Apostrophitis ist eine polemische Bezeichnung von Sprachkritikern und Sprachpflegern für die normwidrige Verwendung des Apostrophs.
Den auf solche Weise falsch gesetzten Apostroph bezeichnen manche Sprachkritiker auch als Deppenapostroph oder Idiotenapostroph, seltener auch als Kapostroph oder Katostroph.
Die griechische Endung -itis (-ίτις) bezeichnet im medizinischen Sprachgebrauch eine Entzündung. In der Umgangssprache wird als „krankhaft” angesehenes und in epidemischer Häufigkeit vorkommendes Verhalten oft mit Begriffen mit der Endung -itis bezeichnet.
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Falsche Apostrophe sind in folgenden Fällen anzutreffen:
Eine Nebenentwicklung der Apostrophsetzung ist, dass heute häufig eines der diakritischen Zeichen ´ (Akut) und ` (Gravis) anstelle des eigentlichen Apostrophs (’) gesetzt wird. Dies ist ein Eingabefehler – statt des richtigen Zeichens wird ` oder ´ + Leertaste auf der deutschen Tastatur getippt. Die Eingabe von Umschalttaste („Shift“) + # wird in manchen Programmen sofort vom Fußzeichen (') zum echten Apostroph (’) umgesetzt. Falls nicht, bleibt das ebenfalls falsche Fußzeichen stehen, ähnlich den Zollzeichen (") statt der verschiedenen echten Anführungszeichen.
Die Verwendung von Apostrophen ist insbesondere vor dem Genitiv-s keine neue Erscheinung. Bis zum 19. Jahrhundert war diese Schreibweise üblich.
Der Duden missbilligte diese Verwendung des Apostrophs zunächst nur: Bei Genitiven sei es „nicht erforderlich“, einen Apostroph zu setzen. Erst in der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1901 wurde diese Verwendungsweise für normwidrig erklärt. In allen Epochen des 20. Jahrhunderts sind Fälle des nunmehr fehlerhaften Apostrophgebrauchs belegt. Wer vor 1901 schreiben gelernt hatte, verwendete weiterhin den Apostroph. So setzte auch Thomas Mann regelmäßig den Genitiv-Apostroph: Baron Harry’s, Johnny’s, Amra’s.
Die erste nach der Eroberung durch die Alliierten erschienene Ausgabe einer deutschen Zeitung, die Aachener Nachrichten vom 24. Januar 1945, hatte als Titelschlagzeile „Alliierte Flugzeuge zerschlagen Rundstedt’s Rückzugskolonnen“.
Traditionsreiche Handelsmarken mit Genitiv-Apostroph sind unter anderem Beck’s Bier, Kaiser’s Kaffee Geschäft oder Hoffmann’s Gardinenneu.
Englische Handelsmarken und Franchise-Geschäfte enthalten als Markennamen gelegentlich einen Namen mit Apostroph und angehängtem Genitiv-s, wie beispielsweise McDonald’s. Dies ist im Englischen korrekt und stellt eine elliptische Veränderung von McDonald’s restaurant oder McDonald’s corporation dar, was im Englischen im Gegensatz zum Deutschen korrekt ist. So heißt es auch korrekt im Englischen I’m going to the grocer’s (ergänze: shop; dt. Ich gehe zum Lebensmittelgeschäft).
Es liegt die Vermutung nahe, dass sich einige deutsche Restaurants bei ihrer eigenen Namensgebung entweder bewusst an dieser Schreibweise orientieren oder aber dies im irrigen Glauben tun, dass es sich dabei auch im Deutschen um die richtige Schreibweise handele. Dabei handelt es sich zumeist um eine Form der Überanpassung, die auch schon das sogenannte Deppenleerzeichen mitverbreitete.
Seit 1996 gilt im Zuge der Rechtschreibreform der (gelegentliche) Gebrauch des Apostrophs nicht mehr als falsch, wenn er die Grundform eines Personennamens vor der Genitivendung -s oder dem Adjektiv-Suffix -sch verdeutlicht (§ 97 der amtlichen Regelung). Der Sinn dieser neuen Schreibtoleranz wird derzeit diskutiert und regt die Presse zu Abhandlungen in Kommentaren und Glossen an. [2] Dabei zeigt sich in diesbezüglichen Beiträgen nicht selten eine Uninformiertheit der Kommentatoren. Beispielsweise wird dem Apostroph ein sächliches Genus zugeordnet. Oder es wird die Tatsache, dass "Willi's Würstchenbude" und "Goethe's Werke" (siehe nebenstehendes Bild) nicht mehr als falsch gelten, als Falschinterpretation oder als Neuigkeit der letzten Dudenauflage ausgewiesen.
Als Kritik am zusätzlichen Apostroph wird vorgetragen, dass er (wie auch das „Deppenleerzeichen“) die Lesegeschwindigkeit verringere, da er zum Innehalten führe. Er erschwere also das Überfliegen von Texten, da die Aufmerksamkeit von den sinntragenden Wörtern weg zu sinnarmen Syntaxzeichen hin gelenkt werde.
Zudem verändere der Apostroph das Schriftbild: Ein Apostroph hat eine Überlänge, ragt also aus den Buchstabenzeilen nach oben heraus und füge zusätzliche Leerstellen zwischen Buchstaben ein. Beides führe zu einem unruhigeren, zerrissenen Schriftbild.
Im Englischen nennt man das Phänomen überzähliger Apostrophe nach einem der Berufe, bei welchem es angeblich am häufigsten auftritt, greengrocers' apostrophes („Gemüsehändler-Apostroph“). Es ist vor allem bei Wörtern zu finden, die im Plural auf ein -s enden (banana's, potato's, apple's).