News Crowdfunding-Risiko: Jolla Tablet wird nicht an alle Unterstützer ausgeliefert

Hi,

Crowdfounding ist ebenso wie Aktiengeschäfte eben ein Glücksspiel ... wer das nicht begreift sollte nochmals extra zur Kasse gebeten werden solange bis er es begreift!

Vor diesem Hintergrund muss man solche Crowdfunding-Aktionen als Risikokapital ohne nennenswerte Gewinnchance sehen

Crowdfunding ist leider Risiko Kapital ohne jeden Anspruch etwas für sein investiertes Geld zu bekommen.

seid doch bitte so nett und zeigt mir mal, mit welchem Gesetz ihr das so argumentiert. Würde mich ernsthaft interessieren, ob das bei einer Firma noch greift. Vielleicht habt ihr da ja den ein oder anderen interessanten Link dazu?

Das dürfte das Ende der Firma hinter Jolla sein.

sehe ich ganz genauso und hoffe das ehrlich gesagt auch. Ein derartig miserables Geschäftsgebahren kann mir am Markt gerne gestohlen bleiben.

VG,
Mad
 
Der Prinzip dieses Crowdfundings ist völlig absurd.

Selbstverständlich braucht es Leute, die Risikokapital geben - und das ist es ja im Grunde.
Diese Leute sollten aber nicht nur am Verlust beteiligt werden (wie in diesem Falle), sondern auch am Gewinn.
Entsprechend des anteiligen Kapitals, das man beigesteuert hat, sollte man anteilig auch die Gewinne erhalten.

So wie es jetzt ist, liegt das komplette Risiko bei den Kapitalgebern, die komplette Gewinnchance bei dem Unternehmen. Das ist einfach völlig absurd - ich verstehe nicht, wie man als Kapitalgeber so ein unfaires System unterstützen kann.

Dass ein Risiko des Totalverlusts besteht, ist grade bei so kleinen Unternehmen völlig normal und auch akzeptabel. Normalerweise gleicht sich dies mit entsprechenden Chancen auf Gewinne im Erfolgsfall aus.
So funktioniert normalerweise die Finanzierung wie beispielsweise am Aktienmarkt - oder eben als Anleihen mit entsprechend hohen Zinsen.

Hier lachen sich die Initiatioren ins Fäustchen: Gehts schief, bekommen Sie wahrscheinlich ihr Gehalt aus den Geldern der Kapitalgeber und die Kapitalgeber nichts.
Klappts, sind die Unternehmer reich (obwohl sie im Grunde nichts risikiert haben) und die Kapitalgeber bekommen ein Tablet.
Völlig bekloppt.
 
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KainerM schrieb:
Und aus genau diesem Grund unterstütze ich bei solchen Plattformen auch ausschließlich Projekte für Beträge deren Verlust mir völlig egal ist. Mit der Regel lebt man normalerweise ganz gut.
Genau so mache ich es auch.

Flinxflux schrieb:
Crowdfunding ist wie Mondgrundstücke kaufen, ich investiere in eine Illusion.
Schlechter Vergleich, weil Dein Mondgrundstück wirklich eine Illusion ist während Du bei Crowdfunding immerhin eine realistische Chance hast, mal etwas zu erhalten. Ich habe jedenfalls schon mal etwas erhalten für das ich per Crowdfunding gespendet hatte während mein Mondgrundstück immer noch nicht bezugsfertig ist.

meran89 schrieb:
Der ganze Vorfall zeigt eigentlich eindeutig das die Sache mit dem Crowdfunding strenger Reguliert werden müsse.

Entweder von einer Bankenaufsicht oder von der Glücksspielaufsicht, oder eventuell sogar von beiden.

Vorallem müsste mann kenntlich machen das man ein Risiko eingeht und sein Kapital gefährdet sein könnte, diese Könnte zb. auch in einer Form eines roten/grünen Buttons sein den man vor der Transaktion bestätigen müsste.
Nur weil die Leute nicht mehr in der Lage sind ihr Gehirn zu benutzen ??? Steht doch alles in den entsprechenden Bedingungen. Liest halt nur keiner weil keine Bilder drin sind und es doch sowieso viel schöner ist sich nach dem eigenen Wunschdenken zu richten. Blöd nur, daß es selten zur Realität passt.
Ich bin nicht gegen Regulierung an sich sondern dagegen, den Menschen jegliches Denken abzunehmen und überall ein Kissen unterzulegen, damit man sich bloss nirgends mehr weh tut. Zuviel Regulierung tötet auch Kreativität und Fortschritt ab, die meisten Erfindungen der Menschheitsgeschichte wären niemals gemacht worden, wenn nicht irgendwer mal Risiken eingegangen wäre und sich gegen anerkannte Lehrmeinungen gewendet hätte.

Lar337 schrieb:
Selbstverständlich braucht es Leute, die Risikokapital geben - und das ist es ja im Grunde.
Diese Leute sollten aber nicht nur am Verlust beteiligt werden (wie in diesem Falle), sondern auch am Gewinn.
Entsprechend des anteiligen Kapitals, das man beigesteuert hat, sollte man anteilig auch die Gewinne erhalten.

So wie es jetzt ist, liegt das komplette Risiko bei den Kapitalgebern, die komplette Gewinnchance bei dem Unternehmen. Das ist einfach völlig absurd - ich verstehe nicht, wie man als Kapitalgeber so ein unfaires System unterstützen kann.
Was Du forderst gibt es, nennt sich Crowdinvest. Blöd halt nur, wenn das Projekt das einem wichtig ist nur als Crowdfunding existiert, weil die Ideengeber sich verständlicherweise eben nicht reinreden lassen wollen. Dann muss man entscheiden wie risikobereit man sein möchte und als wie vertrauenswürdig man das Konzept einschätzt. Aber solange zuviele Leute mit "Shut up and take my money" rumlaufen und hinterher von nix gewußt haben wollen wird das auch nichts mit Crowdfunding. Viele Menschen sind einfach noch nicht reif dafür.
 
Es geht ja nichtmal zwingend um ein Mitspracherecht, sondern um eine Gewinnbeteiligung.
Wie kann es bitte sinnvoll sein, dass die Inititatoren keinerlei Risiko eingehen aber den kompletten Gewinn einfahren?

Ich kann nur einen Grund sehen, unbedingt auf Crowdfunding zu bestehen: Man will den Gewinn für sich alleine und auf Kosten der Kapitalgeber ein Vermögen aufbauen. Dabei aber bloß kein Risiko eingehen, sondern dieses den Kapitalgebern übertragen. Mit Glück bekommen die ja immerhin ihr bezahltes Tablet.

Ich sehe keinen - wirklich garkeinen Grund - warum man in ein Crowdfundingprojekt "investieren" sollte.
Es ist purer Egoismus der Initiatoren, den Kaptalgebern die Gewinne vorzuenthalten, obwohl sie die einzigen sind, die ein Risiko tragen. Die Initiatoren sind immer fein raus.
 
Kickstarter ist eben keine Investitionsplattform sondern eine Spendenplattform. Mich hat das schon von Anfang an stutzig gemacht, dass man nicht am Gewinn beteiligt ist und dazu noch das Risiko trägt überhaupt nichts zu bekommen oder ein sonderlich großes Mitspracherecht in irgendeiner Sache hat (Naja geht auch schwer wenn 5k+ Leute mit spenden).
Hier wurde durch einen Medienhype, an denen auch Seiten wie CB Schuld sind, eine Plattform für Betrüger, Ahnungslose und Leute, denen man aus guten Grund ihre Idee nicht abgekauft hat, geschaffen die bis zum heutigen Tage immens viel Geld generiert.
 
@Lar337:
Mag sein, nur bedeutet Deine Ansicht, daß es viele Projekte eben niemals geben wird und niemals je erfahren wird ob sie was geworden wären, weil eben keiner sich die Mühe gemacht hätte sie auf die Beine zu stellen.
Zudem kann es da auch noch rechtliche Besonderheiten geben, da ich nicht sicher bin ob bei einer Gewinnbeteiligung der Ausschluss von Mitspracherechten gesetzlich zulässig ist. Crowdfunding ist eben eher eine Spende und daher viel freier, was die Möglichkeiten angeht. Gesetze erfüllen zum einen eine Schutzfunktion, sie können Kreativität und neue Wege aber eben auch abwürgen und man wird nie erfahren, ob dort Potential liegt.
Es war schon immer so, daß sich bei jeder neuen Idee auch schwarze Schafe dranhängen, daß läßt sich nicht vermeiden und gehört zum Lebensrisiko. Aber vor den meisten kann man sich selber schützen indem man nachdenkt und bewußte Entscheidungen trifft.
 
kokiman schrieb:
Hier wurde durch einen Medienhype, an denen auch Seiten wie CB Schuld sind, eine Plattform für Betrüger, Ahnungslose und Leute, denen man aus guten Grund ihre Idee nicht abgekauft hat, geschaffen die bis zum heutigen Tage immens viel Geld generiert.

Das ist eine Pauschalisierung, Du unterstellst damit, daß es es dort nur Betrüger, Ahnungslose und schlechte Ideen gibt. Das ist nachweislich falsch. Das es dort auch schwarze Schafe gibt ist unbestritten, aber es gibt keine 100%ige Sicherheit im Leben. Wenn man alles verbietet oder abschaltet was mitbraucht werden könnte, dann wäre es ein ziemlich langweiliges und armseliges Leben meiner Meinung nach. Ich habe mich bisher durch bewußte Entscheidungen, ausführliches Informieren und Risikoabwägungen ganz gut vor Betrügern schützen können. Und wer gedankenlos durch die Gegend läuft, auf jedes absurde Versprechen reinfällt und sich dann beschwert, mit dem habe ich kein Mitleid. Hatte der Säbelzahntiger bei unseren Vorfahren auch nicht.
 
Wer in derartige Projekte tatsächlich Kohle investiert hat es nicht anders verdient.

Es gibt einen verdammt guten Grund, warum die ihre Kohle von Ahnungslosen dummen Investoren benötigen, anstelle zur Bank zu rennen. Die Bank oder ein echter Investor würde denen auch die Kohle bestimmt niemals auf einen Schlag auszahlen, sondern immer von Meilenstein zu Meilenstein.

Crowdfunding überhaupt ist der größte Beschiss, zeigt aber nur, das es zu viele in unserer Gesellschaft gibt, die Geld zu viel haben.
 
Nö das ist keine Pauschalisierung, ich sag nur, dass eine Plattform für eben diese Leute geschaffen wurde, nicht dass diese Plattform exklusiv für diese Leute geschaffen wurde. Natürlich gab es auch gute Projekte, aber von denen gibt es dann auch Firmen die ihr erstes Produkt veröffentlicht haben und dann beim nächsten wieder zu Kickstarter rennen, da geht dann doch irgendwie die Bedeutung des Begriffes "kickstart" verloren.

Ich habe mich bisher durch bewußte Entscheidungen, ausführliches Informieren und Risikoabwägungen ganz gut vor Betrügern schützen können.

Du schon, viele andere Leute aber nicht und das hat eben auch damit zu tun, dass größere Seiten einfach mal mitgehyped haben.
 
Ja, mag ja sein, aber wer dem Hype blind folgt, der ist letztendlich für mich das Problem, nicht derjenige der ihn treibt. Man kann die Herde der Lemmige nämlich auch an sich vorbeilaufen lassen und muss nicht mitlaufen, nur weil irgendwer die neuste Sau durchs Dorf treibt.
Ich bin dagegen die Menschen krampfhaft vor sich selbst zu schützen, wenn das Problem auch durch Nachdenken gelöst werden kann. Wenn uns alles vorgekaut werden muss und wir für jedes Risiko ein dickes Warnschild brauchen, dann entwickeln wir uns zurück und nicht vorwärts. Was uns primär von Tieren unterscheidet ist Fähigkeit, unser Gehirn für bewußte Entscheidungen zu benutzen und abzuwägen. Tun wir dies nicht mehr, was soll das Ganze dann ? Man lernt zwar ne Menge Dinge im Leben auswendig aber verlernt eben scheinbar Entscheidungen bewußt zu treffen. Alles muss Risikofrei sein, alles vorgekaut, alles reguliert, damit bloss nichts mehr schiefgehen kann. Irgendwer tritt einen Hype los und alle müssen mit weil es "in", "cool", "hip" oder sonst was ist. Kaum einer fragt sich noch was er davon wirklich braucht. Stattdessen weiss aber jeder bereits was für den anderen gut ist. Keiner weiss was gut für mich ist, außer ich selber.

Ich wollte eigentlich lediglich sagen, daß Crowdfunding zwar durchaus seine Risiken hat, aber für mich trotzdem seine Daseinsberechtigung besitzt. Man muss halt lernen, adäquat damit umzugehen statt alles gleich zu verteufeln. Aber dagegen zu sein ist halt auch gerade "in".
 
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Na, na, na. Ist ein Dieb nicht das Problem, sondern die Bestohlenen, weil sie nicht aufpassen?

Und ich würde versuchen die Lemminge aus deinem Beispiel aufzuhalten. Gesetze sind natürlich auch dafür da, Schwächere ("Dümmere") zu schützen.
 
Ja, das simmt nur stellt sich die Frage ob man Crowdnfunding und die Medien in diesem Beispiel als Dieb bezeichnen darf, weil nicht jeder der dort nach Geld sucht oder Werbung macht auch unlautere Absichten hat. Der Dieb in dem Beispiel sind für mich die schwarzen Schafe und dagegen sollte man in der Tat etwas unternehmen. Crowdfunding ist für mich eher der öffentliche Raum, in dem sich Diebe und der Rest bewegen. Soll man alle Menschen einsperren, nur weil sich welche daneben benehmen ? Daher bin ich schon für Maßnahmen, den schwarzen Schafen das Leben schwerer zu machen, nicht aber um den Preis der Abschaffung von Crowdfunding. Oder anders gesagt, die Menschen lieber besser darauf trainieren, Diebe leichter zu erkennen als alles in Watte zu packen.

Das Du die Lemmige aufhalten willst ist übrigens nett von Dir, ich lasse sie dagegen in den Abgrund laufen. Ist meine ehrliche Meinung, egal ob das politisch korrekt ist.
 
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Wilhelm14 schrieb:
Gesetze sind natürlich auch dafür da, Schwächere ("Dümmere") zu schützen.

Mehr als Aufklären kann man nicht. Man kann eine warnung vielleicht einblenden. Alles was weiter geht halte ich für quatsch. Kann auch jeder mal ne Suchmaschine seiner Wahl nemühen um sich zu informieren was er tut. Ich bin der Meinung, wenn es erträglich für den Dümmeren war sich zu informieren und er trotzdem freiwillig jemanden Geld gegeben hat, dann ist es schwachsinn das mit Gesetze regeln zu wollen. Es ist sogar kontroproduktiv, weil bei der nächsten neuen Geschäftsform sie wieder glauben, dass alles sicher ist und den Kopf weiter ausschalten. Lernen durch schmerz ist eine sehr schnelle Lernmethode.
 
Und auch noch in tausend Jahren, sollte es da noch Menschen geben, wird es diese "Systeme" der Abzocke geben und diese werden immer erfolgreich sein,
der Grund ist jedem bekannt:

"die Gier" nichts anderes ist es, das Urproblem des Menschen...
 
Es gibt zwei Arten von Hardwareentwicklungen bei Crowdfunding:
1. Die Hardware existiert bereits, sie muss nur noch in größerem Maßstab gefertigt werden: Kickstarter und andere Plattformen fungieren hier eher als Shop.
2. Die Hardware existiert noch nicht und muss noch entwickelt werden.

Die erste Version hat immer noch eine Gefahr, dass Massenfertigung aufwendiger ist als zuerst gedacht, aber ansich ist das ne einfache Nummer und das Risiko eher gering.
Bei zweiterem besteht aber immer die realistische Gefahr, dass man bei der Prozess auf Probleme stößt die sich nicht beheben lassen, entweder bei der Entwicklung des Prototypen selbst (z.B. unterirdische Akkulaufzeiten) oder dass die Fertigung anschließend nicht so funktioniert wie gedacht.

Als Firma die in China mit 1-2 Mio Dollar bei einem Auftragsfertiger anfragt muss man immer damit rechnen, dass der Fertiger die gewünschten Komponenten doch nicht in dem Ausmaß beschaffen kann oder die Massenfertigung problematisch ist.

Softwareentwicklungen über Kickstarter können zwar auch immer schiefgehen, aber dort ist es viel leichter als Entschädigung wenigstens etwas halbfertiges abzuliefern.

Bei Hardware gibt es nur alles oder nichts, entweder ist das Teil fertig oder es ist nicht fertig. Und damit bleibt bei Geldproblemen nur die Möglichkeit entweder nichts oder nur an einen Teil der Backer auszuliefern - die Hälfte eines Tablets will nämlich niemand haben.
Ist für die die nichts bekommen haben dann immer kacke.
 
Ich muss zuerst zugeben das ich das spezielle Projekt nicht kenne.
Dennoch muss ich hier auch mal meinen Senf dazu geben.
Eben wie bei Aktien gibt es hier ein Risiko, klar! Und das sollte auch jedem klar sein der hier investiert.

Ich bin es allerdings satt das man sich damit zufrieden gibt! Insbesondere die kleinen Anleger gehen leer aus und oft betrügerische machenschaften bleiben strafffrei, weil meist nicht verfolgt oder dann doch irgendwie legal. Ghet doch mal was schief erhalten die in die Öffentlichkeit gezerrten Schmerzensgelder von denen 98% der Bevölkerung nur träumen können.
Oder man setzt sich eben einfach ab und schickt noch regelmäßig schöne Grüßeaus der Karibik... Oder so...

Hier wäre doch auf den ertsen Blick mal zu hinterfragen welche monetären folgen die Trennung der Geschäftsfelder hat?
Wohin fließen die Gewinne aus den Lizensgeschäften...
Läuft da was "schief", wird möglicherweise betrogen, muss man wie ich finde nicht damit rechnen und man sollte sich davor hüten das als "in unserer Gesellschaft" normal zu akzeptieren.
 
Was für ein Bild Journalismus mal wieder und 90% verstehen deswegen die News falsch nlr ist wohl der schlechteste Redakteur bei CB.

So eine Überschrift hätte es geben müssen als Jolla kurz vor dem Bankrott stand nicht jetzt wo sie wieder Geldmittel zur Verfügung haben.
Jolla kann die Tablets nicht ausliefern weil der Fertiger aufgrund der Verzögerungen angefangen hat die Tablets selbst zu verkaufen und vermutlich keine neuen mehr für Jolla fertigen wird.
Jeder Backer wird entsprechend entschädigt sei es durch Rückzahlungen oder durch die genannte "Überraschung" (Es sei denn Jolla verliert wieder alle Investoren wegen negativer Berichterstattung).

Und was Crowdfunding anbelangt: Man ist als Backer weder Investor noch Kunde. Die meisten großen Crowdfunding Projekte testen die vorhandene Nachfrage nach dem Produkt und suchen sich dann zusätzliche Investoren.
Die Crowdfunding Beträge reichen nämlich idr nicht um ein großes Projekt zu verwirklichen.
 
Also ich bin nach wie vor von diesem zusätzlichen Finanzierungsmodell (als Ergänzung zu Eigenfinanzierung oder Publisher, nicht als kompletter Ersatz) für Spiele, Musik, Filme, usw. überzeugt. Einen Großteil dieser Spiele hätte es ohne Crowdfunding nicht gegeben:

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Selbstredend hätten ein paar dieser Spiele auch anders (rest-)finanziert werden können oder Kickstarter diente hauptsächlich der PR.

Bei den von mir unterstützten Projekten war noch keine richtige Gurke dabei, selbst die schlechter bewerteten Moebius, Armikrog und Larry Reloaded waren okay. Auch bei Broken Age hatte zum Zeitpunkt meiner Unterstützung nur ein kleineres Spiel erwartet... dass das Budget dann deutlich höher wurde, Tim Schafer aber (mal wieder) nicht mit Geld umgehen konnte, kann ich daher verschmerzen. Selbst das größte Sorgenkind der von mir unterstützten Projekte ("SpaceVenture" von den Space Quest Entwicklern) wird immer noch weiterentwickelt, einen kompletten Fehlschlag hatte ich daher noch nicht.

Die optimistischen voraussichtlichen Erscheinungstermine mit etlichen Verschiebungen sind teilweise zwar schon lächerlich, aber damit kann ich gut leben, so lange das Endergebnis passabel wird.. ich hab noch genug anderes zu spielen (mein Backlog dürfte ins nächste Jahrzehnt reichen).

Aber vielleicht bin ich auch nicht so kickstarter-enttäuscht wie Andere, weil ich erst gar nicht auf den Zug mit überteuerten Spieleverpackungen und physischen Goodies oder (noch riskanter) recht teurer Hardware wie Tablets, Smartphones, Mini-Konsolen usw. aufgesprungen bin... da waren Enttäuschungen und Probleme (z.B. Zoll, technisch bei Erscheinen bereits überholt) ja schon vorprogrammiert.

Letztes Jahr haben Oak Island, Yooka Laylee, The Bard's Tale 4, Shenmue 3 und The Journey Down meine Unterstützung bekommen. Und wenn nächstes Jahr wieder interessante Projekte anstehen, bin ich wieder dabei... z.B. bei dem nächsten Revolution-Adventure, TBoUT3 oder The Longest Journey Home.
 
iSight2TheBlind schrieb:
Bei zweiterem besteht aber immer die realistische Gefahr, dass man bei der Prozess auf Probleme stößt die sich nicht beheben lassen, entweder bei der Entwicklung des Prototypen selbst (z.B. unterirdische Akkulaufzeiten) oder dass die Fertigung anschließend nicht so funktioniert wie gedacht.

Exakt. Es kann leicht teurer werden. Gut, das kann Software genau so, eigentlich sogar noch besser, aber: Anders als bei Software bedeutet Verlust hier, dass mit jedem verkauften Gerät der Verlust weiter ansteigt. Selbst bei bestem Willen kann ein Produkt dann vollkommen unmöglich auszuliefern sein.

Software kann im Prinzip so teuer werden, wie sie will, jedes ausgelieferte Produkt trägt den Schuldenberg langsam ab. Tatsächlich funktioniert Software sogar mehr oder weniger immer so, AAA Spiele kosten 50€, höhere Budgets werden durch mehr Verkäufe ausgeglichen. Deshalb funktioniert Crowdfunding bei Software und bei physischen Gütern nicht. Für physische Güter müsste der Preis flexibel sein, ein bisschen so wie Massdrop das zum Beispiel macht. Man legt fest, bis zu welchem Preis man noch zahlen möchte, und je mehr Leute mitmachen, desto mehr sinkt der dann am Ende dank größerem Volumen. Hat natürlich den Nachteil, dass der Verkäufer hier ehrlich sein und die Vergünstigungen auch weitergeben muss, anstatt den ganzen Puffer, den Crowdfunding im Gegensatz zu Massdrop bräuchte, für sich zu beanspruchen. Das ist im Kapitalismus etwas schwierig.
 
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