| Adobe Flash | |
|---|---|
| Entwickler: | Adobe Systems |
| Aktuelle Version: | Adobe Flash Player 10.0.45.2 (11. Februar 2010) Flash CS4 Professional (1. Oktober 2008) |
| Betriebssystem: | Windows, Mac OS X, Linux (nur Player), Solaris (nur Player) |
| Kategorie: | Erstellung multimedialer Inhalte |
| Lizenz: | Proprietär, Freeware (Player) |
| Deutschsprachig: | ja |
| Adobe Flash CS4 Professional Adobe Flash Player |
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Adobe Flash [əˈdoʊbi ˈflæʃ] (kurz Flash, ehemals Macromedia Flash) ist eine proprietäre integrierte Entwicklungsumgebung zur Erstellung multimedialer, interaktiver Inhalte, der so genannten Flash-Filme. Der Benutzer produziert mit dieser Software Dateien im proprietären SWF-Format. Bekannt und umgangssprachlich gemeint ist Flash als Flash Player, eine Softwarekomponente zum Betrachten dieser SWF-Dateien.
Der Flash Player ist einer der am meisten verbreiteten Browser-Plug-ins. Neben der offenen W3C-Webplattform (u. a. „AJAX“) konkurriert die Adobe Flash Plattform mit Silverlight, OpenLaszlo und JavaFX.
Inhaltsverzeichnis |
Flash findet in vielen Webseiten Anwendung, zum Beispiel als Werbebanner, als Teil einer Website z. B. als Steuerungsmenü, als Video-Player oder in Form kompletter Flash-Seiten.
Die mit Adobe Flash erstellten Quelldateien (FLA-Dateien) werden in SWF-Dateien kompiliert (übersetzt) und dabei auf Wunsch komprimiert, um anschließend auf einen Webserver übertragen zu werden. Die FLA-Dateien werden nur von den Autoren während der Entwicklung verwendet und sind veränderbar. Die kompilierten SWF-Dateien werden beim Endbenutzer im Webbrowser geladen und können in dieser Form nicht mehr einfach verändert werden.
Um Flash-Dateien betrachten zu können, ist das proprietäre Abspielprogramm Flash Player erforderlich, das als Webbrowserplugin eingebunden werden kann. Die alternativen freien Abspielprogramme Gnash (aus dem GNU-Projekt) und Swfdec unterstützten Ende 2009 noch nicht alle Möglichkeiten des Flash-Formates.
Das Kürzel SWF (meist als Swiff gesprochen) steht dabei für Shockwave Flash (nicht für „small web format“, wie mitunter fälschlich angenommen[1]). Unter dem Namen Shockwave vermarktete der damalige Hersteller Macromedia nicht nur Flash, sondern auch eine um 3D-Funktionen, einer objektorientierten Sprache und andere Features erweiterte Variante, die mit Adobe Director produziert werden kann. Während das „Shockwave“-Format von Anfang an für eine rechenintensive Nutzung konzipiert war, sollte mit dem Webbrowserplugin Flash ein Präsentationsformat geschaffen werden, welches der Universalität des Internets in Bezug auf Hardwareausstattung und Bandbreite entspricht.
Bis heute stützt sich das SWF-Format im Wesentlichen auf Vektorgrafik und -Animationen, kann mittlerweile jedoch auch die gebräuchlichsten Bitmap-Bildformate wie JPG oder PNG und Videoformate wie MOV, AVI oder MPEG integrieren. Ebenfalls verwendet werden Soundformate wie WAV oder MP3. Der Einsatz von Flash als Basis für Media Player im Internet ging von Adobes entwickeltem Flash Video-Format aus und ermöglichte die qualitativ höherwertige Übertragung von Videoclips in Flash und später auch die Übertragung in High Definition durch den H.264-Standard.
Das proprietäre SWF-Format wird aus der Produktionsdatei (FLA) erzeugt und enthält die fertige Produktion in komprimierter, binärer Form. Die Spezifikation dieses Formates wurde von Adobe veröffentlicht[2], ist jedoch kein offener Standard.
Da Flash ursprünglich ein reines Animationswerkzeug war, wurde es in der Vergangenheit oft ausschließlich für Intro-Animationen auf Webseiten oder animierte Werbebanner eingesetzt. Mit Version 4 wurde Flash um ActionScript und damit um eine Steuerungsmöglichkeit erweitert. Es erlaubt seitdem die Erstellung interaktiver Inhalte oder die Programmierung browserbasierter Anwendungen. Diese Kombination ermöglicht interaktive Präsentationen, zum Beispiel Kugelpanoramen, Spiele oder Medien im Bereich des E-Learning. Da Flash-Präsentationen nicht mehr zwangsweise linear abgespielt werden müssen und im Bereich Spiele oder Rich Internet Applications echte Anwendungen darstellen, ist die Bezeichnung Flash-Film für eine SWF-Datei nicht mehr präzise.
Aufgrund seiner multimedialen Möglichkeiten werden in Flash häufig Video- oder Sounddateien eingesetzt. Da diese Formate meist größere Datenvolumen beanspruchen, werden in Flash so genannte Preloader eingesetzt, die einen Teil oder den ganzen Film zwischenspeichern. Flash kann Medieninhalte jedoch auch streamen, sodass Medien gleichzeitig geladen und abgespielt werden können. Um Videos oder Sounddateien über das Internet zu streamen, wird das Real Time Messaging Protocol benutzt. Für hochauflösende Filme bietet Flash seit Version 9.0 einen H.264-Codec. Sounddateien können mit grundlegenden Funktionen bearbeitet oder über einen integrierten, steuerbaren Equalizer wiedergegeben werden.
Das Format erlaubt vielfältige Einsatzgebiete im Bereich des computergestützten Trainings, zum Beispiel die schematische Erläuterung eines Viertaktmotors. Flash wird auch für multimediale Tutorials eingesetzt, bei denen Bildschirmaktivitäten aufgenommen werden und anschließend mit Erläuterungen oder Untertiteln versehen werden können.
Die Skriptsprache PHP enthält das Modul Ming zur Generierung von Flash-Dateien mit einfachen Animationen.
Verschiedene Programme, wie die Präsentationsprogramme Impress des Office-Pakets OpenOffice.org oder Keynote bieten die Möglichkeit, Dateien in das SWF-Format zu exportieren, damit sie in dieser Form leicht über das World Wide Web verfügbar gemacht werden können.
Das Open-Source-Projekt Gordon[6] von Tobias Schneider konvertiert SWF-Dateien mit JavaScript in das offene Vektorformat SVG und erlaubt das Abspielen von Flash-Animationen mit den eingebauten Funktionen eines Browsers.[7] Das Projekt entstand, da es derzeit keine Abspielmöglichkeit für iPhones gibt.[8] Daneben gibt es noch einige weitere freie Alternativen zum Flash Player. Allen Alternativen ist jedoch gemeinsam, dass keine von ihnen das vollständige Funktionsspektrum des Flash Players umfasst.
Für vektorgrafik-basierte, interaktive Animationen im Web ist Flash derzeit fast alternativlos. Der offene Standard Scalable Vector Graphics (SVG), der teilweise ähnliche Anwendungsfelder wie Flash abdeckt, wird zwar von den meisten Browsern unterstützt, allerdings macht der weit verbreitete Internet Explorer hier eine Ausnahme, wodurch die Nutzung in Websites stark eingeschränkt wird.
SVG wird im XML-Format beschrieben und ist im Gegensatz zu Flash ein offener, vom W3C herausgegebener, nicht-proprietärer Standard. In SVG integriert nutzbar sind SMIL, eine Auszeichnungssprache für zeitsynchronisierte, multimediale Inhalte sowie JavaScript als ActionScript-Äquivalent. Jedoch ist die Unterstützung dieser offenen Alternative durch die Industrie weitaus geringer als für das proprietäre Flash. Der Hersteller Adobe konnte sich durch eine umfassende Produktpalette, die Adobe Flash Platform, stark positionieren.[9]
Da sich das Animationsformat MNG nicht durchsetzen konnte, etablierte sich Flash als Ersatz für GIF-Animationen, die wegen ihrer technischen Beschränkungen nicht mehr häufig verwendet werden. Im Gegensatz zu GIF bietet Flash eine flüssigere Darstellung von Animationen, Sound, Interaktion, eine praktisch unbeschränkte Farbpalette und die Möglichkeit, das eigene und andere Datenformate zu integrieren. Daher wird Flash von der Werbeindustrie im Internet bevorzugt eingesetzt.
Flash bietet Möglichkeiten, barrierefreie Inhalte zu erstellen, die besonders auf Menschen mit stark eingeschränkten Fähigkeiten zugeschnitten sind. Seit der Version MX 2004 wurde die Kompatibilität zu textbasierten Browsern stark verbessert. Auch Optionen für eine bessere Suchmaschinenindizierung sind vorhanden, etabliert hat sich jedoch die Variante, Text-Inhalte aus einer XML-Datei zu laden, und diese den Webcrawlern der Suchmaschinen außerhalb von Flash zur Verfügung zu stellen. Grafiken und Animationen werden von Flash nicht textbasiert oder barrierefrei ausgegeben, gewöhnlich wird hier eine sorgfältig bearbeitete Vertonung eingesetzt.
Eine 64-Bit-Version wurde im November 2008 für Linux als Alpha-Version veröffentlicht, die jedoch noch nicht alle Features unterstützt. Im Februar 2009 wurde diese Version erneuert. Für Windows und MacOS steht diese seit Januar 2010 zur Verfügung.
Der Zugriff auf Flash-Inhalte mit Hilfe von Bildschirmleseprogrammen ist nur unter Windows möglich.
Der Flash Player ist eine ursprünglich von Macromedia entwickelte und von Adobe übernommene Softwarekomponente. Mit der Entwicklungsumgebung Adobe Flash erzeugte SWF-Dateien werden mit dem Flash Player in Browsern und auf Betriebssystemen dargestellt. Browser binden den Flash Player als Plug-In ein, z.B. beim Internet Explorer durch ActiveX. Der Flash Player selbst ist jedoch separat auf dem Betriebssystem installiert.
Unter Windows handelt es sich bei den verschiedenen Browsern um die gleiche Komponentendatei. Flash unterliegt generell nicht den für Browser üblichen Abweichungen in den Standards und wird auf allen Systemen gleich dargestellt, sofern die Hardwarekonfiguration dies nicht z.B. durch eine geringe Farbtiefe des Monitors beschränkt. Sofern die verwendeten Schriftarten es zulassen, können sie beim Authoring des Flashfilms zusätzlich eingebettet werden, sodass auch die Textdarstellung nicht von den Schriftarten abhängig ist, die auf dem Endsystem installiert sind. Für Entwickler gibt es eine spezielle Version des Flash Players, der sich unterbrechen lässt, um SWF-Inhalte debuggen zu können.
Ohne besondere Programmierung passt sich der im Flash Player wiedergegebene Film der gegebenen Auflösung an. Inhalte werden im relativen Verhältnis zur Auflösung des Films mitskaliert, wodurch bei Bitmaps Qualitätseinbußen entstehen können. Das Seitenverhältnis des Flash-Films wird stets beibehalten. Ein Flash-Film kann jedoch auch so programmiert werden, dass sich die Inhalte im Film ohne Skalierung auf der größeren Fläche neu verteilen. Flex-Anwendungen, die im Flash Player ausgeführt werden, skalieren Komponenten mit einer relativen Höhen- und Breitenangabe im Verhältnis zur Auflösung des Flash Players. Ein weiteres Feature ist das 9-teilige Segmentraster, welches die proportionierte Skalierung von Bitmaps ermöglicht.[10]
Die Skalierung von Flash-Filmen hat neue Bedeutung erhalten, seitdem Flash-Filme die Möglichkeit zur Vollbild-Darstellung, also der Wiedergabe über den gesamten Bildschirm, bieten.
Bei HTML/CSS/JavaScript kann man nie sicher sein, welche Browser welche Elemente unterstützen und wie diese im Detail interpretiert und dargestellt werden. Durch den geschlossenen Ansatz hat man bei Flash (über System- und Browsergrenzen hinweg) einen genau definierten Funktionsumfang mit stets gleicher Umsetzung. Dies ermöglicht auch, dass die Seiten genauso aussehen (pixelgenaues Layout, inkl. Schriften, Effekte, etc.) wie sie gemacht wurden.
Umgekehrt hat dies zum Nachteil, dass viele Flashseiten nur für eine bestimmte Bildschirmgröße, etwa 1024x768, konzipiert werden und auf kleinen Bildschirmen nahezu unbenutzbar werden. Flash bietet jedoch (ähnlich wie die verschiedenen Mediatypen in CSS) die Möglichkeit, für verschiedene Gerätetypen (Computer, Handy, Fernseher, etc.) verschiedene, für das jeweilige Ausgabemedium optimierte, Versionen der Flash-Inhalte anzubieten.
In HTML/CSS kann es bei schlechten Verbindungen passieren, dass Seiten unvollständig geladen und dargestellt werden. Dies kann zu optischen Darstellungsproblemen oder gar Fehlfunktionen führen. In Flash besteht die Möglichkeit, die Inhalte erst dann darzustellen, wenn sie komplett geladen sind.
Inhalte, die in die SWF-Datei eingebettet wurden, sind schwieriger zu extrahieren als zum Beispiel Inhalte im umgebenden Browser. Gestreamte Inhalte können zusätzlich mit einem DRM-Schutz versehen werden, z.B. durch den Adobe Flash Media Server oder durch die Adobe LiveCycle Management-Produktlinie.
Zur Darstellung von Flash-Inhalten auf mobilen Geräten (Handys) gibt es den Flash Lite-Player. Dieser Player verursacht eine geringere Prozessorlast, reduziert die Inhalte aber auch auf wesentliche Bestandteile.
Der „Flash-Player“ von Adobe kann kleine Binärdateien, so genannte Local Shared Objects (LSOs), auf dem Rechner des Anwenders abspeichern. Diese erfüllen die gleichen Zwecke wie HTTP-Cookies, lassen sich im Gegensatz zu diesen aber nicht direkt im Browser ansehen. Man kann sie aber über ein Interface, welches der Flash-Player bereitstellt, website-bezogen löschen und deaktivieren. Globale (seitenübergreifende) Einstellungen müssen dagegen auf der Adobe-Website vorgenommen werden; dies geht nicht im Standard-Einstellungsdialog. Außerdem besteht, mit Ausnahme von Mozilla Firefox, für den es ein Add-On gibt, keine Möglichkeit, diese Flash-Cookies (ähnlich wie es die meisten Browser für HTTP-Cookies bieten) automatisch bei Programmende oder nach einer gewissen Zeit zu löschen.
Ähnliches gilt für die Berechtigung von Websites auf Kamera und Mikrophon des Rechners zuzugreifen. Auch dies funktioniert über den normalen Einstellungsdialog nur per Website. Globale Einstellungen (z. B. das Widerrufen sämtlicher Kamera-Erlaubnisse, wenn man nicht mehr genau weiß, auf welchen Seiten man sie gegeben hat) sind auch hier nicht möglich, sondern nur auf der Adobe-Website.
Siehe Flash-Cookie.
Um Flash-Dateien in einem Browser betrachten zu können, ist ein Plugin erforderlich, das laut Adobe einen weltweiten Verbreitungsgrad von über 98 Prozent besitzt.[11][12] Die aktuelle Version 10 ist derzeit (November 2008) nur für Microsoft Windows 2000/XP/Vista, Mac OS X und bestimmte Linux-basierte Betriebssysteme verfügbar.[13][14] Die Windows-Variante wird nur für i386-kompatible Prozessoren angeboten.[13] Flash-Dateien, die diese Version voraussetzen, können also nicht mit anderen Betriebssystemen oder Plattformen angezeigt werden.
Da die Technik nicht als offener Standard spezifiziert wurde,[15] kann sie nur durch aufwändiges Reverse Engineering als Freie Software neu implementiert werden (Gnash, Swfdec). Kritiker weisen darauf hin, dass dies den freien Informationsaustausch im Internet behindert und man besser auf Techniken setzen sollte, die auf offenen Standards basieren, wie z. B. Scalable Vector Graphics (SVG)[16] oder Synchronized Multimedia Integration Language (SMIL).
Die vom Hersteller vorgeschlagene Vorgehensweise zur Einbindung des „Flash-Players“ in Webseiten verwendet das HTML-Element <embed>, welches nie in den W3C-Standards zu HTML enthalten war.[17] Eine standardkonforme Einbindung ist zwar möglich,[18] bereitet jedoch manchen Browsern Probleme. Mit SWFObject[19] steht eine freie Javascript-Bibliothek zur Verfügung, die durch Verstecken des eigentlichen HTML-Codes die scheinbar standardkonforme Einbindung für praktisch alle aktuellen Browser ermöglicht.
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