Vorwort
Mit Comebacks ist das auch bei Spielen so eine Sache: Damit es gelingt, muss an die vorherige Leistungen zumindest nahtlos – im Idealfall sogar mit einer noch besseren Vorstellung als zuvor – angeknüpft werden. Genau diese Vorgabe gilt auch für die am 9. Juni erscheinende PC-Version von Halo 2. Doch auch in ganz anderer Hinsicht streut der Titel gewisse Erwartungen: Halo 2 ist eines der ersten Spiele, die ausschließlich für Windows Vista konzipiert wurden.
ComputerBase hatte bereits im Vorfeld der Veröffentlichung die Gelegenheit, die neuen-alten Abenteuer des Elitesoldaten mit dem markanten Namen Master Chief im Kampf um das Überleben der Menschheit in Augenschein zu nehmen. Fragt sich, ob das Comeback auf dem PC genauso gut gelungen ist wie seiner Zeit auf der Xbox.
Testsystem für Halo 2:
- Intel Core 2 Duo E6700 @ 2,66 GHz
- Gigabyte Ga-965P-DQ6
- GeForce 7900 GTX (512 MB)
- 2 x 1024 MB Crucial Ballistix (DDR2-RAM, PC2-8000)
Empfohlenes System für Halo 2:
- Betriebssystem: Microsoft Windows Vista
- Prozessor: Pentium-Prozessor 2,0 GHz oder höher
- Speicher: 1 GB RAM
- Festplatte: 1,2 GB Festplattenspeicher
- Grafikkarte: nVidia 6100, ATI X700 oder höher
- DVD-ROM: 4-fach DVD-ROM Laufwerk
- Steuerung: Microsoft-Maus oder ein kompatibles Zeigegerät
- Optional: Modem mit 56 Kbit/s oder höher für Online-Spiel
Geschichte
Genau wie die 2004 auf der Xbox gefeierte Konsolen-Variante [1] beginnt Halo 2 auch auf dem PC dort, wo Halo aufgehört hat: Kurz nach dem glücklichen Sieg der Menschen über die Außerirdischen. Ärgerlich hier: Wer die Geschichte nicht kennt, wird durch die zwar ansehnliche, aber nicht sehr informative Introsequenz so gut wie gar nicht informiert.
Darum sei hier die Geschichte von Halo im Schnelldurchlauf erwähnt: In einer fernen Zukunft bekämpfen sich die Menschheit und eine Allianz außerirdischer Rassen, genannt Convenant, in einem erbitterten Krieg. Dabei stoßen beide Parteien auf Halo, einen ringförmigen, von parasitären Orgasnismen („Floods“) bevölkerten Planeten, der für die Convenant das potentielle Tor zum Paradies darstellt. Was für die Allianz den Beginn zur „großen Reise“ darstellt, ist in Wahrheit nichts anderes als eine gigantische Massenvernichtungswaffe – man bemerke den kausalen Zusammenhang zwischen dem Begriff „große Reise“ und der Tatsache, dass diese mit einer riesigen Zerstörung beginnen soll. Um die totale Vernichtung zu verhindern, muss der Spieler in Person des legendären Master Chiefs (MC) Halo zerstören.
In Halo 2 angelangt, wird der gentechnisch getunte Elitesoldat mit samt seinen Kameraden gerade auf einer der interstellaren Verteidigungsanlagen der Erde für seine außergewöhnlichen Leistungen geehrt, als just ein Großangriff der Convenant auf die Erde beginnt. Im Verlauf der in der Tat sehr spannend gehaltenen Geschichte wiederholt sich der Plot von Halo quasi – allerdings tatsächlich nur in gewisser Weise. Zwar sind nahezu dieselben Charaktere und mit dem zweiten Halo ein nahezu identischer Planet vorhanden – verschiedene Windungen in der Geschichte, neue Aspekte und nicht zuletzt auch neue Figuren sorgen aber dafür, dass Halo 2 storytechnisch nicht zum Abklatsch des Vorgängers verkommt. Gerade im Hinblick auf die Geschichte findet sich denn auch ein bemerkenswertes, neues Feature: Anders als beim Vorgänger wechselt der Spieler in der Fortsetzung auch in die Rolle des im ersten Teil für die Verteidigung von Halo verantwortlichen Convenant-Kommandeurs, der nach seinem missglückten Einsatz in einer selbstmörderischen Eliteinheit dient und mit dem es ebenfalls gilt, eine handvoll Missionen zu überstehen.
Waffen
Für den Spieler bedeutet Halo 2 generell vor allem wieder eines: Gewohnt Aliens verschiedenster Couleur metzeln. Vom vergleichsweise süßen, hochstimmigen Grunt bis hin zum ebenso bösen wie großen Brute und den durch die Floods mutierten Zombie-Gegnern ist auch dieses Mal wieder alles dabei. Im Kampf kann der Master Chief dabei auf ein gewohnt sattes Waffenarsenal zurückgreifen: Neben konventionellen Maschinengewehren, die je nach Größe im effektiven Dual-Modus eingesetzt werden können, über das ebenso effektive wie munitionsarme Scharfschützengewehr bis hin zum Raketenwerfer lassen die menschlichen Waffen nichts zu wünschen übrig.
Im Verlauf der verschiedenen Gefechte kann sich der Master Chief natürlich auch diverse Alien-Waffen aneignen. Hier wird der geneigte Spieler jedoch leider schnell auf ein Ärgernis gestoßen: Anders als bei den menschlichen Waffen nimmt der MC bei einigen Alien-Waffen keine Munition auf, sodass die Waffe, einmal geleert, gegen einen am Boden liegenden, gleichen Typ eingetauscht werden muss. Besonders heikel ist dies mitten im Gefecht, wenn unter den vielen am Boden liegenden Waffen schon leer geschossene liegen.
Das Inventar des Convenant-Kommandeurs ist nur insofern erwähnenswert, als dass er – zusätzlich zum genannten Repertoire – mit einem Energieschwert auch noch nach Mittelaltermethoden martialisch kämpfen kann und zudem über ein nettes, aber wenig nützliches Unsichtsbarkeits-Spielzeug verfügt.
Leider gestaltet sich der Umgang mit den Waffen insgesamt sehr unausgereift. So kann der MC (ebenso wie der Alien-Kommandeur) nur zwei Waffenarten mit sich führen. Zum Beispiel ein duales System bestehend aus zwei Maschinengewehren sowie ein Scharfschützengewehr. Um auf das Scharfschützengewehr zu wechseln, muss die Taste Q (Standardbelegung) betätigt werden – selbige Taste sorgt aber auch dafür, dass die linke Waffe fallengelassen wird. Nach der Benutzung der Zweitwaffe muss also der eine Teil des dualen Systems wieder manuell eingesammelt werden. Genau derselbe Effekt tritt ein, wenn während der Verwendung dualer Waffen ein Standgeschütz besetzt werden soll. Hier noch kritischer: Die linke Waffe wird so fallen gelassen, dass sie zumeist unter dem Geschütz liegt und – wenn überhaupt – nur mit großem Aufwand wieder aufgenommen werden kann.
Fahrzeuge
Im Verlauf des Spiels kommt man immer wieder in den Genuss der Steuerung von Fahrzeugen, bei welcher die Ansicht von der ersten auf dritte Person wechselt. Mit einem Jeep, einem Panzer und einem Gleiter der Covenant ist der Fuhrpark in Halo 2 nicht prächtig, aber doch absolut ausreichend ausgestattet. Doch auch hier liegt der Teufel im Detail: Die Steuerung der Vehikel – insbesondere die des Jeeps – gestaltet sich aufgrund der unglücklichen Verbindung von Tastatur und Maus als äußerst stressig. So wird das Gefährt mit den Tasten W und A (Standardbelegung) vor- und zurück bewegt. Nach rechts und links geht es jedoch mit Hilfe der Maus – ein unsäglicher Umstand, vor allem, wenn man sich während der Fahrt bloß kurz nach Gegnern umblicken möchte und prompt gegen ein Hindernis donnert.
Darüber hinaus problematisch ist die Verwendung des Jeeps, wenn bereits Marines in diesem sitzen. So kann der MC nicht auswählen, auf welche Position er sich setzen möchte (Fahrer-, Beifahrer- oder Schützensitz), sondern er nimmt automatisch immer die freie Position ein. Ein realistisches, aber nicht sehr komfortables Feature, da man so in manchen Abschnitten auf dem Beifahrersitz zum gehemmten, mit einer kleinen Waffe auf gegnerische Panzerfahrzeuge feuernden Nebendarsteller wird. Einziger ebenso brutaler wie komplizierter Ausweg aus dieser Misere ist, mit Gewalt einen Crash des Fahrzeugs zu verursachen, sodass alle Insassen herausgeschleudert werden und sich neu gruppieren müssen.
Auch wenn das Handling der Fahrzeuge insgesamt ebenfalls zu wünschen übrig lässt, sorgt die Verwendung der Fahrzeuge dennoch für zusätzlichen Pepp und eine angenehme Abwechslung zum Balleralltag des Master Chiefs und ist damit ein nettes, wenn auch keinesfalls überragendes Feature.
KI
Auch die Künstliche Intelligenz (KI) bekleckert sich in Halo 2 leider nicht gerade mit Ruhm. So haben es die Marines besonders gerne, dem Master Chief im Gefecht vor die Linse zu laufen, um das eigens provozierte Friendly Fire dann mit einem „Passen Sie doch auf, Master Chief“ zu quittieren. Auch sonst geben die Mitstreiter mit eher nervigen Phrasen à la „Dem haben Sie es aber gezeigt, Sir“ eher nutzlose Kommentare ab. Im Feld überraschen die Marines dann aber teilweise doch: Selbst bei schwierig begehbarem Gelände wie bei einem Dschungel-Einsatz auf Halo bleiben sie dicht beim MC und leisten guten Feuerschutz. Richtig problematisch wird es zumeist erst dann, wenn es in einen Fahrstuhl oder – wie in besagtem Einsatz – auf eine Gondel geht; hier bleibt dann gerne einmal das halbe Team zurück, weil die Mitglieder einfach nicht auf das Transportvehikel treten wollen.
Auch die gegnerische KI glänzt nicht gerade durch einen enormen IQ. So bleiben die Aliens (aber auch die durch die Floods mutierten Zombies) häufig an Ecken hängen oder lassen getrost auf einige Entfernung auf sich schießen, ohne nennenswert zu reagieren. In diesem Zusammenhang seien noch die recht großzügig dimensionierte Hitboxen erwähnt, die häufig nicht ganz realistisch gesetzt sind, gerade bei kleinen fliegenden Gegnern aber verhindern, dass beim Feuer mit dem Sturmgewehr zu viel Frust aufkommt.
Plot
Neben den vielen kritikwürdigen Aspekten wirklich positiv zu erwähnen ist dagegen die Atmosphäre in Halo 2. So sorgen stetig wechselnde Lokalitäten – von einer Vielzahl von Raumstationen bis hin zu diversen Einsätzen auf den Planeten Erde und vor allem Halo – für angenehme Abwechslung. In groß angelegten Gefechten in diesen verschiedenen Bereichen kommt trotz besagter Mängel schnell und vor allem anhaltend Spielspaß auf. Gerade im nächtlichen Kampf mit den Flood-Zombies ist zudem ein gewisser Schockfaktor nicht zu leugnen, was Halo 2 neben der Abwechslung außerdem Spannung verleiht.
Die Geschichte des Spiels wird immer wieder durch verschiedenste Geschehnisse und gut gelungene Videosequenzen angeschoben und verleiht dem Spieler das – zugegeben falsche – Gefühl, darauf Einfluss nehmen zu können. Zusätzlich Fahrt gewinnt der Plot durch die historisch gewachsene Konkurrenz zwischen den beiden Protagonisten sowie der daraus resultierenden Zweigleisigkeit, die aber gewohnt lineare und von der Gewichtung her eher auf die Abenteuer des MC fokussiert verläuft. Insgesamt bietet Halo 2 also gehörigen Tiefgang sowie eine ausgereifte, spannende und in sich schlüssige Story.
Grafik
Ganz und gar nicht glänzend präsentiert sich indes die grafische Umsetzung von Halo 2. Die Erwartungen waren hier aber aus zweierlei Gründen nicht unbedingt gering: Zum einen versprach man bei Microsoft Games im Vorfeld eine PC-Adaption, die im Vergleich zur Xbox-Variante deutlich aufgewertet sein sollte. Zum anderen kommt Halo 2 mit Shadowrun, das am 1. Juni erschienen ist, als eines von zwei ersten „Vista-Only“-Spielen auf den Markt.
Auch wenn gerade letzter Umstand sich schon im Vorfeld in keiner Weise rechtfertigen ließ, schürt die alleinige Kompatibilität zu Windows Vista dann doch gewisse Erwartungen an die grafische Qualität von Halo 2. Doch von Beinahe-DirectX-10-Optik keine Spur: Statt bahnbrechenden Umgebungen, ebenso realistischen wie bombastischen Licht- und Schatteneffekten und lebensechten Gesichtern präsentiert sich Halo 2 im Gerade-Noch-Aktuell-Look, wie er vielleicht noch zu Beginn des Jahres 2005 als „Highend“ durchgegangen wäre. Flaches Wasser wirkt wie ein dickflüssiges, durchsichtiges Chemikaliengemisch und nicht wie erfrischendes Nass; Grasflächen kommen häufig als Texturplatte anstatt als einzeln modulierte, saftige Gräser daher und von den Mitstreitern auf Seiten der Menschen gibt es scheinbar nur vier bis fünf verschiedene Personen – zumindest wenn man nach den stets gleichen, recht unbeweglichen Gesichtern geht.
Auch von der versprochenen aufgeblasenen Adaption der Xbox-Variante kann nur bedingt die Rede sein. Zwar ist Halo 2 – plump gesagt – nicht hässlich. Wer aber eine echte Renaissance à la Counterstrike zu Counterstrike: Source erwartet, erlebt eine kleine Enttäuschung. Entsprechend der insgesamt eher geringen grafischen Aufwertung lief Halo 2 auf dem Testsystem dann aber auch in der Auflösung von 1280*1024 mit vierfachem Anti-Aliasing – mehr ist nicht möglich – und hohen Details sehr flüssig; stets im Bereich der 90-100 FPS. Selbst in höheren Auflösungen kam es zu keinerlei nennenswerten Performance-Einbrüchen. Auf einem schwächeren System (Intel Pentium 4 570J auf einem Asus P5WD2 Premium mit 1,5 GB RAM und einer Asus Extreme N6600GT Silencer) wollte Halo 2 indes nicht ordentlich laufen: FPS-Zahlen im mittleren Zwanzigerbereich machten jeden Spielspaß von vornherein zu Nichte.
Sonstiges
Speichern
Wie bei den Vorgängern kann auch bei Halo 2 ein Full-Save nur zu Beginn eines neuen Levels ausgeführt werden. Während der Missionen wird über ausgewogen gesetzte Speicherpositionen garantiert, dass man im Falle des Scheiterns nicht allzu weit zurückgeworfen wird.
Goodbye Healthpack
Ebenfalls wie in den Vorgängern entfällt in Halo 2 die lästige Suche nach Healthpacks und der ängstliche Blick auf die Healthpoint-Anzeige: Stattdessen kommt der Master Chief mit einem unsichtbaren Schild daher. Ein Warnton informiert den Spieler bei zu vielen gegnerischen Treffern über den schwachen Zustand des lädierten Schutzes. Wird nun nicht schnellstmöglich Deckung gesucht, dürfen sich die Gegner innerhalb weniger weiterer Treffer über ihren Sieg freuen. Selbiges gilt übrigens auch für die Missionen mit dem Convenant-Kommandeur.
Stabilität
Leider nicht wirklich ungewöhnlich – aber doch durchaus erwähnenswert – ist, dass Halo 2 während der Testphase insgesamt vier Mal abgestürzt ist. Dabei wurde die Anwendung nach einem drei- bis viersekündigen Freeze einfach geschlossen und Vista gab den Hinweis aus, dass der Grafikkartentreiber nach einem Problem neu gestartet werden musste. Worauf genau dieser Umstand zurückzuführen ist, lässt sich nicht sagen. Die Probleme traten an keinen bestimmten Stellen oder während besonders anspruchsvoller Szenen, sondern verteilt auf verschiedene Bereiche jeweils nur einmal auf. Gut möglich, dass ein erster Patch dieses Problem – sofern es vermehrt auftritt – schon bald beheben könnte.
Multiplayer
Der Multiplayer-Modus von Halo 2 funktioniert auch auf dem PC über den für Konsoleros bekannten, kostenpflichtigen „Live“-Dienst. Einmal eingeloggt, kann sich der geneigte Spieler auf insgesamt 23 Maps in verschiedenen, aus dem Multiplayer-Genre generell bekannten Modi wie zum Beispiel Deathmatch, Capture the Flag oder King of the Hill messen. Leider funktioniert der Halo-2-Multiplayer-Modus entgegen älterer Hoffnungen offenbar nicht plattformübergreifend, sodass Xbox-Inhaber nicht auf PC-Spieler treffen werden.
Multiplayer Map-Pack
Neben Single- und Multiplayer bietet Halo 2 für Windows Vista außerdem das offizielle Multiplayer Map-Pack, das den Multiplayer-Modus um neun weitere, sehr ansehnliche Maps sowie einen eigenen Map-Editor erweitert.
Preis
Halo 2 wird voraussichtlich um die 50 Euro kosten. Eine einmonatige Live-Gratismitgliedschaft (Gold) ist im Paket inbegriffen.
Fazit
Alles in allem gestaltet sich Halo 2 für den PC als nahezu tragischer Titel. Es scheint, als waren die Vorgaben im Vorfeld insgesamt einfach zu hoch gesteckt. Dieser Umstand ist einerseits historisch gewachsen: Nach den Erfolgsgaranten Halo und Halo 2 für die Xbox müssen Bungie und Microsoft Games der Theorie nach tatsächlich eine aufgewertet PC-Version präsentieren, damit der geneigte PC-Spieler überhaupt erst eine Art von Kaufanreiz erhält. Andererseits ist der Druck hausgemacht: Durch die aus technischer Sicht nicht schlüssig zu begründende Fixierung auf Vista in Verbindung mit der Ankündigung, gegenüber der Xbox eine verbesserte Version anzubieten, werden grafische Wunschvorstellungen provoziert, die nicht im Ansatz erfüllt werden. Während der Spieler sich auf einen Augenschmaus freut, wird er mit dem Look & Feel einer DirectX-8-Grafikengine bitter enttäuscht.
Um bei der Vista-Fixierung zu bleiben: Der Gedankengang, den man bei Microsoft damit verfolgt, ist vom markenstrategischen Standpunkt aus – im krassen Gegensatz zum rein technischen Aspekt – gar nicht so unverständlich. Natürlich versucht der Konzern durch eben jenen Schritt vor allem die kauffreudigen PC-Spieler durch die Bindung des Spiels an das neue Betriebssystem zum Kauf zu bewegen. Und dieses Vorgehen wird sicherlich in naher Zukunft mit anderen, wesentlich besseren Titeln – Age Of Empires 4? -auch einigen Erfolg haben. Doch auch für den Einstieg hätte es eines wesentlich stärkeren Titels bedurft. Denn fest steht: Halo 2 kann aufgrund der im Vorangegangenen aufgeführten Mängel in keiner Weise eine Daseinsberechtigung für Vista schaffen und wird die ohnehin prächtigen [2] Vista-Verkaufszahlen nicht zusätzlich anschieben.
Natürlich kann in die Waagschale geworfen werden, dass nicht nur die Grafik bei einem Computerspiel zählt, und auch wenn genau dieses Argument gerade bei Spielen wie Halo eine diskussionswürdige Aussage ist, sollte auch dieser nachgegangen werden. Aufgrund der gezeigten Mängel im Handling von Waffen und Fahrzeugen sowie der doch eher schwachen KI, gereicht es Halo 2 auch in dieser Hinsicht nicht gerade zu Ruhm und Ehre. Ausgeglichen werden diese Faktoren allerdings durch eine gewohnt schlüssige und spannende Geschichte, die allerdings etwas enttäuschend endet und wohl primär zum Ziel hat, auf Halo 3 Appetit zu machen. Wäre der saftige Minuspunkt in der Grafik nicht so frappierend, so wären alle Defizite in Steuerung und KI vergessen und der Master Chief hätte ein goldenes Comeback hingelegt.
So aber muss man leider sagen, dass Halo 2 wohl nur etwas für Halo-Freunde ist, die keine Xbox besitzen und in einer fernen Zukunft gerne Halo 3 spielen möchten, ohne in der Storyline nur Bahnhof zu verstehen. Wer aber auf einen Genre-Übersteiger mit hochkarätiger Grafik hofft, der sollte besser die Finger von Halo 2 für den PC lassen.
















