News Wahl-O-Mat für Bundestagswahl 2013 im Netz

Direkte Demokratie ist gleichbedeutend mit der Tyrannei der Mehrheit, siehe Schweiz.
Tyrannei der Mehrheit?

Es ist schade, dass du dich durch unsere Politiker nicht repräsentiert fühlst, geht mir überhaupt nicht so.
Du findest falsche Doktortitel ok? Du findest Lügen ok? Du findest es ok die Pensionen anzuheben, die Renten zu senken? Du findest es ok, wenn Millionen Menschen in diesem Land bevorzugt werden gegenüber die anderen 75% der Menschen hier?

Ok. Wenn dem so ist, dann ist dem so.

Ich fühl mich von keinem einzigen Politiker vertreten.
 
Ab einem gewissen Level wird doch jeder Politiker korrupt.
Menschennahe sind die nur wenn sie vielleicht am Anfang ihrer Karriere sich irgendwo für den Landkreis einsetzen...
Sobald die etwas mehr zu melden haben (und das Geld / Vorzüge mehr wird) interessiert sich keine Sau mehr für die Kleinen Leute!
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Es sind eh die, die Geld haben, die Macht haben.
 
SheepShaver schrieb:
Mag alles sein, ich bezweifle aber stark, dass sich Politiker von der neuesten reißerischen Bild-Schlagzeile und der allgemeinen Panikmache der Medien beeinflussen lassen. Wenn, dann nur indirekt durch Druck aus der Bevölkerung und das ist schlimm genug.

Die Medienkonzerne sind doch untrennbar mit den Parteien verstrickt. Die BILD manipuliert nicht die Politiker, sondern BILD und Politiker manipulieren gemeinsam das Volk.

Das, was du beschreibst, sind Ausnahmefälle, zudem entscheidet ein Politiker nicht allein. Ein Gesetzesentwurf muss immenroch durch alle Gremien, bevor er verabschiedet wird.

Schön wäre es. Tatsächlich wird der Gesetzentwurf praktisch immer im Hinterzimmer des Regierungskabinetts oder einzelner Ministerien ausgearbeitet (bzw. bekommen sie ihn von Lobbyisten fertig auf den Tisch gelegt). Im Bundestag wird dann dank Fraktionszwang und Koalitionsverträgen einfach nur blind abgenickt (und die Opposition stimmt genauso automatisch dagegen).
Wann hat denn der Bundestag zuletzt einen Gesetzentwurf der Regierung abgelehnt? Selbst bei Themen, wo es eigentlich eine klare Mehrheit dagegen gegeben hätte.

In der Praxis läuft es manchmal sogar anders herum. Die Regierung spart sich die Formalität, ein vom budnestag in mehrheit beschlossenes Gesetz vom Bundestag wieder aufheben (oder ändern) zu lassen und setzt es einfach per Erlass außer Kraft.
So geschehen zum Beispiel bei Zensursulas Websperren und dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Atomausstieg (es lebe Merkels konsequente politische Linie).
Das ist eine verfassungsrechtliche Katastrophe, hat aber in der Öffentlichkeit kaum Wellen geschlagen. War wohl keine BILD-Schlagzeile wert.

Es wäre schon ein riesiger Fortschritt, wenn Gesetze wirklich in öffentlichen, freien, demokratischen Debatten und Abstimmungen im Bundestag ausgearbeitet und beschlossen würden. Ohne Koalitons- und Fraktionszqang themen- und sachbezogen quer durch die Fraktionen in wechselnden Mehrheiten. So wie es dem Gewissen und der Überzeugung der einzelnen Abgeordneten entspricht.
Aber das ist doch die absolute Ausnahme.

Das Parteiensystem stellt in Deutschland die Rangordnung der politischen Institutionen auf den Kopf und schaltet die Gewaltenteilung aus. Das wirkt sich nicht nur negativ auf die Entscheidungsfindung und demokratische Teilhabe aus, sondern ist schlicht und eifnach verfassungswidrig.

Ich sehe in direkter Demokratie eine Möglichkeit, diesen Parteienfilz zu sprengen, der die Demokratie erstickt. Man "kauft" bei der Wahl nicht mehr Komplettpakete (an die man sich auch nicht wirklich gebunden fühlt), sondenr entscheidet themen- und sachbezogen direkt mit.
Auch das wird mit der verfassungsmäßigen Rolle des Parlamentes nicht ganz leicht zusammenzubringen sein. Aber immer noch besser als das derzeitige System.
 
@DerBaya
Aber genau hier liegt doch der Hase im Pfeffer. Die müssten von den deutschen Bundesbürgern wegen Korruption angezeigt und aus dem Amt geworfen werden. Wer das macht der begeht einen Vertrauensbruch. Und hat daher auch kein Vertrauen verdient. Wenn du im Supermarkt als Kassierer nen Kuli klaust wirste auch entlassen. Wieso gilt das dann nicht für die, die nicht für eine Kasse, in einem Supermarkt, sondern für um die 80 Millionen Bürger entscheiden nicht?
 
SheepShaver schrieb:
Es ist schade, dass du dich durch unsere Politiker nicht repräsentiert fühlst, geht mir überhaupt nicht so. Zumindest kann ich ruhigen Gewissens schlafen, ohne Angst haben zu müssen, dass durch einen irren Volksentscheid die Entscheidungshoheit der Länder in der Bildungspolitik aufgehoben wird, nur so als Beispiel.
Das schießt ja wohl den Vogel ab.

Dass du die CDU magst und Angie an der Macht lassen willst, ok - deine Meinung.

Aber 16 verschiedene Bildungssysteme in 16 Bundesländern? Ein bayerisches Abitur, dass mehr wert ist als ein Berliner? Ein Schüler, der in MV ein 2er-Abi schafft, mit den selben Leistungen in Bayern gerade mal den 4er-Schnitt erreicht und in Sachsen-Anhalt nicht mal zur Abiturprüfung zugelassen würde? Hier "Gemeinsames Lernen bis zur 6. Klasse" (imho Bullshit), anderswo nach der vierten strickte Trennung nach Förder-, Haupt-, und Realschule sowie Gymnasium?

Sorry, aber unser Bildungssystem ist aktuell untragbar und gehört dringendst und schnellstmöglich vereinheitlicht.



@Herdware:
Danke für deine Ausführungen zur Aushebelung der Gewaltenteilung durch den Parteien- und Fraktionenzwang, so habe ich das bislang noch nicht betrachtet...



Und weil es so schön ist:
http://www.youtube.com/watch?v=vGuXVzgZ1uA
 
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Glücklicherweise schiebt das Grundgesetz diesem Gleichmachungszwang einen Riegel vor. Eine Vereinheitlichung hätte im übrigen nicht automatisch einen besseren Bildungsstandard zur Folge, das sollte jedem klar sein. Warum sollten wir unsere Hoheit über das Bildungssystem aufgeben, nur um es dann höchstwahrscheinlich zu verschlechtern? Ich sehe da eher die Länder mit mieserablen Abis in der Bringschuld.
 
swm-kullerkeks schrieb:
... Ein Schüler, der in MV ein 2er-Abi schafft, mit den selben Leistungen in Bayern gerade mal den 4er-Schnitt erreicht ...
Das halte ich persönlich für eine absolute Urban Legend, seit ich vor ein paar Monaten auf sueddeutsche.de die Abituraufgaben fürs bayerische Fachabitur gelesen habe. Ich habe zum Vergleich ein Berliner Abitur. Mir erschien mein Englisch-Abitur schon viel zu einfach, weil das Niveau unter den zwei Jahren Leistungskurs lag, aber was im Bayerischen Fach-Abi gefragt wurde... - statt Summary oder Outline für Aufgabenbereich I gibts im bayerischen Fachabi eine Antwortenvorauswahl mit Ankreuzkästchen, als wärs ein amerikanischer High-School-Abschluss! Ich musste, als ich das gesehen habe, einmal ganz laut über das bayerische Überlegenheitsgefühl bezogen aufs Abitur lachen.*

Da ich selbst Mathe nur mündlich geprüft wurde, kann ich die Matheabiaufgaben schlecht beurteilen, aber dazu mal ein kurzer Umriss der Meinung eines meiner ehemaligen Mathelehrer, der die Zentralabis mehrerer Bundesländer kennt: Auf den ersten Blick scheinen die Aufgaben in Bayern viel aufwändiger, als die in Berlin, da aber in Bayern zum Abitur ein Taschenrechner zugelassen ist, der viel mehr Funktionen erlaubt, als was in Berlin zugelassen ist, ist der intellektuelle Anspruch unterm Strich gleich - vielleicht weiß ein Berliner Abiturient auch einfach noch ein bisschen mehr, was er da eigentlich tut, als ein bayerischer, der eben wesentlich mehr den Taschenrechner arbeiten lässt.

P.S.
* In einer Fremdsprache ist der aktive Wortschatz eines Menschen immer wesentlich kleiner, als der passive Wortschatz. Wenn man also fertig formulierte Antworten vorgibt, ist der Schwierigkeitsgrad, selbst wenn man dafür wesentlich weniger Zeit gibt, wesentlich niedriger, als wenn man jemanden selbst formulieren lässt.
 
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