News 22FDX: Globalfoundries will 22-nm-FD-SOI-Chips produzieren

Pfifficus

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Globalfoundries hat zum Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Dresdner Werk am Dienstag ein neues Fertigungsverfahren namens 22FDX angekündigt. Um die Entwicklung ins Rollen zu bringen, investiert der zweitgrößte Halbleiter-Hersteller eine Viertelmilliarde Dollar. Die neunstellige Summe fließt in die Fab 1.

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Was sind das z.B. für Produkte die man mit dem Prozess fertigen will?
 
Boa is spät *shice Ausrede such* Fixed :D
 
Wie ich gestern im WiiU Thread schon geschrieben habe, wäre das ein toller Prozess für den Chip der Nintendo NX.
 
r4yn3 schrieb:
Was sind das z.B. für Produkte die man mit dem Prozess fertigen will?

Eher Chips mit geringerer Leistungsanforderung wie z.B. Chipsätze oder konkrete ARM Anwendungen wären da denkbar. SOI bietet in der Theorie Vorteile bei Störeffekten im Chip.

Es gibt eben noch genügend Anwendungen wo es nicht auf die kleinste Fertigungsgröße sondern auf Kosten und Haltbarkeit ankommt wie z.B. KFZ oder Astro...
 
Schön das in Dresden investiert wird, eine willkommene Abwechslung zu den sonst eher düsteren Nachrichten der Branche was Europäische Fabriken, Forschungszentren & Angestellte betrifft.
 
Source und Drain überhaupt zu übersetzen und dann noch als Quelle und Abfluss ist schon eigenwillig ;-)

Aber ansonsten eine schöne Meldung für den Standort.
 
Dieser soll neue Anreize für die Industrie 4.0, das Internet der Dinge und die Vernetzung sämtlicher elektronischer Gebrauchsgegenstände geben.

Och neh bitte nich. Bitte nicht diesen Begriff "Industrie 4.0" verwenden mit dem uns technophobe Bürokraten in Brüssel alles kaputt machen was an Elektronik und Datennetzen Spaß macht. Nach den Durchfällen vom Herrn Öttinger hätte der Begriff eigentlich verbrannt sein müssen statt an Popularität zu gewinnen.

In der Quelle kommt der Begriff offenbar auch nicht vor, aber es gibt einen Wikipedia Artikel dazu:

The term "Industrie 4.0" refers to the fourth industrial revolution. It originates from a project in the high-tech strategy of the German government, which promotes the computerization of manufacturing.

Oh halt, da gibts auch was in Deutsch:

Im Februar 2015 erklärte Reinhard Clemens von T-Systems die Ziele der Plattform für vorerst verfehlt. „Außer Gremienarbeit und Maßnahmenempfehlungen gibt es bisher keine konkreten Ergebnisse und kein konzertiertes Vorgehen deutscher Unternehmen in Sachen Industrie 4.0.“

Kritisiert wurde außerdem, dass es auch an einem gemeinsamen Vorgehen deutscher und europäischer Unternehmen fehle – im Gegensatz zu den USA, wo sich mit dem Industrial Internet Consortium (IIC) große Firmen zusammengeschlossen haben, um gemeinsame Standards zu erarbeiten.

Klingt wirklich nach keiner guten Idee diesen Begriff zu verwenden.

nukular8400 schrieb:
Source und Drain überhaupt zu übersetzen und dann noch als Quelle und Abfluss ist schon eigenwillig ;-)

Ist mir auch neu das Elektroniker dies so machen. Texte werden dadurch genau so unverständlich wie Autobauersprech.
 
Zuletzt bearbeitet:
LiveWire schrieb:
Och neh bitte nich. Bitte nicht diesen Begriff "Industrie 4.0" verwenden mit dem uns technophobe Bürokraten in Brüssel alles kaputt machen was an Elektronik und Datennetzen Spaß macht. Nach den Durchfällen vom Herrn Öttinger hätte der Begriff eigentlich verbrannt sein müssen statt an Popularität zu gewinnen.

In der Quelle kommt der Begriff offenbar auch nicht vor, aber es gibt einen Wikipedia Artikel dazu:



Oh halt, da gibts auch was in Deutsch:



Klingt wirklich nach keiner guten Idee diesen Begriff zu verwenden.



Ist mir auch neu das Elektroniker dies so machen. Texte werden dadurch genau so unverständlich wie Autobauersprech.

Unsere hiesige Industrie definiert Industrie 4.0 so, dass es eine absolute Vernetzung der Geräte in den Produktionsstätten gibt, dass sich ein Industrieroboter quasi von überall aus der Welt steuern lässt, dass ein Ingenieur nicht mehr an einen Arbeitsplatz gebunden ist und ein Unternehmen seine Filialen und Zweigstellen zentral verwalten kann.

Der Verbraucher/Konsument hat mit der Industrie 4.0 nichts zu tun.
 
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je nach Verzögerung kann es auch länger als 2016 dauern,

wusste nicht das GF auch 14 nm produziert, dachte das Verfahren muss noch etabliert werden
 
Himbeerdone schrieb:
Schön das in Dresden investiert wird, eine willkommene Abwechslung zu den sonst eher düsteren Nachrichten der Branche was Europäische Fabriken, Forschungszentren & Angestellte betrifft.

Wenn ich sowas lese bin ich jedesmal darüber verwundert, dass diese Art der Produktion tatsächlich in westlichen Industriestaaten vor Ort durchgeführt wird. Nicht falsch verstehen, ich empfinde das super! Auch Intel betreibt diverse Fabs in ihrem Heimatland.

Kennt jemand die Gründe dafür? Braucht man für den Betrieb solcher Fabriken hochqualifizierte Kräfte? Ich dachte, nur der Entwurf von Schaltungen / Chips / Wafer sei know-how-intensiv und die eigentliche Produktion kann ausgelagert werden...
 
Es verhält sich eigentlich genau anders herum. Die Entwicklung und Adaption von Fertigungsverfahren für die Serienproduktion hoch komplexer Halbleiterprodukte ist derart aufwendig und teuer das die Lohnkosten zweitrangig sind. Deshalb konzentriert sich die gesamte global verfügbare Produktionskapazität heute auf nur noch eine handvoll Unternehmen.

Die Investitions und Betriebskosten sind derart hoch das gigantische Volumen notwendig sind um diese wieder hereinzubekommen. Der ganz große Teil der Branche ist heute ohne eigene Fertigung da sich deren Unterhalt nicht rechnen würde bzw. im Regelfall überhaupt nicht finanzierbar wäre.

Die Kosten für eine neue 14nm Fab liegen bei über 5 Mrd. $ - ohne Prozessentwicklung und eine spätere Umrüstung auf einen zukünftigen Fertigungsprozess (wie 10nm) schlägt schnell mal mit der Hälfte eines Neubaus zu Buche. Faktoren wie eine gute Infrastruktur, qualifiziertes Personal, oft eine Nähe zu entsprechenden Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen und obligatorische Subventionen sind bei der Wahl des Standorts ausschlaggebend.
 
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@Faust2011

Der Grund ist, dass AMD anno dazumal ne Fabrik gebaut hat mit Geld das sie nicht hatten und dafür vom deutschem Staate noch ordentlich bezuschusst wurden. Ansonsten braucht es durchaus qualifiziertes Personal, jedoch kann man es sich leisten dieses global einzukaufen und zum Umsiedeln zu bewegen. Solang die Betriebskosten gering genug sind (Strom, Beschaffung Chemikalien, Entsorgung Chemikalien etc.) und Zulieferer vor Ort etabliert sind kann man sich leisten hohe Löhne zu akzeptieren. Schlicht weil wie schon gesagt wurde, die Lohnkosten im Verglich zu den sonstigen Betriebskosten nicht so hoch sind. Wobei bei GlobalFoundries auch ganz schnell klar wird, dass Mannstunden intensive Sachen wie das Testen und Bonden in Malaysia gemacht werden (in Dresden fällt der Wafer in den Flieger und fertig), weil man da eben keinen Bock hat das örtliche Lohnniveau zu bezahlen.

Der ganze 22nm Prozess klingt für mich eher nach Verwertung alter, abgeschriebenen Fertigungsmaschinen als nach großer Innovation. Wobei es natürlich als Innovation verkauft wird, denn wenn so eine Politikerpappnase da ist, geht es sicher wieder um Förderung (zahlt oder wir ziehen unsere Fertigungskapazitäten um!)
 
Piktogramm schrieb:
Der Grund ist, dass AMD anno dazumal ne Fabrik gebaut hat mit Geld das sie nicht hatten und dafür vom deutschem Staate noch ordentlich bezuschusst wurden

Jo, das ist auch so ein heikles Thema, allerdings eventuell zu off-topic. Jedenfalls wurde mit Steuergelder AMD zum Bau dieser Fabrik gelockt. Dann kam jedoch der Verkauf / Ausgliederung an GF und (große?) Teile der Produktion bzw. Entwicklung wurden stillgelegt. Letztlich ist die Frage, ob mit unseren Steuergeldern doch genug Leute dort einen Job gefunden haben und nun über Lohnsteuer und Gewerbesteuer der Break-Even inzwischen erreicht wurde?!
 
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