variante erforderlich. Auch diesen Schritt sind wir mit dem neuen Testsystem gegangen, so dass fortan die drei Slots bei den X58-Mainboards mit je zwei Gigabyte bestückt werden – alle anderen Intel-Platinen greifen für den Dual-Channel-Modus auf zwei dieser Module zurück. Der Unterschied von 4 auf 6 GByte existiert damit natürlich auf dem Papier, ist in Benchmarks aber quasi nicht zu merken. Zudem glauben wir, dass solche Konstellationen in naher Zukunft die gebräuchlichsten Varianten werden dürften bzw. in Form von DDR2-Speicher mit den alt-eingesessenen Core 2 Duo und Core 2 Quad bereits sind. Deshalb kommen alle (älteren) AMD-Prozessoren ebenfalls mit potentem DDR2-Speicher daher, der maximal 1.066 MHz leistet. Da bisher jedoch nur die Phenom und Phenom II von diesem Speicher profitieren, arbeiten die älteren Modelle mit geringerem Takt, dafür aber mit besseren Timings. Für den Sockel AM3 steht uns parallel dazu eine Platine von Asus zur Verfügung, die auf den 790FX und die SB750 setzt. Weiterhin gibt es auch noch einen quasi identischen Ableger für den Sockel AM2, der logischerweise auf DDR2 setzt. Diese beiden Platinen, die wir in einer News bereits in Bildern vorgestellt haben [10], sollen neben dem Referenzmainboard auf Basis des 790GX die Unterschiede aufzeigen.
Asus M3A78-T Asus P5E3 Premium WiFi-AP Asus P6T Deluxe
Um einen möglichst fairen und realitätsnahen Vergleich zwischen den Kontrahenten zu ermöglichen, werden sämtliche Tests in einem geschlossenen Midi-Tower mit werksseitiger Lüfterbestückung (ein Lüfter rückseitig saugend, einer beim Festplattenkäfig in Front blasend) durchgeführt, um so auch auf thermische Probleme bei den Boliden aufmerksam zu werden. Zum Einsatz kommt ein „Cooler Master Stacker RC-832“, der uns von Caseking [11] zur Verfügung gestellt wurde. Das Gehäuse erlaubt den Einsatz von bis zu neun 120-mm-Lüftern, von denen die beiden verwendeten Lüfter zum Lieferumfang gehören.
Komplette Aufschlüsselung des Testsystems und den verwendeten Komponenten
Alle Phenom- und Phenom-II-Prozessoren wurden, sofern nicht anders angegeben, mit C&Q und C1E disabled (aus) vermessen. Der Speichercontroller wurde „UnGanged“ betrieben. Die jeweilige Wahl des Speichers und Mainboards (Chipsatz) wird separat angegeben.
Neben dem von Grund auf neu gestalteten Testsystem haben wir auch den Benchmarkparcours einem Update unterzogen. Nach wie vor sind einige theoretische Tests mit von der Partie, da diese in der Regel einen Schritt weiter sind als jede reale Anwendung. Dort werden neue Funktionen, die in Prozessoren einen Platz gefunden haben, als erstes in ihrer Leistungsfähigkeit geprüft. Da diese theoretischen Tests dem Anwender vor dem PC aber nicht viel nutzen, ziehen wir auch viele Praxis-Anwendungen zu Rate. Dazu gehören heutzutage in erster Linie vielfältige Multimedia-Anwendungen, aber auch alltägliche Dinge wie das Packen von Dateien. Abgerundet wird der Test von einigen Spielen, bei denen wir eine Auswahl aus Spielen mit integrierter Benchmarkfunktion sowie Spielen heraus gesucht haben, bei denen mittels Fraps nicht nur die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde, sondern auch die Minima und Maxima ermittelt wurden.
Wie bereits in der Vergangenheit üblich, wird jeder Benchmark fünf Mal durchgeführt, um auf etwaige Ausreißer in der Performance stoßen zu können. Dieses geschieht in fast allen Anwendungen leider häufiger als erwartet, sowohl in die negative als auch in die positive Richtung. Der Mittelwert aus den fünf Tests (ohne extreme Ausreißer) wird dann in die einzelnen Diagramme übernommen. Bei Spielen wird auf die Auflösung von 1.280 x 1.024 Bildpunkten zurückgegriffen, da bei höheren Auflösungen quasi nur noch die Grafikkarte ein Rolle spielt, geringere Auflösungen aber kein Bezug zur Realität haben. In der Regel testen wir dabei, sofern nicht näher beschrieben, mit den höchsten Details. Die Werte vom AA/AF können dabei von Spiel zu Spiel variieren, jedoch sollen die unterschiedlichen Setups eine kleine Simulation dafür sein, was sich heutzutage mit jedem neuen Spiel ändern kann. Alle getesteten Prozessoren müssen zusammen mit der Grafikkarte in diesen Tests beweisen, dass sie sowohl mit wenigen qualitätssteigernden Features als auch mit einem Maximum klar kommen können.
Um die Grafikkarte weitestgehend zu eliminieren, haben wir auch einen zusätzliche Punkt eingeführt: die realitätsfernen Spiele-Tests. Vier Anwendungen unterschiedlichen Alters zeigen in minimalen und maximalen Details bei sehr kleiner Auflösung ihr Ergebnis.
Synthetisch
3DMark06 1.10
3DMark Vantage 1.01
SiSoftware Sandra 2009.1.15.52 Beta
Cinebench R10
Super PI xmod 1.5 XS
MaxxPi² 1.11ß
wPrime 2.00
Office und Multimedia
PCMark Vantage 1.00
Tsunami MPEG Video Encoder Xpress 4.5.2.255
DivX 6.8.4.7
iTunes 8.0.1
WinRAR 3.80
POV-ray 3.7 Beta 29
TrueCrypt 6.0a
Spiele
Assassin's Creed 1.0
BioShock 1.0
Company of Heroes 1.71
Crysis Demo
Lost Planet: Colonies 1.0
Race Driver Grid 1.2
Sacred 2 Demo
World in Conflict 1.007
weitere benötigte Tools
CPU-Z 1.48, 1.49
Fraps 2.96
Prime
Synthetische Tests
3DMark06
Die allseits bekannte Benchmarkserie von Futuremark ist zwar mittlerweile in der Vantage-Version erschienen, aber „3DMark06“ erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Von den sechs Testszenen messen vier Sequenzen die Performance der Grafikkarte und zeigen eine Grafikpracht, die auch heute mitunter noch ihresgleichen sucht. Um jene zu erreichen setzen die Finnen auf moderne 3D-Technologie, weswegen nicht nur massiv das Shader-Model 3.0 verwendet wird – auch extrem aufwendige Texturen, spektakuläre Partikeleffekte, komplexe Schattenberechnungen und als weiteres Highlight „High Dynamic Range Rendering“ – kurz HDRR – werden eingesetzt. Dabei setzt Futuremark auf FP16-HDR, das eine sehr hohe Bildqualität liefert, aber auch aufwendig zu berechnen ist. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [14].
Nachdem der altgediente 3DMark06 schon einige Jahre auf dem Buckel hat und somit nicht nur die Grafik mittlerweile etwas angestaubt wirkt sondern darüber hinaus das CPU-Limit bei schnellen Grafikkarten immer mehr bemerkbar wird, wurde es höchste Zeit für einen Nachfolger. Der finnische Hersteller Futuremark hat dementsprechend nach einer langen Wartezeit den 3DMark Vantage auf den Markt gebracht, der von vornherein für die Direct3D-10-API programmiert worden ist. Grafisch bieten die zwei Spieletests dementsprechend viel fürs Auge, wobei vor allem der zweite Test Glanzpunkte setzen kann. Mit FP16-HDR, Tiefenunschärfe, Parallax Occlusion Mapping, einer physikalische Simulation auf der GPU, diversen Shadereffekten und noch vielem mehr bringt der 3DMark Vantage die 3D-Hardware problemlos ans Leistungslimit. Wir testen das Programm im Performance-Preset. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [16].
Das populäre, aus Deutschland stammende Maxon Cinema4D ist in unserem Benchmarkparcours in Form von Cinebench R10 vertreten. Die Software nutzt zum Raytracing bis zu 16 Prozessoren und profitiert damit von allen derzeit am Markt erhältlichen Desktop-Prozessoren von AMD oder Intel. In unserem Test präsentieren wir die Mitte 2007 veröffentlichte Version Cinebench R10. Wie üblich zeigen die Diagramme einerseits den Test mit nur einem Prozessorkern, zum anderen auch den Multi-Core-Test, der auch Hyper-Threading nutzt.
Egal ob es um Mainboard, Speicher, Festplatte, Peripherie, Steckkarten, Prozessor, Netzwerk, Schnittstellen, BIOS, Windows oder DirectX geht, SiSoft Sandra hat umfangreiche Antworten parat. Für einen Großteil der Hardware im PC gibt es zudem Benchmark-Tests, mit denen sich der PC auf seine Performance im Vergleich zu einigen Referenz-Rechnern testen lässt. All' diese Werte sind jedoch fast ausschließlich rein theoretischer Natur und haben wenig Bezug zur Praxis, jedoch lassen sich Prozessoren in ihren theoretischen Möglichkeiten gut vergleichen. Auch bieten Programme wie Sandra meist deutlich eher Möglichkeiten, neu integrierte Features von Prozessoren zu testen, ehe diese in Monaten oder Jahren in wirklichen Programmen integriert sind. Wir haben uns aus dem umfangreichen Repertoire für die Tests Arithmetik, Multimedia und Kryptografie sowie für die Speicherbandbreite, die Speicherlatenz und den Cache- und Speicherzugriff entschieden. Weiterhin kommt eine Beta-Version vom 22. Oktober 2008 zum Einsatz, da diese erstmalig die neuen SSE4.2-Instruktionen des Nehalem nutzt.
Seit einigen Jahren gehört SuperPi zu Tests wie das Amen in der Kirche. Leider ist der Test aufgrund seines hohen Alters für aktuelle Prozessoren nur sehr bedingt aussagekräftig, weshalb er bei uns in Zukunft nur noch mit zur Schau gestellt wird, aber nicht in die Bewertung mit einfließt. Als Alternative bieten wir wPrime und MaxxPi² an. MaxxPi² ist etwas neuer und genauer, liegt aber noch sehr nah om originalen Super Pi, so dass die Ergebnisse in unserem Test ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle spielen. wPrime in der Version 2.00 ist Ende September 2008 erscheinen und liefert in unseren Augen die besten Ergebnisse, da alle Prozessorkerne bzw. Threads unter Windows voll ausgelastet und genutzt werden.
Etwas über zwei Jahre nach der Vorstellung des PCMark05, dem Futuremark-Benchmark zur Beurteilung der Leistung eines Rechners in verschiedensten Anwendungsszenarien, stellt der finnische Hersteller den PCMark07, „PCMark Vantage“ genannt, vor. Einmal mehr sollen Privatanwender und Firmen anhand eines kompakten Programms in der Lage sein, die Leistung eines Rechners auf Grundlage einer breiten Basis an Tests möglichst objektiv bewerten zu können. Alle Details zu dem neuen Benchmark stellt unser Artikel zu PCMark Vantage [23] bereit.
Obwohl 7-Zip kostenlos und in Sachen Kompressionsrate vielen Konkurrenten überlegen ist, kommt die Software in Sachen Verbreitung bei Weitem nicht an WinRAR heran, das in Form von RAR seit DOS und Windows 3.1 verfügbar ist. Mittlerweile ist WinRAR zwar in der Lage neben rar auch andere Formate wie beispielsweise 7z zu entpacken, zum Komprimieren stehen allerdings nur rar und zip zur Verfügung. Seit WinRAR 3.60 [25] bietet nun auch der beliebte Packer Multi-Core-Support. Anzumerken ist dem Programm, dass mit jeder neuen Version und schnelleren Prozessoren alles ein klein wenig schneller und besser komprimiert wird, so dass der Vorsprung von 7-Zip deutlich geringer geworden ist. Das Programm in der Version 3.80 muss den Programmordner der installierten Demo des Spiels Sacred 2 (1,64 GByte, 928 Dateien, 14 Ordner) bei maximalen Qualitätseinstellungen in das Format .rar komprimieren. Parallel dazu zeigen wir den integrierten Benchmark auf, um auf die Unterschiede zwischen theoretischem Benchmark und realem Packen näher eingehen zu können.
POV-Ray ist eines der bekanntesten Programme zum Erstellen realistischer Grafiken und Animationen mit dem Computer. Mit Hilfe einer von Bilder können virtuelle Objekte erzeugt werden. POV steht dabei für „Persistence Of Vision“, was soviel wie die „Beharrlichkeit des Sehens“ bedeutet. Das zusätzlich Wort „Ray“ steht für Raytracing, die Technik, auf der dieses Programm basiert. Nach ein wenig Zeit mit entsprechender Einarbeitung lassen sich mit dem Programm sogar fotorealistische Bilder erzeugen, die mit vermehrter Anzahl auch zu einem Video zusammengefasst werden können. Der größte Pluspunkt schlussendlich ist noch der Preis: Es kostet nichts und steht frei im Internet zum Download bereit. Wir nutzen das Programm und die integrierte Benchmark-Funktion und zeigen die Zeit auf, nach der das Beispielbild vollständig sichtbar ist.
TrueCrypt ist ein Open-Source-Verschlüsselungstool, welches seit der Version 6.0 auch Multi-Core-Unterstützung bietet, welche dem Programm auf Dual-/Mehrkern- oder Multi-Prozessor-Systemen zu einer deutlich verbesserten Performance bei der Ver- und Entschlüsselung der Daten verhilft. Wie verwenden den integrierten Benchmark-Test mit einem 100-MB-File. Weitere Ergebnisse auch zu diesem Test: TrueCrypt 6.0 veröffentlicht (Benchmark) [28]
Seit DivX 6.1 (Codename Helium) [30] unterstützt der für Videos sehr beliebte Codec auch Dual-Core-Prozessoren und erreicht je nach Konfiguration eine Steigerung der Encoding-Rate um mehr als 150 Prozent. Die Leistungsunterschiede sind dabei umso stärker ausgeprägt, je höher die gewählte Qualitätsstufe ist. Bei früheren Prozessortests wurde DV- und MPEG2-Videomaterial mit unterschiedlichen Qualitätseinstellungen nach DivX 6.1 encodiert. Tendenziell waren auch hier die Ergebnisse gleich. Die bei DV gewählten, niedrigen Qualitätseinstellungen für Audio- und Video-Encoding ließen Single-Core-Prozessoren ein wenig besser abschneiden. Aufgrund des größeren Praxisbezugs werden fortan nur noch die Ergebnisse des MPEG2-Encodings veröffentlicht.
Zum neuerlichen Einsatz kommt DivX 6.8.4.7, der volle Unterstützung für die SSE4-Befehlssätze beinhaltet. Intel hat gerade durch diese Instruktionen im Zusammenspiel mit DivX einen großen Performanceschub für Anwender versprochen, der sich auch durchweg bemerkbar macht. Alle AMD-Prozessoren haben deshalb einen schweren Stand.
TMPGenc Xpress 4: MPEG2 zu DivX 6.8
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:58
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
2:10
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
2:19
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
2:39
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
2:56
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
3:06
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
3:35
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
3:45
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
3:46
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
3:46
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
3:55
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
4:00
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
4:01
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
4:11
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
4:11
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
4:13
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
4:14
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
4:17
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
4:23
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
4:36
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
4:53
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
5:02
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
7:06
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
8:30
Angaben in Minuten, Sekunden
MPEG 2
Das Zielformat für alle Hobbyfilmer ist nach wie vor die DVD und damit ein Film im MPEG2-Standard. Das Videomaterial selbst liegt dabei üblicherweise als Digital Video (DV) vor. Für den Test haben wir auf TMPGEnc 4.0 XPress 4.5.2.255 vertraut und ein 20 Minuten langes und unbearbeitetes Video mit einer Größe von vier Gigabyte in ein 1,32 Gigabyte MPEG2-File umgewandelt.
TMPGenc Xpress 4: DV zu MPEG2
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
4:22
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
4:23
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
4:59
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
5:09
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
5:11
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
5:19
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
5:31
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
5:32
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
5:38
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
5:51
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
5:55
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
6:01
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
6:04
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
6:04
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
6:08
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
6:28
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
6:43
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
6:44
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
6:45
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
6:57
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
7:12
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
8:58
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
11:21
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
13:30
Angaben in Minuten, Sekunden
MP3
Das 1985 entwickelte Audiokompressionsverfahren MP3 ist das heute vorherrschende Format für Musik. Es wird von einer breiten Palette an Endgeräten unterstützt und bietet in der letzten Weiterentwicklung sogar Support für 5.1 Mehrkanal-Audio [31]. Das Spektrum an Encodern für MP3 ist mannigfaltig. Für unseren Test haben wir das populäre iTunes gewählt, mit dem wir eine 701 MB große Musikdatei einmal in das Format .mp3 umwandeln, danach in AAC. In den Einstellungen wurde dabei darauf geachtet, dass auch die Qualitätseinstellungen von 192 kbit/s beibehalten wurden.
iTunes 7: WAV zu MP3
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
0:50
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
0:50
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
0:52
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
0:53
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
0:53
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
0:56
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
0:57
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
0:59
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
0:59
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
1:03
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
1:07
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
1:11
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
1:16
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
1:19
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
1:21
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
1:21
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
1:21
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
1:22
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
1:23
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
1:24
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
1:26
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
1:35
Angaben in Minuten, Sekunden
AAC
iTunes 7: WAV zu AAC
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:13
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
1:17
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:19
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
1:20
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
1:20
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
1:24
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
1:27
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
1:27
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
1:29
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
1:35
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
1:41
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
1:48
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
2:37
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
2:39
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
2:49
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
2:50
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
3:00
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
3:02
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
3:03
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
3:05
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
3:05
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
3:08
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
3:11
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
3:30
Angaben in Minuten, Sekunden
Spiele
Assassin's Creed
Was passiert, wenn ein Konsolentitel erfolgreich ist? Man portiert ihn natürlich für den PC! Und dies ist UbiSoft mit Assassin's Creed wohl auch ohne Zweifel gelungen, da man es nicht nur bei einer reinen 1:1-Umsetzung gelassen, sondern darüber hinaus noch einige weitere Spielinhalte eingefügt hat. Doch worum geht es in Assassin's Creed überhaupt? Man spielt den Auftragsmörder Altair, der neben seinem eigentlichen Hauptberuf gerne mit Pferden reitet, Passanten umschubst, spektakuläre Kämpfe ausübt und sich vor allem gerne in schwindelerregenden Höhen, also auf sämtlichen Dächern der verschiedenen Städte, herumtreibt. Und was braucht man dazu? Eine potente Grafikengine, die Assassin's Creed auch durchaus hat. Ein Highlight sind die Charakteranimationen, die einwandfrei umgesetzt sind. Zudem gibt es noch schicke Texturen, sehr schöne Licht- und Schatten-Spiele, eine gut hervorgehobene Weitsicht und noch so einiges mehr, das Assassin's Creed zu einem Fest für die Augen macht. UbiSoft hat es sich nicht nehmen lassen, einen Direct3D-10-Renderer für die PC-Version einzubauen. Dieser soll die Performance bei gleicher Qualität gegenüber der Direct3D-9-Version erhöhen und zudem die Grafikqualität ein wenig verbessern. Genau diese DirectX-10-Version nehmen wir unter die Lupe.
„Bioshock“, mehr oder weniger der inoffizielle Nachfolger von „System Shock 2“, hatte es bei seinem Erscheinen wahrlich nicht leicht. Die Erwartungen waren dermaßen hoch, dass es nahezu unmöglich schien, diese allesamt zu erfüllen. Im Vorfeld sprach man davon bereits als „bestes Spiel aller Zeiten“. Mittlerweile ist BioShock erschienen – ob es tatsächlich das beste Spiel aller Zeiten ist, kann man wohl noch ewig diskutieren. Eines ist aber eindeutig: Technisch ist Bioshock nicht nur sehr weit vorne, sondern wohl derzeit allen anderen Titeln voraus. Grund dafür ist die Unreal Engine 3, die die Entwickler modifiziert haben, um diese auf die eigenen Ansprüche anzupassen. Herausgekommen ist ein Direct3D-10-Renderer, der mit bisher noch nie dagewesene Wassereffekten punkten kann. So interagiert das Wasser physikalisch korrekt mit dem Spieler, wenn dieser beispielsweise durch einen überfluteten Raum läuft. Darüber hinaus bietet Bioshock viele weitere optische Schmankerl: Schicke Partikeleffekte, spektakuläre Feuerdarstellung, realistische Schatten, schöne Oberflächen, Physikinteraktionen mit den Gegnern sowie der Umwelt und noch vieles mehr machen Bioshock grafisch zu einem Leckerbissen. Wir testen die erste Minute vom Kampf gegen den Endboss Fontaine, da diese immer nach dem gleichem Schema abläuft und sich somit gut für einen Vergleich eignet.
Auf den Patch 1.70 von Company of Heroes haben in der Vergangenheit viele Spieler gewartet, denn damit gab es nicht nur einige weitere Fehlerbeseitigungen, sondern auch die Unterstützung von Direct3D 10. Die neue API kann man bei einer entsprechenden Grafikkarte im Spielmenü auswählen und schon erscheinen alle Levels in neuem Glanz. Darüber hinaus kann man die Terraindetails nun eine Stufe höher auf „Ultra“ schrauben, was einige Bodendetails hinzufügt und die Texturen sichtbar verbessert. Die Direct3D-10-Version bietet dem Spieler eine pixelgenaue Beleuchtung, Percentage Closer Filtering für die Soft Shadows auf allen D3D10-Beschleunigern, schönere Partikeleffekte sowie Alpha to Coverage für alle Bäume und Sträucher, die somit auch von herkömmlichen MSAA erfasst und bearbeitet werden. Als Benchmarksequenz verwenden wir den integrierten Benchmark auf der Ultra-Stufe.
Crysis – alleine der Name sagt wohl schon alles. Kaum ein anderes Spiel hat bereits vor der Veröffentlichung so viel Aufmerksamkeit erhalten wie der First-Person-Shooter von Crytek, der als inoffizieller Nachfolger zum Actionhit Far Cry betrachtet wird. Far Cry sagt eigentlich auch schon alles: Denn kaum ein anderes Spiel lässt Spieler sofort an einen sonnigen Strand und an große Palmen denken. Und genau diesen (und noch viel mehr) sieht man in Crysis wieder – selbst wenn man ihn kaum wiedererkennen wird. Denn wie Far Cry setzt Crysis neue Maßstäbe in Sachen Grafik und hebt die Messlatte dabei gleich dermaßen hoch an, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis ein anderes Spiel der grafische Qualität von Crysis Paroli bieten wird. Die Direct3D-10-API, High-Dynamic-Range-Rendering, Parallax Occlusion Mapping, Soft Shadows, Motion Blur, Depth of Field, Soft Particles und noch eine Menge mehr bekommt man bei Crysis geboten. Dementsprechend hoch fallen die Hardwareanforderungen aus, die selbst den schnellsten Rechner problemlos ins Schwitzen bringen. Für den Prozessorvergleich setzen wir anders als bei unseren Tests für Grafikkarten auf den integrierten Test in der Detailstufe „hoch“ und führen neben dem durchschnittlichen Wert auch die Maxima und Minima auf.
Auch wenn der bekannte Vorgänger Far Cry noch von dem deutschen Unternehmen Crytek (nun Crysis und Crysis Warhead) entwickelt worden ist, so hat UbiSoft die Marke Far Cry nicht fallen gelassen, sondern einen zweiten Teil entwickelt, auch wenn dieser mit dem ursprünglichen Spiel nicht mehr viel gemeinsam hat. Gleich geblieben, wenn auch auf nicht ganz so hohem Niveau, ist jedoch eine sehr gute Technik, die Afrika in frischem Glanz erscheinen lässt. Dazu hat UbiSoft mit Dunia eine völlig neue Engine entworfen, die auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Dunia ist gar ein Direct3D-10.1-Renderer, der bei GPUs von niedrigerem Technikstand auf die Direct3D-10-API umschaltet, dort dann jedoch (zumindest auf GeForce-Karten) einige Fähigkeiten nutzt, um dennoch normales MS-Anti-Aliasing darstellen zu können. Wir verwenden von Far Cry 2 das integrierte Benchmark-Tool und testen das Spiel mit der Small-Flyby-Sequenz.
Das Actionspiel „Lost Planet: Colonies“ gibt es in zwei verschiedenen Versionen: Eine Direct3D-9- und eine Direct3D-10-Variante; Letztere hat es in unseren Parcours geschafft. Das Spiel kann technisch nicht nur durch die D3D-10-Erweiterung und somit der Nutzung des Shader-Model 4 inklusive des neuen Geometry-Shaders glänzen, auch abseits der API weiß Lost Planet zu gefallen. Mit Soft Shadows, FP16-High-Dynamic-Range-Rendering, detaillierten Texturen, massig Partikeleffekten und noch vielem mehr ist das technisch weit fortgeschrittene Spiel ein regelrechter Augenschmaus. Dass Lost Planet dabei noch eine Menge Spaß macht, könnte man fast schon als nebensächlich bezeichnen. Das Spiels bietet praktischerweise eine integrierte Benchmarksequenz, die einen Kameraflug aus der Sicht des Spielers durch zwei verschiedene Levels zeigt. Dabei kommt die etwas krumme Auflösung von 1.280 x 960 Bildpunkten zum Einsatz, der Parcour wird mit hohen Details bei 4facher anisotroper Filterung gemeistert. Da der zweite Teil des Benchmarks eher GPU-limitiert ist, präsentieren wir die Ergebnisse aus dem ersten Test.
E7200 in Lost Planet E8600 in Lost Planet QX9770 in Lost Planet Phenom X4 9950 in Lost Planet Phenom II X4 940 in Lost Planet Phenom II X4 810 in Lost Planet
Race Driver Grid gehört zu den Rennspielen der Spitzenklasse. Neben atemberaubender Grafik bietet es fast alles, was das Fahrerherz begehrt. Auch wir haben uns deshalb auf den Fahrersitz geschwungen und drehen eine Testrunde auf der Strecke Okutama in Japan in der Disziplin „Profi Tuning“. Als Streckenart haben wir uns dabei für „großer Ring“ entschieden. Wir beginnen mit der Fraps-Messung direkt nach dem Stillstand der Kamera, also noch vor dem Start des Rennens. Anschließend fahren wir so schnell und nahe wie möglich hinter dem Feld her, ohne dabei einen Konkurrenten zu überholen oder mit dem Streckenrand zu kollidieren. Weitere Details zum Spiel und der Performance der Grafikkarten liefert unserer ausführlicher Performance Report [32].
Nach dem riesigen Erfolg von Sacred und Sacred Underworld, mit weltweit über zwei Millionen verkauften Spielen, gibt es seit dem Herbst 2008 die Fortsetzung Sacred 2 – Fallen Angel. Für viele ist das Spiel der Action-Rollenspiel-Blockbuster des Jahres 2008, eine halbwegs originelle Story und eine sehr hübsche Grafik sollen dafür Sorge tragen, dass sich nicht nur alt eingesessene Fans sondern auch neue Spieler für Sacred 2 begeistern. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Charakters und taucht in eine spannende Geschichte voller Abenteuer und Geheimnisse ein. Viele Kampftechniken, diverse Zaubersprüche, eine große Auswahl an Waffen und Gegenständen, erlaubt es dem Spieler, die Attribute des Charakters aufzuwerten und einen einzigartigen, individuellen Helden zu erschaffen.
Mittlerweile sehen Strategiespiele zwar deutlich besser aus als noch vor einigen Jahren – so recht gelingen will es den Programmen aber nur selten, in die grafische Königsklasse, die meist von First-Person-Shootern besetzt wird, vorzudringen. Den Entwicklern von World in Conflict scheint dies nicht gereicht zu haben und man entwickelte eine Grafikengine, die sich vor keinem anderen Spiel zu verstecken braucht. World in Conflict unterstützt die Direct3D-10-API und hat keine Schwierigkeiten, Kantenglättung unter der neuen Programmierschnittstelle anzuwenden. Schicke Shadereffekte zieren das Spiel (so wirft die Sonne beispielsweise Lichtstrahlen durch die Wolken, welche die Umgebung darunter beleuchten), ebenso detaillierte Texturen und eine realistische Schattendarstellung. Die Animationen der Spielcharaktere sind gut gelungen, was in Kombination mit einem kinoreifen Schnitt Kinoatmosphäre in den Zwischensequenzen aufkommen lässt. Als Testsequenz benutzen wir nicht die integrierte Benchmarkfunktion, da sich diese mitunter wenig berechenbar verhält und teilweise sehr hohe und unglaubwürdige Ergebnisse präsentiert. Stattdessen verwenden wir die Introsequenz zur dritten Mission der ersten Kampagne in 1.280 x 1.024 Bildpunkten und 4-fachem AA/AF.
Neu in unseren Prozessortests ist die Kategorie der „realitätsfernen Spiele-Benchmarks“. Dafür senken wir in vier Spielen die Auflösung auf das minimal mögliche und zeigen in detaillierten Diagrammen die Performance auf. Dabei greifen wir sowohl auf die Einstellung mit den wenigsten Details zurück, als auch auf die Möglichkeit der Darstellung maximaler Details. Auf die qualitätssteigernden Features FSAA & AF der Grafikkarte wird in jedem Fall verzichtet.
Die Tests zeigen mitunter die Rohleistung, die ein Prozessor leisten kann. Allerdings sind viele Spiele nochmals unterschiedlich optimiert, so dass sich allein durch diesen Tests nicht sagen lässt, ob der Prozessor im nächst kommenden Spiel plötzlich besser oder schlechter abschneidet. Der Core i7 ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Im realen Leben verhindert quasi jede Grafikkarte mit aktivierten qualitätssteigernden Features, dass der Prozessor ganz vorne dabei ist. In den folgenden Benchmarks aber stampft er in quasi jedem Test die Konkurrenz deutlich in den Boden.
Wie üblich bieten wir neben dem Ergebnis aus allen Test auch eine gesonderte Aufschlüsselung für die theoretischen Tests, den Office- und Multimedia-Bereich sowie die Spiele. Anhand dieser Diagramme sieht man, welcher Prozessor wo seine Stärken aber auch seine Schwächen hat. Nicht berücksichtigt werden in den Diagrammen die Werte von Super Pi, MaxxPi² sowie die minimalen und maximalen Bilder pro Sekunde, die wir in einigen Spielen mit angegeben haben. Insbesondere die minimalen Frames sind in jedem Test eine Geschichte für sich, da ein Nachladeruckler beim Zugriff auf die Festplatte an einer völlig anderen Stelle als üblich das Ergebnis total verfälscht. Zudem halten wir es für wenig sinnvoll, das niedrigste Ergebnis entscheidend für einen ganzen Artikel zu machen, da es ohne weiteres sein kann, dass nur innerhalb einer einzigen Sekunde solch' niedrige FPS-Zahlen erreicht werden, während das Spiel ansonsten spürbar flüssiger läuft.
Das Gesamtrating setzt sich schlussendlich nur aus dem Bereichen Office, Multimedia und den Spielen zusammen. Da die theoretischen Tests wie 3DMark, Cinebench, Sandra und die Errechnung der Zahl Pi keine direkte Aussage über die Performance im Alltag zulassen, kann man mit diesen Werten auch kein objektives Ergebnis finden.
Nachfolgend liefern wir auch alle separaten Ratings, die noch einmal deutlich aufzeigen, in welchem Bereich ein Prozessor gewinnt oder verliert. Wie gewohnt bewegt sich mit dem Mauszeiger über die einzelnen Prozessoren in den Diagrammen der 100-Prozent-Wert mit, so dass man den Vergleich vom Vorgänger zum Nachfolger und auch untereinander zwischen den kleineren Prozessoren, die unter den teuren Flaggschiffen angesiedelt sind, genau sehen kann.
Alle Prozessoren werden im Test ohne die Stromsparmodi getestet, um die maximale Performance zu zeigen. Dass die Energiesparmodi seit der neuesten Generation keine große Leistung mehr fressen, ist bereits im letzten Artikel ausführlich dargelegt worden. Um jedoch das Einsparpotential der Prozessoren aufzuzeigen, wird die Leistungsaufnahme im Idle und auch unter Volllast mit allen zur Verfügung stehenden Energiesparmodi (C&Q, C1E, usw.) getestet.
Im Leerlauf steht der Phenom II X4 810 – und natürlich auch der 805 – auf dem gleichen Mainboard wie die beiden bisherigen Modelle etwas schlechter dar. Grund dafür ist, dass die Spannung des Prozessors nur auf 1,025 Volt herab gesenkt wird, während Phenom II X4 940 und 920 im Idle mit 1,000 Volt auskommen. Ob dies seitens AMD so gewünscht ist, oder vielleicht nur ein kleiner Fehler vorliegt, war in der kurzen Phase des Testens nicht festzustellen. Da sich jedoch auf mehreren Mainboards das gleiche Bild ergab, dürften die 1,025 Volt im Idle nicht an der Plattform, sondern direkt am Prozessor liegen.
Phenom II 810 im Idle
Auf der neuen DDR3-Plattform zeigt sich dann, was an Einsparung unter anderem durch den Speicher möglich ist. Im Idle sinkt der Verbrauch des gesamten Systems um gut acht Watt, unter Volllast mit Prime, der auch den Speicher fordert, sind es sogar mehr als 20 Watt. Jedoch sollte man hierbei immer den Platinenwechsel beachten, der mit Sicherheit auch für einige Watt an Differenz sorgt. Ein wirklicher Vergleich zwischen zwei unterschiedlichen Mainboards mit unterschiedlichem Speicher ist schlichtweg nicht möglich. Beim Vergleich zum bisherigen Phenom II sollte zudem immer beachtet werden, dass dieser mit 1,35 Volt arbeitet und die neue Generation nur mit 1,30.
Ein plattformübergreifender Vergleich ist nach wie vor sehr schwer möglich, zu unterschiedlich sind die zugrunde liegenden Systeme. Dennoch kann man den Wert unter Volllast auch bei den Intel-Prozessoren als Extremum nehmen, wobei auffällt, dass unser Intel-Testsystem mit einem Core 2 Quad Q9450 oder dem Q9550 annähernd gleich viel aus der Steckdose zieht wie ein Phenom-II-System. Es herrscht also nicht nur im Bereich der Performance nahezu Gleichstand, sondern auch im Bereich der Leistungsaufnahme.
Achtung: Wie üblich sind die hier ermittelten Werte keine Verbrauchsangaben für die einzelnen Prozessoren, sie betrachten das Gesamtsystem. Auch sind sie nicht mit ähnlichen Zahlen anderer Berichte vergleichbar, da mitunter spezielle, so nicht im Handel verfügbare Produkte zum Einsatz kamen. Die Auflistung bietet nur einen groben Überblick für die ungefähre Einordnung des Prozessors.
Temperatur
Die Messung der Temperatur findet parallel zur Messung der Leistungsaufnahme statt. Das System wird eine Stunde belastet, während die Raumtemperatur bei wohnlich warmen 21 bis 22 Grad liegt. Die dargestellte Temperatur ist immer der jeweilige Maximalwert, der mit dem Einheitskühler Noctua NH-U12P mit einem passenden 120-mm-Noctua-NF-12P-Premium-Lüfter ermittelt wurde.
Wie erwartet, schlägt sich die deutlich gesenkte Leistungsaufnahme auch auf die Temperatur nieder. Alle im Test befindlichen Prozessoren profitieren vom potenten Prozessorkühler, rühmliche Ausnahme bleiben der Hitzkopf Intel Core i7 und das alte Flaggschiff Core 2 Extreme QX6850 in der älteren 65-nm-Fertigung.
Bei einem Mittelklasse-Prozessor wird nach wie vor ein Weg gesucht, etwas mehr an kostenloser Performance herauszuholen – es wird übertaktet. Der Phenom II X4 810 kommt ab Werk mit einem Bus-Speed von 200 MHz und einem Multiplikator von 13 daher. Da der Multi jedoch fest ist, muss traditionell über den Bus übertaktet werden. Erstes Ziel einer solchen Aktion ist zunächst die Marke von 250 MHz, was einen Takt von 3,25 GHz entspricht. Problemlos packten wir diese Hürde, also wurde das nächste Ziel gesetzt. Wichtig ist beim Übertakten, immer einen Blick auf die separate Einstellung des Speichers, HT-Links sowie Northbridge-Takts zu werfen, da diese Komponenten sonst 1:1 mit dem Bus angehoben wird. Kleine Teiler sind hier ab einer bestimmten Frequenz von Vorteil.
AMD Phenom II X4 810 bei 3,77 GHz und 1,55 Volt
Die 300 MHz waren leider nicht zu packen. Dennoch kamen äußerst beachtliche 290 MHz Bus-Speed heraus, was in der krummen Taktfrequenz von 3.770 MHz resultiert. Dies bedeutet eine Taktsteigerung um fast 1.200 MHz, die jedoch auf Kosten der Spannung erkauft wurde. 1,55 Volt waren allein für den Prozessor nötig, doch auch fast alle weiteren Komponenten auf dem Mainboard mussten parallel zur CPU mit mehr Energie versorgt werden, was sich natürlich massiv auf die Leistungsaufnahme auswirkt. CPU-Z las an der Stelle übrigens die Spannung des Prozessors falsch aus, da man auf dem Asus-Mainboard mit einem kleinen Jumper die Default-Spannung um 0,3 Volt erhöhen kann, was das Programm jedoch nicht mitbekommt.
Und so kommt es, dass man auch ein Phenom II X4 in einem Komplettsystem, das im Normalfall keine 200 Watt benötigt, mit über 330 Watt ins Rennen schicken kann. 3,77 GHz können auf unserer CPU durchaus als vollends stabil angesehen werden. Mehrere Tests haben wir in einem kleinen Rating zusammengefasst, alle Einzelheiten gibt es wie üblich im Klapptext.
Eine 40 Prozent höhere Performance, erkauft durch eine um 80 Prozent gestiegene Leistungsaufnahme: Beides nicht zu verachtende Werte, sowohl in positiver als auch negativer Sicht. Beim Übertakten sollte man es also nicht übertreiben und einen guten Mittelweg finden. Die Hälfte der Taktsteigerung dürfte genügen, wenn dabei die Spannung nur um 0,1 Volt erhöht werden muss.
Anmerkung: Die von uns ermittelten Werte können in der Praxis nicht unerheblich abweichen, da diese mit speziellen Samples durchgeführt wurden, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Es besteht daher keine Garantie, dass alle hier im Test dargelegten Ergebnisse mit einem ähnlich konfigurierten System daheim erreicht werden können.
„Undervolting“
Wie bereits aus unseren letzten Prozessortests bekannt, versuchen wir einen neuen Probanden auch mit einer etwas gesenkten Spannung zu betreiben. Mit 1,30 Volt ab Werk arbeitet der neue Phenom II X4 810 bereits mit 0,05 Volt weniger als die beiden bisherigen Modelle. Jene hatten uns jedoch zuletzt beim Test im Undervolting im Stich gelassen [33], denn ein stabiler Betrieb war nur bei 1,3 Volt möglich. Die Hoffnung ruht also auf den beiden neuen Modellen. Optimistisch senkten wir prompt die Spannung um 0,2 auf 1,1 Volt. Bis ins Windows ging es damit schon einmal problemlos, doch eine Sekunde nach dem Start von Prime kam der Bluescreen. Bei 1,15 Volt jedoch konnten wir alle Arbeiten problemlos verrichten, auch Prime lief stabil durch.
Doch große Einsparungen sind dem kompletten System nicht mehr anzumerken. Durch die Senkung um 0,15 Volt konnten lediglich einige Watt eingespart werden und auch die Temperatur hat sich nicht großartig verändert. Erstaunlicherweise ist jedoch die Leistungsaufnahme im Idle leicht höher (108 Watt) als bei der normalen Spannung (104 Watt), obwohl laut CPU-Z beide Male korrekt auf 1,025 Volt herunter geregelt wird. Hier gibt es vielleicht ein kleineres Problem mit dem BIOS, das beim manuellen Festlegen der Spannung Cool'n'Quiet einen Streich spielt, denn ein zweites Tool zeigt im Leerlauf plötzlich 1,050 Volt on, was die Diskrepanz erklären dürfte.
Anmerkung: Die von uns ermittelten Werte können in der Praxis nicht unerheblich abweichen, da diese mit speziellen Samples durchgeführt wurden, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Es besteht daher keine Garantie, dass alle hier im Test dargelegten Ergebnisse mit einem ähnlich konfigurierten System daheim erreicht werden können.
Änderung des Speichers
BIOS-Flash der besonderen Art Viele Mainboardhersteller geben ihren neuen Platinen Support für den DDR3-Speicher mit bis zu 1.600 MHz mit auf den Weg. Natürlich macht auch Asus dies mit dem neuen Flaggschiff, und so ist es im BIOS ein leichtes, den Speicher von DDR3-1333 und 1600 MHz zu stellen. Danach wurden wir jedoch gleich mit einem Fehlstart bestraft, was an den Timings und der Spannung zu liegen schien. Also haben wir die Spannung leicht erhöht und für den ersten Start die Timings auf „Auto“ gestellt. Doch der Schock kam prompt: BIOS-Fehler.
Das Gute – sofern man davon überhaupt sprechen kann – ist an diesem Bildschirm die am Ende erwähnte integrierte Recovery-Funktion. Diese ermöglicht es, das BIOS direkt vom einer Diskette, CD-ROM oder in unserem Fall dem USB-Stick neu aufzuspielen. Gesagt, getan – und neuer Versuch gestartet. Zur Sicherheit haben wir jedoch den DDR3-Speicher gegen komplett neue Module ausgetauscht. Und siehe da: Erfolg.
Im Gespräch, unter anderem mit Kollegen von HardTecs4U [34], fanden wir zudem heraus, dass wir mit den Problemen nicht ganz allein dastehen. Viele Module laufen anscheinend nicht mit 1.600 MHz, oder wenn, dann nur mit extremer Spannungserhöhung und schlechten Timings. Mit neueren Speicherriegeln von OCZ haben wir zufällig aber wahrlich einen Glücksgriff gelandet, denn diese laufen bei 1.600 MHz mit gerade einmal 1,6 Volt und guten Timings bei 8-8-8-24-1T im UnGanged-Modus. Hingegen streikten die Dominator-Module von Corsair aus unserem Referenzsystem, die wir bei den Core i7 und allen weiteren Intel-Prozessoren verwendet hatten, bei diesem Takt.
Auszug aus der Qualified Vendors List (QVL) vom Asus M4A79T Deluxe Das Problem dürfte jedoch nicht bei den Modulen selbst, sondern vielmehr am BIOS liegen. Denn es sind die Mainboardhersteller, die ihren Platinen DDR3-1600 versprechen, nicht AMD. AMD gibt offiziell nur DDR3-1333 frei. Die Hersteller stellen deshalb in der Regel sogenannte „Qualified Vendors Lists“ (QVL) zur Verfügung, in der Speicherriegel explizit aufgeführt werden, die auf einer speziellen Platine lauffähig sind. Darin sind sowohl der Takt, die Timings aber auch die Spannung und weitere Details enthalten. Dabei sollte man unbedingt auf die Fußnoten achten, in denen beim Asus-Mainboard zum Beispiel steht: Ensure to install the DDR3 1600MHz DIMMs ONLY on the Orange slots. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Hersteller mit ihren Platinen vorankommen und die entsprechenden Listen erweitern. Was unser Glücksgriff mit dem Speicher am Ende für Unterschiede bringt, haben wir uns in einem kleinen Test näher angesehen.
Arbeitsspeicher – Speicherbandbreite
X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1333 mit 7-7-7-20 (Standard)
13.581
X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1600 mit 8-8-8-24
13.475
X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR2-1066 mit 5-5-5-15 (Standard)
Everest-Bench von DDR2-1066 Everest-Bench von DDR3-1066 Everest-Bench von DDR3-1333 Everest-Bench von DDR3-1600
DDR3-1600 bringt schlussendlich – nicht überraschend – auch nicht mehr Performance. Die Screenshots von Everest zeigen, woran es hapert. Während DDR3-1600 gegenüber DDR3-1333 beim Lesen gewinnt, verliert man beim Schreiben und Kopieren. SiSoft Sandras Speichertest kombiniert eben diese Teile und kommt zum Schluss sogar auf eine leicht schlechtere Performance im theoretischen Teil für den eigentlich schnelleren Speicher.
Der kleine Test zeigt aber auch, dass sich selbst DDR3-1066 lohnen kann. Geringe Spannungen und bessere Timings machen die Vorteile des höheren Takts wett und deshalb liegen alle drei DDR3-Sorten auch am Ende fast auf gleicher Höhe. Wie gering zudem der Unterschied zu gutem DDR2-Speicher ist, wird ebenfalls nochmals deutlich.
Änderung des HT-Link & NB-Takt
Eine der Änderungen der neuen CPUs im Vergleich zu den ersten beiden Phenom II ist die Anhebung des HyperTransport-Links sowie des Northbridge-Takts. Bei den neuen Phenom II auf Basis des Sockel AM3 arbeiten beide mit 2 GHz, während die bisherigen Modelle mit 1,8 GHz liefen. Die frühe Hoffnung auf eine weitere Steigerung auf bis zu 2,2 GHz wurde seitens AMD jedoch nicht erfüllt – was jedoch nicht heißt, dass dies später bei weiteren Modellen nicht noch kommen mag. Doch wie genau wirkt sich der Unterschied auf die Performance aus? Wir haben in einigen ausgewählten Benchmarks die Probe auf Exempel gemacht gemacht. Dafür haben wir unseren Phenom II X4 810 mit den normalen Einstellungen aus unserem Benchmark mit DDR3-1333 arbeiten lassen und den HT-Link sowie den NB-Takt im BIOS von 2,0 GHz auf 1,8 GHz herunter gestuft.
Selbst mithilfe theoretischer Tests, aber auch in Spielen und Anwendungen, war die Änderung des HT-Links sowie der Northbridge-Frequenz quasi nicht zu bemerken. Dass selbst das Default-System mit 2,0 GHz nicht die 100 Prozent in unserem Rating erreicht, liegt schlichtweg daran, dass die Version mit 1,8 GHz manchmal sogar schneller ist. Eine Änderung allein des HT-Links macht kein Unterschied aus, einzig und allein die Frequenz der Northbridge kann hier und da einige Punkte sammeln.
Preis-Leistungs-Rating
Neben der offiziellen Preisliste vom Hersteller gibt es Tagespreise der diversen Händler, die sich stetig ändern. Wir haben die aktuellen Preise für alle im Test vertretenen Prozessoren heraus gesucht und in einer Momentaufnahme vom 8. Februar 2009 festgehalten. Dabei wurde der Preis für die Boxed-CPUs inklusive Kühler und voller Garantie seitens der Herstellers berücksichtigt, welche möglichst auch verfügbar sein sollten. Etwaige Abweichungen von dieser Richtlinie sind mit Bemerkungen wie „nur als Tray-Variante lieferbar“ oder „nicht verfügbar“ gekennzeichnet.
Wie üblich gilt bei der Übersicht das bekannte Motto: Fällt ein Prozessor im Preis, wandert er in dem Diagramm nach oben und sein Rating erhöht sich dadurch. Für dieses Preis-Leistung-Verhältnis wird das Gesamtrating durch den Preis dividiert und mit 1.000 Multipliziert. Das Ergebnis repräsentiert dann die Leistung, die man, kaufmännisch gerundet, aktuell für einen Euro erhält. Wir weisen ausdrücklich noch einmal darauf hin, dass sich der Preis der Prozessoren täglich ändern kann, weswegen eine dauerhafte Korrektheit der Liste nicht garantiert werden kann. (Stand der Preise: 08.02.2009)
Traditionell wird das Feld von den günstigen Zwei-Kern-Prozessoren angeführt. Die kleinen AMD Athlon sind mit gerade einmal 50 Euro einen Bruchteil so teuer wie die Quad-Core-CPUs, leisten dafür aber verhältnismäßig viel. Neue Prozessoren sind traditionell etwas teurer, was zur Folge hat, dass der alte Phenom aufgrund seines sehr günstigen Preises deutlich vor dem neuen Modell Phenom II liegt. Kein Wunder, lässt sich der alte Phenom in den Benchmarks auch nur um durchschnittlich zehn Prozent abhängen, kostet im Gegenzug aber 40 Prozent weniger. Die beiden heute vorgestellten und hier getesteten Modelle sind allesamt noch zu teuer, kosten doch die ersten Phenom II fast genau so viel oder gar weniger. In wenigen Tagen dürfte sich diese Bild jedoch normalisiert haben und unsere geschätzte Annahme von 160/150 Euro eintreten. Damit sind die beiden Modelle die beste Wahl, wenn es um einen Quad-Core-Prozessor aus Sicht des Preis-Leistungs-Verhältnisses geht.
Preisgestaltung und Ausblick
Die Preise des Phenom II sind weiterhin sehr niedrig angesetzt. Nachdem AMD zuletzt schon zwei Wochen nach dem Start die Preise für den Phenom II X4 um bis zu 40 US-Dollar gesenkt hatte, sortieren sich die neuen Prozessoren dementsprechend ein. Wir haben die Tagespreise zum Start der Prozessoren herausgesucht. Jene unterliegen – insbesondere bei Neuerscheinungen – jedoch starken Schwankungen, oftmals zu Gunsten des Kunden. Deshalb sollte die Tabelle nur als kleine Momentaufnahme gesehen werden.
In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir oft einen Blick in die Zukunft der Prozessoren bei AMD gewagt. Grundlage waren dafür immer mal wieder kleine Informationsschnipsel, die sich sehr solide in ein großes Gesamtbild zusammenfügen ließen. Deshalb kam der Start der ersten Prozessoren für den Sockel AM3 nicht überraschend, denn die Modelle waren quasi schon so gut wie bekannt.
Munter geht es in den kommenden Wochen weiter. AMD schraubt an der Taktfrequenz, arbeitet parallel aber auch an stromsparenderen Versionen. Zudem stehen Varianten komplett ohne L3-Cache auf dem Plan, die noch im Frühjahr erwartet werden. Insbesondere der April dürfte den bisherigen Informationen zufolge noch einmal ein äußerst interessanter Monat werden.
Übersicht der (kommenden) 45-nm-Prozessoren von AMD
Bezeichnung
Prozessorkern
Takt
Cache (L2+L3)
TDP
Sockel
Verfügbarkeit
Phenom II X4 950
Deneb
3,1 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM3
April 2009
Phenom II X4 945
Deneb
3,0 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM3
April 2009
Phenom II X4 940
Deneb
3,0 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM2+
seit 08.01.2009
Phenom II X4 925
Deneb
2,8 GHz
2 + 6 MB
95 W
AM3
März/April 2009
Phenom II X4 920
Deneb
2,8 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM2+
seit 08.01.2009
Phenom II X4 910
Deneb
2,6 GHz
2 + 6 MB
95 W
AM3
09.02.2009
Phenom II X4 810
Deneb
2,6 GHz
2 + 4 MB
95 W
AM3
09.02.2009
Phenom II X4 805
Deneb
2,5 GHz
2 + 4 MB
95 W
AM3
09.02.2009
Phenom II X3 720
Heka
2,8 GHz
1,5 + 6 MB
95 W
AM3
09.02.2009
Phenom II X3 710
Heka
2,5 GHz
1,5 + 6 MB
95 W
AM3
09.02.2009
Athlon X4 615
Propus
2,7 GHz
2 MB
95 W
AM3
April 2009
Athlon X4 605
Propus
2,5 GHz
2 MB
95 W
AM3
April 2009
Athlon X4 605e
Propus
2,5 GHz
2 MB
65 W
AM3
März/April 2009
Athlon X4 6xxe
Propus
2,1 – 2,4 GHz
2 MB
45 W
AM3
Mai 2009
Athlon X3 420
Rana
2,8 GHz
1,5 MB
95 W
AM3
April 2009
Athlon X3 410
Rana
2,6 GHz
1,5 MB
95 W
AM3
April 2009
Athlon X3 405e
Rana
2,5 GHz
1,5 MB
65 W
AM3
April 2009
Athlon X3 4xxe
Rana
2,1 – 2,4 GHz
1,5 MB
45 W
AM3
Mai 2009
Athlon X2 240
Regor
2,8 GHz
2 MB (?)
65 W
AM3
Juni 2009
Athlon X2 235
Regor
2,7 GHz
2 MB (?)
65 W
AM3
Juni 2009
In der Mitte des zweiten Quartals werden die ersten beiden stromsparenden Prozessoren der neuen Serie erwartet. Die beiden Vier-Kern-CPUs werden auf den Propus-Kern setzen und über keinen L3-Cache verfügen. Die „e“-Variante (für eine TDP von 65 Watt) soll mit 2,5 GHz takten, das 45-Watt-Derivat wird wahrscheinlich mit maximal 2,4 GHz arbeiten. Es könnte aber auch sein, dass er zu Beginn erst als Modell mit 2,1 GHz startet. Gleiches gilt für einen Ableger mit drei Kernen. Da fast alle Informationen aus der Tabelle auf Gerüchten beruhen, sollte sie nicht als Fakt, sondern vielmehr als mögliches Portfolio gewertet werden.
Fazit und Empfehlung
Keine fünf Wochen nach dem Start der ersten 45-nm-Prozessoren holt AMD zum nächsten Schlag aus. Dabei sind Phenom II X4 810 und 805 rundum gelungene Prozessoren, die im Preisbereich von etwa 150 Euro für gehörigen Wirbel sorgen dürften. Sie sind die eigentlichen Nachfolger der bisherigen Phenom, da sie sich diesen auf der Ebene des Preises nähern, trotzdem jedoch alle Vorteile der neuen, zweiten Generation mitbringen. Jetzt hat die alte Garde endgültig ausgedient!
Der Phenom II der 800er-Serie tritt nahtlos in die Fußstapfen der ersten beiden Modelle. Den von sechs auf vier Megabyte reduzierten L3-Cache merkt man in unserem Test gar nicht, wie der Vergleich mit einem herunter getakteten Flaggschiff Phenom II X4 940 gezeigt hat. Ein Unterschied von gerade einmal 0,2 Prozent ist eher eine zufällige Schwankung denn ein Unterschied. Dieses Bild zieht sich fast durch den gesamten Test, gäbe es da nicht unsere Besonderheit der „realitätsfernen“ Spieletests. Dort ist es heute des Spiel „World in Conflict“ in der Auflösung von lediglich 800 x 600 Bildpunkten, das einen Unterschied von 15 Prozent zwischen Phenom II X4 900 und 800 bei gleichem Takt und gleichem Speicher im Benchmark mit sehr wenigen Details aufzeigt. Da es insgesamt gesehen aber in der Performance eigentlich keinen Unterschied gibt, gibt es aktuell im Laden auch keinen Unterschied beim Preis. Die ersten Listungen verlangen fast 180 Euro für den 2,6 GHz schnellen Phenom II 810 [37], dafür bekommt der Kunde derzeit bereits den nicht nur auf dem Papier sondern real im Handel verfügbaren Phenom II X4 920 mit 2,8 GHz, der unter 175 Euro gefallen ist [35]. Dieses Bild sollte sich allerdings schnell ändern, damit der Prozessor auch den Ruhm bekommt, den er verdient. Denn einen wirklichen Bonus hat der neue Prozessor noch: Seine sehr gute Übertaktbarkeit – auch ohne freien Multiplikator.
AMD Phenom II X4 810
Was bringt dem Kunden am heutigen Tage der Kauf eines Sockel-AM3-Mainboards und DDR3-Speicher? Kurz gesagt: Nichts. Die verschiedenen Tests haben es gezeigt, es gibt so gut wie keinen Unterschied auf einer nahezu identischen Plattform zwischen DDR2- und DDR3-Speicher. Die von AMD ehemals geäußerten knapp vier, fünf Prozent Zuwachs sucht man in nahezu allen Benchmarks mehr als vergeblich, vielmehr macht sich die Ernüchterung breit. Es erinnert ein wenig an die ersten Intel-Prozessoren, die krampfhaft von DDR2 auf DDR3 umsteigen sollten. Auch dort gab es vor knapp 18 Monaten rasch die Erkenntnis, dass DDR3 mit höheren Taktfrequenzen durch die schlechteren Timings eigentlich nichts gewinnt [42].
Und so kommt es, dass ein Phenom II X4 mit DDR2-1066 und guten Timings von CL5 im Speichertests von SiSoft Sandra knapp 13.100 MB/s auf die Anzeige bringt, während DDR3-1333 mit CL7 nur knapp vorn liegt und die 13.600 MB/s schafft. Der Cache- und Memorybenchmark von Everest zeigt bei DDR3-1333 ebenfalls eine um etwa 500 MB/s oder auch vier Prozent gestiegene Bandbreite, aber gleichzeitig auch, woran es hapert. Es gibt schlichtweg keine nennbaren Vorteile bei der Latenz, der Schreibtestvergleich zwischen DDR2 und DDR3 fällt sogar identisch aus. Und so kommt es, dass Anwendungen oder Spiele eben fast keine Änderungen aufzeigen. Während der theoretische Test von WinRAR noch von einem deutlichen Vorteil für den DDR3-Speicher spricht, zeigt der reale Packtest, dass es diesen nicht gibt. In knapp neun Minuten einige Sekunden zu gewinnen, fällt unter „ferner liefen“.
Genau so sieht es in Spielen aus. Lediglich die „realitätsfremden“ Spieletests zeigen hier und da eine Abweichung von vielleicht vier oder auch fünf Bildern pro Sekunde, was bei dreistelligen Werten jedoch ebenfalls wieder unter den Teppich gekehrt werden kann. All' diese Tests zeigen schlussendlich auf, dass der Wechsel zum heutigen Tage aus Sicht der Performance unnötig ist. Der einzige wirklich nennenswerte Vorteil ist die gesunkene Leistungsaufnahme eines kompletten AM3-Systems. Bereits im Januar machte AMD im persönlichen Gespräch mit ComputerBase auf der CES [43] deutlich, dass DDR3 dieses Jahr wohl noch nicht den Siegeszug antreten wird. Diese Annahmen wiederholte der Hersteller vor wenigen Tagen in einer Telefonkonferenz zu den fünf neuen Prozessoren noch einmal.
Empfehlung:
Was kauft man nach dem heutigen Tage also am besten? Wer ein Mainboard mit Unterstützung für die neuen Phenom mit Sockel AM3 besitzt, der kann getrost auf DDR3-Speicher verzichten und genau diese Platine weiter verwenden. Ein Umstieg auf ein neues Mainboard und die zusätzlichen Kosten für DDR3-Speicher sind die quasi nicht existenten Unterschiede nicht wert. Ein bisheriges Mainboard auf Basis des AMD 790GX kostet im günstigsten Fall keine 80 Euro und DDR2-Speicher ist bereits seit Wochen ein Schnäppchen. Bei den neuen AMD-Mainboards mit DDR3-Speicher sieht aktuell die Verfügbarkeit noch mehr als dürftig aus, gleichzeitig liegt der Aufpreis bei etwa 50 Euro. Mindestens 4 GByte Speicher müssen es heutzutage auch bereits sein, da schlägt DDR3-1333 mit etwa 60 Euro zu Buche. Insgesamt macht dies einen Preis von 120 Euro für die alte Plattform inklusive Speicher und im Mittel etwa 190 Euro für die AM3-Plattform aus. Die gesparten 70 Euro können getrost in einen höher getakteten Prozessor investiert werden, was insgesamt deutlich mehr Vorteile in der Performance bringt. Deshalb kann man hier und heute die Empfehlung aussprechen, beim Neukauf eines Phenom II noch auf die alte Plattform zu setzen.
Die wirklich neuen Chipsätze werden erst zum Sommer erwartet. Bisher heißt es auch, dass das kommende Zusammenspiel von RD890/RS880 mit der neuen SB800 nochmals etwas an der Performance des Phenom II arbeiten kann. Dann dürfte der neue Sockel AM3 mit DDR3-Speicher wirklich im Markt ankommen.