Nachdem die Vorstellung des neuen Sockels AM3 im Februar nicht mit den schnellsten Prozessoren aus dem Hause AMD über die Bühne ging, gibt es zum Ende des Aprils das sogenannte „Dragon Update“. Dieses sieht in erster Linie zwei neue Prozessoren mit 3,0 und 3,2 GHz vor, die AMD Phenom II X4 945 und 955 Black Edition heißen. Zudem wurde die Software AMD OverDrive auf den Versionsstand 3.0 gebracht und mit vielen Neuerungen versehen. Genau diese Dinge werden wir uns auf den kommenden Seiten ansehen. Denn während die Taktsteigerung auf 3,2 GHz auf dem Papier augenscheinlich keine Bäume ausreißen wird, soll die Software mit speziellen Profilen für den Arbeitsspeicher und einer Art Turbo-Modus für den Phenom weiteren Platz für zusätzliche Performance schaffen.
AMD Phenom II X4 955 Black Edition
Beim Phenom II X4 945 und 955 BE ist im Bereich der Technologie zum im Januar vorgestellten Modell Phenom II X4 940 BE [1] fast alles gleich geblieben. Zwei MB L2-Cache sind mit von der Partie, ein zusätzlicher L3-Cache mit einer Größe von sechs MB natürlich auch. Der einzige Unterschied liegt im Sockel AM3, der für die beiden neuen Modelle DDR3-Unterstützung mit sich bringt, während das erste Modell noch auf DDR2 zurückgreifen musste. Da wir jedoch bereits mit dem ersten AM3-Modell gezeigt haben, dass der Speicher auf einem nahezu identischen Mainboard dem Phenom II X4 so ziemlich egal ist [2], sind auch bei den neuen Modellen in diesem Bereich keine Wunder zu erwarten. Vielmehr soll es der um 200 MHz auf folglich 3,2 GHz gesteigerte Takt des neuen Flaggschiffs Phenom II X4 955 mit seinem freien Multiplikator richten.
AMD Phenom II X4 955 Black Edition Cache Mainboard und BIOS Speichereinstellungen
Da wir uns mit dem neuen Sockel AM3 [3], den verschiedenen Speichermodi und den Vorteilen von DDR3-Speicher [1] und allen anderen Gegebenheiten bereits zum Start der AM3-Plattform mit den Phenom II X4 810 [4] auseinandergesetzt haben, wollen wir heute nur die beiden neuen Probanden für sich sprechen lassen. Zum Ende des Artikels werden wir uns dann der Software AMD OverDrive 3.0 widmen und schauen, was es mit dem Turbo-Modus und den Speicherprofilen, die laut AMD zusammen bis zu 13 Prozent mehr Performance bringen sollen, auf sich hat.
Testsystem
Mit dem Start des Nehalem [5] hatten wir auch unser bisheriges Testsystem in die verdiente Rente geschickt, davon wird auch das neue AMD-Testsystem profitieren. Beide haben im letzten Jahr insgesamt 36 Prozessoren gesehen, 21 davon aus dem Hause Intel, 15 von AMD. Da im Laufe der Monate, in denen wir solch einem Testsystem keinerlei Änderungen unterziehen, viele Änderungen auf dem Markt stattgefunden haben, war es nicht nur in Anbetracht der neuen Prozessorgeneration Zeit für einen Wechsel. Natürlich bietet sich ein kompletter Generationswechsel für einen Wechsel des kompletten Systems immer am besten an, so dass wir die vormals frühen Pläne aus dem Sommer in den Herbst verschoben haben. Dabei haben wir auch auf viele Anregungen der Leser zurückgegriffen, die wir in den letzten Monaten bekommen haben. An dieser Stelle wollen wir erneut einige Erläuterungen zum neuen Testsystem abgeben und erklären, warum wir uns für diese Bauteile entschieden haben.
Cooler Master UCP mit 700 Watt
Einer der größten und oft angebrachten Kritikpunkte war mit Sicherheit das ältere Tagan-Netzteil mit 480 Watt. Dieses wird in den wohl verdienten Ruhestand geschickt und durch ein nagelneues Netzteil von Cooler Master ersetzt. Die UCP-Serie hat zu Beginn des Sommers 2008 als eines der ersten Desktop-Netzteile eine „80Plus Silver“-Zertifizierung bekommen [6]. Diese steht für einen Wirkungsgrad von sehr hohen 89 Prozent bei einer Auslastung von 50 Prozent, aber auch unter geringer Last (20%) und Volllast (100%) kann sich das UCP-Netzteil mit 87 respektive 85 Prozent mehr als sehen lassen. Für unseren Test setzen wir auf die kleinste Version mit 700 Watt, da stärkere Netzteile vor allem unter geringer Last im Wirkungsgrad mitunter deutlich abfallen. Liegt die 20-Prozent-Schwelle bei dem 700-Watt-Probanden bei 140 Watt, wird sie bei dem 1.100-Watt-Modell bereits auf 220 Watt hoch geschraubt – ein Wert der mit dem neuen Testsystem bei kleineren Prozessoren nicht einmal unter Volllast mit Prime erreicht wird.
Der zweite wichtige Punkt ist die neue Grafikkarte. Nachdem wir das komplette letzte Jahr eine nicht gerade stromsparende ATi Radeon HD 2900 XT im Einsatz hatten, setzen wir auf Nvidias erste (relativ stromsparende) 55-nm-Lösung im High-End-Segment, die GeForce 9800 GTX+ [7]. Insbesondere die deutlich geringere Leitungsaufnahme (sh. auch in dem Artikel von HT4U [8]), auch gegenüber den Konkurrenten von ATi in Form der HD 4850 [9], und die durchweg schnellere Performance waren wichtige Gründe für die Auswahl. Alle weiter in Frage kommenden Modelle (HD 4870, GTX 260, GTX 280) liefern zwar eine höhere Performance, aber nur bei unverhältnismäßig steigender Leistungsaufnahme.
Um dem neuen Triple-Channel-RAM gerecht zu werden, war auf der Software-Seite fast zwingend der Umstieg zu Windows Vista in der 64-Bit-Variante erforderlich. Auch diesen Schritt sind wir mit dem neuen Testsystem gegangen, so dass fortan die drei Slots bei den X58-Mainboards mit je zwei Gigabyte bestückt werden – alle anderen Intel-Platinen greifen für den Dual-Channel-Modus auf zwei dieser Module zurück. Der Unterschied von 4 auf 6 GByte existiert damit natürlich auf dem Papier, ist in Benchmarks aber quasi nicht zu merken. Zudem glauben wir, dass solche Konstellationen in naher Zukunft die gebräuchlichsten Varianten werden dürften bzw. in Form von DDR2-Speicher mit den alt-eingesessenen Core 2 Duo und Core 2 Quad bereits sind. Deshalb kommen alle (älteren) AMD-Prozessoren ebenfalls mit potentem DDR2-Speicher daher, der maximal 1.066 MHz leistet. Da bisher jedoch nur die Phenom und Phenom II von diesem Speicher profitieren, arbeiten die älteren Modelle mit geringerem Takt, dafür aber mit besseren Timings. Für den Sockel AM3 steht uns parallel dazu eine Platine von Asus zur Verfügung, die auf den 790FX und die SB750 setzt. Weiterhin gibt es auch noch einen quasi identischen Ableger für den Sockel AM2, der logischerweise auf DDR2 setzt. Diese beiden Platinen, die wir in einer News bereits in Bildern vorgestellt haben [10], sollen neben dem Referenzmainboard auf Basis des 790GX die Unterschiede aufzeigen.
Asus P6T Deluxe Asus P5E3 Premium WiFi-AP Asus M3A78-T
Um einen möglichst fairen und realitätsnahen Vergleich zwischen den Kontrahenten zu ermöglichen, werden sämtliche Tests in einem geschlossenen Midi-Tower mit werksseitiger Lüfterbestückung (ein Lüfter rückseitig saugend, einer beim Festplattenkäfig in Front blasend) durchgeführt, um so auch auf thermische Probleme bei den Boliden aufmerksam zu werden. Zum Einsatz kommt ein „Cooler Master Stacker RC-832“, der uns von Caseking [11] zur Verfügung gestellt wurde. Das Gehäuse erlaubt den Einsatz von bis zu neun 120-mm-Lüftern, von denen die beiden verwendeten Lüfter zum Lieferumfang gehören.
Komplette Aufschlüsselung des Testsystems und den verwendeten Komponenten
Prozessor
Quad-Core
AMD
AMD Phenom II X4 955 BE – 3,20 GHz, 2 MB L2-Cache, 6 MB L3-Cache, HT 2,0 GHz (Deneb C2)
Alle Phenom- und Phenom-II-Prozessoren wurden, sofern nicht anders angegeben, mit C&Q und C1E disabled (aus) vermessen. Der Speichercontroller wurde „UnGanged“ betrieben. Die jeweilige Wahl des Speichers und Mainboards (Chipsatz) wird separat angegeben.
Neben dem von Grund auf neu gestalteten Testsystem haben wir auch den Benchmarkparcours einem Update unterzogen. Nach wie vor sind einige theoretische Tests mit von der Partie, da diese in der Regel einen Schritt weiter sind als jede reale Anwendung. Dort werden neue Funktionen, die in Prozessoren einen Platz gefunden haben, als erstes in ihrer Leistungsfähigkeit geprüft. Da diese theoretischen Tests dem Anwender vor dem PC aber nicht viel nutzen, ziehen wir auch viele Praxis-Anwendungen zu Rate. Dazu gehören heutzutage in erster Linie vielfältige Multimedia-Anwendungen, aber auch alltägliche Dinge wie das Packen von Dateien. Abgerundet wird der Test von einigen Spielen, bei denen wir eine Auswahl aus Spielen mit integrierter Benchmarkfunktion sowie Spielen heraus gesucht haben, bei denen mittels Fraps nicht nur die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde, sondern auch die Minima und Maxima ermittelt wurden.
Wie bereits in der Vergangenheit üblich, wird jeder Benchmark fünf Mal durchgeführt, um auf etwaige Ausreißer in der Performance stoßen zu können. Dieses geschieht in fast allen Anwendungen leider häufiger als erwartet, sowohl in die negative als auch in die positive Richtung. Der Mittelwert aus den fünf Tests (ohne extreme Ausreißer) wird dann in die einzelnen Diagramme übernommen. Bei Spielen wird auf die Auflösung von 1.280 x 1.024 Bildpunkten zurückgegriffen, da bei höheren Auflösungen quasi nur noch die Grafikkarte ein Rolle spielt, geringere Auflösungen aber kein Bezug zur Realität haben. In der Regel testen wir dabei, sofern nicht näher beschrieben, mit den höchsten Details. Die Werte vom AA/AF können dabei von Spiel zu Spiel variieren, jedoch sollen die unterschiedlichen Setups eine kleine Simulation dafür sein, was sich heutzutage mit jedem neuen Spiel ändern kann. Alle getesteten Prozessoren müssen zusammen mit der Grafikkarte in diesen Tests beweisen, dass sie sowohl mit wenigen qualitätssteigernden Features als auch mit einem Maximum klar kommen können.
Um die Grafikkarte weitestgehend zu eliminieren, haben wir auch einen zusätzliche Punkt eingeführt: die realitätsfernen Spiele-Tests. Vier Anwendungen unterschiedlichen Alters zeigen in minimalen und maximalen Details bei sehr kleiner Auflösung ihr Ergebnis.
Synthetisch
3DMark06 1.10
3DMark Vantage 1.01
SiSoftware Sandra 2009.1.15.52 Beta
Cinebench R10
Super PI xmod 1.5 XS
MaxxPi² 1.11ß
wPrime 2.00
Office und Multimedia
PCMark Vantage 1.00
Tsunami MPEG Video Encoder Xpress 4.5.2.255
DivX 6.8.4.7
iTunes 8.0.1
WinRAR 3.80
POV-ray 3.7 Beta 29
TrueCrypt 6.0a
Spiele
Assassin's Creed 1.0
BioShock 1.0
Company of Heroes 1.71
Crysis Demo
Lost Planet: Colonies 1.0
Race Driver Grid 1.2
Sacred 2 Demo
World in Conflict 1.007
weitere benötigte Tools
CPU-Z 1.48, 1.49
Fraps 2.96
Prime
Synthetische Tests
3DMark06
Die allseits bekannte Benchmarkserie von Futuremark ist zwar mittlerweile in der Vantage-Version erschienen, aber „3DMark06“ erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Von den sechs Testszenen messen vier Sequenzen die Performance der Grafikkarte und zeigen eine Grafikpracht, die auch heute mitunter noch ihresgleichen sucht. Um jene zu erreichen setzen die Finnen auf moderne 3D-Technologie, weswegen nicht nur massiv das Shader-Model 3.0 verwendet wird – auch extrem aufwendige Texturen, spektakuläre Partikeleffekte, komplexe Schattenberechnungen und als weiteres Highlight „High Dynamic Range Rendering“ – kurz HDRR – werden eingesetzt. Dabei setzt Futuremark auf FP16-HDR, das eine sehr hohe Bildqualität liefert, aber auch aufwendig zu berechnen ist. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [15].
Nachdem der altgediente 3DMark06 schon einige Jahre auf dem Buckel hat und somit nicht nur die Grafik mittlerweile etwas angestaubt wirkt sondern darüber hinaus das CPU-Limit bei schnellen Grafikkarten immer mehr bemerkbar wird, wurde es höchste Zeit für einen Nachfolger. Der finnische Hersteller Futuremark hat dementsprechend nach einer langen Wartezeit den 3DMark Vantage auf den Markt gebracht, der von vornherein für die Direct3D-10-API programmiert worden ist. Grafisch bieten die zwei Spieletests dementsprechend viel fürs Auge, wobei vor allem der zweite Test Glanzpunkte setzen kann. Mit FP16-HDR, Tiefenunschärfe, Parallax Occlusion Mapping, einer physikalische Simulation auf der GPU, diversen Shadereffekten und noch vielem mehr bringt der 3DMark Vantage die 3D-Hardware problemlos ans Leistungslimit. Wir testen das Programm im Performance-Preset. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [17].
Das populäre, aus Deutschland stammende Maxon Cinema4D ist in unserem Benchmarkparcours in Form von Cinebench R10 vertreten. Die Software nutzt zum Raytracing bis zu 16 Prozessoren und profitiert damit von allen derzeit am Markt erhältlichen Desktop-Prozessoren von AMD oder Intel. In unserem Test präsentieren wir die Mitte 2007 veröffentlichte Version Cinebench R10. Wie üblich zeigen die Diagramme einerseits den Test mit nur einem Prozessorkern, zum anderen auch den Multi-Core-Test, der auch Hyper-Threading nutzt.
Egal ob es um Mainboard, Speicher, Festplatte, Peripherie, Steckkarten, Prozessor, Netzwerk, Schnittstellen, BIOS, Windows oder DirectX geht, SiSoft Sandra hat umfangreiche Antworten parat. Für einen Großteil der Hardware im PC gibt es zudem Benchmark-Tests, mit denen sich der PC auf seine Performance im Vergleich zu einigen Referenz-Rechnern testen lässt. All' diese Werte sind jedoch fast ausschließlich rein theoretischer Natur und haben wenig Bezug zur Praxis, jedoch lassen sich Prozessoren in ihren theoretischen Möglichkeiten gut vergleichen. Auch bieten Programme wie Sandra meist deutlich eher Möglichkeiten, neu integrierte Features von Prozessoren zu testen, ehe diese in Monaten oder Jahren in wirklichen Programmen integriert sind. Wir haben uns aus dem umfangreichen Repertoire für die Tests Arithmetik, Multimedia und Kryptografie sowie für die Speicherbandbreite, die Speicherlatenz und den Cache- und Speicherzugriff entschieden. Weiterhin kommt eine Beta-Version vom 22. Oktober 2008 zum Einsatz, da diese erstmalig die neuen SSE4.2-Instruktionen des Nehalem nutzt.
Seit einigen Jahren gehört SuperPi zu Tests wie das Amen in der Kirche. Leider ist der Test aufgrund seines hohen Alters für aktuelle Prozessoren nur sehr bedingt aussagekräftig, weshalb er bei uns in Zukunft nur noch mit zur Schau gestellt wird, aber nicht in die Bewertung mit einfließt. Als Alternative bieten wir wPrime und MaxxPi² an. MaxxPi² ist etwas neuer und genauer, liegt aber noch sehr nah om originalen Super Pi, so dass die Ergebnisse in unserem Test ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle spielen. wPrime in der Version 2.00 ist Ende September 2008 erscheinen und liefert in unseren Augen die besten Ergebnisse, da alle Prozessorkerne bzw. Threads unter Windows voll ausgelastet und genutzt werden.
Etwas über zwei Jahre nach der Vorstellung des PCMark05, dem Futuremark-Benchmark zur Beurteilung der Leistung eines Rechners in verschiedensten Anwendungsszenarien, stellt der finnische Hersteller den PCMark07, „PCMark Vantage“ genannt, vor. Einmal mehr sollen Privatanwender und Firmen anhand eines kompakten Programms in der Lage sein, die Leistung eines Rechners auf Grundlage einer breiten Basis an Tests möglichst objektiv bewerten zu können. Alle Details zu dem neuen Benchmark stellt unser Artikel zu PCMark Vantage [24] bereit.
Obwohl 7-Zip kostenlos und in Sachen Kompressionsrate vielen Konkurrenten überlegen ist, kommt die Software in Sachen Verbreitung bei Weitem nicht an WinRAR heran, das in Form von RAR seit DOS und Windows 3.1 verfügbar ist. Mittlerweile ist WinRAR zwar in der Lage neben rar auch andere Formate wie beispielsweise 7z zu entpacken, zum Komprimieren stehen allerdings nur rar und zip zur Verfügung. Seit WinRAR 3.60 [26] bietet nun auch der beliebte Packer Multi-Core-Support. Anzumerken ist dem Programm, dass mit jeder neuen Version und schnelleren Prozessoren alles ein klein wenig schneller und besser komprimiert wird, so dass der Vorsprung von 7-Zip deutlich geringer geworden ist. Das Programm in der Version 3.80 muss den Programmordner der installierten Demo des Spiels Sacred 2 (1,64 GByte, 928 Dateien, 14 Ordner) bei maximalen Qualitätseinstellungen in das Format .rar komprimieren. Parallel dazu zeigen wir den integrierten Benchmark auf, um auf die Unterschiede zwischen theoretischem Benchmark und realem Packen näher eingehen zu können.
POV-Ray ist eines der bekanntesten Programme zum Erstellen realistischer Grafiken und Animationen mit dem Computer. Mit Hilfe einer von Bilder können virtuelle Objekte erzeugt werden. POV steht dabei für „Persistence Of Vision“, was soviel wie die „Beharrlichkeit des Sehens“ bedeutet. Das zusätzlich Wort „Ray“ steht für Raytracing, die Technik, auf der dieses Programm basiert. Nach ein wenig Zeit mit entsprechender Einarbeitung lassen sich mit dem Programm sogar fotorealistische Bilder erzeugen, die mit vermehrter Anzahl auch zu einem Video zusammengefasst werden können. Der größte Pluspunkt schlussendlich ist noch der Preis: Es kostet nichts und steht frei im Internet zum Download bereit. Wir nutzen das Programm und die integrierte Benchmark-Funktion und zeigen die Zeit auf, nach der das Beispielbild vollständig sichtbar ist.
TrueCrypt ist ein Open-Source-Verschlüsselungstool, welches seit der Version 6.0 auch Multi-Core-Unterstützung bietet, welche dem Programm auf Dual-/Mehrkern- oder Multi-Prozessor-Systemen zu einer deutlich verbesserten Performance bei der Ver- und Entschlüsselung der Daten verhilft. Wie verwenden den integrierten Benchmark-Test mit einem 100-MB-File. Weitere Ergebnisse auch zu diesem Test: TrueCrypt 6.0 veröffentlicht (Benchmark) [29]
Seit DivX 6.1 (Codename Helium) [31] unterstützt der für Videos sehr beliebte Codec auch Dual-Core-Prozessoren und erreicht je nach Konfiguration eine Steigerung der Encoding-Rate um mehr als 150 Prozent. Die Leistungsunterschiede sind dabei umso stärker ausgeprägt, je höher die gewählte Qualitätsstufe ist. Bei früheren Prozessortests wurde DV- und MPEG2-Videomaterial mit unterschiedlichen Qualitätseinstellungen nach DivX 6.1 encodiert. Tendenziell waren auch hier die Ergebnisse gleich. Die bei DV gewählten, niedrigen Qualitätseinstellungen für Audio- und Video-Encoding ließen Single-Core-Prozessoren ein wenig besser abschneiden. Aufgrund des größeren Praxisbezugs werden fortan nur noch die Ergebnisse des MPEG2-Encodings veröffentlicht.
Zum neuerlichen Einsatz kommt DivX 6.8.4.7, der volle Unterstützung für die SSE4-Befehlssätze beinhaltet. Intel hat gerade durch diese Instruktionen im Zusammenspiel mit DivX einen großen Performanceschub für Anwender versprochen, der sich auch durchweg bemerkbar macht. Alle AMD-Prozessoren haben deshalb einen schweren Stand.
TMPGenc Xpress 4: MPEG2 zu DivX 6.8
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:58
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
2:10
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
2:19
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
2:39
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
2:56
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
3:06
Phenom II X4 955, 3,20 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
3:30
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
3:35
Phenom II X4 945, 3,00 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
3:43
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
3:45
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
3:46
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
3:46
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
3:55
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
4:00
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
4:01
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
4:11
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
4:11
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
4:13
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
4:14
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
4:17
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
4:23
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
4:36
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
4:53
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
5:02
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
7:06
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
8:30
Angaben in Minuten, Sekunden
MPEG 2
Das Zielformat für alle Hobbyfilmer ist nach wie vor die DVD und damit ein Film im MPEG2-Standard. Das Videomaterial selbst liegt dabei üblicherweise als Digital Video (DV) vor. Für den Test haben wir auf TMPGEnc 4.0 XPress 4.5.2.255 vertraut und ein 20 Minuten langes und unbearbeitetes Video mit einer Größe von vier Gigabyte in ein 1,32 Gigabyte MPEG2-File umgewandelt.
TMPGenc Xpress 4: DV zu MPEG2
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
4:22
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
4:23
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
4:59
Phenom II X4 955, 3,20 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
5:05
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
5:09
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
5:11
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
5:19
Phenom II X4 945, 3,00 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
5:20
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
5:31
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
5:32
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
5:38
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
5:51
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
5:55
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
6:01
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
6:04
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
6:04
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
6:08
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
6:28
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
6:43
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
6:44
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
6:45
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
6:57
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
7:12
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
8:58
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
11:21
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
13:30
Angaben in Minuten, Sekunden
MP3
Das 1985 entwickelte Audiokompressionsverfahren MP3 ist das heute vorherrschende Format für Musik. Es wird von einer breiten Palette an Endgeräten unterstützt und bietet in der letzten Weiterentwicklung sogar Support für 5.1 Mehrkanal-Audio [32]. Das Spektrum an Encodern für MP3 ist mannigfaltig. Für unseren Test haben wir das populäre iTunes gewählt, mit dem wir eine 701 MB große Musikdatei einmal in das Format .mp3 umwandeln, danach in AAC. In den Einstellungen wurde dabei darauf geachtet, dass auch die Qualitätseinstellungen von 192 kbit/s beibehalten wurden.
iTunes 7: WAV zu MP3
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
0:50
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
0:50
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
0:52
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
0:53
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
0:53
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
0:56
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
0:57
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
0:59
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
0:59
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
1:03
Phenom II X4 955, 3,20 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
1:06
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
1:07
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
1:11
Phenom II X4 945, 3,00 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
1:11
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
1:16
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
1:19
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
1:21
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
1:21
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
1:21
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
1:22
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
1:23
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
1:24
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
1:26
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
1:35
Angaben in Minuten, Sekunden
AAC
iTunes 7: WAV zu AAC
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:13
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
1:17
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:19
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
1:20
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
1:20
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
1:24
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
1:27
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
1:27
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
1:29
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
1:35
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
1:41
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
1:48
Phenom II X4 955, 3,20 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
2:28
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
2:37
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
2:39
Phenom II X4 945, 3,00 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
2:39
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
2:49
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
2:50
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
3:00
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
3:02
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
3:03
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
3:05
Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
3:05
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
3:08
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
3:11
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
3:30
Angaben in Minuten, Sekunden
Spiele
Assassin's Creed
Was passiert, wenn ein Konsolentitel erfolgreich ist? Man portiert ihn natürlich für den PC! Und dies ist UbiSoft mit Assassin's Creed wohl auch ohne Zweifel gelungen, da man es nicht nur bei einer reinen 1:1-Umsetzung gelassen, sondern darüber hinaus noch einige weitere Spielinhalte eingefügt hat. Doch worum geht es in Assassin's Creed überhaupt? Man spielt den Auftragsmörder Altair, der neben seinem eigentlichen Hauptberuf gerne mit Pferden reitet, Passanten umschubst, spektakuläre Kämpfe ausübt und sich vor allem gerne in schwindelerregenden Höhen, also auf sämtlichen Dächern der verschiedenen Städte, herumtreibt. Und was braucht man dazu? Eine potente Grafikengine, die Assassin's Creed auch durchaus hat. Ein Highlight sind die Charakteranimationen, die einwandfrei umgesetzt sind. Zudem gibt es noch schicke Texturen, sehr schöne Licht- und Schatten-Spiele, eine gut hervorgehobene Weitsicht und noch so einiges mehr, das Assassin's Creed zu einem Fest für die Augen macht. UbiSoft hat es sich nicht nehmen lassen, einen Direct3D-10-Renderer für die PC-Version einzubauen. Dieser soll die Performance bei gleicher Qualität gegenüber der Direct3D-9-Version erhöhen und zudem die Grafikqualität ein wenig verbessern. Genau diese DirectX-10-Version nehmen wir unter die Lupe.
„Bioshock“, mehr oder weniger der inoffizielle Nachfolger von „System Shock 2“, hatte es bei seinem Erscheinen wahrlich nicht leicht. Die Erwartungen waren dermaßen hoch, dass es nahezu unmöglich schien, diese allesamt zu erfüllen. Im Vorfeld sprach man davon bereits als „bestes Spiel aller Zeiten“. Mittlerweile ist BioShock erschienen – ob es tatsächlich das beste Spiel aller Zeiten ist, kann man wohl noch ewig diskutieren. Eines ist aber eindeutig: Technisch ist Bioshock nicht nur sehr weit vorne, sondern wohl derzeit allen anderen Titeln voraus. Grund dafür ist die Unreal Engine 3, die die Entwickler modifiziert haben, um diese auf die eigenen Ansprüche anzupassen. Herausgekommen ist ein Direct3D-10-Renderer, der mit bisher noch nie dagewesene Wassereffekten punkten kann. So interagiert das Wasser physikalisch korrekt mit dem Spieler, wenn dieser beispielsweise durch einen überfluteten Raum läuft. Darüber hinaus bietet Bioshock viele weitere optische Schmankerl: Schicke Partikeleffekte, spektakuläre Feuerdarstellung, realistische Schatten, schöne Oberflächen, Physikinteraktionen mit den Gegnern sowie der Umwelt und noch vieles mehr machen Bioshock grafisch zu einem Leckerbissen. Wir testen die erste Minute vom Kampf gegen den Endboss Fontaine, da diese immer nach dem gleichem Schema abläuft und sich somit gut für einen Vergleich eignet.
Auf den Patch 1.70 von Company of Heroes haben in der Vergangenheit viele Spieler gewartet, denn damit gab es nicht nur einige weitere Fehlerbeseitigungen, sondern auch die Unterstützung von Direct3D 10. Die neue API kann man bei einer entsprechenden Grafikkarte im Spielmenü auswählen und schon erscheinen alle Levels in neuem Glanz. Darüber hinaus kann man die Terraindetails nun eine Stufe höher auf „Ultra“ schrauben, was einige Bodendetails hinzufügt und die Texturen sichtbar verbessert. Die Direct3D-10-Version bietet dem Spieler eine pixelgenaue Beleuchtung, Percentage Closer Filtering für die Soft Shadows auf allen D3D10-Beschleunigern, schönere Partikeleffekte sowie Alpha to Coverage für alle Bäume und Sträucher, die somit auch von herkömmlichen MSAA erfasst und bearbeitet werden. Als Benchmarksequenz verwenden wir den integrierten Benchmark auf der Ultra-Stufe.
Crysis – alleine der Name sagt wohl schon alles. Kaum ein anderes Spiel hat bereits vor der Veröffentlichung so viel Aufmerksamkeit erhalten wie der First-Person-Shooter von Crytek, der als inoffizieller Nachfolger zum Actionhit Far Cry betrachtet wird. Far Cry sagt eigentlich auch schon alles: Denn kaum ein anderes Spiel lässt Spieler sofort an einen sonnigen Strand und an große Palmen denken. Und genau diesen (und noch viel mehr) sieht man in Crysis wieder – selbst wenn man ihn kaum wiedererkennen wird. Denn wie Far Cry setzt Crysis neue Maßstäbe in Sachen Grafik und hebt die Messlatte dabei gleich dermaßen hoch an, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis ein anderes Spiel der grafische Qualität von Crysis Paroli bieten wird. Die Direct3D-10-API, High-Dynamic-Range-Rendering, Parallax Occlusion Mapping, Soft Shadows, Motion Blur, Depth of Field, Soft Particles und noch eine Menge mehr bekommt man bei Crysis geboten. Dementsprechend hoch fallen die Hardwareanforderungen aus, die selbst den schnellsten Rechner problemlos ins Schwitzen bringen. Für den Prozessorvergleich setzen wir anders als bei unseren Tests für Grafikkarten auf den integrierten Test in der Detailstufe „hoch“ und führen neben dem durchschnittlichen Wert auch die Maxima und Minima auf.
Auch wenn der bekannte Vorgänger Far Cry noch von dem deutschen Unternehmen Crytek (nun Crysis und Crysis Warhead) entwickelt worden ist, so hat UbiSoft die Marke Far Cry nicht fallen gelassen, sondern einen zweiten Teil entwickelt, auch wenn dieser mit dem ursprünglichen Spiel nicht mehr viel gemeinsam hat. Gleich geblieben, wenn auch auf nicht ganz so hohem Niveau, ist jedoch eine sehr gute Technik, die Afrika in frischem Glanz erscheinen lässt. Dazu hat UbiSoft mit Dunia eine völlig neue Engine entworfen, die auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Dunia ist gar ein Direct3D-10.1-Renderer, der bei GPUs von niedrigerem Technikstand auf die Direct3D-10-API umschaltet, dort dann jedoch (zumindest auf GeForce-Karten) einige Fähigkeiten nutzt, um dennoch normales MS-Anti-Aliasing darstellen zu können. Wir verwenden von Far Cry 2 das integrierte Benchmark-Tool und testen das Spiel mit der Small-Flyby-Sequenz.
Das Actionspiel „Lost Planet: Colonies“ gibt es in zwei verschiedenen Versionen: Eine Direct3D-9- und eine Direct3D-10-Variante; Letztere hat es in unseren Parcours geschafft. Das Spiel kann technisch nicht nur durch die D3D-10-Erweiterung und somit der Nutzung des Shader-Model 4 inklusive des neuen Geometry-Shaders glänzen, auch abseits der API weiß Lost Planet zu gefallen. Mit Soft Shadows, FP16-High-Dynamic-Range-Rendering, detaillierten Texturen, massig Partikeleffekten und noch vielem mehr ist das technisch weit fortgeschrittene Spiel ein regelrechter Augenschmaus. Dass Lost Planet dabei noch eine Menge Spaß macht, könnte man fast schon als nebensächlich bezeichnen. Das Spiels bietet praktischerweise eine integrierte Benchmarksequenz, die einen Kameraflug aus der Sicht des Spielers durch zwei verschiedene Levels zeigt. Dabei kommt die etwas krumme Auflösung von 1.280 x 960 Bildpunkten zum Einsatz, der Parcour wird mit hohen Details bei 4facher anisotroper Filterung gemeistert. Da der zweite Teil des Benchmarks eher GPU-limitiert ist, präsentieren wir die Ergebnisse aus dem ersten Test.
Core i7-965 XE in Lost Planet QX9770 in Lost Planet E8600 in Lost Planet E7200 in Lost Planet Phenom X4 9950 in Lost Planet Phenom II X4 810 in Lost Planet Phenom II X4 940 in Lost Planet Phenom II X4 955 BE in Lost Planet
Race Driver Grid gehört zu den Rennspielen der Spitzenklasse. Neben atemberaubender Grafik bietet es fast alles, was das Fahrerherz begehrt. Auch wir haben uns deshalb auf den Fahrersitz geschwungen und drehen eine Testrunde auf der Strecke Okutama in Japan in der Disziplin „Profi Tuning“. Als Streckenart haben wir uns dabei für „großer Ring“ entschieden. Wir beginnen mit der Fraps-Messung direkt nach dem Stillstand der Kamera, also noch vor dem Start des Rennens. Anschließend fahren wir so schnell und nahe wie möglich hinter dem Feld her, ohne dabei einen Konkurrenten zu überholen oder mit dem Streckenrand zu kollidieren. Weitere Details zum Spiel und der Performance der Grafikkarten liefert unserer ausführlicher Performance Report [33].
Nach dem riesigen Erfolg von Sacred und Sacred Underworld, mit weltweit über zwei Millionen verkauften Spielen, gibt es seit dem Herbst 2008 die Fortsetzung Sacred 2 – Fallen Angel. Für viele ist das Spiel der Action-Rollenspiel-Blockbuster des Jahres 2008, eine halbwegs originelle Story und eine sehr hübsche Grafik sollen dafür Sorge tragen, dass sich nicht nur alt eingesessene Fans sondern auch neue Spieler für Sacred 2 begeistern. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Charakters und taucht in eine spannende Geschichte voller Abenteuer und Geheimnisse ein. Viele Kampftechniken, diverse Zaubersprüche, eine große Auswahl an Waffen und Gegenständen, erlaubt es dem Spieler, die Attribute des Charakters aufzuwerten und einen einzigartigen, individuellen Helden zu erschaffen.
Mittlerweile sehen Strategiespiele zwar deutlich besser aus als noch vor einigen Jahren – so recht gelingen will es den Programmen aber nur selten, in die grafische Königsklasse, die meist von First-Person-Shootern besetzt wird, vorzudringen. Den Entwicklern von World in Conflict scheint dies nicht gereicht zu haben und man entwickelte eine Grafikengine, die sich vor keinem anderen Spiel zu verstecken braucht. World in Conflict unterstützt die Direct3D-10-API und hat keine Schwierigkeiten, Kantenglättung unter der neuen Programmierschnittstelle anzuwenden. Schicke Shadereffekte zieren das Spiel (so wirft die Sonne beispielsweise Lichtstrahlen durch die Wolken, welche die Umgebung darunter beleuchten), ebenso detaillierte Texturen und eine realistische Schattendarstellung. Die Animationen der Spielcharaktere sind gut gelungen, was in Kombination mit einem kinoreifen Schnitt Kinoatmosphäre in den Zwischensequenzen aufkommen lässt. Als Testsequenz benutzen wir nicht die integrierte Benchmarkfunktion, da sich diese mitunter wenig berechenbar verhält und teilweise sehr hohe und unglaubwürdige Ergebnisse präsentiert. Stattdessen verwenden wir die Introsequenz zur dritten Mission der ersten Kampagne in 1.280 x 1.024 Bildpunkten und 4-fachem AA/AF.
Neu in unseren Prozessortests ist die Kategorie der „realitätsfernen Spiele-Benchmarks“. Dafür senken wir in vier Spielen die Auflösung auf das minimal mögliche und zeigen in detaillierten Diagrammen die Performance auf. Dabei greifen wir sowohl auf die Einstellung mit den wenigsten Details zurück, als auch auf die Möglichkeit der Darstellung maximaler Details. Auf die qualitätssteigernden Features FSAA & AF der Grafikkarte wird in jedem Fall verzichtet.
Die Tests zeigen mitunter die Rohleistung, die ein Prozessor leisten kann. Allerdings sind viele Spiele nochmals unterschiedlich optimiert, so dass sich allein durch diesen Tests nicht sagen lässt, ob der Prozessor im nächst kommenden Spiel plötzlich besser oder schlechter abschneidet. Der Core i7 ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Im realen Leben verhindert quasi jede Grafikkarte mit aktivierten qualitätssteigernden Features, dass der Prozessor ganz vorne dabei ist. In den folgenden Benchmarks aber stampft er in quasi jedem Test die Konkurrenz deutlich in den Boden.
Wie üblich bieten wir neben dem Ergebnis aus allen Test auch eine gesonderte Aufschlüsselung für die theoretischen Tests, den Office- und Multimedia-Bereich sowie die Spiele. Anhand dieser Diagramme sieht man, welcher Prozessor wo seine Stärken aber auch seine Schwächen hat. Nicht berücksichtigt werden in den Diagrammen die Werte von Super Pi, MaxxPi² sowie die minimalen und maximalen Bilder pro Sekunde, die wir in einigen Spielen mit angegeben haben. Insbesondere die minimalen Frames sind in jedem Test eine Geschichte für sich, da ein Nachladeruckler beim Zugriff auf die Festplatte an einer völlig anderen Stelle als üblich das Ergebnis total verfälscht. Zudem halten wir es für wenig sinnvoll, das niedrigste Ergebnis entscheidend für einen ganzen Artikel zu machen, da es ohne weiteres sein kann, dass nur innerhalb einer einzigen Sekunde solch' niedrige FPS-Zahlen erreicht werden, während das Spiel ansonsten spürbar flüssiger läuft.
Das Gesamtrating setzt sich schlussendlich nur aus dem Bereichen Office, Multimedia und den Spielen zusammen. Da die theoretischen Tests wie 3DMark, Cinebench, Sandra und die Errechnung der Zahl Pi keine direkte Aussage über die Performance im Alltag zulassen, kann man mit diesen Werten auch kein objektives Ergebnis finden.
Nachfolgend liefern wir auch alle separaten Ratings, die noch einmal deutlich aufzeigen, in welchem Bereich ein Prozessor gewinnt oder verliert. Wie gewohnt bewegt sich mit dem Mauszeiger über die einzelnen Prozessoren in den Diagrammen der 100-Prozent-Wert mit, so dass man den Vergleich vom Vorgänger zum Nachfolger und auch untereinander zwischen den kleineren Prozessoren, die unter den teuren Flaggschiffen angesiedelt sind, genau sehen kann.
Alle Prozessoren werden im Test ohne die Stromsparmodi getestet, um die maximale Performance zu zeigen. Dass die Energiesparmodi seit der neuesten Generation keine große Leistung mehr fressen, ist bereits im letzten Artikel ausführlich dargelegt worden. Um jedoch das Einsparpotential der Prozessoren aufzuzeigen, wird die Leistungsaufnahme im Idle und auch unter Volllast mit allen zur Verfügung stehenden Energiesparmodi (C&Q, C1E, usw.) getestet.
Im Gegensatz zu den ersten AM3-Prozessoren AMD Phenom II X4 810 und 805 [34] kommt das neue Flaggschiff 955 BE wieder mit 1,35 Volt anstatt 1,30 Volt daher, was sich direkt auf das Ergebnis niederschlägt. Der DDR3-Speicher auf der anderen Seite spielt, wie bereits der Vergleich im letzten AMD-Test gezeigt hat, seine Vorteile in der Energieeffizienz klar aus. So landet am Ende der 3,2 GHz schnelle Prozessor mit DDR3-Speicher fast genau auf dem Niveau des 3,0 GHz getakteten Modells 940 mit DDR2-SDRAM.
AMD Phenom II X4 955 Black Edition beim Stromsparen
Im Idle hingegen wird weiterhin auf sehr niedrige 800 MHz und nur noch 0,975 Volt herunter getaktet. Damit liegt das Komplettsystem im Verbrauch sogar noch leicht unter dem langsamer getakteten Phenom II X4 940.
Ein plattformübergreifender Vergleich ist nach wie vor sehr schwer möglich, zu unterschiedlich sind die zugrunde liegenden Systeme. Dennoch kann man den Wert unter Volllast auch bei den Intel-Prozessoren als Extremum nehmen, wobei auffällt, dass unser Intel-Testsystem mit einem Core 2 Quad Q9450 oder dem Q9550 am heutigen Tag doch deutlich weniger aus der Dose zieht als die neuen AM3-Phenom-II-System. Anfang Januar war dies noch ein wenig anders, dort herrschte nicht nur im Bereich der Performance nahezu Gleichstand, sondern auch im Bereich der Leistungsaufnahme. Die höhere Performance erkauft sich der 955 BE also über eine gestiegene Leistungsaufnahme.
Achtung: Wie üblich sind die hier ermittelten Werte keine Verbrauchsangaben für die einzelnen Prozessoren, sie betrachten das Gesamtsystem. Auch sind sie nicht mit ähnlichen Zahlen anderer Berichte vergleichbar, da mitunter spezielle, so nicht im Handel verfügbare Produkte zum Einsatz kamen. Die Auflistung bietet nur einen groben Überblick für die ungefähre Einordnung des Prozessors.
Temperatur
Die Messung der Temperatur findet parallel zur Messung der Leistungsaufnahme statt. Das System wird eine Stunde belastet, während die Raumtemperatur bei wohnlich warmen 21 bis 22 Grad liegt. Die dargestellte Temperatur ist immer der jeweilige Maximalwert, der mit dem Einheitskühler Noctua NH-U12P mit einem passenden 120-mm-Noctua-NF-12P-Premium-Lüfter ermittelt wurde.
Wie erwartet, schlägt sich die deutlich gesenkte Leistungsaufnahme auch auf die Temperatur nieder. Alle im Test befindlichen Prozessoren profitieren vom potenten Prozessorkühler, unrühmliche Ausnahmen bleiben der Hitzkopf Intel Core i7 und das alte Flaggschiff Core 2 Extreme QX6850 in der älteren 65-nm-Fertigung.
Ein Black-Edition-Prozessor ist eigentlich prädestiniert für das Overclocking. Zwar reicht ein 3,2 GHz schnelles Modell so ziemlich für jede aktuelle Anwendung aus, dennoch macht es der freie Multiplikator sehr einfach, noch ein oder zwei Schritte zuzulegen. Doch wie bereits zu Jahresbeginn sind wir mit der Auswahl bei unseren Samples in dieser Disziplin nicht besonders erfolgreich.
AMD Phenom II X4 955 Black Edition bei 4,1 GHz
4,1 GHz schaffen wir mit Ach und Krach für einen sogenannten „Kill-Shot“, ein stabiler Betrieb war aber selbst bei 3,8 GHz mit beachtlichen 1,50 Volt nicht dauerhaft möglich. 3,7 GHz mussten schlussendlich bei annehmbaren 1,45 Volt genügen.
500 MHz mehr bringen in diesen hochgetakteten Bereichen kaum noch einen Vorteil. Nur 13 Prozent werden in einigen Anwendungen quer durch die Bank gewonnen, dem steht aber auch eine 17 Prozent höhere Leistungsaufnahme des gesamten Testsystems gegenüber, von den höheren Temperaturen einmal ganz zu schweigen. Am Ende bleibt deshalb wieder einmal fraglich, ob das Übertakten eines 3,2-GHz-Prozessors wirklich nötig ist.
Anmerkung: Die von uns ermittelten Werte können in der Praxis nicht unerheblich abweichen, da diese mit speziellen Samples durchgeführt wurden, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Es besteht daher keine Garantie, dass alle hier im Test dargelegten Ergebnisse mit einem ähnlich konfigurierten System daheim erreicht werden können.
„Undervolting“
Wie bereits aus unseren letzten Prozessortests bekannt, versuchen wir einen neuen Probanden auch mit einer etwas gesenkten Spannung zu betreiben. Mit 1,35 Volt ab Werk arbeitet der neue Phenom II X4 955 mit 0,05 Volt mehr als der 810/805, aber genau so wie die ersten Phenom II X4 in Form des Modells 940/920. Jene hatten uns beim Test im Undervolting im Stich gelassen [35], denn ein stabiler Betrieb war nur bei 1,3 Volt möglich. Die Hoffnung ruht also auf den beiden neuen Modellen. Optimistisch senkten wir prompt die Spannung um 0,2 auf 1,15 Volt, um schnell festzustellen, dass damit nicht einmal der kurze Weg bis ins BIOS gelang. Bis in Windows ging es mit 1,20 Volt hingegen problemlos, doch eine Sekunde nach dem Start von Prime kam der Bluescreen. Bei 1,25 Volt konnten wir letztendlich alle Arbeiten problemlos verrichten, auch Prime lief stabil durch.
Die sehr gering erscheinenden 0,1 Volt machen sich erstaunlich gut bemerkbar. Die um acht Prozent gesenkte Spannung schlägt sich quasi 1:1 in einer niedrigeren Leistungsaufnahme und Temperatur nieder.
Anmerkung: Die von uns ermittelten Werte können in der Praxis nicht unerheblich abweichen, da diese mit speziellen Samples durchgeführt wurden, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Es besteht daher keine Garantie, dass alle hier im Test dargelegten Ergebnisse mit einem ähnlich konfigurierten System daheim erreicht werden können.
AMD OverDrive 3.0
Mit dem Phenom II X4 955 Black Edition schickt AMD auch das neue OverDrive 3.0 ins Rennen, das einige Überraschungen bereit hält. Auf dem Papier sieht das erst einmal ganz spannend aus.
Smart Profiles - Der Turbo-Modus
Spezielle Speicherprofile sollen die Performance eines mit einem Phenom II X4 955 BE bestückten Systems um bis zu acht Prozent erhöhen; mit den „Smart Profiles“ wird sogar eine Methode ähnlich Intels Turbo Modus [36] eingeführt. Dieses System erlaubt es, in OverDrive spezielle Anwendungen zu optimieren, da ein Großteil der aktuellen Software schlichtweg noch nicht für vier Kerne ausgelegt ist.
AMD OverDrive - Smart Profiles
Wenn eine Anwendung maximal zwei Kerne nutzt, werden mit der Software Kern 1 und 2 des Prozessors um eine Multiplikatorstufe nach oben und die Kerne 3 und 4 gleichzeitig um eine Stufe nach unten angepasst. Ähnlich wie bei Intel soll der Prozessor dabei nicht seine vorgegebene TDP von 125 Watt überschreiten. AMD erwartet durch diese Maßnahme in unterstützten Anwendungen Performancegewinne von bis zu fünf Prozent und zeigt dies anhand von Far Cry 2.
AMD OverDrive - Performancegewinne mit Smart Profiles
Die ersten Beta-Versionen vom neuen OverDrive 3.0 besaßen noch keine vordefinierten Smart Profiles. Quasi in letzter Minute hat man jedoch einige Profile zur Verfügung gestellt, so dass wir uns selbst an dem Tool versuchen durften. Zum Ende des Tests lagen uns (im Beta-Status) Profile für die folgenden Anwendungen/Spiele vor: 3DMark05, 3DMark06, PCMark05, Mirrors Edge, Blazing Angels 2, Fear, Fear 2, Call of Duty: World at War, Unreal Tournament 3, Dead Space, Quake4, GTA IV, Company of Heroes, Stalker: Clear Sky, Enemy Territories: Quake Wars, Left 4 Dead, Call of Juarez, Hawx, Crysis, Far Cry 2, Race Driver Grid und Fallout 3. Von „Zeit zu Zeit“ will AMD neue Profile online zur Verfügung stellen.
Die folgende Grafik zeigt die verfügbaren Smart-Profile-Optionen. Im ersten Schritt wird in OverDrive die entsprechende Anwendung geladen (hier 3DMark05), die jederzeit aktiviert oder deaktiviert werden kann. Anschließend – Punkt 2 – kann man entweder mit den mitgelieferten Profilen von AMD arbeiten oder selbst Hand anlegen. Da wir alle zur Verfügung stehenden Optionen zeigen wollen, wählen wir „Custom“. Im markierten Feld 3 wird die Prozesspriorität festgelegt, ähnlich wie man das vom Windows Taskmanager kennt. Unter Punkt 4 findet die Zuordnung der Prozessorkerne statt. Wenn man definitiv weiß, dass ein Programm nur zwei Kerne nutzt, wählt man eben genau zwei dieser Kerne aus, welche im Punkt 5 dann eingerichtet werden. Dabei kann man die Anzahl der Multiplikatorschritte für die betreffenden Kerne nach oben respektive unten festlegen.
OverDrive 3.0 mit kleinem Turbo-Modus
Die Theorie klingt erst einmal recht gut und einfach, doch unter Windows Vista 64 Bit haben wir auch prompt mit einigen Krankheiten zu kämpfen, die dafür sorgen, dass wir mit den Profilen nicht umgehen können. Die angeblich vorgefertigten Profile waren nicht zu finden. Wir konnten zwar eine Anwendung bestimmen und dafür ein Custom-Profil erstellen, jedoch konnte man die Haken bei den Kernen nicht setzen bzw. werden diese nicht angezeigt. Also versuchen wir unser Glück mit einem Schuss ins Blaue, stellen die ersten beiden Kerne auf +2 (3,6 GHz), die beiden anderen auf -2 (2,8 GHz), die Spannung zur Sicherheit auf 1,55 Volt. Und siehe da: Es geht, CPU-Z und auch der OverDrive-Status-Monitor bestätigen die getätigten Einstellungen, die man nicht sieht. Höchste Zeit für einen Benchmarkdurchlauf.
Das Problem bei der Einstellung wurde jedoch schnell deutlich. Es arbeiten anscheinend stetig nur noch zwei Kerne; die heruntergetakteten werden mitunter gar nicht genutzt. Egal welche Haken wir gesetzt haben, es führte zum gleichen Ergebnis: das Spiel Far Cry 2 läuft mit 64 anstatt 74 Bilder pro Sekunde deutlich langsamer als vorher. Wir haben das Prozedere auch noch einmal mit 3DMark06 wiederholt. Auch hier fällt die CPU-Score von 4.450 auf 2.860 Punkten ab – ein Wert, der am ehesten einem ähnlich getakteten Dual-Core-Prozessor entspricht. Entweder sind die von AMD vorgegebenen Anwendungen also ungeeignet, oder das Programm hat es nicht so drauf, wie AMD sich das wünscht. Da aller guter Dinge aber bekanntlich drei sind, haben wir mit Crysis ein wirklich altes Spiel herausgesucht, dass doch mit zwei Kernen gut klarkommen sollte. Und siehe da, es tut sich etwas. Die Performance stieg bei gleichen Einstellungen mit +2/-2 um neun Bilder pro Sekunde von 136 auf 145 FPS in der Auflösung von 800 x 600 Bildpunkte mit geringen Details. Eine von drei direkt von AMD aufgeführten Anwendungen hat also tatsächlich davon profitiert. Hätten wir allerdings direkt im BIOS auf 3,6 GHz übertaktet, wären alle drei Anwendungen schneller gelaufen. Der Weisheit letzter Schluss ist diese Funktion im bisherigen Zustand also nicht.
DDR3 Memory Profile
Auch das zweite Feature wollte seinen Dienst nicht zufriedenstellend verrichten. Ohne richtiges BIOS ist die Option „Black Edition Memory Profile“ (BEMP) erst einmal gar nicht zugänglich. Im Grunde genommen handelt es sich um ein Feature ähnlich Intels XMP oder Nvidia EPP, nur das zwingend ein abgesegnetes BIOS benötigt wird. Dieses spezielle, für die Funktion BEMP benötigte BIOS wurde von AMD zur Verfügung gestellt. Es aktivierte zwar die neue Funktion des DDR3-Speicherprofils im Ai-Tweaker-Menü unseres Asus M4A79T Deluxe, jedoch konnten wir dieses BIOS nach einigen selbst getätigten Einstellungen nicht abspeichern. Es blieb maximal der Weg über die Default-Einstellungen bis ins Windows, dabei ist das DDR3-Speicherprofil aber ironischerweise deaktiviert. Die BIOS-Version 0037 (von Asus gibt es eine Version 0902) wird von CPU-Z korrekt erkannt, doch das allein hilft auch nicht weiter. Denn der Klick auf „Update“ im jetzt zugänglichen Punkt in AMD OverDrive brachte schlichtweg kein Ergebnis, was daran liegt, dass AMD erneut keine Profile bereit gestellt hat. In der Theorie sollte OverDrive die Module erkennen und online nach vergleichbaren Modulen suchen. Damit fällt schlussendlich auch dieser Test ins Wasser. Sollten wirklich immer spezielle BIOS-Versionen eines Herstellers nötig sein, dürfte dieses Feature zu Beginn quasi nicht nutzbar sein.
Mainboard mit speziellem AMD-OverDrive-BIOS .. .. denn ohne spezielles BIOS geht nichts .. .. mit diesem aber auch nicht wirklich mehr
Wie lautet also das Fazit von AMD OverDrive 3.0 am Tag vor der offiziellen Vorstellung? Ein wirkliches Ergebnis können wir schlichtweg nicht vorzeigen, da wir nur mit Krankheiten, Problemen und Fehlern zu kämpfen hatten. Es bleibt nur zu hoffen, dass die finale Version von AMD OverDrive nicht mehr die diversen Fehler der Beta 3.0.1 mit dem Stand von Mitte März enthält. Denn aktuell ist das Programm im Sinne der Neuheiten kaum zu gebrauchen, lediglich die bisher schon bekannten Features arbeiten problemlos. Ein Garantieverlust bei der Anwendung dieses Tools und daraus entstandenen Problemen ist jedoch nach wie vor mit von der Partie.
Preis-Leistungs-Rating
Neben der offiziellen Preisliste vom Hersteller gibt es Tagespreise der diversen Händler, die sich stetig ändern. Wir haben die aktuellen Preise für alle im Test vertretenen Prozessoren herausgesucht und in einer Momentaufnahme vom 22. April 2009 festgehalten. Dabei wurde der Preis für die Boxed-CPUs inklusive Kühler und voller Garantie seitens der Herstellers berücksichtigt, welche möglichst auch verfügbar sein sollten. Etwaige Abweichungen von dieser Richtlinie sind mit Bemerkungen wie „nur als Tray-Variante lieferbar“ oder „nicht verfügbar“ gekennzeichnet.
Wie üblich gilt bei der Übersicht das bekannte Motto: Fällt ein Prozessor im Preis, wandert er in dem Diagramm nach oben und sein Rating erhöht sich dadurch. Für dieses Preis-Leistung-Verhältnis wird das Gesamtrating durch den Preis dividiert und mit 1.000 multipliziert. Das Ergebnis repräsentiert dann die Leistung, die man, kaufmännisch gerundet, aktuell für einen Euro erhält. Wir weisen ausdrücklich noch einmal darauf hin, dass sich der Preis der Prozessoren täglich ändern kann, weswegen eine dauerhafte Korrektheit der Liste nicht garantiert werden kann. (Stand der Preise: 22.04.2009)
Traditionell wird das Feld von den günstigen Zwei-Kern-Prozessoren angeführt. Die kleinen AMD Athlon sind mit gerade einmal 50 Euro nur einen Bruchteil so teuer wie die Quad-Core-CPUs, leisten dafür aber verhältnismäßig viel. Neue Prozessoren sind traditionell etwas teurer, was zur Folge hat, dass der alte Phenom aufgrund seines sehr günstigen Preises deutlich vor dem neuen Modell Phenom II liegt. Kein Wunder, lässt sich der alte Phenom in den Benchmarks auch nur um durchschnittlich zehn Prozent abhängen, kostet im Gegenzug aber 40 Prozent weniger. Die beiden heute vorgestellten und hier getesteten Modelle sind im Verhältnis freilich noch zu teuer, kosten die ersten Phenom II mittlerweile doch deutlich weniger. In wenigen Tagen dürfte sich dieses Bild jedoch normalisiert haben, was die Prozessoren dank ihrer guten Leistung im Rating deutlich nach vorne schieben würde.
Preisgestaltung und Ausblick
Die Preise des Phenom II sind weiterhin sehr niedrig angesetzt. Zu Beginn dieser Woche hat AMD den Phenom II X4 940 um 30 US-Dollar auf einen Preis von 195 US-Dollar gesenkt und damit Platz für die neuen Probanden geschaffen. Wir haben die Tagespreise zum Start der Prozessoren herausgesucht. Jene unterliegen – insbesondere bei Neuerscheinungen – jedoch starken Schwankungen, oftmals zu Gunsten des Kunden. Deshalb sollte die Tabelle nur als kleine Momentaufnahme gesehen werden.
In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir oft einen Blick in die Zukunft der Prozessoren bei AMD gewagt. Grundlage waren dafür immer wieder kleine Informationsschnipsel, die sich sehr solide in ein großes Gesamtbild zusammenfügen ließen. Nach dem Start der ersten AM3-Prozessoren im Februar [3] und dem Update am heutigen Tag ist jedoch noch nicht alles Pulver verschossen. Denn munter geht es in den kommenden Wochen weiter. AMD schraubt hier und da an der Taktfrequenz, arbeitet parallel aber auch an stromsparenderen Versionen. Zudem stehen Varianten komplett ohne L3-Cache auf dem Plan, die nach letzten Gerüchten [46] auf den Spätsommer verschoben wurden. Insbesondere der Juni dürfte den bisherigen Informationen zufolge noch einmal ein äußerst interessanter Monat werden, dann nämlich sollen die neuen Zweikerner das Feld betreten.
Übersicht der (kommenden) 45-nm-Prozessoren von AMD
Bezeichnung
Prozessorkern
Takt
Cache (L2+L3)
TDP
Sockel
Verfügbarkeit
Phenom II X4 9x5
Deneb
3,x GHz
2 + 6 MB
125 W
AM3
Q3/Q4 2009
Phenom II X4 955
Deneb
3,2 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM3
23. April 2009
Phenom II X4 945
Deneb
3,0 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM3
23. April 2009
Phenom II X4 940
Deneb
3,0 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM2+
seit 08.01.2009
Phenom II X4 925
Deneb
2,8 GHz
2 + 6 MB
95 W
AM3
April 2009
Phenom II X4 920
Deneb
2,8 GHz
2 + 6 MB
125 W
AM2+
seit 08.01.2009
Phenom II X4 910
Deneb
2,6 GHz
2 + 6 MB
95 W
AM3
seit 09.02.2009
Phenom II X4 810
Deneb
2,6 GHz
2 + 4 MB
95 W
AM3
seit 09.02.2009
Phenom II X4 805
Deneb
2,5 GHz
2 + 4 MB
95 W
AM3
seit 09.02.2009
Phenom II X3 720
Heka
2,8 GHz
1,5 + 6 MB
95 W
AM3
seit 09.02.2009
Phenom II X3 710
Heka
2,6 GHz
1,5 + 6 MB
95 W
AM3
seit 09.02.2009
Phenom II X2 550
Callisto
3,1 GHz
1 + 6 MB
80 W (?)
AM3
Juni 2009
Phenom II X2 545
Callisto
3,0 GHz
1 + 6 MB
80 W (?)
AM3
Juni 2009
Athlon X4 615
Propus
2,7 GHz
2 MB
95 W
AM3
Aug-/Sept. 2009
Athlon X4 605
Propus
2,5 GHz
2 MB
95 W
AM3
Aug-/Sept. 2009
Athlon X4 605e
Propus
2,3 GHz
2 MB
45 W
AM3
Aug-/Sept. 2009
Athlon X4 600e
Propus
2,2 GHz
2 MB
45 W
AM3
Aug-/Sept. 2009
Athlon X3 420
Rana
2,8 GHz
1,5 MB
95 W
AM3
Aug-/Sept.2009
Athlon X3 410
Rana
2,6 GHz
1,5 MB
95 W
AM3
Aug-/Sept. 2009
Athlon X3 405e
Rana
2,5 GHz
1,5 MB
45 W
AM3
Aug-/Sept. 2009
Athlon X3 4xxe
Rana
2,x GHz
1,5 MB
45 W
AM3
Aug-/Sept. 2009
Athlon X2 250
Regor
3,0 GHz
1 + 2 MB (?)
65 W
AM3
Juni 2009
Athlon X2 2xx
Regor
2,9 GHz
1 + 2 MB (?)
65 W
AM3
Juni 2009
Athlon X2 2xx
Regor
2,8 GHz
1 + 2 MB (?)
65 W
AM3
Juni 2009
Athlon X2 2xxe
Regor
2,x GHz
1 + 2 MB (?)
45 W
AM3
k.A.
Athlon X2 2xxe
Regor
2,x GHz
1 + 2 MB (?)
45 W
AM3
k.A.
Sempron 140
Sargas
2,7 GHz
1 MB (?)
45 W
AM3
Q3 2009
Fazit und Empfehlung
Nach vielen Monaten – eher Jahren – im Mittelfeld der Prozessor-Performance ist der AMD Phenom II X4 955 Black Edition endlich wieder oben angekommen – und zwar fast ganz oben. Er schlägt im Gesamtpaket beinahe den Intel Core i7-920 und auch der leicht teurere Core 2 Quad Q9550 muss um seinen angestammten Platz bangen. Mischt man zu der sehr guten Leistung des Phenom II X4 955 BE noch den annehmbaren Preis hinzu, kann es heute eigentlich nur eine Empfehlung geben: Kaufen, marsch!
AMD Phenom II X4 955 Black Edition
Da wir (fast) nichts Negatives am Phenom II X4 955 BE gefunden haben, können wir nochmals nur auf die Vorzüge eingehen: Die CPU nähert sich mit einem Eröffnungspreis von etwa 230 Euro dem Core 2 Extreme QX9770 von Intel, der wohlgemerkt um die 1.000 Euro kostet, im Gesamtrating auf gerade noch sechs Prozent. Bei gleichem Takt von 3,2 GHz hat AMD einen richtig flotten Prozessor in Dienst gestellt. Spielt man bei dem Preis die Vorteile des freien Multiplikators aus und vergreift sich hier und da auch noch an den Einstellungen des Speichers, wird der QX9770 zum vierfachen Preis gar abgehängt. Der gleich schnelle Core 2 Quad Q9550 kann im Bereich der Ausstattung nicht mehr mithalten. Insbesondere jedoch in der angesetzten Preisregion wird der neue Prozessor von AMD gehörig wildern, so dass sich Intel wohl eine Reaktion überlegen muss. Es wird sicher nur eine kurze Zeit vergehen, bis der Phenom II X4 955 BE erst an der 210- und wenig später gar an der 200-Euro-Marke kratzt. Die dann 40 Euro Preisvorteil zum Q9550 sind auch angesichts der günstigen Mainboardpreise für AMD-Prozessoren nur ein Pluspunkt. Im Bereich der Leistungsaufnahme des AMD Phenom II X4 955 BE bleibt jedoch ein kleiner Minuspunkt der erlaubte Schönheitsfehler.
Der zweite Prozessor, der Phenom II X4 945, verblasst im Schatten des großen Bruders ein wenig. Zu Unrecht natürlich, wie auch dort die Ergebnisse belegen. Durch BIOS-Updates ist er bei gleichem Takt jetzt leicht schneller als der Anfang Januar vorgestellte Phenom II X4 940 auf Basis des Sockels AM2+. Dieses Prozentchen kann man aber locker unter der Kategorie „Optimierung“ verbuchen; wirkliche Vorteile bringen DDR3-Speicher und somit auch der Plattformwechsel von AM2 auf AM3 in der Performancefrage auch am heutigen Tage nicht.
Empfehlung (04/09)
Das Gesamtpaket AMD Phenom II X4 955 Black Edition hat sich angesichts der guten Performance beim angestrebten Preis die Empfehlung von ComputerBase verdient.
Die parallel zum Phenom II X4 945 und 955 BE vorgestellte Software AMD OverDrive 3.0 bleibt hingegen ein zweischneidiges Schwert, was nicht nur an der fehlerbehafteten Beta-Version liegt, die uns vorab zur Verfügung stand. Die meisten Nutzer dieser beiden Prozessoren werden solch' eine Software sicher nie anfassen – sie ist und bleibt etwas für Leute, die sich mit der Materie zumindest ein wenig auskennen. AMD hat zwar versucht, es mit vorgefertigten Profilen einfacher zu machen, doch um Laien zu ködern, wird selbst dies nicht ausreichen. Eine zusätzliche Installation von Software zu einem Prozessor, um eventuell wenige Prozent an Leistung herauszukitzeln, ist auch angesichts der schon sehr hohen Performance direkt ab Werk einfach nicht nötig. Kunden, die sich damit zumindest ein wenig auskennen, haben aber – sofern die finale Version das verspricht, was AMD angibt – ein kleines und durchaus mächtiges Programm zur Hand. Die Möglichkeit eines höheren Takts für Single- oder Dual-Core-Anwendungen, aber auch die nicht ganz einfache Einstellung des Speichers in quasi jedem Punkt, verspricht Tuning-Potential. Der Support von AMD für die beiden Features und vor allem das Programm selbst wird entscheiden, ob das Tool ein Erfolg wird oder – ähnlich wie bisher – ein Schattendasein fristet.
Empfehlung:
Was kauft man nach dem heutigen Tage also am besten? Da die Mainboards und auch der DDR3-Speicher seit der Einführung des AM3-Sockels im Februar noch einmal deutlich nachgegeben haben, sollte man bei einem kompletten Neukauf jetzt in die neue Technik investieren. Die Mainboardhersteller haben zudem in den letzten Wochen deutlich an den BIOS-Versionen gefeilt, die jetzt spürbar runder, stabiler und auch ein wenig schneller laufen. Ein DDR3-Mainboard auf Basis des 790GX kostet aktuell etwa 100 Euro – und 4 GByte DDR3-1333-Speicher sind für nicht einmal 50 Euro zu haben. Ein AM2-Mainboard mit gleichem Chipsatz gibt es für etwa 70 Euro, guter DDR2-Speicher mit 1.066 MHz kostet mindestens 40 Euro. Die Differenz für die zugrunde liegende Plattform liegt am heutigen Tag also nur noch bei knapp 40 Euro, so dass man schon ins Grübeln kommt. Da die AM3-Plattform in diesem Jahr sicher noch das eine oder andere Update bekommen wird, sollte man jetzt bei einem kompletten Neukauf auch auf die neuen Platinen setzen.
Wer ein gutes AM2-Mainboard mit anständigem BIOS-Support besitzt, der sollte auch am heutigen Tage mit dem Kauf einer neuen Platine bis zum Herbst warten. Dann werden die neuen Chipsätze [47] erwartet. Bisher heißt es, dass das kommende Zusammenspiel von RD890/RS880 mit der neuen SB850 nochmals der Performance des Phenom II zu Gute kommen soll. Dann kann auch der „Core i5“ auf Basis des Lynnfield von Intel kommen, mit dem heutigen Tag ist AMD bereits zu einem großen Teil dagegen gefeit.