Einstieg
TuneUp, der Hersteller der erfolgreichen TuneUp Utilities 2004, hat vor einigen Wochen zum Betatest aufgerufen, zu welchem sich jeder anmelden konnte. 3.000 Bewerber haben die Chance bekommen, die Beta-Versionen von TuneUp Utilities 2006 zu testen. Heute erschien die Release Candidate 1 der TU 2006, die laut TuneUp auch die letzte Version vor dem öffentlichen Release sein könnte. In diesem Test haben wir uns die Beta 2 Build 2322 von Sonntag, dem 31.07.2005, näher angesehen, welche sich nur in einigen Kompatibilitäts- und Performancepunkten von der endgültigen Version unterscheiden wird.
Installation
Wie auch beim Vorgänger ist die Installation einfach und bietet zum Ende hin die Möglichkeit, diverse Shellintegrationen von TU 2006 vorzunehmen. Die 8,94 MB große Installationsdatei beinhaltet fertig installiert ein ca. 19,3 MB großes Programm, das verglichen mit dem Vorgänger nicht viel größer ist.
Nach dem Start des Programms landet man auf der gewohnt aufgeräumten und übersichtlichen Oberfläche; diesmal jedoch nicht im Luna-Style sondern angepasst an das Royale-Theme, wie es uns bereits von der Windows XP Media Center Edition bekannt ist.
SystemControl
TuneUp SystemControl lässt den User jegliche Einstellungen über das Verhalten und Aussehen von Windows vornehmen. Es ist möglich dort diverse (auch versteckte) Netzwerkeinstellungen und -optimierungen sowie Sicherheitseinstellungen für das System vorzunehmen, die man sonst nur schwer in der Registry finden würde. Neu im TuneUp SystemControl ist die Einbindung und Unterstützung für den Mozilla Firefox. Verschiedene Einstellungen und Tweaks können hier vorgenommen werden. Beispielsweise lässt sich dort das Pipelining einstellen, welches eine Beschleunigung beim Laden von Webseiten mit sich bringen soll.
Dabei werden mehrere Elemente der aufgerufenen Website gleichzeitig über eine Verbindung heruntergeladen, sofern diese Funktion vom Webserver auch verarbeitet werden kann. SystemControl bietet jetzt ebenfalls die Option voll automatisch das Windows XP SP2 Sicherheitscenter zu deaktivieren, während TU 2004 diese Option logischerweise noch nicht kannte. Alle Änderungen, die eventuell eine Beschädigung des Systems hervorrufen könnten, lassen sich über das TuneUp RescueCenter wieder rückgängig machen.
StartManager
TuneUp StartManager ist das Modul, welches die von Windows beim Systemstart geladenen Programme anzeigt. Im StartManager von TuneUp 2006 ist es möglich, neue Programme zum Autostart hinzuzufügen oder bereits vorhandene Programme anhand des Herstellers und einer Bewertung zu identifizieren und gegebenenfalls zu löschen.
SystemInformation
TuneUp SystemInformation liest alle Informationen aus der Windows Management Instrumentation (WMI) aus und stellt diese übersichtlich in verschiedenen Tabs dar. Der eigene Taskmanager zeigt strukturiert und logisch aufgeteilt Infos über Speicherzuweisungen, Cachegröße, verfügbaren Speicher und vieles mehr.
Die im Gegensatz zum Windows Task-Manager sehr gute Anzeige der Netzwerkauslastung wird hier in kB/s angezeigt. Grafikkartenerkennung und Performance im Speichertab wurden im Vergleich zu Vorgängerversionen verbessert. Einstellungen lassen sich aber in diesem Modul nirgends vornehmen.
Styler2
TuneUp WinStyler wurde insoweit überarbeitet, als dass auch gleich ein neuer Name vergeben wurde: TuneUp Styler2. Neuerungen in diesem Modul von TuneUp gibt es viele. Beispielsweise lassen sich jetzt auch der Anmeldebildschirm oder der Bootscreen personalisieren.


Symbolpakete können geladen werden – bei Bedarf sogar direkt und kostenlos von der TuneUp Website – und weiterhin kann man hier auch visuelle Stile (Windows XP Themes) auswählen und einstellen, ohne eine Zusatzsoftware wie Style XP zu besitzen oder die Windows UXTheme.dll zu patchen.


DiskCleaner
TuneUp DiskCleaner befreit die Laufwerke von Datenmüll und kann freien Platz schaffen. Dabei sucht das Programm nach Null-Byte-Dateien, die bekanntlich trotz ihrer Größe von angeblich Null Byte doch Speicherplatz belegen, temporären Internetdateien sowie nicht mehr benötigten Protokolldateien und anderen temporären Dateien. Auch hier kann sich das TuneUp RescueCenter einklinken, um eventuell zu viel gelöschte Dateien problemlos wiederherzustellen.
RegistryCleaner
Auch TuneUp RegistryCleaner wurde in dieser Version weiter verbessert. Das Programm sucht nach verwaisten Registryeinträgen und bietet an diese zu löschen, was den Vorteil hat, dass man so seine Registry „entschlacken“ und zum Beispiel beim Systemstart durch die verkleinerte Registry noch ein wenig mehr Geschwindigkeit herauskitzeln kann. Eine Reinigung der Registry ist eigentlich immer zu empfehlen.



Bisher (weder in dieser Beta, noch in den Vorgängerversionen) hat dies nicht geschadet sondern eher geholfen, denn durch ein Aufräumen der Registry hat man die Grundlage für das nächste Programmmodul von TuneUp geschaffen: TuneUp Registry Defrag.
Nicht nur eine Festplatte fragmentiert mit der Zeit und wird dadurch langsamer. Die Windows Registry ist das Herzstück von Windows und braucht, nachdem man sie von ungültigen und verwaisten Einträgen befreit hatte, eine Defragmentierung.
Dies bedeutet im Klartext: Während einer Defragmentierung werden nicht aneinanderhängende Daten neu angeordnet, um vom Start an performanter darauf zugreifen zu können. Die Windows Registry ist nichts anderes als eine Datenbank, die ihre Daten nach einer Aufräumaktion auch kreuz und quer beherbergt. Ein RegistryDefrag kann diese Datensätze wieder zum Vorteil der Geschwindigkeit beim Systemstart so anordnen, dass der von der Registry eingenommene Platz optimal genutzt wird und oftmals noch verkleinert werden kann. Im gleichen Zuge repariert RegistryDefrag strukturelle Defekte der Registry.
Während des Analysevorgangs wird das System kurzzeitig inaktiv gesetzt, wodurch der User vorübergehend nicht mehr in der Lage ist am PC zu arbeiten. Dies ist wichtig, da am offenen Herzen des Betriebssystems gearbeitet wird. Nach der Analyse wird angezeigt, inwiefern die Registrierung optimiert werden kann. Für das eigentliche Defragmentieren der Registry muss der PC allerdings neu gestartet werden.
MemOptimizer
TuneUp MemOptimizer überwacht und optimiert den Arbeitsspeicher des Systems. Das Programm kann automatisch beim Start von Windows geladen werden und ab einem bestimmten Wert automatisch Arbeitsspeicher für andere Anwendungen wieder freigeben.
SystemOptimizer
TuneUp SystemOptimizer bietet die 1-Klick-Wartung, welche in einem Schritt mehrere einzelne Module ausführt. Beispielsweise werden somit die Registrierung und deren Struktur sowie Anwendungsdaten geprüft und temporäre Dateien gelöscht. Diese 1-Klick-Wartung kann man auch über den Taskplaner automatisch zu einem vorher definierten Zeitpunkt ablaufen lassen.
ProcessManager
TuneUp ProcessManager erkennt in dieser neuen Version mehr Programme und Prozesse. Von ihm aus lassen sich Prozessprioritäten und die geöffneten Dateien überprüfen und einstellen. Etwas traurig ist jedoch, dass der ProcessManager in dieser Form keine ebenbürtige Alternative zum Windows Task-Manager oder dem Sysinternals Process Explorer [1] darstellt, denn knapp 20 MB, welche der ProcessManager im Arbeitsspeicher belegt, sind für ein derartiges Modul etwas zu viel.
RegistryEditor
TuneUp RegistryEditor ist hingegen eine gute Alternative zu Windows Regedit. Arbeitet man selbst viel mit der Registrierung, hat man hier den Vorteil für diverse Schlüssel Lesezeichen setzen zu können oder den Verlauf seiner Änderungen in der Registrierung nachzuverfolgen. Der TuneUp Uninstall Manager ist in der Lage die installierte Software komplett aus dem System zu verbannen und auch deren Registryeinträge aufzuspüren und zu entfernen.
Shredder und Undelete
Im Tab „Daten retten und vernichten“ finden sich der TuneUp Shredder sowie TuneUp Undelete. Beide Programme lassen sich auch in das Kontextmenü von Windows einbinden. Der Shredder löscht Daten „sicher“, das heißt entsprechend der Richtlinie DoD 5220.22-M des amerikanischen Verteidigungsministeriums. Zur Sicherheit lasst sich der Löschvorgang in einem Schritt wiederholen.
Wer danach noch seine versehentlich gelöschten Daten wiederherstellen will braucht starke Nerven. TuneUp Undelete macht genau das Gegenteil. Es sucht gelöschte Dateien auf der Festplatte, die bereits aus dem Papierkorb von Windows gelöscht worden sind. Wenn die Bereiche gelöschter Daten nicht bereits überschrieben wurden liefert TuneUp Undelete gute Ergebnisse.
Fazit
Alles in allem ist das Programm wieder einmal gelungen. Bei früheren Versionen (ausgenommen 2004) musste man sich immer Gedanken machen, ob man mit dem Programm sein System nicht vielleicht ungewollt durch zu viele Optimierungen zerstört, was eher einer Verschlimmbesserung gleichkam. TuneUp bietet zum Vorgänger optisch keine großen Veränderungen, jedoch sind die einzelnen Programmmodule allesamt überarbeitet worden und im Umfang erweitert. Während die erste Betaversion von TuneUp Utilities 2006 noch etliche Fehler aufwies, waren diese bereits einen halben Tag später in der überarbeiteten Version verschwunden. Die getestete Beta2 (Build 2322) vom 31.7. kann sich in Sachen Performance und Funktionsumfang bereits sehen lassen und wir sind gespannt auf die Vollversion.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei Christopher Brinkmann – den meisten
wohl unter dem Nicknamen DunkelAngst [2] bekannt - für diesen Artikel bedanken.

















