Die erste Woche des neuen Jahres ist um, Zeit für etwas wirklich Neues. Zum Start der Consumer Electronic Show 2009 in Las Vegas schickt AMD seinen ersten Desktop-Prozessor in 45-nm-Fertigung ins Rennen. Die kleineren Fertigungsstrukturen packen an quasi allen Punkten an, an denen der bisherige Phenom als erster Quad-Core-Prozessor von AMD krankte. In erster Linie ist dies die deutlich erhöhte Taktfrequenz: mit 3 GHz hat AMD ab heute auch auf dem Papier wieder richtig etwas vorzuzeigen. Doch nicht nur der Takt wurde verändert, insbesondere die nicht gerade geringe Leistungsaufnahme der Vorgänger wurde angepackt. Hatte der Phenom X4 9950 mit gerade 2,6 GHz und einer dennoch hohen TDP neue Negativrekorde aufgestellt, soll mit dem neuen Phenom II alles besser werden. 400 MHz schneller, ein von zwei auf sechs MByte vergrößerter L3-Cache und gleichzeitig eine deutlich gesunkene Leistungsaufnahme: Das klingt fast zu schön um wahr zu sein. Wie die Wahrheit aber aussieht, klärt unser ausführlicher Test auf den kommenden mehr als 30 Seiten.
AMD Phenom II X4
Wie üblich testen wir nicht nur das neue Flaggschiff Phenom II X4 940 mit 3,0 GHz, sondern auch das kleinere Modell 920, das parallel an den Start geht. Darüber hinaus werden wir unseren Phenom II auf das Niveau des Vorgängers takten, um auszumachen, ob bei gleichem Takt ein alter Phenom X4 9950 geschlagen werden kann. Mit von der Partie sind des Weiteren umfangreiche Untersuchungen der Stromsparmodi Cool'n'Quiet (C&Q) und C1E, die den bisherigen Phenom oft Probleme bereitet haben, da neben Einsparungen in der Leistungsaufnahme auch im Bereich der Performance ungewollte Einschnitte daher kamen. Abschließend untersuchen wir, ob die Aufrüstung von DDR2-800 auf DDR2-1066 bei einem AMD Phenom wirklich etwas bringt und ob die Speichermodi „Ganged“ und „UnGanged“, deren Arbeitsweise bereits seit einem Jahr bekannt ist [1], bei den neuen Modellen einen größeren Einfluss haben als zunächst angenommen.
Spuren im Schnee: AMD Phenom II X4 940 Black Edition
AMD Phenom II X4
Der Phenom II von AMD ist der erste Desktop-Prozessor aus dem Hause, der auf die neue 45-nm-Fertigung setzt. AMD stützt sich dabei wie andere namhaften Vertretern der Industrie (IBM, UMC, Toshiba, und TI) auf die flüssige Lithografie. Bei der sogenannten „Immersion Lithografie“ wird nach wie vor bei der Produktion eine Lichtquelle mit einer Wellenlänge von 193 nm eingesetzt, jedoch wird zwischen Wafer und Linse nun Wasser statt bisher hoch reine Luft eingesetzt, um das Verhalten der Lichtbrechung im Positiven zu verändern. Nach wie vor setzt AMD dabei gleichzeitig auf die „Silicon on Insulator“-Fertigungstechnologie (SOI), die seit den K8-Zeiten Verwendung findet.
Diese kleinere und optimierte Fertigung kommt auf dem Papier mit vielen Änderungen daher. Durch die kleine Fertigung passen deutlich mehr Transistoren auf kleinen Raum. War der Die des bisherigen Phenom 285 mm² groß, ist er beim neuen Phenom II auf 258 mm² verkleinert worden. Doch gleichzeitig stieg die Anzahl der Transistoren rapide an. Brachte es der Phenom auf ungefähr 450 Millionen Schaltkreise, sind es beim Phenom II satte 758 Millionen Transistoren. Ein Großteil dieser zusätzlichen Schaltungen sind dabei auf den von zwei auf sechs MByte vergrößerten L3-Cache zurückzuführen, der auch auf den Bildern vom Prozessor sehr gut zu erkennen ist, da er fast ein Drittel des Prozessors einnimmt. Die einzelnen Kerne befinden sich auf der linken Seite, immer eingerahmt von weiterem Zwischenspeicher, in diesem Falle dem L2-Cache. Zwischen den vier Kernen, und damit im Grunde genommen quer durch den gesamten Prozessor, liegt der Speichercontroller.
AMDs neuer Quad-Core-Prozessor
Der sonstige Cache bleibt mit 64 + 64 KByte L1-Cache pro Kern und 512 KByte L2-Cache – ebenfalls pro Prozessorkern – im Vergleich zum Vorgänger unangetastet. Der L3-Cache ist weiterhin ein sogenannter Shared-Cache, dass heißt er kann alle Kerne unterstützen. Als Besonderheit kann dieser L3-Cache mit der „Smart Fetch“ getauften Technik Daten aus dem L1- und L2-Cache eines Kerns lesen. Bei einer Abfrage der betreffenden Informationen werden diese nur aus dem L3-Cache gelesen, der Prozessorkern und der direkt verbundene L1- und L2-Cache können hingegen „weiter schlafen“. Dies soll effektiv Energie einsparen. Gleichzeitig wurden aber auch neue Sicherheitsmechanismen implementiert. Mit dem „L3 Cache Index Disable“ können bei einer Häufung von Fehlern einzelne Bereiche deaktiviert werden, um die Daten zu schützen. Dies erfordert jedoch eine Unterstützung seitens des Betriebssystems, was erst im Laufe des Jahres der Fall sein wird.
Sehr interessant sind die Angaben seitens AMD zur Spannung des neuen Phenom II. Dieser soll im Bereich von 0,875 bis 1,5 Volt arbeiten. Selten zuvor hat man einen solch' großen ab Werk festgelegten Bereich für einen Prozessor gesehen. In den Default-Einstellungen arbeitet der Phenom II mit 1,35 Volt, die sich in Zeiten ohne Last durch die stromsparenden Funktionen von Cool'n'Quiet und C1E auf bis zu 1,0 Volt absenken.
Mit von der Partie ist bei den ersten beiden Phenom II ein integrierter Dual-Channel-Speichercontroller für DDR2-SDRAM bis 1.066 MHz, der eine maximale Bandbreite von 17,1 GB/s ermöglicht. Der HyperTransport-Link arbeitet mit 3,6 GT/s und liegt damit sogar leicht unter dem der letzten Phenom-Prozessoren, die mit bis zu 4 GT/s auf dem Markt sind. Dieser Punkt soll aber mit den kommenden Sockel-AM3-Phenom-II angepackt werden. Aktuell spricht die Gerüchteküche von 4,4 GT/s, was wir zu gegebener Zeit auch überprüfen werden.
AMD Phenom II X4 940 in den standardisierten Einstellungen
An den Start gehen zum neuen Jahr erst einmal zwei Modelle. Der Phenom II X4 940 wird in der multiplikatorfreien Black Edition ab Werk bei 3 GHz arbeiten. Parallel dazu gibt es das Modell Phenom II X4 920 mit 2,8 GHz, das jedoch über einen festen Multiplikator verfügt. Beide Prozessoren setzen auf eine TDP von 125 Watt. Damit liegen sie auf dem Papier gleich auf mit den letzten AMD-Phenom-CPUs mit maximal 2,6 GHz, doch wie wenig die TDP-Angabe mit der tatsächlich aufgenommenen Leistung zu tun hat, wird unser Test im weiteren Verlauf zeigen.
Das neue Testsystem
Mit dem Start des Nehalem [2] hatten wir auch unser bisheriges Testsystem in die verdiente Rente geschickt, davon wird auch das neue AMD-Testsystem profitieren. Beide haben im letzten Jahr insgesamt 36 Prozessoren gesehen, 21 davon aus dem Hause Intel, 15 von AMD. Da im Laufe der Monate, in denen wir solch einem Testsystem keinerlei Änderungen unterziehen, viele Änderungen auf dem Markt stattgefunden haben, war es nicht nur in Anbetracht der neuen Prozessorgeneration Zeit für einen Wechsel. Natürlich bietet sich ein kompletter Generationswechsel für einen Wechsel des kompletten Systems immer am besten an, so dass wir die vormals frühen Pläne aus dem Sommer in den Herbst verschoben haben. Dabei haben wir auch auf viele Anregungen der Leser zurückgegriffen, die wir in den letzten Monaten bekommen haben. An dieser Stelle wollen wir erneut einige Erläuterungen zum neuen Testsystem abgeben und erklären, warum wir uns für diese Bauteile entschieden haben.
Cooler Master UCP mit 700 Watt
Einer der größten und oft angebrachten Kritikpunkte war mit Sicherheit das ältere Tagan-Netzteil mit 480 Watt. Dieses wird in den wohl verdienten Ruhestand geschickt und durch ein nagelneues Netzteil von Cooler Master ersetzt. Die UCP-Serie hat zu Beginn des Sommers 2008 als eines der ersten Desktop-Netzteile eine „80Plus Silver“-Zertifizierung bekommen [3]. Diese steht für einen Wirkungsgrad von sehr hohen 89 Prozent bei einer Auslastung von 50 Prozent, aber auch unter geringer Last (20%) und Volllast (100%) kann sich das UCP-Netzteil mit 87 respektive 85 Prozent mehr als sehen lassen. Für unseren Test setzen wir auf die kleinste Version mit 700 Watt, da stärkere Netzteile vor allem unter geringer Last im Wirkungsgrad mitunter deutlich abfallen. Liegt die 20-Prozent-Schwelle bei dem 700-Watt-Probanden bei 140 Watt, wird sie bei dem 1.100-Watt-Modell bereits auf 220 Watt hoch geschraubt – ein Wert der mit dem neuen Testsystem bei kleineren Prozessoren nicht einmal unter Volllast mit Prime erreicht wird.
Der zweite wichtige Punkt ist die neue Grafikkarte. Nachdem wir das komplette letzte Jahr eine nicht gerade stromsparende ATi Radeon HD 2900 XT im Einsatz hatten, setzen wir auf Nvidias erste (relativ stromsparende) 55-nm-Lösung im High-End-Segment, die GeForce 9800 GTX+ [4]. Insbesondere die deutlich geringere Leitungsaufnahme, auch gegenüber den Konkurrenten von ATi in Form der HD 4850 [5], und die durchweg schnellere Performance waren wichtige Gründe für die Auswahl. Alle weiter in Frage kommenden Modelle (HD 4870, GTX 260, GTX 280) liefern zwar eine höhere Performance, aber nur bei unverhältnismäßig steigender Leistungsaufnahme.
Um dem neuen Triple-Channel-RAM gerecht zu werden, war auf der Software-Seite fast zwingend der Umstieg zu Windows Vista in der 64-Bit-Variante erforderlich. Auch diesen Schritt sind wir mit dem neuen Testsystem gegangen, so dass fortan die drei Slots bei den X58-Mainboards mit je zwei Gigabyte bestückt werden – alle anderen Intel-Platinen greifen für den Dual-Channel-Modus auf zwei dieser Module zurück. Der Unterschied von 4 auf 6 GByte existiert damit natürlich auf dem Papier, ist in Benchmarks aber quasi nicht zu merken. Zudem glauben wir, dass solche Konstellationen in naher Zukunft die gebräuchlichsten Varianten werden dürften bzw. in Form von DDR2-Speicher mit den alt-eingesessenen Core 2 Duo und Core 2 Quad bereits sind. Deshalb kommen alle AMD-Prozessoren ebenfalls mit potentem DDR2-Speicher daher, der maximal 1.066 MHz leistet. Da bisher jedoch nur die Phenom und Phenom II von diesem Speicher profitieren, arbeiten die älteren Modelle mit geringerem Takt, dafür aber besseren Timings. Spätestens im Frühjahr können aber auch die Phenom II auf den gleichen schnellen DDR3-Speicher mit einem neuen Mainboard zurückgreifen. Aktuell kommen deshalb insgesamt drei Platinen zum Einsatz, spätestens zum Frühjahr wird das Testsystem mit einer zweiten AMD-Platine für DDR3-Speicher und dem neuen Sockel AM3 komplettiert.
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Cooler Master Stacker RC-832
Um einen möglichst fairen und realitätsnahen Vergleich zwischen den Kontrahenten zu ermöglichen, werden sämtliche Tests in einem geschlossenen Midi-Tower mit werksseitiger Lüfterbestückung (ein Lüfter rückseitig saugend, einer beim Festplattenkäfig in Front blasend) durchgeführt, um so auch auf thermische Probleme bei den Boliden aufmerksam zu werden. Zum Einsatz kommt ein „Cooler Master Stacker RC-832“, der uns von Caseking [6] zur Verfügung gestellt wurde. Das Gehäuse erlaubt den Einsatz von bis zu neun 120-mm-Lüftern, von denen die beiden verwendeten Lüfter zum Lieferumfang gehören.
Komplette Aufschlüsselung des Testsystems und den verwendeten Komponenten
Soweit in den Diagrammen nicht anders angegeben, wurden alle Phenom- und Phenom-II-Prozessoren mit C&Q und C1E disabled (aus) vermessen. Der Speichercontroller wurde „UnGanged“ betrieben.
Neben dem von Grund auf neu gestalteten Testsystem haben wir auch den Benchmarkparcours einem Update unterzogen. Nach wie vor sind einige theoretische Tests mit von der Partie, da diese in der Regel einen Schritt weiter sind als jede reale Anwendung. Dort werden neue Funktionen, die in Prozessoren einen Platz gefunden haben, als erstes in ihrer Leistungsfähigkeit geprüft. Da diese theoretischen Tests dem Anwender vor dem PC aber nicht viel nutzen, ziehen wir auch viele Praxis-Anwendungen zu Rate. Dazu gehören heutzutage in erster Linie vielfältige Multimedia-Anwendungen, aber auch alltägliche Dinge wie das Packen von Dateien. Abgerundet wird der Test von einigen Spielen, bei denen wir eine Auswahl aus Spielen mit integrierter Benchmarkfunktion sowie Spielen heraus gesucht haben, bei denen mittels Fraps nicht nur die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde, sondern auch die Minima und Maxima ermittelt wurden.
Wie bereits in der Vergangenheit üblich, wird jeder Benchmark fünf Mal durchgeführt, um auf etwaige Ausreißer in der Performance stoßen zu können. Dieses geschieht in fast allen Anwendungen leider häufiger als erwartet, sowohl in die negative als auch in die positive Richtung. Der Mittelwert aus den fünf Tests (ohne extreme Ausreißer) wird dann in die einzelnen Diagramme übernommen. Bei Spielen wird auf die Auflösung von 1.280 x 1.024 Bildpunkten zurückgegriffen, da bei höheren Auflösungen quasi nur noch die Grafikkarte ein Rolle spielt, geringere Auflösungen aber kein Bezug zur Realität haben. In der Regel testen wir dabei, sofern nicht näher beschrieben, mit den höchsten Details. Die Werte vom AA/AF können dabei von Spiel zu Spiel variieren, jedoch sollen die unterschiedlichen Setups eine kleine Simulation dafür sein, was sich heutzutage mit jedem neuen Spiel ändern kann. Alle getesteten Prozessoren müssen zusammen mit der Grafikkarte in diesen Tests beweisen, dass sie sowohl mit wenigen qualitätssteigernden Features als auch mit einem Maximum klar kommen können.
Um die Grafikkarte weitestgehend zu eliminieren, haben wir auch einen zusätzliche Punkt eingeführt: die realitätsfernen Spiele-Tests. Vier Anwendungen unterschiedlichen Alters zeigen in minimalen und maximalen Details bei sehr kleiner Auflösung ihr Ergebnis.
Synthetisch
3DMark06 1.10
3DMark Vantage 1.01
SiSoftware Sandra 2009.1.15.52 Beta
Cinebench R10
Super PI xmod 1.5 XS
MaxxPi² 1.11ß
wPrime 2.00
Office und Multimedia
PCMark Vantage 1.00
Tsunami MPEG Video Encoder Xpress 4.5.2.255
DivX 6.8.4.7
iTunes 8.0.1
WinRAR 3.80
POV-ray 3.7 Beta 29
TrueCrypt 6.0a
Spiele
Assassin's Creed 1.0
BioShock 1.0
Company of Heroes 1.71
Crysis Demo
Lost Planet: Colonies 1.0
Race Driver Grid 1.2
Sacred 2 Demo
World in Conflict 1.007
weitere benötigte Tools
CPU-Z 1.48, 1.49
Fraps 2.96
Prime
Synthetische Tests
3DMark06
Die allseits bekannte Benchmarkserie von Futuremark ist zwar mittlerweile in der Vantage-Version erschienen, aber „3DMark06“ erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Von den sechs Testszenen messen vier Sequenzen die Performance der Grafikkarte und zeigen eine Grafikpracht, die auch heute mitunter noch ihresgleichen sucht. Um jene zu erreichen setzen die Finnen auf moderne 3D-Technologie, weswegen nicht nur massiv das Shader-Model 3.0 verwendet wird – auch extrem aufwendige Texturen, spektakuläre Partikeleffekte, komplexe Schattenberechnungen und als weiteres Highlight „High Dynamic Range Rendering“ – kurz HDRR – werden eingesetzt. Dabei setzt Futuremark auf FP16-HDR, das eine sehr hohe Bildqualität liefert, aber auch aufwendig zu berechnen ist. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [9].
Nachdem der altgediente 3DMark06 schon einige Jahre auf dem Buckel hat und somit nicht nur die Grafik mittlerweile etwas angestaubt wirkt sondern darüber hinaus das CPU-Limit bei schnellen Grafikkarten immer mehr bemerkbar wird, wurde es höchste Zeit für einen Nachfolger. Der finnische Hersteller Futuremark hat dementsprechend nach einer langen Wartezeit den 3DMark Vantage auf den Markt gebracht, der von vornherein für die Direct3D-10-API programmiert worden ist. Grafisch bieten die zwei Spieletests dementsprechend viel fürs Auge, wobei vor allem der zweite Test Glanzpunkte setzen kann. Mit FP16-HDR, Tiefenunschärfe, Parallax Occlusion Mapping, einer physikalische Simulation auf der GPU, diversen Shadereffekten und noch vielem mehr bringt der 3DMark Vantage die 3D-Hardware problemlos ans Leistungslimit. Wir testen das Programm im Performance-Preset. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [11].
Das populäre, aus Deutschland stammende Maxon Cinema4D ist in unserem Benchmarkparcours in Form von Cinebench R10 vertreten. Die Software nutzt zum Raytracing bis zu 16 Prozessoren und profitiert damit von allen derzeit am Markt erhältlichen Desktop-Prozessoren von AMD oder Intel. In unserem Test präsentieren wir die Mitte 2007 veröffentlichte Version Cinebench R10. Wie üblich zeigen die Diagramme einerseits den Test mit nur einem Prozessorkern, zum anderen auch den Multi-Core-Test, der auch Hyper-Threading nutzt.
Egal ob es um Mainboard, Speicher, Festplatte, Peripherie, Steckkarten, Prozessor, Netzwerk, Schnittstellen, BIOS, Windows oder DirectX geht, SiSoft Sandra hat umfangreiche Antworten parat. Für einen Großteil der Hardware im PC gibt es zudem Benchmark-Tests, mit denen sich der PC auf seine Performance im Vergleich zu einigen Referenz-Rechnern testen lässt. All' diese Werte sind jedoch fast ausschließlich rein theoretischer Natur und haben wenig Bezug zur Praxis, jedoch lassen sich Prozessoren in ihren theoretischen Möglichkeiten gut vergleichen. Auch bieten Programme wie Sandra meist deutlich eher Möglichkeiten, neu integrierte Features von Prozessoren zu testen, ehe diese in Monaten oder Jahren in wirklichen Programmen integriert sind. Wir haben uns aus dem umfangreichen Repertoire für die Tests Arithmetik, Multimedia und Kryptografie sowie für die Speicherbandbreite, die Speicherlatenz und den Cache- und Speicherzugriff entschieden. Weiterhin kommt eine Beta-Version vom 22. Oktober 2008 zum Einsatz, da diese erstmalig die neuen SSE4.2-Instruktionen des Nehalem nutzt.
Seit einigen Jahren gehört SuperPi zu Tests wie das Amen in der Kirche. Leider ist der Test aufgrund seines hohen Alters für aktuelle Prozessoren nur sehr bedingt aussagekräftig, weshalb er bei uns in Zukunft nur noch mit zur Schau gestellt wird, aber nicht in die Bewertung mit einfließt. Als Alternative bieten wir wPrime und MaxxPi² an. MaxxPi² ist etwas neuer und genauer, liegt aber noch sehr nah om originalen Super Pi, so dass die Ergebnisse in unserem Test ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle spielen. wPrime in der Version 2.00 ist Ende September 2008 erscheinen und liefert in unseren Augen die besten Ergebnisse, da alle Prozessorkerne bzw. Threads unter Windows voll ausgelastet und genutzt werden.
Etwas über zwei Jahre nach der Vorstellung des PCMark05, dem Futuremark-Benchmark zur Beurteilung der Leistung eines Rechners in verschiedensten Anwendungsszenarien, stellt der finnische Hersteller den PCMark07, „PCMark Vantage“ genannt, vor. Einmal mehr sollen Privatanwender und Firmen anhand eines kompakten Programms in der Lage sein, die Leistung eines Rechners auf Grundlage einer breiten Basis an Tests möglichst objektiv bewerten zu können. Alle Details zu dem neuen Benchmark stellt unser Artikel zu PCMark Vantage [18] bereit.
Obwohl 7-Zip kostenlos und in Sachen Kompressionsrate vielen Konkurrenten überlegen ist, kommt die Software in Sachen Verbreitung bei Weitem nicht an WinRAR heran, das in Form von RAR seit DOS und Windows 3.1 verfügbar ist. Mittlerweile ist WinRAR zwar in der Lage neben rar auch andere Formate wie beispielsweise 7z zu entpacken, zum Komprimieren stehen allerdings nur rar und zip zur Verfügung. Seit WinRAR 3.60 [20] bietet nun auch der beliebte Packer Multi-Core-Support. Anzumerken ist dem Programm, dass mit jeder neuen Version und schnelleren Prozessoren alles ein klein wenig schneller und besser komprimiert wird, so dass der Vorsprung von 7-Zip deutlich geringer geworden ist. Das Programm in der Version 3.80 muss den Programmordner der installierten Demo des Spiels Sacred 2 (1,64 GByte, 928 Dateien, 14 Ordner) bei maximalen Qualitätseinstellungen in das Format .rar komprimieren. Parallel dazu zeigen wir den integrierten Benchmark auf, um auf die Unterschiede zwischen theoretischem Benchmark und realem Packen näher eingehen zu können.
POV-Ray ist eines der bekanntesten Programme zum Erstellen realistischer Grafiken und Animationen mit dem Computer. Mit Hilfe einer von Bilder können virtuelle Objekte erzeugt werden. POV steht dabei für „Persistence Of Vision“, was soviel wie die „Beharrlichkeit des Sehens“ bedeutet. Das zusätzlich Wort „Ray“ steht für Raytracing, die Technik, auf der dieses Programm basiert. Nach ein wenig Zeit mit entsprechender Einarbeitung lassen sich mit dem Programm sogar fotorealistische Bilder erzeugen, die mit vermehrter Anzahl auch zu einem Video zusammengefasst werden können. Der größte Pluspunkt schlussendlich ist noch der Preis: Es kostet nichts und steht frei im Internet zum Download bereit. Wir nutzen das Programm und die integrierte Benchmark-Funktion und zeigen die Zeit auf, nach der das Beispielbild vollständig sichtbar ist.
TrueCrypt ist ein Open-Source-Verschlüsselungstool, welches seit der Version 6.0 auch Multi-Core-Unterstützung bietet, welche dem Programm auf Dual-/Mehrkern- oder Multi-Prozessor-Systemen zu einer deutlich verbesserten Performance bei der Ver- und Entschlüsselung der Daten verhilft. Wie verwenden den integrierten Benchmark-Test mit einem 100-MB-File. Weitere Ergebnisse auch zu diesem Test: TrueCrypt 6.0 veröffentlicht (Benchmark) [23]
Seit DivX 6.1 (Codename Helium) [25] unterstützt der für Videos sehr beliebte Codec auch Dual-Core-Prozessoren und erreicht je nach Konfiguration eine Steigerung der Encoding-Rate um mehr als 150 Prozent. Die Leistungsunterschiede sind dabei umso stärker ausgeprägt, je höher die gewählte Qualitätsstufe ist. Bei früheren Prozessortests wurde DV- und MPEG2-Videomaterial mit unterschiedlichen Qualitätseinstellungen nach DivX 6.1 encodiert. Tendenziell waren auch hier die Ergebnisse gleich. Die bei DV gewählten, niedrigen Qualitätseinstellungen für Audio- und Video-Encoding ließen Single-Core-Prozessoren ein wenig besser abschneiden. Aufgrund des größeren Praxisbezugs werden fortan nur noch die Ergebnisse des MPEG2-Encodings veröffentlicht.
Zum neuerlichen Einsatz kommt DivX 6.8.4.7, der volle Unterstützung für die SSE4-Befehlssätze beinhaltet. Intel hat gerade durch diese Instruktionen im Zusammenspiel mit DivX einen großen Performanceschub für Anwender versprochen, der sich auch durchweg bemerkbar macht. Alle AMD-Prozessoren haben deshalb einen schweren Stand.
TMPGenc Xpress 4: MPEG2 zu DivX 6.8
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:58
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
2:10
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
2:19
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
2:39
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
2:56
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
3:06
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
3:35
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
3:46
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066
3:46
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C1E
3:47
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C&Q+C1E
3:47
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C&Q
3:48
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, Ganged
3:50
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-800
3:52
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
3:55
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066
4:00
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
4:01
Phenom II X4 2,60 GHz, DDR2-1066
4:14
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
4:23
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-800
4:27
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066, C&Q+C1E
4:35
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
4:36
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
4:53
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
5:02
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
7:06
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
8:30
Angaben in Minuten, Sekunden
MPEG 2
Das Zielformat für alle Hobbyfilmer ist nach wie vor die DVD und damit ein Film im MPEG2-Standard. Das Videomaterial selbst liegt dabei üblicherweise als Digital Video (DV) vor. Für den Test haben wir auf TMPGEnc 4.0 XPress 4.5.2.255 vertraut und ein 20 Minuten langes und unbearbeitetes Video mit einer Größe von vier Gigabyte in ein 1,32 Gigabyte MPEG2-File umgewandelt.
TMPGenc Xpress 4: DV zu MPEG2
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
4:22
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
4:23
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
4:59
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
5:09
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
5:11
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
5:19
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
5:31
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C1E
5:35
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C&Q+C1E
5:35
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066
5:38
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C&Q
5:38
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, Ganged
5:42
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-800
5:46
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066
5:51
Phenom II X4 2,60 GHz, DDR2-1066
6:08
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
6:28
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066, C&Q+C1E
6:33
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-800
6:36
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
6:43
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
6:44
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
6:45
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
6:57
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
7:12
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
8:58
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
11:21
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
13:30
Angaben in Minuten, Sekunden
MP3
Das 1985 entwickelte Audiokompressionsverfahren MP3 ist das heute vorherrschende Format für Musik. Es wird von einer breiten Palette an Endgeräten unterstützt und bietet in der letzten Weiterentwicklung sogar Support für 5.1 Mehrkanal-Audio [26]. Das Spektrum an Encodern für MP3 ist mannigfaltig. Für unseren Test haben wir das populäre iTunes gewählt, mit dem wir eine 701 MB große Musikdatei einmal in das Format .mp3 umwandeln, danach in AAC. In den Einstellungen wurde dabei darauf geachtet, dass auch die Qualitätseinstellungen von 192 kbit/s beibehalten wurden.
iTunes 7: WAV zu MP3
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
0:50
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
0:50
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
0:52
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
0:53
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
0:53
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
0:56
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
0:57
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
0:59
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
0:59
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
1:03
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
1:07
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, Ganged
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-800
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C&Q
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C1E
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C&Q+C1E
1:11
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066
1:16
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
1:19
Phenom II X4 2,60 GHz, DDR2-1066
1:21
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-800
1:23
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
1:23
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
1:26
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
1:35
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066, C&Q+C1E
1:42
Hinweis: sehr starke Schwankungen
Angaben in Minuten, Sekunden
AAC
iTunes 7: WAV zu AAC
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:13
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
1:17
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:19
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
1:20
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
1:20
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
1:24
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
1:27
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
1:27
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
1:29
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
1:35
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
1:41
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
1:48
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, Ganged
2:37
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066
2:37
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-800
2:38
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C&Q
2:38
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C&Q+C1E
2:39
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, C1E
2:40
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066
2:49
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
2:50
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-800
3:05
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
3:05
Phenom II X4 2,60 GHz, DDR2-1066
3:05
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
3:08
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066, C&Q+C1E
3:13
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
3:30
Angaben in Minuten, Sekunden
Spiele
Assassin's Creed
Was passiert, wenn ein Konsolentitel erfolgreich ist? Man portiert ihn natürlich für den PC! Und dies ist UbiSoft mit Assassin's Creed wohl auch ohne Zweifel gelungen, da man es nicht nur bei einer reinen 1:1-Umsetzung gelassen, sondern darüber hinaus noch einige weitere Spielinhalte eingefügt hat. Doch worum geht es in Assassin's Creed überhaupt? Man spielt den Auftragsmörder Altair, der neben seinem eigentlichen Hauptberuf gerne mit Pferden reitet, Passanten umschubst, spektakuläre Kämpfe ausübt und sich vor allem gerne in schwindelerregenden Höhen, also auf sämtlichen Dächern der verschiedenen Städte, herumtreibt. Und was braucht man dazu? Eine potente Grafikengine, die Assassin's Creed auch durchaus hat. Ein Highlight sind die Charakteranimationen, die einwandfrei umgesetzt sind. Zudem gibt es noch schicke Texturen, sehr schöne Licht- und Schatten-Spiele, eine gut hervorgehobene Weitsicht und noch so einiges mehr, das Assassin's Creed zu einem Fest für die Augen macht. UbiSoft hat es sich nicht nehmen lassen, einen Direct3D-10-Renderer für die PC-Version einzubauen. Dieser soll die Performance bei gleicher Qualität gegenüber der Direct3D-9-Version erhöhen und zudem die Grafikqualität ein wenig verbessern. Genau diese DirectX-10-Version nehmen wir unter die Lupe.
„Bioshock“, mehr oder weniger der inoffizielle Nachfolger von „System Shock 2“, hatte es bei seinem Erscheinen wahrlich nicht leicht. Die Erwartungen waren dermaßen hoch, dass es nahezu unmöglich schien, diese allesamt zu erfüllen. Im Vorfeld sprach man davon bereits als „bestes Spiel aller Zeiten“. Mittlerweile ist BioShock erschienen – ob es tatsächlich das beste Spiel aller Zeiten ist, kann man wohl noch ewig diskutieren. Eines ist aber eindeutig: Technisch ist Bioshock nicht nur sehr weit vorne, sondern wohl derzeit allen anderen Titeln voraus. Grund dafür ist die Unreal Engine 3, die die Entwickler modifiziert haben, um diese auf die eigenen Ansprüche anzupassen. Herausgekommen ist ein Direct3D-10-Renderer, der mit bisher noch nie dagewesene Wassereffekten punkten kann. So interagiert das Wasser physikalisch korrekt mit dem Spieler, wenn dieser beispielsweise durch einen überfluteten Raum läuft. Darüber hinaus bietet Bioshock viele weitere optische Schmankerl: Schicke Partikeleffekte, spektakuläre Feuerdarstellung, realistische Schatten, schöne Oberflächen, Physikinteraktionen mit den Gegnern sowie der Umwelt und noch vieles mehr machen Bioshock grafisch zu einem Leckerbissen. Wir testen die erste Minute vom Kampf gegen den Endboss Fontaine, da diese immer nach dem gleichem Schema abläuft und sich somit gut für einen Vergleich eignet.
Auf den Patch 1.70 von Company of Heroes haben in der Vergangenheit viele Spieler gewartet, denn damit gab es nicht nur einige weitere Fehlerbeseitigungen, sondern auch die Unterstützung von Direct3D 10. Die neue API kann man bei einer entsprechenden Grafikkarte im Spielmenü auswählen und schon erscheinen alle Levels in neuem Glanz. Darüber hinaus kann man die Terraindetails nun eine Stufe höher auf „Ultra“ schrauben, was einige Bodendetails hinzufügt und die Texturen sichtbar verbessert. Die Direct3D-10-Version bietet dem Spieler eine pixelgenaue Beleuchtung, Percentage Closer Filtering für die Soft Shadows auf allen D3D10-Beschleunigern, schönere Partikeleffekte sowie Alpha to Coverage für alle Bäume und Sträucher, die somit auch von herkömmlichen MSAA erfasst und bearbeitet werden. Als Benchmarksequenz verwenden wir den integrierten Benchmark auf der Ultra-Stufe.
Crysis – alleine der Name sagt wohl schon alles. Kaum ein anderes Spiel hat bereits vor der Veröffentlichung so viel Aufmerksamkeit erhalten wie der First-Person-Shooter von Crytek, der als inoffizieller Nachfolger zum Actionhit Far Cry betrachtet wird. Far Cry sagt eigentlich auch schon alles: Denn kaum ein anderes Spiel lässt Spieler sofort an einen sonnigen Strand und an große Palmen denken. Und genau diesen (und noch viel mehr) sieht man in Crysis wieder – selbst wenn man ihn kaum wiedererkennen wird. Denn wie Far Cry setzt Crysis neue Maßstäbe in Sachen Grafik und hebt die Messlatte dabei gleich dermaßen hoch an, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis ein anderes Spiel der grafische Qualität von Crysis Paroli bieten wird. Die Direct3D-10-API, High-Dynamic-Range-Rendering, Parallax Occlusion Mapping, Soft Shadows, Motion Blur, Depth of Field, Soft Particles und noch eine Menge mehr bekommt man bei Crysis geboten. Dementsprechend hoch fallen die Hardwareanforderungen aus, die selbst den schnellsten Rechner problemlos ins Schwitzen bringen. Für den Prozessorvergleich setzen wir anders als bei unseren Tests für Grafikkarten auf den integrierten Test in der Detailstufe „hoch“ und führen neben dem durchschnittlichen Wert auch die Maxima und Minima auf.
Auch wenn der bekannte Vorgänger Far Cry noch von dem deutschen Unternehmen Crytek (nun Crysis und Crysis Warhead) entwickelt worden ist, so hat UbiSoft die Marke Far Cry nicht fallen gelassen, sondern einen zweiten Teil entwickelt, auch wenn dieser mit dem ursprünglichen Spiel nicht mehr viel gemeinsam hat. Gleich geblieben, wenn auch auf nicht ganz so hohem Niveau, ist jedoch eine sehr gute Technik, die Afrika in frischem Glanz erscheinen lässt. Dazu hat UbiSoft mit Dunia eine völlig neue Engine entworfen, die auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Dunia ist gar ein Direct3D-10.1-Renderer, der bei GPUs von niedrigerem Technikstand auf die Direct3D-10-API umschaltet, dort dann jedoch (zumindest auf GeForce-Karten) einige Fähigkeiten nutzt, um dennoch normales MS-Anti-Aliasing darstellen zu können. Wir verwenden von Far Cry 2 das integrierte Benchmark-Tool und testen das Spiel mit der Small-Flyby-Sequenz.
Das Actionspiel „Lost Planet: Colonies“ gibt es in zwei verschiedenen Versionen: Eine Direct3D-9- und eine Direct3D-10-Variante; Letztere hat es in unseren Parcours geschafft. Das Spiel kann technisch nicht nur durch die D3D-10-Erweiterung und somit der Nutzung des Shader-Model 4 inklusive des neuen Geometry-Shaders glänzen, auch abseits der API weiß Lost Planet zu gefallen. Mit Soft Shadows, FP16-High-Dynamic-Range-Rendering, detaillierten Texturen, massig Partikeleffekten und noch vielem mehr ist das technisch weit fortgeschrittene Spiel ein regelrechter Augenschmaus. Dass Lost Planet dabei noch eine Menge Spaß macht, könnte man fast schon als nebensächlich bezeichnen. Das Spiels bietet praktischerweise eine integrierte Benchmarksequenz, die einen Kameraflug aus der Sicht des Spielers durch zwei verschiedene Levels zeigt. Dabei kommt die etwas krumme Auflösung von 1.280 x 960 Bildpunkten zum Einsatz, der Parcour wird mit hohen Details bei 4facher anisotroper Filterung gemeistert. Da der zweite Teil des Benchmarks eher GPU-limitiert ist, präsentieren wir die Ergebnisse aus dem ersten Test.
Core i7-965 XE in Lost Planet QX9770 in Lost Planet E8600 in Lost Planet E7200 in Lost Planet Phenom X4 9950 in Lost Planet Phenom II X4 940 in Lost Planet
Race Driver Grid gehört zu den Rennspielen der Spitzenklasse. Neben atemberaubender Grafik bietet es fast alles, was das Fahrerherz begehrt. Auch wir haben uns deshalb auf den Fahrersitz geschwungen und drehen eine Testrunde auf der Strecke Okutama in Japan in der Disziplin „Profi Tuning“. Als Streckenart haben wir uns dabei für „großer Ring“ entschieden. Wir beginnen mit der Fraps-Messung direkt nach dem Stillstand der Kamera, also noch vor dem Start des Rennens. Anschließend fahren wir so schnell und nahe wie möglich hinter dem Feld her, ohne dabei einen Konkurrenten zu überholen oder mit dem Streckenrand zu kollidieren. Weitere Details zum Spiel und der Performance der Grafikkarten liefert unserer ausführlicher Performance Report [27].
Nach dem riesigen Erfolg von Sacred und Sacred Underworld, mit weltweit über zwei Millionen verkauften Spielen, gibt es seit dem Herbst 2008 die Fortsetzung Sacred 2 – Fallen Angel. Für viele ist das Spiel der Action-Rollenspiel-Blockbuster des Jahres 2008, eine halbwegs originelle Story und eine sehr hübsche Grafik sollen dafür Sorge tragen, dass sich nicht nur alt eingesessene Fans sondern auch neue Spieler für Sacred 2 begeistern. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Charakters und taucht in eine spannende Geschichte voller Abenteuer und Geheimnisse ein. Viele Kampftechniken, diverse Zaubersprüche, eine große Auswahl an Waffen und Gegenständen, erlaubt es dem Spieler, die Attribute des Charakters aufzuwerten und einen einzigartigen, individuellen Helden zu erschaffen.
Mittlerweile sehen Strategiespiele zwar deutlich besser aus als noch vor einigen Jahren – so recht gelingen will es den Programmen aber nur selten, in die grafische Königsklasse, die meist von First-Person-Shootern besetzt wird, vorzudringen. Den Entwicklern von World in Conflict scheint dies nicht gereicht zu haben und man entwickelte eine Grafikengine, die sich vor keinem anderen Spiel zu verstecken braucht. World in Conflict unterstützt die Direct3D-10-API und hat keine Schwierigkeiten, Kantenglättung unter der neuen Programmierschnittstelle anzuwenden. Schicke Shadereffekte zieren das Spiel (so wirft die Sonne beispielsweise Lichtstrahlen durch die Wolken, welche die Umgebung darunter beleuchten), ebenso detaillierte Texturen und eine realistische Schattendarstellung. Die Animationen der Spielcharaktere sind gut gelungen, was in Kombination mit einem kinoreifen Schnitt Kinoatmosphäre in den Zwischensequenzen aufkommen lässt. Als Testsequenz benutzen wir nicht die integrierte Benchmarkfunktion, da sich diese mitunter wenig berechenbar verhält und teilweise sehr hohe und unglaubwürdige Ergebnisse präsentiert. Stattdessen verwenden wir die Introsequenz zur dritten Mission der ersten Kampagne in 1.280 x 1.024 Bildpunkten und 4-fachem AA/AF.
Neu in unseren Prozessortests ist die Kategorie der „realitätsfernen Spiele-Benchmarks“. Dafür senken wir in drei Spielen die Auflösung auf das minimal mögliche und zeigen in detaillierten Diagrammen die Performance auf. Dabei greifen wir sowohl auf die Einstellung mit den wenigsten Details zurück, als auch auf die Möglichkeit der Darstellung maximaler Details. Auf die qualitätssteigernden Features FSAA & AF der Grafikkarte wird in jedem Fall verzichtet.
Die Tests zeigen mitunter die Rohleistung, die ein Prozessor leisten kann. Allerdings sind viele Spiele nochmals unterschiedlich optimiert, so dass sich allein durch diesen Tests nicht sagen lässt, ob der Prozessor im nächst kommenden Spiel plötzlich besser oder schlechter abschneidet. Der Core i7 ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Im realen Leben verhindert quasi jede Grafikkarte mit aktivierten qualitätssteigernden Features, dass der Prozessor ganz vorne dabei ist. In den folgenden Benchmarks aber stampft er in quasi jedem Test die Konkurrenz deutlich in den Boden.
Wie üblich bieten wir neben dem Ergebnis aus allen Test auch eine gesonderte Aufschlüsselung für die theoretischen Tests, den Office- und Multimedia-Bereich sowie die Spiele. Anhand dieser Diagramme sieht man, welcher Prozessor wo seine Stärken aber auch seine Schwächen hat. Nicht berücksichtigt werden in den Diagrammen die Werte von Super Pi, MaxxPi² sowie die minimalen und maximalen Bilder pro Sekunde, die wir in einigen Spielen mit angegeben haben. Insbesondere die minimalen Frames sind in jedem Test eine Geschichte für sich, da ein Nachladeruckler beim Zugriff auf die Festplatte an einer völlig anderen Stelle als üblich das Ergebnis total verfälscht. Zudem halten wir es für wenig sinnvoll, das niedrigste Ergebnis entscheidend für einen ganzen Artikel zu machen, da es ohne weiteres sein kann, dass nur innerhalb einer einzigen Sekunde solch' niedrige FPS-Zahlen erreicht werden, während das Spiel ansonsten spürbar flüssiger läuft.
Das Gesamtrating setzt sich schlussendlich nur aus dem Bereichen Office, Multimedia und den Spielen zusammen. Da die theoretischen Tests wie 3DMark, Cinebench, Sandra und die Errechnung der Zahl Pi keine direkte Aussage über die Performance im Alltag zulassen, kann man mit diesen Werten auch kein objektives Ergebnis finden.
Nachfolgend liefern wir auch alle separaten Ratings, die noch einmal deutlich aufzeigen, in welchem Bereich ein Prozessor gewinnt oder verliert. Wie gewohnt bewegt sich mit dem Mauszeiger über die einzelnen Prozessoren in den Diagrammen der 100-Prozent-Wert mit, so dass man den Vergleich vom Vorgänger zum Nachfolger und auch untereinander zwischen den kleineren Prozessoren, die unter den teuren Flaggschiffen angesiedelt sind, genau sehen kann.
Die Leistungsaufnahme der neuen Phenom weiß durchaus zu beeindrucken. Das Performancerating hat gezeigt, dass die Stromsparmodi C&Q und C1E salonfähig geworden sind und so gut wie keine Performance mehr fressen. Und sie sparen ordentlich Strom.
Im Idle liegt das gut ausgestattete Testsystem bei etwas über 100 Watt, was sich bei voller Auslastung mit einem Phenom II auf etwas über 200 Watt steigern lässt. Damit liegt der Phenom II sowohl unter Vollast mit Prime als auch im Idle (ohne C&Q + C1E) im Durchschnitt etwa 30 bis maximal 42 Watt (131 zu 173) unter dem Vorgänger.
Unter Volllast schrumpft dieser Abstand auf etwa 30 Watt zusammen, so dass man sagen muss, dass auch der neue Phenom II kein Kostverächter ist, wenn es darauf ankommt. Dazu sollte man aber nochmals betonen, dass dies bei 400 MHz mehr der Fall ist, was die Einsparung wiederum etwas mehr in den Vordergrund schiebt. Ebenfalls ausschlaggebend ist dabei, dass der Phenom II X4 940 stets mit einer Spannung von 1,35 Volt arbeitet, während der Phenom X4 9950 bei 1,3 Volt verharrt. Was sich in puncto Spannung beim Phenom II noch optimieren lässt, zeigt der folgende Abschnitt „Undervolting“.
CPU-Z vom Phenom II X4 940 mit C&Q und C1E
Ein plattformübergreifender Vergleich ist indes sehr schwer möglich, zu unterschiedlich sind die zugrunde liegenden Systeme. Dennoch kann man den Wert unter Volllast auch bei den Intel-Prozessoren als Extrema nehmen, wobei auffällt, dass unser Intel-Testsystem mit einem Core 2 Quad Q9450 oder dem Q9550 annähernd gleich viel aus der Steckdose zieht wie ein Phenom-II-System. Es herrscht also nicht nur im Bereich der Performance nahezu Gleichstand, sondern auch im Bereich der Leistungsaufnahme.
Achtung: Wie üblich sind die hier ermittelten Werte keine Verbrauchsangaben für die einzelnen Prozessoren, sie betrachten das Gesamtsystem. Auch sind sie nicht mit ähnlichen Zahlen anderer Berichte vergleichbar, da mitunter spezielle, so nicht im Handel verfügbare Produkte zum Einsatz kamen. Die Auflistung bietet nur einen groben Überblick für die ungefähre Einordnung des Prozessors.
Temperatur
Die Messung der Temperatur findet parallel zur Messung der Leistungsaufnahme statt. Das System wird eine Stunde richtig belastet, während die Raumtemperatur bei wohnlich warmen 21 bis 22 Grad liegt. Die dargestellte Temperatur ist immer der jeweilige Maximalwert, der mit dem Einheitskühler Noctua NH-U12P mit einem passenden 120-mm-Noctua-NF-12P-Premium-Lüfter ermittelt wurde.
Wie erwartet schlägt sich die deutlich gesenkte Leistungsaufnahme auch auf die Temperatur nieder. Alle im Test befindlichen Prozessoren profitieren vom potenten Prozessorkühler, rühmliche Ausnahme bleiben der Hitzkopf Intel Core i7 und das alte Flaggschiff Core 2 Extreme QX6850 in der älteren 65-nm-Fertigung.
Der Phenom II wurde von AMD vor dem Start massiv mit guten Eigenschaften beim Übertakten beworben [28]. Das Flaggschiff kommt dazu passenderweise mit frei wählbarem Multiplikator daher, so dass einem Test mit verschiedenen Einstellungen so gut wie nichts im Weg steht.
Als erstes versuchten wir traditionell die maximale Erhöhung des Taktes, ohne dabei die Spannung zu ändern. Jedoch war bereits bei 3,3 GHz kein stabiler Betrieb möglich (zwei Fehler in nur einer Minute bei Prime95), so dass wir die zweite Maßnahme angehen mussten. Mit 1,40 Volt ging es dann problemlos bis 3,4 GHz, ehe wieder an der Spannung gedreht werden musste. Mit einer Spannungserhöhung von 0,05 Volt auf dann 1,45 Volt waren stabile 3,5 GHz möglich, bei 3,6 GHz gab es abermals einen Absturz. Ohne Belastung schafften wir mit jenen 1,45 Volt (und viel Glück) aber auch 4 GHz.
AMD Phenom II X4 940 bei 4 GHz und nur 1,45 Volt - leider nicht stabil
Zeit für uns, die wirklichen Grenzen des Prozessors bei Luftkühlung auszuloten. Bei 4,2 GHz mit 1,60 Volt ging es hier und da bis ins Windows – aber alles eher Glückssache. Letztendlich mussten wir bei 1,60 Volt noch drei volle Schritte mit dem Multiplikator zurückgehen, um völlige Stabilität bei 3,7 GHz gewährleisten und Benchmarks durchführen zu können.
3,7 GHz sind mit Sicherheit nicht ohne, jedoch hatten viele Leser und auch der Tester aufgrund der Berichterstattung der letzten Wochen ein wenig mehr erwartet. Aber ein dauerhaft stabiler Betrieb jenseits der 3,7 GHz war mit unserem Sample schlichtweg nicht möglich. Mit sehr viel Glück ging ein Benchmark auch mal bei 4 GHz durch – stabil ist was anderes. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Phenom II bei herkömmlicher Luftkühlung im Dauereinsatz höhere Werte erreichen können.
Phenom II und die Möglichkeiten des Overclockins - aus AMDs Sicht
Anmerkung: Die von uns ermittelten Werte können in der Praxis nicht unerheblich abweichen, da diese mit speziellen Samples durchgeführt wurden, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Es besteht daher keine Garantie, dass alle hier im Test dargelegten Ergebnisse mit einem ähnlich konfigurierten System daheim erreicht werden können.
„Undervolting“
Wie bereits aus unseren letzten Prozessortests bekannt, versuchen wir einen neuen Probanden auch mit einer etwas gesenkten Spannung zu betreiben. Durch die Ergebnisse der letzten CPU-Tests aufgemuntert, gingen wir recht euphorisch an die Sache, wurden jedoch sehr schnell enttäuscht. Mit einer Absenkung von 1,35 auf 1,225 Volt haben wir es mit Ach und Krach ein einziges Mal bis ins fertig gebootete Windows geschafft, mit Prime gab es den Absturz nach nicht einmal einer Sekunde. Nach einer Erhöhung auf 1,25 Volt gab es weniger Probleme, aber „Primestable“ war die gesamte Angelegenheit immer noch nicht, bereits nach wenigen Sekunden gab es Fehler.
Prime95: Absturz bei 1,25 Volt nach einer Sekunde Prime95 bei 1,30 Volt: mit Ach und Krach stabil
Das Undervolting mit unserem Sample des Phenom II war Alles in Allem also ein Fehlschlag. Die hohe Eingangsspannung von 1,35 Volt scheint von AMD nicht einfach so gewählt – sie ist sogar zwingend notwendig. Wir konnten den Phenom II X4 940 bei 3,0 GHz zwar mit 1,3 Volt betreiben, doch die Gefahr eines Absturzes bestand immer. AMD musste ab Werk eine noch höhere Spannung mitgeben, um wirklich Sicherheit für den Kunden gewährleisten zu können. Eine Absenkung der Spannung kann nur mit einer Absenkung des Taktes einhergehen, um dauerhaft stabile Prozessoren anbieten zu können.
Anmerkung: Die von uns ermittelten Werte können in der Praxis nicht unerheblich abweichen, da diese mit speziellen Samples durchgeführt wurden, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Es besteht daher keine Garantie, dass alle hier im Test dargelegten Ergebnisse mit einem ähnlich konfigurierten System daheim erreicht werden können.
Mainboard- und Kühlerwechsel
Neben unseren Referenzen werfen wir heute auch einen kleinen Blick über den Tellerrand. Dies heißt in erster Linie, uns mit einem weiteren Mainboard zu befassen und den leistungsstarken aber sehr teuren Noctua-Kühler durch ein weitaus kleineres Modell zu tauschen. Da uns AMD im Test-Kit keinen Kühler bereitstellte, griffen wir kurzerhand auf das alte Boxed-Modell zurück, das den bisherigen Phenom-Prozessoren beilag.
Asus M3A78-T Gigabyte MA790GP-DS4H
Beim Mainboard griffen wir neben dem Asus M3A78-T auch auf das Gigabyte MA790GP-DS4H zurück. Beide Probanden setzen auf den 790GX-Chipsatz nebst passender SB750. Während bei Asus bereits ein BIOS vom 30. Oktober 2008 für einer durchweg stabilen Betrieb sorgte, musste Gigabyte am 16. Dezember 2008 noch einmal nachbessern. Doch auch mit der Version F3h [29] lief nicht alles rund. In den Default-Einstellungen übertaktete das Mainboard die Spannung der Prozessors auf konstante 1,39 bis gar über 1,40 Volt. Dadurch liegt die Platine bereits im Idle-Verbrauch einige Watt über dem Derivat von Asus, was unter Vollast weiter ansteigt.
Gigabyte 790GX mit BIOS F3h - massiv erhöhte Spannung Gigabyte 790GX mit BIOS F3o Gigabyte 790FX
AMD hatte auf seinen Servern für die Tester bereits ein halbwegs überarbeitetes BIOS bereitgestellt. Doch auch dabei kam es zu kleineren Problemen auf der von AMD ausgewählten Referenzplatine. Die erste Version „F3m“ vom 23. November 2008 hatte noch gravierende Fehler und war für ein Testsystem quasi nicht geeignet, so dass kurz vor Weihnachten noch einmal nachgebessert wurde. Mit dem Datum 23.12.2008 zeigte sich die Version „F3o“ aber nur minimal besser bei der Vergabe der Spannung. Im Schnitt standen 1,375 Volt auf dem Zeiger.
Trotz der Probleme haben wir die letzte offizielle und auch die von AMD zur Verfügung stehende Version in einem kurzen Schlagabtausch gegenüber gestellt. Parallel dazu haben wir das über ein Jahre alte Mainboard Gigabyte MA790FX-DQ6 noch einmal mit ins Boot geholt. Das aktuellste BIOS „F6d“ vom 1. Dezember 2008 sorgt für Kompatibilität mit dem neuen Phenom II. Auch die Platine „überspannt“ ein wenig, liegt mit 1,36 Volt jedoch noch im grünen Bereich.
In der Performance gaben sich die beiden 790GX-Mainboards keine Blöße und lagen äußerst dicht beisammen. Da die Asus-Platine im Test allerdings durchweg knapp vor dem Gigabyte-Mainboard lag und weniger Probleme bereitete, wurde das Mainboard von Asus zu unserem neuen Referenzmainboard. Das nochmals ältere Gigabyte-Mainboard auf Basis des 790FX hatte im Vergleichstest keine Chance. Zu hoch ist die Leistungsaufnahme bei quasi gleicher Performance. Nicht von ungefähr kommt deshalb auch die Empfehlung aus dem Hause AMD, die aktuell nur noch dem 790GX-Chipsatz gilt. Mit dem kommenden Sockel AM3 werden die Karten aber zumindest vorläufig neu gemischt. Dann werden wir uns auch noch einmal neuere 790FX-Platinen mit der SB750 und dem Sockel AM3 ansehen. Für den Sockel AM2+ sind die Platinen 790FX + SB750 sehr rar gesät, was sich bis zum Start der AM3-Prozessoren auch kaum noch ändern wird. Spätestens zum Sommer ist mit dem Nachfolger RD880/890 der wirklich neue Chipsatz für die Phenom II am Start.
Temperatur unter Volllast
Asus M3A78-T mit Phenom II X4 940 und Noctua NH-U12P
40
Asus M3A78-T mit Phenom II X4 940 und Boxed-Kühler
Beim Wechsel des Kühlers ergab sich das erwartete Bild. Der kleinere Boxed-Kühler ist bei den Einstellungen ab Werk solide in der Lage, den Phenom II kühl zu halten. Wird jedoch an der Spannung gespielt und ans Übertakten gedacht, sollte sich recht schnell nach einer Alternative umgesehen werden.
Preisgestaltung und Ausblick
Zu guter Letzt stellt sich wie immer die Frage, was der Spaß denn nun kosten soll. AMD hat vorab bekannt gegeben, dass der Phenom II 940 in der Black Edition 275 US-Dollar kosten soll. Den kleineren Phenom II 920 bekommt man bei einer Abnahme von 1.000 Stück für 235 US-Dollar. Für den Einzelhandel wird dies bei traditioneller Quasi-1:1-Umrechnung des Dollar-Kurses zum Euro in etwa 240 Euro für das Flaggschiff und vielleicht 210 Euro für das kleinere Modell bedeuten. Mit steigender Verfügbarkeit wird dieser Preis jedoch nachgeben.
Der Ausblick in die sehr nahe Zukunft sieht bei AMD sehr rosig aus. Zügig wird die 45-nm-Fertigung in allen Bereich Fuß fassen, als erstes sind jedoch die Quad-Core-Prozessoren an der Reihe, dann folgen die Triple-Core-Modelle. Dies liegt wie bereits im Jahr 2008 am nativen Design der Prozessoren von AMD und der damit verbundenen Resteverwertung. Die Triple-Core-Modelle werden wiederum teildefekte oder teildeaktiverte Quad-Core-Prozessoren sein, die dann schlichtweg als Modell mit drei Kernen verkauft werden. Deshalb kommen die neuen Dual-Core-Varianten noch ein wenig später, weil es erst einmal genug defekte oder zu deaktivierende Quad- oder Triple-Core-Prozessoren geben muss.
Übersicht der kommenden 45-nm-Prozessoren von AMD
Bezeichnung
Prozessorkern
Takt
Cache (L2+L3)
TDP
Sockel
Verfügbarkeit
Phenom II X4 945
Deneb
3,0 GHz
2 + 6 MB
95 W (?)
AM3
April 2009
Phenom II X4 940
Deneb
3,0 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM2+
08.01.2009
Phenom II X4 925
Deneb
2,8 GHz
2 + 6 MB
95 W
AM3
Februar 2009
Phenom II X4 920
Deneb
2,8 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM2+
08.01.2009
Phenom II X4 910
Deneb
2,6 GHz
2 + 6 MB
95 W
AM3
Februar 2009
Phenom II X4 810
Deneb
2,6 GHz
2 + 4 MB
95 W
AM3
Februar 2009
Phenom II X4 805
Deneb
2,5 GHz
2 + 4 MB
95 W
AM3
Februar 2009
Phenom II X3 720
Heka
2,8 GHz
1,5 + 6 MB
95 W
AM3
Februar 2009
Phenom II X3 710
Heka
2,5 GHz
1,5 + 6 MB
95 W
AM3
Februar 2009
Athlon X4 615
Propus
2,7 GHz
2 MB
95 W
AM3
April 2009
Athlon X4 605
Propus
2,5 GHz
2 MB
95 W
AM3
April 2009
Athlon X4 605e
Propus
2,5 GHz
2 MB
65 W
AM3
Q2 2009
Athlon X4 6xxe
Propus
2,1 – 2,4 GHz
2 MB
45 W
AM3
Q2 2009
Athlon X3 420
Rana
2,8 GHz
1,5 MB
95 W
AM3
April 2009
Athlon X3 410
Rana
2,6 GHz
1,5 MB
95 W
AM3
April 2009
Athlon X2 240
Regor
2,8 GHz
2 MB (?)
65 W
AM3
Juni 2009
Athlon X2 235
Regor
2,7 GHz
2 MB (?)
65 W
AM3
Juni 2009
In der Mitte des zweiten Quartals werden die ersten beiden stromsparenden Prozessoren der neuen Serie erwartet. Die beiden Vier-Kern-CPUs werden auf den Propus-Kern setzen und über keinen L3-Cache verfügen. Die „e“-Variante (für eine TDP von 65 Watt) soll mit 2,5 GHz takten, das 45-Watt-Derivat wird wahrscheinlich mit maximal 2,4 GHz arbeiten. Es könnte aber auch sein, dass er zu Beginn erst als Modell mit 2,1 GHz startet. Da fast alle Informationen aus der Tabelle auf Gerüchten beruhen, sollte sie nicht als Fakt, sondern vielmehr als mögliches Portfolio gewertet werden.
Preis-Leistungs-Rating
Neben der offiziellen Preisliste vom Hersteller gibt es Tagespreise der diversen Händler, die sich stetig ändern. Wir haben die aktuellen Preise für alle im Test vertretenen Prozessoren heraus gesucht und in einer Momentaufnahme vom 4. Januar 2009 festgehalten. Dabei wurde der Preis für die Boxed-CPUs inklusive Kühler und voller Garantie seitens der Herstellers berücksichtigt, welche möglichst auch verfügbar sein sollten. Etwaige Abweichungen von dem Prozedere sind mit Bemerkungen wie „nur als Tray-Variante lieferbar“ oder „nicht verfügbar“ gekennzeichnet.
Wie üblich gilt bei der Übersicht das bekannte Motto: Fällt ein Prozessor im Preis, wandert er in dem Diagramm nach oben und sein Rating erhöht sich dadurch. Für dieses Preis-Leistung-Verhältnis wird das Gesamtrating durch den Preis dividiert und mit 1.000 Multipliziert. Das Ergebnis repräsentiert dann die Leistung, die man, kaufmännisch gerundet, aktuell für einen Euro erhält. Wir weisen ausdrücklich noch einmal darauf hin, dass sich der Preis der Prozessoren täglich ändern kann, weswegen eine dauerhafte Korrektheit der Liste nicht garantiert werden kann. (Stand der Preise: 04.01.2009)
Traditionell wird das Feld von den günstigen Zwei-Kern-Prozessoren angeführt. Die kleinen AMD Athlon sind mit gerade einmal 50 Euro einen Bruchteil so teuer wie die Quad-Core-CPUs, leisten dafür aber verhältnismäßig viel. Neue Prozessoren sind traditionell etwas teurer, was zur Folge hat, dass der alte Phenom aufgrund seines sehr günstigen Preises deutlich vor dem neuen Modell Phenom II liegt. Kein Wunder, lässt sich der alte Phenom in den Benchmarks auch nur um durchschnittlich zehn Prozent abhängen, kostet im Gegenzug aber 40 Prozent weniger. Diese Momentaufnahmen können sich aber mit steigender Verfügbarkeit der neuen CPUs und dadurch sicherlich fallenden Preisen rasch ändern.
Analyse
Nach einigen durch und durch interessanten Tagen und Wochen bleibt am Ende eigentlich (fast) nur Positives zu berichten. Doch der Reihe nach.
AMD hat es mit dem Phenom II geschafft, den Anschluss an Intels schnelle Prozessoren zu finden. Unser Testsystem – bestehend aus einem schnellen AMD790GX-Mainboard und 4 GByte DDR2-1066 – ist aktuell im Handel sehr preiswert. Das Board von Asus kostet knapp über 100 Euro, der Speicher in dieser Konstellation keine 50 Euro. Für 150 Euro hat man dem Phenom II also eine mehr als solide Basis gestellt, die genau die Ergebnisse erreicht, die wir heute gezeigt haben. Zieht man unser reines Performancerating hinzu, sieht es zwar erst einmal nach einem Rückstand für den Phenom II 940 auf den Core 2 Quad Q9450 und den Core 2 Quad Q9550 aus. Doch dieser sitzt auf einem X48-Mainboard mit schnellem DDR3-1333-Speicher. Das Board kostet locker 220 Euro, 4 GByte DDR3-1333 nochmal mindestens 80 Euro. Damit ist allein der Unterschied der zugrunde liegenden Plattform mit 150 zu 300 Euro mehr als deutlich.
Im Endeffekt heißt das nicht anderes, als dass man für knapp 400 Euro mit einem Phenom II X4 940 die hier gezeigte Leistung bekommt, für das Intel-System aber knapp 600 Euro fällig werden. In zwei Monaten jedoch wird auch AMD auf DDR3-Speicher mit neuen, passenden Mainboards setzen. Dies soll Performancesteigerungen von bis zu vier Prozent ermöglichen, was in puncto Leistung im Vergleich zu Intel quasi einem Unentschieden gleichkommen würde – zum dann wahrscheinlich identischen Preis. Doch an die vier Prozent zu glauben, fällt schwer – es werden unter realen Bedingungen eher weniger sein. Das Mainboard könnte das Zünglein an der Waage werden.
Werfen wir noch einen genaueren Blick auf die Ergebnisse des Phenom II. Die Untersuchung hinsichtlich der Speichermodi hat für den Testparcours ergeben, dass der UnGanged-Modus [30] durchweg etwas schneller lief – deshalb ist dies auf den meisten Mainboards auch die gewählte Voreinstellung. Am Ende ist es zwar gerade einmal ein Prozent, doch eben genau dieses eine Prozent erlaubt zum Beispiel den Einsatz von Cool'n'Quiet „ohne Performanceverlust“. Das Stromsparfeature C&Q hat sich zusammen mit dem C1E-Status endlich zur wirklichen Marktreife entwickelt. Mit allen aktivierten Stromsparmodi verliert ein neuer AMD Phenom II gerade noch zwei Prozent gegenüber einem System, das alle Features deaktiviert. Zwei Prozent ist sicher nicht leicht unter den Teppich zu kehren, aber die Einsparung bei der Leistungsaufnahme ist exorbitant groß und wiegt den minimalen Verlust mehr als auf. 25 Prozent mehr Leistung benötigt ein kompletter Rechner in unserem Fall, wenn die Stromsparmodi deaktiviert sind. Da die meisten Rechner in jedem Haushalt aber eben die meiste Zeit mit Nichtstun verbringen, sind diese 25 Prozent ein gewaltiger Unterschied.
Gesteigerte Energie-Effizienz des Phenom II
Dies war jedoch nicht immer so. Der Phenom I krankte mitunter an den Stromsparmodi und drohte bei deren Aktivierung in der Leistung massiv einzubrechen. Zwar konnte er mit C&Q und C1E hier und da bis zu 30 Prozent weniger elektrische Leistung im Idle verbrauchen als ein X4 9950 mit deaktivierten Stromsparmechanismen, aber auch die Performance brach ein. Insbesondere bei Spielen waren Rückgänge von 15 Prozent die Folge, was Far Cry 2, BioShock und Sacred 2 in unserem Test mehr als nur andeuten. In Anbetracht dessen, dass der Phenom in 65 nm bereits nicht die erste Wahl für einen Stromsparrechner war, verlor er durch die Aktivierung jener Features auch in puncto Performance den Anschluss an die Konkurrenz. Mit dem neuen Phenom II gehört diese Wahl aber der Vergangenheit an. Die beiden Stromsparmodi können immer aktiviert werden, ohne dass nennenswerte Performanceverluste eintreten. Hier hat der neue Prozessor deutlich Boden gutgemacht, auch wenn die von AMD angedachten Einsparungen von bis zu 50 Prozent im Idle und 40 Prozent unter Volllast im Vergleich zum Vorgänger, der in der gleichen TDP-Gruppe von 125 Watt logiert, deutlich zu übertrieben ausfallen.
Wie nah sich jedoch Phenom I und Phenom II stehen, zeigt der Test, in dem wir den Phenom II auf das Niveau seines Vorgängers takten. Bei gleichen Einstellungen am Mainboard, im Bereich des Speichers und der Stromsparmechanismen bleiben in unserem Abschlussrating gerade einmal zwei bis drei Prozent übrig. Die größten Unterschiede sind in Spielen zu beobachten, doch sind drei, vielleicht vier Prozent zwischen den taktgleichen Modellen kein wirklicher Vorsprung. Der von zwei auf sechs MByte vergrößerte L3-Cache und die zusätzlichen Optimierungen am Prozessor scheinen im groben Überblick bei 2,6 GHz keinen spürbaren Vorteil zu bringen, nur hier und da blitzt es ab und an auf. Und wieder einmal ist es Far Cry 2, das bei den Spielen – dieses Mal neben BioShock – am besten auf die neue Prozessoren anspricht. Ein Unterschied von bis zu sieben Prozent zwischen Phenom II und Phenom I bei gleichem Takt kann sich schon sehen lassen – und entspricht nebenbei auch fast dem, was AMD bereits Ende November in einer Folie versprochen hatte. POV-ray schießt bei den Anwendungen mit einer Einsparung von 15 Prozent bei der benötigen Zeit für das Rendern des Beispielbildes sogar weit über die Vorgaben von AMD hinaus und auch WinRAR kann sich mit einer knapp zehn Prozent höheren Performance positiv sehen lassen.
AMD Phenom II Performance-Steigerung
Auch die Frage, ob man einem neuen Phenom II denn unbedingt DDR2-1066 mit auf den Weg geben muss, können wir heute beantworten. Unser Performancerating zeigt bereits, dass die größten Unterschiede in den theoretischen Tests liegen. In Spielen schrumpfen sie mehr als deutlich zusammen, aber auch bei Office- und Multimedia-Anwendungen ist quasi kein relevanter Unterschied zu beobachten. Der bisherige 65-nm-Phenom zeigte ein nahezu identisches Bild. Deshalb ist es aus unserer Sicht aktuell nicht nötig, DDR2-1066 einzusetzen. DDR2-800 reicht völlig und ist, trotz der insgesamt sehr niedrigen Preise für DDR2-Speicher, immer noch für den nahezu halben Preis zu bekommen wie hoch gezüchteter DDR2-1066-Speicher mit guten Latenzen.
Fazit
AMD ist wieder da! Wie ein Phönix aus der Asche erhebt sich der neue Phenom II und lässt die letztjährigen Produkte aus gleichem Hause fast vergessen. Nach einem Jahr des Versteckens hat der grüne Prozessorhersteller wieder eine wirklich konkurrenzfähige CPU im Portfolio. Der Prozessor läuft gefühlt viel runder als sein Vorgänger, was in erster Linie auf die gestiegene Taktfrequenz zurückzuführen ist. Zudem arbeitet Cool'n'Quiet endlich so, dass man es wirklich immer aktiviert lassen kann und keine Performance mehr verliert. Dadurch hat AMD wieder einen Prozessor im Programm, der im heutigen Markt sicher mithalten kann. Dies geht in einigen Bereich sogar so weit, dass ein Phenom II X4 940 dem Core i7-940 gefährlich werden kann – die auf die Intel-CPUs abgestimmte Namensgebung kommt also doch nicht von ungefähr.
Auf diese Worte haben wohl nicht nur die AMD-Mitarbeiter und Fans gewartet. Die Schwäche der Core i7 in Spielen mit aktivierten qualitätssteigernden Features – also so, wie Spiele am heimischen Rechner oft gespielt werden – ist der Angriffspunkt der AMD Phenom II. So passiert es, dass der Phenom II 940 den Core i7-940 im Spiel Far Cry 2 und auch BioShock um fünf Prozent auf die Plätze verweist. Doch der Core i7 kann in anderen Spielen wiederum deutlich zurückschlagen, so dass es am Ende in der Kategorie Spiele quasi ein Unentschieden zwischen den beiden Prozessoren gibt – Grafikkartenlimitierung sei Dank. Nach wie vor bleiben jedoch die Wolfdale- und Yorkfield-Prozessoren das aktuelle Maß der Dinge als Spiele-Prozessor. Im Laufe des Jahres 2009 werden Spiele jedoch weiter auf mehrere Kerne optimiert werden, so dass sich dieses Rating auch zu Gunsten der neuen Phenom II verschieben wird.
Wie üblich bedarf eine schnelle Quad-Core-CPU einer äußerst potenten Grafiklösung, was heutzutage von einer Single-GPU-Lösung aber nicht geboten wird. Bereits unser Core-i7-Test mit bis zu drei Grafikkarten [31] hat gezeigt, dass sich in diesen Bereichen die Ergebnisse nicht gerade wenig verschieben. Deshalb haben wir für den reinen Prozessortest auf das Mittel der Tests in geringer Auflösung zurückgegriffen. Unser realitätsferner Test mit drei Spielen in einer Auflösung von 640x480 oder 800x600 mit unterschiedlichen Detailstufen hat gezeigt, dass die Karten dann eher den Intel-CPUs in die Hände spielen.
Erwartungsgemäß sieht es in der Kategorie Theoretische Tests, aber auch im Bereich Office und Multimedia aus. Hier spielen die ganz neuen Intel-Prozessoren der Core-i7-Familie ihre Trümpfe aus – sei es durch Hyper-Threading oder die SSE4-Instruktionen. Aber auch in diesen Disziplinen gibt es bereits einige Anwendungen, in denen die Performance des Phenom II richtig aufblitzen kann (z.B. POV-ray oder auch TrueCrypt). Wieder scheint der Core i7-940 in greifbare Nähe zu rücken. So nah der Phenom II Core 2 Quad und Core i7 aber in den beiden Anwendungen kommt, so weit entfernt liegt er unter anderem in DivX. Gegen die Core 2 Quad verliert der Phenom II im Schnitt 30 Prozent, bei den Core i7 werden es gegenüber dem Flaggschiff sogar bis über 90 Prozent. Die SSE4-Instruktionen verhindern an der Stelle ein Vorankommen, was sich beim Encoding eines MPEG-Films zeigt, der eben nicht auf die Befehle zugreifen kann. Dann schmilzt der Vorsprung der Intel-Vier-Kerner auf zehn bis maximal 30 Prozent zusammen. Beim Packen mit WinRAR gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Phenom II und den Core 2 Quad, Intels Core i7 sind jedoch meilenweit davon geeilt. Die kleineren Core i7 haben einen Vorsprung von mehr als 30 Prozent, das Flaggschiff von mehr als 60 Prozent. Die Einzeltests im PCMark Vantage bestätigen wiederum den Aufstieg der Phenom II in die Liga der Core 2 Quad aus der Yorkfield-Familie, am Ende liegen die Phenom II sogar nur hinter dem QX9770 deutlich zurück, die Core 2 Quad Q9450 und 9550 hat man im Griff.
AMD Phenom II X4
In unserem Testparcours setzt sich der Phenom II im Durchschnitt zehn Prozent vor seinen Vorgänger, bei gleichzeitig deutlich gesunkener Leistungsaufnahme – aber einem dafür deutlich gestiegenen Preis. Zugegeben, die ersten Phenom-Prozessor wurden zu wahren Ramschpreisen verkauft, mit den neuen Prozessoren dürfte das Gleichgewicht nun annähernd wieder hergestellt sein. Mit den neuen Prozessoren sollte AMD wieder Geld verdienen, das Portfolio bis zum Sommer verspricht zudem weitere, sehr interessante Modelle.
Alles in Allem kann man nach diesem doch vorläufigen Fazit sagen, dass der Phenom II 940 auf einer Stufe mit Core 2 Quad Q9450 und Q9550 steht. Ab dem Februar/März 2009 wird durch neue Mainboards, DDR3-Speicher und den dazu passenden Prozessoren diese Einschätzung nicht nur gefestigt, sondern wahrscheinlich leicht verbessert. Aktuell sind die Grundlagen für Prozessoren aus beiden Lagern nahezu identisch. Ein Mainboard – im Fall von Intel auf P45-Basis, bei AMD mit 790GX – kostet ungefähr gleich viel, DDR2-Speicher ist bereits seit Wochen ein Schnäppchen. Mit dem neuen Sockel AM3 wird sich das Gefüge leicht verschieben, denn die kommenden Mainboards für AMD-Systeme werden kaum günstiger. Zudem ist vorab bereits fraglich, ob der Mehrwert an Performance die wahrscheinlich deutlich gestiegenen Kosten rechtfertigen wird. Wir denken, dass dies eher nicht der Fall sein wird, so dass man bereits heute bedenkenlos zuschlagen kann. Ein wenig anders sieht die Sache natürlich aus, wenn man auf stromsparendere Varianten wartet. Zum Jahreswechsel erneut auftauchende Gerüchte sprechen weiter von Quad-Core-CPUs mit anfangs einer TDP von 95, später gar mit nur 65 und 45 Watt – allerdings bei deutlich gesenkter Taktfrequenz.
Was die entferntere Zukunft bringen wird, ist eine Woche nach dem Start ins neue Jahr nur schwer zu sagen. Aktuell sieht es sehr gut aus für die AMD Phenom II, aber die Lynnfield- und Havendale-CPUs von Intel stehen ab dem Sommer auf dem Plan. Diese werden zwar mit Sicherheit nicht an die Performance der Core i7 heran reichen, jedoch wird Intel dann wohl auch über den Preis angreifen. Bis dahin will AMD – nach bisherigen Informationen – nicht an der Taktschraube der 45-nm-CPUs drehen. Es dürfte in jedem Fall ein interessantes Jahr im Bereich der Prozessoren werden.