State Of The Art
In einem Jahr soll es in den Regalen stehen: das neue Windows Betriebssystem „Windows Vista“. So wurde vor wenigen Tagen das dritte Community Technology Preview [1] (CTP) Beta-Testern und MSDN-Abonnenten zugänglich gemacht. Wir haben das Glück und gehören zu den Auserwählten und wollen unseren Lesern hiermit eine kleine, aktuelle Übersicht über den Windows XP-Nachfolger geben.
Der erste Eindruck zeugt vom fortgeschrittenen Status der Vista-Entwicklung und bestätigt die Gerüchte [2], dass eine „feature-complete"-Version Ende Dezember Microsoft-intern fertiggestellt werden soll. Die heiß diskutierte Windows Sidebar [3] ist in diesem Dezember CTP noch nicht enthalten und man wird wohl bis zur Veröffentlichung der Beta 2 warten müssen, bis man über dieses Feature fundiert diskutieren kann.
Nichtsdestotrotz gibt es sehr viel zu zeigen und wir wollen uns direkt ins Screenshotgetümmel werfen. Loggen wir uns also ein...
Nachdem man die ersten visuellen Eindrücke auf sich hat einwirken lassen, interessiert es, wieviel Festplattenplatz die Installation eingenommen hat. Die von uns verwendete 32-Bit-Version nimmt etwas mehr als acht Gigabyte in Anspruch. Wer Daten von seinem alten Computer übertragen will, kann „Windows Transfer“ nutzen, um Benutzerkonten, Dateien, Programmeinstellungen, Interneteinstellungen und -favoriten, E-Mail-Einstellungen, -Kontakte und -Nachrichten zu übernehmen.


Darstellung
Eine der auffälligsten Neuerungen ist sicherlich das Windows-Tab-Feature, bei dem die geöffneten Fenster dreidimensional in den Raum gestellt werden. Die Funktion ist auch über einen Button in der Taskleiste aufrufbar. Darüber hinaus gibt es jetzt eine Vorschau, wenn man sich mit der Maus über die in der Taskleiste befindlichen Programme bewegt. Verändert werden kann nun auch die DPI-Einstellung des Desktops. Liebhaber des alten Windows 2000-Styles können selbstverständlich auf diese Darstellung wechseln. Da wir jedoch die transparenten Fenster und neuen Darstellungen zeigen wollen, bleiben wir beim hardwarebeschleunigten Aero Glass-Style.





Windows Vista allgemein
Accessability
Der unter Windows XP als Eingabehilfe in der Systemsteuerung gelistete Eintrag ist in der englischen Windows Vista-Version als „Ease of Access" aufgeführt und wurde technisch ebenfalls aufgewertet.




Contacts
Das Adressbuch wurde einer Frischzellenkur unterzogen und sieht nun deutlich aufgeräumter aus.




Network Center
Unter dem Punkt „Network Center“ finden sich alle Netzwerkrelevanten Einstellungsmöglichkeiten. So können Internetverbindungen und LAN-Verbindungen hergestellt, aber auch nach Problemen geforscht werden.








Parental Control
Für einzelne Benutzerkonten kann nun auch eine Elternkontrolle eingeschaltet werden. So kann zwischen verschiedenen Kontollgremien gewählt werden. Unter anderem ist auch die deutsche USK vertreten.



Performance Center
Neu hinzu gekommen ist das Performance Center, hinter dem sich zum Beispiel das neue Super-Fetch-Feature [4] versteckt. Darüber hinaus kann hier der Windows-Start überprüft werden.



Security Center
Ein weiterer wichtiger Teil der Systemsteuerung ist das bereits aus Windows XP (SP2) bekannte „Security Center“. Es wurde in Vista jedoch gehörig aufgewertet und zeigt nun zusätzlich den Status von Windows Defender – ehemals Windows Anti-Spyware – an. Dazu aber später mehr.


Soundoptionen
Viele neue Einstellungen gibt es auch im Bereich der Soundoptionen.







Spiele
Zu guter Letzt dürfen natürlich die in Windows Vista enthaltenen Computerspiele nicht fehlen. Neben den Altbekannten Hearts, Solitär, FreeCell und Minesweeper enthält das neue Betriebssystem auch drei komplett neue Spiele. So kann sich ab sofort mit Chess Titans, Mahjongg Titans und Purble Place die Zeit vertrieben werden.





Startmenü
Auffällig am neuen Startmenü ist, dass der Schriftzug „Start“ fehlt. Die verschiedenen Einträge für Spiele, Musik etc. haben ein eigenes Symbol, welches oben rechts entsprechend angezeigt wird. Eine Suchfunktion ist direkt ins Startmenü integriert und zeigt „on-the-fly“ Ergebnisse an. Ungewöhnlich ist, dass die Standardeinstellung zum Herunterfahren der Hibernation-Modus ist.





Sync Center
Einstellungen zur Synchronisation von Daten werden im so genannten „Sync Center“ vorgenommen. So kann man auf verschiedenen Medien zu jeder Zeit „up-to-date“ sein.





Systemsteuerung
Die Systemsteuerung bietet neue Einstellungsmöglichkeiten im Software- und Hardwarebereich. So können zum Beispiel die Programme ausgewählt werden, die beim Autostart von Wechseldatenträgern automatisch ausgeführt werden sollen.











Treiber Installation
Die Treiberinstallation im Gerätemanager wurde grundlegend umstrukturiert.









Wenn etwas schief geht, gibt es weiterhin die nützliche Systemwiederherstellung und weitere Lösungen werden zur Problembehebung angeboten.



Windows Vista im Detail
Windows Backup
Windows Backup erlaubt sowohl das Sichern bestimmter Dateitypen von einzelnen Laufwerken als auch ein komplettes System-Backup. Auf Wunsch lässt sich der Vorgang auch planen, so dass regelmäßig eine Sicherungskopie erstellt wird.








Windows Calendar
Im Gegensatz zu Windows XP verfügt Vista nun auch über einen eigenen Kalender. Im Programm lassen sich mehrere Kalender anlegen, die auf Wunsch per WebDAV mit einem Server abgeglichen werden können.





Windows Collaboration
„Gemeinsam sind wir stark!“ Um dieses altbekannte Motto auch auf die tägliche Arbeit auszudehnen, kommt Windows Vista mit einer neuen Funktion daher, die den Codenamen „Windows Collaboration“ trägt. In einer Konferenzschaltung kann man beispielsweise gemeinsam mit den Teilnehmern digitale Handouts bearbeiten oder den eigenen Desktop präsentieren.







Windows Defender
Schutz gegen Spy- und sonstige Malware verspricht der integrierte Windows Defender, der – verglichen mit seinem Vorgänger Windows AntiSpyware – vor allem durch eine bessere Erkennungsrate glänzen soll.






Windows Update
Wie bei jeder Windows-Version inzwischen üblich, ist auch das Windows Update enthalten. Interessant ist die Tatsache, dass bereits aktualisierte Treiber über den Update-Service verfügbar sind. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, empfohlene optionale Updates mit über das Automatische-Update-Feature zu beziehen. Im Startmenü wird jetzt auch angezeigt, wenn Updates installiert werden.





Windows Photo Gallery
Windows Photo Gallery bietet im Gegensatz zu der aus Windows XP bekannten Bild- und Faxanzeige nun ein paar wenige Funktionen zum Bearbeiten der Bilder sowie ein kleines Vorschaufenter zum Durchstöbern des Bildbestandes.




Windows Explorer
Das Vorschau-Fenster des Explorer ist nun größer und auf der rechten Seite. Auch die Details haben einen neuen Platz und sind ans untere Ende des Fensters gewandert. Änderungen am Inhalt einzelner Ordner lassen sich bequem über die Eigenschaften rückgängig machen, wofür es mehrere Wiederherstellungspunkte gibt.







Vor dem Überschreiben einer Datei wird man nun genau gefragt, ob man nur eine der beiden Dateien oder beide behalten möchte.





Windows Fax
Auch eine Fax-Software gibt es in Vista wieder.






Windows Internet Explorer 7.0
Nach etlichen Jahren bringt Microsoft nun endlich den Internet Explorer 7. Neben erhöhter Sicherheit (zum Beispiel durch einen Phishing-Schutz) bietet er nun endlich auch Features wie Tabbed-Browsing, die es bei der Konkurrenz schon länger gibt.









Windows Mail
Outlook Express wurde in der mittlerweile siebten Version in Windows Mail umbenannt, kann seine Herkunft abgesehen vom Vista-Look jedoch nicht verbergen.





Windows Media Center
Der Setup-Wizard für das optisch leicht veränderte Media Center führt einen bequem durch die Konfiguration von Online-Optionen, Multimedia-Hardware und Fernseh-Empfang.









Windows Media Player 11
Der Windows Media Player 11 zeigt sich optisch frischer als sein Vorgänger, ist zur Zeit aber noch um wichtige Funktionen beschnitten, die erst im Laufe der Entwicklung einfließen sollen.









Windows Movie Maker
Der Windows Movie Maker bietet einfache Funktionen zum Schneiden und Nachbearbeiten von Filmen.



Gute Arbeit, Microsoft!
Nach dieser Bilderflut dürfte vor allem eins klar geworden sein: Microsoft macht bei der Entwicklung des Windows-XP-Nachfolgers gewaltige Fortschritte. Während die letzte, den Testern zur Verfügung gestellte Version (Oktober CTP, Build 5231) an vielen Stellen noch funktionslose Platzhalter aufwies und äußerst träge zu Tate schritt, ist nunmehr sogar an ein normales Arbeiten zu denken.
Erstmals in der Geschichte von Windows bietet Microsoft mit Vista sinnvolle Dialogboxen, die weit über „Ok“ und „Abbrechen“ hinausgehen und so auch Neulingen den Einstieg erleichtert. Neue Anwendungen wie Windows Calendar, Windows Collaboration oder Windows Defender – um stellvertretend nur einige zu nennen – stellen eine willkommene Erweiterung dar. Mit der nächsten Vorabversion, die voraussichtlich im Februar 2006 erscheint, wird Vista um den „Windows DVD Maker“ erweitert, der in der aktuellen Version zwar vorhanden ist, aber noch nicht zur Zusammenarbeit überredet werden kann. Auch an anderen Stellen ist der Baustellen-Charakter von Vista dann doch noch unverkennbar. Diverse Links führen noch ins Leere und auch der einstige Codename „Longhorn“ ist in Build 5270 weiterhin allgegenwärtig.
Doch all dies kann den Spaß an dieser Pre-Beta 2 von Windows Vista kaum schmälern, denn dafür macht die hardwarebeschleunigte 3D-Oberfläche „Aero“ einfach zu viel davon. Gerade der Fun-Faktor könnte sich mit der richtigen Beta 2 noch bedeutend steigern, wenn die „Sidebar“ als Feature Einzug hält.
Das, was Microsoft bis hierhin geschaffen hat, kann sich sehen lassen und wir blicken gespannt auf zukünftige Vorabversionen des wichtigsten Windows-Release seit der Vorstellung von Windows 95.

