Vorwort
Ein zunehmend wichtiger Faktor bei der Bewertung von Neuerscheinungen ist der Grad der Innovation, mit dem ein neuer Titel aufwartet. Der Grund hierfür ist zum Teil in der stetigen Aufguss-Mentalität einiger Publisher, aber auch in der offensichtlich frappierenden und durch Zeitdruck verstärkten Ideenlosigkeit mancher Entwicklerstudios zu finden. Vor diesem Hintergrund hat es einen fast schon ironischen Beigeschmack, dass in diesem Jahr mit „Mirror's Edge“ für den PC ausgerechnet ein Spiel von Electronic Arts als erstes bei uns eintrudelte, das offenbar „ganz anders“ ist.
Denn es war gerade EA, auf das sich in der vergangenen Zeit – nicht zuletzt auch wegen einer unglücklichen Angelegenheit namens SecuROM – das Wutpotential fokussierte und das, Stichwort „Need for Speed“, abgesehen von einigen Ausnahmen wie beispielsweise „Spore“, stellvertretend für die große Langeweile in puncto Neuem stand. Mit „Mirror's Edge“, so viel darf bereits an dieser Stelle erwähnt werden, zeigen die Vielgescholtenen, dass man durchaus die Innovation sucht. Ob und inwieweit man sie gefunden hat, soll in diesem Test geklärt werden.
Inhaltliches
Plot
Die Handlung von „Mirror's Edge“ gestaltet sich von Anfang an erfrischend. Statt des vorab voraussehbaren Kampfes zwischen Gut und in Böse, häufig in persona eines harten Helden und zahlreicher fieser Gegner, weiß der Spieler zu Beginn des Spiels nicht ohne Weiteres, worauf dieses ungewöhnlich anmutende Abenteuer hinauslaufen wird. Wer sich überhaupt nicht einliest, wird sich zu Beginn über die seltsam sterile Stadt wundern und die Frage stellen, was genau eigentlich diese „Runner“ in der irgendwie sauberen, aber doch abweisenden Welt von „Mirror's Edge“ für eine Rolle einnehmen.
Zur Gruppe der Runner ist auch die Protagonistin mit dem bezeichnenden Namen Faith zu zählen. Nach einem grundlegenden und in diesem Fall sinnvollen Tutorial erfährt man schnell erste Dinge über die eher ungewöhnliche Hauptfigur und damit auch über die Vorgeschichte, die die Ausgestaltung der Gegenwart erklärt. So galt die Stadt vor nicht allzu langer Zeit noch als frei, bis man die Freiheit gegen maximale Sicherheit eintauschte und für eine zumindest oberflächlich nicht perfekte Welt einen Überwachungsstaat erhielt, der immerhin – so scheint es zumindest – das Verbrechen tatsächlich im Keim zu ersticken vermag. Mit eben diesem gesellschaftlichen Transformationsprozess ist Faith im Besonderen verbunden, da sie im Zuge der Proteste gegen eine Ausweitung der Kompetenzen der Sicherheitsorgane beide Eltern verlor.
Die Geschichte um das wahre Gesicht dieser vorgeblich perfekten Stadt entspinnt sich, als Faiths Schwester, in der Funktion einer ordentlichen Polizei-Beamtin das exakte Gegenstück zur Protagonistin, den politisch heiklen Mord an einem reformorientierten Bürgermeister-Kandidaten in die Schuhe geschoben kriegt und damit Faiths Ehrgefühl geweckt wird. Im Folgenden wird der Spieler allerdings nicht nur alles daran setzen, den Namen der Verwandten rein zu waschen – denn schon bald stellt sich heraus, dass hinter den Geschehnissen weit mehr steckt, als ein gegen einzelne Personen gerichtetes Vorhaben. Dazu kann man bzw. Faith glücklicherweise auf alle Fähigkeiten zurückgreifen, die eine Elite-Parkour-Läuferin ausmachen: Ob meterhohe Fassaden, steile Fensterfronten, breite Häuserschluchten oder gut gerüstete Polizisten – nichts kann Faith stoppen.
Von der Jagd nach einigen einzelnen Schurken bis zum Kampf gegen die großen Mächte dieser neuen Welt vermag die Storyline dabei zu überzeugen. Nicht nur aus diesem Grund sondern auch mit Blick auf die enorme Aktualität und wegen der spannenden Ausgestaltung der Handlung verdient der Plot von „Mirror's Edge“ sowohl das Prädikat „gut“, als auch die seltene Ehrenmedaille „innovativ“.
Missionsdesign
Ähnlich löblich kann die Betrachtung des Missionsdesigns leider nicht ausfallen. Dazu gestaltet es sich zu linear. Zwar verfügt der Spieler in der Regel über alternative Routen, doch lässt man Faith zumeist nicht zuletzt aus Übersichtsgründen immer den nahe liegenden Weg laufen. Dadurch kommt das in einer großen Metropole atmosphärisch eigentlich wichtige Gefühl der Freiheit nur in geringem Maße auf. Besonders ärgerlich ist dies an den wenigen Stellen, an denen die gegebenen Features in der Bewegung eigentlich ausreichen müssten, um ein Hindernis zu überwinden, dies aber aus wegetechnischen Gründen schlicht unmöglich ist.
Verstärkt wird die Linearität auch durch den Ablauf der Missionen, die von der Umgebung her nicht immer gleich ausfallen, im Kern aber doch stets einer relativ starren Schablone folgen. So findet man sich nicht ausschließlich auf Häuserdächern, sondern beispielsweise auch in U-Bahnen oder auf einem Schiff wieder, was durchaus für Abwechslung sorgt. Doch ganz gleich, wo Faith gerade auf der Suche nach Spuren oder Personen ist, der Ablauf gestaltet sich doch immer so: Eindringen, Suchen, ein neues Puzzle-Stück entdecken – und schon kommt die Polizei, wobei nach der gelungenen Flucht die nächste Zwischensequenz und sodann die nächste Aufgabe wartet. Interessant ist dabei allerdings, dass in der Konfrontation mit der Staatsmacht theoretisch auf jegliche Gewaltanwendung verzichtet werden kann, da man aus bewegungstechnischen Gründen und den extrem geringen Munitionsmengen nur selten eine Waffe trägt und darüber hinaus in jeder Situation durch die Anwendung von Umgehungstaktiken weiterkommen kann.



Trotz dieses guten Ansatzes und auch wenn mit der Aktivierung der gegnerischen Runner tatsächlich ein latentes, der Authentizität sehr zuträgliches Gefühl des Gehetztsein einsetzt, ist das Missionsdesign nicht als perfekt zu bezeichnen. Alles in allem hätte dazu ein bisschen mehr Abwechslung im Ablauf gut getan, während das Setting insgesamt jedoch ausreichend variiert. Weniger sensible Spielertypen werden „Mirror's Edge“ deswegen an nur wenigen Stellen monoton finden, weswegen an dieser Stelle kein allzu deutlicher Negativpunkt vermerkt werden soll.
Technisches
Nach der inhaltlichen Betrachtung wollen wir uns nun den technischen Aspekten von „Mirror's Edge“ zuwenden. Neben der grafischen Umsetzung und dem speziellen Blick auf die PhysX-Performance spielen dabei auch die Audio-Ausgestaltung sowie die Steuerung eine Rolle.
Grafik
An der grafischen Umsetzung von „Mirror's Edge“ können sich prinzipiell die Geister scheiden. Grund hierfür ist die zunächst als minimalistisch zu beschreibende Art, mit der die Macher von EAs Digital Illusion CE (DICE) das Spiel in Szene setzen. Diese trägt maßgeblich dazu bei, dass die Stadt, in der Faith sich durchschlagen muss, tatsächlich aalglatt, steril und auf den ersten Blick freundlich, sodann aber doch abweisend wirkt. So finden sich auf den Dächern der Wolkenkratzer keinerlei bunte oder anderweitig auffallende Elemente, während der Detailgrad der Spiel-Abschnitte generell eher gering ist, weshalb man leider beispielsweise nie auf nicht-feindliches menschliches Leben trifft.
Testsystem für „Mirror's Edge“
- Windows Vista Ultimate (32 Bit)
- Intel Core 2 Duo E6700 @ 2,66 GHz
- Gigabyte GA-965P-DQ6
- Nvidia GeForce 9600 GT
- 2 x 1024 MB Crucial Ballistix (DDR2-RAM, PC2-8000)
Herstellerangaben für „Mirror's Edge“
- Betriebssystem: Windows XP (SP 2) oder Vista 32 bit
- Prozessor: 3 GHz
- Arbeitsspeicher: 1 GB (Windows XP) / 1,5 GB (Windows Vista)
- Grafikkarte: 256 MB
- Festplatte: 8 GB Festplattenspeicher
- Soundkarte: DX-9-kompatibel
- DVD-ROM-Laufwerk
- Tastatur, Maus oder Gamepad
- Internetanbindung
Ein solcher Minimalismus, gepaart mit sich häufig ähnelnden Häusertexturen und Wolkenkratzer-Strukturen, verhilft „Mirror's Edge“ auf der einen Seite zu einem erhöhten Grad an Authentizität, da die Atmosphäre, in der sich der Spieler bewegt, nicht nur spür- sondern auch sichtbar wird. Auf der anderen Seite kann man den Machern aber auch unterstellen, dass sie es sich auf Basis dieser Entwicklungsphilosophie doch etwas zu leicht gemacht haben. Ist die beschriebene Monotonie auf den Wolkenkratzern noch eine Authenthizität stiftende Sache, wirkt sie in den seltenen Momenten, in denen Faith auf den Straßen oder in der U-Bahn unterwegs ist, wie ein Atmosphäre-Killer. Denn wo man viele Menschen, Autos und Details erwarten könnte – eben in den Straßen einer großen Metropole – wird der von den Dächern beschriebene Minimalismus radikal fortgesetzt. Dies führt dazu, dass Faith selbst dort ausschließlich auf Gegner, in der Regel also auf Polizisten, trifft.



Doch auch oberhalb des normalen Lebens fällt das Beschriebene ins Gewicht. Auch beim Blick von den Dächern auf die Straße erhält der Spieler statt detaillierter Einblicke in eine wuselige Großstadt nur die Einsicht, dass die Bewohner wohl immer gleich aussehen müssen und die wenigen Fahrzeuge sehr kantig die Kurve nehmen. Überraschend übrigens auch, dass sich auf den Dächern trotz des Minimalismus zahlreiche, immer gleiche Fahrräder finden (siehe Bilderreihe oben).
Selbst über die Kritik an dem mangelnden Detailgrad auf den Straßen lässt sich streiten, da man auch hier argumentieren kann, dass hier absichtlich versucht wird, eine irgendwie leblose Stadt zu inszenieren. Genau dies klappt jedenfalls recht gut. Zu dieser leicht futuristisch angehauchten Inszenierung passen im Übrigen auch die im Manga-Stil verfassten, wirklich gut gelungenen Zwischensequenzen, die in sehr ansprechender Weise zum Story-Fluss beitragen und dabei – ganz anders als das Leveldesign – mit einer ansehnlichen Vielfalt und einem hohen Detailgrad aufwarten.






Abgesehen von dieser sehr konkreten Betrachtung der grafischen Ausgestaltung lässt sich festhalten, dass „Mirror's Edge“ alles in allem dennoch ordentlich aussieht. Sieht man überdies von den eben angeführten Einschränkungen ab, so kann man dem Titel über weite Strecken ein hohes Maß an Atmosphäre zuschreiben. Dabei lief das Ganze auf unserem praxisnahen Testsystem überraschend flüssig. In der Auflösung 1680 x 1050 lief das Spiel mit 4xAA / AF, maximalen Details und aktiviertem PhysX bei recht stabilen 40 Bildern pro Sekunde. Bei fordernden Szenen, insbesondere mit weitem Blick, fiel die Rate durchaus auf 30, während man in engen Räumen mit 50 FPS voran kommen konnte.
Sound- & Sprachumsetzung
In Sachen Sound- und Sprachumsetzung weiß „Mirror's Edge“ nahezu uneingeschränkt zu überzeugen. Die Synchro-Stimmen sind gut gewählt und auch die Übersetzungen ins Deutsche fallen sauber aus. Wirklich bemerkenswert ist aber die musikalische Untermalung, die in wichtigen Situationen zur gehetzten, gefahrvollen Atmosphäre beiträgt und die auch in ruhigeren Situationen von der sanft-elektronischen Anmutung her wunderbar zur sterilen, (alp)traumhaften Stadt passt.
Steuerung
Die Qualität der Steuerung nimmt bei „Mirror's Edge“ eine besondere Stellung ein, da ihre akkurate Funktion im Sekundentakt über das weitere Vorankommen entscheidet. Wo es zum Teil auf Millimeter genaue Sprünge und Bewegungen ankommt, würde eine für Aussetzer anfällige Steuerung für eine deutliche Einschränkung des Spielspaßes sorgen. Glücklicherweise hat man bei DICE in dieser Hinsicht alles richtig gemacht. So ist selbst die vorgesehen Steuerung über Tastatur und Maus durchweg gut gelungen.



Im Kern ähnelt die Tastenbelegung der von konventionellen Shootern, wobei bereits nach wenigen Sekunden Spielzeit eine deutlich höhere Komplexität spürbar wird. Über die WASD-Tasten wird die Richtung vorgegeben, während man mit Shift kriechen, abrollen bzw. sliden und mit der Leertaste springen bzw. Wall-Running betreiben kann. Aufgrund der – durchaus sinnvollen – Mehrfach-Belegung der Tasten ist das bereits erwähnte Tutorial zu Beginn der Kampagne sinnvoll, wobei der durchschnittliche PC-Spieler danach kaum noch Probleme haben dürfte, sich durch die Welt von „Mirror's Edge“ zu bewegen.
Kopierschutz
Wie bei allen Veröffentlichungen der vergangenen Monate setzt Electronic Arts auch bei „Mirror's Edge“ auf das DRM-System SecuROM. Dies bedeutet, dass das Spiel nach der Installation beim ersten Start online verifiziert werden muss, was bei gegebener Internet-Verbindung automatisch und im Hintergrund geschieht. Außerdem kann die Installation nur auf fünf unterschiedlichen Systemen erfolgen – danach muss gegebenenfalls der Support kontaktiert werden. Auf den besagten Konfigurationen können indes laut EA beliebig viele Re-Installationen folgen, wobei Komponentenwechsel unter Umständen Probleme bereiten können. Der einzige tatsächliche Vorteil für den Käufer ist darin zu finden, dass nach der einmaligen Verifizierung keine DVD mehr im Laufwerk liegen muss.
Benchmarks mit PhysX
Mirror's Edge kann sich technisch von sämtliche Mitbewerbern ohne Zweifel absetzen. Und das liegt nicht alleine an dem doch sehr eigenwilligen (aber keines Falls schlechten!) Stil des Grafik-Content, sondern ebenso an der Hardware-Unterstützung von GPU-PhysX. Mirror's Edge ist somit das erste aktuelle Spiel, das nicht unbedingt die CPU zum Berechnen der Physik benötigt. Und dementsprechend gibt es viele Zusatzeffekte, die bei abgeschaltetem PhysX verloren gehen.
Auch in HD-Auflösung (720p) verfügbar
Scheiben zerspringen in viele einzelne Teile, mit denen die Spielfigur bei Bewegung interagiert. Sämtlicher Nebel und Rauch reagieren auf die Spielfigur, leichte Gegenstände fliegen bei starkem Wind im Level herum und noch einige zusätzliche Schmankerl bekommt der Spieler zu Gesicht. Mirror's Edge wirkt somit lebendiger, einfach realistischer als ohne PhysX. Wie bereits erwähnt, muss dazu aber eine entsprechende Hardware vorhanden sein.
Um zu zeigen, wie sich PhysX in der Spielpraxis auswirkt, haben wir diverse Screenshots sowie zwei Vergleichsvideos angefertigt. Die Effekte kommen in Bewegung jedoch sichtbar besser zur Geltung als auf Standbildern.
Auch in HD-Auflösung (720p) verfügbar
Die CPU alleine schafft es selbst in der schnellsten Form nicht, das Spiel mit Physikeffekten flüssig darstellen zu können. Hardware-PhysX wird aktuell einzig von sämtlichen CUDA-fähigen Nvidia-Grafikkarten (ab der GeForce-8000-Serie) unterstützt, während ATi-Käufer ohne PhysX leben müssen. Die einzige Alternative ist, eine separate PhysX-Karte von Ageia zu besitzen, die in Mirror's Edge ebenfalls funktioniert.
Doch wie läuft Mirror's Edge nun auf den aktuellen Grafikkarten? Was ist die beste Wahl ohne angeschaltetes PhysX? Und welche GeForce-Karte reicht aus, um PhysX flüssig darstellen zu können? Dies werden wir nun anhand einer 60 Sekunden langen Testsequenz inklusive GPU-PhysX-Effekte herausfinden. Alle Messungen wurden auf dem Testsystem für Grafikkarten [1] sowie mit dem Patch 1.1 erstellt. Als Treiber kommt der Catalyst 9.1 beziehungsweise der GeForce 181.22 zum Einsatz.
1920x1200 8xAA/16xAF – PhysX
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Bei eingeschaltetem PhysX brechen die ATi-Karten, wie man bereits vermuten konnte, beim Einsatz der Physik völlig ein und erzeugen ein unspielbares Ruckeln, was sich bei einer einstelligen FPS-Zahl einpendelt und erst nach dem Neuladen des Levels verschwindet – bis man die Physik erneut zu Gesicht bekommt. Die Nvidia-Karten zeigen dies aufgrund der Hardware-Unterstützung nicht und rendern in dem Fall munter weiter, sodass auch eine GeForce GTX 260 216 in 1920x1200 mit 8xAA sowie 16xAF nicht in größere Schwierigkeiten gerät. Zwar sind die minimalen 28 Bilder pro Sekunden nicht optimal, aber durchaus zu verschmerzen.
Die GeForce GTX 295 zeigt in Mirror's Edge eine gute Skalierung und kann sich um ein gutes Stück von der GeForce GTX 260 216 absetzen. Mikroruckler oder andere Schwierigkeiten können wir im SLI-Modus nicht feststellen. Allerdings ist es nötig, bei mehr als einer GPU die Datei „PhysXDevice.dll“ zu löschen, da der SLI-Modus andernfalls nicht einwandfrei läuft. Ab dem nächsten Patch (wahrscheinlich Version 1.2) sollte das Problem behoben sein.
Um PhysX-Effekte auf einer ATi-Karte nutzen zu können, benötigt man also eine separate PhysX-Karte vom mittlerweile aufgekauften Hersteller Ageia. Diese Kombination funktioniert im Betrieb einwandfrei.
1680x1050 4xAA/16xAF – PhysX
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Auf den Performance-Karten ergibt sich in 1680x1050 inklusive vier-facher Kantenglättung und 16-facher anisotroper Filterung dasselbe Bild: Auf einer ATi-Karte kann man PhysX einfach nicht nutzen, da selbst unsere auf vier GHz übertaktete Quad-Core-CPU mit der Physik vollkommen überfordert ist. Für Mirror's Edge reicht in den Qualitätseinstellungen selbst eine GeForce 9600 GT aus, um das Spiel relativ flüssig wiederzugeben können. Mit einer GeForce 9800 GT ist man dann auf der sicheren Seite und sollte kaum noch eine böse Überraschung erleben.
Benchmarks mit PhysX (Fortsetzung)
Neben der GPU kann man PhysX immer noch auf der von Ageia entwickelten PhysX-Karte berechnen lassen. Alternativ kann man genauso eine zweite Nvidia-Grafikkarte neben dem primären 3D-Beschleuniger verwenden, die im Alleingang die PhysX-Aufgaben übernimmt, während sich die primäre Karte um das eigentliche Rendern kümmert. Wie sinnvoll so etwas in Mirror's Edge ist, haben wir mittels einer GeForce GTX 260 216 mit diversen anderen Kombinationen untersucht.
1920x1200 8xAA/16xAF mit extra GPU/PPU
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Lässt man PhysX auf einer GeForce 8500 GT berechnen, zeigt sich schnell, dass die GPU wohl etwas überfordert ist. So liegen die Durchschnitts-FPS-Werte zwar noch auf dem Niveau der einzelnen GeForce GTX 260 216, die Minimum-FPS sind aber geringer. Ab einer GeForce 9500 GT profitiert man dann. Die Kombination ist 25 Prozent schneller als die GeForce GTX 260, während es bei den Minimum-FPS noch neun Prozent sind. Mit einer GeForce 9600 GT steigt die Differenz auf 29 Prozent beziehungsweise 19 Prozent. Eine GeForce 8800 GT bringt keine Besserung mehr.
Die PhysX-Karte von Ageia schlägt sich in dem Spiel wacker und steht den GPUs in nichts nach. So erreicht die Karte bei den Durchschnitts-Werten dasselbe Niveau wie die GeForce 9600 GT, einzig bei den Minimum-FPS liegt man knapp mit vier Prozent zurück.
Benchmarks ohne PhysX
1920x1200 8xAA/16xAF – ohne PhysX
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Ohne die PhysX-Effekte sieht es für die ATi-Karten natürlich deutlich besser aus, auch wenn das Spiel etwas von seiner Pracht verliert. So kann in 1920x1200 mit 8xAA/16xAF die Radeon HD 4870 mit 1.024 MB der GeForce GTX 260 216 Paroli bieten und verrichtet ihre Arbeit im Durchschnitt gar flotter als der Nvidia-Beschleuniger. Bei den Minimum-FPS hat man aber so seine Probleme. Von den zusätzlichen 512 MB profitiert das Radeon-Produkt nur minimal.
Ohne PhysX kann sich die Radeon HD 4870 X2 im Durchschnitt leicht vor die GeForce GTX 295 setzen, allerdings hat die Multi-GPU-Karte aus dem Hause ATi noch diverse Schwierigkeiten in Mirror's Edge, weswegen das Spiel im CrossFire-Modus unspielbar wird. Das Spiel läuft trotz sehr hoher FPS einfach „unrund“, wobei dies nicht den Mikrorucklern anzurechnen ist. Irgendetwas anderes hakt.
1680x1050 4xAA/16xAF – ohne PhysX
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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In 1680x1050 hat die ATi-Fraktion den Nvidia-Karten im Performance-Segment nicht viel entgegen zu setzen. Die GeForce 9800 GTX+ liegt unangefochten an der Spitze und die GeForce 9800 GT gerät nicht in Bedrängnis. Erst darauf folgt die Radeon HD 4850, die im Durchschnitt etwa sechs Bilder weniger als die GeForce-Karte liefert. Das größere Problem sind aber die Minimum-FPS, die mit 26 FPS recht niedrig sind. Die GeForce 9600 GT folgt nur kurz dahinter und ist immer noch spielbar.
Die Radeon HD 4830 kann das Spiel gerade noch so in 1680x1050 mit vier-facher Kantenglättung darstellen, erbringt aber schon keine optimale Geschwindigkeit mehr. Vor allem die Min-FPS sind ziemlich niedrig. Für eine Radeon HD 3870 sowie die Radeon HD 4670 empfehlen wir, die Qualitätseinstellungen zu reduzieren.
Kämpferisches
KI
Auch wenn man stetig mit Gegnern konfrontiert wird, erscheint die Ausprägung der Künstlichen Intelligenz in „Mirror's Edge“ nicht so wichtig wie in vielen anderen Titeln. Dies liegt darin begründet, dass die Polizei und später auch die gegnerischen Runner allenfalls Beiwerk zur Handlung sind, weswegen man sie in jedem Fall gewaltlos umgehen kann. Vor diesem Hintergrund wiegt es dann auch nicht so schwer, dass die KI als mäßig zu beschreiben ist. Statt clever agierender, äußerst beweglicher NPCs kriegt man eher passive, sehr schlecht zielende Polizei-Scharen auf den Hals gehetzt. Die besagten Runner stellen dagegen aufgrund eines hier solide umgesetzten Wegesystems und dank geringer Aussetzer eine durchaus ernstzunehmende Gefahr dar, die, wie beschrieben, ein authentisches Gefühl der ständigen Bedrohung erzeugt.




Waffen
Auch das Waffenarsenal ist in „Mirror's Edge“ von nur eingeschränkter Bedeutung. Da es prinzipiell möglich ist, die Kampagne beinahe ohne einen Schuss zu überstehen und Waffen aufgrund der eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten nur selten getragen werden, ist es nicht weiter tragisch, dass Faith neben ihren Fäusten nur auf eine handvoll Maschinengewehre und Pistolen zurückgreifen kann. Im Gegenteil: In der deutlich erkennbaren Möglichkeit des Gewaltverzichts findet sich eines der innovativen Feature des Spiels.
Fazit
Mit „Mirror's Edge“ liefert tatsächlich ausgerechnet der in letzter Zeit so häufig gescholtene Publisher Electronic Arts einen wahrlich innovativen Titel ab. Zwar stellen die Abenteuer der Runnerin Faith nicht den ultimativen Höhepunkt des Spiele-Jahres dar – für soliden Spielspaß reicht es aber allemal. Dies liegt indes nicht nur daran, dass „Mirror's Edge“ einfach anders ist, sondern auch an einer insgesamt soliden Umsetzung.
Dass dem so ist, zeigt sich in fast allen Punkten, die im Rahmen dieses Tests betrachtet wurden. So lässt sich über die visuelle Ausgestaltung und den Detailgrad zwar vorzüglich streiten; eine nachlässige oder gar fehlerhafte Umsetzung kann allerdings keinesfalls unterstellt werden. Stattdessen stellt sich nur die Frage, ob der grundlegend gelungene minimalistische Grafikstil nicht doch an mancher Stelle hätte aufgebrochen werden müssen – zum Beispiel dann, wenn Faith für kurze Zeit in die Gassen und U-Bahnen der Metropole eintaucht. Die Antwort darauf basiert auf einer subjektiven Wahrnehmung und lautet für diesen Test: Ja!
Abgesehen davon gibt es, was die Qualität betrifft, allerdings keinen allzu großen Diskussionsbedarf. Auch die Sound- und Sprachumsetzung ist, genauso wie die so wichtige Steuerung, wunderbar gelungen.
Abseits dieser technischen Aspekte kann festgehalten werden, dass „Mirror's Edge“ inhaltlich mit einer erfrischend unverbrauchten, unvorhersehbaren und über weite Strecken spannenden Geschichte aufwartet. Wer also einen schnöden Plot erwartet, der wieder einmal nur Mittel zum Zweck (=kräftige Ballerei) ist, wird von DICE mit einer hochaktuellen und zugleich sauber umgesetzten Story positiv überrascht. Die einzige inhaltliche Einschränkung leistet der etwas zu lineare Missionsverlauf, der dem eigentlich notwendigen Gefühl der absoluten Freiheit auf den Dächern einer riesigen Stadt zuwider läuft. Mit acht Stunden Spielzeit fällt Mirror's Edge zudem sehr kurz aus.
Abschließend lässt sich somit sagen, dass „Mirror's Edge“ für all jene eine gute Wahl darstellt, die Lust auf etwas Neues haben. Wer sich dagegen als Freund konventioneller Kost beschreiben würde, könnte manchen Moment der Unzufriedenheit erleben. Ob diese Einschränkung tragisch ist? Nein, denn hierin findet sich das Wesen von Innovation.






