| Adobe Flash | |
|---|---|
| Entwickler: | Adobe Systems |
| Aktuelle Version: | Adobe Flash Player 9.0.124.0 Flash CS3 Professional 9.0.3 |
| Betriebssystem: | Windows, Mac OS X, Linux (nur Player) |
| Kategorie: | Erstellung multimedialer Inhalte |
| Lizenz: | Proprietär,
Freeware (Player) |
| Deutschsprachig: | Ja |
| Website: | Adobe Flash CS3 Professional Adobe Flash Player |
Adobe Flash [əˈdoʊbi ˈflæʃ] (kurz Flash, ehemals Macromedia Flash [ˌmækɹoʊˈmiːdiə]) ist eine proprietäre integrierte Entwicklungsumgebung zur Erstellung multimedialer Inhalte, der Flash-Filme. Die resultierenden Dateien liegen im SWF-Format vor, einem auf Vektorgrafiken basierenden Grafik- und Animationsformat. Das Kürzel SWF steht dabei für Shockwave Flash (nicht für "small web format", wie häufig fälschlich angenommen[1]).
Inhaltsverzeichnis |
Flash findet heutzutage auf vielen Webseiten Anwendung, sei es als Werbebanner, als Teil einer Website z. B. als Steuerungsmenü oder in Form kompletter Flash-Seiten. Durch diese sehr unterschiedlichen Einsatzgebiete wirkt Flash auf die Internetgemeinde stark polarisierend und teilt sie in Befürworter und Gegner, sowohl bei Webdesignern als auch bei Web-Benutzern.
Die mit Adobe Flash erstellten Quelldateien (FLA-Dateien) werden zum Einsatz auf einem Webserver in SWF-Dateien kompiliert (übersetzt) und dabei auf Wunsch auch komprimiert. Die FLA-Dateien werden nur von den Autoren während der Entwicklung verwendet und sind veränderbar. Die kompilierten SWF-Dateien sind für die Anzeige im Webbrowser gedacht und können in dieser Form nicht mehr einfach verändert werden.
Um Flash-Dateien betrachten zu können, ist das proprietäre Abspielprogramm Flash Player erforderlich, das auch als Webbrowserplugin eingebunden werden kann. Die alternativen freien Abspielprogramme Gnash (aus dem GNU-Projekt) und Swfdec unterstützen derzeit (2007) noch nicht alle Möglichkeiten des Flash-Formates.
Da Flash ursprünglich ein reines Animationswerkzeug war, wurde es in der Vergangenheit oft ausschließlich für so genannte Intros auf Webseiten oder animierte Werbebanner eingesetzt. Mit Version 4 wurde Flash um ActionScript erweitert und erlaubte seitdem die Erstellung komplexer Websites oder die Programmierung browserbasierter Anwendungen.
Durch die Kombination von Animation und Programmierung ist Flash besonders geeignet, komplexe Zusammenhänge interaktiv im Wortsinn „begreifbar“ zu machen. Die Wirkungsweise eines Viertaktmotors zum Beispiel lässt sich so sehr anschaulich darstellen. Mit Hilfe von ActionScript lassen sich beispielsweise Online-Spiele, multimediale Präsentations-CDs oder auch Kugelpanoramen realisieren.
Aufgrund seiner multimedialen Möglichkeiten werden in Flash häufig Video- oder Sounddateien eingesetzt. Da diese Formate meist größere Datenvolumen beanspruchen, kommen in Flash oft so genannte Preloader zum Einsatz, die einen Teil oder den ganzen Film zwischenspeichern. Da Flash ein streamendes Format ist, ist es jedoch auch möglich, Seiten zu bauen, die bei kleinen Bandbreiten ohne deutliche Wartezeiten sofort starten.
Um die Videos oder Sounddateien über das Internet zu streamen, wird RTMP (Real Time Messaging Protocol) benutzt.
Zunehmender Beliebtheit erfreut sich Flash für multimediale Tutorials, bei denen Bildschirmaktivitäten aufgenommen werden können. Dadurch können neue Funktionen oder bestimmte Methoden dargestellt werden. Diese Flash-Dateien sind häufig kleiner als die üblichen Videoformate und erfordern neben dem Plugin keine weiteren Multimedia-Player. Zum Einsatz kommt dabei z. B. ein Programmpaket wie vnc2swf, das die Bilddaten von einem VNC-Server abgreift und in eine Flash-Datei abspeichert. Mit zusätzlichen Programmen ist es dann auch möglich, diese Animationen nachzuvertonen.
Die Skriptsprache PHP enthält auch das Modul Ming zur Generierung von Flash-Dateien.
Das Präsentationsprogramm Impress und das Grafikprogramm Draw des Office-Pakets OpenOffice.org bieten die Möglichkeit, Dateien in das SWF-Format zu exportieren, damit sie in dieser Form leicht über das World Wide Web verfügbar gemacht werden können.
Für vektorisierte, interaktive Animationen im Web ist Flash derzeit fast alternativlos. Der offene Standard Scalable Vector Graphics (SVG), der teilweise ähnliche Anwendungsfelder wie Flash abdeckt, wird noch von wenigen Browsern gut unterstützt, und Entwicklungswerkzeuge (z. B. Inkscape) zur effektiven Nutzung dieser Technologie sind noch nicht sehr ausgereift. Der offene Standard von SVG und die nachträglichen frei zugänglichen Editiermöglichkeiten der fertigen Datei, die im XML-Format vorliegen, sind andererseits für offene Projekte, wie z. B. die Wikipedia, eine große Stärke gegenüber dem Flash-Format. Auch hat SMIL, eine offene Beschreibungssprache für multimediale Inhalte auf Webseiten, keine weitverbreitete Unterstützung von Webbrowsern erfahren. Für SMIL existiert kein bekanntes Programm, mit dem die Erstellung von Animationen für SVG möglich wäre.
Mit Java-Applets kann man zwar prinzipiell auch ähnliche Dinge umsetzen wie mit Flash, allerdings handelt es sich dabei um eine weniger spezialisierte Technologie, so dass dies selten wirtschaftlicher ist. Ein weiterer Vorteil von Flash gegenüber Java-Applets ist es, dass das Flash-Plugin im Vergleich zum Java-Plugin wesentlich schneller vom Webbrowser geladen und initialisiert werden kann. Hingegen laufen Java-Applets, gerade bei größeren Anwendungen, schneller und effizienter als Flash-Dateien.
Da sich das Animationsformat MNG nicht durchsetzen konnte, etablierte sich Flash auf den Websites großer Firmen auch als Ersatz für GIF-Animationen, die wegen der Beschränkung auf 256 Farben nicht mehr häufig verwendet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass Flash auch den zu einer Übertragung gehörenden Ton transportieren kann, wodurch es sogar filmtauglich ist und damit die Fähigkeiten von GIF übertrifft und Multimedia-Player ersetzen kann.
Flash bietet Möglichkeiten, barrierefreie Inhalte zu erstellen, die besonders auf Menschen mit stark eingeschränkten Fähigkeiten zugeschnitten sind. Seit der Version 2004 MX wurde auch die Kompatibilität zu textbasierten Browsern stark verbessert. Auch Optionen für eine bessere Suchmaschinenindizierung sind vorhanden, etabliert hat sich jedoch die Variante, mittels einer XML-Datei textliche Inhalte zu laden, und diese somit den Suchmaschinenrobotern zur Verfügung zu stellen. Trotz dieser vielfältigen Möglichkeiten zur Erstellung barrierefreier Inhalte gibt es nur vergleichsweise wenige Seiten, die dieses Potential auch ausschöpfen.
Eine 64-Bit-Version ist noch nicht erschienen, somit können Flash-Inhalte beispielsweise im 64-Bit-Internet-Explorer nicht abgespielt werden.
Der Zugriff auf Flash-Inhalte mit Hilfe von Bildschirmleseprogrammen ist nur unter Windows möglich.
Um Flash-Dateien betrachten zu können, ist ein Plugin erforderlich, das laut Adobe einen weltweiten Verbreitungsgrad von über 97 Prozent besitzt.[2][3] Die aktuelle Version ist derzeit (März 2007) für Microsoft Windows, Mac OS X und Linux verfügbar. Die Linux- -und Windows-Variante wird nur für i386-kompatible Prozessoren angeboten.[4] Flash-Dateien, die diese Version voraussetzen, können also nicht mit anderen Betriebssystemen oder Plattformen angezeigt werden.
Da die Technologie nicht in Form offener Standards spezifiziert wurde,[5] kann sie nur durch aufwendiges Reverse Engineering als Freie Software neu implementiert werden (Gnash, Swfdec). Kritiker weisen darauf hin, dass dies den freien Informationsaustausch im Internet behindert und man besser auf Technologien setzen sollte, die auf offenen Standards basieren, wie z. B. Scalable Vector Graphics (SVG)[6] oder Synchronized Multimedia Integration Language (SMIL).
Die vom Hersteller vorgeschlagene Vorgehensweise zur Einbindung des „Flash-Players“ in Webseiten verwendet das HTML-Element <embed>, welches nie in den W3C-Standards zu HTML enthalten war.[7] Eine standardkonforme Einbindung ist zwar möglich,[8] bereitet jedoch manchen Browsern Probleme.
In Actionscript 1 oder Actionscript 2 entwickelte Flash-Anwendungen lassen sich decompilieren, d. h. es ist möglich, aus einer Flash-Datei lesbaren Quellcode zu erzeugen. Dies muss jedoch nicht zwingend einen Nachteil darstellen. In Actionscript 3 entwickelte Flash-Anwendungen lassen sich zur Zeit nicht decompilieren.
Der „Flash-Player“ von Adobe kann kleine Binärdateien, so genannte Local Shared Objects (LSOs), auf dem Rechner des Anwenders abspeichern. Diese erfüllen die gleichen Zwecke wie HTTP-Cookies, lassen sich im Gegensatz zu diesen aber nicht direkt im Browser ansehen. Man kann sie aber über ein Interface, welches der Flashplayer bereit stellt, löschen und deaktivieren.
Siehe Flash-Cookie.
| Dateiendung | Funktion |
|---|---|
| .AS | ActionScript-Dateien |
| .ASC | Serverseitige ActionScript-Dateien (Flash Communication Server) |
| .ASI | ActionScript-Intrinsic-Dateien (seit Flash MX 2004 Komponenten) |
| .ASO | ActionScript-Objektcode |
| .ASR | Serverseitige ActionScript-Dateien (ActionScript Remote / Flash Remoting) |
| .EXE | Ein standalone-Flash-Player (auch „Projector“ genannt), der .swf-Datei(en) eingebettet enthält |
| .FLA | Quelldateien, auch Autorendateien genannt |
| .FLP | Flash-Projekt-Dokument |
| .FLV | Flash-Video-Dateien |
| .JSFL | Flash-JavaScript-Dokument |
| .SOL | Local Shared Object (Flash-Cookie) |
| .SPL | FutureSplash-Dokument |
| .SWC | vorkompilierte Flash-MX-2004-Komponenten-Dateien |
| .SWD | Flash-Debugger-Dokument |
| .SWF | kompilierte Dateien (Shockwave Flash) |