Bereits zum Ende des letzten Jahres waren sie als Gerücht im Umlauf, seit dem 18. Januar 2009 gibt es die drei Quad-Core-Prozessoren von Intel mit einer auf 65 Watt gesenkten TDP wirklich. Bisher waren stromsparende Prozessoren mit vier Kernen dem Servermarkt und damit den Xeon-CPUs vorbehalten, doch mit den ersten drei Ablegern Core 2 Quad Q8200s, Q9400s und Q9550s will auch Intel im Desktop-Bereich etwas grüne Flagge zeigen – denn Strom sparen und damit die Umwelt schonen ist „in“.
Doch verfolgt Intel freilich auch andere Ziele. Die Einstufung der Prozessoren in die TDP-Klasse 65 Watt erlaubt es unter anderem, dass sie auch auf sehr kleinen Mini-ITX-Platinen eingesetzt werden können. Mit einem von Intel „4-Liter-PC“ genannten PC lassen sich dann CPU-intensive Anwendungen auf kleinstem Raum vollbringen.
Core 2 Quad Q8200s und Q9550s
Wir werfen in unserem Test einen Blick auf das günstigste Modell Core 2 Quad Q8200s und den schnellsten Ableger Core 2 Quad Q9550s. Beide unterscheiden sich kaum von den bisherigen Prozessoren, einzig und allein das jeweils neueste Stepping kommt in beiden Fällen zum Einsatz. Inwiefern sich die Prozessoren jedoch (theoretisch) von den bisherigen, baugleichen CPUs unterscheiden sollen, klären wir gleich zu Beginn des Artikels, eh wir die Benchmarks und Fakten für sich sprechen lassen. Weiterhin gehen wir natürlich auf die Leistungsaufnahme ein und testen, was sich mit Hilfe des Untervoltens noch zusätzlich an Energie einsparen lässt.
Woher kommt die TDP von 65 Watt?
Quad-Core-CPUs von Intel mit einer TDP von 65 Watt waren bisher nur für den Server-Bereich vorgesehen. Mit den drei Modellen Core 2 Quad Q9550s, Q9400s und Q8200s sind sie seit Ende Januar 2009 auch im Desktop-Portfolio zu finden. Wir haben uns durch die Spezifikationen gearbeitet und mehrere Male mit Intel gesprochen, um herauszufinden, inwiefern sich diese Prozessoren von den bisherigen Modellen unterschieden. Denn greift man allein zu den bereitgestellten PDF-Dokumenten und Specification Updates, wird man nicht schlau. Denn laut diesen sind die drei Quad-Core-CPUs mit 65 Watt identisch zu den bisherigen drei Modelle. Mit der Spannung geht der Prozessor variabel um, als maximale Stromstärke vertragen alle Modelle 100 Ampere. Doch woher kommt die Klassifizierung in die einzelnen TDP-Sektionen?
maximale Verbrauchswerte seitens Intel
Nach vielen E-Mails und längeren Telefonaten mit Intel sind wir nun schlauer. Aber auch die offiziellen Herren mussten dazu weiter ausholen (und weitere Kollegen befragen), um das gesamte Prozedere verständlich darzustellen. Denn im Prinzip sind alle Quad-Core-Prozessoren auf einem Wafer erst einmal gleich. Durch verschiedene automatisierte Verfahren wird dann beispielsweise mit einer Art „Bürste“ festgestellt, wie viel Ampere (Icc) ein zukünftiger Prozessor maximal vertragen kann. Dabei erfolgt direkt auf dem Wafer bereits die erste Einstufung, denn schafft ein „Die“ 140 Ampere, wird aus ihm ein QX9770, bei 125 Ampere eine QX9650, alle anderen mit maximal 100 Ampere werden die handelsüblichen Quad-Core-Prozessoren. In weiteren Tests wird dann über die Güte der Prozessoren entschieden, wobei hier auch die Einstufung in die TDP-Klasse erfolgt. Sehr hochwertige Prozessoren werden in die niedrigste Klasse eingeordnet und entsprechend höher ausgepreist, als alle weiteren Prozessoren, die in der Standard-Klasse ihren Platz finden. Der Aufpreis für die 65-Watt-Modelle ist laut Intel also deshalb so hoch, weil aus allen hergestellten Quad-Core-Prozessoren mit der Icc von 100 Ampere nochmals die besten Prozessoren ausgewählt werden.
Dieses Auswahlverfahren ist bei AMD ähnlich. Bereits vor knapp einem Jahr hatten wir zu diesem Thema bei den Phenom-Prozessoren berichtet, da wir in Form des Phenom X4 9850 Black Edition einen echten Stromfresser [1] am Start hatten. AMD hatte uns damals bereits erklärt, wie die Prozessoren vorab ausgewählt und getestet werden und so am Ende ihre Bezeichnung bekommen. Auch dort kommen alle Phenom von einem Wafer, und es wird festgestellt, wie viel Strom und Spannung sie vertragen. In diesem Zusammenhang hatte uns AMD erklärt, dass man den Weg über die Spannung geht. Modelle mit geringerer Spannung werden auch als geringer getaktete Modelle verkauft, selbst wenn sie in den Tests auch höhere Taktraten schaffen. Beim „Binning“ rutschen aber immer mal wieder sehr gute Prozessoren durch das Raster, mit denen sich bei sehr geringen Spannungen echte Übertaktungserfolge zeigen, während alle weiteren handelsüblichen Prozessoren längst die Grätsche gemacht haben.
Da erste englischsprachige Tests gezeigt hatten, dass ein neues „s“-Modell von Intel in einem kompletten System teilweise nur minimal weniger verbrauchen kann als ein herkömmliches Modell, haben wir auch Intel dazu näher befragt. Laut Intel beruhen diese Testergebnisse eben genau auf der beschriebenen Vorab-Auswahl. So kann es zum Beispiel so sein, dass man beim bisherigen Modell Core 2 Quad Q9550 vor einigen Monaten oder gar einem Jahr bereits ein extrem hochwertiges Modell bekommen hat, das heute locker in der 65-Watt-Spezifikation einen Platz finden würde. Der Unterschied zum neuen Modell dürfte deshalb in Messungen äußerst marginal ausfallen. Gleiches gilt natürlich auch für CPUs im neueren E0-Stepping, die auch bereits seit über einem halben Jahr verfügbar sind. Aber es kann auch genau in die andere Richtung gehen, wenn man vor Monaten einen „heißen“ Prozessor erworben hat, der sich an der Obergrenze orientiert und vielleicht fast ein QX-Modell geworden wäre – dann werden die Unterschiede deutlich sichtbar.
Letztlich hat Intel in den letzten Wochen kurz vor der offiziellen Freigabe der CPUs einfach an einer bestimmten Stelle zusätzlich eine Grenze gezogen. Die TDP-Angabe von 65 Watt soll dem Kunden heute garantieren, dass sich dieser Prozessor thermisch quasi genau wie ein Dual-Core-Modell verhält. Deshalb stuft Intel eben diese drei Prozessoren nicht nur in die gleiche TDP-Klasse sondern auch in die gleiche PCG-Kategorie (früher FMB – Flexible Motherboard [2]), die die Anforderung an die Stromaufnahme des Prozessors auf einem Mainboard beschreibt, ein.
Diese Einstufungen in der TDP und PCG macht es Intel möglich, die Quad-Core-Prozessoren auch für das Mini-ITX-Format fit zu machen. Mit den neuen Vorgaben können kleine aber sehr potente Plattformen zusammen gestellt werden. Dafür musste Intel die eigenen Boards nicht einmal einem BIOS-Update unterziehen, durch die gleiche PCG-Einstufung wie bei den Dual-Cores passen die drei Quad-Core-Prozessoren problemlos unter anderem auf Intels DQ45EK [3] im Mini-ITX-Format. Genau in dem Bereich der kleinen PCs sieht Intel neben den Netbooks die größten Zuwachsraten. Und nicht nur Intel agiert in dem Segment. Mit Nvidia will zum Ende des Jahres ein zweites Schwergewicht der Hardwarebranche seine kleine Ion-Plattform fit für Prozessoren der Klasse Core 2 Duo [4] machen. Wer sagt uns denn, das Ion nicht auch mit einem Quad-Core-Prozessor fertig werden kann?
Intels Quad-Core-Prozessoren für ITX-Mainboards Intel DQ45EK Ion ab Ende 2009 auch mit Core 2 Duo
Testsystem
Mit dem Start des Nehalem [5] hatten wir auch unser bisheriges Testsystem in die verdiente Rente geschickt. Es hatte im letzten Jahr insgesamt 36 Prozessoren gesehen, 21 davon aus dem Hause Intel, 15 von AMD. Da im Laufe der Monate, in denen wir solch einem Testsystem keinerlei Änderungen unterziehen, viele Änderungen auf dem Markt stattgefunden haben, war es nicht nur in Anbetracht der neuen Prozessorgeneration Zeit für einen Wechsel. Natürlich bietet sich ein kompletter Generationswechsel für einen Wechsel des kompletten Systems immer am besten an, so dass wir die vormals frühen Pläne aus dem Sommer in den Herbst verschoben haben. Dabei haben wir auch auf viele Anregungen der Leser zurückgegriffen, die wir in den letzten Monaten bekommen haben. An dieser Stelle wollen wir erneut einige Erläuterungen zum neuen Testsystem abgeben und erklären, warum wir uns für diese Bauteile entschieden haben.
Cooler Master UCP mit 700 Watt
Einer der größten und oft angebrachten Kritikpunkte war mit Sicherheit das ältere Tagan-Netzteil mit 480 Watt. Dieses wird in den wohl verdienten Ruhestand geschickt und durch ein nagelneues Netzteil von Cooler Master ersetzt. Die UCP-Serie hat zu Beginn des Sommers 2008 als eines der ersten Desktop-Netzteile eine „80Plus Silver“-Zertifizierung bekommen [6]. Diese steht für einen Wirkungsgrad von sehr hohen 89 Prozent bei einer Auslastung von 50 Prozent, aber auch unter geringer Last (20%) und Volllast (100%) kann sich das UCP-Netzteil mit 87 respektive 85 Prozent mehr als sehen lassen. Für unseren Test setzen wir auf die kleinste Version mit 700 Watt, da stärkere Netzteile vor allem unter geringer Last im Wirkungsgrad mitunter deutlich abfallen. Liegt die 20-Prozent-Schwelle bei dem 700-Watt-Probanden bei 140 Watt, wird sie bei dem 1.100-Watt-Modell bereits auf 220 Watt hoch geschraubt – ein Wert der mit dem neuen Testsystem bei kleineren Prozessoren nicht einmal unter Volllast mit Prime erreicht wird.
Der zweite wichtige Punkt ist die neue Grafikkarte. Nachdem wir das komplette letzte Jahr eine nicht gerade stromsparende ATi Radeon HD 2900 XT im Einsatz hatten, setzen wir auf Nvidias erste (relativ stromsparende) 55-nm-Lösung im High-End-Segment, die GeForce 9800 GTX+ [7]. Insbesondere die deutlich geringere Leitungsaufnahme (sh. auch in dem neuen Artikel von HT4U [8]), auch gegenüber den Konkurrenten von ATi in Form der HD 4850 [9], und die durchweg schnellere Performance waren wichtige Gründe für die Auswahl. Alle weiter in Frage kommenden Modelle (HD 4870, GTX 260, GTX 280) liefern zwar eine höhere Performance, aber nur bei unverhältnismäßig steigender Leistungsaufnahme.
Um dem neuen Triple-Channel-RAM gerecht zu werden, war auf der Software-Seite fast zwingend der Umstieg zu Windows Vista in der 64-Bit-Variante erforderlich. Auch diesen Schritt sind wir mit dem neuen Testsystem gegangen, so dass fortan die drei Slots bei den X58-Mainboards mit je zwei Gigabyte bestückt werden – alle anderen Intel-Platinen greifen für den Dual-Channel-Modus auf zwei dieser Module zurück. Der Unterschied von 4 auf 6 GByte existiert damit natürlich auf dem Papier, ist in Benchmarks aber quasi nicht zu merken. Zudem glauben wir, dass solche Konstellationen in naher Zukunft die gebräuchlichsten Varianten werden dürften bzw. in Form von DDR2-Speicher mit den alt-eingesessenen Core 2 Duo und Core 2 Quad bereits sind. Deshalb kommen alle (älteren) AMD-Prozessoren ebenfalls mit potentem DDR2-Speicher daher, der maximal 1.066 MHz leistet. Da bisher jedoch nur die Phenom und Phenom II von diesem Speicher profitieren, arbeiten die älteren Modelle mit geringerem Takt, dafür aber mit besseren Timings. Für den Sockel AM3 steht uns parallel dazu eine Platine von Asus zur Verfügung, die auf den 790FX und die SB750 setzt. Weiterhin gibt es auch noch einen quasi identischen Ableger für den Sockel AM2, der logischerweise auf DDR2 setzt.
Cooler Master Stacker RC-832
Um einen möglichst fairen und realitätsnahen Vergleich zwischen den Kontrahenten zu ermöglichen, werden sämtliche Tests in einem geschlossenen Midi-Tower mit werksseitiger Lüfterbestückung (ein Lüfter rückseitig saugend, einer beim Festplattenkäfig in Front blasend) durchgeführt, um so auch auf thermische Probleme bei den Boliden aufmerksam zu werden. Zum Einsatz kommt ein „Cooler Master Stacker RC-832“, der uns von Caseking [10] zur Verfügung gestellt wurde. Das Gehäuse erlaubt den Einsatz von bis zu neun 120-mm-Lüftern, von denen die beiden verwendeten Lüfter zum Lieferumfang gehören.
Komplette Aufschlüsselung des Testsystems und den verwendeten Komponenten
Alle Phenom- und Phenom-II-Prozessoren wurden, sofern nicht anders angegeben, mit C&Q und C1E disabled (aus) vermessen. Der Speichercontroller wurde „UnGanged“ betrieben. Die jeweilige Wahl des Speichers und Mainboards (Chipsatz) wird separat angegeben.
Neben dem von Grund auf neu gestalteten Testsystem haben wir auch den Benchmarkparcours einem Update unterzogen. Nach wie vor sind einige theoretische Tests mit von der Partie, da diese in der Regel einen Schritt weiter sind als jede reale Anwendung. Dort werden neue Funktionen, die in Prozessoren einen Platz gefunden haben, als erstes in ihrer Leistungsfähigkeit geprüft. Da diese theoretischen Tests dem Anwender vor dem PC aber nicht viel nutzen, ziehen wir auch viele Praxis-Anwendungen zu Rate. Dazu gehören heutzutage in erster Linie vielfältige Multimedia-Anwendungen, aber auch alltägliche Dinge wie das Packen von Dateien. Abgerundet wird der Test von einigen Spielen, bei denen wir eine Auswahl aus Spielen mit integrierter Benchmarkfunktion sowie Spielen heraus gesucht haben, bei denen mittels Fraps nicht nur die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde, sondern auch die Minima und Maxima ermittelt wurden.
Wie bereits in der Vergangenheit üblich, wird jeder Benchmark fünf Mal durchgeführt, um auf etwaige Ausreißer in der Performance stoßen zu können. Dieses geschieht in fast allen Anwendungen leider häufiger als erwartet, sowohl in die negative als auch in die positive Richtung. Der Mittelwert aus den fünf Tests (ohne extreme Ausreißer) wird dann in die einzelnen Diagramme übernommen. Bei Spielen wird auf die Auflösung von 1.280 x 1.024 Bildpunkten zurückgegriffen, da bei höheren Auflösungen quasi nur noch die Grafikkarte ein Rolle spielt, geringere Auflösungen aber kein Bezug zur Realität haben. In der Regel testen wir dabei, sofern nicht näher beschrieben, mit den höchsten Details. Die Werte vom AA/AF können dabei von Spiel zu Spiel variieren, jedoch sollen die unterschiedlichen Setups eine kleine Simulation dafür sein, was sich heutzutage mit jedem neuen Spiel ändern kann. Alle getesteten Prozessoren müssen zusammen mit der Grafikkarte in diesen Tests beweisen, dass sie sowohl mit wenigen qualitätssteigernden Features als auch mit einem Maximum klar kommen können.
Um die Grafikkarte weitestgehend zu eliminieren, haben wir auch einen zusätzliche Punkt eingeführt: die realitätsfernen Spiele-Tests. Vier Anwendungen unterschiedlichen Alters zeigen in minimalen und maximalen Details bei sehr kleiner Auflösung ihr Ergebnis.
Synthetisch
3DMark06 1.10
3DMark Vantage 1.01
SiSoftware Sandra 2009.1.15.52 Beta
Cinebench R10
Super PI xmod 1.5 XS
MaxxPi² 1.11ß
wPrime 2.00
Office und Multimedia
PCMark Vantage 1.00
Tsunami MPEG Video Encoder Xpress 4.5.2.255
DivX 6.8.4.7
iTunes 8.0.1
WinRAR 3.80
POV-ray 3.7 Beta 29
TrueCrypt 6.0a
Spiele
Assassin's Creed 1.0
BioShock 1.0
Company of Heroes 1.71
Crysis Demo
Lost Planet: Colonies 1.0
Race Driver Grid 1.2
Sacred 2 Demo
World in Conflict 1.007
weitere benötigte Tools
CPU-Z 1.48, 1.49, 1.50
Fraps 2.96
Prime
Synthetische Tests
3DMark06
Die allseits bekannte Benchmarkserie von Futuremark ist zwar mittlerweile in der Vantage-Version erschienen, aber „3DMark06“ erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Von den sechs Testszenen messen vier Sequenzen die Performance der Grafikkarte und zeigen eine Grafikpracht, die auch heute mitunter noch ihresgleichen sucht. Um jene zu erreichen setzen die Finnen auf moderne 3D-Technologie, weswegen nicht nur massiv das Shader-Model 3.0 verwendet wird – auch extrem aufwendige Texturen, spektakuläre Partikeleffekte, komplexe Schattenberechnungen und als weiteres Highlight „High Dynamic Range Rendering“ – kurz HDRR – werden eingesetzt. Dabei setzt Futuremark auf FP16-HDR, das eine sehr hohe Bildqualität liefert, aber auch aufwendig zu berechnen ist. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [14].
Nachdem der altgediente 3DMark06 schon einige Jahre auf dem Buckel hat und somit nicht nur die Grafik mittlerweile etwas angestaubt wirkt sondern darüber hinaus das CPU-Limit bei schnellen Grafikkarten immer mehr bemerkbar wird, wurde es höchste Zeit für einen Nachfolger. Der finnische Hersteller Futuremark hat dementsprechend nach einer langen Wartezeit den 3DMark Vantage auf den Markt gebracht, der von vornherein für die Direct3D-10-API programmiert worden ist. Grafisch bieten die zwei Spieletests dementsprechend viel fürs Auge, wobei vor allem der zweite Test Glanzpunkte setzen kann. Mit FP16-HDR, Tiefenunschärfe, Parallax Occlusion Mapping, einer physikalische Simulation auf der GPU, diversen Shadereffekten und noch vielem mehr bringt der 3DMark Vantage die 3D-Hardware problemlos ans Leistungslimit. Wir testen das Programm im Performance-Preset. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [16].
Das populäre, aus Deutschland stammende Maxon Cinema4D ist in unserem Benchmarkparcours in Form von Cinebench R10 vertreten. Die Software nutzt zum Raytracing bis zu 16 Prozessoren und profitiert damit von allen derzeit am Markt erhältlichen Desktop-Prozessoren von AMD oder Intel. In unserem Test präsentieren wir die Mitte 2007 veröffentlichte Version Cinebench R10. Wie üblich zeigen die Diagramme einerseits den Test mit nur einem Prozessorkern, zum anderen auch den Multi-Core-Test, der auch Hyper-Threading nutzt.
Egal ob es um Mainboard, Speicher, Festplatte, Peripherie, Steckkarten, Prozessor, Netzwerk, Schnittstellen, BIOS, Windows oder DirectX geht, SiSoft Sandra hat umfangreiche Antworten parat. Für einen Großteil der Hardware im PC gibt es zudem Benchmark-Tests, mit denen sich der PC auf seine Performance im Vergleich zu einigen Referenz-Rechnern testen lässt. All' diese Werte sind jedoch fast ausschließlich rein theoretischer Natur und haben wenig Bezug zur Praxis, jedoch lassen sich Prozessoren in ihren theoretischen Möglichkeiten gut vergleichen. Auch bieten Programme wie Sandra meist deutlich eher Möglichkeiten, neu integrierte Features von Prozessoren zu testen, ehe diese in Monaten oder Jahren in wirklichen Programmen integriert sind. Wir haben uns aus dem umfangreichen Repertoire für die Tests Arithmetik, Multimedia und Kryptografie sowie für die Speicherbandbreite, die Speicherlatenz und den Cache- und Speicherzugriff entschieden. Weiterhin kommt eine Beta-Version vom 22. Oktober 2008 zum Einsatz, da diese erstmalig die neuen SSE4.2-Instruktionen des Nehalem nutzt.
Seit einigen Jahren gehört SuperPi zu Tests wie das Amen in der Kirche. Leider ist der Test aufgrund seines hohen Alters für aktuelle Prozessoren nur sehr bedingt aussagekräftig, weshalb er bei uns in Zukunft nur noch mit zur Schau gestellt wird, aber nicht in die Bewertung mit einfließt. Als Alternative bieten wir wPrime und MaxxPi² an. MaxxPi² ist etwas neuer und genauer, liegt aber noch sehr nah om originalen Super Pi, so dass die Ergebnisse in unserem Test ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle spielen. wPrime in der Version 2.00 ist Ende September 2008 erscheinen und liefert in unseren Augen die besten Ergebnisse, da alle Prozessorkerne bzw. Threads unter Windows voll ausgelastet und genutzt werden.
Etwas über zwei Jahre nach der Vorstellung des PCMark05, dem Futuremark-Benchmark zur Beurteilung der Leistung eines Rechners in verschiedensten Anwendungsszenarien, stellt der finnische Hersteller den PCMark07, „PCMark Vantage“ genannt, vor. Einmal mehr sollen Privatanwender und Firmen anhand eines kompakten Programms in der Lage sein, die Leistung eines Rechners auf Grundlage einer breiten Basis an Tests möglichst objektiv bewerten zu können. Alle Details zu dem neuen Benchmark stellt unser Artikel zu PCMark Vantage [23] bereit.
Obwohl 7-Zip kostenlos und in Sachen Kompressionsrate vielen Konkurrenten überlegen ist, kommt die Software in Sachen Verbreitung bei Weitem nicht an WinRAR heran, das in Form von RAR seit DOS und Windows 3.1 verfügbar ist. Mittlerweile ist WinRAR zwar in der Lage neben rar auch andere Formate wie beispielsweise 7z zu entpacken, zum Komprimieren stehen allerdings nur rar und zip zur Verfügung. Seit WinRAR 3.60 [25] bietet nun auch der beliebte Packer Multi-Core-Support. Anzumerken ist dem Programm, dass mit jeder neuen Version und schnelleren Prozessoren alles ein klein wenig schneller und besser komprimiert wird, so dass der Vorsprung von 7-Zip deutlich geringer geworden ist. Das Programm in der Version 3.80 muss den Programmordner der installierten Demo des Spiels Sacred 2 (1,64 GByte, 928 Dateien, 14 Ordner) bei maximalen Qualitätseinstellungen in das Format .rar komprimieren. Parallel dazu zeigen wir den integrierten Benchmark auf, um auf die Unterschiede zwischen theoretischem Benchmark und realem Packen näher eingehen zu können.
POV-Ray ist eines der bekanntesten Programme zum Erstellen realistischer Grafiken und Animationen mit dem Computer. Mit Hilfe einer von Bilder können virtuelle Objekte erzeugt werden. POV steht dabei für „Persistence Of Vision“, was soviel wie die „Beharrlichkeit des Sehens“ bedeutet. Das zusätzlich Wort „Ray“ steht für Raytracing, die Technik, auf der dieses Programm basiert. Nach ein wenig Zeit mit entsprechender Einarbeitung lassen sich mit dem Programm sogar fotorealistische Bilder erzeugen, die mit vermehrter Anzahl auch zu einem Video zusammengefasst werden können. Der größte Pluspunkt schlussendlich ist noch der Preis: Es kostet nichts und steht frei im Internet zum Download bereit. Wir nutzen das Programm und die integrierte Benchmark-Funktion und zeigen die Zeit auf, nach der das Beispielbild vollständig sichtbar ist.
TrueCrypt ist ein Open-Source-Verschlüsselungstool, welches seit der Version 6.0 auch Multi-Core-Unterstützung bietet, welche dem Programm auf Dual-/Mehrkern- oder Multi-Prozessor-Systemen zu einer deutlich verbesserten Performance bei der Ver- und Entschlüsselung der Daten verhilft. Wie verwenden den integrierten Benchmark-Test mit einem 100-MB-File. Weitere Ergebnisse auch zu diesem Test: TrueCrypt 6.0 veröffentlicht (Benchmark) [28]
Seit DivX 6.1 (Codename Helium) [30] unterstützt der für Videos sehr beliebte Codec auch Dual-Core-Prozessoren und erreicht je nach Konfiguration eine Steigerung der Encoding-Rate um mehr als 150 Prozent. Die Leistungsunterschiede sind dabei umso stärker ausgeprägt, je höher die gewählte Qualitätsstufe ist. Bei früheren Prozessortests wurde DV- und MPEG2-Videomaterial mit unterschiedlichen Qualitätseinstellungen nach DivX 6.1 encodiert. Tendenziell waren auch hier die Ergebnisse gleich. Die bei DV gewählten, niedrigen Qualitätseinstellungen für Audio- und Video-Encoding ließen Single-Core-Prozessoren ein wenig besser abschneiden. Aufgrund des größeren Praxisbezugs werden fortan nur noch die Ergebnisse des MPEG2-Encodings veröffentlicht.
Zum neuerlichen Einsatz kommt DivX 6.8.4.7, der volle Unterstützung für die SSE4-Befehlssätze beinhaltet. Intel hat gerade durch diese Instruktionen im Zusammenspiel mit DivX einen großen Performanceschub für Anwender versprochen, der sich auch durchweg bemerkbar macht. Alle AMD-Prozessoren haben deshalb einen schweren Stand.
TMPGenc Xpress 4: MPEG2 zu DivX 6.8
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:58
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
2:10
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
2:19
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
2:39
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
2:56
Core 2 Q9550s, 2,83 GHz, DDR3-1333
2:57
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
3:06
Core 2 Q8200s, 2,33 GHz, DDR3-1333
3:35
Core 2 Q8200, 2,33 GHz, DDR3-1333
3:35
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
3:35
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
3:45
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
3:46
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
3:46
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
3:55
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
4:00
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
4:01
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
4:11
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
4:17
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
4:23
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
4:36
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
4:53
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
5:02
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
7:06
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
8:30
Angaben in Minuten, Sekunden
MPEG 2
Das Zielformat für alle Hobbyfilmer ist nach wie vor die DVD und damit ein Film im MPEG2-Standard. Das Videomaterial selbst liegt dabei üblicherweise als Digital Video (DV) vor. Für den Test haben wir auf TMPGEnc 4.0 XPress 4.5.2.255 vertraut und ein 20 Minuten langes und unbearbeitetes Video mit einer Größe von vier Gigabyte in ein 1,32 Gigabyte MPEG2-File umgewandelt.
TMPGenc Xpress 4: DV zu MPEG2
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
4:22
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
4:23
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
4:59
Core 2 Q9550s, 2,83 GHz, DDR3-1333
5:08
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
5:09
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
5:11
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
5:19
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
5:31
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
5:32
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
5:38
Core 2 Q8200s, 2,33 GHz, DDR3-1333
5:51
Core 2 Q8200, 2,33 GHz, DDR3-1333
5:51
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
5:51
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
5:55
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
6:04
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
6:28
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
6:43
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
6:44
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
6:45
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
6:57
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
7:12
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
8:58
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
11:21
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
13:30
Angaben in Minuten, Sekunden
MP3
Das 1985 entwickelte Audiokompressionsverfahren MP3 ist das heute vorherrschende Format für Musik. Es wird von einer breiten Palette an Endgeräten unterstützt und bietet in der letzten Weiterentwicklung sogar Support für 5.1 Mehrkanal-Audio [31]. Das Spektrum an Encodern für MP3 ist mannigfaltig. Für unseren Test haben wir das populäre iTunes gewählt, mit dem wir eine 701 MB große Musikdatei einmal in das Format .mp3 umwandeln, danach in AAC. In den Einstellungen wurde dabei darauf geachtet, dass auch die Qualitätseinstellungen von 192 kbit/s beibehalten wurden.
iTunes 7: WAV zu MP3
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
0:50
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
0:50
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
0:52
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
0:53
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
0:53
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
0:56
Core 2 Q9550s, 2,83 GHz, DDR3-1333
0:57
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
0:57
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
0:59
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
0:59
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
1:03
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
1:07
Core 2 Q8200s, 2,33 GHz, DDR3-1333
1:10
Core 2 Q8200, 2,33 GHz, DDR3-1333
1:10
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
1:11
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
1:11
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
1:16
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
1:19
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
1:21
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
1:23
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
1:24
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
1:26
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
1:35
Angaben in Minuten, Sekunden
AAC
iTunes 7: WAV zu AAC
Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:13
Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
1:17
Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
1:19
Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
1:20
Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
1:20
Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
1:24
Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
1:27
Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
1:27
Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
1:29
Core 2 Q9550s, 2,83 GHz, DDR3-1333
1:29
Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
1:35
Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
1:41
Core 2 Q8200s, 2,33 GHz, DDR3-1333
1:48
Core 2 Q8200, 2,33 GHz, DDR3-1333
1:48
Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
1:48
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
2:37
Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
2:39
Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
2:49
Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
2:50
Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
3:00
Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
3:05
Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
3:08
Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
3:11
Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
3:30
Angaben in Minuten, Sekunden
Spiele
Assassin's Creed
Was passiert, wenn ein Konsolentitel erfolgreich ist? Man portiert ihn natürlich für den PC! Und dies ist UbiSoft mit Assassin's Creed wohl auch ohne Zweifel gelungen, da man es nicht nur bei einer reinen 1:1-Umsetzung gelassen, sondern darüber hinaus noch einige weitere Spielinhalte eingefügt hat. Doch worum geht es in Assassin's Creed überhaupt? Man spielt den Auftragsmörder Altair, der neben seinem eigentlichen Hauptberuf gerne mit Pferden reitet, Passanten umschubst, spektakuläre Kämpfe ausübt und sich vor allem gerne in schwindelerregenden Höhen, also auf sämtlichen Dächern der verschiedenen Städte, herumtreibt. Und was braucht man dazu? Eine potente Grafikengine, die Assassin's Creed auch durchaus hat. Ein Highlight sind die Charakteranimationen, die einwandfrei umgesetzt sind. Zudem gibt es noch schicke Texturen, sehr schöne Licht- und Schatten-Spiele, eine gut hervorgehobene Weitsicht und noch so einiges mehr, das Assassin's Creed zu einem Fest für die Augen macht. UbiSoft hat es sich nicht nehmen lassen, einen Direct3D-10-Renderer für die PC-Version einzubauen. Dieser soll die Performance bei gleicher Qualität gegenüber der Direct3D-9-Version erhöhen und zudem die Grafikqualität ein wenig verbessern. Genau diese DirectX-10-Version nehmen wir unter die Lupe.
„Bioshock“, mehr oder weniger der inoffizielle Nachfolger von „System Shock 2“, hatte es bei seinem Erscheinen wahrlich nicht leicht. Die Erwartungen waren dermaßen hoch, dass es nahezu unmöglich schien, diese allesamt zu erfüllen. Im Vorfeld sprach man davon bereits als „bestes Spiel aller Zeiten“. Mittlerweile ist BioShock erschienen – ob es tatsächlich das beste Spiel aller Zeiten ist, kann man wohl noch ewig diskutieren. Eines ist aber eindeutig: Technisch ist Bioshock nicht nur sehr weit vorne, sondern wohl derzeit allen anderen Titeln voraus. Grund dafür ist die Unreal Engine 3, die die Entwickler modifiziert haben, um diese auf die eigenen Ansprüche anzupassen. Herausgekommen ist ein Direct3D-10-Renderer, der mit bisher noch nie dagewesene Wassereffekten punkten kann. So interagiert das Wasser physikalisch korrekt mit dem Spieler, wenn dieser beispielsweise durch einen überfluteten Raum läuft. Darüber hinaus bietet Bioshock viele weitere optische Schmankerl: Schicke Partikeleffekte, spektakuläre Feuerdarstellung, realistische Schatten, schöne Oberflächen, Physikinteraktionen mit den Gegnern sowie der Umwelt und noch vieles mehr machen Bioshock grafisch zu einem Leckerbissen. Wir testen die erste Minute vom Kampf gegen den Endboss Fontaine, da diese immer nach dem gleichem Schema abläuft und sich somit gut für einen Vergleich eignet.
Auf den Patch 1.70 von Company of Heroes haben in der Vergangenheit viele Spieler gewartet, denn damit gab es nicht nur einige weitere Fehlerbeseitigungen, sondern auch die Unterstützung von Direct3D 10. Die neue API kann man bei einer entsprechenden Grafikkarte im Spielmenü auswählen und schon erscheinen alle Levels in neuem Glanz. Darüber hinaus kann man die Terraindetails nun eine Stufe höher auf „Ultra“ schrauben, was einige Bodendetails hinzufügt und die Texturen sichtbar verbessert. Die Direct3D-10-Version bietet dem Spieler eine pixelgenaue Beleuchtung, Percentage Closer Filtering für die Soft Shadows auf allen D3D10-Beschleunigern, schönere Partikeleffekte sowie Alpha to Coverage für alle Bäume und Sträucher, die somit auch von herkömmlichen MSAA erfasst und bearbeitet werden. Als Benchmarksequenz verwenden wir den integrierten Benchmark auf der Ultra-Stufe.
Crysis – alleine der Name sagt wohl schon alles. Kaum ein anderes Spiel hat bereits vor der Veröffentlichung so viel Aufmerksamkeit erhalten wie der First-Person-Shooter von Crytek, der als inoffizieller Nachfolger zum Actionhit Far Cry betrachtet wird. Far Cry sagt eigentlich auch schon alles: Denn kaum ein anderes Spiel lässt Spieler sofort an einen sonnigen Strand und an große Palmen denken. Und genau diesen (und noch viel mehr) sieht man in Crysis wieder – selbst wenn man ihn kaum wiedererkennen wird. Denn wie Far Cry setzt Crysis neue Maßstäbe in Sachen Grafik und hebt die Messlatte dabei gleich dermaßen hoch an, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis ein anderes Spiel der grafische Qualität von Crysis Paroli bieten wird. Die Direct3D-10-API, High-Dynamic-Range-Rendering, Parallax Occlusion Mapping, Soft Shadows, Motion Blur, Depth of Field, Soft Particles und noch eine Menge mehr bekommt man bei Crysis geboten. Dementsprechend hoch fallen die Hardwareanforderungen aus, die selbst den schnellsten Rechner problemlos ins Schwitzen bringen. Für den Prozessorvergleich setzen wir anders als bei unseren Tests für Grafikkarten auf den integrierten Test in der Detailstufe „hoch“ und führen neben dem durchschnittlichen Wert auch die Maxima und Minima auf.
Auch wenn der bekannte Vorgänger Far Cry noch von dem deutschen Unternehmen Crytek (nun Crysis und Crysis Warhead) entwickelt worden ist, so hat UbiSoft die Marke Far Cry nicht fallen gelassen, sondern einen zweiten Teil entwickelt, auch wenn dieser mit dem ursprünglichen Spiel nicht mehr viel gemeinsam hat. Gleich geblieben, wenn auch auf nicht ganz so hohem Niveau, ist jedoch eine sehr gute Technik, die Afrika in frischem Glanz erscheinen lässt. Dazu hat UbiSoft mit Dunia eine völlig neue Engine entworfen, die auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Dunia ist gar ein Direct3D-10.1-Renderer, der bei GPUs von niedrigerem Technikstand auf die Direct3D-10-API umschaltet, dort dann jedoch (zumindest auf GeForce-Karten) einige Fähigkeiten nutzt, um dennoch normales MS-Anti-Aliasing darstellen zu können. Wir verwenden von Far Cry 2 das integrierte Benchmark-Tool und testen das Spiel mit der Small-Flyby-Sequenz.
Das Actionspiel „Lost Planet: Colonies“ gibt es in zwei verschiedenen Versionen: Eine Direct3D-9- und eine Direct3D-10-Variante; Letztere hat es in unseren Parcours geschafft. Das Spiel kann technisch nicht nur durch die D3D-10-Erweiterung und somit der Nutzung des Shader-Model 4 inklusive des neuen Geometry-Shaders glänzen, auch abseits der API weiß Lost Planet zu gefallen. Mit Soft Shadows, FP16-High-Dynamic-Range-Rendering, detaillierten Texturen, massig Partikeleffekten und noch vielem mehr ist das technisch weit fortgeschrittene Spiel ein regelrechter Augenschmaus. Dass Lost Planet dabei noch eine Menge Spaß macht, könnte man fast schon als nebensächlich bezeichnen. Das Spiels bietet praktischerweise eine integrierte Benchmarksequenz, die einen Kameraflug aus der Sicht des Spielers durch zwei verschiedene Levels zeigt. Dabei kommt die etwas krumme Auflösung von 1.280 x 960 Bildpunkten zum Einsatz, der Parcour wird mit hohen Details bei 4facher anisotroper Filterung gemeistert. Da der zweite Teil des Benchmarks eher GPU-limitiert ist, präsentieren wir die Ergebnisse aus dem ersten Test.
Lost Planet Colonies auf einem Q9550s Lost Planet Colonies auf einem Q8200s
Race Driver Grid gehört zu den Rennspielen der Spitzenklasse. Neben atemberaubender Grafik bietet es fast alles, was das Fahrerherz begehrt. Auch wir haben uns deshalb auf den Fahrersitz geschwungen und drehen eine Testrunde auf der Strecke Okutama in Japan in der Disziplin „Profi Tuning“. Als Streckenart haben wir uns dabei für „großer Ring“ entschieden. Wir beginnen mit der Fraps-Messung direkt nach dem Stillstand der Kamera, also noch vor dem Start des Rennens. Anschließend fahren wir so schnell und nahe wie möglich hinter dem Feld her, ohne dabei einen Konkurrenten zu überholen oder mit dem Streckenrand zu kollidieren. Weitere Details zum Spiel und der Performance der Grafikkarten liefert unserer ausführlicher Performance Report [32].
Nach dem riesigen Erfolg von Sacred und Sacred Underworld, mit weltweit über zwei Millionen verkauften Spielen, gibt es seit dem Herbst 2008 die Fortsetzung Sacred 2 – Fallen Angel. Für viele ist das Spiel der Action-Rollenspiel-Blockbuster des Jahres 2008, eine halbwegs originelle Story und eine sehr hübsche Grafik sollen dafür Sorge tragen, dass sich nicht nur alt eingesessene Fans sondern auch neue Spieler für Sacred 2 begeistern. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Charakters und taucht in eine spannende Geschichte voller Abenteuer und Geheimnisse ein. Viele Kampftechniken, diverse Zaubersprüche, eine große Auswahl an Waffen und Gegenständen, erlaubt es dem Spieler, die Attribute des Charakters aufzuwerten und einen einzigartigen, individuellen Helden zu erschaffen.
Mittlerweile sehen Strategiespiele zwar deutlich besser aus als noch vor einigen Jahren – so recht gelingen will es den Programmen aber nur selten, in die grafische Königsklasse, die meist von First-Person-Shootern besetzt wird, vorzudringen. Den Entwicklern von World in Conflict scheint dies nicht gereicht zu haben und man entwickelte eine Grafikengine, die sich vor keinem anderen Spiel zu verstecken braucht. World in Conflict unterstützt die Direct3D-10-API und hat keine Schwierigkeiten, Kantenglättung unter der neuen Programmierschnittstelle anzuwenden. Schicke Shadereffekte zieren das Spiel (so wirft die Sonne beispielsweise Lichtstrahlen durch die Wolken, welche die Umgebung darunter beleuchten), ebenso detaillierte Texturen und eine realistische Schattendarstellung. Die Animationen der Spielcharaktere sind gut gelungen, was in Kombination mit einem kinoreifen Schnitt Kinoatmosphäre in den Zwischensequenzen aufkommen lässt. Als Testsequenz benutzen wir nicht die integrierte Benchmarkfunktion, da sich diese mitunter wenig berechenbar verhält und teilweise sehr hohe und unglaubwürdige Ergebnisse präsentiert. Stattdessen verwenden wir die Introsequenz zur dritten Mission der ersten Kampagne in 1.280 x 1.024 Bildpunkten und 4-fachem AA/AF.
Neu in unseren Prozessortests ist die Kategorie der „realitätsfernen Spiele-Benchmarks“. Dafür senken wir in vier Spielen die Auflösung auf das minimal mögliche und zeigen in detaillierten Diagrammen die Performance auf. Dabei greifen wir sowohl auf die Einstellung mit den wenigsten Details zurück, als auch auf die Möglichkeit der Darstellung maximaler Details. Auf die qualitätssteigernden Features FSAA & AF der Grafikkarte wird in jedem Fall verzichtet.
Die Tests zeigen mitunter die Rohleistung, die ein Prozessor leisten kann. Allerdings sind viele Spiele nochmals unterschiedlich optimiert, so dass sich allein durch diesen Tests nicht sagen lässt, ob der Prozessor im nächst kommenden Spiel plötzlich besser oder schlechter abschneidet. Der Core i7 ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Im realen Leben verhindert quasi jede Grafikkarte mit aktivierten qualitätssteigernden Features, dass der Prozessor ganz vorne dabei ist. In den folgenden Benchmarks aber stampft er in quasi jedem Test die Konkurrenz deutlich in den Boden.
Wie üblich bieten wir neben dem Ergebnis aus allen Test auch eine gesonderte Aufschlüsselung für die theoretischen Tests, den Office- und Multimedia-Bereich sowie die Spiele. Anhand dieser Diagramme sieht man, welcher Prozessor wo seine Stärken aber auch seine Schwächen hat. Nicht berücksichtigt werden in den Diagrammen die Werte von Super Pi, MaxxPi² sowie die minimalen und maximalen Bilder pro Sekunde, die wir in einigen Spielen mit angegeben haben. Insbesondere die minimalen Frames sind in jedem Test eine Geschichte für sich, da ein Nachladeruckler beim Zugriff auf die Festplatte an einer völlig anderen Stelle als üblich das Ergebnis total verfälscht. Zudem halten wir es für wenig sinnvoll, das niedrigste Ergebnis entscheidend für einen ganzen Artikel zu machen, da es ohne weiteres sein kann, dass nur innerhalb einer einzigen Sekunde solch' niedrige FPS-Zahlen erreicht werden, während das Spiel ansonsten spürbar flüssiger läuft.
Das Gesamtrating setzt sich schlussendlich nur aus dem Bereichen Office, Multimedia und den Spielen zusammen. Da die theoretischen Tests wie 3DMark, Cinebench, Sandra und die Errechnung der Zahl Pi keine direkte Aussage über die Performance im Alltag zulassen, kann man mit diesen Werten auch kein objektives Ergebnis finden.
Nachfolgend liefern wir auch alle separaten Ratings, die noch einmal deutlich aufzeigen, in welchem Bereich ein Prozessor gewinnt oder verliert. Wie gewohnt bewegt sich mit dem Mauszeiger über die einzelnen Prozessoren in den Diagrammen der 100-Prozent-Wert mit, so dass man den Vergleich vom Vorgänger zum Nachfolger und auch untereinander zwischen den kleineren Prozessoren, die unter den teuren Flaggschiffen angesiedelt sind, genau sehen kann.
Alle Prozessoren werden im Test ohne die Stromsparmodi getestet, um die maximale Performance zu zeigen. Dass die Energiesparmodi seit der neuesten Generation keine große Leistung mehr fressen, ist bereits in den letzten Artikeln ausführlich dargelegt worden. Um jedoch das Einsparpotential der Prozessoren aufzuzeigen, wird die Leistungsaufnahme im Idle und auch unter Volllast mit allen zur Verfügung stehenden Energiesparmodi (C&Q, C1E, usw.) getestet.
Unser Core 2 Quad Q9550s arbeitet unter Volllast mit nicht einmal 1,2 Volt, er bewegt sich immer unter diesem Wert. Auch wenn die CPU-Z-Anzeige im Schnitt knapp 0,025 Volt unterschlägt, fällt die 1,2-Volt-Marke kaum. Beim alten Modell sind gut und gerne schon mal bis zu 1,3 Volt möglich.
Die Unterschiede zwischen unseren beiden Testmodellen werden anhand des doch großen Sprung von der „s“-Klasse zum herkömmlichen Modell in der Leistungsaufnahme unter Volllast deutlich. Und die Probe aufs Exempel bestätigt, dass nicht nur die Spannung dafür verantwortlich ist: Setzt man die Spannung im BIOS bei beiden Modellen auf genau 1,2125 Volt fest, werden zwar leicht höhere Werte (172 Watt) erreicht, und bei 1,30 Volt nähern wir uns mit 185 Watt der bisherigen Leistungsaufnahme unseres gesamten Systems auf Basis eines „alten“ Core 2 Quad Q9550 mit einer TDP von 95 Watt, geknackt wird diese Marke aber noch nicht einmal mit 1,40 Volt auf der „s-CPU“. Bei diesen 1,4 Volt sind mit dem 65-Watt-Prozessor aber bereits mehr als 4 GHz mit dem Prozessor möglich, wie in einem der folgenden Abschnitte gezeigt wird.
Stromsparmodus im Idle
Untermauert wird das Bild, dass beide Prozessoren trotz identischer Steppings durchaus unterschiedlich sind, auch durch den Idle-Verbrauch. Trotz gleicher Spannung und einem identischen Takt von minimal 2,0 GHz zieht die s-CPU mit 105 Watt deutlich weniger aus der Dose.
Achtung: Wie üblich sind die hier ermittelten Werte keine Verbrauchsangaben für die einzelnen Prozessoren, sie betrachten das Gesamtsystem. Auch sind sie nicht mit ähnlichen Zahlen anderer Berichte vergleichbar, da mitunter spezielle, so nicht im Handel verfügbare Produkte zum Einsatz kamen. Die Auflistung bietet nur einen groben Überblick für die ungefähre Einordnung des Prozessors.
Temperatur
Die Messung der Temperatur findet parallel zur Messung der Leistungsaufnahme statt. Das System wird eine Stunde belastet, während die Raumtemperatur bei wohnlich warmen 21 bis 22 Grad liegt. Die dargestellte Temperatur ist immer der jeweilige Maximalwert, der mit dem Einheitskühler Noctua NH-U12P mit einem passenden 120-mm-Noctua-NF-12P-Premium-Lüfter ermittelt wurde.
Wie erwartet, schlägt sich die deutlich gesenkte Leistungsaufnahme auch auf die Temperatur nieder. Alle im Test befindlichen Prozessoren profitieren vom potenten Prozessorkühler, rühmliche Ausnahme bleiben der Hitzkopf Intel Core i7 und das alte Flaggschiff Core 2 Extreme QX6850 in der älteren 65-nm-Fertigung.
Es ist schon eine zweischneidige Sache, einen stromsparenden Prozessor zu kaufen, und dann an das Übertakten zu denken. Da dieser Teil jedoch immer in unseren Tests mit von der Partie ist, wollen wir auch mit den beiden neueren Quad-Core-CPUs nicht auf diese Aktion verzichten.
Bereits bei der Betrachtung der Leistungsaufnahme wird klar, dass unser Core 2 Quad Q9550s ein besonders „kühles“ Modell ist. Selbst mit 1,4 Volt bringt man das Komplettsystem beim normalen Takt des Prozessors gerade mal auf etwas über 200 Watt – weit weg von den älteren Modellen oder dem Core i7. Mit eben genau diese Spannung wollten wir sehen, wie weit sich die Taktschraube drehen lässt. Das Resultat: Satte 4.080 MHz waren mit genau dieser Spannung (1,4 Volt) möglich, und damit lagen wir nur 0,035 Volt über den Spezifikationen von Intel, die maximal 1,365 Volt für einen Core 2 Quad vorsehen.
Q9550s bei sehr guten 4,08 GHz
Das gleiche Spiel haben wir beim Core 2 Quad Q8200s probiert. Durch seinen sehr kleinen Multiplikator von 7 ist es jedoch ungleich schwerer hohe Taktfrequenzen zu erreichen. Mit einem FSB von 500 MHz und satten 1,5 Volt schafften wir ab und an den Bootvorgang bis in Windows – mehr nicht. Also haben wir uns auch hier für einen guten Mittelweg entschieden und sind einerseits mit der Spannung auf 1,4 Volt heruntergegangen, andererseits wurde der Frontside-Bus auf 480 MHz gesetzt. Heraus gekommen sind krumme 3,36 GHz, was aber immer noch einer Steigerung um mehr als ein Gigahertz entspricht.
Anmerkung: Die von uns ermittelten Werte können in der Praxis nicht unerheblich abweichen, da diese mit speziellen Samples durchgeführt wurden, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Es besteht daher keine Garantie, dass alle hier im Test dargelegten Ergebnisse mit einem ähnlich konfigurierten System daheim erreicht werden können.
„Undervolting“
Wie bereits aus unseren letzten Prozessortests bekannt, versuchen wir einen neuen Probanden auch mit einer etwas gesenkten Spannung zu betreiben. Zwar sind die Core 2 Quad Q9550s und Q8200s schon auf eine niedrige TDP getrimmt, dennoch arbeiten sie in genau den gleichen Spezifikationen aller bisherigen Modelle. Ein Grund für uns, weiter auszutesten, was im Punkte einer Absenkung der Spannung weiter an Optimierung möglich ist.
Q9550s mit minimaler Spannung
Ein stabiler Betrieb bei 1,08 Volt in Prime brachte uns mit dem Q9550s nochmals eine Einsparung von zwölf Watt, die Temperaturen gingen ebenfalls nochmals leicht zurück. Damit lässt sich der Q9550s insgesamt stromsparender betreiben als der 500 MHz geringer getaktete und insgesamt deutlich langsamere Q8200s.
Q8200s mit minimaler Spannung
Doch auch mit dem Core 2 Quad Q8200s gibt es in diesem Bereich noch Optimierungsmöglichkeiten. Mit gerade einmal 1,01875 Volt schafften wir mit dem Sample einen Prime-stabilen Betrieb. Belohnt wurde auch dies mit einer deutlichen Einsparung in der Leistungsaufnahmen. Unter Volllast braucht der Core 2 Quad Q8200s dann mit dem kompletten Testsystem gerade noch etwas über 140 Watt.
Anmerkung: Die von uns ermittelten Werte können in der Praxis nicht unerheblich abweichen, da diese mit speziellen Samples durchgeführt wurden, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Es besteht daher keine Garantie, dass alle hier im Test dargelegten Ergebnisse mit einem ähnlich konfigurierten System daheim erreicht werden können.
Preis-Leistungs-Rating
Neben der offiziellen Preisliste vom Hersteller gibt es Tagespreise der diversen Händler, die sich stetig ändern. Wir haben die aktuellen Preise für alle im Test vertretenen Prozessoren heraus gesucht und in einer Momentaufnahme vom 26. März 2009 festgehalten. Dabei wurde der Preis für die Boxed-CPUs inklusive Kühler und voller Garantie seitens der Herstellers berücksichtigt, welche möglichst auch verfügbar sein sollten. Etwaige Abweichungen von dieser Richtlinie sind mit Bemerkungen wie „nur als Tray-Variante lieferbar“ oder „nicht verfügbar“ gekennzeichnet.
Wie üblich gilt bei der Übersicht das bekannte Motto: Fällt ein Prozessor im Preis, wandert er in dem Diagramm nach oben und sein Rating erhöht sich dadurch. Für dieses Preis-Leistung-Verhältnis wird das Gesamtrating durch den Preis dividiert und mit 1.000 Multipliziert. Das Ergebnis repräsentiert dann die Leistung, die man, kaufmännisch gerundet, aktuell für einen Euro erhält. Wir weisen ausdrücklich noch einmal darauf hin, dass sich der Preis der Prozessoren täglich ändern kann, weswegen eine dauerhafte Korrektheit der Liste nicht garantiert werden kann. (Stand der Preise: 26.03.2009)
Die aktuell leicht steigenden/gestiegenen Prozessorpreise schlagen sich auch auf das Rating nieder. Traditionell wird das Feld aber weiterhin von den günstigen Zwei-Kern-Prozessoren angeführt. Die kleinen AMD Athlon sind mit gerade einmal 50 Euro einen Bruchteil so teuer wie die Quad-Core-CPUs, leisten dafür aber verhältnismäßig viel. Neue Prozessoren sind traditionell etwas teurer, was besonders auf stromsparende Prozessoren zutrifft. Die Prozessoren Core 2 Quad Q8200s und Q9550s haben deshalb in dieser Disziplin noch nie eine Chance gehabt.
Fazit und Empfehlung
Intels stromsparende Prozessoren gefallen, allen voran das Flaggschiff Core 2 Quad Q9550s mit potenten 2,83 GHz und vollen 12 MB L2-Cache. Die CPU ist durchweg genau so schnell wie die bisherigen CPUs mit ähnlichem Namen, spart aber ordentlich Strom. Unser Vergleich gegenüber dem alten C1-Stepping zeigt einen Unterschied von mehr als 35 Watt in einem kompletten System auf. Mit seinen guten Werten unterbietet er nicht nur alle Prozessoren mit vier Kernen aus eigenem Hause, auch AMDs CPUs haben gegen ihn keine Chance. Wäre da nur nicht der hohe Preis. Satte 355 Euro will Intel für eines dieser ausgesuchten Modelle vom Typ Q9550s haben, damit liegt er knapp 120 Euro über dem Preis der bisherigen Core 2 Quad Q9550 (C1-Stepping). Dieser Unterschied ist letztendlich viel zu groß, um den Vorteil der „paar Watt“ ausgleichen zu können.
Für Core 2 Quad Q8200s und Q8200 war dies heute die Bewährungsprobe in unserem Testparcours. AMD hatte vor wenigen Wochen den Phenom II primär gegen Intels kleinste Quad-Core-Prozessoren positioniert – zurecht, wie wir heute wissen. Der Core 2 Quad Q8200/Q8200s kränkelt hier und da zwar an seiner geringen Taktfrequenz von 2,33 GHz, liegt am Ende in der Gesamtleistung aber trotzdem fast auf einem Niveau zu den 2,6 GHz schnellen Phenom II X4 810 [33]. Preislich ist der Q8200s jedoch leicht günstiger. Die stromsparende Variante Q8200s hingegen ist mit 220 Euro etwa 80 Euro teurer als das Grundmodell, was sich bei dessen Preis von 140 Euro als deutlich zu viel herausstellt. Denn der Core 2 Quad Q8200 ist nicht umsonst in unserem Preis-Leistungs-Verhältnis aufgrund des niedrigen Preises aktuell neben den alten Phenom X4 die beste Wahl für einen Quad-Core-Prozessor. Einzig der Phenom II X4 810 kann mit seinen etwas über 150 Euro ein Wörtchen mitreden.
Intel-Wafer
Was bleibt nach diesem Test? Für den herkömmlichen Kunden sind die Core 2 Quad mit gesenkter TDP bei diesen Preisen aktuell noch nicht interessant. Offiziell sollte es im Jahr 2009 keine weiteren Prozessoren in dieser Kategorie geben, so dass Intel die Endkunden über einen besseren Preis ködern muss. Letzte Gerüchte sagen jedoch sowohl günstigere Preise als auch ein weiteres Modell [34] voraus. Dennoch scheint der Massenmarkt aktuell nicht Intels primäre Zielgruppe zu sein, was der stille Launch um diese Prozessoren Ende Januar und die erst langsam eintretende Verfügbarkeit zeigte. Mit den drei, später wohl vier Prozessoren soll vielmehr dem OEM-Markt neue Systeme ermöglicht werden. Diese können Mini-ITX-Systeme ab sofort mit einem Core 2 Quad ausstatten oder neue HTPCs zusammenschrauben. In den Komplettsystemen fällt der höhere Preis des Prozessors nicht so ins Gewicht, da die anderen Bauteile dies egalisieren können. Es bleibt also nur eine Frage der Zeit, bis ein großer Markt mit einem stromsparenden und zugleich relativ günstigen System wirbt.