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Test: Brothers in Arms: Hell's Highway

von Sasan Abdi

Vorwort

Man könnte meinen, dass Spiele, deren Geschichte im 2. Weltkrieg angesiedelt ist, langsam aus der Mode kommen müssten. Dies ist aber offensichtlich nicht der Fall. Es bedarf schon längerer Recherche, um festzustellen, welcher größere Publisher bis dato noch keinen entsprechenden Titel veröffentlicht hat – und auch aktuell scheint sich das Setting noch längst nicht abgenutzt zu haben. Beste Belege hierfür sind das mit Spannung erwartete „Call of Duty: World at War“ sowie das unlängst veröffentlichte, auf dem Papier ebenso hochkarätige „Brothers in Arms: Hell's Highway“ (BIAHH). Auch letzteres stellt die Fortsetzung einer bekannten Reihe dar, in der im nunmehr neuesten Teil die altbekannten Charaktere weiter auf ihrem Weg durch die Kriegswirren begleitet werden.

Hell's Highway - Packshot
Hell's Highway - Packshot

Dabei setzen die Macher von Gearbox explizit auf eine für diesen Rahmen nicht sehr gewöhnliche Mischung aus Action und Taktik. Ob das aus der Serie bekannte Spielprinzip noch immer etwas taugt und ob der Anspruch, ein authentisches Spiel zu konzipieren, erfüllt wird, soll im Rahmen dieses Tests geklärt werden.

Technisches

Grafik

Da es sich bei „Brothers in Arms: Hell's Highway“ zunächst einmal um einen Firstperson-Shooter handelt, ist zu vermerken, dass die grafische Umsetzung einen besonders relevanten Punkt darstellt. Kommt es in anderen Genre vor allem auf Aspekte wie zum Beispiel die Spieltiefe an, lebt auch ein „Brothers in Arms“ mit Blick auf die so erstrebenswerte Authentizität in hohem Maße von der visuellen Ausgestaltung. Entsprechend gespannt waren wir auf das Aussehen des Spiels auf unserem Testsystem, das sich wie folgt zusammensetzt:

Testsystem für „Brothers in Arms: Hell's Highway“

Herstellerempfehlung für „Brothers in Arms: Hell's Highway“

Da die Grafik also eine enorme Rolle spielt, erscheint es umso wichtiger, dass Gearbox in dieser Hinsicht einen ansprechenden Titel abgeliefert hat. Dabei macht es sich besonders gut, dass die Protagonisten der Reihe sich dieses Mal durch das malerische Holland schlagen müssen und der Spieler somit in den Genuss des landschaftlich schönen, platten Landes sowie des mit allen Schrecken ordentlich inszenierten urbanen Eindhovens gelangt. Das auf der Unreal Engine basierende BIAHH stellt zwar mit Sicherheit keine grafische Revolution à la Crysis dar, bietet aber doch eine visuelle Umsetzung auf Höhe der Zeit.

Hell's Highway - Visuelle Umsetzung
Hell's Highway - Visuelle Umsetzung
Hell's Highway - Visuelle Umsetzung
Hell's Highway - Visuelle Umsetzung

Dazu gehören annähernd lebensechte Gesichter, authentische Explosionen, eine umfassende Map-Gestaltung, zerstörbare Gegenstände (z.B. Zäune, Sandsackbarrikaden etc.) sowie detailgetreue Texturen. All das ist in BIAHH weitgehend vorhanden, auch wenn gerade die Texturen bei näherem Hinsehen etwas verwaschen und teils ausgefranst wirken. Abgerundet wird das Ganze von einer großen Anzahl an Zwischensequenzen, die – bis auf Probleme bei der Lippen-Synchronität – ebenfalls solide umgesetzt wurden.

Hell's Highway - Visuelle Umsetzung
Hell's Highway - Visuelle Umsetzung

Hell's Highway - Visuelle Umsetzung
Hell's Highway - Visuelle Umsetzung
Hell's Highway - Visuelle Umsetzung

Dass BIAHH kein Highend-Grafiktitel ist, war eigentlich absehbar, könnte manch' verwöhntem PC-Spieler aber dennoch sauer aufstoßen. Doch darf man nicht vergessen, dass die gute, aber nicht herausragende visuelle Umsetzung dazu führt, dass das Spiel auch auf Standard-Systemen vergleichsweise gut läuft. Auf unserem nicht mehr topaktuellen System war es beispielsweise möglich, „Brothers in Arms: Hell's Highway“ in einer Auflösung von 1680x1050 bei hohen Details und 4xAA/AF mit soliden Bildraten von 35 bis 45 FPS zu spielen.

Sound- & Sprachumsetzung

Auch in puncto „Sound- & Sprachumsetzung“ kann man den Verantwortlichen keine Vorwürfe machen. Die Geräuschkulisse ist hervorragend gelungen und selbst der oft kritische Punkt der deutschen Synchronisation stellt im Falle von BIAHH kein Problem dar. Im Gegenteil: Die Sprecher machen einen guten Job. Der einzige Kritikpunkt, der übrigens bei überraschend vielen Titeln zu bemängeln ist, ist in den vielen Zwischensequenzen zu finden, in denen es faktisch keinerlei Lippen-Synchronität gibt – ein Umstand, der schwer verständlich ist und bei nahezu jeder Cutszene die Atmosphäre stört.

Jugendschutz

Während das Blut in der englischen Variante von „Brothers in Arms: Hell's Highway“ in Strömen fließt und auf menschliche Körper treffende Granaten entsprechend ihrer Sprengkraft allerlei Verunstaltungen anrichten, erwirbt der geneigte deutsche Spieler aufgrund der geltenden Jugendschutzbestimmungen eine entschärfte Version, in der sich die beschriebenen Dinge sowie alle weiteren, allzu gewalttätigen Aspekte natürlicherweise verbieten. Dazu gehört selbstredend auch, dass alle verfassungsschutzrechtlich bedenklichen Symbole aus BIAHH entfernt wurden.

Die Entschärfung von Titeln führt im Allgemeinen vor allem dazu, dass in der Spielergemeinde traditionell hitzige Diskussionen um die Notwendigkeit eines solch rigorosen Jugendschutzes geführt werden. Im Falle von BIAHH hat die unterschiedliche Ausgestaltung der Versionen aber auch technische Folgen, die im Abschnitt „Multiplayer“ näher beschrieben werden sollen.

Inhaltliches

Plot

Nachdem der D-Day mit all seinen Gefahren überstanden ist, haben es Sergeant Matt Baker und Sergeant Joe „Red“ Hartsock, die Protagonisten von „Brothers in Arms: Hell’s Highway“, bis ins Hinterland geschafft. Doch statt einer längeren Verschnaufpause steht den beiden samt ihrer Einheiten mit der Operation „Market Garden“ der nächste Gewaltmarsch ins Haus. Dabei sind Baker, der im weiteren Verlauf vom Spieler gesteuert wird, und der ab und an auftauchende Hartsock Teil des „Market“-Plans, der die massive Verschickung von Luftlandetruppen in den niederländischen Provinzen Nordbrabant und Gelderland zwecks einer umfassenden Wegbereitung für Bodentruppen („Garden“-Teil) vorsieht.

BIAHH-Protagonisten Matt Baker und Red Hartsock
BIAHH-Protagonisten Matt Baker und Red Hartsock

Die zunächst naheliegende Handlung, bei der man die BIAHH-Helden bei ihrem dramatischen Kampf durch die Niederlande begleitet, wird von vornherein durch für den Spieler zunächst nicht sehr leicht verständliche Details und Zeitsprünge unterbrochen. So stellt sich schnell heraus, dass „Brothers in Arms: Hell’s Highway“ kein klassisches Kriegsepos ist. Stattdessen spielt zum Einen eine ominöse Pistole eine wichtige Rolle, während ein weiterer großer Teil der Aufmerksamkeit erneut dem Verhalten von Pvt. Kevin Leggett gilt. Für Kenner der vorangegangenen BIA-Spiele ist Leggett kein Unbekannter, gilt er doch als Mitschuldiger am Tod der Privates Allen und Garnett. Auch wenn an dieser Stelle nicht zuviel verraten werden soll, so sei doch erwähnt, dass sich die Geschehnisse rund um den beschriebenen Leggett-Allen-Garnett-Fall inklusive der Verstrickung von Matt Baker im Rahmen von BIAHH aufklären.

Und so gestaltet sich die Handlung von „Brothers in Arms: Hell's Highway“ als überraschend authentischer Mix aus Kriegsdrama und kleiner psychologischer Studie. Mit den Schrecken des Krieges auf der einen Seite gelingt es durch die sehr persönliche Darstellung überdies, eine Idee davon zu vermitteln, wie die Strapazen einer solchen Situation auf den Menschen wirken können – ein ungewöhnlich wissenschaftlicher Ansatz, der sicher auch auf die vielen externen zivilen und militärischen Berater zurückzuführen ist, die an der Entstehung von BIAHH mitwirkten. Dementsprechend gilt: Wer sich von einem Weltkriegs-Shooter jede Menge Action ohne allzu viel Grübeln erhofft, ist mit BIAHH (glücklicherweise) nicht gut bedient. Im Gegenteil: Wünschte man sich im Rahmen von Spielen wie „Crysis: Warhead“ von den Spieleschmieden und Publishern dieser Welt mehr Tiefgang in Sachen Inhalt, so erhält man mit „Brothers in Arms: Hell's Highway“ genau dies. Der Detailgrad und die vielen Unklarheiten führen dabei unweigerlich dazu, dass weniger interessierte Spieler sich schnell frustriert fühlen könnten – was jedoch auch am Missionsdesign liegt.

Missionsdesign

Das Missionsdesign von „Brothers in Arms: Hell's Highway“ hat sich im Vergleich zu den Vorgängern nicht verändert. Auf räumlich ziemlich begrenzten Maps gilt es die gesamte Spieldauer von rund zehn Stunden über – von der übrigens gut und gerne ein Viertel durch die ansehnlichen Zwischensequenzen gefüllt wird – den hysterisch schreienden deutschen Feind zuerst mit Sperrfeuer festzusetzen, um ihn dann zu flankieren. Das Einzige, was sich bei diesem schnell monoton werdenden, absolut linearen Spielprinzip ändert, ist die Umgebung. Doch vermag auch ein Wechsel von malerischen Wiesen samt putziger Schafe hin zum eindrucksvoll inszenierten, zerbombten Eindhoven nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich hier der große Schwachpunkt von BIAHH findet.

Krankenhaus-Mission in BIAHH
Krankenhaus-Mission in BIAHH

Immerhin wird die spielerische Eintönigkeit ab und an aufgelockert. Dies geschieht beispielsweise durch vereinzelte Abschnitte, in denen man auf sich allein gestellt durch die Gegend streift, wobei besonders der Abschnitt im Krankenhaus atmosphärisch wie auch visuell zu den Höhepunkten gehört (siehe Bild oben). Auch die unterschiedliche Verfügbarkeit von Feuer-, Angriffs- und Bazooka-Teams, die es bei BIAHH zu kommandieren gilt, könnte für ein wenig Abwechslung sorgen. Da sich die Einheiten entgegen der Grundidee von ihrem Kampfverhalten her nicht merklich voneinander unterscheiden – das Kommandieren des Bazooka-Team ist eine äußerst zeitaufwendige Angelegenheit, da sich der Hauptschütze in der Regel nicht dazu durchringen kann, das vorgegebene Ziel tatsächlich anzugreifen, sodass man in der Regel selbst dem Wehrmachts-Panzer zu Leibe rücken muss – schließt sich diese Möglichkeit jedoch von vornherein aus.

Einzig die spaßigen aber spärlich vorhandenen Panzer-Missionen sorgen dafür, dass die missionstechnische Langeweile von „Brothers in Arms: Hell's Highway“ ab und an aufgebrochen wird. Doch selbst in diesen Momenten wiegt die brutale Linerarität schwer, da kein Abweichen vom Standard-Kurs erlaubt ist, sodass man beispielsweise die 88-Kanonen der Deutschen immer direkt anfahren muss, statt eine Seitenstraße zu nehmen, um dann die Flanke aufzubrechen.

Kämpferisches

KI

Abgesehen von den bereits angedeuteten Aussetzern des Bazooka-Teams ist die Künstliche Intelligenz in BIAHH definitiv vorhanden. Dies gilt vor allem für die Gegner, die stets Deckung suchen, in Unterzahlsituationen Rückzugsbewegungen anwenden und darauf achten, nicht flankiert zu werden. Mit Blick auf die eigenen Einheiten muss jedoch angemerkt werden, dass eine manuelle Positionierung stets notwendig ist. Wer seine Kameraden einfach stehen lässt und sich selbst um alles kümmern will, kann davon ausgehen, dass einige Todesfälle zu beklagen sein werden. Der Grund hierfür ist, dass die verbündeten NPC entgegen dem Verhalten ihrer deutschen Pendants nicht von unsicheren zu sicheren Stellungen wechseln, sondern gerne mal im Kugelhagel stehen bleiben.

Dennoch ist die KI der BIAHH-NPCs gut gelungen, setzt jedoch voraus, dass man die Kommando-Optionen tatsächlich nutzt.

Waffen & Fahrzeuge

Das Waffenarsenal von BIAHH hat sich im Vergleich zu den Vorgängern nicht verändert. Dies ist jedoch auch nicht nötig, da alle Standard-Waffen des Krieges – von der Tommy bis zur MP 40 – vorhanden sind. Abgerundet wird die Ausstattung nach wie vor von Splittergranaten, Sprengsätzen, einem Scharfschützengewehr und Raketenwerfern. Die wuchtigen 88-Kanonen können, einmal eingenommen, leider nicht verwendet werden. Der Fuhrpark bietet mit der erwähnten Steuerung eines Sherman-Panzers kein bahnbrechendes, aber ein ausreichendes Angebot.

Panzer-Fahrt in BIAHH
Hell's Highway - Panzer-Action
Hell's Highway - Panzer-Action
Hell's Highway - Panzer-Action

Steuerung

Eigentlich ist die Steuerung von Firstperson-Shootern nicht der Rede wert. Im Falle von „Brothers in Arms: Hell's Highway“ gestaltet sich die Situation jedoch ein wenig anders, da neben dem konventionellen WASD-Maus-Bewegungsablauf auch die jeweiligen Teams kommandiert werden müssen. Dies geschieht recht sauber zum Beispiel über die zweite Maustaste, mit der den eigenen Einheiten stets neue Positionen zugewiesen werden können (siehe Bild unten). Außerdem kann das Angriffsziel auf diesem Wege bestimmt werden, was ein wenig umständlich dadurch geschieht, dass man das entsprechende Team anwählt und dann mit gedrückter Maus-Zwei-Taste auf das Ziel hovert.

Einheiten-Steuerung in BIAHH
Einheiten-Steuerung in BIAHH

Ferner verdient der Punkt „Steuerung“ bei BIAHH gewisse Aufmerksamkeit, weil mit dem Cover-Modus die Möglichkeit existiert, den Charakter per Tastendruck an eine Deckung (zum Beispiel eine Mauer oder ein stehendes Fahrzeug) zu werfen. Diese Option ist technisch weitgehend gut gelungen und bietet überdies die Möglichkeit, über die WASD-Tasten kurz aus der Deckung hervorzuschauen und ein paar Schüsse abzugeben.

All diese Aspekte zusammengenommen kamen wir im Rahmen unseres Tests zu der subjektiven Einsicht, dass sich die Steuerung von BIAHH – zum Teil sicher auch aufgrund der vielen Möglichkeiten bzw. Aufgaben – ein wenig hakelig und teilweise nicht sehr intuitiv ausnimmt. Dies kann je nach Spielertyp aber selbstverständlich völlig unterschiedlich wahrgenommen werden. Feststeht in jedem Fall, dass die Steuerung bugfrei funktioniert und man sich zu keinem Zeitpunkt aufgrund der Bewegungabläufe im Nachteil sehen kann.

Multiplayer

Der Mehrspieler-Modus von „Brothers in Arms: Hell's Highway“ fällt äußerst mager aus. Dies lässt sich zum Einen mit Blick auf die Spielmodi sagen, bei denen es mit Capture-The-Flag nur einen einzigen gibt. Zum Anderen gibt es bisher nur wenige Server, auf denen man überhaupt spielen kann. Verschärft wird der Servermangel durch die im Abschnitt „Jugendschutz“ erwähnte Varianz in der Ausgestaltung der unterschiedlichen BIAHH-Versionen.

Schwacher BIAHH-Multiplayer-Modus
Hell's Highway - Multiplayer-Modus
Hell's Highway - Multiplayer-Modus
Hell's Highway - Multiplayer-Modus

Da sich die deutsche Version wie erwähnt von der englischen Variante unterscheidet, ist ein Zusammenspielen nicht möglich. Dies bedeutet, dass deutsche Spieler nur auf Servern spielen können, die mit eben dieser Version laufen. Klickt man im spartanischen Server-Browser von BIAHH also ein „falsches“ Spiel an, findet man sich schnell im Startscreen wieder. Ist der Servermangel sowie die fehlende Versions-Kompatibilität nur ein Ärgernis, so ist es schlicht unverständlich, weswegen die Server-Version nicht wenigstens über ein entsprechendes Fähnchen visualisiert wird. Dies hätte uns erspart, durch die rund 15 verfügbaren Server einzeln durchzuklicken, um am Ende festzustellen, dass wir zum Testzeitpunkt auf nur einem einzigen Server zugelassen waren.

Fazit

„Brothers in Arms: Hell's Highway“ bietet endlich das, wonach sich viele ambitionierte Spieler gerade in diesem Jahr häufig vergebens gesehnt haben dürften: Eine unkonventionelle, bis zum letzten Momente schwer durchschaubare und spannende Handlung. Neben diesem positiven Aspekt gelingt es den Machern von Gearbox überdies dank verschiedener Faktoren, ein ziemlich authentisches Spiel abzuliefern, das nicht nur die gewohnte Firstperson-Ballerei, sondern auch einiges an Taktik mit sich bringt. Bedingt werden Spieltiefe und Authentizität vor allem auch durch die nicht bahnbrechende, aber doch solide visuelle Umsetzung, die auch in Sachen Systemverträglichkeit zu überzeugen weiß.

Doch gibt es auch einige Mankos, die den zunächst sehr positiven Eindruck von BIAHH leider schmälern. Dazu gehört vor allem das ziemlich eintönige Missionsdesign. Dass das ewige Unterdrücken und Flankieren spätestens nach zwei Spielstunden eventuell langweilig werden könnte, scheint den Machern durchaus bewusst gewesen zu sein. Wohl aus diesem Grund wird auf verschiedenen Wegen versucht, etwas mehr Abwechslung in den Ablauf der einzelnen Abschnitte zu bringen. Dies gelingt aber nur mäßig. Trotz einer kurzen Scharfschützenmission und zwei Panzeraufträgen, trotz Einzelgänger-Abschnitten und vielen gut gestalteten Zwischensequenzen und trotz drei sich vom Kampfverhalten sehr ähnelnden Einheiten, die es zu kommandieren gilt: Es mangelt BIAHH klar an Abwechslung.

Aus diesem Grund werden Spieler, die sich mit der komplexen und nur langsam aber sicher in Fahrt kommenden Handlung nicht anfreunden können, wahrscheinlich schnell frustriert aufgeben. Zu den weiteren, weniger schwer wiegenden Schwachpunkten von „Brothers in Arms: Hell's Highway“ zählen überdies kleinere Punkte wie die fehlende Lippensynchronität, die mäßige Verbündeten-KI und die – subjektiv empfunden – etwas unpräzise Steuerung. Für all jene, die sich frei getreu dem Motto „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ nach der Einzelspielerkampagne einige Stunden Mehrspieler-Spaß versprechen, kann der äußerst schwach ausgefallene Multiplayer-Part von BIAHH nur abschreckend wirken. Hier wird es in Teilen nötig sein, die beschriebenen Schwachpunkte über einen ersten Patch auszumerzen.

Mit Blick auf diese recht detaillierte Kritik darf aber abschließend nicht der Eindruck entstehen, dass „Brothers in Arms: Hell's Highway“ ein mäßiges Spiel ist. Dem ist nicht so. Stattdessen bringen Gearbox und Ubisoft einen angenehmen frischen Wind in das eingestaubte Genre, wobei es an einigen Ecken wohl ein wenig mehr Sorgfalt bedurft hätte. Auch wenn die Vergleichbarkeit der Titel aufgrund der unterschiedlichen Fokussierung eher schwer fällt, darf man nun umso gespannter darauf sein, was aus dem direkten Mitbewerber „Call of Duty: World at War“ wird. Abgesehen davon: Wer bis zur Veröffentlichung des fünften Teils der Reihe Lust auf eine gepflegte Action-Strategie-Daddelei im 2. Weltkrieg empfindet, ist mit „Brothers in Arms: Hell's Highway“ jedenfalls gut bedient.

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